Home > Home > SPD

| Abonnieren via RSS

Eine kleine Erfolgsgeschichte.

29. Januar 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in BlogWelt

Das SPD-Blog Baden-Württemberg war schon immer ein seltsames Ding. Schon zu Beginn meiner Zeit, als ich im Dezember das Blog das erste Mal sah, wunderte ich mich, wie schnell man da zum Schreiben kam. Einfach mal angemeldet, sofort freigeschaltet und dann einfach mal Schreiben, was ich auch gleich schamlos dazu ausgenutzt habe, im Vorfeld des Landtagswahlkampfes den Spitzenkandidaten der Konkurrenz ins Visier zu nehmen. ;-)

Nach der Landtagwahl 2006 kam auch im Blog etwas die Katerstimmung auf. Einige Initiatoren waren anderweitig mit Projekten beschäftigt, anderer hatten schlicht keine Lust (darunter zähle auch ich) und im Laufe der Zeit wurde dann auch die vorhandene WordPress-Installation immer älter und älter.

Die Unkompliziertheit des Blogs war einer der wichtigsten Punkte des Blogs. Die Internet-Aktivitäten des Landesverbandes waren zum damaligen Zeitpunkt bescheiden, die Landesverbandsseite mehr schlecht als recht und dass dann auch noch Leute aus der Basis auf einer halboffiziellen Website des Landesverbandes einfach mal so schreiben konnten, das war schon etwas besonderes. Und obwohl in der Zwischenzeit der baden-württembergische Landesverband in Sachen Webpräsenzen in den Gliederungen und Arbeitsgemeinschaften bundesweit zu den besten Landesverbänden gehört, hat das Blog immer noch seinen eigenen Charme.

Im letzten Jahr hat dann Dirk Baranek in unseren regelmäßigen Gesprächen über die Internet-Aktivitäten des Landesverbandes das Thema des etwas anstaubenden Blogs angesprochen. Man muss es wie im klassischen Projektmanagement angehen, denn nichts anderes geht an dieser Stelle, wenn mehrere Menschen etwas bewerkstelligen sollten. Wir haben dann eine Art Frühjahrsputz begonnen (was von der Zeit her eher ein “Herbstputz” war), WordPress aktualisiert, dem ganzen Ding eine neue Tapete verpasst und begonnen.

Schön ist es, wenn zwei Leute ein redaktionelles Tandem besteigen und einfach “Diskussionsgras” aussäen. Das hat dann erstaunlicherweise sofort vom ersten Tag an funktioniert, was zeigte, dass das Blog noch in genügend RSS-Readern vor sich hinschlummerte. Dann noch etwas die sozialdemokratische Bloggerbasis informieren und schon waren wir wieder im Geschäft. Den virtuellen Defibrillator, den wir für alle Fälle im Schrank hatten, brauchten wir dann schon mal gar nicht. Und wir haben weder einen Artikelplan, noch eine Redaktionssitzung.

Der Nebeneffekt ist, dass das offensive Bloggen offensichtlich ansteckend wird. Kaum machen ein paar die Speerspitze, trauen sich die anderen auch aufs Boot. Mit Ute Vogt und Jörg Tauss sind es immerhin die Landesvorsitzende und der Landesgeneralsekretär, die nun auch das Blog geentert haben. Es funktioniert. Man muss säen. Nicht einfach nur das Holz und den Bauplan hinstellen sondern konkret anfangen, das Schiff zu bauen und dabei davon zu sprechen, was am Ende mit diesem Schiff gehen kann.

Mit gutem Gewissen können Dirk und ich sagen, dass das Blog wieder auf bestem Wege ist. Und es zeigt sich, dass ein thematisch eng begrenztes Blog auch nach einer Ruhephase wieder zu Leben erweckt werden kann, wenn man konsequent Gas gibt und eine Projektleitung hinstellt.

Tags: , ,

Der neue Web-Auftritt der SPD.

9. Januar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Nanu, es hat mich ja schon fast gewundert, dass SPIEGEL Online den Relaunch des Web-Auftrittes der SPD nicht zerrissen hat. Zumindest hat es sie erstaunt, wobei ich mich frage: Warum eigentlich?

Es ist üblich, dass das zentrale Kampagnendesign einer Partei alle 12 bis 18 Monaten geändert oder zumindest deutlich überarbeitet wird, inklusive des Claims. Dass dabei auch mit den Sekundärfarben gespielt wird und nun ein Hellblau die Geige spielt, ist hübsch, aber eben mehr oder weniger eine Frage des Zeitgeistes. Welche Farbe ist modern? Welche Signalwirkung soll das Farbenzusammenspiel darstellen? Wie sieht die Kampagnenplanung für die nächsten Wahlkämpfe aus und so weiter und so fort. Das ist alles überraschenderweise meist ein relativ langweiliger Vorgang.

Der zentrale Claim: Ja, zentrale der Claim. Da sitzen dann die wirklichen Parteistrategen daran und zermartern sich mit einem jahrzehntelang zusammengesammelten Satz von starken Wörtern die Köpfe, um in so genannten guten Zeiten die aktuelle Stimmung in einem Satz darzustellen oder – und das ist weit schwieriger – in so genannten schlechten Zeiten die gewünschte Zielvorstellung. Oder man sitzt einfach am PC, denkt sich so einen Spruch wie “Für Pforzheim. SPD.” aus, vergisst dann vor dem Launch, das wieder herunterzunehmen und schon bleibt das drin.

Das Normalste der Welt. Und weil alle von einer “Obamasierung” des neuen Webauftrittes sprechen: Ihr habt keine Ahnung.

Tags: ,

Selbstironisches aus der Blogosphäre.

26. November 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in HumorWelt

Naja, Folks, ich weiß nicht. Einerseits beschwert man sich im Zweifelsfalle gern, dass Parteien in Deutschland ultratrocken daherkommen und gern jegliche Selbstironie vermissen lassen. Andererseits kann man mit Selbstironie auch nicht recht umgehen. Aktuelles Indiz für entsprechende Reaktionen:

Dann kommt die SPD Marburg daher, übernimmt das hübsche und ironisch gemeinte Kampagnenlogo, dass das designtagebuch.de über den hessischen Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel gemalt hat und dann hagelt es doch tatsächlich aus der Blogosphäre – unter anderem von Coffee And TV und auch vom von mir sehr geschätzten Nerdcore – dass das ja nun wirklich nicht geht. (Wobei allerdings inzwischen klar geworden ist, dass viele der meckernden Blogs ursprünglich gedacht haben, die Kampagnengrafik sei tatsächlich von der SPD Marburg gemacht worden.)

Okay, Genosse Thorsten Schäfer-Gümbel hat eine wirklich undankbare Mission vor sich und eigentlich hätte er, wenn er Machtmensch wäre, am ehesten die Finger weglassen müssen, wenn er sich nicht in Grund und Boden fahren lassen will im Januar zu den vorgezogenen Landtagswahlen. Genau den gleichen Status hatte allerdings einmal auch ein schwarzer Senator aus Illinois, der im Januar US-Präsident wird. Underdogs sind immer komische Leute und mit was Underdogs schon mal gar keine Chance haben, sind verknatterte Ansichten und fehlendem Humor.

Damit will ich nicht sagen, dass Thorsten Schäfer-Gümbel jetzt der nächste Bundeskanzler wird, sondern zwei andere Dinge: Selbstironie ist etwas Hochfeines, selbst wenn man nicht unbedingt hundertprozentig versteht, was man als Selbstironie verkauft oder verkauft bekommt. Und man darf die Selbstironie niemals, niemals, niemals verteufeln und wegschubsen, weil sie selbst in den peinlichsten, hoffnungslosesten Situationen der Schlüssel ist, um da wieder herauszukommen. Und sei es nur, gemeinsam darüber zu lachen. Gesund Lachen finde ich gut, das ist nämlich das, vor was sich jeder Mächtige wirklich fürchtet. ;-)

[Querverwurstet im SPD-Blog Baden-Württemberg.]

Tags: , ,

Prost Mahlzeit!

6. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

So, das haben wir Genossen jetzt davon, in Hessen werden aller Voraussicht nach Neuwahlen zum dortigen Landtag stattfinden. Die dortigen SPD-Genossen haben ihren Laden ja nun lange genug madig gemacht, so dass Roland Koch, der unsägliche Polemiker, einfach nur abwarten musste, bis es endlich soweit ist.

Selten hat man es einem politischen Gegner, den man ja eigentlich loshaben wollte, so einfach gemacht. Dabei meine ich nicht allein die vier Abweichler gegenüber der haarsträubenden Idee, sich mit den Stimmen der Linkspartei in eine Minderheitsregierung wählen zu lassen, sondern damit meine ich überhaupt das grauenhafte Auftreten der hessischen SPD. Glaubte man den Worten Andrea Ypsilantis, dann gab es ja eigentlich niemals auch nur irgendein Problem, alles war okay und an allem ist ja eigentlich nur Roland Koch Schuld. Dass man aber den eigenen Laden nicht im Griff hat und gleich mehrfach mit dem Kopf durch die Wand wollte, das ist selbstverständlich das Problem des Landesvorstandes. Gegenläufige Stimmen nicht vernünftig in der Partei zu thematisieren und sich dann solche öffentlichen Schlappen zu erlauben und dann auch noch ordentlich nachzutreten, wie das nun der Generalsekretär Norbert Schmidt mit veröffentlichten E-Mails getan hat, das ist unerträglich kaputt. Gäbe es Herbert Wehner noch, hätte er vermutlich spätestens jetzt ein mobiles Schlachthaus vor der hessischen SPD-Zentrale eingerichtet.

Wenn der SPD-Landesvorstand noch Rückgrat haben sollte, tritt er jetzt geschlossen zurück und lässt einen neuen Vorstand ran, damit man wenigstens das nun kommende Wahldebakel dem alten Vorstand zurechnen kann. Aber selbst das werden die Kollegen in Hessen vermutlich vermasseln. Und natürlich wird auch dann wieder Roland Koch Schuld sein. Und vermutlich wird er mit solchen Beschuldigungen nun sogar vortrefflich leben können.

Tags: , ,

Post vom Parteivorstand.

5. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Wenn in der Post ein A4-Briefumschlag vom SPD-Parteivorstand liegt, dann ist das durch etwas bemerkenswertes. Als Ortsvereinsvorsitzender bekommt man schon hin und wieder Post, das ist dann aber meist die Broschüre “Intern” oder irgendetwas anderes von der Fraktion.

Und was war nun in diesem Briefumschlag? Die Rede von Frank-Walter Steinmeier vom Bundesparteitag am 18. Oktober. Hallo? Das Ding liegt seit zwei Wochen schon auf der Website von der SPD und ich will eigentlich nicht wissen, was dieser mehr oder weniger sinnlose Versand jetzt schon wieder gekostet hat.

Tags:

Wahldebakel in Bayern, erweiterte Sicht.

29. September 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in PolitikWelt

Die SPD-Sekundanten aus dem Online-Beirat schreiben zwar seit der gestrigen Wahl sabbernd über das Wahldebakel der CSU in Bayern, doch wirklich etwas gutes dabei gibt es für keinen der Großen:

  1. Die CSU hat eines auf die Mütze bekommen. Schlecht für das Tandem Beckstein-Huber. Für die CSU absolut verschmerzbar.
  2. Die SPD hat daraus überhaupt keinen Vorteil ziehen können, der Wahlkampf ist offenbar danebengegangen. Die jüngeren Leute, die vornehmlich dieses Mal die CSU nicht gewählt haben, sind allesamt an der SPD vorbeigelaufen.
  3. Die FDP ist im Freudentaumel, allerdings: Die Wähler wollen kein Politikwechsel, sondern sie haben einen Denkzettel verteilt und sind vornehmlich zur FDP gewechselt, weil schon von vorneherein weitgehend klar war, dass im Ernstfall die CSU mit der FDP koaliert, falls notwendig. Es ist jedoch denkbar und vermutlich auch sehr wahrscheinlich, dass zukünftig die CSU weiterhin das Haus behält, wenn sie sich erst mal ihrer aktuellen Chaostruppe an der Spitze entledigt hat und der Nachfolger ein halbwegs fähiges Charisma mitbringt, wie es in Bayern gewünscht wird.

Damit ist für die SPD rein gar nichts passiert am Sonntag. Stagnation der übleren Sorte, nämlich mit erkennbarem Verlust. Rote Null. Wenn der Erste geschlagen wird und immer noch erster bleibt und der Zweite ebenfalls geschwächt von dannen zieht, hat von beiden niemand gewonnen, außer dass der Erste immer noch der Erste ist. Und deshalb gibt es gar keinen Grund, Jubelschreie loszulassen oder gehässig auf den Ersten zu zeigen – denn der hat seine Wählerbasis immer noch.

Tags: , , , , ,

Unsere Genossen und das Internet.

15. September 2008 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MüllWelt

Kann bitte einer ganz schnell den Genossen in Hessen erklären, dass es inzwischen viel zu spät ist, den besagten Mitschnitt wieder aus dem Internet herauszuholen, ja, bitte? Mir ist das schlicht zu doof. Und ich dachte vor einiger Zeit mal laut, dass der hessische Landesverband eigentlich gar nicht so wäre. Beim nächsten Mal halte ich die Klappe, wenn die Landesnachbarn Wahlkampf machen.

Prinzipiell ist es aber so, dass ein Ding, was schon mal in YouTube landet und dort auch schon fünfstellige Abrufraten hat, schlicht draußen ist und seine Runden zieht. Da hilft dann kein hilfloser Ruf nach Rücknahme mehr, sondern da hilft nur noch der Schritt nach vorn und die Auseinandersetzung mit der Schockwelle. Und ja, man hätte sogar mit etwas Humor und einer guten PR sogar noch etwas Positives aus der Misere schnitzen können und nein, nichts ist schlimmer als Verleugnung von Tatsachen.

Aber nein, man will es noch alberner und will jetzt sogar öffentlich nach dem Schuldigen suchen, was der Radiosender ffn schon mal vorsorglich damit kontert, dass der Mitschnitt keinesfalls aus seinem Haus käme. Ach so, na dann wird es vermutlich einfach mal Roland Koch gewesen sein, nicht? Und vermutlich wird sich sogar irgendeiner finden, der das dann auch noch glaubt und kommentiert.

Schade, dass ich nicht Parteivorsitzender bin. Sonst hätte ich spätestens jetzt mal zum Hörer gegriffen und tatsächlich in Frankfurt angerufen und man hätte dabei keinesfalls irgendwelche Zweifel, dass ich tatsächlich am anderen Ende bin.

Whoosah! Whoosah!

Tags: , , ,

Muss man alles in seiner Partei gut finden?

14. September 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Diese Frage habe ich gestern gestellt bekommen und die ich durchaus klar beantworten kann: Nein, muss man nicht. Ich gehe sogar noch etwas weiter und sage: Nein, muss man nicht und mir sind Leute per se suspekt, die alles in ihrer jeweiligen Partei gut finden und sich mit allem und jedem identifizieren können.

Mein Beispiel ist da Andrea Ypsilanti, die ich inzwischen mehr als peinlich finde, weil sie es gnadenlos schafft, von einem Fettzuber zum nächsten zu stolpern. Dabei ist meiner Meinung nach die immer noch nicht funktionierende Regierungsbildung gar nicht so das Problem, sondern das Drumherum, das Ulk-Gespräch zwischen einem Stimmenimitator und ihr, bei der sie glaubte, es sei Franz Müntefering dran, ist da nur ein weiterer Höhepunkt der Peinlichkeiten.

Nein, es gibt Dinge, die gehen einfach nicht in der Politik: Verschließen von Tatsachen, Nichteinhalten der zentralsten Wahlkampfversprechen, politisches Dampfhammertum, Humorlosigkeit und dummes Geschwätz. Eine gute Mischung kann man auch als Landespolitiker schaffen, zur Not kann man sich Rhetorik auch käuflich beibringen lassen.

Tags: , ,

Der rote Knall.

7. September 2008 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Vermutlich nur die absoluten Optimisten in und außerhalb der SPD haben glauben können, dass die Ernennung von Frank-Walther Steinmeier als Kanzlerkandidaten für die nächste Bundestagswahl ohne großen Knall vonstatten geht. Dass es dann so kommt und Kurt Beck offenbar resignierend den Parteivorsitz räumt und auch noch Franz Müntefering wieder ans Ruder kommt, hätte noch heute morgen vermutlich niemand erwartet.

Sehr ärgerlich, das alles. So langsam gehen mir die salbungsvollen Worte aus, die ich als Ortsvereinsvorsitzender andauernd bei Sitzungen vorweggeben muss. Es wäre jetzt wirklich mal ganz dringend angeraten, dass die Parteiführung nun endlich einmal Ruhe in den Laden bringt und wir uns unten an der Basis auch mal wieder mit anderen Themen beschäftigen können.

Zumindest die Vorzeichen können eigentlich nur noch nach oben zeigen: Der Bremsblock des noch nicht offiziell gekürten Kanzlerkandidaten, der schon vor Monaten inoffiziell Frank-Walter Steinmeier war, ist nun endlich abgezogen.

Tags: , ,

Jörg Tauss auf Augenhöhe.

5. September 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in PolitikWelt

Jörg Tauss, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Karlsruhe-Land, langjähriges CCC-Mitglied und bekennender Onliner, spielt mit dem Web als Kommunikationsplattform vermutlich schon länger, als der restliche Bundestag, was gelegentlich zu hübschen Effekten führt, wenn ihm jemand an den Karren fahren und ihm die übliche Computerinkompetenz unterstellen will, die viele Politiker umschwebt.

Genosse Jörg ist niemand, der sich versteckt, wenn es darum geht, neue Dinge zu testen. Aus diesem Grund entstand auch folgendes Filmchen, sozusagen die Nullnummer für ein zukünftiges Format, das mir überaus gut gefällt und mit etwas Engagement und Kreativität sehr ausbaufähig ist:

Die Idee kommt auf jeden Fall in mein Dossier für Online-Wahlkampfaktivitäten.

Tags: , ,