Telefonbuch-Export aus der Fritzbox, sehr leicht gemacht.

AVM hat zugehört, verstanden, gehandelt und das etwas leidige Problem mit dem Export des Telefonbuches aus der Fritzbox deutlich vereinfach und meines erachtens final gelöst – es gibt nämlich in den aktuellen Labor-Firmwares zur zukünftigen Version 54.04.74 (Fritzbox 7270) eine Funktion direkt unterhalb des Fritzbox-Telefonbuches in Form von mehreren Buttons, mit denen ein Telefonbuch gesichert und wiederhergestellt werden kann.

Desweiteren gibt es in den Labor-Firmwares auch die Möglichkeit zur Anlage von mehreren Telefonbüchern, die dann auch auf den Mobilteilen gesondert ausgewählt werden können.

Wie immer gilt bei Hinweisen auf Beta-Versionen von Soft- und Firmware: Nicht auf Produktivsystemen einsetzen, wenn man nicht das Basteln gewohnt ist und nicht riskieren möchte, evt. auch wieder eine frühere Firmware-Version einzuspielen. Und vor dem Einspielen einer Labor-Firmware auf jeden Fall erst einmal die Fritzbox auf die aktuelle, freigegebene Firmware-Version aktualisieren, die Konfiguration abspeichern und dann erst die Labor-Firmware einspielen. Wenn nämlich alles schiefgeht, kann man wieder die letzte, freigegebene Firmware-Version einspielen und hat dann auch gleich die Konfiguration parat. Ja, ich sage das hier aus eigener Erfahrung.

Wer sicher gehen möchte, wartet auf die finale Version 54.04.74, die dürfte in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

AVM Fritzfon MT-D.

Mit dem weihnachtlichen Kauf der DECT-fähigen AVM Fritzbox 7270 habe ich gleichzeitig auch das DECT-Mobilteil Fritzfox MT-D gekauft, das es just zu diesem Zeitpunkt von einem Händler im Amazon.de-Marketplace für einen unschlagbaren Preis angeboten wurde. Und als DECT-Mobilteil kann man grundsätzlich nicht allzuviel falsch machen, denn so ein Mobilteil funktioniert auch an anderen DECT-Anlagen, sonst wäre es kein DECT-Mobilteil.

Der Lieferumfang des Fritzfon MT-D ist kompakt: Neben dem Mobilteil gibt es einen (leider etwas fummelig einzusetzenden) Akku, eine Ladeschale, ein Ladegerät und eine Kurzanleitung. Angebunden wird das Mobilteil, wie bei DECT üblich, mit dem Anmeldemodus der Telefonanlage und einer PIN, was innerhalb von zwei Minuten erledigt ist. Ist das passiert, ist das Telefon auch umgehend funktionsfähig. Das Paaren des Mobilteiles mit der Fritzbox 7270 ist erwartungsgemäß problemlos. Praktischerweise bietet das Fritzfon MT-D die Möglichkeit, Paarungen mehrerer Basisstationen zu speichern, so ist zum Beispiel das Wechseln zwischen der Siemens-Anlage und der Fritzbox wirklich nur ein Knopfdruck, wenn das Mobilteil an beiden Basisstationen einmal angemeldet wurde.

Das Telefon kommt durchaus schick daher. Der schwarze Riegel liegt gut in der Hand, ist nicht zu schwer und nicht zu leicht. Das Gehäuse ist aus leider sehr fingerabdruck- und kratzerempfindlichen Kunststoff. Das Display ist monochrom und gut beleuchtet, die Bedienführung AVM-typisch gut. Man merkt, dass die AVM-Leute in Sachen Benutzerführung einfach den Blues haben. Die Bedientasten sind übrigens identisch wie bei vielen anderen DECT-Mobilteilen, die zentrale Steuertaste ist haargenau genauso belegt, wie meine Siemens S45-Mobilteile und auch ebenso zu bedienen.

Ein Hammer des Fritzfon MT-D offenbarte sich, als ich im Bett einmal die Bedienbarkeit im Dunklen und die Helligkeit der Tastatur testen wollte – es gibt nämlich keine Tastaturbeleuchtung! Und das ist wirklich ein Mangel, den was bringt eine gar nicht so üble Displaybeleuchtung, wenn man im Dunklen das Telefon gar nicht bedienen kann, wenn man sich nicht auf den Fingerblindflug verlässt? Zwar trifft man die Ziffern und Bedienelemente mit etwas Übung, dennoch ist eine fehlende Tastaturbeleuchtung wirklich ein gewaltiges Ding, das das Telefon gnadenlos abwertet.

Zu meckern gibt es am Telefonischen wiederum nichts: Die Sprachqualität ist DECT-typisch sehr gut, die Reichweite ebenso. Meine Basisstation steht ziemlich genau neben meiner Siemens-Basisstation und das Fritzfon MT-D hat eine quasi gleichwertige Reichweite, wie ein Siemens S45. In Sachen Sprachqualität bringt das Fritzfon MT-D noch eine weitere Neuerung, die das AVM-Marketing „HD-Telefonie“ nennt und schlicht die Fähigkeit bezeichnet, dass neben dem bei DECT üblichen Codec G.726 auch der Codec G.722 unterstützt, der eine erheblich besser Sprachqualität ermöglicht – wenn die Gegenstelle ebenfalls G.722 unterstützt. Tut sie das nicht, bleibt es bei normaler DECT-Qualität.

Im Gegensatz zu den meisten DECT-Systemtelefonen hat das Fritzfon kein eigenes Telefonbuch, sondern greift auf das Telefonbuch einer DECT-Zentrale zu. Und das geht natürlich nur dann, wenn die DECT-Zentrale so ein zentrales Telefonbuch anbietet, meine Siemens-DECT-Anlage kann das beispielsweise nicht. Ohne eine DECT-fähige Fritzbox ist das Fritzfon MT-D deshalb nur ein einfaches DECT-Systemtelefon, aber immerhin gehört es ja auch zu den günstigeren der Klasse.

DECT mit der AVM Fritzbox 7270.

Meine bestellte Fritzbox 7270 ist heute tatsächlich noch pünktlich zu Weihnachten gekommen, so dass ich gleich mal etwas zum Spielen hatte, bevor ich vor lauter Langeweile noch den Weihnachtsbaum zersäge. Von der Fritzbox 7270 als Telefonanlagenersatz habe ich schon vor einigen Tagen fabuliert und mir deshalb eine bestellt, weil ich mit meinem derzeitigen ISDN-Telefon mit drei Mobilteilen von Siemens zwar nicht gänzlich unzufrieden bin, es dennoch sicherlich besser ginge. Und da ich mit der Fritzbox 7170 durchweg nur gute Erfahrungen mache, fällt der Test des großen Bruders nicht sehr schwer.

Vom Prinzip her ist der Funktionsumfang der 7270 der 7170 gleichwertig, mit zwei großen Unterschieden: Die 7270 hat eine Unterstützung für den WLAN-Standard 802.11n (als Draft) und ist eben eine DECT-Telefonanlage mit der Möglichkeit, DECT-Mobilteile anzusteuern. Rein äußerlich zeigt sich die 7270 in einem etwas größeren Gehäuse und mit drei kleinen Stummelantennen. Zusätzlich befinden sich an der Seite zwei TAE-Anschlüsse für zwei anschließbare Telefone. Ebenso ist die Konfiguration und Bedienung der Fritzbox 7270 weitgehend identisch mit der von der 7170 – eben mit der Ausnahme, dass in den WLAN-Einstellungen 802.11n aktiviert werden kann und es einen gänzlich neuen Menüpunkt zu DECT gibt.

Die Anmeldung von DECT-Mobilteilen gestaltet sich ebenso einfach, wie bei herkömmlichen Telefonanlagen: Mobilteil auf Anmeldung an eine Basisstation stellen, an der Fritzbox entweder den DECT-Knopf an der Gehäuseoberseite oder im DECT-Menüpunkt die Anmeldung eines Mobilteiles forcieren und schon geht es los. Die voreingestellte PIN ist, wie üblich, die „0000“, läßt sich aber auch auf eine eigene Zahl abändern. Ist die Anmeldung erfolgreich gewesen, lässt sich an der Box schließlich noch einstellen, bei welcher MSN das Mobilteil klingeln soll und fertig, das Mobilteil horcht ab sofort.

Wie bei DECT-Mobilteilen üblich, gibt es zwei Modi in deren Gerätesteuerung, nämlich einen internen Modus und einen externen. Im internen Modus wird auf Inhalte im Mobilteil selbst zugegriffen (beispielsweise ein eigenes Telefonbuch im Mobilteil) und beim externen Modus quasi per Terminalsitzung auf eine Menüführung in der Basisstation geschaltet. Letzteres nutzt die Fritzbox 7270 für das zentrale Telefonbuch, das auf der Fritzbox eingerichtet und auch dort gepflegt werden kann. Durch den externen Modus steht es dann auch allen angeschlossenen Mobilteilen zur Verfügung, wenngleich der Zugriff darauf – eben weil auf dieses Telefonbuch quasi online zugegriffen wird – etwas behäbig wirkt.

Mobilteile sind intern relativ umständlich anwählbar, nämlich durch eine bestimmte Kennung. Das erste angemeldete Mobilteil hört auf Stern-Stern-610, das zweite Mobilteil auf Stern-Stern-611 usw. Die Reihenfolge lässt sich nur durch Ab- und wieder Anmelden des Mobilteiles ändern, was wirklich ein Mangel ist. Was wiederum gut funktioniert, sind interne Weiterleitungen – wenn man weiß, wie es funktioniert, denn hier kommt die altbekannte R-Taste ins Spiel und danach die Eingabe der internen Mobilteilkennung. Eine auswählbare Übersicht gibt es nicht, so dass das für Ungeübte wieder einmal Böhmische Dörfer sind.

Andererseits funktionieren grundsätzlich alle DECT-Mobilteile an der Fritzbox 7270, so auch meine Siemens-Mobilteile, die nun plötzlich anders klingeln können oder Anrufe anders auf dem Display anzeigen. Von AVM gibt es auch eigene DECT-Telefone namens Fritzfon MT-C und MT-D, letzteres teste ich ebenfalls, allerdings mit etwas gemischten Gefühlen. Den Verriss dazu gibt es hier.

Telefonanlagereien.

Ich muss zugeben, ich habe mich sehr von der AVM Fritzbox 7270 infizieren lassen. Netzwerktechnisch bewegt sie sich auf Basis der Fritzbox 7170, von der ich mehr als zufrieden bin. Die 7270 ist jedoch zusätzlich eine echte DECT-Telefonanlage und das hat zusammen mit dem Fritzfon MT-D, einem echten DECT-Mobilteil, seinen ultimativen Charme.

Beispielsweise lässt sich auf der Fritzbox ein zentrales, über das Web bedienbares Telefonbuch anlegen und verwalten und auf das die Fritzfon-Mobilteile standardmäßig zugreifen – in der DECT-Mobilteilszene fürwahr keine Normalität, was mich als gestandenen Netzwerker wirklich unglaublich nervt. Ich habe einen massiv vernetzten Haushalt und kann wirklich keine Kommunikationsgeräte gebrauchen, die nur nomadisch zu steuern sind. Wo sind wir denn?

Dazu kommt leider nur die – ich muss es ganz trocken sagen – beschissene Bedienung der Telefone. Die Siemens-Anlage, die ich vor zwei Jahren gekauft habe, ist nun wirklich nicht die billigste gewesen, die Bedienung ist jedoch für Ungeübte nicht intuitiv. Und das ist vor allem dann ärgerlich, wenn meine Eltern telefonieren oder innerhalb der Anlage vermitteln sollen. Der Sinn einer Telefonanlage kann ja nicht sein, dass man am Ende trotzdem die Gespräche per pedes herumtragen muss, weil die Bedienung der Telefone kryptisch ist.

Deshalb, es läuft darauf hinaus, dass zusammengehören soll, was eigentlich zusammengehört. Und wenn die Bellheads das mit dem vernünftigen Telefonbauen nicht hinbekommen, müssen das eben die Netheads machen.