Anrufetikette für Handwerker.

Grundregel: Denke vor dem Anruf nach.

Gestern morgen, geschlagene 2:12 Uhr. Ich war schon am Schlummern, als plötzlich das Telefon klingelte. Telefon um diese Zeit – vor allem wenn es nicht das Handy ist – ist immer schlecht und auch gern mit bösen Nachrichten verbunden, weshalb ich es ungern ausklingeln lasse, sondern rangehe, auch wenn es einfach Mist ist, um diese Zeit ans Telefon zu gehen.

Am anderen Ende war ein Herr mittleren Alters, der sich nicht vorstellte und einen bestimmten Herrn Karadeniz suchte. Er nannte den Vornamen, den ich aber wieder vergaß, da ich ziemlich sicher war, dass dieser Herr Karadeniz, der – laut seiner Aussage – bei irgendeinem Elektroinstallateur in Pforzheim arbeitete, nicht hier wohnte, zumindest wäre es mir sehr, sehr neu. Ah, okay, meinte der Anrufer, er habe halt im Telefonbuch geschaut und da war nur ein Karadeniz zu finden, da hat er halt einfach mal angerufen.

Was für ein, pardon, Arschloch ist das denn? Einfach mal nachts bei Leuten blind anrufen, sich nicht mit Namen nennen, sich nicht für die Störung entschuldigen. Er legte auf. Dank der Rufnummernübermittlung bekam ich heraus, dass da offensichtlich ein nicht ganz unbekannter Bäcker in Pforzheim aus seiner Backstube (was die Uhrzeit erklärt) heraustelefoniert hat.

Aber nochmal: Selten so einem bescheuerten Mensch begegnet. Und das auch noch nachts.

Twittere niemals deine Telefonnummer!

LeVar Burton, besser bekannt als der schick bebrillte Schauspieler der Figur „Geordi LaForge“ aus der Fernsehserie Star Trek – The Next Generation hatte vor einer Woche vermutlich ziemlich unruhige Stunden. Denn am 31. März setzte er über seinen Twitter-Stream eine Nachricht mit einer ominösen US-Telefonnummer ab. Ich habe mich noch gewundert und mir meinen Teil gedacht und offensichtlich war der Gedanken, den ich da hatte, gar nicht so falsch. Jedenfalls twitterte LeVar einige Stunden so eine Art S.O.S.:

Gut, könnte man vermutlich aushalten, wenn LeVar Burton nicht ganz so prominent im Twitter-Space wäre, wie er ist:

Bei 1,6 Millionen Follower reichen schon 0,1 Promille davon als Anrufer, um den Tag als gelaufen zu bezeichnen. 😉

Die Nachricht schlug dann kurz darauf auch im MTV Movies Blog auf:

A minor Twit-pocalypse broke out yesterday when LeVar Burton accidentally posted his phone number to his account. It sounds like he had to get his number changed thanks to all of the incoming calls, but luckily for him, his old „Star Trek: The Next Generation“ co-stars Wil Wheaton and Brent Spiner were around to lend moral support.
MTV Movies Blog

AVM Fritzfon MT-D.

Mit dem weihnachtlichen Kauf der DECT-fähigen AVM Fritzbox 7270 habe ich gleichzeitig auch das DECT-Mobilteil Fritzfox MT-D gekauft, das es just zu diesem Zeitpunkt von einem Händler im Amazon.de-Marketplace für einen unschlagbaren Preis angeboten wurde. Und als DECT-Mobilteil kann man grundsätzlich nicht allzuviel falsch machen, denn so ein Mobilteil funktioniert auch an anderen DECT-Anlagen, sonst wäre es kein DECT-Mobilteil.

Der Lieferumfang des Fritzfon MT-D ist kompakt: Neben dem Mobilteil gibt es einen (leider etwas fummelig einzusetzenden) Akku, eine Ladeschale, ein Ladegerät und eine Kurzanleitung. Angebunden wird das Mobilteil, wie bei DECT üblich, mit dem Anmeldemodus der Telefonanlage und einer PIN, was innerhalb von zwei Minuten erledigt ist. Ist das passiert, ist das Telefon auch umgehend funktionsfähig. Das Paaren des Mobilteiles mit der Fritzbox 7270 ist erwartungsgemäß problemlos. Praktischerweise bietet das Fritzfon MT-D die Möglichkeit, Paarungen mehrerer Basisstationen zu speichern, so ist zum Beispiel das Wechseln zwischen der Siemens-Anlage und der Fritzbox wirklich nur ein Knopfdruck, wenn das Mobilteil an beiden Basisstationen einmal angemeldet wurde.

Das Telefon kommt durchaus schick daher. Der schwarze Riegel liegt gut in der Hand, ist nicht zu schwer und nicht zu leicht. Das Gehäuse ist aus leider sehr fingerabdruck- und kratzerempfindlichen Kunststoff. Das Display ist monochrom und gut beleuchtet, die Bedienführung AVM-typisch gut. Man merkt, dass die AVM-Leute in Sachen Benutzerführung einfach den Blues haben. Die Bedientasten sind übrigens identisch wie bei vielen anderen DECT-Mobilteilen, die zentrale Steuertaste ist haargenau genauso belegt, wie meine Siemens S45-Mobilteile und auch ebenso zu bedienen.

Ein Hammer des Fritzfon MT-D offenbarte sich, als ich im Bett einmal die Bedienbarkeit im Dunklen und die Helligkeit der Tastatur testen wollte – es gibt nämlich keine Tastaturbeleuchtung! Und das ist wirklich ein Mangel, den was bringt eine gar nicht so üble Displaybeleuchtung, wenn man im Dunklen das Telefon gar nicht bedienen kann, wenn man sich nicht auf den Fingerblindflug verlässt? Zwar trifft man die Ziffern und Bedienelemente mit etwas Übung, dennoch ist eine fehlende Tastaturbeleuchtung wirklich ein gewaltiges Ding, das das Telefon gnadenlos abwertet.

Zu meckern gibt es am Telefonischen wiederum nichts: Die Sprachqualität ist DECT-typisch sehr gut, die Reichweite ebenso. Meine Basisstation steht ziemlich genau neben meiner Siemens-Basisstation und das Fritzfon MT-D hat eine quasi gleichwertige Reichweite, wie ein Siemens S45. In Sachen Sprachqualität bringt das Fritzfon MT-D noch eine weitere Neuerung, die das AVM-Marketing „HD-Telefonie“ nennt und schlicht die Fähigkeit bezeichnet, dass neben dem bei DECT üblichen Codec G.726 auch der Codec G.722 unterstützt, der eine erheblich besser Sprachqualität ermöglicht – wenn die Gegenstelle ebenfalls G.722 unterstützt. Tut sie das nicht, bleibt es bei normaler DECT-Qualität.

Im Gegensatz zu den meisten DECT-Systemtelefonen hat das Fritzfon kein eigenes Telefonbuch, sondern greift auf das Telefonbuch einer DECT-Zentrale zu. Und das geht natürlich nur dann, wenn die DECT-Zentrale so ein zentrales Telefonbuch anbietet, meine Siemens-DECT-Anlage kann das beispielsweise nicht. Ohne eine DECT-fähige Fritzbox ist das Fritzfon MT-D deshalb nur ein einfaches DECT-Systemtelefon, aber immerhin gehört es ja auch zu den günstigeren der Klasse.

Pizzeria Giovanni.

So locker kenne ich den Deutschen Paketdienst (DPD) gar nicht. Haben die Folks doch tatsächlich den Kuchen mit den berüchtigen Calling-Robots umgedreht und bieten es nun jedem an, als offenkundig schmieriger Pizzaristi Giovanni Freunde und Bekannte anzurufen und sie mit einer angeblichen Pizzabestellung zu beglücken, die schon auf dem Weg sei, inklusive Rabattverhandlungen.

Der Clou dabei ist, dass die telefonische Antwort des Gegenübers live gestreamt wird, so dass man interaktiv reagieren kann. Die Frage ist nur, wie lange das gut geht. 😉

DECT mit der AVM Fritzbox 7270.

Meine bestellte Fritzbox 7270 ist heute tatsächlich noch pünktlich zu Weihnachten gekommen, so dass ich gleich mal etwas zum Spielen hatte, bevor ich vor lauter Langeweile noch den Weihnachtsbaum zersäge. Von der Fritzbox 7270 als Telefonanlagenersatz habe ich schon vor einigen Tagen fabuliert und mir deshalb eine bestellt, weil ich mit meinem derzeitigen ISDN-Telefon mit drei Mobilteilen von Siemens zwar nicht gänzlich unzufrieden bin, es dennoch sicherlich besser ginge. Und da ich mit der Fritzbox 7170 durchweg nur gute Erfahrungen mache, fällt der Test des großen Bruders nicht sehr schwer.

Vom Prinzip her ist der Funktionsumfang der 7270 der 7170 gleichwertig, mit zwei großen Unterschieden: Die 7270 hat eine Unterstützung für den WLAN-Standard 802.11n (als Draft) und ist eben eine DECT-Telefonanlage mit der Möglichkeit, DECT-Mobilteile anzusteuern. Rein äußerlich zeigt sich die 7270 in einem etwas größeren Gehäuse und mit drei kleinen Stummelantennen. Zusätzlich befinden sich an der Seite zwei TAE-Anschlüsse für zwei anschließbare Telefone. Ebenso ist die Konfiguration und Bedienung der Fritzbox 7270 weitgehend identisch mit der von der 7170 – eben mit der Ausnahme, dass in den WLAN-Einstellungen 802.11n aktiviert werden kann und es einen gänzlich neuen Menüpunkt zu DECT gibt.

Die Anmeldung von DECT-Mobilteilen gestaltet sich ebenso einfach, wie bei herkömmlichen Telefonanlagen: Mobilteil auf Anmeldung an eine Basisstation stellen, an der Fritzbox entweder den DECT-Knopf an der Gehäuseoberseite oder im DECT-Menüpunkt die Anmeldung eines Mobilteiles forcieren und schon geht es los. Die voreingestellte PIN ist, wie üblich, die „0000“, läßt sich aber auch auf eine eigene Zahl abändern. Ist die Anmeldung erfolgreich gewesen, lässt sich an der Box schließlich noch einstellen, bei welcher MSN das Mobilteil klingeln soll und fertig, das Mobilteil horcht ab sofort.

Wie bei DECT-Mobilteilen üblich, gibt es zwei Modi in deren Gerätesteuerung, nämlich einen internen Modus und einen externen. Im internen Modus wird auf Inhalte im Mobilteil selbst zugegriffen (beispielsweise ein eigenes Telefonbuch im Mobilteil) und beim externen Modus quasi per Terminalsitzung auf eine Menüführung in der Basisstation geschaltet. Letzteres nutzt die Fritzbox 7270 für das zentrale Telefonbuch, das auf der Fritzbox eingerichtet und auch dort gepflegt werden kann. Durch den externen Modus steht es dann auch allen angeschlossenen Mobilteilen zur Verfügung, wenngleich der Zugriff darauf – eben weil auf dieses Telefonbuch quasi online zugegriffen wird – etwas behäbig wirkt.

Mobilteile sind intern relativ umständlich anwählbar, nämlich durch eine bestimmte Kennung. Das erste angemeldete Mobilteil hört auf Stern-Stern-610, das zweite Mobilteil auf Stern-Stern-611 usw. Die Reihenfolge lässt sich nur durch Ab- und wieder Anmelden des Mobilteiles ändern, was wirklich ein Mangel ist. Was wiederum gut funktioniert, sind interne Weiterleitungen – wenn man weiß, wie es funktioniert, denn hier kommt die altbekannte R-Taste ins Spiel und danach die Eingabe der internen Mobilteilkennung. Eine auswählbare Übersicht gibt es nicht, so dass das für Ungeübte wieder einmal Böhmische Dörfer sind.

Andererseits funktionieren grundsätzlich alle DECT-Mobilteile an der Fritzbox 7270, so auch meine Siemens-Mobilteile, die nun plötzlich anders klingeln können oder Anrufe anders auf dem Display anzeigen. Von AVM gibt es auch eigene DECT-Telefone namens Fritzfon MT-C und MT-D, letzteres teste ich ebenfalls, allerdings mit etwas gemischten Gefühlen. Den Verriss dazu gibt es hier.

Telefonanlagereien.

Ich muss zugeben, ich habe mich sehr von der AVM Fritzbox 7270 infizieren lassen. Netzwerktechnisch bewegt sie sich auf Basis der Fritzbox 7170, von der ich mehr als zufrieden bin. Die 7270 ist jedoch zusätzlich eine echte DECT-Telefonanlage und das hat zusammen mit dem Fritzfon MT-D, einem echten DECT-Mobilteil, seinen ultimativen Charme.

Beispielsweise lässt sich auf der Fritzbox ein zentrales, über das Web bedienbares Telefonbuch anlegen und verwalten und auf das die Fritzfon-Mobilteile standardmäßig zugreifen – in der DECT-Mobilteilszene fürwahr keine Normalität, was mich als gestandenen Netzwerker wirklich unglaublich nervt. Ich habe einen massiv vernetzten Haushalt und kann wirklich keine Kommunikationsgeräte gebrauchen, die nur nomadisch zu steuern sind. Wo sind wir denn?

Dazu kommt leider nur die – ich muss es ganz trocken sagen – beschissene Bedienung der Telefone. Die Siemens-Anlage, die ich vor zwei Jahren gekauft habe, ist nun wirklich nicht die billigste gewesen, die Bedienung ist jedoch für Ungeübte nicht intuitiv. Und das ist vor allem dann ärgerlich, wenn meine Eltern telefonieren oder innerhalb der Anlage vermitteln sollen. Der Sinn einer Telefonanlage kann ja nicht sein, dass man am Ende trotzdem die Gespräche per pedes herumtragen muss, weil die Bedienung der Telefone kryptisch ist.

Deshalb, es läuft darauf hinaus, dass zusammengehören soll, was eigentlich zusammengehört. Und wenn die Bellheads das mit dem vernünftigen Telefonbauen nicht hinbekommen, müssen das eben die Netheads machen.

Die Unart des unaufgeforderten Rückrufes.

Kurzum: Ich mag es, wenn jemand bei einem Anruf seine Rufnummer übermittelt. Moderne Telefone ermitteln daraus aus ihrem Telefonbuch den passenden Anrufer und man weiß schom beim Klingeln, der dran ist und möglicherweise einem blüht, wenn er abnimmt. Und wenn mich jemand anruft und ich nicht abnehme bzw. nicht abnehmen kann, sehe ich seine Rufnummer und kann entscheiden, ob ich zurückrufe oder nicht.

Aber bitteschön: Ich rufe doch nicht jeden zurück, dessen Nummer ich nicht kenne, oder? Deshalb ist es mir wirklich unverständlich, warum manche Leute auf die Idee kommen, ihre komplette Liste mit verpassten Anrufen abzutelefonieren. Denn vielleicht hat sich einer verwählt. Oder vielleicht geht dann jemand an den Hörer ran, der gar nicht versucht hat, anzurufen. Oder vielleicht ist die übermittelte Rufnummer gar nicht die Rufnummer, von der aus angerufen wurde (beispielsweise von einer Nebenstelle). Und oft kommt alles das auch zusammen. Ein Bekannter von mir, der in einer Telefonzentrale eines größeren Unternehmens arbeitet, berichtet jedenfalls, dass immer häufiger Anrufe kommen von Menschen, die berichten, dass jemand von diesem Anschluss aus sie anrufen hat wollen. Und das nervt. Wenn jemand anruft und jemanden nicht erreichen kann, dann soll er das nochmal probieren oder bleiben lassen.

Und natürlich haben auch schon Gauner diesen Trend entdeckt und lassen von Automaten anrufen, die jeweils nur für einen Bruchteil einer Sekunde klingeln lassen, die übermittelte Rufnummer aber dann in der Liste der verpassten Anrufe steht. Ist das dann eine kostenpflichtige Rufnummer, wird mit Mist Geld verdient und im Zweifelsfall kann der Gauner sich immer darauf berufen, dass er ja nicht angerufen hat und auch nicht zum Rückruf aufgefordert hat.

VoIP mit Tücken.

Wir experimentieren im Büro derzeit stark mit Voice-over-IP. Einerseits, um uns damit Wissen anzuhäufen, den man für spätere Kundenprojekte haben sollte, und zum anderen, um damit mittelfristig Ersatz für unsere betagte, klassische Telefonanlage zu bekommen.

Realisiert wird das mit einer Telefonanlage auf Softwarebasis, die auf einem zentralen Server installiert wird und externen VoIP-Telefonen, die ganz normal per Ethernet im unserem LAN hängen und sich am Anlagenserver anmelden. Gesprochen wird SIP. Alles in allem eigentlich weitgehend standardisiert, die Gesprächsqualität ist auch von normaler ISDN-Qualität nicht zu unterscheiden.

Was allerdings wirklich tückisch ist, ist das VoIP-Telefon, in unserem Testfall das Modell 320 von Snom. Eine Menge Knöpfe, die eigentlich so bedienbar sein sollten, wie auf normalen ISDN- oder Anlagentelefonen, allerdings funktionieren sie nicht so. Wir haben nun zu zweit fast eine halbe Stunde damit experimentiert, ein eingehendes Gespräch auf ein anderes Telefon umzuleiten, was uns nach einer wahren Knöpfendrückerorgie partout nicht gelingt. Die Dokumentation der Telefone beschränkt sich auf eine Kurzanleitung, in der die einzelnen Knöpfe beschrieben sind und wie man das Telefon an die Wand hängen kann, ohne dass dann der Höher herunterfällt, aber beim Rest hängen wir da recht hübsch in der Luft.

Wissen schaffen – und damit ist das Wissen an der Front gemeint – ist mitunter eine äußerst steinige Angelegenheit. Und es ist doch ein Unterschied, ob ein Hersteller Telefone erst seit 10 Jahren baut, oder seit 50.