Windows-Rechner im Energiesparmodus aufwecken.

“Wake on LAN” ist eine wunderbare Technik, um damit einen Rechner ferngesteuert hochzufahren. Beispielsweise sitze ich im Büro, habe eine netzwerktechnische Merkwürdigkeit in unserem Netz, die ich gern einmal “von außen” analysieren möchte. Also ein VPN aufgebaut zu meiner Fritzbox (7270) nach Hause, in die Fritzbox-Konfiguration hinein, in der LAN-Übersicht meinen PC ausgesucht und auf den Button “Computer einschalten” gedrückt. Die Fritzbox sendet dann an meinen ausgeschalteten PC eine Reihe von Wake-on-LAN-Datagramme, die die Netzwerkkarte des PC, die permanent für einige wenige Watt “mithört”, empfängt. Das BIOS meines PC registriert dann den Aufweckwunsch und fährt den PC normal hoch. Über das VPN kann ich mir dann bequem per Remote Desktop den Desktop ins Büro holen.

Das funktioniert zuverlässig auch dann, wenn der PC im Ruhezustand (Hibernation) ist, nicht aber, wenn er im Energiesparmodus schlummert. Und das hat auch einen einfachen Grund: Im Energiesparmodus ist der PC nicht wirklich ausgeschaltet und damit ist auch das BIOS nicht mehr im Spiel. “Wake on LAN” funktioniert also nicht, weil nicht das BIOS auf der Netzwerkschnittstelle hört, sondern das Betriebssystem. Schickt man also einen Rechner ferngesteuert nach dem Einsatz nicht in den finalen Schlaf oder in den Ruhezustand, sondern in den Energiesparmodus, dann bringt man ihn unter Umständen in eine Sackgasse, aus dem er nur direkt an der Konsole wieder erweckt werden kann.

Um den PC auch im Energiesparmodus ferngesteuert wieder hochfahren zu können, ist also eine Einstellung im Betriebssystem gefragt. Und die bringt, wie alle anderen Betriebssysteme auch, die Energieeinstellungen der Netzwerkkarte mit – wenn die Netzwerkkarte das unterstützt, was aber alle moderneren Karten und direkt auf Mainboards verbauten Module tun. Unter Windows also ab in den Gerätemanager (Rechte Maustaste auf “Computer”, dort auf “Eigenschaften”, dann links auf “Geräte-Manager”).

Im Geräte-Manager gibt es dann unter “Netzwerkadapter” alle im System verfügbaren Netzwerkkarten, bei den meisten Rechnern wird das eine einzige sein. Ein Doppelklick darauf und schon erscheinen die Eigenschaften ebendieser. Auf der Registerkarte “Energieverwaltung” gibt es dann die gewünschten Optionen:

Die erste Option ist für uns uninteressant und kann angehakt bleiben, denn wenn jemand ferngesteuert auf dem PC ist, ist tatsächlich auch die Netzwerkkarte in Betrieb und der PC wird diese nicht ausschalten. Die zweite Option ist standardmäßig nicht aktiviert, die wollen wir aber nun aktivieren, denn das ist genau die gesuchte Funktion. Mit dieser Einstellung wird PC dann tatsächlich aus dem Energiesparmodus wieder starten, wenn auf der Netzwerkschnittstelle Pakete empfangen werden.

Damit das nicht bei jedem empfangenen Paket passiert, sollte unbedingt auch noch die dritte Funktion aktiviert werden, damit nur “Verwaltungsstationen” den PC starten können. Die Fritzbox beherrscht das.

Alles im OK bestätigen und fertig.

Content-Dieb-Behandlung, Level 2.

Nach einer Woche hat der Content-Dieb, dem ich zur Erziehung den Content, sagen wir so, verfremdet habe, immer noch nicht gemerkt, woher der Wind weht. Deshalb wird es Zeit für das nächste Level. Ist auch nicht mehr ganz jugendfrei, ich habe das Bild aber zumindest stümperhaft auf die Altersbeschränkung „ab 16 Jahren“ heruntergeregelt:

In live kann man sich das übrigens hier anschauen, vermutlich aber nicht mehr allzulange. Einfach auf der Seite herunterscrollen, man kann es quasi nicht übersehen.

Mal schauen, wie lange das Spiel so geht. Ich habe da viel Motivation und Zeit. 😉

Content-Diebe mit den eigenen Waffen schlagen.

Was ich gar nicht kann, sind Content-Diebe, die für ihren Diebstahl noch nicht mal ihre eigene Bandbreite beanspruchen, sondern die anderer Leute. Gut, über ersteres kann ich mich in diesem Fall nicht so beklagen, weil die eigentliche Grafik selbst „ausgeliehen“ ist, aber dass dann noch jemand anderes die Grafik, die auf meinem Webserver liegt (bzw. lag) für seine Signatur in einem Forum zweckentfremdet, ist frech. Das hat mir rund ein halbes Gigabyte Datenverkehr beschert und das dann für sowas:

Andererseits bedeutet so ein bescheidenes Einbinden fremder Ressourcen auch ungeahnten Spaß, wenn man einfach das Corpus Delicti gegen eine andere Grafik austauscht. Man verzeihe mir an dieser Stelle die etwas rohe Sprache der Ansage, die ich hier auch nicht übersetzen mag, aber sind ja nur Kinder in dem Forum. Die verstehen das nicht anders:

Ja, nennt mich einen bösen Onkel. Ich denke, ich kann damit leben. 😉

Auf dem iPhone: Doodle for iPhone.

Wer das erste Mal auf die schweizerische Website Doodle.com kommt, macht das meist aus der Intention, dass er dazu eingeladen wurde, einen gemeinsamen Termin mit anderen Nutzern auszuhandeln. Und dann steht man tatsächlich auf der Website, kreuzelt die Terminmöglichkeiten an, an denen man kann und fragt sich tatsächlich, wieso man auf die Idee, die hinter Doodle.com steckt, nicht selbst gekommen ist. Termin anlegen, Termin aushandeln, abstimmende Personen informieren und den ausgehandelten Termin in die eigene Kalenderanwendung importieren – Doodle.com macht diese augenscheinlich einfachste Aufgabe der Welt unwiderstehlich einfach.

Zwar hat Doodle.com unter http://m.doodle.com/ eine für mobile Endgeräte vorbereitete Website, aber irgendwie ruft das alles nach einer eigenen App für Smartphones, die nun zumindest für das iPhone existiert und im App-Store gekauft werden kann. Die ebenfalls schweizerische Firma Neoos GmbH hat sich diesem Thema angenommen und die Doodle-App für das iPhone geschrieben, zunächst als nichtöffentliche App im Rahmen eines Programmierwettbewerbs der Doodle AG, die nun aber seit dieser Woche erhältlich ist.

Die Ansicht ist in der App zwar teilweise deutlich anders, als auf der Doodle.com-Website, die Ergebnisse führen aber zum gleichen Ziel. Nach dem Starten der App möchte sie zunächst auf das „Dashboard“ und eine Übersicht anzeigen, wenn man selbst einen Doodle.com-Account hat (der sich „MyDoodle“ nennt). Ein Doodle-Account ist für die Nutzung zwar nicht unbedingt nötig, macht jedoch Sinn, weil man mit MyDoodle seine eingerichteten Terminfindungen und auch Terminabstimmungen später wieder editieren kann. Nutzt man also MyDoodle, kann man der App seine Zugangsdaten verpassen (die standardmäßig einen Monat „halten“, bis zur nächsten Nachfrage, außer wenn Doodle.com zwischendurch Wartungsarbeiten durchführt), die durch eine Umleitung in den Safari direkt auf Doodle.com eingegeben werden und danach wieder zurück in die App führt. Nutzt man MyDoodle nicht bzw. hat keinen Doodle.com-Zugang, kann man der App dies in den Einstellungen mitteilen und wird fortan nicht mehr nach Zugangsdaten gefragt.

Das Dashboard sieht folgendermaßen aus und zeigt, wenn man sich bei Doodle.com angemeldet hat, die gleiche Übersicht, wie auf MyDoodle unter Doodle.com auch:

Doodle for iPhone - Startscreen

Mit einem Tippser auf einen Termin kommt man in die Terminansicht, die die einzelnen Termine aufführt, die in der Terminfindung zur Verfügung stehen. Wer Doodle.com kennt, findet sich zurecht:

Doodle for iPhone - Terminansicht

Anzumerken ist, dass alle Funktionen von Doodle.com auch in der App nutzbar sind. Die Kommentarfunktion funktioniert, Administratoren einer Terminfindung können ihren Termin bearbeiten. Was alles bisher auf der mobilen Website etwas frickelig war, funktioniert in der App so, wie man es vom iPhone-Benutzerinterface kennt. Die Doodle.com-Macher haben übrigens daran gedacht, dass nun auch eine App am Start ist und fragen beim Aufruf eines Doodle.com-Terminlinks von einem iPhone aus nach, ob auf die Doodle.com-App umgeschaltet werden soll oder ob man die sich, falls man sie noch nicht hat, vom App-Store holen möchte.

Hübsche App, die genau das tut, was sie tun soll, nicht mehr und nicht weniger, nicht überfrachtet, sondern übersichtlich. Einzig der Preis von 2,39 Euro ist für meinen Geschmack schon nah am oberen Limit, das wird so vermutlich nur für Hardcore-Doodler interessant sein. Aber kommt Zeit, kommt Rat, die App zumindest macht einen guten und funktionierenden Eindruck, bei deren Entwicklung sich jemand was dabei gedacht hat. Das ist bei der Fülle an Apps im App-Store leider keinesfalls eine Selbstverständlichkeit mehr.

Das Profi-Business-Werkzeug namens „iTunes“.

Mit iTunes Termine zu Outlook zu synchronisieren, funktioniert augenscheinlich kinderleicht. Augenscheinlich. Denn hinter den Kulissen schafft es iTunes tatsächlich, Termine nicht korrekt zu synchronisieren, so dass immer wieder folgendes mit ganztägigen Kalenderdaten passiert:

Synchronisationsfehler Termine Outlook-iPhone

Ganztägige Termine, die Geburtstage nun mal für gewöhnlich sind, sind nach einer Synchronisation auf dem iPhone plötzlich nicht mehr ganztägig, sondern beginnen erst um 23 Uhr und enden um 23 Uhr am nächsten Tag. Oder auch schon um 1 Uhr nachts. Und das nicht bei allen Geburtstagen, allerdings immer nur Geburtstagen und ohne erkennbare Systematik. Und wenn man das nicht schnell genug merkt und fatalerweise das iPhone das nächste mal wieder an den Rechner hängt, synchronisiert das von offensichtlichen Kindern programmierte Gerät die verpfuschten Termine mit gleicher ID wieder zurück in den Outlook, so dass keine Langeweile bei der händischen Terminpflege aufkommt.

Was iTunes unter Windows richtig gut kann? Ressourcen fressen, sich nicht an Rechtevergaben von Windows halten und Leuten auf den Sack gehen.

Ein neuer Platzhirsch: Hoogle.

Wenn man zumindest SPIEGEL Online in seiner Newsticker-Übersicht in der Netzwelt-Rubrik glauben soll:

SPIEGEL Online: "Hoogle"

Sie meinten natürlich Google. Und wie es sich für SPIEGEL Online gehört, muss man schnell sein, denn sie haben den Fehler ruckzuck behoben. Um so wertvoller sind solche Screenshots. 🙂

WordPress für mobilen Content.

Eigentlich wollte ich mich nur um das Thema kümmern, wie man einer Website sagen kann, dass sie ein iPhone-kompatibles Symbol auf den Home-Screen eines iPhones blasen soll, wenn der Benutzer das haben möchte. Kompliziert zu erzählen, es soll halt so aussehen (Symbol unten rechts):

Eigenes Webapp-Symbol auf dem iPhone

Der Einbau ist herzlich einfach:

  1. Eine Grafik erstellen, die genau 57 mal 57 Pixel groß ist (in der Grafik einen kleinen Rand rundherum von ca. 3 Pixel lassen) und im PNG-Format abgespeichert wird. Um den Glanzeffekt des Buttons muss man sich nicht kümmern, das erledigt das iPhone selbst.
  2. Das Ding dann auf die Website laden.
  3. In den Header der Website folgenden HTML-Code einbinden:
    <link rel="apple-touch-icon" href="/ordner/grafikname.png" />

Simpel und funktioniert tatsächlich, sogar ohne dass man Lizenzgebühren an Apple zahlen muss. (Wie, kein Smiley an dieser Stelle? Beabsichtigt.)

Noch viel einfacher und richtig luxuriös wird es, wenn die Website mit einem WordPress angetrieben wird und ein Plug-In namens WPtouch iPhone Theme installiert wird. Mit diesem sehr umfangreichen Plug-In (das leider etwas Einlesen in seine Einstellungen erfordert und dieser Einstellungsbereich nur in englischer Sprache daherkommt) wird nämlich gleich das gesamte Theme mobilifiziert, wenn ein Webbrowser eines mobilen Gerätes daherkommt:

Screenshot WPtouch Theme auf dem iPhone

Das sieht alles nicht nur sehr übersichtlich aus, sondern ist es auch und das nicht nur auf dem iPhone, sondern auch auf anderen Mobilgeräten bzw. in deren Webbrowser.

Der Clou ist, dass auch die meisten anderen Plug-Ins im Theme funktionieren, beispielsweise diejenigen, die Zusatzfunktionen wie Social Bookmarking ermöglichen sollen. Und nebenbei kann man in den WPtouch-Einstellungen eben auch das Symbol hochladen und einstellen, dass im Theme links neben dem Blog-Titel erscheinen und auch als Symbol für den Home-Screen genutzt werden soll.

Öffnen von alten Dateiarchiven.

Wenn es in Zukunft einen wirklich lukrativen Job in der EDV geben wird, dann wird es mit Sicherheit im Berufsfeld eines „Dateiarchäologen“ zu suchen sein. Was wir im Laufe eines Lebens an Dateien speichern und für die Nachwelt festhalten, ist nicht nur gewaltig groß, sondern schon nach wenigen Jahren höchst spannend, überhaupt an die Inhalte heranzukommen.

Beispiel: Ich habe vor ca. drei Jahren eine Software gekauft, die aus einem proprietären Dateiformat EPS-Grafikdateien exportieren kann. Schon damals, also im Jahre 2006, war das Programm relativ altbacken, was sich auch schon an der Setup-Datei zeigte, denn die darin enthaltenen Dateien waren teilweise aus dem Jahre 1997. Aber damals ließ sich das installieren und gut war es. Nun habe ich wieder eine Datei umwandeln wollen und wollte mit der Setup-Datei die Software installieren: No way, es ging nicht.

Nach etwas Recherche offenbarte sich die Misere: Die Setup-Datei wurde einst mit InstallShield gepackt. An sich auch heute kein Problem, da InstallShield nach wie vor ein wichtiger Platzhirsch im Feld der Installationsprogramme ist. Allerdings wurde damals die Version 3 genutzt und die arbeitete als 16-Bit-Anwendung. Für 32-Bit-Betriebssysteme kein sonderliches Problem, da sie 16-Bit-Programme in einem eigenen Modus ablaufen lassen können, das funktioniert jedoch nicht mehr mit heute immer weiter verbreiteten 64-Bit-Betriebssystemen, die ich ausschließlich einsetze. Die Problemstellung war also die, an ein Programm heranzukommen, dass in einem unausführbaren Setup-Programm liegt. Moderne Packprogramme können heute übliche Setup-Archive wie CAB- oder MSI-Dateien problemlos öffnen, allerdings eben nicht mehr in diesem Dateiformat, wie sie einst InstallShield 3 verwendete.

Nach nicht wenig Suche bin ich auf ein Programm namens Universal Extractor gestoßen, das genau dies kann und nebenbei auch noch viele andere Archive öffnen, von denen ich teilweise noch nie etwas gehört habe. Die Bedienung ist dabei sowas von Understatement, wie es sich für ein Programm, das viel drauf hat, gehört:

Screenshot "Universal Extractor"

Das Freeware-Tool gehört wirklich in jeden Werkzeugkasten eines Windows-Benutzers.