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Fernbusfahren – anschnallen und los.

12. Mai 2013 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in AutomobilWelt

Die Busfahrt nach und von Berlin, von denen ich vor einigen Tagen schon mal kurz schrieb, waren beileibe keine Gänge nach Canossa. Auch wenn meine erste Fernbusreise eine Art Selbstversuch war – Fernbusreisen tut nicht weh. Ganz im Gegenteil.

In meinem Fall habe ich eine Buslinie von MFB MeinFernbus genutzt, nämlich die Linie Nr. 15 von Freiburg nach Berlin. Bei dieser Linie kann man die Haltestelle in Karlsruhe nutzen, die im Zentralen Omnibusbahnhof in Karlsruhe liegt, direkt neben dem Hauptbahnhof (südlicher Eingang).

Das Ticketing.

Zum Ticketing auf der Website von MFB muss man nicht viel erklären, das ist eben eine Online-Bestellung, die mit Karte oder PayPal bezahlt wird. Je früher eine Busfahrt gebucht wird, desto eher kommt man in den Genuss eines günstigen Preises. In meinem Fall wäre der günstigste Preis für eine Fahrt 25 Euro gewesen. Für die Hinfahrt waren jedoch wegen des höheren Buchungsaufkommens 35 Euro fällig. Zusammen kam ich mit beiden Fahrten dennoch auf sehr anschmiegsame 60 Euro. Das würde mit dem Auto nicht mal für das Benzin für eine Hinfahrt reichen und in Sachen Bahn war das günstigste Angebot das Veranstaltungsticket der Republica mit 99 Euro. Kurzum: MFB schlug jedes Angebot um Längen.

Platzreservierungen sind übrigens (noch) nicht möglich, es gilt das Prinzip, dass man sich nach dem Einsteigen einen Platz sucht. Überbucht werden die Busse wohl nicht, bei der Hinfahrt war der Bus ausgebucht, allerdings mindestens zwei Plätze nicht belegt. Generell gibt es aber die Möglichkeit, auch noch kurzfristig beim Fahrer buchen zu können, was aber natürlich immer das Risiko enthält, dass man bei einem ausgebuchten Bus eben nicht mitfahren kann. Stehplätze gibt es übrigens keine. ;-)

Der Bus und die Hinfahrt.

Der Komfort des Reisebusses hat mich überrascht. In Sachen Linienverkehr besitzt MFB keine eigenen Busse, sondern kooperiert mit teilweise langjährig tätigen Busunternehmen. Die Linie 15 wird vom Unternehmen Auto-Hummel aus Kirchzarten mit eigenen Bussen bedient, die tatsächlich nur Linienverkehr für MFB fahren und mit der typischen grünen Beklebung durch das Land rollen.

In meinem Fall war das ein Setra-Doppeldecker neuester Bauart. Und zwar supersauber, Komfortsitze, Klimaanlage, Viersternebus mit Toilette und WLAN. Letzteres funktioniert mit einem UMTS-Router, der sich mit Vodafone verbindet und recht zuverlässig funktioniert (wenn man mal von den Vodafone-Funklöchern in Thüringen absieht). Auf der Hinfahrt habe ich den Fehler gemacht, unten zu sitzen, was bei einem Doppeldecker für gewöhnlich mit etwas unkomfortableren Sitzkomfort daherkommt, dafür hatte ich vor der Nase jedoch einen Tisch. Muss man alles für sich abwägen, zumindest gibt es ja freie Sitzplatzwahl.

In Sachen Verköstigung gibt es an Bord (Kalt)Getränke und Snacks, das sind Erdnüsse und Schokoriegel. Auf den ersten Blick ist das nicht sonderlich viel, was an Bord ist, aber offenkundig kaufen auch nur die wenigsten Passagiere ein, obwohl die Preise günstig sind: Die 0,5er-Flasche Mineralwasser kostete zum Beispiel 1,50 Euro inkl. Pfand.

Das bekommt man zu diesem Preis schon mal an keiner Raststätte, von der während der Fahrt eine angefahren wurde, damit der Fahrer zu seiner gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepause von 30 Minuten kommt. Das ist allerdings auch für die Passagiere eine willkommene Pause gewesen, besonders für die Raucher …

In Sachen Abfahrts- und Ankunftszeit bleibt zu sagen: Pünktlich. Und zwar auf die Minute. Das ist für 660 Kilometer Autobahn bemerkenswert. Alles in allem ging es also um 8:45 Uhr in Karlsruhe los und die Ankunft war um 17 Uhr. Macht 8 Stunden 15 Minuten inkl. Pause und Anfahrten von Haltestellen in Neckarsulm/Heilbronn, Würzburg und Suhl.

Die Ankunft ist in Berlin am Zentralen Omnibusbahnhof, der findet sich am Messegelände an der Masurenallee. Das ist schon relativ weit vom Zentrum entfernt, aber immer noch recht gut mit der U-Bahn (U2, Kaiserdamm) und 50 Meter Fußweg zu erreichen. Der Busbahnhof selbst ist aber zeitlich irgendwo Anfang der 1980er Jahre stehengeblieben. Man muss hoffen, dass das mittelfristig mal besser wird. Immerhin heißen die Haltestellen schon mal “Gates” und es gibt eine elektronische Zeittafel.

Die Rückfahrt.

Die Rückfahrt war aus mehreren Gründen eine Besonderheit. Das fing schon mal damit an, dass für die Freitagsfahrt ab 13:30 Uhr gleich zwei Busse fuhren, es wurde nämlich mit höherem Passagieraufkommen gerechnet. Zudem waren zwar beide Busse wieder von Auto-Hummel, allerdings beide nicht im MFB-Design (was sich aber noch als Besonderheit erweisen sollte). Praktischerweise wurden aber die Passagiere so aufgeteilt, dass der eine Bus (wieder der Doppeldecker) erst ab Karlsruhe die Haltestellen der Linie 15 anfahren sollte, so dass dieser dann eine halbe Stunde ankommen sollte. Da Freitags auf der Autobahn noch LKW fahren, werden 15 Minuten zur Fahrtdauer hinzugerechnet, so dass unterm Strich die Fahrt 8 Stunden dauern sollte (und auch genau 8 Stunden und eine Minute dauerte).

Also begann die Rückfahrt für mich im Doppeldecker, diesmal im Design von Auto-Hummel und nochmal eine Kategorie luxuriöser. Wir sprechen von einem Fünfsternebus, Sitzabständen von einem Meter, einem Laminatboden, Panoramadach – und einem kompletten Bistrobereich im Untergeschoss. Vieles habe ich in Sachen Mobilität gesehen, das aber wahrlich noch nicht. Liebevoll gezimmerte Echtholzbänke, eine komplette Küchenzeile mit Kühlschrank, Zapfanlage (!) und Kaffeemaschine und den Kaffee gab es nicht im Pappbecher, sondern in der Porzellantasse. Man glaubt es nicht, wenn man es nicht selbst gesehen hat: Bistrobus von Auto-Hummel

Die erste Hälfte der Strecke bin ich diesmal im Obergeschoss mitgefahren, direkt vorn in der zweiten Reihe. Und auch wenn ich in meinem Leben schon schätzungsweise 400.000 Kilometer gefahren bin – in einem Doppeldecker mit konstanten 100 Stundenkilometern und quasi ohne Motorengeräusch sanft auf der Autobahn entlangzuschaukeln, ist etwas, was ich noch nicht erlebt habe. Der Sitz neben mir war frei und es fuhr sich mit Abstand angenehmer, als mit der Bahn, weil es einfach ruhig war. Im Zug läuft ja andauernd jemand den Gang entlang – im Reisebus nicht. Es fährt nicht zu langsam und nicht zu schnell und einfach nur konstant.

Das lag und liegt sicherlich vor allem am Busfahrer, der bei dieser Fahrt schon vom Namen her erkennbar etwas mit dem Unternehmen zu tun haben musste. Mit Herrn Hummel kam ich ab der Jagsttalraststätte ins Gespräch und als echter Schwarzwälder mit Passion für Job und Unternehmen tut er das, was er als Werkstattleiter im eigenen Betrieb ganz gern macht: Selbst den Fernbus steuern. Wenn alles an Material und Fahrer draußen unterwegs ist, muss eben auch mal der Chef ran. Da ich beruflich viel mit Familienunternehmen zu tun habe und letztendlich auch im Ländle wohne, war das für mich weniger komisch, als Herr Hummel zunächst befürchtete, als er mir das erzählte. ;-)

In unserem eineinhalbstündigen Gespräch während der letzten Etappe (ja, man darf offenbar auf Fernbusfahrten dann doch mit dem Fahrer sprechen …) erzählte er mir dann viel davon, was Fernreisen für ihn als Unternehmer bedeutet: Mit MFB gibt es eine einheitliche Plattform, die als Anlauf- und Buchungsstelle fungiert und die Linien vermarktet, die teilnehmende Busunternehmer im Auftrag und mit ihrer Kompetenz betreiben. Und weil der Busunternehmer seinen Teil eben richtig macht, ist zum Beispiel der Bistrobereich im Hummel-Bus nicht einfach gekauft (weil so gar nicht erhältlich), sondern wurde von der eigenen Hauswerkstatt in Handarbeit eingebaut. Ebenso der Fahrradträger, den Hummel inzwischen auch für viele andere Busunternehmer im MFB-Netzwerk produziert und liefert. Genau, es scheint hier der Long Tail durch. Während die Bahn teuer, unflexibel, nervig und gern mal völlig serviceneutral daherkommt, ist hier plötzlich alles anders. Und unterm Strich deutlich billiger.

Die Ökobilanz.

Das ist natürlich ein Thema: Wie fällt denn die Fahrt ökobilanztechnisch aus? Nehmen wir doch da mal den obigen Doppeldecker, ein Setra S 431 DT, immerhin so etwas wie der “König der Königsklasse”. Hier kann man den durchschnittlichen Verbrauch bei ungefähr 40 Litern Diesel pro 100 Kilometer festmachen. Sitzen im Bus 50 Passagiere (die Bestuhlung variiert je nach Ausstattung des Doppeldeckers bis hin zu 78 Sitzplätzen), macht das einen Verbrauch von 0,8 Litern Sprit pro Passagier und 100 Kilometern. Die zweimal 660 Kilometer koste ich der Umwelt also etwa 10,6 Liter Diesel. Mit meinem eigenen Auto hätte ich als Alleinfahrer bei durchschnittlich 9 Liter auf 100 Kilometer Verbrauch mindestens 119 Liter Benzin verbrannt.

Auf Kurzstrecken ist der Bus übrigens auch besser als das Flugzeug, hier kalkuliert man pro Passagier und 100 Flugkilometern mit 7,5 Litern Treibstoff.

Und die Bahn? Man glaubt natürlich, die Bahn wäre das sparsamste Verkehrsmittel und schlägt auch den Fernbus locker. Aber wenn man dem FAZ-Artikel zur Klimabilanz der Bahn von 2007 hier glauben mag, dann fährt die Bahn die 100 Kilometer pro Passagier durchschnittlich mit rund 2,8 Litern Treibstoff (wenn man den Energieverbrauch entsprechend als Treibstoffverbrauch umrechnet). Das lässt staunen. Okay, die Bahn fährt elektrisch und kann den Strom auch auf ökologische Weise erzeugt einkaufen bzw. produzieren, aber automatisch sparsamer ist die Bahn im Fernverkehr offensichtlich nicht. Zumindest kann der Fernbus hier problemlos konkurrieren, wenn er halbwegs ausgelastet ist.

Fazit.

Fernbusreisen sind vorurteilsbelastet, aber gar nicht so schlimm. Die Fahrten dauern zwar meist länger wie Fahrten mit Bahn, Auto oder Flugzeug, allerdings sind sie, wenn man günstig bucht, mitunter unschlagbar günstig. Billiger kommt man mit einem rechtzeitig gebuchten Busticket nicht durchs Land. Komfortabler meist auch nicht.

Wenn man jetzt noch in Betracht zieht, dass der Fernbusmarkt noch relativ neu ist und sich noch viele Unternehmen, Linien und Angebote etablieren und entsprechenden Wettbewerbsdruck erzeugen wird, darf man gespannt sein, wie sich der komplette Markt der Fernverkehrsmittel in naher und mittlerer Zukunft entwickeln werden. Der Reisende kann hier nur Gewinner sein und das ist bei dem inzwischen teilweise obszönen Preisdiktat der Deutschen Bahn auch dringend nötig.

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Auf der PS3: The Journey.

27. März 2012 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in GamingWelt

Neben den “richtigen” und großen Videospielen gibt es im PlayStation Store auch immer wieder Kleinode. Spiele aus kleinen Entwicklerschmieden, mit alternativen Spielkonzepten, “anderen” Steuerungsmöglichkeiten und oft so gar nicht den üblichen Zielen, wie alles kurz und klein zu ballern oder als erster im Ziel zu sein. Zu solchen Spielen gehören zum Beispiel Flower und flOw, beide von den Santa Monica Studios.

Aus demselben Entwicklungsstudio kommt nun The Journey, ein ebenso alternatives Spiel, das es nur im PlayStation Store gibt und leider etwas happige 12,99 Euro kostet. Dafür ist die Geschichte schnell erzählt: Der Spieler steuert eine orientalisch wirkende Figur, startend in einer öden Wüstenregion. Das Ziel ist ein ferner Berg, in dessen Richtung gesteuert werden muss. Unterwegs gibt es diverse Hilfsmittelchen und Figuren, vor allem aber surreale Landschaften und kathedralartige Räume. Alles in allem so eine Art “Herr der Ringe” im Schnelldurchlauf, allerdings sehr stimmungsvoll, ohne Hektik und Ruckartigkeit und versehen mit einem phantastischen Soundtrack. Mit zwei, drei Bier intus wird der Durchlauf vermutlich ein wohlig-lauschiger Trip. ;-)

Der Clou ist, dass einige Strecken im Spiel im Zweispielermodus per Netzwerk absolviert werden, ohne dass man jedoch sonderlich viel mit der zufällig dazugeschalteten Figur etwas kommunizieren kann. Man kann eigentlich nur den jeweiligen Weg mehr oder weniger gemeinsam gehen und allein dieser Ansatz ist schon wahrlich phantastisch anmutend, denn es ist diametral der Gegensatz zu praktisch allen Netzwerkspielen, die krampfhaft versuchen, Netzwerkspieler auch zu vernetzen und interagieren zu lassen. Am Ende der Reise gibt es lediglich eine Liste der Spieler, denen man auf der Reise begegnet ist bzw. die einen begleitet haben. Oder umgekehrt. Anonym und doch unglaublich berührend, ich kann es gar nicht in andere Worte fassen, weil es einfach wunderschön ist.

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Firefox 7 – und es geht doch!

27. September 2011 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in SoftwareWelt

Eigentlich bin ich Firefox-Fanboy, seit der ersten Stunde und eigentlich auch noch weit davor. Angefangen mit dem Netscape Navigator 2.0, der eine Ausgeburt an wackeligem Surfen war, war Netscape, Mozilla, Firefox und Thunderbird immer meine allererste Wahl in Sachen Webbrowser.

So richtig blöd wurde Firefox ab der Version 4. Der Hunger nach Arbeitsspeicher wurde immer mehr und mehr und ich kann wirklich nicht akzeptieren, wenn ein Webbrowser mit maximal 10 geöffneten Tabs mal eben so ein halbes Gigabyte Arbeitsspeicher abgreift und dennoch nicht wirklich flott unterwegs ist. Arbeitsspeicher habe ich ja nicht extra für Firefox gekauft. Mit Firefox 5 und 6 wurde das alles auch nicht besser, aber der Hinweis, dass für Firefox 7 geplant ist, den Speicherhunger zu begrenzen und zudem in Sachen Geschwindigkeit einiges zu tun, ließ hoffen.

Heute nun ist Firefox 7 veröffentlicht worden und lässt sich über die normale Update-Funktion herunterladen und installieren. Und der erste Eindruck ist positiv. Der Arbeitsspeicherverbrauch pendelt sich bei fünf Tabs (Backend meines Weblogs, Facebook, Google Reader, Empire Avenue und SPIEGEL Online) gerade bei rund 150 MB ein, das ist akzeptabel. Das Tempo beim Rendering ist deutlich flotter, gefühlt bewegt es sich nun erheblich näher an Google Chrome, auch wenn letzteres immer noch in einer eigenen Liga spielt. Es geht aber deutlich etwas. In Sachen Stabilität und weitere Performance werde ich mal die nächsten Tage weitertesten und ggf. nochmal was darüber bloggen. Aber generell gilt für alle, die von Firefox in der letzten Zeit erheblich genervt wurden – Firefox 7 testen.

Kleiner Nachtrag: Auch Thunderbird hat ein Update verpasst bekommen und ist nun auch auf Version 7. Konnte ich aber noch nicht antesten, weil zwei wichtige Plugins, die ich einsetze, (noch) inkompatibel für Version 7 sind. Erfahrungsgemäß sind Thunderbird-Updates jedoch eher konservativ.

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Nachbetrachtungen zum Samsung Galaxy S2.

1. Juli 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Nun sind gut vier Wochen nach dem Kauf meines Samsung Galaxy S2 durch und es wird Zeit für ein paar kleine Nachbetrachtungen in Sachen Mobiltelefon und auch Android, sozusagen als Fortsetzung zu meiner Erstbetrachtung, die ich ein paar Tage nach dem Kauf geschrieben habe.

Haptik und Handling

Also gut, Samsung baut keine iPhones. Es gibt deshalb wenig Metall und keinen Glasrücken. Es fühlt sich vermutlich nicht so hochwertig an, wie es einige Besitzer von ihren iPhones kennen. Ich erspare mir hier Gehässigkeiten, denn für mich sind solche Fragen einfach nicht diskutabel – ein Smartphone, das ich ständig in den Händen haben soll, braucht gute innere Werte und ein robustes Äußeres, der Rest ist mir weitgehend egal, wenn es nicht ganz so hässlich daherkommt. Das Samsung Galaxy S2 ist äußerlich sicherlich keine vollendete Schönheit, allerdings soweit ganz brauchbar. Plastik muss man nicht lieben, Plastik kann jedoch etwas aushalten.

Was bei mir tatsächlich bis an die Grenzen des Erträglichen geht, sind die Formfaktoren. Das Display ist riesig, warf aber auch wirklich keinen Millimeter mehr größer sein. Mit 0,8 Millimeter “Dicke” ist es mir bei den Dimensionen fast schon zu dünn. Und was es gar nicht ist (übrigens auch nicht das iPhone 4): Griffig. Erst die zusätzlich gekaufte Silikonhülle sorgt dafür, dass es mir quasi in der Hand klebt. Ich lege da großen Wert auf sowas.

Display

Fast immer, wenn jemand mal fragte, ob er mal mein Telefon sehen könne, war das vor allem wegen dem Display. AMOLED-Displays gibt es noch nicht so verbreitet und diese Displaytechnologie, bei der die Beleuchtung nicht mit einer gesonderten Leuchtquelle erzeugt wird, sondern mit dem Display selbst, hat durchaus ein paar Anfangsschwierigkeiten hinter sich. Die erhebliche Energieeinsparung erkauft man sich nämlich durch spezielle Eigenschaften.

Um es klar zu sagen: Wenn das Display auf voller Leuchtstärke steht oder zumindest mit 50 % das Display beleuchtet, dann ist das Display phantastisch ausgeleuchtet und brillant. Es macht Spaß, sich so beleuchtet mit dem Telefon zu beschäftigen. Wenn die Helligkeit heruntergeregelt wird (ob nun manuell oder durch einen eingeschalteten Lichtsensor), dann werden Schwächen sichtbar, nämlich in Form eines leichten Gelbstiches, der auf der linken Seite des Displays stärker ausgeprägt ist, als rechts. Alles nicht wirklich weltbewegend und ein “Systemproblem” von AMOLED-Displays, das man schlicht in Kauf nehmen muss. Und es ist wirklich ein Luxusproblem, ich liebe das Display.

Kamera

Die Kamera des Samsung Galaxy S2 macht Spaß und das kann man von wirklich nur sehr wenig Smartphones sagen. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Smartphone mit einer zwangsläufig kleinen Fitzelkamera so ein erstaunlich gutes Bild liefern kann, wie die verbaute 8-Megapixel-Kamera. Die Kamera ist schnell einsatzbereit, die Optik erstaunlich gut, die Farben brillant (und mitunter ein wenig zu gesättigt) und das Bild auch schnell im Kasten. Und als Videokamera schafft die Kamera tatsächlich 1080p in einer so erstaunlichen Qualität, die einige Camcorder locker in den Schatten stellt.

Vieles gut, aber nicht alles perfekt. Die Makrofunktion beispielsweise ist relativ bescheiden. Der maximale Annäherungspunkt liegt bei 10 bis 12 Zentimeter, das können andere Handykameras besser. Und eigentlich auch das Samsung Galaxy S2, denn der Autofokus stellt auch kurzfristig scharf, um dann eben nicht scharfstellen zu können. Auch nicht so hübsch ist die Panoramafunktion, die zwar recht gut ein Panoramabild näht, das aber nur in einer bescheidenen Auflösung vorliegt. Ebenfalls etwas mäßig ist die Bildleistung im Dämmerlicht, aber auch das ist Luxusgemecker. Die Kameraleistung ist summierend gesehen gut.

Android

Letztendlich war Android der Punkt, weshalb ich (ja, ich mag diese Logik) mich für ein Android-powered Smartphone entschieden habe. Apple iOS ist mir zu eng und zu unflexibel, die fehlende Möglichkeit dort für eine zentrale Ablage von Logins und keine zentrale Dateiablage sind schlicht Schikanen eines Herstellers, der manisch alles unter Kontrolle haben will und dabei in Kauf nimmt, dass er seinen Kunden bevormundet. Android macht es an vielen Stellen besser, nicht unbedingt einfacher, aber erheblich flexibler.

In Sachen Apps fehlt mir nichts – ganz im Gegenteil. Da ich schon vorher sehr viele Google-Dienste genutzt habe, bin ich unter Android quasi zu Hause. So Dinge wie Google Calendar, Google Contacts, Google Reader, Google Maps, Google Docs laufen mit den offiziellen Android-Apps einfach perfekt. Selbst für das immer noch von Google etwas stiefmütterlich behandelte Google Tasks, was ich so gern nutze, gibt es mit einer kostenlosen App namens “GTasks” eine funktionierende Lösung.

An Tempo gibt es nichts zu bemängeln, das Galaxy S2 und Android 2.3.3 harmonieren perfekt. Nichts ruckelt, alles blendet sauber ineinander über, die Auslastung des 1 GB großen RAM-Speichers ist moderat. Apps sind schnell aufgerufen. Ich hatte mich eigentlich darauf vorbereitet, dass es ganz zu Beginn eines solchen Flagschiffes deutlich “hinterzimmiger” zugeht, aber das Ding ist da.

Was bei Android nervt, sind ein paar undurchdachte Dinge. Zum Beispiel Töne: Ist der Akku aufgeladen, gibt es einen Signalton. Tagsüber mag das noch durchgehen, nachts ist sowas aber Käse, weil das Geräusch dazu reicht, um aufgeweckt zu werden. Oder auch die Unmöglichkeit, das Kameraauslösegeräusch abzuschalten – geht schlicht und einfach nicht. Plem-plem, um es mal direkt zu sagen. Sehr gewöhnungsbedürftig ist auch die automatische Rechtschreibkorrektur der Tastatur, die man am besten schnell wieder ausschaltet. Hier ist sicherlich noch genügend Entwicklungspotential.

Die Firmware-Updatepolitik ist derzeit so, dass etwa alle vier Wochen mit einem offiziellen Firmware-Update von Samsung gerechnet werden kann. Direkt ausgeliefert werden hierbei die wenigsten Updates, es gibt jedoch genügend Boards, auf denen man Anleitungen und Links bekommt, wie man sein Smartphone upgedated bekommt.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist wohlwollend gut. Bei intensiver Nutzung kommt man sehr bequem durch den Tag, bei meinem mittelmäßigen Pensum sind zwei volle Tage locker drin. Der Akku ist zwar austauschbar, allerdings ist nicht vorgesehen, dass man zwischen Akkus schnell wechseln kann, da ist schon die Rückwandabnahme eine Bastelei. Dazu kommt, dass das Smartphone-Herunter- und Hochfahren nun mal einen Moment länger dauert, als bei einem einfachen Mobiltelefon.

Wem die Akkuleistung nicht reicht, wird wohl bald mit einem größeren Akku und einer erweiterten Rückwand rechnen können, dies wird auf der Samsung-Website zumindest schon mal angekündigt.

Nochmal kaufen?

Absolut, ja. Das Samsung Galaxy S2 ist sicherlich nicht perfekt, macht aber Spaß. Aktuell pendelt es sich preislich auf 500 Euro ein. Bei 450 Euro würde ich es als gut angesiedelt sehen.

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Auf der PS3: DiRT 3.

13. Juni 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in GamingWelt

“DiRT 3″ ist nun die achte Inkarnation der Rallye-Spielreihe, die einst mit dem legendären Colin McRae Rally auf der Ur-PlayStation begann und seit einigen Tagen nun im Verkauf ist. Da ich noch zu den wirklich ganz alten Hasen gehöre, die noch das Ur-Colin-McRae-Rally besaßen, konnte auch DiRT 3 nicht lange im Laden bleiben, sondern musste gekauft werden. Zumal der Vorgänger DiRT 2 eigentlich gar nicht so schlecht war und DiRT 2 nach DiRT 1 einiges besser machte.

Tatsächlich kommt DiRT 3 nunmehr ohne das Markenzeichen “Colin McRae” daher. Das hat wohl zwei Gründe: Zum einen ist Colin McRae im Jahre 2007 bei einem tragischen Hubschrauberabsturz mit seinem Sohn tödlich verunglückt. Zum anderen ist der Rallyesport nicht mehr unbedingt das, was es einmal war. Während man früher noch wilde Rallyes in fremden Ländern fuhr und der Kommerz vor allem stark auf die teilnehmenden Autohersteller zugeschnitten war – man denke da an so Autos wie den Subaru Impreza oder Audi Quattro, die beide (neben vielen anderen Allradautos auch) ihre Wurzeln im Rallyesport hatten – so ist der moderne Rallyesport immer weiter im Begriff, von medial erheblich einfacher zu vermarktenden Showveranstaltungen verdrängt zu werden. Das Schlüsselwort ist hier die Disziplin Gymkhana, die eigentlich eine eigene Motorsportdisziplin ist, bei der es darum geht, Geschicklichkeitsspiele mit Autos durchzuführen. Also so Sachen wie Parcour fahren, ordentlich driften, bestimmte Objekte umzufahren und so Sachen. Ein Protagonist ist hier Ken Block, der seine Bekanntheit offenbar mit diversen YouTube-Filmchen gemacht hat und um den sich in DiRT 3 auch ziemlich viel dreht. Offenbar – ich kenne mich da nicht aus, ich fahre mit Autos und radiere mit ihnen keine Gummigemälde auf die Straße.

Kurz gesagt: Die Gymkhana-Welt ist mir so fern wie der Planet Jupiter. Reifenquietschen, Driften und Pylonen umfahren, das sind so Sachen, die man auf dem Verkehrsübungsplatz macht, wenn man sich unbedingt danach einen Satz neue Reifen gönnen will. Mit Rallye hat das alles herzlich wenig zu tun. Und leider hat sich schon in DiRT 2 angekündigt, dass Gymkhana immer stärker in die an sich gepflegte Rallye-Welt eindringen wird. Mit DiRT 3 ist das nun passiert und es bekommt dem Spiel denkbar schlecht.

Auch in DiRT 3 dreht sich alles darum, bestimmte Rennserien zu fahren. War es bei DiRT 2 noch eine Saison, sind es bei DiRT 3 nun gleich vier, die allerdings deutlich unpersönlicher ablaufen. Bei DiRT 2 war der Dreh- und Angelpunkt ein versifftes Wohnmobil, nun ist es ein gestylter Cyberraum mit seltsamen Pyramiden. Die deutschen Synchronstimmen sind deutlich schlechter (vor allem die Frau) und eigentlich dreht sich nichts mehr um Länder und Routen, sondern nur noch um “Events”, die man im Laufe der Saison hier und da dazugewinnt. Überblick? Null. Eine Motivation, Autos und Serien zu gewinnen? Null. Übergreifender Spielspaß kommt so nicht auf, es macht einfach keinen Spaß, zu sehen, wohin der Gewinn der einzelnen Etappen hinführt.

Dazu kommt, dass die eigentliche Fahr-Engine im Prinzip auf dem gleichen Stand ist, wie bei DiRT 2. Traditionell ist die Steuerung empfindlicher, wenn auch nicht so empfindlich, wie so manch anderes Rallye-Spiel, aber die Fahrphysik ist noch gutes, altes “Colin-McRae”. Viel mehr dazugekommen ist allerdings nicht. Okay, es gibt jetzt immerhin nach langer, langer Zeit wieder Winterstrecken, die unter anderem in Aspen spielen, aber das kommt inzwischen viel zu spät – Winterstrecken simulieren können andere Spiele inzwischen besser, selbst Gran Turismo 5 hat, obwohl es nun das erste Mal implementiert wurde, an dieser Stelle eine Referenz gesetzt, die DiRT 3 nicht ansatzweise erreicht. In Sachen HD kommt DiRT 3 auch diesmal nur mit dem “einfachen” HD daher, also 720p. Und dazu gibt es auch noch ordentliches Ruckeln bei Szenerien, in denen viel los ist, zum Beispiel bei Schneefall. Andere, wie z.B. Gran Turismo 5, schaffen das in Full-HD ohne Ruckeln. Und wer bei Codemasters, dem Entwicklungsstudio der DiRT-Serie, den hirnrissigen Anfängermodus programmiert hat, der hat die Welt der Autospiele nicht kapiert, denn im Anfängermodus wird doch tatsächlich, Achtung, Bauch festhalten: Automatisch gebremst. Man kann im Anfängermodus alle Rennen fahren und dabei getrost die ganze Zeit auf dem Gashebel stehen. So spannend wie ein Toaster und eine Beleidigung für jeden Spieler, der weiß, wie eine Bremse funktioniert.

“Nett” auch die neueste Idee von Codemasters, um mit dem Second-Hand-Markt noch Geld zu verdienen. Dem Spiel beigelegt ist ein so genannter “VIP-Pass” in Form eines Codes. Den braucht man zwingend, um online spielen zu können. Hat man diesen Code nicht, weil man eben DiRT 2 gebraucht gekauft hat, kann man sich den im PlayStation-Store für schlappe 7,99 Euro kaufen. Reichlich teuer dafür, dass das Online-Gaming zwar nicht schlecht ist, sich aber seit DiRT 2 nicht wirklich weiterentwickelt hat. Aber, halt, eine Neuerung gibt es: Man kann eine Wiederholung eines Rennens nun bei YouTube hochladen. Hört sich dümmer an, als es ist, aber 7,99 Euro ist das nicht wert.

Wer sich DiRT 3 nun kaufen sollte? Gute Frage. Wer auf Simulation steht, ist bei Gran Turismo 5 gut aufgehoben. Wer auf die Tube drücken will, bei Need For Speed. Wer Rallye spielen will, bei “WRC – FIA World Rally Championship”, letzteres gibt es immerhin, da schon im Oktober letzten Jahres veröffentlicht, in diversen Angeboten recht günstig auf dem Second-Hand-Markt. Und wer unbedingt DiRT-Feeling braucht und noch nicht DiRT 2 hat, ist vermutlich mit DiRT 2 besser bedient, als mit DiRT 3. Hier wird nämlich wirklich gerade eine 13 Jahre alte Legende zu Grabe getragen. Sehr schade. War leider abzusehen.

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Samsung Galaxy S2 im Alltagstest.

6. Juni 2011 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Der Kurzurlaub nach Berlin war lange geplant. Der Kauf des Samsung Galaxy S2 nicht ganz so lange. Und eigentlich widerstrebt es mir, mit wichtigen Instrumenten in die Prärie zu fahren und sie erst dort kennenzulernen. Denn meist wird es dann schlimm und nervig, vor allem, wenn man bestehende Workflows hat, die man nahtlos weiterpflegen will. Wir können uns gern bei Gelegenheit darüber streiten, ob Twittern und flickrn als Workflow zu bezeichnen sind, aber ist nun mal so.

Vermisst habe ich mein altes iPhone 3GS tatsächlich nicht eine Minute lang und ich hatte es noch nicht einmal dabei. Zwar war es bis gestern noch voll installiert und sozusagen im Notfall-Standby-Modus, das ist aber seit gestern Abend auch Geschichte. Mein Samsung Galaxy S2 hat sich bewährt.

Handling und Phoning.

Nun, das iPhone 3GS liegt nicht wirklich hart in der Hosentasche – das Samsung Galaxy S2 allerdings auch nicht. Es ist zwar etwas breiter und höher, als das iPhone, dafür deutlich dünner und insgesamt recht angenehm in der Handhabung. Aus meiner Sicht nicht wirklich super, es dürfte ruhig etwas dicker sein. Und von Hause aus gern auch etwas griffiger. Ich habe mir damit beholfen, dass mein SGS2 eine Silikonhülle verpasst bekommen hat. Damit ist es nun griffig und liegt gut in der Hand. Und wird hoffentlich genauso mackenlos bleiben, wie das iPhone.

Die Bedienung ist fast so eingängig, wie auf dem iPhone. Von der Lockscreen-Variante mit den Linien werde ich mich allerdings verabschieden, weil das mit dem Daumen auf dem großen Schirm nicht wirklich intuitiv aus dem Handgelenk heraus kommt. Ansonsten ist es bedienbar, hakt nicht und ist souverän am Start. Ein Smartphone, das einfach “fertig” ist und so stabil funktioniert, wie ein Wählscheibentelefon. Hätte ich nicht erwartet, haben die Folks von Samsung jedoch sauber abgeliefert.

Ein paar Android-Sachen.

Wobei es so ein paar Dinger in Android gibt, die nicht so richtig fertiggedacht sind. Zum Beispiel das kurze Klingelsignal, wenn der Akku voll ist. Sicher hübsch, aber ich würde das gern ausschalten können, denn nachts, wenn das Handy am Ladegerät hängt, ist es mir herzlich egal, wenn der Akku voll ist. Ebenso finde ich es nicht gut, dass das Telefonklingeln anschwellend beginnt – ich hätte es gern sofort in vernehmbarer Lautstärke. Und etwas übersichtlicher darf es bei der Einstellung der Lautstärke von Telefon, Media, System und Benachrichtigungen auch wirklich sein.

Es gibt eine deutlich zu spürende Lernkurve. Sicher tut alles, wenn man es sich einstellt und es ist nicht so, dass das Telefon beim ersten Einschalten völlig unbrauchbar ist – das ist es nicht – aber Android ist noch nicht ganz “weichgebügelt”.

Fotos

Das Thema “Fotos machen mit Handy” war eine Zeitlang gar nicht auf meinem Radar, seit dem iPhone dann so etwas, aber erst mit dem SGS2 macht es sogar richtig Spaß. Ein Tapser auf die Kamera-App und die Kamera ist nach einer gefühlten Sekunde sofort am Start. Die Voreinstellungen sind gut, der eingebaute (bescheidene) Blitz auf Automatik und auch das GPS-Fixing beginnt ab diesem Moment.

Und das, was das SGS2 als Fotos in versprochenen 8 Megapixeln abliefert, ist erstaunlich gut und sehenswert. Kein Vergleich mit den eher dunklen und kontrastarmen Bildern der iPhone-Phalanx, sondern reich an Farben, klar und brillant. Die Kontrastausbeute ist deutlich besser und bei hellen Bildelementen traut sich das SGS2 deutlich mehr in die Helligkeit, als das iPhone, ohne auch nur im Ansatz irritierende Ergebnisse abzuliefern. Und ebenso mutig und souverän kommt die deutlich markanter ausgeprägte Weitwinkeligkeit. Weitwinkel ist für Digitalkameras die echte und wahre Kunst und man merkt spätestens hier, dass Samsung seine jahrelange Erfahrung im Bau von Digitalkameras einbringt. Ich hatte meine “große” Kamera dabei, die blieb aber, auch weil ich keine so rechte Lust hatte, das Ding die ganze Zeit durch die Stadt zu schleppen, einfach mal zu Hause.

Eine Bilderauswahl des Trips gibt es auf meinem flickr-Stream im Berlin-2011-Album. Ah, und in Sachen flickr-App ist meine Entscheidung auf “Flickroid” gefallen. Kostenlos und einfachster Upload.

Akku?

Ist in Ordnung, kommt mit iPhone & Co. locker mit. Mir fehlen zwar noch die richtigen Vergleichswerte, das SGS2 bewegte sich jedoch gefühlte zwei Ticks besser in Sachen Akkuleistung, als mein iPhone 3GS. Ich habe keine wirklichen Bedenken mehr. Vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass in der Kiste ein Dualcore-Prozessor mit annehmbaren 1,2 GHz vor sich hinwerkelt.

In Berlin kann man eine gute Akkuleistung allerdings auch brauchen, zumindest wenn man bei O2 ist, denn es gibt ständig eine Umbucherei zwischen UMTS und GSM und hier dann auch noch zwischen HSDPA und EDGE. Das sorgte dann gelegentlich auch dafür, dass für einen Moment gar nichts mehr ging, beispielsweise direkt vor der Türe bei den Arkaden am Potsdamer Platz. Zentraler geht es wohl kaum noch, aber das O2-Netz beschäftigte da sicher nicht nur mein Handy vollauf mit reinen Netzgeschichten. Aber das ist ein anderes Thema.

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Welcome, Samsung Galaxy S2.

28. Mai 2011 | 6 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Ziemlich genau zwei Jahre nach dem Kauf meines iPhone 3GS ist nun ein neues Handy fällig geworden. Dass es nicht wieder ein iPhone wurde, war mehr als klar, demnach stellte sich eigentlich nur die Frage, welches Android-betriebene Smartphone es denn sein sollte. HTC fällt aufgrund meiner immer noch etwas nachwirkenden schlechten Erfahrungen und der strikten Bootloader-Politik (scheint sich gerade zu ändern) weg, ebenso SonyEricsson, das meiner Meinung nach derzeit eher alberne Gerätschaften am Start hat. In der näheren Auswahl blieben das Google Nexus S und das frisch erschienene Samsung Galaxy S2. Beim Nexus S störte mich am Ende die fehlende Speichererweiterbarkeit und 16 GB Speicher sind mir dank hinaufzuladender Musik einfach zu wenig. Also Samsung Galaxy S2, immerhin schon gleich am Anfang ein ordentlicher Preissturz auf rund 545 Euro von den von Samsung propagierten 600 Euro.

Äußerlichkeiten

Was man bei Samsung zu erwarten hat, ist einen echten Plastikbomber. Das Gehäuse besteht vollständig aus Kunststoff, der sich zumindest hochwertig anführt. Der Deckel rastet fest ein und ist nur mit mittlerer Gewalt herunterzubekommen. Dann allerdings lässt sich das Telefon sehr einfach mit Mini-SIM-Karte, einer eventuellen MicroSD-Karte und dem 1.650-mAh-Akku bestücken. Deckel wieder drauf und man hat ein immer noch sehr leichtes und vor allem ultradünnes Smartphone in der Hand, das gerade einmal 8 Millimeter “dick” ist, abgesehen vom etwas dickeren unteren Geräteteil, hinter dem sich das Antennenkonstrukt befindet.

Zusammengebaut liegt das Galaxy S2 sehr gut in der Hand. Als Zubehör gekauft habe ich mir noch eine transparente No-Name-Silikonhülle für 9 Euro, mit der dann das Smartphone richtig schön griffig und satt in der Hand liegt. Zudem habe ich mit so einer Hülle beste Erfahrungen bei meinem iPhone 3GS gemacht, das auch heute noch völlig makellos daherkommt.

In Sachen Anschlüsse gibt es oben einen Klinkenanschluss für ein Headset (ein gar nicht so schlechtes In-Ear-Headset liegt bei) und unten einen Dock-Connector, leider mit einem proprietären Anschluss (USB-Adapter und Reiseladegerät liegen ebenfalls bei). In Sachen Knöpfe gibt es am rechten Gehäuserand den Einschalter, links eine Wippe für die Lautstärke und auf der Bildschirmseite unten ein Home- bzw. Start-Button. Rechts und links davon sind noch zwei weitere Schalter, die jedoch kapazitiv bedient werden.

Bildschirm

Mit einer Bildschirmdiagonalen von 10,85 Zentimetern ist das Galaxy S2 ein Bildschirmriese. Zwar ist die Auflösung mit 480 mal 800 Pixel nicht ganz so gut wie beim iPhone 4, allerdings geht sie vollkommen in Ordnung. So viele Pixel einigermaßen flüssig bewegt zu bekommen, braucht schon Prozessorpower genug. Hier hat Samsung einen Dualcore-Brummer verbaut, der mit einer Taktfrequenz von 1,2 GHz daherkommt und mal eben so auf 1 GB RAM zugreift. Einen PC mit solchen Dimensionen habe ich erst seit drei Jahren …

Samsung verkauft das Display als “Super AMOLED Plus”, was erst einmal einfach nur ein Flüssigkristall-Bildschirm mit LED-Beleuchtung ist. Die Farbsättigung ist ziemlich wuchtig, was auch daran liegt, dass der voreingestellte Startbildschirm koreanisch-knallig ist, in Fernost steht man auf solche Neongeschichten. Man kann also in den Anzeigeeinstellungen als erstes durchaus den Kontrast herunterdrehen und dann auch das Hintergrundbild austauschen, wenn man nicht erblinden will. Der Helligkeitssensor funktionierte bei mir zunächst so lala, das ist aber scheinbar ein bekanntes Problem bei mäßigem Licht und wird bei zukünftigen Softwareupdates berücksichtigt.

Der Bildschirm wird kapazitiv bedient, es genügt also ein kurzer Kontakt mit dem Finger und es muss nicht gedrückt werden. Das funktioniert auch erwartungsgemäß gut, immerhin beliefert Samsung genügend andere Smartphone-Hersteller mit kapazitiven Bildschirmen. Hier erlaubt man sich erwartungsgemäß keine Schnitzer mehr.

In Sachen Akkulaufzeit kann ich noch nicht sonderlich viel erzählen, ich habe gerade mal die zweite Akkuladung intus und bewege mich, sehr subjektiv gesehen, etwas besser damit, als aktuell auf meinem zwei Jahre alten und mit rund 400 Ladezyklen versehenen iPhone 3GS. Aber das teste ich noch.

Android

Am Start ist von Beginn an Android 2.3.3, also Codename “Gingerbread”. Über die nicht wirklich gute Firmwarepolitik Googles, die die Verantwortung für Updates an die Smartphone-Hersteller abdrückt, will ich an dieser Stelle nicht weiter philosophieren, das haben Google und die Hersteller schon verstanden, dass das auf Dauer so nicht funktionieren kann. Immerhin gibt es auch schon zum Galaxy S2 in diversen Foren schon rege Diskussionen, ebenso gibt es auch schon erste Firmwareupdates, die allerdings noch nicht auf allen Gerätschaften automatisch ausgeliefert sind. Und: Das Galaxy S2 ist vom Prinzip her “rootbar”, es kann also mit einer alternativen Android-Version installiert werden, sofern es Entwickler gibt, die für dieses Telefon eine alternative Firmware backen. Das ist bei Highend-Geräten allerdings zu erwarten.

Wer vom iPhone kommt, wird durchaus gewisse Abstriche machen müssen. Zwar ist Android ein hochentwickeltes und gut bedienbares Betriebssystem, es ist aber nicht ganz so rund und durchdacht, wie das iOS von Apple. Das wiederum hat seinen Grund vor allem auch darin, dass Android mehr Möglichkeiten bietet, während Apple sehr streng auf einwandfrei Bedienbarkeit legt und lieber Dinge nicht implementiert, bevor man sie nicht bedient bekommt. Darüber kann man streiten, mich nervt iOS mit seiner Unflexibilität allerdings durchaus.

Wer großen Wert auf absolute Ruckelfreiheit legt, ist mit Android vermutlich (noch) nicht gut bedient. Zwar läuft alles auf dem Galaxy S2 erstaunlich gut und rund, dennoch gibt es hier und da Ruckler und bei einigen Apps auch leicht merkliche Verzögerungen. Gut, wir reden hier auch von einem Betriebssystem, das mit Treibern auf fremder Hardware arbeitet, während bei Apple alles von einem Hersteller kommt. Vor- und Nachteile, die man eben abzuwägen hat.

Android und Basisfunktionalitäten

Schon bei der Installation wird nach einem Google-Account gefragt, den man, falls man noch keinen Hand, auch direkt am Handy einrichten kann. Dieser Account ist obligatorisch, denn erst damit funktionieren so Sachen wie Adressbuch, Kalender und E-Mail wirklich so, wie gedacht, denn es wird zuverlässig synchronisiert. Wer bisher schon das iPhone mit Google-Diensten synchronisiert hat, wird keine Schwierigkeiten verspüren, nach dem Eintragen und Verifizieren des Google-Accounts legt das Smartphone auch schon los.

Die Bildschirmtastatur ist gewöhnungsbedürftig. Hier hat Apple meiner Meinung nach deutlich die Nase vorn, weil sie es schaffen, die Tastatur schnörkellos und einfach darzustellen, während das bei Android nicht so gelungen aussieht. Das liegt vermutlich am schwarzen Hintergrund und an den “harten” Ecken, hier könnten sich Grafiker vermutlich ebenfalls stundenlang darüber unterhalten. Immerhin gibt es unter Android ein haptisches Rückmeldesystem für gedrückte Tasten mit einem kurzen Vibrieren bei Tastendruck, das man jedoch auch ausschalten kann.

Die Philosophie von Android ist auch, einen eher konservativen Startbildschirm zu habe, der von Smartphone-Herstellern in der Regel so nicht verwendet und von einer eigenen “Portallösung” ersetzt wird. Das ist beim Galaxy S2 nicht anders, wobei es deutlich flexibler und weniger aufdringlich zugeht, als bei HTC mit der inzwischen wirklich langweiligen Uhr im Faltblattdesign. Ich finde so eine Übersichtsseite allerdings grundsätzlich sehr praktisch und habe das auf dem iPhone von Anfang an vermisst und die Hoffnung inzwischen aufgegeben, dass Apple das jemals vernünftig implementiert.

Android und Apps

Man muss leider auch (noch) damit leben, dass es unter Android noch hier und da an wirklich essentiellen Apps fehlt. Die meisten Betreiber von Social-Media-Plattformen sind in der Regel schon mit eigenen Apps am Start, die teilweise gewaltig besser sind, als die iPhone-Varianten (bsp. QYPE oder Facebook), allerdings gibt es auch durchaus gar nix, beispielsweise für flickr. Hier gibt es keine offizielle App und alles, was ich an Drittanbieter-Apps bisher probiert habe, ist weitgehend mies. Wie ich zukünftig auf vernünftige Weise meine “Bilder des Tages” hochgeladen bekomme, wird eine spannende Frage.

Ansonsten fehlt Android schlicht die Masse an Apps, wie sie auf dem iPhone zu finden ist. Das kann man betrauen oder auch nicht, denn wenn ich mir auf dem iPhone anschaue, was für teilweise unsäglicher Müll da regelmäßig die App-Charts erklimmt, dann ist es mir recht, dass viele Entwickler von Bullshit-Apps noch nicht Android als Massenmarkt entdeckt haben. Höchstwahrscheinlich eine Frage der Zeit, bis dahin muss man sich aber auch noch mit dem Android Market auseinandersetzen, der einfach unübersichtlicher daherkommt, wie der AppStore auf dem iPhone. Okay, das Suchen ist eine Kernkompetenz von Google, aber nicht überall will man suchen müssen.

Immerhin, man kann Android-Apps auch außerhalb des Markets installieren und das halte ich für ein großes Plus für meine Zwecke. Damit kann man als einfacher Nutzer zwar richtig viel Mist installieren, wenn man nicht genau weiß, was man tut, aber auch hier ist mir Apple ein Tick zu mütterlich unterwegs, zumal es beispielsweise Verschlüsselungssoftware teilweise richtig schwer hat, durch die US-amerikanischen Reglementierungen zu kommen und auch in ausländischen AppStores zu landen.

Android – ja oder nein?

Ganz klar: Ja! Wenn Google und die Gerätehersteller die dezentrale Updateproblematik mal aus der Welt geschafft bekommen, ist Android auf dem besten Wege, erwachsen zu werden. Dass es sich schon heute anschickt, iOS in allen Belangen zu überholen, ist weitgehend gemachte Sache. Und irgendwann gibt es dann auch mal einen Grafiker, der den letzten Schliff macht und dann sieht es vielleicht auch noch etwas hübscher aus, als iOS. :-)

Samsung Galaxy S2 – ja oder nein?

Auch hier: Ja. Aber ohne Ausrufezeichen. Es ist mit rund 550 Euro Straßenverkaufspreis noch einen Tick zu teuer, bei 450 bis 500 Euro landet es dann aber genau da, wo es hingehört. Nicht ganz so hochwertig aussehend wie das iPhone, dafür jedoch praxistauglicher ohne Glasboden und einer Broken-by-Design-positionierter Antenne. Das Galaxy S2 ist sicherlich kein Gesamtkunstwerk, hat aber auch keinen solchen Anspruch, sondern es will ein sehr gutes Smartphone sein, nicht mehr und nicht weniger. Und das tut es, in der Android-Welt ist es mit seinen inneren Werten zweifellos ein Flagschiff und eine echte Kaufempfehlung, nicht nur für Bastler.

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AVM Fritzfon MT-F.

28. Oktober 2010 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in TelkoWelt

Nachdem ich ja nun schon eine ganze Weile das AVM Fritzfon MT-D besitze und damit auch telefoniere, war der Schritt zum MT-F eigentlich nur konsequent, wenn auch einfach nicht notwendig. Da mir aber die alte Gigaset-Anlage so langsam auseinanderfällt, muss ich nun doch mal langsam schauen, einen adäquaten Ersatz zu finden. Also muss das AVM Fritzfon MT-F an einen Test glauben.

Auspacken

Wie immer hat AVM das Verpacken vollkommen im Griff. Der überflüssige Müll auf das absolut notwendigste beschränkt, die Verpackung weitgehend aus Pappe. Neben dem Mobilteil gibt es den Akku, den gut einrastenden Akkufachdeckel, eine Ladeschale, das Ladegerät und ein gedrucktes Handbüchlein. Kein Auspackorgien und kein eimerweiser Müll. Dass AVM mit Kampfpreisen kalkuliert, erkennt man allerdings daran, dass das MT-F zwar einen Anschluss für ein Headset mitbringt, aber kein selbiges beilegt. Das kann man bedauern, muss man allerdings nicht unbedingt, da Headsets nicht mehr die Welt kosten und eine normale “kleine Klinke” eingesetzt werden, wie sie beispielsweise auch das iPhone einsetzt.

Gehäuse

Das MT-F hat zudem praktischerweise genau die gleichen Gehäusedimensionen, wie das MT-D. Das ist insofern praktisch, da die alte Ladeschale damit auch mit dem MT-F funktioniert und das gilt sogar für das alte Netzteil, obwohl das MT-F mit einem Lithium-Ion-Akku daherkommt, während das MT-D noch einen Nickel-Metallhydrid-Akku nutzt. Beide Geräte können aber sowohl alte, als auch neue Ladeschale und Netzteil nutzen. Durchdacht.

Was auch weiterentwickelt wurde, ist das Gehäuse selbst. Während das MT-D noch mit glänzendem Kunststoff daherkamm, der schon nach wenigen Wochen aussah, wie eine zerkratzte Bratpfanne, ist das Gehäuse des MT-F matt. Zudem gibt es auf der Geräterückseite oben zwei deutlich erhabene Füße, die das Gehäuse nicht plan auf einer Oberfläche aufliegen lassen und die größten Kratzeffekte damit vermeiden. Kleine Details, die zeigen, dass man gelernt hat, denn dadurch wirkt das Mobilteil auch nach einigen Wochen Benutzung durchaus noch hochwertig.

Display

Was beim MT-F sofort auffällt, ist die “Glotze”, das Display. Kam das MT-D noch mit einem monochromen Display und einer Auflösung von 112 mal 65 Pixel daher, bringt das MT-F ein Farbdisplay mit 240 mal 320 Pixel mit. Und darauf lässt sich deutlich mehr unterbringen, was vor allem die Menüs und das Telefonbuch übersichtlicher erscheinen lässt. Einen Beitrag hierzu liefert die höherauflösende Schrift und ein Satz von hübschen Symbolen, die die bisherigen monochromen Piktogramme ersetzen. Tatsächlich hebt sich das MT-F mit seinem Display so ziemlich von allen gängigen DECT-Mobilteilen sehr locker ab.

Wobei… man hätte noch mehr daraus machen können. Zwar bietet nämlich das MT-F in den Einstellungen für das Display eine Hintergrundgrafik an, meint damit aber nur die eine Hintergrundgrafik, die auf dem Gerät fest hinterlegt ist – eine eigene Grafik lässt sich, zumindest mit jetzigem Versionsstand, nicht hinterlegen. Dafür profitiert das MT-F von Bildern von Anrufern, die auf der Fritzbox hinterlegt werden können und auf dem MT-F dann erscheinen, wenn der Anrufer anhand seiner Caller-ID bei einem eingehenden Anruf identifiziert werden kann. Fast wie auf einem vernünftigen Smartphone.

Klangqualität

Da gibt es nichts zu meckern, die Klangqualität ist “Superior” und misst sich mit dem, was jahrelang beispielsweise Siemens mit ihrer Gigaset-Serie als Messlatte hatte. DECT auf Fritzboxen hatte anfänglich mit ziemlichen Problemen gerade in tief verschachtelten Räumen zu kämpfen gehabt, in der Zwischenzeit hat AVM jedoch sowohl auf Fritzboxen, als auch auf Fritzfon-Geätschaften mit Software-Updates sehr stark nachgebessert, so dass schon mit meinem alten MT-D kaum noch Übertragungsfehler auftraten. Das MT-F führt diese Qualitätsverbesserungen nahtlos weiter.

Wo AVM wirklich die Nase vorn hat, ist das, was AVM “HD-Telefonie” nennt, also die optionale Nutzung eines anderen Codecs namens G.722, anstatt des im DECT üblichen G.726. Kommunizieren zwei Mobilteile miteinander, die beide G.722 können, resultiert dies in einer deutlich besseren Sprachqualität, die zwar immer noch in Mono daherkommt, allerdings viel nuancierter daherkommt und richtig Spaß macht. Wir sind als moderne Menschen in Sachen Telefonie zwar immer noch eine vergleichsweise schlechte Sprachqualität gewohnt, AVM zeigt aber mit G.722 sehr deutlich, was mit moderner Komprimierungstechnik auf normalen Übertragungswegen gehen könnte, wenn alle mitmachen würden.

Nutzt man also an einer DECT-fähigen Fritzbox nur Fritzfon-Geräte, kommt man bei internen Gesprächen immer in den Genuß von “HD-Telefonie” und das fällt wirklich auf.

Benutzung, Internet-Funktionen und ISDN-Komfortfunktionen

Die Benutzung ist AVM-typisch auf hohem Niveau und noch ein Tick besser, als beim MT-D. Die Menüreisen erfolgen angenehm flott und auch das Telefonbuch, das zentral auf der Fritzbox geführt wird, ist herrlich schnell und macht das Telefonieren zu einem echten Spaß. Lediglich die leider immer noch vorhandene “Gedenkpause” nach dem Beenden eines Gespräches ist immer noch da – nach Auflegen einer Verbindung braucht auch das MT-F etwa zehn Sekunden, bis ein neue Verbindung gewählt werden kann. Das sieht aber immer noch nach einem Thema aus, das vermutlich auf der Fritzbox existiert.

In Sachen Internet-Funktionen hat das MT-F alle Möglichkeiten geerbt, die neuere Fritzboxen auch schon mit dem MT-D ausliefern können – mehr auch nicht. Auf der Fritzbox können RSS-Feeds, Mailkonten und Internet-Radiosender ausgewählt und konfiguriert werden, die dann auch über das MT-F genutzt werden können. Gerade in Sachen Internet-Radio ist das in Verbindung mit einem Headset eine richtige Alternative zu einem tragbaren Radio, auch wenn man das Manko hinnehmen muss, dass das MT-F das Radio nur in Mono klingen lässt, selbst über ein Headset. Übertragen wird das alles nämlich nach wie vor über die DECT-Schnittstelle. Aber mal eben auf dem Ergometer mit dem MT-F Radio über einen Kopfhörer zu hören, das ist schon nicht ganz unpraktisch.

Die üblichen ISDN-Funktionen wie Halten, Makeln, Sperren und Rufweiterleitungen funktionieren selbstverständlich auch auf den DECT-fähigen Fritzboxen mit angebundenen DECT-Mobilteilen. Ärgerlicherweise sind jedoch Rufweiterleitungen immer noch nur über die Fritzbox konfigurierbar, immer noch nicht über angeschlossene DECT-Mobilteile. Das führt leider dazu, dass man für das Neuanlegen einer Rufweiterleitung im ungünstigsten Fall einen Rechner hochfahren muss, um damit über die Fritzbox-Konfiguration eine Rufweiterleitung einzurichten. Ich habe das mehrmals beim AVM-Support bemängelt, aber leider hat sich in diese Richtung immer noch nichts getan. Noch.

Update-Fähigkeit

“Noch” deshalb, weil AVM auch beim Fritzfon MT-F auf Software-Updates setzt, so wie bei allen Fritzboxen, die noch in Sachen Firmware gepflegt werden und regelmäßige Updates mit teilweise richtig hochwertigen Funktionserweiterungen erhalten. Diese vorbildliche Software-Pflege gilt auch für das Fritzfon MT-F, das regelmäßig mit neuen Fritzbox-Firmwares und -Labor-Firmwares ein eigenes Softwareupdate erhält. Kleines Manko hier ist, dass die Software für das MT-F deutlich größer ist, als die vom MT-D, aber das ist zu verschmerzen, da das Update vollkommen automatisch passiert, das Mobilteil danach automatisch neu startet und wieder einbucht.

Fazit zum Fritzfon MT-F

Ganz einfach gesagt: Das Fritzfon MT-F macht Spaß und ist endlich ein richtig gutes DECT-Mobilteil. Während das Fritzfon MT-D etwas unter seiner behäbigen Geschwindigkeit, seinem monochromen Display und seinem billig wirkenden Gehäuse leidet, hat das MT-F all diese Probleme nicht mehr. AVM hat wieder einmal sehr schön gezeigt, dass sie verstehen und lernen und das zeigt sich in deutlich ausgereiftere Produkte, eben wie das Fritzfon MT-F. Preislich bewegt es sich zwischen 65 und 90 Euro, was für ein erwachsenes DECT-Mobilteil mit großzügigem Display ein vernünftiger Preis ist.

Wer eine DECT-fähige Fritzbox wie die 7270 oder die 7390 hat, ist mit dem Fritzfon MT-F bestens bedient. Ich bin immerhin schon so weit, dass ich nun konkret überlege, meine bisherige Gigaset-Anlage, die noch parallel läuft, endgültig aufs Altenteil zu schicken und alles nur noch über meine Fritzbox 7270, meinen zwei AVM-Mobilteilen und ggf. noch ein, zwei alten Gigaset-Mobilteilen zu erledigen. Es tut!

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Totes Holz bespritzen.

7. Mai 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in ComputerWelt

Um den Kauf eines Druckers habe ich mich lange Jahre erfolgreich drücken können. Mein erster und bis dato einziger Drucker war ein HP Deskjet 550C, der mich im Jahre 1994 unfassbare 1.099 Mark gekostet hatte und irgendwann ein paar Jahre später defekt seine Reise zum Elektroschrotthändler antrat. An Druckermaterial ging freilich nicht viel flöten, die damalige Farbpatrone vertrocknete irgendwann nach zwei Jahren ohne wirklich jemals für etwas wichtiges Tinte spenden zu dürfen. Die Patrone mit der schwarzen Farbe füllte ich in sieben Jahren genau zweimal nach, sie ging dann zusammen mit dem Drucker.

Nun ist der Kauf allerdings unvermeidlich geworden und da stehe ich dann mehr oder weniger die die Axt vorm Berg. Immerhin begleitet mich Jochen bei solchen hoffnungsarmen Veranstaltungen wie dem zielgerichteten Gang zu einem Elektrofachmarkt, um einen Drucker zu kaufen. Einzige Präferenz: Tintenstrahldrucker, ein Laserdrucker kommt mir nicht ins Privatheim.

Kurzum, es ist ein Brother DCP-375CW geworden. Ein Farbdrucker ohne Schnickschnack, ohne Farbdisplay, ohne Fax, immerhin aber mit einem Scanner und einem WLAN-Modul. Das ist insofern praktisch, da der Drucker nun elegant nicht am PC stehen muss und es nur ein Kabel gibt, nämlich die Stromversorgung. Alles andere wäre auch ein kleines Problem, denn ein USB- oder Netzwerkkabel liegt dem Drucker schon nicht mehr bei.

Das Auspacken, Installieren und Drucken erweist sich als gut und durchdacht. Es gibt ein gedrucktes Handbuch, für den erstmaligen Einsatz ein Faltblatt, das ausreichend gut zum Erfolg führt. Ein Satz Tintenpatronen (Schwarz, Gelb, Cyan und Magenta) liegen bei und sind ebenfalls schnell installiert. Die Patronen sind einzeln verpackt und werden innen ebenfalls vakuumverpackt geliefert, was zu folgendem unschönen Müll führt:

Hätte ich das vorher mit diesen Verschlüssen auf den Patronen, die allesamt aus Kunststoff sind, gewusst, wäre das ein K.O.-Kriterium geworden, trotz des ansonsten sehr günstigen Preises von letztendlich 85 Euro und der bisherigen Zufriedenheit mit dem Gerät. Denn ansonsten gibt es über den Drucker nichts zu meckern. Die Software ließ sich problemlos installieren, der Drucker war in zwei Minuten per WLAN angebunden, der Druck geht schnell vonstatten und das Schriftbild ist erstklassig.

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Auf der PS3: Colin McRae Rally DiRT 2.

15. Januar 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in GamingWelt

Irgendwie habe ich, obwohl ich schon seit fast drei Monaten an Colin McRae DiRT 2 herumspiele, vergessen, einen Testbericht darüber zu schreiben, was ich hiermit nachhole. Ist vielleicht auch nicht ganz so schlecht für die Gelegenheitsspieler, denn inzwischen dürfte sich der Verkaufspreis im Gegensatz zu den “Early-Adopter-Preisen” deutlich nach unten bewegt haben.

Colin McRae Rally DiRT 2 oder einfach nur “DiRT 2” ist nun die siebte Auflage des Rallyespieles und setzt auch in dieser siebten Version wieder Höhepunkte. Waren und sind andere Rallyespiele meist eher reine Unterhaltungsveranstaltungen, die mit einer vernünftigen oder zumindest einigermaßen vernünftig ausschauenden Fahrphysik eher wenig zu tun haben, so war bei der Colin-McRae-Rally-Serie immer der Anspruch im Raum, dass der Name des legendären Rallyefahrers Colin McRae für ein Rallyespiel stehen soll, dass eher als Simulation durchgeht. Und so waren diese Spiele immer etwas “schmutziger”, die Fahrzeuge detaillierter und härter zu fahren und es gab Missionen zu fahren – immer wenn Missionen in ein Spiel kommen, hat sich an dieser Stelle jemand verewigt, der einem etwas beibringen möchte.

Und so steht man auch bei DiRT 2 als Spieler vor einem riesigen Berg von Autos, Strecken, Rennarten und Rennen, die zu fahren sind. Allein mit dem Karrieremodus ist man gut und gern 15 bis 20 Stunden und mehr beschäftigt. Neun Länder mit unterschiedlichen Umgebungen und Strecken stehen bereit, dazu eine Reihe von zusätzlichen Veranstaltungen und Einzelwettbewerben mit konkurrierenden Fahrern. Im Fuhrpark, den man sich natürlich schön zu verdienen hat, stehen 35 Karossen mit teilweise höchst unterschiedlichen Fahreigenschaften.

DiRT 2 im Karrieremodus zu spielen, hat durchaus seine “Würze”. Für meinen Geschmack ist der Karrieremodus zu lang geraten und leidet darunter, dass es verhältnismäßig wenig Strecken gibt. Die Standorte “UK” und “Japan” bestehen beispielsweise jeweils gerade mal aus einer Strecke mit leichten Variationen, so dass hier schnell eine gewisse Langeweile aufkommt. Man kann natürlich alle einzelnen Rennen in höheren Schwierigkeitsmodi spielen, aber auch hier zeigt sich relativ bald, dass die KI-Fahrer doch recht vorausschauend fahren.

Andererseits, und das ist in DiRT 2 gegenüber dem Vorgänger DiRT auch neu, werden nun die Trophäenfunktionen der PS3 und der Xbox 360 unterstützt, die man natürlich gern haben will. Auf der PS3 warten insgesamt 46 Trophäen und wer die alle hat, darf sich eine der seltenen Platintrophäen in den virtuellen Schrank stellen. Der Clou dabei ist: Der Gewinn aller Trophäen ist erreichbar – nicht nur für die Spieler, die Tag und Nacht an ihrer Ideallinie arbeiten, sondern auch für die, die sich nur 20 bis 30 Stunden gesamte Spielzeit geben und eher zur Fraktion der Gelegenheitsfahrer gehören.

Schön ist bei DiRT 2 nun der Online-Modus, der im Gegensatz zum Vorgänger sehr viel hinzugewonnen hat. War bei DiRT der Online-Modus eher eine peinliche Verlegenheitsnummer, der keinerlei Spielspaß und Motivation aufkommen lies, so hat sich dies bei DiRT 2 sehr gewandelt. Etwa ein Drittel der Trophäen müssen im Online-Modus verdient werden und allein die Trophäe, die es im Online-Level 30 gibt, bedeutet, dass man sich mindestens zehn Stunden mit Online-Fahrern beschäftigen darf. Hört sich einfach an, ist es aber nicht, denn bei Online-Rennen spielt man in der Regel immer in der höchsten Schwierigkeitsklasse, denn Online-Spieler sind eben Menschen, keine Computer. Und das kostet gerade bei den Rennmodi, in denen alle gemeinsam eine Strecke befahren, oftmals richtig virtuelles Blech. Immerhin hat man aber auch dafür gesorgt, dass umsichtige Fahrweise angezeigt wird und besonders auffällige Knallköpfe automatisch zeitweise für bestimmte Strecken gesperrt werden. Und tatsächlich läuft es eher zivilisiert ab, vermutlich auch weil eben jeder an seinen Trophäen arbeitet.

DiRT 2 ist, um es zusammenzufassen, eine sehr gelungene Rallyesimulation und mit der zweiten DiRT-Auflage nun endlich auch eine würdige Referenz in der Rennspielserie. Es gibt für den ambitionierten Fahrer genug zu “beißen”, die Grafik bewegt sich bei Fahrzeugen und Umgebung auf dem feinsten Niveau (wenn man mal etwas von den eher staksigen und grobtexturierten Menschenfiguren absieht), eine richtig gut gewordene Spielumgebung und mit erstaunlich vielen Songs ein richtig guter Soundtrack, der im Beiheft auch zum Einkaufen dokumentiert ist. Macht Spaß!

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