Ein neuer Platzhirsch: Hoogle.

Wenn man zumindest SPIEGEL Online in seiner Newsticker-Übersicht in der Netzwelt-Rubrik glauben soll:

SPIEGEL Online: "Hoogle"

Sie meinten natürlich Google. Und wie es sich für SPIEGEL Online gehört, muss man schnell sein, denn sie haben den Fehler ruckzuck behoben. Um so wertvoller sind solche Screenshots. 🙂

Die SPIEGEL-Bilanz zu Ursula von der Leyen.

In einem eher launischen Artikel bilanziert der SPIEGEL die Große Koalition und kommt zum völlig überraschenden Ergebnis, dass man eine Neuauflage der Großen Koalition nicht unbedingt mehr möchte. Bemerkenswert finde ich aber folgenden Satz, hübsch vor allem die letztgenannte Ministerin:

„Natürlich finden sich gute Besetzungen in Merkels Kabinett: Peer Steinbrück als Finanzminister, Frank-Walter Steinmeier als Außenminister, Wolfgang Schäuble als Innenminister, Ursula von der Leyen als Ursula von der Leyen.“
— DER SPIEGEL 36/2009 vom 31.08.2009

Haarscharf erfasst. Übrigens kommt Ursula von der Leyen am 22. September auch nach Pforzheim, leider aber schon um 12.30 Uhr. So wird der Besuch im Pforzheimer Mehrgenerationenhaus dann leider wieder nur eine weitgehend reine Seniorenveranstaltung mit der üblichen Dialektik. Wer Zeit und eine Videokamera hat, kann sich das ja mal antun, da springt sicherlich wieder was zum Thema Zensursula heraus.

Port mortem: rottenneighbor.com.

Nur für den Abschlussbericht: rottenneighbor.com, die Denunziantenplattform, bei der wir ahnungslose Menschen in der Blogosphäre noch darüber amüsiert lächelten, dass deren Netzwerkstörungen vielleicht ja Zensurmaßnahmen sein könnten (da gab es Zensursula ja noch nicht), ist nun wohl endgültig hinüber. Seit einigen Tagen prangt beim Ansurfen der Website folgender Hinweis, Rechtschreibfehler inklusive: “We’re sorry, we are currently down for maintanence.”

Schade drum. rottenneighbor.com hätte sicherlich mit nur wenig Phantasie auch dieses Jahr als Sommerloch-Retter für gelangweilte Journalisten dienen können, wenn gar nichts mehr geht.

Wo wir beim Thema sind: Henryk M. Broder hat mal wieder ein publizistisches Highlight ins Internet gerotzt, diesmal endlich auch auf dem Niveau, wie man es eigentlich zu erwarten hat. Auch hier bin ich mir gar nicht so sicher, ob er die Passagen, die er möglicherweise ironisch meint, auch wirklich ironisch meint. Immerhin scheint er gesund zu sein. Gut, dass wir das jetzt wissen.

Damit wir es nicht vergessen.

Aus dem SPIEGEL dieser Woche (12/2009) im Artikel „Surfen mit Stoppschild“ auf Seite 163:

„Tatsächlich melden im Windschatten der Von-der-Leyen-Initiative unterschiedlichste Gruppen Begehrlichkeiten an. Das Innenministerium in Hessen lud Internet-Anbieter bereits zum Gespräch über die Sperrung illegaler Glücksspielseiten, die Kommission für Jugendmedienschutz bestellte sie zuletzt zweimal ein, um über die Blockade „jugendschutzrelevanter“ Seiten zu sprechen. Und die Musikindustrie wirbt zum besseren Schutz ihrer Urheberrechte statt für Sperren sogar für Platzverweise: Im Justizministerium plädierte die Branche unlängst für die französische Lösung. Dort werden die Nutzer bei illegalen Download-Versuchen zunächst verwarnt, beim nächsten Versuch wird ihre Internet-Verbindung für einen Monat lahmgelegt.“

Und:

„Hilfe erhält sie [Ursula von der Leyen] vom Innenminister. ‚Kinderpornografie ist abscheulich‘, sagt Schäuble. ‚Wir sollten mit vereinten Kräften dagegen vorgehen, anstatt mit juristischen Spitzfindigkeiten den Eindruck zu erwecken, unsere Verfassung schütze Kinderpornografie. Das ist doch absurd.‘

Wir müssen weiterhin aufmerksam bleiben, das Geschwür wuchert unaufhaltsam weiter.

SPIEGEL ONLINE für Content-Jäger.

Für Leute, die nichts zu Schreiben haben, aber Content machen müssen, hat SPIEGEL ONLINE nun die ultimative Lösung und bietet einen ganzen Stall von Widgets an, die man sich wirklich überall hin kleben kann. Die Widgets für Blogs werden über Netvibes ausgestattet, was schon mal nicht ganz so verkehrt ist.

Die zu klärende Frage ist jedoch eine andere: Wer will sich freiwillig einen Newsstream von SPIEGEL ONLINE ins Blog hängen und damit punkten? Irgendwie am Thema vorbei, wenn die unumstritten größte Nachrichten-Website im deutschsprachigen Raum per Blog-Widgets auf sich aufmerksam machen will. Mit Ausnahme von SPAM, das ist notwendig.

Der SPIEGEL beackert Social Networks.

Eigentlich schön zu sehen, dass die Redaktion des gedruckten SPIEGEL sich so langsam durch alle gängigen Web-2.0-Technologien durchgearbeitet hat: Letztes Jahr waren es noch die Blogger, die halbdebil sich vor allem nur selbst onanierend feiern, nun sind es die kleinen, engen, siebzehn- bis zwanzigjährigen Mädchen, die saufend von Party zu Party springen und als virtuelle Trophäen Fotos von „tätowierten Schambeinen, blanken Hinterteilen, gebleckten Zungen, delirös verdrehten Augen“ in Social Networks hinterlassen.

Bei solchen Sätzen in ersten Absätzen von SPIEGEL-Artikeln über aktuelle Internet-Entwicklungen hält mich normalerweise nicht mehr sonderlich viel davon ab, einfach weiterzublättern. Es kommt nur selten etwas gutes dabei heraus, wenn Journalisten so anfangen. Allerdings, und da sei dem SPIEGEL diesmal fast schon wieder Respekt gezollt: Das Titelbild mit dem Titel „Fremde Freunde – Vom zweifelhaften Wert digitaler Beziehungen“ weckt zwar wieder dunkelste Inquisitionserinnerungen wach, der Artikel selbst ist allerdings in fast schon vernünftigem Ton gehalten – abgesehen von der Einleitung und dem üblichen Bebildere, bei dem man praktischerweise offensichtlich eben auf gemeinfreie Bilder in eben diesen Social Networks zurückgreifen konnte.

Erzählt werden so Geschichten einer siebenundzwanzigjährigen Maja, die nach Düsseldorf gezogen ist, niemanden kannte und über soziale Netzwerke einen völlig neuen Bekanntenkreis bilden konnte. Ein Sebastian aus Frankfurt/Main holt sich über couchsurfing.com bis dato unbekannte Menschen gar in die heimische Wohnung und lässt sie dort kostenlos übernachten. Im Artikel spart man sich doch tatsächlich noch gehässige Kommentare auf diese Menschen, dabei könnte man ja mit unbekannten Menschen, die von einer Website, die den Begriff eines Schlafmöbels beinhaltet, ganz andere Dinge machen, als sie einfach nur treffen:

„In der Online-Welt machen die jungen Netzwerker, was sie auch im Leben draußen vornehmlich tun: herumhängen. Sie klicken durch die Profilseiten der Freunde, sie lesen, was es Neues gibt, hinterlassen neckische Kommentare und laden Handyfotos vom Popkonzert hoch.“

Huch, so harmlos? Nicht ganz, denn im Artikel spricht man das (durchaus nicht unsensible) Problem an, dass die geringen Medienbrüche zwischen SMS, Online-Community und sozialen Netzwerken ein erheblich stärkeres Konfliktpotential in ganz anderen Eskalationsgrößen haben können. War die heimische Wohnung bei Streitigkeiten ein Rückzugsort, so gibt es diese bei solch vernetztem Mobbing nicht mehr.

Im beginnenden Herbst des Artikels geht man sogar auf den professionellen Part sozialer Netzwerke ein, nämlich die Möglichkeiten von Business-Netzwerken. Unvermeidlich hier ein Xing-Nutzer, der offensichtlich den Wert eines jeder seiner Xing-Kontakte durch seine Geschäftsbücher beziffern könnte. Und da bleibt dann auch der kurze Weg zu Politik 2.0 nicht aus und führt aus, dass es erst online möglich wurde, innerhalb kürzester Zeit starke Vernetzungseffekte für politische Themen zu bilden und man befürchtet, dass „für das Superwahljahr 2009 ein Online-Wahlkamf neuer Güte drohe“ – als ob es schon mal einen Online-Wahlkampf mit Güte in Deutschland gegeben hätte.

Weiter geht es im Artikel mit Micro-Blogging-Formaten und da so mit Twitter, als ob Twitter das einzige Micro-Blogging-Format wäre. Während bei den Terroranschlägen in Mumbai die Micro-Blogger sehr schnell am Werk waren, war es im aktuellen Gaza-Konflikt schon sehr spärlich. Offenbar darum:

„Arme Gegenden mit dürftiger Stromversorgung haben offenbar andere Sorgen – das schicke Medium gedeiht eher in technisch besser versorgten Metropolen. Aber auch dort ist es, wie der Fall Mumbai zeigte, nicht eben zuverlässig: Da war die Rede von Angriffen auf ein Marriott-Hotel, die es nie gab; manches entstammte nur dem Hörensagen, wurde falsch abgeschrieben oder einfach nur aufgebauscht. Im Netzgezwitscher mischen sich falsche Mitteilungen unentwirrbar mit wahren, und die Selbstorganisation kann jederzeit umschlagen in entfesselten Unverstand.“

So am Rande: Kleiner handwerklicher Fehler, denn das ist schon richtig, was der SPIEGEL hier schreibt, allerdings sagt ja auch niemand, dass Twitter-Streams einen wie auch immer gearteten Ersatz für Nachrichtensendungen darstellen sollen, auch wenn Journalisten bei aktuellen Ereignissen inzwischen gar nicht so ungern von diesen neuen Medienströmen zitieren.

Wie man Falschinformationen und im späteren Leben eher unerwünschte Inhalte wieder aus dem Netz bekommt, ist dann das Thema gegen Ende des Artikels. Dass das kaum wirklich geht, ist ein logischer Rückschluss, immerhin hat man sich aber kundig darüber gemacht, dass es gar Dienste gibt, die gegen Bezahlung fingierte und positive Falschinformationen von Menschen einstellen, um deren Image wieder im Internet aufzupolieren. Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht, so dass ich dann doch sogar noch etwas gelernt habe.

Und natürlich: Man möge doch bitte seine Inhalte in sozialen Netzwerken nicht ganz so offen zur Schau stellen, um sich davor zu schützen, dass andere Menschen diese Informationen verwursten, so wie im Fall der Co-Pilotin der Lufthansa-Maschine, die bei schweren Turbulenzen am Hamburger Flughafen beinahe verunglückt wäre und über die sich die BILD-Zeitung (wer sonst?) in ihrem StudiVZ-Profil kundig gemacht hat, um dann über Aspekte ihres Lebens zu schreiben.

Wahnsinn, was ist denn in den SPIEGEL gefahren? So sanft, so freundlich, so fundiert. Liegt es daran, dass man eben nicht dauerhaft auf die neuen Medien schimpfen kann, die man inzwischen auch selbst nutzt? Oder haben sich da endlich einmal ein paar fachlich versierte Journalisten hingesetzt und das Objekt der Begierde endlich tatsächlich einmal von verschiedenen Seiten aus beleuchtet? Es fällt jedenfalls auf. Hat lange gedauert.

SPIEGEL-Online ist im Urlaub.

Zumindest teilweise, wie mir scheint. Nicht, weil SPIEGEL Online gerade übermäßig langweilig wäre, sondern weil ich gestern einen (harmlosen) Leserbrief auf einen Artikel geschrieben und ich nun als Souvenir von zwei Redakteuren eine Abwesenheitsnachricht erhalten habe, zusätzlich zur obligatorischen Hinweisnachricht, dass mein Leserbrief angekommen sei und man so viele bekommen würde, dass man nicht jede einzelne beantworten könne. Na denn.

Die benutzen Lotus Notes… die armen Hunde. 😉

Frohe Weihnachten und so!

Heute ist blog-technisch vermutlich einer der schwächsten Tage im Jahr, jedenfalls bloggt heute niemand, außer Oli in enz.info. Vermutlich sitzen auch kaum Leute im Büro und starren in die Landschaft hinaus, denn es hat heute noch niemand (!) angerufen. Und ich habe auch nicht eine einzige E-Mail im dienstlichen Postfach (mal abgesehen vom Spam). Keine Anrufe, keine klingelnden Paketboten, keine E-Mails – es könnte einem Angst und Bange werden, wenn nicht gerade Weihnachten ist. 🙂

Der Tag hat schon unrühmlich begonnen, als ich heute Morgen um 0:20 Uhr im Bowlen in PlayStation Home wunderbar in einem Spiel gegen drei nette Franzosen in Führung lag, bis sich der PlayStation-Home-Client aufgehängt hat und das Problem nur durch einen Konsolen-Reset behoben werden konnte. „This is living„, nicht?

Der Heise-Verlag hat heute auch die Spendierhosen an und spendet zwei Science-Fiction-Kurzgeschichten mit den Titel „Glas“ und „Das ferne Dröhnen der Motoren„. Vielleicht ganz nett für Anfänger der Materie, ich finde die Geschichten eher mager.

Ansonsten staune ich seit einigen Tagen auch über den im Internet immer besser anlaufenden Wahlkampf von Barack O’Gümbel und vor allem darüber, wie er sich gut in den elektronischen Medien gibt. Da es hierfür nach wie vor keine Vergleiche mit anderen, deutschen Politikern gibt, ist das eine Pionierleistung, die sogar wohlwollend von der Politikredaktion von SPIEGEL Online honoriert wird, ganz nach dem schwäbischen Paradigma: „Net g’schimpft isch g’nug g’lobt.“

Was noch? Ach ja, Fernsehen. Die ARD ballert zu Weihnachten eine Reihe von Fernsehadaptionen berühmter Märchen ins Programm, die Daniel Haas („Verstehen Sie Haas?“) nur noch mit extrem viel Sarkasmus erträgt. Möglicherweise kann ich ihm da nur zustimmen, denn schon die Produktionsbilder lassen Dunkles erahnen.

Die Redaktion der Hannoverschen Allgemeinen hat nun seit um 12 Uhr die Gewissheit, dass 281 Euro für gemeinnützige Zwecke aus privater Tasche abzudrücken sind. Der Grund ist, dass seit 3. Dezember 281 neue Twitter-Follower der hauseigenen Twitter-Streams nach einer Aufrufaktion hinzugekommen sind und nun rund 430 Follower den Stream mitlesen. Jetzt müssen sie nur noch auch vernünftige Inhalte in den Stream packen, dann halten sie bis Mitte nächstes Jahres auch mindestens die Hälfte der jetzigen Follower noch. 😉

Ach ja, Stichwort Twitter. Hat SPIEGEL Online noch vor einigen Monaten die Twitter-Aktivitäten von SPD-Generalsekretär in Grund und Boden verteufelt, sieht man sich heute offenbar Twitter-Leitmedium, denn plötzlich ist das alles ja richtig toll! Und weil schon die RSS-Feeds von SPIEGEL Online eine Katastrophe sind (weil nur die Überschrift gefeedet wird und nicht der Content), hat man das kurzerhand auch in Twitter abgebildet, da man sich hier wenigstens damit herausreden kann, dass man kaum eine SPIEGEL-Online-Nachricht in 140 Zeichen packen kann. Darüber ließe sich streiten. Man kann aber auch offiziell ein Facebook-Freund von ihnen werden. Und wie es sich für schwachsinnige Aktionen für Lemminge gehört, haben sie auch schon über 3.000 Facebook-Freunde..

Nun denn, lassen wir das. Spielverderber sind die Günstlinge von morgen. Was mich wieder daran erinnert, mich weiter mit meinen noch zu schreibenden Aphorismen zu befassen, anstatt auf die heute Abend zu erhaltenen Geschenke zu warten, die weitgehend die obligatorischen Socken und Pullover in Schwarz enthalten. In diesem Sinne.. 😉

„Jenny B.“ bei SPIEGEL ONLINE.

Das vielbeschimpfte Internet ist schon toll, vor allem auch für klassische Medien. Musste man doch früher, wenn man das Leben von bis dato weitgehend namenlosen Opfern nachzeichnen wollte, extra zum Wohnort herausfahren, um das Haus des Opfers herumlungern, Nachbarn oder den Bäcker/Friseur/Tankwart befragen, sich mit anderen Leichenfledderern Reportern vor Ort herumschlagen und BILD lesen.

Heute ist das ganz einfach: Man nehme den Namen und lege los. So passiert das gerade mit einer gewissen Jenny B. Das ist die Frau, die vom Segelschulschiff Gorch Fock aufgrund noch ungeklärter Umstände ins Meer gefallen und ertrunken ist. SPIEGEL ONLINE nennt sie superkorrekt „Jenny B.“ und schreibt:

„Durchsucht man mit dem vollständigen Namen der Seekadettin Jenny B. das Internet, stößt man schnell auf eine Seite, die betroffener kaum machen könnte. Es ist bloß ein kurzer Eintrag, den die 18-Jährige hinterlassen hat, doch selbst die wenigen Zeilen erzählen von einer lebenslustigen, unbekümmerten, „recht ordentlichen“ jungen Frau, die „das Leben genießen“ wollte und sich als „Typ zum Pferde stehlen“ beschrieb. „Das Leben ist zu kurz, um langsame Musik zu hören“, verkündete sie übermütig.“

Wie praktisch doch so soziale Netzwerke sind. Die betreffende Seite findet sich hier bei einem Dienst namens „Netlog“ und da steht folgendes:

„Also, ich bin 17 Jahre jung, im Sternzeichen Jungfrau geboren. Mein Vorname stammt aus dem keltischen und bedeutet „Die Weisse“ und genau das bin ich auch
Ich bin recht ordentlich, setze mich sehr für meine Freunde ein (*allen mal ein Bussi zukommen lass*) und bin ein Typ zum Pferde stehlen!“

Ein Text, der kürzer ist als die Zusammenfassung von SPIEGEL ONLINE. Und der, wenn man rechnet, ein bis zwei Jahre alt ist. Und der, wenn man näher überlegt, auch von jedem geschrieben sein kann. Und der, wenn wir ehrlich sind, so richtig belanglos ist, weil es weder die Person beschreibt, weder wirklich jemanden betroffen machen kann und das Unglück nicht aufklärt. Es taugt am ehesten nur für eine Einleitung in die Nachricht, dass die Leiche nun gefunden ist und eigentlich nicht sonderlich viel mehr dazu zu berichten wäre.

Aber das ist in so Dingen wurst, die nachrichten- bzw. klatschgeile Klientel muss mit Inhalten versorgt werden, so belanglos und fragwürdig sie auch immer sind. Früher musste man sich dazu meist kalte Füsse draußen, in der Welt, holen. Heute ist das alles so praktisch!

[Nachtrag um 17:43: Ich habe den vollen Nachnamen aus diesem Artikel wieder entfernt. Nicht, weil ich der erste gewesen wäre – das hat die Welt Online getan – sondern weil unmittelbar sehr viele Besucher über Google diesen Namen recherchieren und hier landen. Es ist zwar unglaublich verlogen von mir, den Nachnamen wieder zu entfernen und so zu tun, als ob ich ihn nicht gesehen hätte, aber mir scheint das an dieser Stelle angebracht.]