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Die unerträgliche Hetze von Ursula von der Leyen.

21. August 2009 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Konstatierend betrachtet hat Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen in Sachen politische Bilanz ihres Mandates ein desolates Bild zurückgelassen. Ihr politisches Paradepferd, das Elterngeld, hat bei weitem das Ziel, Eltern letztendlich durch das Winken mit dem schnöden Mammon zu mehr erfolgreichen Kopulationsvorgängen zu bewegen, recht deutlich verfehlt, denn Deutschland ist nach wie vor in Europa auf den hintersten Plätzen, was die Geburtenrate betrifft. Erstaunlicherweise redet kaum ein Medium über Leyens miese Leistungsbilanz – außer ausgerechnet der SPIEGEL und der dann auch noch recht harsch.

Ansonsten traut sich keiner ran an das hochgefährliche, blonde Gift, dass seine entsetzliche politische Fratze nun in aller abstoßenden Abscheulichkeit im heißen Wahlkampf in Szene setzt. Mir setzt ja normalerweise politisch fast nichts zu, aber lassen wir das eine mitgeschnittene Rede von Uschi sprechen, die sich der geneigte Leser – auch wenn es schmerzhaft ist – doch bitte bis zum Ende anschauen sollte:

Wow. Gegenüber einer solchen Klientel solche Äußerungen zu treffen, den Klassenkampf in einen Sumpf mit dem Kampf gegen die Kinderpornografie zu gießen und eigene Schlampereien in Gesetzgebung und Auswahl des Lösungsansatzes einfach mal "den Linken" anzukreiden, das ist schon atemberaubend entsetzlich. Ich weiß ja, dass man in Wahlkampfzeiten klotzen muss, aber dann so plump, so durchschaubar, so arrogant, so demokratiefern und voller Lügen? Und die Kinder, die unmittelbar vor dem Pult sitzen, sitzen da vermutlich auch ganz zufällig.

Was da gelaufen ist und vermutlich auf zig weiteren Wahlkampfveranstaltungen von Ursula von der Leyen so laufen wird, ist Ablenkungspolitik erster Klasse und blanke Demagogie, die in meinen Augen alles in den Schatten stellt, was nach Franz-Josef Strauß an stockkonservativer Argumentationsschiene aus der Union geschwappt ist. Das ist schon eine sehr neue Qualität, von der zu hoffen, ist, dass sie in Deutschland nicht noch einmal großflächig hoffähig wird.

Aufforderung an alle Demokraten des Landes: Sowas mit der Kamera dokumentieren und ins Internet stellen!

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Mission erledigt – Gert Hager ist OB.

29. Juni 2009 | 5 Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

So. Ein halbes Jahr Wahlkampf und Online-Campaigning für Gert Hager ist durch. Was ich an Silvester kaum noch halten konnte und dann am 2. Januar startete, war schlicht und einfach die Philosophie, die ich mir vorstelle: Da kommt jemand mit Reputation, möchte etwas bewegen, sucht sich einige brillante Leute als Gefährten und dann wird aufgebrochen, die Amtskette holen. Sozusagen “Herr der Ringe” rückwärts. Und es hat funktioniert. Im zweiten Wahlgang war der Vorsprung vor Gegenkandidatin und Amtsinhaberin Christel Augenstein noch viel größer.

Ich will das Thema Online-Campaigning weiterhin nicht überbewerten, bleibe aber bei meinen Erfahrungen und Thesen, die ich im Laufe der letzten Monate gemacht habe. Es geht keinesfalls mehr ohne Homepage und es geht besser, wenn man das Thema Homepage nicht zur Last erklärt, sondern zur Chance. Es ist eine unglaubliche Erfahrung gewesen, mit gestandenen Herrschaften in einem Wahlkampfteam zu arbeiten, als Onliner erst einmal allen zeigen zu müssen, was da eigentlich geht, um dann am Ende zu sehen, dass sich das Wahlkampfrad immer stärker um das Kampagnen-Blog drehte. Wir waren ständig aktuell am Ball, haben eine Berichterstattung aus dem Boden gestampft, die einfach “rockig” und so nah am Puls war, wie irgend möglich und Besucher scharenweise angelockt hat. Wenn man wirklich von Null auf Hundert fährt, weiß man, was man da für Geister ruft.

Gestern waren geschlagene 3.337 Besucher auf dem Kampagnen-Blog, im Vergleich zu etwa 400 bis 600, die wir die Tage zuvor verzeichnet hatten. Und auch der Rückkanal funktioniert, denn seit der Bekanntgabe des Wahlergebnisses vor 18 Stunden gab es bis dato 60 Glückwünsche, die über das Kontaktformular eingesendet wurden. Folks, das ist Feedback von der Basis. Von Leuten, die wir nicht kennen. Der Wähler, der sich anstecken lässt, wenn man es probiert und sich auf das Abenteuer Internet einlässt.

Was bleibt? Unglaubliche, unbeschreibliche Erfahrungen, die meine Sicht auf meine Heimatstadt Pforzheim, auf viele Menschen im Freundes- und Bekanntenkreis, auf Persönlichkeiten in Pforzheim, auf unseren medialen Mikrokosmos, auf Gert Hager und auch auf das Internet grundlegend beeinflusst haben. Und auch die Erfahrung, dass Menschen auf einen zukommen und sagen, dass sie das Internet bisher völlig falsch eingeschätzt haben und nicht für möglich gehalten haben, dass das, was Barack Obama zur Maxime erklärt und dann auch getan hat, problemlos auch in einer Stadt wie Pforzheim in einem Oberbürgermeisterwahlkampf funktioniert.

Was wird? Gert Hager wird ein brillanter Oberbürgermeister für Pforzheim werden. Ich habe den Mann nun in sechs Monaten als geradlinigen, scharf denkenden, schwer arbeitenden, experimentierfreudigen Menschen kennengelernt, der auf Menschen zugehen kann und das auch tut. Ich bin ja nun wirklich keiner, der für übertriebenen Personenkult empfänglich wäre, aber es gibt Menschen, die eine gewisse Magie besitzen, mit Menschen unkompliziert und ohne Allüren in Kontakt zu treten und dazu gehört Gert Hager definitiv. Wir werden es sehen, was er daraus nun ab 23. Juli als neuer Oberbürgermeister von Pforzheim machen wird.

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Ralf Moeller droht ungeheuerlich.

24. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MüllWelt

Wer im abonnierten SPIEGEL diese Woche den KulturSPIEGEL liest, die Kulturbeilage des SPIEGEL, der liest gar Ungeheuerliches und sieht das vor allem auch gleich auf der Titelseite: Ist doch dort Schauspieler und Bodybuilder Ralf “Conan, der Barbar” Möller auf einem Foto in Präsidentenpose zwischen einer deutschen und einer nordrhein-westfälischen Flagge zu sehen, mit dem Titel: “Mit starker Hand – Wird der Schauspieler Ralf Moeller der nächste Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen?”

Wenn man nach dem Lachflash dann tatsächlich auf Seite 12 zum Artikel springt, merkt man schnell, dass es Ralf Moeller doch tatsächlich ernst meint und als Vorbild in dieser Mission niemand anderen als Arnold Schwarzenegger hat. Nicht dass es schon genügt hätte, dass Ralf Moeller ewig als der deutsch sprechende Bodybuilder hinter Arnold Schwarzenegger gilt und dass er schon erheblichen (und vor allem erheblich peinlichen) Wahlkampf für die CDU getan hätte – er möchte jetzt auch noch ein Amt:

Seine Freunde in Kalifornien scherzen, dass er einmal Nachfolger von Arnold Schwarzenegger werden könne als Gouverneur von Kalifornien. “Ich mache doch nicht den gleichen Fehler wie Arnold”, sagt er. “Er kann nicht Präsident werden, weil er nicht in Amerika geboren ist. Ich werde deswegen lieber Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, dann kann ich später auch Bundeskanzler werden.”

Möglicherweise tut Bodybuildern das Schauspielern von Charakteren, die vornehmlich durch testosterongetränkte Aktivitäten glänzen, gar nicht gut. Sicherlich hat er auch redlich versucht, diese Aussage witzig klingen zu lassen. Mir fehlt jedoch die blühende Phantasie, nicht zu glauben, dass er seine Ambitionen nicht ernst meint.

Da hat er sich dann allerdings etwas vorgenommen: Ein schillernder Klasse-2-Schauspieler versucht die Schwarzenegger-Nummer in good old Germany und sitzt bei einem trockenen CDU-Landesparteitag vorne auf der Vorstandshühnerleiter und träumt von der Kanzlerschaft.. ;-)

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Muss man alles in seiner Partei gut finden?

14. September 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Diese Frage habe ich gestern gestellt bekommen und die ich durchaus klar beantworten kann: Nein, muss man nicht. Ich gehe sogar noch etwas weiter und sage: Nein, muss man nicht und mir sind Leute per se suspekt, die alles in ihrer jeweiligen Partei gut finden und sich mit allem und jedem identifizieren können.

Mein Beispiel ist da Andrea Ypsilanti, die ich inzwischen mehr als peinlich finde, weil sie es gnadenlos schafft, von einem Fettzuber zum nächsten zu stolpern. Dabei ist meiner Meinung nach die immer noch nicht funktionierende Regierungsbildung gar nicht so das Problem, sondern das Drumherum, das Ulk-Gespräch zwischen einem Stimmenimitator und ihr, bei der sie glaubte, es sei Franz Müntefering dran, ist da nur ein weiterer Höhepunkt der Peinlichkeiten.

Nein, es gibt Dinge, die gehen einfach nicht in der Politik: Verschließen von Tatsachen, Nichteinhalten der zentralsten Wahlkampfversprechen, politisches Dampfhammertum, Humorlosigkeit und dummes Geschwätz. Eine gute Mischung kann man auch als Landespolitiker schaffen, zur Not kann man sich Rhetorik auch käuflich beibringen lassen.

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