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pocketwit für Windows Mobile.

7. Januar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Die Suche nach einem guten Twitter-Client für Windows Mobile 6 und höher scheint beendet zu sein, ich bin fündig geworden. Bisher hatte ich TinyTwitter im Einsatz, das seine Aufgabe mehr schlecht als recht machte. Es kann nur mit Twitter arbeiten, funktioniert nur mit einem Account und hat fatalerweise Schwächen mit Umlaute, die zwar direkt unter Twitter nach einem Update korrekt angezeigt werden, in Facebook aggregiert dann aber schlicht und einfach fehlen.

Es war dann schon eine Portion Verzweiflung, die mich über die Programmsammlung des Twitter Fan Wiki dazu brachte, wieder einmal zu schauen, was die Twitter-Client-Front für Windows Mobile so anbietet. Und dabei bin ich auf ein Programm namens pocketwit gestossen. Kurzum: That’s it.

pocketwit unterstützt mehrere Accounts, und neben Twitter auch gleich noch identi.ca, einige weitere Dienste, die auf laconi.ca basieren und ping.fm. Verpackt ist das alles in einer hübschen Benutzeroberfläche, die für Touch-Bedienung vorbereitet ist und auch sehr nett funktioniert. Die Timeline ist in der Mitte, grundlegende Einstellungen gibt es, wenn man mit dem Finger die Timeline nach rechts schwenkt, ein Schwenk nach links offenbart Einstellungen zum aktuellen Benutzer, dessen Tweet man gerade markiert hat. Sehr nett ist bei der Timeline ein kleiner Pfeil am rechten Bildschirmrand, der markiert, wo man sich in der Timeline befindet. Zu bemängeln ist lediglich die etwas behäbige Geschwindigkeit der Oberfläche, das ist jedoch immer noch akzeptabel.

pocketwit kommt als obligatorische CAB-Datei daher, ist also problemlos auch auf einem Windows-Mobile-Client zu installieren. Überraschend ist dabei die Größe der Setup-Datei: In der aktuellen Version ist die CAB-Datei nur 144 Kilobyte groß und ein wirkliches Leichtgewicht. Voraussetzung zur Installation ist ein installiertes .NET-Framework 2.0.

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Twitter ist gelandet.

5. Januar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SicherheitsWelt

Und zwar auf dem Boden der Tatsachen. Ganz verstohlen blendete nämlich Twitter gestern Abend auf seiner Website eine kleine Meldung ein:

“Warning! Don’t sign in to fake Twitter.com from a DM.”

Worum es geht, findet man inzwischen im Twitter-Blog, Twitter ist nämlich Opfer von etwas ganz Schnödem geworden: Klassisches Phishing. Sprich: Benutzer bekommen einen Tweet, also eine Twitter-Nachricht, und sollen sich auf der Twitter-Website mit ihren Zugangsdaten neu anmelden. Der beigefügte Link führt aber nicht auf die echte Twitter-Website, sondern auf einen Fake und wer dort seine Zugangsdaten eingibt, hat sie dann ab diesem Zeitpunkt einem Gauner in die Hand gegeben.

Das wirklich Ärgerliche an Twitter ist, dass die Twitter-Folks mit ihrer Sache so richtig schlampig umgehen und die Dummheit der Nutzer mehr als fördern. Der zentrale Schwachpunkt von Twitter - und das macht Phishing von Twitter-Zugangsdaten so richtig interessant - ist die Zugangsdatenverwaltung und die Nutzung der API, also der Programmierschnittstelle zu Twitter. Jeder halbwegs talentierte Programmierer darf nämlich für seine Anwendung die Twitter-API nutzen und damit durchaus schöne Dinge realisieren. TwitPic ist vermutlich einer der populärsten Anwendungen und funktioniert so, dass man auf der Website von TwitPic seine Twitter-Zugangsdaten (!) eingibt. Aber auch so Dienste die identi.ca oder Facebook kennen die Twitter-Zugangsdaten ihrer Benutzer, wenn sie von diesen Diensten aus auch ihren eventuell vorhandenen Twitter-Account befüttern.

Und dabei predigen wir Sicherheitsleute ständig: Gib’ deine Zugangsdaten für einen Dienst niemals auf der Website eines anderen ein! Andere Dienste können gehackt werden, die Betreiber können unzuverlässig sein oder sie können ihren Dienst auch schlicht und einfach irgendwann an jemandem verkaufen, der einfach nur an der Benutzerbasis interessiert ist. Und schon macht es “Puff” und eine ganze Reihe von Zugangsdaten sind irgendwo in der Twilight-Zone.

Es wird höchste, allerhöchste Eisenbahn, dass die Twitter-Entwickler sich nun mal vorrangig um die Sicherheit ihres Dienstes und dem Schutz ihrer Benutzer kümmern. Sichere und halbwegs einfach zu bedienende Authentifizierungsverfahren gibt es, man muss es halt einfach einmal implementieren.

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Frohe Weihnachten und so!

24. Dezember 2008 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in WebZweiNullWelt

Heute ist blog-technisch vermutlich einer der schwächsten Tage im Jahr, jedenfalls bloggt heute niemand, außer Oli in enz.info. Vermutlich sitzen auch kaum Leute im Büro und starren in die Landschaft hinaus, denn es hat heute noch niemand (!) angerufen. Und ich habe auch nicht eine einzige E-Mail im dienstlichen Postfach (mal abgesehen vom Spam). Keine Anrufe, keine klingelnden Paketboten, keine E-Mails - es könnte einem Angst und Bange werden, wenn nicht gerade Weihnachten ist. :-)

Der Tag hat schon unrühmlich begonnen, als ich heute Morgen um 0:20 Uhr im Bowlen in PlayStation Home wunderbar in einem Spiel gegen drei nette Franzosen in Führung lag, bis sich der PlayStation-Home-Client aufgehängt hat und das Problem nur durch einen Konsolen-Reset behoben werden konnte. “This is living“, nicht?

Der Heise-Verlag hat heute auch die Spendierhosen an und spendet zwei Science-Fiction-Kurzgeschichten mit den Titel “Glas” und “Das ferne Dröhnen der Motoren“. Vielleicht ganz nett für Anfänger der Materie, ich finde die Geschichten eher mager.

Ansonsten staune ich seit einigen Tagen auch über den im Internet immer besser anlaufenden Wahlkampf von Barack O’Gümbel und vor allem darüber, wie er sich gut in den elektronischen Medien gibt. Da es hierfür nach wie vor keine Vergleiche mit anderen, deutschen Politikern gibt, ist das eine Pionierleistung, die sogar wohlwollend von der Politikredaktion von SPIEGEL Online honoriert wird, ganz nach dem schwäbischen Paradigma: “Net g’schimpft isch g’nug g’lobt.”

Was noch? Ach ja, Fernsehen. Die ARD ballert zu Weihnachten eine Reihe von Fernsehadaptionen berühmter Märchen ins Programm, die Daniel Haas (”Verstehen Sie Haas?”) nur noch mit extrem viel Sarkasmus erträgt. Möglicherweise kann ich ihm da nur zustimmen, denn schon die Produktionsbilder lassen Dunkles erahnen.

Die Redaktion der Hannoverschen Allgemeinen hat nun seit um 12 Uhr die Gewissheit, dass 281 Euro für gemeinnützige Zwecke aus privater Tasche abzudrücken sind. Der Grund ist, dass seit 3. Dezember 281 neue Twitter-Follower der hauseigenen Twitter-Streams nach einer Aufrufaktion hinzugekommen sind und nun rund 430 Follower den Stream mitlesen. Jetzt müssen sie nur noch auch vernünftige Inhalte in den Stream packen, dann halten sie bis Mitte nächstes Jahres auch mindestens die Hälfte der jetzigen Follower noch. ;-)

Ach ja, Stichwort Twitter. Hat SPIEGEL Online noch vor einigen Monaten die Twitter-Aktivitäten von SPD-Generalsekretär in Grund und Boden verteufelt, sieht man sich heute offenbar Twitter-Leitmedium, denn plötzlich ist das alles ja richtig toll! Und weil schon die RSS-Feeds von SPIEGEL Online eine Katastrophe sind (weil nur die Überschrift gefeedet wird und nicht der Content), hat man das kurzerhand auch in Twitter abgebildet, da man sich hier wenigstens damit herausreden kann, dass man kaum eine SPIEGEL-Online-Nachricht in 140 Zeichen packen kann. Darüber ließe sich streiten. Man kann aber auch offiziell ein Facebook-Freund von ihnen werden. Und wie es sich für schwachsinnige Aktionen für Lemminge gehört, haben sie auch schon über 3.000 Facebook-Freunde..

Nun denn, lassen wir das. Spielverderber sind die Günstlinge von morgen. Was mich wieder daran erinnert, mich weiter mit meinen noch zu schreibenden Aphorismen zu befassen, anstatt auf die heute Abend zu erhaltenen Geschenke zu warten, die weitgehend die obligatorischen Socken und Pullover in Schwarz enthalten. In diesem Sinne.. ;-)

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Quo vadis, Bürgerjournalismus?

28. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

SPIEGEL ONLINE kann ja auch auffallend differenziert über den “Graswurzeljournalismus” schreiben, was ja schon mal eine wirkliche Neuigkeit ist. Aber Christian Stöcker arbeitet schön heraus, dass im Falle der Terroranschläge von Bombay so Dienste wie Twitter blitzschnell als informelle Informationspipeline funktionieren können, es dann aber an zwei Punkten hapert:

  1. Authentizität
    Ist derjenige, der Nachrichten meldet, auch wirklich vor Ort? Ist er vertrauenswürdig? Ist er neutral?
  2. Informationsfülle
    Viele schreiben, noch viel mehr werden diese Texte rezitiert, aber nur die wenigsten sortieren und arbeiten auf, ziehen Rückschlüsse, machen Analysen. Und das möglicherweise nicht nur, weil sie nicht könnten, sondern auch, weil sie nicht wollen, Stichwort: Häppchenjournalismus a la Boulevardmagazin.

Ja, ich lehne mich dabei heraus, aber das tue ich bewusst, weil ich bekanntlicherweise schon seit einer Weile auch darüber staune, wie die herkömmlichen, klassischen Medien immer stärker Marktanteile und ihre bisherigen Einnahmequellen verlieren, aber es gerade bei solchen Katastrophen und Geschehnissen auf Unabhängiges ankommt. Damit will ich nicht sagen, dass per se der Bürgerjournalismus Käse ist, sondern damit will ich sagen, dass es im Ernstfall unglaublich komplex werden kann, zwischen Bürgerjournalismus und Propaganda zu unterscheiden. Ein Medium abzuschalten, ist eine klare Sache, aber wenn jemand ein Medium missbraucht und dieser Missbrauch nur deshalb nicht erkennbar ist, weil eben jeder schreiben kann, dann ist das eine bedenkliche Situation, die die Gesellschaft eigentlich nur verwundbarer machen würde.

Wo ist da nun die Conclusion? Nun, ich denke, das wird weiterhin nach dem Prinzip der Auslese passieren, die nun bei den klassischen Medien noch einmal einen Schub bekommt. Mittelfristig werden die Großen überleben und die Kleinen entweder eingehen oder aufgekauft werden, aber langfristig wird es eben nur noch funktionieren, in dem sie noch stärker genau das verfolgen, was ein(e) überparteiliche, neutrale Zeitung/Fernseh-/Radioprogramm ausmacht.

Ob in Zukunft deshalb noch weiter Platz ist für eine Reihe von Vollprogrammen und ob in Zukunft tatsächlich auch noch Raum für eine oder gar mehrere Lokalzeitungen gibt, wird eine spannende Frage bleiben.

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Twitternde Terroristen.

27. Oktober 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SicherheitsWelt

Das US-Militär hat in einem Bericht des 304th Military Intelligence Battalion überraschenderweise erkannt, dass mobil verfügbare Dienste wie Twitter nicht nur für Menschen, sondern auch für Terroristen interessant sein könnten.

Terroristen könnten ihre Bomben per Karte markieren und auslösen lassen oder Demonstranten online über so Dienste wie Twitter Gefolgschaften organisieren. Überhaupt, Twitter macht den Autoren des Berichtes wohl am meisten Sorgen:

Twitter sei bereits, so der Bericht, zu einem beliebten Werkzeug “von Sozialisten, Menschenrechtsgruppen, Kommunisten, Vegetariern, Anarchisten, religiösen Gruppen, Atheisten, politischen Eiferern, Hacktivisten und anderen geworden, um miteinander zu kommunizieren und Nachrichten an ein größeres Publikum zu schicken”. Als aktuelles Beispiel nennt der Bericht den Einsatz von Twitter durch Demonstranten zur Koordierung ihrer Proteste beim Parteitag der US-Republikaner.
[via Golem.de]

Diese Feststellung macht nebenbei deutlich, was für das US-Militär alles subversiv sein könnte… Anarchisten, Kommunisten, Vegetarier… alles sehr gefährliche Leute.

Das ist natürlich alles Dünnschiss von Leuten, die keine Ahnung haben, wie Twitter funktioniert:

  • Über Twitter geheime Nachrichten auszutauschen, ist in etwa so geheim, wie mit einem Megaphon in der Fußgängerzone zu stehen und seine Bankzugangsdaten zu veröffentlichen. Jeder kann praktisch alles mitlesen und die Jungs bei Twitter können generell sowieso alles nachlesen, da sie jeden geposteten Furz aufzeichnen. Über die Suchfunktion lässt sich da sogar für den Laien, also auch für jede US-Behörde, recherchieren.
  • Im Zweifelsfall geht man als US-Beamter zu Twitter, legt seinen Ausweis auf den Tisch und eine Verfügung einer passenden Behörde und zwickt Twitter einfach aus - da Twitter ein zentralistisch angelegter Dienst ist, ist die Lösung für den Ernstfall die isolierte Kneifzange.
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