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Der Birthday-Burst.

10. Dezember 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Wir hatten es ja mal im April davon, wie es ist, wenn just an einem Geburtstag viele Teilnehmer an einem sozialen Netzwerk auf die Idee kommen, eine Gratulation abzulassen. Ist aber auch kinderleicht, denn in jedem besseren Social Network wird man über Geburtstage in seinem Netzwerk mehr oder weniger auffällig informiert und ein Glückwunsch ist schnell abgelassen. Ob nun als Nachricht, Gästebucheintrag oder gar mit einer eigenen App. Für das Geburtstagskind ist das eine mitunter gewaltige Herausforderung. Wenn man grob kalkuliert, dass etwa 2 bis 5 % der Kontakte auch einen Glückwunsch loslassen, hat man einige Dutzend Nachrichten im Postfach und entsprechend etwas zu beantworten.

Das ist der “Birthday-Burst”. “Burst” als Übersetzung von “Explosion” trifft es dabei recht gut, weil sprunghaft der Nachrichtenein- und ausgang ansteigt, zumindest für den Tag des Geburtstages. Ich wollte auch einfach mal so ein Buzzword erfinden. :-)

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Coacher im sozialen Netzwerk.

21. Oktober 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Das Berufsfeld der “Coacher”, also der Leute, die der unbedingten Meinung sind, anderen Leuten für Geld sagen zu müssen, was sie falsch machen im Leben und wie sie es angeblich richtiger machen könnten, ist vermutlich einer der Berufe, die soziale Netzwerke erst zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Früher waren es die Consultants zu allen möglichen und unmöglichen Themen und die man gerade in der EDV-Branche nur unter Zuhilfenahme von massiven Bedrohungen losgeworden ist.

Heute ist es eben der Coacher, der sich dann gern mit solchen Texten meldet und sich zur Kontaktaufnahme einlädt:

[20.10.2009, Xxxxxx Yyyyy] Grund für Kontaktaufnahme: Hallo Herr Karadeniz,
ich würde mich freuen Sie in meiner Kontaktliste zu wissen, nicht zuletzt deswegen, weil wir in der gleichen Gruppe sind.
Herzliche Grüße
Xxxxxx Yyyyy

Und was macht der Herr beruflich, wenn man das noch als Bestätigung für die bekannten Vorurteile sucht? Er coacht sich so durchs Leben. Und er sucht. Nämlich Leute, die “schlaue Köpfe” sind, “Führungskräfte”, “Leader”, “außergewöhnliche Menschen” und bla bla bla.

Blöd allerdings, wenn man vor lauter Manneskraft seine Tarnung vergisst und entschuldigenderweise doch tatsächlich folgenden Disclaimer in den Einladungstext mitgibt:

PS: Lehnen Sie neue Kontakte grundsätzlich ab, schreiben Sie mir dies nicht extra zurück. Ich lösche alle nicht bestätigten Kontakte eh demnächst wieder.

Brauchst du nicht, erledige ich schon vorher.

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Wo war nochmal die Nachricht?

31. August 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Ich finde mich mal wieder in folgender Situation: Ich habe vor einigen Tagen eine Nachricht erhalten und gelesen, die ich nun beantworten will. Ich finde sie aber nicht. So weit, so schlecht.

Wäre diese Nachricht, so wie früher, per E-Mail gekommen, wäre alles kein Problem: Absender gesucht oder zur Not eine Volltextsuche und gut ist. Das geht dann im Falle meiner Mailarchive bis in das Jahr 1997 zurück, wobei ich mir nach wie vor nicht so ganz im Klaren darüber bin, was ich mit diesem Berg von E-Mails eigentlich einmal anfangen will. Unbestreitbar ist das aber mein “Online-Erbe”. Auch wenn da sehr viel Krampf ist, bei dem ich beim Nachlesen schon so manch virtuellen Schmerz über so viel Stumpfsinn erleide: Das ist “Online-Besim”. Nicht zur Veröffentlichung gedacht, aber eben auch nicht Papierkorb.

Vor was es mir dann richtig bange wird, sind Gedankenspiele, in denen so Dienste wie Facebook aus irgendwelchen Gründen nicht mehr erreichbar sind. Sei es, weil Facebook die Tore schließt oder Gebühren erhebt, die ich nicht zahlen möchte oder wie auch immer: Tatsächlich passiert auf Facebook und den anderen Social Networks immer mehr meines “Online-Lebens” und es stellt sich für mich auch immer mehr die Frage, was davon eigentlich einmal übrigbleibt. Und ich meine damit erst einmal nicht den Umstand, dass Facebook von mir zu viel weiß (das habe ich ja Facebook erzählt), sondern ob das Zeug, was ich Facebook erzähle, auch eine Zeit überdauern kann.

Es fehlt nach wie vor in praktisch allen Social Networks die Möglichkeit, Inhalte einfach zu archiveren und zum Herunterladen bereitzustellen, so dass man sich den selbst geschriebenen Krempel wenigstens in irgendeiner Form selbst archivieren kann. Auch da mag man sicherlich geteilter Meinung sein, was alles wirklich nützlich ist und was nicht, allerdings bin ich z.B. bei Xing auch schon seit 2004 dabei und da sind im dortigen Mailarchiv teilweise Namen dabei, an die ich mich durchaus erst beim Wiederlesen wieder erinnere (und dann meist noch nicht mal schlecht).

Inzwischen habe ich nach dem Schreiben dieses Artikels die gesuchte Nachricht wieder gefunden, nämlich bei “Wer kennt wen”. Dieses Social Network, das ich aus vielerlei Gründen überhaupt nicht mag, hat leider noch eine ganz andere, fiese Fußfalle: Nachrichten werden nach 30 Tagen gelöscht.

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Back to Vanity.

4. Juni 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in WebZweiNullWelt

Wohin die moderne Web-Welt doch manchmal hinreisen kann: Vor gar nicht allzu langer Zeit war eine eigene Domain, unter der man die selbst gebaute Homepage der Famile, des Kaninchenzüchtervereins oder des Handwerkbetriebes abgelegt hat, nicht einfach so üblich, sondern etwas sehr hippes. Wer etwas auf sich hielt, hatte deshalb nicht einfach nur den Webspace von AOL, T-Online & Co. in Beschlag, sondern bei den aufkommenden Discounthostern einen Vertrag und eine Domain. Wem fällt da nicht gleich mindestens eine Handvoll solcher Domainnamen wie “susiundihrpuschi.de” oder “hans-elke-thomas-daniela-und-wauzi.com” ein. In Kombination mit möglichst originellen Vornamenkombinationen ergaben sich dann auch noch verspielte E-Mail-Adressen, die so kompliziert und suspekt waren, dass sich das E-Mail-Aufkommen allein durch die Hürde der E-Mail-Adresseingabe in beschaulichen Größen bewegte.

Genau genommen vergrößerte und dezentralisierte sich der Namensraum durch diese Entwicklung. Die vielen Menschen, die mit Nachnamen Müller oder Meier heißen, können von diesen Vorteilen ein Lied sind. Gleichzeitig förderte diese Entwicklung eine gewisse Emanzipation des Benutzers gegenüber seinem Internet Service Provider, denn eine eigene Domain besitzt man in der Regel und kann diese auch zu einem anderen ISP mitnehmen.

Die moderne Web-2.0-Welt macht all das wieder zunichte, denn plötzlich finden wir uns Graswurzelleute wieder unter dem Schirm von einigen, wenigen Anbietern und deren Namensräumen. Mein Twitter-Account ist erreichbar unter http://twitter.com/besim/ und eben nur dort. Ein anderer Besim wird sich einen anderen Benutzernamen ausdenken müssen. Noch krasser ist es bei Facebook, das keine einprägsamen Namensaufbau kennt. Dort ist mein Facebook-Profil unter der überaus hübschen Adresse http://www.facebook.com/people/Besim-Karadeniz/1132267952 erreichbar. Von einprägsamen Adressen ist das alles weit entfernt, ebenso von dem gewünschten Ansatz, dass man ja eigentlich eine Kommunikationsvielfalt mit Web 2.0 anstrebt – ginge Facebook heute offline, würden auf einen Schlag viele Gigabyte an Informationen schlicht im Orkus der Informationswelt verschwinden.

Nicht zu unterschätzen ist auch das justische und “kaufmännische” Potential dieses begrenzten Namensraumes, denn früher oder später werden sich Inhaber von Namensrechten für ihre Begrifflichkeiten in diesen Adressräumen interessieren und möglicherweise auch die Plattformbetreiber selbst, die schlicht noch etwas zusätzliches Geld damit verdienen wollen. Erst vor einigen Tagen hat sich Facebook, das chronisch klamme Social und monetär etwas ratlose Social Network, mit dieser Idee vorgewagt. Wer zahlt, bestimmt. Darüber sollte man sich als Benutzer eines Social Networks immer im klaren sein.

Web 2.5

Die Weiterdenke von Web 2.0 ist begründet unter der Idee, dass Web-2.0-Dienste nicht mehr gehostet sein müssen, sondern einerseits dezentral gehostet werden können – beispielsweise auch auf eigenem Webspace – aber dennoch im “Web-2.0-Space” sind. Setzt man hier Überlegungen an, landet man sehr schnell eben da, wo man auch vor zehn Jahrend die Dezentralisierung begann: Eine eigene Domain, Webspace bei einem Discounthoster, dort installierte Software. Mit Bloggen funktioniert das mit gängiger und sehr einfach zu installierender Blog-Software sehr gut, bei anderen Web-2.0-Kommunikationsformen sind Lösungen stark im Kommen. laconi.ca als Framework für twitter-artiges Microblogging und BuddyPress für ein eigenes, Social Network sind nur zwei Beispiele.

Bei letzterem wird allerdings ein Problem deutlich: Was bringt ein eigenes Social Network, wenn man sich überall neu anmelden muss?

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Der SPIEGEL beackert Social Networks.

28. Februar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Eigentlich schön zu sehen, dass die Redaktion des gedruckten SPIEGEL sich so langsam durch alle gängigen Web-2.0-Technologien durchgearbeitet hat: Letztes Jahr waren es noch die Blogger, die halbdebil sich vor allem nur selbst onanierend feiern, nun sind es die kleinen, engen, siebzehn- bis zwanzigjährigen Mädchen, die saufend von Party zu Party springen und als virtuelle Trophäen Fotos von “tätowierten Schambeinen, blanken Hinterteilen, gebleckten Zungen, delirös verdrehten Augen” in Social Networks hinterlassen.

Bei solchen Sätzen in ersten Absätzen von SPIEGEL-Artikeln über aktuelle Internet-Entwicklungen hält mich normalerweise nicht mehr sonderlich viel davon ab, einfach weiterzublättern. Es kommt nur selten etwas gutes dabei heraus, wenn Journalisten so anfangen. Allerdings, und da sei dem SPIEGEL diesmal fast schon wieder Respekt gezollt: Das Titelbild mit dem Titel “Fremde Freunde – Vom zweifelhaften Wert digitaler Beziehungen” weckt zwar wieder dunkelste Inquisitionserinnerungen wach, der Artikel selbst ist allerdings in fast schon vernünftigem Ton gehalten – abgesehen von der Einleitung und dem üblichen Bebildere, bei dem man praktischerweise offensichtlich eben auf gemeinfreie Bilder in eben diesen Social Networks zurückgreifen konnte.

Erzählt werden so Geschichten einer siebenundzwanzigjährigen Maja, die nach Düsseldorf gezogen ist, niemanden kannte und über soziale Netzwerke einen völlig neuen Bekanntenkreis bilden konnte. Ein Sebastian aus Frankfurt/Main holt sich über couchsurfing.com bis dato unbekannte Menschen gar in die heimische Wohnung und lässt sie dort kostenlos übernachten. Im Artikel spart man sich doch tatsächlich noch gehässige Kommentare auf diese Menschen, dabei könnte man ja mit unbekannten Menschen, die von einer Website, die den Begriff eines Schlafmöbels beinhaltet, ganz andere Dinge machen, als sie einfach nur treffen:

“In der Online-Welt machen die jungen Netzwerker, was sie auch im Leben draußen vornehmlich tun: herumhängen. Sie klicken durch die Profilseiten der Freunde, sie lesen, was es Neues gibt, hinterlassen neckische Kommentare und laden Handyfotos vom Popkonzert hoch.”

Huch, so harmlos? Nicht ganz, denn im Artikel spricht man das (durchaus nicht unsensible) Problem an, dass die geringen Medienbrüche zwischen SMS, Online-Community und sozialen Netzwerken ein erheblich stärkeres Konfliktpotential in ganz anderen Eskalationsgrößen haben können. War die heimische Wohnung bei Streitigkeiten ein Rückzugsort, so gibt es diese bei solch vernetztem Mobbing nicht mehr.

Im beginnenden Herbst des Artikels geht man sogar auf den professionellen Part sozialer Netzwerke ein, nämlich die Möglichkeiten von Business-Netzwerken. Unvermeidlich hier ein Xing-Nutzer, der offensichtlich den Wert eines jeder seiner Xing-Kontakte durch seine Geschäftsbücher beziffern könnte. Und da bleibt dann auch der kurze Weg zu Politik 2.0 nicht aus und führt aus, dass es erst online möglich wurde, innerhalb kürzester Zeit starke Vernetzungseffekte für politische Themen zu bilden und man befürchtet, dass “für das Superwahljahr 2009 ein Online-Wahlkamf neuer Güte drohe” – als ob es schon mal einen Online-Wahlkampf mit Güte in Deutschland gegeben hätte.

Weiter geht es im Artikel mit Micro-Blogging-Formaten und da so mit Twitter, als ob Twitter das einzige Micro-Blogging-Format wäre. Während bei den Terroranschlägen in Mumbai die Micro-Blogger sehr schnell am Werk waren, war es im aktuellen Gaza-Konflikt schon sehr spärlich. Offenbar darum:

“Arme Gegenden mit dürftiger Stromversorgung haben offenbar andere Sorgen – das schicke Medium gedeiht eher in technisch besser versorgten Metropolen. Aber auch dort ist es, wie der Fall Mumbai zeigte, nicht eben zuverlässig: Da war die Rede von Angriffen auf ein Marriott-Hotel, die es nie gab; manches entstammte nur dem Hörensagen, wurde falsch abgeschrieben oder einfach nur aufgebauscht. Im Netzgezwitscher mischen sich falsche Mitteilungen unentwirrbar mit wahren, und die Selbstorganisation kann jederzeit umschlagen in entfesselten Unverstand.”

So am Rande: Kleiner handwerklicher Fehler, denn das ist schon richtig, was der SPIEGEL hier schreibt, allerdings sagt ja auch niemand, dass Twitter-Streams einen wie auch immer gearteten Ersatz für Nachrichtensendungen darstellen sollen, auch wenn Journalisten bei aktuellen Ereignissen inzwischen gar nicht so ungern von diesen neuen Medienströmen zitieren.

Wie man Falschinformationen und im späteren Leben eher unerwünschte Inhalte wieder aus dem Netz bekommt, ist dann das Thema gegen Ende des Artikels. Dass das kaum wirklich geht, ist ein logischer Rückschluss, immerhin hat man sich aber kundig darüber gemacht, dass es gar Dienste gibt, die gegen Bezahlung fingierte und positive Falschinformationen von Menschen einstellen, um deren Image wieder im Internet aufzupolieren. Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht, so dass ich dann doch sogar noch etwas gelernt habe.

Und natürlich: Man möge doch bitte seine Inhalte in sozialen Netzwerken nicht ganz so offen zur Schau stellen, um sich davor zu schützen, dass andere Menschen diese Informationen verwursten, so wie im Fall der Co-Pilotin der Lufthansa-Maschine, die bei schweren Turbulenzen am Hamburger Flughafen beinahe verunglückt wäre und über die sich die BILD-Zeitung (wer sonst?) in ihrem StudiVZ-Profil kundig gemacht hat, um dann über Aspekte ihres Lebens zu schreiben.

Wahnsinn, was ist denn in den SPIEGEL gefahren? So sanft, so freundlich, so fundiert. Liegt es daran, dass man eben nicht dauerhaft auf die neuen Medien schimpfen kann, die man inzwischen auch selbst nutzt? Oder haben sich da endlich einmal ein paar fachlich versierte Journalisten hingesetzt und das Objekt der Begierde endlich tatsächlich einmal von verschiedenen Seiten aus beleuchtet? Es fällt jedenfalls auf. Hat lange gedauert.

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Wer kennt wen – wirklich?

21. Februar 2009 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Dass die Social-Networking-Plattform wer-kennt-wen.de die Plattform StudiVZ seit neuestem von den Zugriffszahlen her überholt haben soll, ist eigentlich schwer verständlich. Denn wer-kennt-wen.de ist schlicht einer der schlampigsten und unfertigsten Social-Network-Plattformen weit und breit.

Die Idee des Vernetzens funktioniert logischerweise nach dem Ansatz, dass jemand, der sich vernetzen möchte, zunächst Details von sich in einer einheitlichen und durchsuchbaren Weise dem bestehenden Netzwerk zur Verfügung stellt. Das ist natürlich ein Stück Nabelschau, aber man muss ja nicht alles zur Schau stellen, was geht.

Bei der RTL-Tochter wer-kennt-wen.de geht aber gar nichts so recht. Daten zu Schulbesuchen kann man nicht hinterlegen und zu Arbeitgebern auch nicht. Und wenn nicht zufällig jemand Adresslisten aus seiner Schulzeit oder von Kollegen hat, kann zuschauen, wie er sich vernetzt. Verschenktes Potential und deshalb passiert auch verhältnismäßig wenig, was nach Netzwerk aussieht. Bekannte findet man entweder, in dem man nach den Namen sucht oder sich von anderen Kontakten weiterhangelt. Wehe dem, der eben keine Adresslisten hat.

Aus diesem Grund beschäftigt man sich in wer-kennt-wen.de eher bilateral, was sich vor allem durch die entsetzliche Word-Art in den Gästebüchern zeigt, für die es sogar eigene Gruppen gibt. Gruppen wiederum glänzen vor allem durch bescheidene Forenfunktionen, in denen kein Spass aufkommen mag. Aufkommen kann. Schade.

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QYPE-Sucht, oder: Vorahnungen aus alten Zeiten.

29. Januar 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in CollaborationWelt

Ich gebe zu, ich habe am Montagabend gesehen, dass es bei QYPE, dem Empfehlungsnetzwerk für “Events” und “Locations”, diversen Nippes fürs Schreiben gibt: Für 250 Punkte gibt es ein T-Shirt, für 500 Punkte einen USB-Stick und für 1.000 Punkte einen Apple iPod Shuffle. Ich habe zwar für alle drei Dinge keinen sonderlich deutlichen Bedarf, allerdings ist eine gut gefüllte Kiste mit Geschenken und Tauschwaren nicht nur bei den Ferengi ein gern betriebenes Hobby. Und in den jetzigen Zeiten können solche Werbegeschenke ja auch durchaus historisch wertvoll werden. *hüstel*

Interessant bei QYPE ist, dass man sehr schnell zu Punkten kommen kann, wenn man schreiben kann, in einer Stadt wohnt, in der es durchaus genügend Locations gibt, aber wenig QYPE-Teilnehmer und wenn man etwas Zeit mitbringt. Für Empfehlungen zu Restaurants & anderen Locations, zu denen noch keiner etwas geschrieben hat, gibt es 20 Punkte, für alle anderen Empfehlungen immerhin noch 8. Rein rechnerisch ist man also mit 50 Erstempfehlungen schon bei 1.000 Punkten. Ich habe dann knapp fünf Stunden und rund 70 Empfehlungen dazu gebraucht. Kein schlechter Tauschhandel, zumal ich Pforzheims Gastronomie und Dienstleistungssektor in QYPE gleich um mehrere Locations, die bisher noch fehlten, bereichert habe.

Während man da so vor sich hin tippt, ist mir mit einem durchaus leicht wehleidigem Gefühl leider sehr bewußt geworden, dass die Idee von QYPE auch durchaus die Idee von Timo und mir hätte gewesen sein können. Ich kann mich da noch dunkel an ein Gespräch anno 1999 erinnern, als ich damals während einem Kneipenbesuch die Daten der Kneipe in meinen damals brandneuen Palmpilot eingegeben habe. Wäre es nicht schick, so wir zwei Helden damals, wenn man solche Gastronomietipps nicht irgendwo zentral im Internet ablegen könnte und viele andere Menschen das auch tun könnten, um auf diese Weise eine große Gastronomiedatenbank zu bilden?

Schrecklich, wir waren ja durchaus innovativ. Das erinnert mich mit leichter Gänsehaut auch an meine ersten, handfesten Versuche mit Hypertext im Jahre 1990 auf meinem Amiga, als ich weder das Internet kannte, noch überhaupt die Idee, mit Hypertext nicht nur Information für mich aufzubereiten, sondern auch für andere.

Oder eine andere Geschichte im Jahre 1993, als ich an einem IBM-Wettbewerb im Zeichen von “Leonardo da Vinci” teilgenommen habe und man unter anderem einen Essay darüber schreiben sollte, wie man sich die Zukunft vorstellen würde. Da habe ich doch tatsächlich das TabletPC-Konzept in einem edukativen Umfeld entwickelt bzw. glatt die One-Laptop-per-Child-Idee ausgegoren. Jedem Schüler einen tragbaren, einfachen Rechner, das ihn dann als Buch- und Schulheftersatz durchs Schulleben begleitet. Schulbücher gibt es als Chips, die Hausaufgaben per Netzwerk. Und das, was mich am meisten im Nachhinein entsetzt: Ich habe die Dinger in meinem Essay als “Personal Digital Assistants” bezeichnet, ohne dass ich ahnen konnte, dass das später ein Name für eine ganze Gattung von Minicomputern wird.

Leider finde ich keine Version dieses Aufsatzes mehr in meinen Unterlagen. Einerseits bin ich unendlich traurig darüber, dass nicht mehr zu finden. Andererseits ist es vielleicht besser so.

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Freunde, Freunde, Freunde.

19. Januar 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in Netzleben

Als Networker der frühen Stunde galt von Anfang an das ungeschriebene Gesetz, Bekannte zu Freunden zu machen, egal ob nun in Xing, Facebook, Twitter oder sonst anderen Diensten. Genau genommen kommt diese Haltung aus meinen frühesten Internet-Erfahrungen aus dem Jahre 1996, als ich langsam das Internet enterte. Usenet war faszinierend, das IRC ebenfalls. Dort lernte man dann auch – wenn sehr holprig via Modem – Leute kennen, die man auch heute noch kennt. Der Begriff “eingeschworene Bruderschaft” kommt dem sehr nahe, man war eben durchaus froh, unter den paar Leuten, die die jeweiligen Dienste nutzten, wenigstens ein paar Haltepunkte zu haben. Es gab mal Zeiten, da waren auf einem IRC-Server tatsächlich nur eine Handvoll Leute und keine Bots, wenngleich ich da schon zur eher zweiten Generation gehörte.

Wie auch immer – das ungeschriebene Gesetz gilt heute immer noch und verlagert sich immer weiter nach unten, wenn man das mal so sagen darf. Es gibt Leute, die mich siezen und es gibt auch schon die ersten Menschen, die, als ich online ging, noch tatsächlich in ihre Windeln machten. (Das ist übrigens ein sehr merkwürdiges Problem, das kann ich euch mal so am Rande sagen.)

Das mit der Bruderschaft nimmt aber inzwischen langsam bedenkliche Züge an. Denn auch in anderen Szenen, die so langsam aber sicher das Internet und die sozialen Netzwerke entern, gilt offenbar das ungeschriebene Gesetz, sich zu Freundschaften zu bekennen, obwohl ich sie im Leisesten nicht kenne. Das ist so ein Stückweit das Thomas-Gottschalk-Syndrom, also der Theorie, dass ungeheuer viele Leute den Thomas Gottschalk kennen und zu ihm ein relativ unkompliziertes Verhältnis haben, wenn sie ihn mal leibhaftig treffen. Und natürlich auch der Umstand, dass der Name unverwechselbar ist. Es kennen also mehr Leute einen Besim Karadeniz, während ich mich kaum an die Leute erinnern kann, die immer mehr per Facebook meine Freunde werden wollen.

In Xing habe ich das mit Tagging recht gut im Griff und kann auch unbekannte Menschen relativ einfach gruppieren und sortieren, in Facebook ist das jedoch ein richtiggehendes Problem. Und dummerweise haben da viele neue Freunde genausowenig ein Bild im Profil, wie ich.

Wird ein Problem auf Dauer. Ich will das aber weiterhin nur ungern durch einfaches Ignorieren lösen. Ideen?

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Profiling.

30. Dezember 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in Interna

Die Buttons rechts im Blog, die auf einschlägige Web-2.0-Sites verweisen, in denen ich irgendwie ein Profil habe, dienen weitgehend nur zum Experimentieren, um damit zu testen, inwiefern man mit direkten Verweisen das eigene Netzwerk verstärken kann oder auch nicht. Ich werde das in den nächsten Wochen und Monaten mal etwas beobachten. Bitte deshalb nicht so sonderlich darüber wundern, dass mit dem flickr-Button ein Profil verknüpft ist, dass derzeit keine Bilder enthält – das wird in der nächsten Zeit gefüllt.

Zum anderen dienen die Buttons auch für einige weitere Projekte in der Zukunft. Wer sie unbedingt klauen muss… bitte.

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Xing-Tagging für Fortgeschrittene.

28. Oktober 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Ab einer gewissen Zahl von Kontakten in einem sozialen Netzwerk beginnt es, unübersichtlich zu werden. Woher kennt man Kontakt X nochmal? In welchem Netzwerk hängt dieser? Alles Fragen, die man sich spätestens ab 200 Kontakten fragt, wenn man gelegentlich sein Adressbuch durchschaut.

Nun kann man das auf zweierlei Wegen lösen: Kontakte löschen, wie das mal mein geschätzter Bloggerkollege Oliver vorgeschlagen hat, oder Ordnung hineinbringen. Und für Ordnung gibt es in Xing die sehr feine Funktion des Tagging. Man nehme ein paar Begriffe, trenne die mit Kommata und schon kann man, wenn man etwas Disziplin an den Tag legt, auch nach kurzer Zeit sein Adressbuch strukturieren und fit machen für die nächsten hundert Kontakte.

Aller Ansatz ist beschwerlich, weshalb ich an dieser Stelle mal Einblick in meine Tag-Strukturen biete. Alle folgenden Tags sind nur ein Ausschnitt der Tags, die ich einsetze, allerdings gibt es nicht mehr als 40 unterschiedliche Tags. Man sollte es auch eher nicht übertreiben, sondern klein anfangen, aber das appliziert man sich am besten in die eigene Kontaktestruktur hinein.

Es ist übrigens auch nicht schlimm und genau genommen auch unvermeidlich, wenn nicht alle Kontakte absolut korrekt getagged sind. Das Tagging lebt davon, dass es sehr flexibel einen Informationsraum recht strukturierbar auszeichnen kann, aber es muss nicht hundertprozentig genau sein, wie fest angelegte Kategorien (die es in Xing auch so nicht gibt).

  • “D”, “S”
    Zwei Tags, die jeder meiner Kontakte hat und sehr unverfänglich eine Sache markiert – ob ich den Kontakt mit “Du” oder “Sie” anspreche. Kann ich mir zwar durchaus bei den meisten Kontakten (noch) merken, aber für was Tagging nicht alles wunderbar geeignet ist..
  • “Familie”
    Auch klar, damit werden Familienangehörige getagged. Aber beispielsweise auch enge Freunde von Familienangehörigen, Schwager, Nachbar der Eltern etc. Also im Prinzip auch alle die Kontakte, die man näher nur durch Familienangehörige kennt.
  • “Alumni IRS”, “Alumni KG” etc.
    Auch relativ klar – damit markiere ich ehemalige Schulkameraden und Kommilitonen. “Alumni IRS” steht beispielsweise für “Insel-Realschule”, die Abkürzung “KG” für Kepler-Gymnasium etc.
  • “Netmanufacture”
    In meinem Fall Kontakte, die ich über meine Arbeit bei meinem Arbeitgeber kenne. Da unser Schuppen “Netmanufacture” heißt, erklärt sich dieser Tag von selbst.
  • “Ex-Kollege”
    Ehemalige Kollegen, mit denen ich mal bei meinem jetzigen oder bei meinen früheren Arbeitgebern zusammengearbeitet habe, kommen in diese Rubrik. Kann man natürlich erweitern, in dem man “Ex-Kollege Firma A”, Ex-Kollege Firma B” einsetzt. In meinem Fall jedoch alles noch überschaubar.
  • “Dienstleister”
    Reserviert für Arzt, Rechtsanwalt, Postbote, Hauspolizist, Friseur
  • “ISOC”, “AWO”, “SPD”
    Kontakte in Verbänden, Vereinen, Parteien, aber denkbar auch für Stammtische, Treffs etc.
  • “Blogger”, “IRC”, “Usenet”, “ML netlife”
    Tags, die für Kontakte reserviert sind, die ich schwerpunktmäßig online über diverse Netzwerke kennengelernt habe. “ML” steht für “Mailingliste”.
  • “netplanet”, “TiddlyWiki”
    Kontakte, die in Zusammenhang mit von mir verwalteten Projekten stehen. Können Projektbeteiligte sein, aber beispielsweise auch Ratsuchende, die mich wegen diesen Projekten kontaktiert haben.
  • “Stuttgarter”, “Berliner” etc.
    Hier wiederum kommen Kontakte hinein, die ich in den betreffenden Städten kennengelernt habe und dort zu einer Community gehören. Im Falle der “Stuttgarter” sind das Kontakte, die ich über den IRCNet-Channel #stuttgart kennengelernt habe, bei den Berlinern analog mit #berlin. In der Zwischenzeit etwas verwaschen, weil ich durchaus da auch Leute kenne, die da eher nur in den näheren Dunstkreis gehören.
  • “XING Pforzheim”, “XING ASB” etc.
    Alles, was mit “XING” anfängt, markiere ich für Kontakte, die über Xing-Foren entstanden sind.
  • “U2″
    Okay, erklärt sich von selbst. :-)
  • “FreundFreund”
    Das ist meine neueste Tag-Rubrik, die Freunde bezeichnet, die ich über andere Freunde kennengelernt habe und in keinem anderen Netzwerk vorkommen. So schlecht vernetzte Menschen gibt es gottlob relativ wenige, diese Rubrik deckt aber letztendlich auch den letzten Kontakt in meinem Adressbuch ab.

Wenn man sich einmal die Mühen gemacht hat, seine Kontakte vernünftig zu taggen, hat man zwei nette, kleine Gimmicks: Im Adressbuch finden sich die Tags mit unterschiedlichen Färbungen oberhalb der Kontakte und geben einen schönen Überblick, wo die Schwerpunkte bei den Kontakten im Adressbuch liegen. Genau das gleiche sieht man auch, wenn man in der Tag-Eingabezeile einfach die Pfeil-nach-unten-Taste auf der Tastatur drückt und sich die Tag-Liste einblendet, denn diese ist nach Anzahl von Kontakten pro Tag sortiert.

Und was auch wichtig ist: Das eigene Tagging im Adressbuch sehen die Kontakte in ihrem Profil nicht. Man sollte zwar aus Sicherheitsgründen nicht beginnen, die Kontakte im Adressbuch nach Tiernamen oder mit Schimpfwörtern zu sortieren, allerdings würden die Kontakte das auch nicht sehen, wenn es eben doch so getan wird.

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