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Prost Mahlzeit!

6. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

So, das haben wir Genossen jetzt davon, in Hessen werden aller Voraussicht nach Neuwahlen zum dortigen Landtag stattfinden. Die dortigen SPD-Genossen haben ihren Laden ja nun lange genug madig gemacht, so dass Roland Koch, der unsägliche Polemiker, einfach nur abwarten musste, bis es endlich soweit ist.

Selten hat man es einem politischen Gegner, den man ja eigentlich loshaben wollte, so einfach gemacht. Dabei meine ich nicht allein die vier Abweichler gegenüber der haarsträubenden Idee, sich mit den Stimmen der Linkspartei in eine Minderheitsregierung wählen zu lassen, sondern damit meine ich überhaupt das grauenhafte Auftreten der hessischen SPD. Glaubte man den Worten Andrea Ypsilantis, dann gab es ja eigentlich niemals auch nur irgendein Problem, alles war okay und an allem ist ja eigentlich nur Roland Koch Schuld. Dass man aber den eigenen Laden nicht im Griff hat und gleich mehrfach mit dem Kopf durch die Wand wollte, das ist selbstverständlich das Problem des Landesvorstandes. Gegenläufige Stimmen nicht vernünftig in der Partei zu thematisieren und sich dann solche öffentlichen Schlappen zu erlauben und dann auch noch ordentlich nachzutreten, wie das nun der Generalsekretär Norbert Schmidt mit veröffentlichten E-Mails getan hat, das ist unerträglich kaputt. Gäbe es Herbert Wehner noch, hätte er vermutlich spätestens jetzt ein mobiles Schlachthaus vor der hessischen SPD-Zentrale eingerichtet.

Wenn der SPD-Landesvorstand noch Rückgrat haben sollte, tritt er jetzt geschlossen zurück und lässt einen neuen Vorstand ran, damit man wenigstens das nun kommende Wahldebakel dem alten Vorstand zurechnen kann. Aber selbst das werden die Kollegen in Hessen vermutlich vermasseln. Und natürlich wird auch dann wieder Roland Koch Schuld sein. Und vermutlich wird er mit solchen Beschuldigungen nun sogar vortrefflich leben können.

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Post vom Parteivorstand.

5. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Wenn in der Post ein A4-Briefumschlag vom SPD-Parteivorstand liegt, dann ist das durch etwas bemerkenswertes. Als Ortsvereinsvorsitzender bekommt man schon hin und wieder Post, das ist dann aber meist die Broschüre “Intern” oder irgendetwas anderes von der Fraktion.

Und was war nun in diesem Briefumschlag? Die Rede von Frank-Walter Steinmeier vom Bundesparteitag am 18. Oktober. Hallo? Das Ding liegt seit zwei Wochen schon auf der Website von der SPD und ich will eigentlich nicht wissen, was dieser mehr oder weniger sinnlose Versand jetzt schon wieder gekostet hat.

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Wahldebakel in Bayern, erweiterte Sicht.

29. September 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in PolitikWelt

Die SPD-Sekundanten aus dem Online-Beirat schreiben zwar seit der gestrigen Wahl sabbernd über das Wahldebakel der CSU in Bayern, doch wirklich etwas gutes dabei gibt es für keinen der Großen:

  1. Die CSU hat eines auf die Mütze bekommen. Schlecht für das Tandem Beckstein-Huber. Für die CSU absolut verschmerzbar.
  2. Die SPD hat daraus überhaupt keinen Vorteil ziehen können, der Wahlkampf ist offenbar danebengegangen. Die jüngeren Leute, die vornehmlich dieses Mal die CSU nicht gewählt haben, sind allesamt an der SPD vorbeigelaufen.
  3. Die FDP ist im Freudentaumel, allerdings: Die Wähler wollen kein Politikwechsel, sondern sie haben einen Denkzettel verteilt und sind vornehmlich zur FDP gewechselt, weil schon von vorneherein weitgehend klar war, dass im Ernstfall die CSU mit der FDP koaliert, falls notwendig. Es ist jedoch denkbar und vermutlich auch sehr wahrscheinlich, dass zukünftig die CSU weiterhin das Haus behält, wenn sie sich erst mal ihrer aktuellen Chaostruppe an der Spitze entledigt hat und der Nachfolger ein halbwegs fähiges Charisma mitbringt, wie es in Bayern gewünscht wird.

Damit ist für die SPD rein gar nichts passiert am Sonntag. Stagnation der übleren Sorte, nämlich mit erkennbarem Verlust. Rote Null. Wenn der Erste geschlagen wird und immer noch erster bleibt und der Zweite ebenfalls geschwächt von dannen zieht, hat von beiden niemand gewonnen, außer dass der Erste immer noch der Erste ist. Und deshalb gibt es gar keinen Grund, Jubelschreie loszulassen oder gehässig auf den Ersten zu zeigen - denn der hat seine Wählerbasis immer noch.

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Unsere Genossen und das Internet.

15. September 2008 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MüllWelt

Kann bitte einer ganz schnell den Genossen in Hessen erklären, dass es inzwischen viel zu spät ist, den besagten Mitschnitt wieder aus dem Internet herauszuholen, ja, bitte? Mir ist das schlicht zu doof. Und ich dachte vor einiger Zeit mal laut, dass der hessische Landesverband eigentlich gar nicht so wäre. Beim nächsten Mal halte ich die Klappe, wenn die Landesnachbarn Wahlkampf machen.

Prinzipiell ist es aber so, dass ein Ding, was schon mal in YouTube landet und dort auch schon fünfstellige Abrufraten hat, schlicht draußen ist und seine Runden zieht. Da hilft dann kein hilfloser Ruf nach Rücknahme mehr, sondern da hilft nur noch der Schritt nach vorn und die Auseinandersetzung mit der Schockwelle. Und ja, man hätte sogar mit etwas Humor und einer guten PR sogar noch etwas Positives aus der Misere schnitzen können und nein, nichts ist schlimmer als Verleugnung von Tatsachen.

Aber nein, man will es noch alberner und will jetzt sogar öffentlich nach dem Schuldigen suchen, was der Radiosender ffn schon mal vorsorglich damit kontert, dass der Mitschnitt keinesfalls aus seinem Haus käme. Ach so, na dann wird es vermutlich einfach mal Roland Koch gewesen sein, nicht? Und vermutlich wird sich sogar irgendeiner finden, der das dann auch noch glaubt und kommentiert.

Schade, dass ich nicht Parteivorsitzender bin. Sonst hätte ich spätestens jetzt mal zum Hörer gegriffen und tatsächlich in Frankfurt angerufen und man hätte dabei keinesfalls irgendwelche Zweifel, dass ich tatsächlich am anderen Ende bin.

Whoosah! Whoosah!

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Muss man alles in seiner Partei gut finden?

14. September 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Diese Frage habe ich gestern gestellt bekommen und die ich durchaus klar beantworten kann: Nein, muss man nicht. Ich gehe sogar noch etwas weiter und sage: Nein, muss man nicht und mir sind Leute per se suspekt, die alles in ihrer jeweiligen Partei gut finden und sich mit allem und jedem identifizieren können.

Mein Beispiel ist da Andrea Ypsilanti, die ich inzwischen mehr als peinlich finde, weil sie es gnadenlos schafft, von einem Fettzuber zum nächsten zu stolpern. Dabei ist meiner Meinung nach die immer noch nicht funktionierende Regierungsbildung gar nicht so das Problem, sondern das Drumherum, das Ulk-Gespräch zwischen einem Stimmenimitator und ihr, bei der sie glaubte, es sei Franz Müntefering dran, ist da nur ein weiterer Höhepunkt der Peinlichkeiten.

Nein, es gibt Dinge, die gehen einfach nicht in der Politik: Verschließen von Tatsachen, Nichteinhalten der zentralsten Wahlkampfversprechen, politisches Dampfhammertum, Humorlosigkeit und dummes Geschwätz. Eine gute Mischung kann man auch als Landespolitiker schaffen, zur Not kann man sich Rhetorik auch käuflich beibringen lassen.

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Der rote Knall.

7. September 2008 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Vermutlich nur die absoluten Optimisten in und außerhalb der SPD haben glauben können, dass die Ernennung von Frank-Walther Steinmeier als Kanzlerkandidaten für die nächste Bundestagswahl ohne großen Knall vonstatten geht. Dass es dann so kommt und Kurt Beck offenbar resignierend den Parteivorsitz räumt und auch noch Franz Müntefering wieder ans Ruder kommt, hätte noch heute morgen vermutlich niemand erwartet.

Sehr ärgerlich, das alles. So langsam gehen mir die salbungsvollen Worte aus, die ich als Ortsvereinsvorsitzender andauernd bei Sitzungen vorweggeben muss. Es wäre jetzt wirklich mal ganz dringend angeraten, dass die Parteiführung nun endlich einmal Ruhe in den Laden bringt und wir uns unten an der Basis auch mal wieder mit anderen Themen beschäftigen können.

Zumindest die Vorzeichen können eigentlich nur noch nach oben zeigen: Der Bremsblock des noch nicht offiziell gekürten Kanzlerkandidaten, der schon vor Monaten inoffiziell Frank-Walter Steinmeier war, ist nun endlich abgezogen.

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Jörg Tauss auf Augenhöhe.

5. September 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in PolitikWelt

Jörg Tauss, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Karlsruhe-Land, langjähriges CCC-Mitglied und bekennender Onliner, spielt mit dem Web als Kommunikationsplattform vermutlich schon länger, als der restliche Bundestag, was gelegentlich zu hübschen Effekten führt, wenn ihm jemand an den Karren fahren und ihm die übliche Computerinkompetenz unterstellen will, die viele Politiker umschwebt.

Genosse Jörg ist niemand, der sich versteckt, wenn es darum geht, neue Dinge zu testen. Aus diesem Grund entstand auch folgendes Filmchen, sozusagen die Nullnummer für ein zukünftiges Format, das mir überaus gut gefällt und mit etwas Engagement und Kreativität sehr ausbaufähig ist:

Die Idee kommt auf jeden Fall in mein Dossier für Online-Wahlkampfaktivitäten.

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