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Totes Holz bespritzen.

7. Mai 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in ComputerWelt

Um den Kauf eines Druckers habe ich mich lange Jahre erfolgreich drücken können. Mein erster und bis dato einziger Drucker war ein HP Deskjet 550C, der mich im Jahre 1994 unfassbare 1.099 Mark gekostet hatte und irgendwann ein paar Jahre später defekt seine Reise zum Elektroschrotthändler antrat. An Druckermaterial ging freilich nicht viel flöten, die damalige Farbpatrone vertrocknete irgendwann nach zwei Jahren ohne wirklich jemals für etwas wichtiges Tinte spenden zu dürfen. Die Patrone mit der schwarzen Farbe füllte ich in sieben Jahren genau zweimal nach, sie ging dann zusammen mit dem Drucker.

Nun ist der Kauf allerdings unvermeidlich geworden und da stehe ich dann mehr oder weniger die die Axt vorm Berg. Immerhin begleitet mich Jochen bei solchen hoffnungsarmen Veranstaltungen wie dem zielgerichteten Gang zu einem Elektrofachmarkt, um einen Drucker zu kaufen. Einzige Präferenz: Tintenstrahldrucker, ein Laserdrucker kommt mir nicht ins Privatheim.

Kurzum, es ist ein Brother DCP-375CW geworden. Ein Farbdrucker ohne Schnickschnack, ohne Farbdisplay, ohne Fax, immerhin aber mit einem Scanner und einem WLAN-Modul. Das ist insofern praktisch, da der Drucker nun elegant nicht am PC stehen muss und es nur ein Kabel gibt, nämlich die Stromversorgung. Alles andere wäre auch ein kleines Problem, denn ein USB- oder Netzwerkkabel liegt dem Drucker schon nicht mehr bei.

Das Auspacken, Installieren und Drucken erweist sich als gut und durchdacht. Es gibt ein gedrucktes Handbuch, für den erstmaligen Einsatz ein Faltblatt, das ausreichend gut zum Erfolg führt. Ein Satz Tintenpatronen (Schwarz, Gelb, Cyan und Magenta) liegen bei und sind ebenfalls schnell installiert. Die Patronen sind einzeln verpackt und werden innen ebenfalls vakuumverpackt geliefert, was zu folgendem unschönen Müll führt:

Hätte ich das vorher mit diesen Verschlüssen auf den Patronen, die allesamt aus Kunststoff sind, gewusst, wäre das ein K.O.-Kriterium geworden, trotz des ansonsten sehr günstigen Preises von letztendlich 85 Euro und der bisherigen Zufriedenheit mit dem Gerät. Denn ansonsten gibt es über den Drucker nichts zu meckern. Die Software ließ sich problemlos installieren, der Drucker war in zwei Minuten per WLAN angebunden, der Druck geht schnell vonstatten und das Schriftbild ist erstklassig.

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Auf der PS3: Colin McRae Rally DiRT 2.

15. Januar 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in GamingWelt

Irgendwie habe ich, obwohl ich schon seit fast drei Monaten an Colin McRae DiRT 2 herumspiele, vergessen, einen Testbericht darüber zu schreiben, was ich hiermit nachhole. Ist vielleicht auch nicht ganz so schlecht für die Gelegenheitsspieler, denn inzwischen dürfte sich der Verkaufspreis im Gegensatz zu den “Early-Adopter-Preisen” deutlich nach unten bewegt haben.

Colin McRae Rally DiRT 2 oder einfach nur “DiRT 2” ist nun die siebte Auflage des Rallyespieles und setzt auch in dieser siebten Version wieder Höhepunkte. Waren und sind andere Rallyespiele meist eher reine Unterhaltungsveranstaltungen, die mit einer vernünftigen oder zumindest einigermaßen vernünftig ausschauenden Fahrphysik eher wenig zu tun haben, so war bei der Colin-McRae-Rally-Serie immer der Anspruch im Raum, dass der Name des legendären Rallyefahrers Colin McRae für ein Rallyespiel stehen soll, dass eher als Simulation durchgeht. Und so waren diese Spiele immer etwas “schmutziger”, die Fahrzeuge detaillierter und härter zu fahren und es gab Missionen zu fahren – immer wenn Missionen in ein Spiel kommen, hat sich an dieser Stelle jemand verewigt, der einem etwas beibringen möchte.

Und so steht man auch bei DiRT 2 als Spieler vor einem riesigen Berg von Autos, Strecken, Rennarten und Rennen, die zu fahren sind. Allein mit dem Karrieremodus ist man gut und gern 15 bis 20 Stunden und mehr beschäftigt. Neun Länder mit unterschiedlichen Umgebungen und Strecken stehen bereit, dazu eine Reihe von zusätzlichen Veranstaltungen und Einzelwettbewerben mit konkurrierenden Fahrern. Im Fuhrpark, den man sich natürlich schön zu verdienen hat, stehen 35 Karossen mit teilweise höchst unterschiedlichen Fahreigenschaften.

DiRT 2 im Karrieremodus zu spielen, hat durchaus seine “Würze”. Für meinen Geschmack ist der Karrieremodus zu lang geraten und leidet darunter, dass es verhältnismäßig wenig Strecken gibt. Die Standorte “UK” und “Japan” bestehen beispielsweise jeweils gerade mal aus einer Strecke mit leichten Variationen, so dass hier schnell eine gewisse Langeweile aufkommt. Man kann natürlich alle einzelnen Rennen in höheren Schwierigkeitsmodi spielen, aber auch hier zeigt sich relativ bald, dass die KI-Fahrer doch recht vorausschauend fahren.

Andererseits, und das ist in DiRT 2 gegenüber dem Vorgänger DiRT auch neu, werden nun die Trophäenfunktionen der PS3 und der Xbox 360 unterstützt, die man natürlich gern haben will. Auf der PS3 warten insgesamt 46 Trophäen und wer die alle hat, darf sich eine der seltenen Platintrophäen in den virtuellen Schrank stellen. Der Clou dabei ist: Der Gewinn aller Trophäen ist erreichbar – nicht nur für die Spieler, die Tag und Nacht an ihrer Ideallinie arbeiten, sondern auch für die, die sich nur 20 bis 30 Stunden gesamte Spielzeit geben und eher zur Fraktion der Gelegenheitsfahrer gehören.

Schön ist bei DiRT 2 nun der Online-Modus, der im Gegensatz zum Vorgänger sehr viel hinzugewonnen hat. War bei DiRT der Online-Modus eher eine peinliche Verlegenheitsnummer, der keinerlei Spielspaß und Motivation aufkommen lies, so hat sich dies bei DiRT 2 sehr gewandelt. Etwa ein Drittel der Trophäen müssen im Online-Modus verdient werden und allein die Trophäe, die es im Online-Level 30 gibt, bedeutet, dass man sich mindestens zehn Stunden mit Online-Fahrern beschäftigen darf. Hört sich einfach an, ist es aber nicht, denn bei Online-Rennen spielt man in der Regel immer in der höchsten Schwierigkeitsklasse, denn Online-Spieler sind eben Menschen, keine Computer. Und das kostet gerade bei den Rennmodi, in denen alle gemeinsam eine Strecke befahren, oftmals richtig virtuelles Blech. Immerhin hat man aber auch dafür gesorgt, dass umsichtige Fahrweise angezeigt wird und besonders auffällige Knallköpfe automatisch zeitweise für bestimmte Strecken gesperrt werden. Und tatsächlich läuft es eher zivilisiert ab, vermutlich auch weil eben jeder an seinen Trophäen arbeitet.

DiRT 2 ist, um es zusammenzufassen, eine sehr gelungene Rallyesimulation und mit der zweiten DiRT-Auflage nun endlich auch eine würdige Referenz in der Rennspielserie. Es gibt für den ambitionierten Fahrer genug zu “beißen”, die Grafik bewegt sich bei Fahrzeugen und Umgebung auf dem feinsten Niveau (wenn man mal etwas von den eher staksigen und grobtexturierten Menschenfiguren absieht), eine richtig gut gewordene Spielumgebung und mit erstaunlich vielen Songs ein richtig guter Soundtrack, der im Beiheft auch zum Einkaufen dokumentiert ist. Macht Spaß!

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Auf dem iPhone: smsO2.

10. Januar 2010 | 11 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Es gibt sie, die kleinen App-Juwelen, man muss nur etwas suchen. Ein solches App-Juwel heißt “smsO2”, kostet 79 Cent und ist eine Geldsparmaschine, wenn man einen (deutschen) O2-Vertrag besitzt und für das Internet ein Internet-Pack-Zusatzpaket gebucht hat, meist das Internet-Pack-M, mit dem eine Handy-Flatrate daherkommt.

Was die meisten Nutzer eines solchen Internet-Pack nicht wissen, ist der Umstand, dass neben der Internet-Flatrate noch zusätzlich 50 kostenlose SMS pro Monat verbunden sind – wenn diese über das “O2 Communication Center” auf der O2-Homepage gesendet werden. Das mag jetzt nicht sonderlich viel sein, aber wenn man bedenkt, das zumindest bei meinem Vertrag jede herkömmliche SMS 19 Cent kostet, sind das schon bei kleineren SMS-Zahlen durchaus ein paar Euro.

“smsO2” umgeht den Weg über die Homepage und ermöglicht es, über die App direkt SMS zu schreiben, die dann eben nicht per GSM bzw. UMTS vom iPhone gesendet werden, sondern einen Umweg über die O2-Homepage machen. Und die ersten 50 SMS, die auf diese Weise monatlich versendet werden, kosten den Nutzer eines Internet-Pack dann eben keinen einzigen Cent.

[Update am 21. März 2010: Leider gibt es derzeit die App nicht mehr offiziell im App-Store. Die Begründung dazu findet sich hier: smsO2 nicht mehr im App-Store.]

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Auf dem iPhone: Doodle for iPhone.

26. November 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Wer das erste Mal auf die schweizerische Website Doodle.com kommt, macht das meist aus der Intention, dass er dazu eingeladen wurde, einen gemeinsamen Termin mit anderen Nutzern auszuhandeln. Und dann steht man tatsächlich auf der Website, kreuzelt die Terminmöglichkeiten an, an denen man kann und fragt sich tatsächlich, wieso man auf die Idee, die hinter Doodle.com steckt, nicht selbst gekommen ist. Termin anlegen, Termin aushandeln, abstimmende Personen informieren und den ausgehandelten Termin in die eigene Kalenderanwendung importieren – Doodle.com macht diese augenscheinlich einfachste Aufgabe der Welt unwiderstehlich einfach.

Zwar hat Doodle.com unter http://m.doodle.com/ eine für mobile Endgeräte vorbereitete Website, aber irgendwie ruft das alles nach einer eigenen App für Smartphones, die nun zumindest für das iPhone existiert und im App-Store gekauft werden kann. Die ebenfalls schweizerische Firma Neoos GmbH hat sich diesem Thema angenommen und die Doodle-App für das iPhone geschrieben, zunächst als nichtöffentliche App im Rahmen eines Programmierwettbewerbs der Doodle AG, die nun aber seit dieser Woche erhältlich ist.

Die Ansicht ist in der App zwar teilweise deutlich anders, als auf der Doodle.com-Website, die Ergebnisse führen aber zum gleichen Ziel. Nach dem Starten der App möchte sie zunächst auf das “Dashboard” und eine Übersicht anzeigen, wenn man selbst einen Doodle.com-Account hat (der sich “MyDoodle” nennt). Ein Doodle-Account ist für die Nutzung zwar nicht unbedingt nötig, macht jedoch Sinn, weil man mit MyDoodle seine eingerichteten Terminfindungen und auch Terminabstimmungen später wieder editieren kann. Nutzt man also MyDoodle, kann man der App seine Zugangsdaten verpassen (die standardmäßig einen Monat “halten”, bis zur nächsten Nachfrage, außer wenn Doodle.com zwischendurch Wartungsarbeiten durchführt), die durch eine Umleitung in den Safari direkt auf Doodle.com eingegeben werden und danach wieder zurück in die App führt. Nutzt man MyDoodle nicht bzw. hat keinen Doodle.com-Zugang, kann man der App dies in den Einstellungen mitteilen und wird fortan nicht mehr nach Zugangsdaten gefragt.

Das Dashboard sieht folgendermaßen aus und zeigt, wenn man sich bei Doodle.com angemeldet hat, die gleiche Übersicht, wie auf MyDoodle unter Doodle.com auch:

Doodle for iPhone - Startscreen

Mit einem Tippser auf einen Termin kommt man in die Terminansicht, die die einzelnen Termine aufführt, die in der Terminfindung zur Verfügung stehen. Wer Doodle.com kennt, findet sich zurecht:

Doodle for iPhone - Terminansicht

Anzumerken ist, dass alle Funktionen von Doodle.com auch in der App nutzbar sind. Die Kommentarfunktion funktioniert, Administratoren einer Terminfindung können ihren Termin bearbeiten. Was alles bisher auf der mobilen Website etwas frickelig war, funktioniert in der App so, wie man es vom iPhone-Benutzerinterface kennt. Die Doodle.com-Macher haben übrigens daran gedacht, dass nun auch eine App am Start ist und fragen beim Aufruf eines Doodle.com-Terminlinks von einem iPhone aus nach, ob auf die Doodle.com-App umgeschaltet werden soll oder ob man die sich, falls man sie noch nicht hat, vom App-Store holen möchte.

Hübsche App, die genau das tut, was sie tun soll, nicht mehr und nicht weniger, nicht überfrachtet, sondern übersichtlich. Einzig der Preis von 2,39 Euro ist für meinen Geschmack schon nah am oberen Limit, das wird so vermutlich nur für Hardcore-Doodler interessant sein. Aber kommt Zeit, kommt Rat, die App zumindest macht einen guten und funktionierenden Eindruck, bei deren Entwicklung sich jemand was dabei gedacht hat. Das ist bei der Fülle an Apps im App-Store leider keinesfalls eine Selbstverständlichkeit mehr.

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75 Tage iPhone.

16. September 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

iPhone-Erfahrungsberichte gibt es vermutlich wie Sand am Meer. Dennoch will ich es wagen, nach 75 Tagen ein Resümee zu ziehen. Ich habe lange überlegt, ob das sinnvoll ist, denke aber inzwischen, das es ist. Es wird, wie man es von diesem Blog her kennt, polarisierend. Das nur als Vorwarnung.

In Sachen Hardware, Präsentation, Bedienung gibt es wenig zu meckern. Apple hat Erfahrung darin, technischen Krempel hochwertig zu verpacken (oder zumindest den Eindruck zu verschaffen) und sie haben vor allem verstanden, dass es Handybesitzer mit der Qualität sehr genau nehmen, genauer als mit den meisten anderen Dingen. So Sachen wie schlabberiges Display, staubundichtes Gehäuse, zu große Spalte a den Rändern zwischen Display und Gehäuse, wackelnde Akkudeckel gibt es alles nicht. Es ist alles akkurat verarbeitet und das Display macht den Eindruck, als ob es aus Panzerglas wäre – inklusive dem Effekt, dass die Scheibe kühl ist, wenn man mit dem Finger darauf herumfährt. In Sachen Verarbeitung können sich praktisch alle anderen Hersteller von Mobiltelefonen gewaltige Scheiben abschneiden und nachsitzen.

In Sachen Software glänzt natürlich sofort die Benutzeroberfläche und die Art und Weise, wie Applikationen eingebettet sind. So eine intuitive Benutzung suchte man bis dato vergeblich bei der Konkurrenz. Und selbst jetzt im Jahr 3 des iPhones, tut sich die Konkurrenz immer noch sehr schwer, dem Bedienkonzept des iPhones etwas adäquates entgegenzusetzen.

Zugutehalten darf man Apple darüber hinaus, dass sie es mit dem App Store geschafft haben, einen virtuellen Marktplatz für Software aufzubauen, der offensichtlich auch funktioniert. Software kann sehr einfach gekauft werden, lässt sich sofort installieren und benutzen und auch wieder rückstandsfrei deinstallieren. Sich also mal eben ein paar Dutzend Applikationen zu installieren und die nach und nach zu testen, ohne Sorge tragen zu müssen, ob das Telefon danach noch benutzbar ist, das ist schon so, wie man sich das bei einem Mobiltelefon vorstellt.

Allerdings beginnt es dann hier auch schon mit dem Mängeln, denn die Bedingungen für Software, die über den AppStore veröffentlicht werden will, sind hoch, wenn nicht gar willkürlich. Das fängt schon damit an, dass Apple keine Fremdsoftware mag, die eingebaute Funktionen Konkurrenz machen könnten. Es gibt also kein alternatives Adressbuch oder Kalender. Damit kann man schon schwer leben. Allerdings sind die Apple-eigenen Applikationen derart einfältig, dass dieser Umstand einfach inakzeptabel ist. Adressen und Kalendereinträge lassen sich zwar mit Outlook synchronisieren, dabei fallen jedoch die Kategorie-Angaben heraus. Im Business-Umfeld ist das ein grobes Foul. Dazu kommt, dass das eingebaute Adressbuch und der Kalender mit jeweils einigen tausend Adressen nicht mehr wirklich gut klarkommt und immer lahmer wird. Woher nimmt Apple bitteschön sich das Recht heraus, mir als mündigem Benutzer des iPhones vorzuschreiben, welche Software ich zu nutzen habe?

Das kann man aber noch weiter hinterfragen, beispielsweise bei Klingeltönen, der Farbgestaltung oder so profane Dinge wie Hintergrundbilder. Klingeltöne gibt es nur die paar vorgefertigten oder gegen Zahlung eines inakzeptablen Betrages über iTunes erstellt, bei der Farbgestaltung und Hintergrundbildern gibt es einfach gar nichts. Geht nicht. Ein Mobiltelefon, so schnell wie manch Computer, leistungsfähig ohne Ende und softwaremäßig praktisch kaputtreglementiert. Eine Begründung von offizieller Seite findet sich nicht, außer so Äußerungen wie: “Das machen wir aus Stabilitätsgründen.” Man male sich einmal aus, Microsoft würde Windows zu kaputtreglementieren…

Den Gipfel des Anachronismus erreicht das iPhone in Sachen Connectivity: Man schließt das iPhone an den PC an und darf sich maximal Bilder anschauen. Bluetooth ist an Bord, kann aber weitgehend nur für Freisprecheinrichtungen genutzt werden. Aus diesen Gründen der Reglementierung erlebt man dann so unsäglich schlechte Sachen wie Programme, mit denen zwei iPhones per Funk Dateien austauschen können, beide aber in einem gemeinsamen WLAN-Netzwerk eingebunden sein müssen. Oder so ganz grandiose Notnägel wie eigene Webserver, die so manch Applikation dann startet, wenn man per PC etwas auf das iPhone in die jeweilige Applikation schaufeln möchte, denn ein Direktzugriff, was wirklich jedes pupsige Windows-Mobile-Gerät von Hause aus kann, gibt es nicht. Äh, hallo?

Jeder, der sich halbwegs praktikabel mit dem iPhone beschäftigen will, muss das Betriebssystem also tatsächlich knacken (“jailbreaken”), um so manch vernünftige und hochnützliche Software über die Hintertüre zu installieren. Tatsächlich sind wir so weit, dass wir ein Betriebssystem knacken müssen, um es benutzbar zu machen und zahlen für so einen inakzeptablen – sagen wir es deutlich – Hühnerschiß auch noch so viel Geld, wie für kein anderes Smartphone weit und breit – und da haben wir das Thema der Vermarktung über einzelne Mobilfunkprovider mit den damit verbundenen Mondpreisen hier noch gar nicht angeschnitten.

So gut das iPhone sich bedienen lässt und aussieht: Es langweilt mich und es ärgert mich über die massive und unerträgliche Bevormundung von Seiten Apples. So kann man als Apple zwar unverschämt viel Geld verdienen, allerdings ist das in meinen Augen fies verdientes Geld. Mit so dikatorischem Handeln funktioniert die Welt nicht und es wird langfristig für alle Nutzer und auch für Apple ein Segen sein, wenn Google mit Android und Microsoft mit Windows Mobile 7 (irgendwann) mit gleichwertiger Soft- und Hardware den Markt aufrollen.

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iPhone – hübsch, aber langweilig.

10. August 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Gut, ich will mal einleitend vorausschicken, dass ich in Sachen Mobilgeräte eine inzwischen auf eine zehnjährige Erfahrung zurückblicken kann und auch zurückblicke, wenn ich anderes Gerät ausprobiere und einsetze. Das nur mal als Vorwarnung, dass das iPhone bei mir durchaus durchwachsen landet.

Kommt das iPhone in Sachen Hardware gut bei mir an? Teilweise. Wirklich durchdacht ist, dass das iPhone eine richtige Glasscheibe als Bildschirmoberfläche hat und die auch dementsprechend robust ist. Die Konkurrenz leidet allesamt drunter, dass die Bildschirmoberfläche entweder gänzlich aus Kunststoff ist oder eine Kunststofffolie als äußerste Oberfläche hat. Da geht man von Hause aus anders damit um und ist entweder besonders vorsichtig oder investiert ein Heidengeld in teilweise seltsamste Schutzfolien. Dafür ist die Rückseite des iPhone eine Frechheit. Kunststoff in Klarlackoptik. Dieser Kunststoff ist fingerabdruck- und kratzempfindlich und das ist peinlich. Es gibt selbst unter Kunststoffen Materialien, die nicht so empfindlich sind und ebenfalls recht brauchbar ausschauen.

Sehr ärgerlich ist die Akkuproblematik. Nutzt man das iPhone im Laufe des Tages regelmäßig und stetig, ist der Akku am Ende des Tages gut und gerne nur noch bei 30 % seiner Füllung oder weniger, was bedeutet, dass man plötzlich wieder in den ätzenden Zeiten ist, als man andauernd das Ladegerät im Handgepäck hatte und bei längeren Touren bei jeder Gelegenheit eine Steckdose gesucht hat, um nicht plötzlich offline zu sein. Das soll beim iPhone 3G S zwar besser geworden sein, aber es ist nicht wirklich gut und eine gewaltige Umstellung.

Kommt das iPhone in Sachen Bedienung gut bei mir an? Die Bedienung ist zweifellos gut und wegweisend, zumindest im Konzept. Noch vor wenigen Jahren hat man sich schlicht nicht ausdenken können, ein Telefon zu bauen, das nur eine einzige, “echte” Taste hat und die noch nicht mal zum Wählen gedacht ist. Die Steuerung mit dem Finger ist schlicht genial, denn da die Auswertung der Gestik kapazitiv erfolgt und nicht durch einfachen Druck, ergeben sich ganz andere Bedienmöglichkeiten und spart sich vor allem den Stift – wobei man einen Stift ja nun durchaus schon gelegentlich mal brauchen könnte.

Kommt das iPhone in Sachen Software gut bei mir an? Hier geht es dann richtig los: Das Betriebssystem ist zwar stabil und durchdacht und harmoniert sehr gut mit den Bedienkonzepten, allerdings gibt es eine Reihe von ärgerlichen Dingen:

  • Ein strenges Bedienkonzept lebt davon, dass die Individualisierung behutsam vonstatten geht. Das scheint man jedoch bei Apple so gründlich missverstanden zu haben, dass man die Individualisierung praktisch gänzlich abgeschafft hat, mit Ausnahme der Möglichkeit, Programmsymbole verschieben zu können. Schriftart oder –größe ändern, Farben, Bildschirmhintergründe, individuelle Programmsymbole? Alles nicht möglich. Man stelle sich vor, ein Autohersteller käme auf die Idee, nur graue Autos zu bauen, nur mit einer Art von Interieur und nur mit einer Zubehörzusammenstellung. Das würde keiner freiwillig kaufen.
  • Die mitgelieferten Applikationen und essentiellen Applikationen wie Kalender, SMS, Verwaltungsprogramme von Adressen, Notizen und Bildern sind schlicht mies und kaum für den Enterprise-Einsatz geeignet. Dazu kommt, dass es keine eingebaute Aufgabenverwaltung gibt und auch keine vernünftige Office-Anwendung wie bei Windows Mobile.

Kommt das iPhone in Sachen Netzwerk gut bei mir an? Auch hier gibt es zwei Seiten. Zum einen der Netzwerkzugriff per UMTS/GSM, der wegweisend ist. Der Benutzer muss sich nicht um den Verbindungsaufbau oder –abbau kümmern, das iPhone ist, im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones, hier sicherlich am unkonventionellsten aufgestellt. Die Schattenseite folgt jedoch dann auf Seiten von WLAN und Bluetooth, denn während beide Netzwerktechniken technisch zwar implementiert sind, scheitern viele Möglichkeiten am restriktiven Betriebssystem. Per Bluetooth ist quasi nichts möglich, außer der Zugriff an Bluetooth-Headsets oder entsprechenden Freisprecheinrichtungen. Das ist ebenfalls nichts anderes wie eine Gängelung des Benutzers, die noch dadurch gekrönt wird, dass das Filesystem komplett abgeschottet ist und lediglich Zugriff auf die Fotos auf dem iPhone ermöglicht. Die kann man ironischerweise nicht auf dem iPhone selbst in eigene Ordner anlegen, sondern muss das über einen per iTunes synchronisierten PC vornehmen.

Die Begriffe “Abschottung” und “Gängelung” erreichen ihre Höhepunkte schließlich in dem ebenfalls komplett abgeschotteten Weg von Software-Applikationen auf das iPhone. Wer sein iPhone nicht “jailbreaked”, also eine Hintertür in das System öffnet”, hat nur den Appleschen AppStore mit rund 70.000 Applikationen. Doch das hört sich nur auf den ersten Blick aufregend an, denn dieser AppStore ist kaum noch sinnvoll durchsuchbar und die Spreu vom Weizen kann man sich nur dann auseinanderdividieren, wenn man sich auf anderen Wegen kundig macht, was sinnvoll ist.

Noch weiter vermiest wird das alles, wenn man die Veröffentlichungspolitik von Apple anschaut. Anwendungen, die in Konkurrenz zu Apples vorinstallierten iPhone-Anwendungen stehen, werden nicht durchgelassen, was im Anbetracht der mageren iPhone-eigenen Anwendungen besonders schade ist. Ebenfalls problematisch ist der Umstand, dass der AppStore in den USA beheimatet ist und damit der Weg für Verschlüsselungssoftware besonders komplex ist.

Ich verstehe diese Abschottungspolitik in Sachen Netzwerk und Software überhaupt nicht. Von was will Apple die iPhone-Benutzer beschützen, außer davor, dass sie ihr Geld keinesfalls außerhalb von Apples Reichweite ausgeben sollen? Denn letztendlich sind genau diese Barrieren gleichzeitig auch die größten Hürden des iPhones, vor allem, wenn man dabei berücksichtigt, dass sich das iPhone in Sachen Kaufpreis am oberen Limit des Smartphone-Marktes bewegt.

Sicherlich sind meine Anforderungen an ein Smartphone andere, als von Benutzern, die einfach eine bunte Welt haben wollen. Ich muss aber zugeben, dass mich das iPhone inzwischen richtiggehend langweilt. Man würde gern damit spielen, basteln, Dinge ausprobieren, frickeln. Aber das nur dann machen zu können, wenn man die Sperren knackt und die Dokumentation selbst in diesem Bereich eher spärlich ist, vergällt einem wirklich jegliche Motivation.

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WordPress 2.8 RC1.

9. Juni 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in BlogWelt

Das war wieder klar, dass ich mir unbedingt den Release Candidate 1 von WordPress 2.8 installieren muss. Aber Testen muss eben sein, bevor ich eine neue Version auf die Horde der WordPress-Installationen loslasse. Deshalb muss mein Blog mal wieder daran glauben. Allerdings passiert inzwischen selten etwas, die wirklich grundlegende Rettungsmaßnahmen erfordern würden.

Wer warten möchte (und im Zweifelsfall das auch sollte), wartet auf die Final Version, die dürfte erfahrungsgemäß diese Woche noch erscheinen, angepeilt ist der morgige Mittwoch.

Installation

Ist so wie immer, es passiert atemberaubend wenig. Ich muss zugeben, ich bin weiterhin ein Fan der traditionellen FTP-Upgrade-Linie, ziehe also das Zip-File mit der WordPress-Installation, packe es auf meinem Rechner aus, entferne all den Salat, den ich nicht brauche (Themes, Plugins etc.) und ballere das dann per FTP auf den Server. Das deshalb, weil ich zu Hause eine Grundinstallation von WordPress mit allen von mir bevorzugten Plugins pflege, sozusagen also mein kleiner Universalwerkzeugkoffer.

Nach dem Herüberschieben wünscht WordPress beim nächsten Zugriff in den Admin-Bereich ein Update der Datenbank, was wie immer problemlos passiert. Danach sieht eigentlich alles erst einmal aus, wie immer. Mit einer 2.7.1-Sprachdatei sollte man weitgehend klarkommen, bis die Folks von WordPress Deutschland die 2.8-Sprachdatei veröffentlichen.

Die Benutzeroberfläche und das Dashboard

Dankenswerterweise haben die Folks von WordPress nicht schon wieder alles auf den Kopf gestellt, sondern behalten die GUI-Linie weiter. Nach dem Update sieht also alles wie vorher aus, selbst die Position der Boxen. In den Optionen lässt sich nun aber die Spaltenzahl auf 1 bis 4 ändern. Mehr als die bisherigen 2 lohnen sich aber erst bei einem Breitbildschirm, dann aber wird es sehr effektvoll. Im Editor kann man übrigens nun auch die Spaltenzahl für die Boxen einstellen, hier aber nur zwischen 1 und 2. Ersteres bringt dann wieder einen ähnlichen Aufbau wie zu Frühzeiten von WordPress.

Die Benutzeroberfläche hat auch noch ein paar andere Faceliftings erhalten. Etwas umgewöhnen darf man sich in der Plugins-Übersichtsseite, denn dort gibt es keine eigenständigen Blöcke für deaktivierte und kürzlich deaktivierte Plugins mehr – alles ist in einem Block und deaktivierte Plugins sind grau unterlegt.

Ebenfalls runderneuert ist die Übersichtsseite für Widgets in der Design-Rubrik, hier sieht es auf den ersten Blick etwas unübersichtlich aus, was sich aber schnell ändert. Links stehen die verfügbaren Widgets, rechts die Sidebars, in die Widgets eingefügt werden. Es kann wie üblich verschoben werden. Neu ist unten die Box in deaktivierte Widgets, in die Widgets “zwischengeparkt” werden können, wenn man sie vorläufig nicht mehr braucht, man aber die Einstellungen nicht verlieren möchte. Leider gibt es von Hause aus immer noch keine vernünftige Widget-Steuerung, mit der man beispielsweise Widgets für bestimmte Seiten deaktivieren kann.

Eine nette Neuerung gibt es im Editor der Design-Rubrik, denn der zeigt nun den Quellcode “highlighted” an, also mit markiertem HTML-Code. Dazu gibt es nun endlich auch eine Zeilennummernansicht.

Pingback-Bug-Problem

Wer sich erhoffte, dass die Problematik mit dem Pingback-Timeout nun behoben wurde, wird sich vermutlich etwas enttäuscht zeigen. Wir erinnern: Vor einigen Monaten hat jemand herausgefunden, dass die Timeout-Zeit für die Rückmeldung von Pingbacks in der Datei cron.php (im Ordner “wp-includes”) auf 0,01 sec (bzw. in der amerikanischen Schreibweise: 0.01) steht und das bei einer größeren Zahl von anzupingenden Websites möglicherweise nicht ausreicht. Der Workaround war der, die betreffende Zeile namens:

wp_remote_post( $cron_url, array('timeout' => 0.01, 'blocking' => false, 'sslverify' => apply_filters('https_local_ssl_verify', true)) );

zu suchen und dort den Wert von “0.01” auf “1” umzustellen. Leider steht im RC1 (und vermutlich dann auch in der Final) der Wert immer noch auf 0.01, so dass man hier wohl oder übel wieder per Hand ran muss, wenn beim Schreiben von Artikeln Pingbacks vermisst werden. Offenbar will das WordPress-Team dieses Verhalten derzeit auch nicht ändern, wenn man sich das entsprechende Ticket anschaut.

Grobes Fazit zu WordPress 2.8 in einem Satz

Moderater Feature-Ausbau, durchaus installationswert.

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Windows Mobile 6.5.

11. Mai 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Just heute ist der Tag, an dem Windows Mobile 6.5 “ready to manufacture” ist, also ausgeliefert wird. Wie üblich nicht direkt an Endkunden, sondern an Hersteller von Gerätschaften, die Windows Mobile enthalten sollen und die dann das Betriebssystem für ihre Zwecke anpassen und erweitern. (Erfahrungsgemäß arbeiten zwar die meisten Hersteller schon mit Beta-Versionen recht früh an ihren Adaptionen, allerdings wird es vermutlich wieder drei bis sechs Monate dauern, bis erste neue Smartphones mit Windows Mobile 6.5 herauskommen.)

Das ist einerseits eine gute Sache, weil Windows Mobile ja nicht einfach nur ein Betriebssystem für Smartphones ist, sondern als Betriebssystem für ganze Gattungen von mobilen Geräten: Tragbare Media-Center-Geräte, Navi-Systeme, Autoinformationssysteme, Spezialgeräte etc. Hersteller können mit eigenen Anpassungen sehr genau auf die Einzelheiten ihrer Geräte eingehen.

Andererseits ist der OEM-Weg auch eine schlechte Sache, weil es abhängig vom Hersteller macht, ob man mit seinem Smartphone die nächste Windows-Mobile-Version bekommt oder nicht. Zumindest in der Vergangenheit waren Hersteller und Anbieter von Smartphones mit Windows Mobile in dieser Richtung äußerst konservativ und boten nur in seltensten Fällen ein Update oder kostenpflichtiges Upgrade an.

Das ist gerade beim Weg von Windows Mobile 6.1 auf 6.5 essentiell schade, denn die größte Neuerung ist der Weg von einer stiftbasierten zu einer touch-fähigen Benutzeroberfläche. Das wurde bisher fast ausschließlich mit zusätzlichen Applikationen bewerkstelligt, da Windows Mobile 6.1 nur auf die Bedienung per Stift vorbereitet ist. HTC hat als größter Hersteller von Windows-Mobile-Smartphones hier sicherlich große Reputation, allerdings bekommt der geneigte Leser ja regelmäßig hier mit, dass ich nicht unbedingt die beste Meinung über HTC habe.

Über ein Forum, das ich jetzt hier mal nicht nennen möchte, das aber jeder findet und, wenn er sich näher mit Windows Mobile beschäftigt und über das ich auch schon mal geschrieben habe, habe ich eine der letzten Arbeitsversionen von Windows Mobile 6.5 geladen und auf meinen HTC Touch Pro installiert. Da das keine wirklich so richtig autorisierten Pakete sind, muss man die Software des Telefones mit anderen Tools etwas dahingehend “aufknacken”, das auch inoffizielle Upgrade-Pakete aufgespielt werden können, das ist jedoch kein allzugroßes Hexenwerk.

Ein schon größeres Hexenwerk ist eher das Suchen eines richtigen Paketes, da es nämlich mehrere Freaks gibt, die unabhängig voneinander an Windows-Mobile-6.5-Paketen arbeiten und das auch noch für verschiedene Geräte. Da muss man sich letztendlich massiv einlesen und vor allem die Erfahrungsberichte anschauen. Funktioniert zwar weitgehend viel, aber nicht alles, der Stromverbrauch ist teilweise gar nicht optimiert und so manch Projekt ähnelt von der Softwarezusammenstellung eher einem wilden Basar, als einem Betriebssystem mit vernünftiger Zusammenstellung. Selbstverständlich – und das muss man sehr deutlich sagen – ist das alles Experimentalsoftware und auch nicht wirklich sehr legal. Und man muss sich im klaren darüber sein, dass die Haussprache englisch ist.

Dennoch: Es gefällt, was da kommt. Man sollte durchaus eine Windows-Mobile-6.5-Zusammenstellung ohne HTC-Aufsätze (also ohne Touch3D etc.) ausprobieren, um so zu sehen, wie Microsoft die eigene Oberfläche und Bedienung so sieht. Die frühen Bilder, die man sich beispielsweise bei Golem anschauen kann, bestätigen sich weitgehend, so sieht das Ding tatsächlich aus, auch wenn beispielsweise die Informationsleiste oben inzwischen deutlich hübscher daherkommt.

Und sie wollen tatsächlich weg vom Stift. Die erste Seite, in der sich Windows Mobile traditionell mit einer “Heute”-Seite breitmachte, ist einer ähnlichen Seite gewichen, die gleichzeitig als Application Launcher dient, also von der aus direkt Programme gestartet werden können. Die Bedienung geschieht mit einem transparenten Slider. Nicht ganz so eingängig, allerdings überaus übersichtlich. Den obligatorischen Start-Button gibt es immer noch, dahinter verbirgt sich aber nicht mehr eine eher schwer bedienbare Programmleiste, sondern tatsächlich Programmbuttons. Und die nun auch nicht mehr streng nebeneinander, sondern versetzt, so dass das Anvisieren mit dem Finger kein Problem mehr darstellt (die ursprünglich geplanten wabenförmigen Rahmen gibt es allerdings nicht mehr). Nicht wirklich so recht gelungen ist das grafische Feedback auf das Tippen, das hat Apple auf dem iPhone mit dem Nachbilden eines Button-Drückens besser gelöst. Dafür gibt es die Möglichkeit für taktiles Feedback in Form des Vibrationsmotors, der dann kurz in Aktion tritt, wenn irgendetwas auf dem Bildschirm erfolgreich gedrückt wurde.

In Sachen Connectivity und deren Steuerung gibt es nur wenig Änderungen, das funktioniert aber bereits auf einem hohen Niveau. Neu ist, dass explizit UMTS ausgeschaltet werden kann und die Netzsymbole auf der Informationsleiste oben nun vereinheitlicht sind. Auf meinem Touch Pro sind die zwar fitzelig klein, aber gerade noch erkennbar. Bluetooth funktioniert mit meiner Freisprecheinrichtung im Auto übrigens sauber, was es mit der originalen Windows-Mobile-6.1-Installation nicht wirklich zuverlässig tat.
Funktioniert leider nach wie vor nicht sauber.

Windows Mobile 6.5 ist, wie auch Microsoft selbst sagt, nur ein Zwischenschritt zu Windows Mobile 7. Der Weg scheint aber zu stimmen, so kann man wenigstens mal vernünftig ein Smartphone bedienen und Softwareentwicklern ein einheitliches Bedienkonzept in die Tüte packen. Raum für Verbesserungen gibt es sicherlich noch genügend, aber ich glaube, dass wir in Sachen Mobile Computing noch lange nicht den Idealzustand gefunden haben.

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Im Test: SonyEricsson XPERIA X1.

22. März 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Ein offenbar treuer Leser dieses Blogs (der es übrigens nicht wünscht, genannt zu werden, an was ich mich deshalb auch halten werde) hat mitbekommen, dass mein HTC Touch Pro auf Werkstatttour ist und mir deshalb bis zum Ende der Tournee ein nagelneues SonyEricsson XPERIA X1 zur Verfügung gestellt. Das trifft sich hervorragend, denn ursprünglich war das XPERIA X1 mein Wunschtelefon, bevor ich das Touch Pro kennengelernt hatte.

Eines muss man den SonyEricsson-Entwicklern lassen: Sie haben ein hochwertig daherkommendes Mobiltelefon gebaut. Der Bildschirm ist metallumrahmt, ebenso die Tastatur, die dann hervorkommt, wenn der Bildschirm nach oben hochgeschoben wird. Das geschieht “satt”, es knarzt und klemmt nichts, da zwischen Tastatur und Bildschirm ein Spalt von ca. einem Millimeter steht. Die Tasten selbst sind ebenfalls aus Metall und machen einen Eindruck, als ob es sich um einen Geldautomaten handelt. Ein noch hochwertigeres Gehäusekonzept muss man wirklich lang suchen. Da stört auch der etwas schmale Stift nicht, der nicht ganz so gut in der Hand liegt, wie es die Länge des Stiftes ahnen lässt.

In Sachen Konnektivität gibt es dann wieder ein paar Dinge, die gut und schlecht sind. Gut ist, dass es eine richtige Klinkenbuchse für handelsübliche Ohrhörer gibt. Das ist ja im Mobilfunkbereich schon fast selten geworden. Gut ist auch, dass die Mini-USB-Buchse eine echte Mini-USB-Buchse ist, somit das XPERIA X1 auch per USB geladen werden kann. Die Buchse ist aber links oben am Mobiltelefon angeordnet, so dass es von Hause aus keine sinnvollen Docking-Lösungen geben wird, bei denen man das Mobiltelefon hochkant in eine Dockingstation einsetzen und gleichzeitig anbinden kann. Bei so einem hochwertigen Gerät mit einem synchronisierenden Betriebssystem wirklich ein Minuspunkt. Einsetzbar ist ferner eine MicroSD-Karte zur Erweiterung des 256-MB-großen Speichers.

Als Betriebssystem werkelt im XPERIA X1 derzeit Windows Mobile 6.1. Das allein stellt schon einen Teil der Softwareprobleme dar, da Windows Mobile 6.1 schlicht keine Touch-Funktionalitäten von Hause aus mitbringt. Smartphones, die aber eben solche Touch-Funktionalitäten mitbringen, müssen auf Drittsoftware zurückgreifen und sind deshalb auch teilweise sehr unterschiedlich zu bedienen.

Beim XPERIA X1 merkt man das leider deutlich. Der Stift ist erheblich öfter notwendig, als beim HTC Touch Pro, da beispielsweise die Menüanzeigen nicht größer eingeblendet werden, wie das die HTC-Kollegen bewerkstelligen. Selbst mit filigranen Fingern ist da nichts zu machen. Ärgerlich ist auch das Onscreen-Keyboard, das einfach auf den Windows-Mobile-Standard zurückgreift und der ebenfalls nicht ohne Stift zu bedienen ist. Hier macht sich HTC bei seinen eigenen Geräten deutlich mehr Mühe und hat ein iPhone-ähnliches Onscreen-Keyboard. Verwunderlich ist das alles auch deshalb, weil das XPERIA X1 eigentlich in Zusammenarbeit mit HTC entwickelt wurde und man da ja eigentlich einen Partner hat, der sich in dem Metier blendend auskennt.

Was beim XPERIA softwaremäßig wiederum toll gelöst ist, ist die Idee der so genannten Panels. Das sind letztendlich eine Art Widgets, die man sich einblenden lassen kann und die unterschiedlichste Ansätze haben. Es gibt Panels, die als “Heute”-Übersicht dienen, als animierte Uhr, als Bildergalerie, als Mediaplayer-Oberfläche oder auch (optional herunterzuladen) als Facebook-Client. Und gerade das Facebook-Panel ist sehr hübsch und auch leider nur – wie die gesamte Panel-Entwicklung – auf dem XPERIA X1 vorhanden. An Bord sind neben den üblichen Windows- und Office-Mobile-Anwendungen auch eine Reihe von zusätzlichen Anwendungen und Spielen. Für moderne Internet-Anwendungen kommt Opera 8.5 daher, ebenso ein Google-Maps-Client.

Als Fazit kann man sagen, dass das SonyEricsson XPERIA X1 als Windows-Mobile-betriebenes Smartphone sicherlich einer der besten Geräte auf dem Markt ist. Die Verarbeitung ist für ein Mobiltelefon erstklassig, wenn auch nicht an allen Stellen durchdacht. Im direkten Vergleich mit dem HTC Touch Pro kommt das XPERIA X1 jedoch ins Schleudern, denn der Konkurrent ist (auch dank des 4:3-Bildschirmformates) kompakter und die Software dort etwas umfangreicher und durchdachter. Das ist im übrigen auch der Grund, weshalb das Touch Pro immer noch teurer ist, als das XPERIA X1.

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Auf der PS3: Flower.

1. März 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in GamingWelt

Bei PS3-Spielen, die von den Santa Monica Studios kommen und im Playstation Store erhältlich sind, handelt es sich inzwischen gern um experimentelle Projekte. Ein solches Projekt und Computerspiel ist flOw, in dem der Spieler eine Art Meerestierchen mit dem Sixxaxis-Controller steuert, andere Tierchen frisst und dadurch ein immer größer werdendes Tierchen wird. Damit gewinnt man zwar buchstäblich keinen Blumentopf und mit Action hält es sich auch in eng begrenzten Rahmen, allerdings ist es ein Sinn- und Klangergebnis eigener Klasse.

Ein neues Spiel aus der gleichen Kategorie ist Flower, das ebenfalls nur über den Playstation Store gekauft und heruntergeladen werden kann. Auch hier kommt der Sixxaxis-Controller wieder auf seine Kosten, nur wird hier mit Bewegungen des Controllers kein Tierchen gesteuert, sondern Blütenblätter in einer Traumlandschaft. Der Geschichte nach träumt hier eine Topfblume in einer Stadtwohnung und hat man ein Level geschafft (was nicht sonderlich schwer ist), gibt es einen weitere Topfpflanze, die ebenfalls geträumt werden will. In den Träumen müssen mit den Blütenblättern andere Blüten angesteuert und berührt werden, damit diese sich öffnen und das Spiel fortsetzen. Man schwebt nach und nach in einer riesigen Welle von bunten Blütenblätter über zunächst graue Hügel und Täler, die man interaktiv zu grünen, blühenden Landschaften verwandelt. Untermalt ist das ganze mit sphärischer Musik, in die bei bestimmten Interaktionen Klangeindrücke eingemischt werden.

Das hört sich jetzt stinklangweilig an und das ist es in einer gewissen Form auch, denn zwar gibt es hier Blumentöpfe zu gewinnen (wenn man nämlich ein Level beendet hat), allerdings gibt es absolut keinen Druck: Nur herumschweben? Kein Problem! Blumenblüten in anderen Abfolgen ansteuern? Ebenfalls kein Problem! Schon nach wenigen Minuten verschwindet Raum und Zeit und wenn man einen entsprechend großen Fernseher hat, hängt man in einem Trip, den sich kein LSD-Junkie besser erträumen würde.

Für 7,99 Euro ist Flower wieder mal ein nettes, kleines Experimentierprojekt, für dessen Durchspielen es diesmal sogar PS3-Trophies gibt.

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