Tschüss 2016, war nett mit dir.

Ein Besim-Jahresrückblick, kurz und gut. Im Gegensatz zu vielen in meinem Freundeskreis und in den Social Networks ist das Jahr 2016 eigentlich gar kein so übles Jahr gewesen aus meiner Sicht.

Gesundheitlich.

Fangen wir gleich mit dem langweiligsten Thema an, denn eigentlich ist in Sachen Gesundheit alles weiterhin im Lot. Pumpe arbeitet weiterhin zufriedenstellend, mein ICD hat dieses Jahr wieder nichts tun müssen (Batteriestand 55 %) und die gut 6.000 Euro bezahlten Euro Krankenkassenbeitrag sind immer noch gut für die Solidargemeinschaft angelegt. Offiziell bin ich jetzt schwerbehindert, das liegt aber vor allem eben daran, dass ich einen ICD mit mir herumtrage.

Ah, doch, es gab Kollateralschaden, nämlich in Form eines angebrochenen Backenzahns. Der wurde aber zum Sparpreis vom Zahnarzt geflickt.

Beruflich.

Gibt auch hier nichts zu jammern, das Jahr lief gut. Umsatz um ca. 10 % gesteigert, Gewinn gleichbleibend. Ein paar langfristige Anschaffungen getätigt. In Sachen Projekte gab es vor allem eine Reihe von mittelgroßen Geschichten. Immer stärker wird jedoch der Bereich Wartung für Websites (vor allem WordPress und DokuWiki). Ein besonderer Teil meines Geschäfts ist immer noch für einen besonderen Kunden, denn das Autohaus Gerstel ist nach wie vor ein Ankerkunde. Für das Autohaus gab es erst vor wenigen Stunden ein Update des Gerstelblog-Kleids, denn immerhin hat mit diesem Corporate Blog auch meine Selbstständigkeit angefangen. Da war das Redesign eine echte Ehrensache.

Elektronisches.

Ein Blick auf meine neuen Gadgets ist relativ einfach: Eine Smartwatch in Form einer Sony SmartWatch 3, die es zum Spottpreis von knapp 100 Euro gab. Und eine wirklich epische Anschaffung ist mein kleiner Amazon Kindle Paperwhite 7. Nun, denkt man sicher, warum kauft man sich einen 6-Zoll-Kindle, wenn man ein 6-Zoll-Smartphone hat und ein normales Tablet? Sehr einfach: Das Lesen ist auf dem Paperwhite einfach grandios und die Akkulaufzeit ist gigantisch. Auch wenn ich auf dem Smartphone schon viele E-Books gelesen habe – auf dem Kindle hat sich mein Lesepensum verdoppelt. Selten waren die 109 Euro so gut investiert, wie hier.

Smartphone und Tablet sind unverändert: Das Hauptgerät ist immer noch mein Google Nexus 6, Ersatz ist das LG G3 und der stellvertretende Vize das Samsung Galaxy S2, beide mit CyanogenMod. (Okay, das Galaxy ist eigentlich nur noch reine Show.)

In Sachen PC/Laptop gibt es weiterhin keine Änderung: Seit 2012 verrichtet mein HP Desktop beste Arbeit zu Hause und seit 2011 mein HP Elitebook 8440p in Büro und Mobil. Beides läuft mit Windows 10 so eingespielt, dass ich dieses Jahr nur etwas Geld in Ersatzteile für das Elitebook investiert habe, für den Fall der Fälle. Das Laptop ist schlicht der Burner, ich hatte nie ein besseres Gerät.

Eine Investition gab es in Sachen NAS, da habe ich nun meine kleine Synology und meine alte Buffalo-NAS gegen eine moderne Synology DS716+II ausgetauscht. Sehr gutes Gerät mit sehr gutem Preisleistungsverhältnis. Ebenfalls ausgetauscht wurde im Homeoffice der Router, dort werkelt jetzt eine Fritzbox 7580 und ersetzt meine frühere 7490, die nun Ersatzgerät ist. Beide Geräte beherrschen VDSL-Vectoring. Die 7270, die nun als Ersatz ausgemustert wird, hat ein neues Zuhause bei einer rüstigen Kundin gefunden.

Meine Hardware läuft übrigens im Durchschnitt 5,8 Jahre bei mir, das ist schon enorm. Freut zwar weniger meinen Steuerberater, weil ich zu wenig investiere, aber so lange das Zeug läuft, läuft es halt. 🙂

Gelesen.

Ich schrieb ja schon, dass der Kindle Paperwhite meinen Lesekonsum enorm gesteigert hat. Dazu gehörten neben einigen Science-Fiction-Büchern (die Krankheit der Indie-Romane werde ich wohl nie wieder los) auch die komplette Harry-Potter-Reihe, von denen ich bisher nur den ersten Band gelesen hatte. Schön geschrieben, okay. Weltliteratur? Nun ja…

Das für mich spannendste Buch lese ich gerade, nämlich das Sachbuch „Cosa Nostra“ von John Dickie und damit die Geschichte der Ur-Mafia auf Sizilien. Eine atemberaubende Dokumentation, geschrieben wie ein Krimi-Sampler und sehr erläuternd darüber, wie Sizilien und in weiten Teilen auch Italien funktionieren.

Besonders beeinflusst worden?

Sicherlich von der US-Präsidentschaftswahl, die dann mit ihrem unrühmlichen Ende für eine Art Katerstimmung bei mir sorgt. Das Diskussionsniveau in Social Networks hat schon deutlich gelitten und ich befürchte, dass wir den echten Tiefpunkt noch gar nicht erreicht haben. Ich mache mir inzwischen größere Sorgen darüber, dass uns das Prinzip Hoffnung in wenigen Jahren so derartig abhanden gekommen ist.

Unbestreitbar ist, dass hier das Internet und Social Media eine sehr unrühmliche Katalysatorfunktion für Müllnachrichten, extreme Strömungen und das plötzliche Geltungsfieber des Kleinen Mannes darstellt. Wegfiltern lässt es sich nicht, ignorieren dürfen wir es auch nicht, aber sich den Schneid abkaufen lassen von Populisten? Wir werden uns da überlegen müssen, wie wir das kontern.

Was in 2017 zu tun wäre.

Selbstverständlich Berufliches, netterweise sind einige Projekte schon in der Pipeline und vielversprechend. Außerdem fährt hier immer noch ein zu ca. 30 % geschriebenes Manuskript für ein (ich nenne es mal) Buch zum Thema Corporate Blogging herum, das ich eigentlich mal fertigschreiben sollte. Ob es am Ende dann auch ein Buch auf Totholz werden soll, bleibt dahingestellt, aber es muss auf jeden Fall zu Ende gebracht werden.

Jetzt aber erst einmal meine beste Wünsche für einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ein persönlicher Jahresrückblick und ein Dank.

Vor genau vier Jahren habe ich es schon mal gebloggt und es gilt heute immer noch: Jahresrückblicke sind nicht mein Ding. Ich stehe zwar zu all dem, was ich in der Vergangenheit hier und da angerichtet habe, aber auch noch ein dickes Schlusswort für ein Jahr zu finden, ist eben – nicht mein Ding.

Ich könnte es dieses Jahr aufgrund eines unvorhersehbaren Ereignisses anders handhaben und vielleicht mit so Sprüchen auftrumpfen wie „Hey, hätte auch alles schiefgehen können!“ (es kann immer alles irgendwie schiefgehen), hier die aktuellen Parameter meines ICD auflisten (sehr langweilig) oder mein letztes EKG (noch langweiliger) einkleben.

Es ist hier, wie immer, die gebührende Portion Sarkasmus notwendig: Schon wieder ein Jahr vorüber und schon wieder haben wir es überlebt. Manche hatten nicht so viel Glück.

Und übrigens: Danke!

Dieser Dank ist ausnahmsweise mal anlasslos, ultimativ und an viele Menschen gerichtet, nämlich einfach mal alle, die das hier lesen und im Mai an meinem zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt, persönlich, mit Worten und gedanklich teilgenommen haben.

Es ist ein großer Unterschied, ob man sich auf einen Krankenhausaufenthalt vorbereiten kann oder ob man als Notfall per Rettungswagen hereingerollt wird. Über ein paar Dinge braucht man da direkt nach der Einlieferung nicht nachzudenken, was dann aber ein, zwei Tage später nachgeholt werden darf. Und dann kommt es meist gleich ziemlich dick, denn neben dem Verarbeiten darf man sich die ganzen Untersuchungen antun, eine Menge Papierkram ausfüllen und sich mit einigen Dingen, die die Zukunft betreffen (nicht die Vergangenheit), auseinandersetzen. Dass man irgendwann einmal ein Ende hat, das wird einem in so Momenten bewusst, auch wenn ich mit so Dingen wie Midlife-Crisis oder dem Tod (inzwischen) keine sonderlich großen Probleme habe. Ist halt so. Kommt irgendwann. Wäre aber blöd gewesen, wenn es schon dieses Jahr passiert wäre.

Da war es gut, dass ich per Twitter und Facebook immer wieder einmal „nach dem Rechten“ schauen konnte und es umgekehrt auch so war. Das Internet ist nicht bei mir zu Hause und auch nicht auf dem Smartphone, sondern es ist irgendwo zwischen den ganzen Endgeräten und unseren Köpfen. Liegen erst einmal 600 Kilometer zwischen den Menschen, die sicherlich zum Krankenbesuch kommen würden, dann hebt diese ganze Mikrokommunikation einiges an Barrieren im Zusammenleben auf und es macht keinen Unterschied, ob man persönlich da war oder eben nur auf Facebook.

Einigen Menschen, die sehr nahe bei mir waren, waren das gar nicht physisch und tatsächlich habe ich immer noch einige der Gesprächspartner, zu denen ich mich besonders verbunden fühlte, immer noch nicht persönlich kennengelernt. Das gehört alles zu dem Phänomen Internet und wer diese Art von menschlichen Beziehungen nicht kennt, kann da einfach auch nicht mitreden. Ich habe zumindest keine Probleme mehr mit so Aussagen, dass viele meiner Freunde „im Internet“ sind. Der „kleine“ Unterschied zu echten persönlichen Treffen ist in den Fällen, wo es darauf ankommt, herzlich egal.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Rutsch und selbstverständlich alles Positive für das Jahr 2013, das auf euren geistigen und schriftlichen ToDo-Listen steht. Einigen Menschen wünsche ich das mehr und einigen vielleicht auch etwas weniger, aber unterm Strich kommt es auf das Gleiche heraus: Dem Schicksal sind meine Wünsche relativ egal und wir lesen uns auch 2013 wieder alle gegenseitig im Internet und wissen so, auf welchen Böden wir stehen.

Hatte ich erwähnt, dass Familie und Freunde sehr wichtig sind? Ist so.

Ein „Guter Rutsch“ oder ein „guter Rutsch“?

Wenn ich mir so die Weihnachtskarten anschaue, die ich in den letzten Wochen bekommen habe (nämlich genau drei), fällt eines auf: In zwei von drei Karten ist von „Frohen Weihnachten“ die Sprache und vom „Guten Rutsch“. Groß geschriebene Adjektive. Und groß geschriebene Adjektive schreien immer nach einer genaueren Betrachtung bezüglich ihrer Substantivierung. Denn in vielen Fällen tragen sie diese „Aufhübschung“ zu Unrecht.

Vom Prinzip her gestattet die deutsche Sprache dem Adjektiv nur eine grundsätzliche Kleinschreibung. Die weitgehend genau definierten Ausnahmen gestatten eine Großschreibung in Fällen von substantivierten Adjektiven und wenn das Adjektiv ein Bestandteil eines Eigennamens ist. Und hier fängt die „frohe Weihnacht“ schon an, bedenklich zu wackeln, denn die Weihnacht stellt mit einem vorangestellten Adjektiv – ob das nun „froh“, „fröhlich“, „schön“ oder etwas gänzlich anderes ist – keinen bestimmten Eigennamen dar; eine „frohe“ Weihnacht mag vielleicht eine besonders schöne Form der Weihnacht sein – eine besondere Eigenschaft, die eines besonderen Eigennamens bedarf, ist es allerdings nicht.

Ebenfalls aufs Glatteis führt die Argumentation, dass es sich eventuell um einen besonderen Kalendertag handeln könnte, so wie beispielsweise der Heilige Abend, den man tatsächlich groß schreibt: Die Weihnacht ist auch ohne frohsinnige Wünsche eben die Weihnacht. Beim guten Rutsch und beim guten, neuen Jahr ist es ähnlich. Es gibt nicht den, sondern maximal einen guten Rutsch von vielen und es gibt auch nicht das frohe, neue Jahr, wenn man nicht explizit ein sehr bestimmtes Jahr meint. Hier gilt deshalb auch der unterste Nenner der Schreibweise, also konsequente Kleinschreibung.

Zwar gesteht die deutsche Rechtschreibung es dem kreativen Schreiberling zu, in wackeligen Einzelfällen das Adjektiv groß zu schreiben (der Klassiker hier ist die „Erste Hilfe“), allerdings sind die „frohe Weihnacht“, der „gute Rutsch“ und das „gute, neue Jahr“ keinesfalls Wackelkandidaten in diesem Sinne. Selbst dann nicht, wenn man berücksichtigen würde, dass es der Überbringer der Wünsche wirklich gut und vielleicht sogar tatsächlich sehr persönlich meint. Es ist schlicht falsch. Und wenn jemand etwas besonders betonen möchte, dann soll er es nicht einfach bedenkenlos groß schreiben, sondern fett drucken, die Weihnachtskarte unterschreiben, den zu Beglückwünschenden persönlich anrufen oder im Handstand vor ihm auf seinem Schreibtisch schräge Lieder singen.

Einen guten Rutsch und so!

Jetzt, knapp dreieinhalb Stunden vor Neujahr, bleibt eigentlich kaum mehr zu sagen, dass ich euch, den Lesern dieses Blogs, einen guten Rutsch ins neue Jahr wünsche und ein supergutes, erfolgreiches, gesundes Jahr 2010. An die Schreibweise des zukünftigen Datumsjahres muss ich mich auch erst mal gewöhnen, wobei Neujahr ja schon mal sehr homogen mit 01.01.10 fast binär daherkommt.

Und erinnern wir uns zurück, heute vor zehn Jahren, am 31. Dezember 1999, waren wir Systemadministratoren mit durchaus fühlenden Bauchschmerzen unterwegs, denn obwohl man die Y2K-Problematik schon längst ausgetestet hatte, wusste man nicht so recht, ob um 0:00:01 Uhr alles noch so bleiben würde wie vorher, oder ob der Planet schon auf dem Weg war, aus seiner Umlaufbahn zu schleudern. Nun, es passierte – nichts.

Auch heute bzw. auf dem Weg nach Morgen wird eher nichts passieren, versprochen. Wir sehen uns drüben, selbstverständlich wieder in altbekannten Schreibweisen. Wer mich dieses Jahr schon nicht leiden konnte, der sei getröstet: Nächstes Jahr wird es sicherlich nicht besser. 😉

Das wird unser Jahr!

Ja, ich nerve heute wirklich jeden damit, dass dieses Jahr unser Jahr wird. Und offenbar verstehen noch nicht mal alle, dass ich mit „unser“ nicht die Leute meine, mit denen ich herumhänge, sondern genau denjenigen, dem ich das sage, egal ob Arbeitskollege, Freund, Verwandter, Parteifreund, Gegner, Idiot: Das wird unser Jahr, meines und deines! Ich habe wirklich vor, dass dieses Jahr im Gedächtnis bleibt, denn das letzte Quartal bestand quasi nur daraus, das Jahr 2009 dunkel zu reden. Es wird aber nicht dunkel, es wird so hell wie die Sonne – wenn wir wollen, dass es unser Jahr wird.

Also ran an die Buletten und nicht erst auf das erste, warme Märzwochenende warten, das im Normalfall immer als Startsignal gedeutet wird. Wir starten einfach jetzt schon den Motor, nehmen die Vorzeichen der Graswurzelbewegungen des letzten Jahres als Kühlerfigur und lassen diese dorthin zeigen, wo es weitergeht, ohne wirklich zu wissen, wohin uns das führt. Völlig egal. Wir haben keine Businesspläne zu erfüllen und müssen nicht Lobbyisten und Politiker pflegen, von deren Anzeigen und Vitaminen wir abhängig sind.

Unsere Musik ist nicht die, die fest eingebrannt auf der CD daherkommt, sondern wir machen unsere eigenen Playlists, so wie es uns gefällt. Das Leben da draußen, weitab von den Betriebsbremsern, Madigrednern, Weltuntergangsherbeiphilosophierern und Dummschwätzern ist so riesig und hell, dass es alle dunklen Flecken wegleuchten kann, wenn uns das ein festes Motto für dieses Jahr wird.

Es wird. Alles wird gut. Wir können das. Und wir können auch vieles mehr, was andere uns gar nicht zutrauen würden. Denn genau das ist der Ansporn. Also packt eure Träume aus, schreibt sie auf, hängt sie euch an die Pinnwand oder über den Bildschirm und staunt über diesen ersten Schritt, der vermutlich der kühnste und derjenige ist, von dem ihr am meisten Angst hattet. Und lasst danach die Turbinen an. Sie haben uns lange Zeit belächelt und karikiert, sie haben über uns gelacht und uns für die Deppen des Jahrzehnts gehalten, aber die von Gestern leiden und kämpfen ums Überleben.

Wir, das sind diejenigen mit Träumen, Ideen und Idealen und wir holen den Pott vor dem Wettbewerber mit seinen alten Konzepten und wir werden erstaunt sein, dass wir uns gar nicht so anstrengen mussten, wie zunächst befürchtet.

Es wird unser Jahr!