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Ein “Guter Rutsch” oder ein “guter Rutsch”?

3. Januar 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Wenn ich mir so die Weihnachtskarten anschaue, die ich in den letzten Wochen bekommen habe (nämlich genau drei), fällt eines auf: In zwei von drei Karten ist von “Frohen Weihnachten” die Sprache und vom “Guten Rutsch”. Groß geschriebene Adjektive. Und groß geschriebene Adjektive schreien immer nach einer genaueren Betrachtung bezüglich ihrer Substantivierung. Denn in vielen Fällen tragen sie diese “Aufhübschung” zu Unrecht.

Vom Prinzip her gestattet die deutsche Sprache dem Adjektiv nur eine grundsätzliche Kleinschreibung. Die weitgehend genau definierten Ausnahmen gestatten eine Großschreibung in Fällen von substantivierten Adjektiven und wenn das Adjektiv ein Bestandteil eines Eigennamens ist. Und hier fängt die “frohe Weihnacht” schon an, bedenklich zu wackeln, denn die Weihnacht stellt mit einem vorangestellten Adjektiv – ob das nun “froh”, “fröhlich”, “schön” oder etwas gänzlich anderes ist – keinen bestimmten Eigennamen dar; eine “frohe” Weihnacht mag vielleicht eine besonders schöne Form der Weihnacht sein – eine besondere Eigenschaft, die eines besonderen Eigennamens bedarf, ist es allerdings nicht.

Ebenfalls aufs Glatteis führt die Argumentation, dass es sich eventuell um einen besonderen Kalendertag handeln könnte, so wie beispielsweise der Heilige Abend, den man tatsächlich groß schreibt: Die Weihnacht ist auch ohne frohsinnige Wünsche eben die Weihnacht. Beim guten Rutsch und beim guten, neuen Jahr ist es ähnlich. Es gibt nicht den, sondern maximal einen guten Rutsch von vielen und es gibt auch nicht das frohe, neue Jahr, wenn man nicht explizit ein sehr bestimmtes Jahr meint. Hier gilt deshalb auch der unterste Nenner der Schreibweise, also konsequente Kleinschreibung.

Zwar gesteht die deutsche Rechtschreibung es dem kreativen Schreiberling zu, in wackeligen Einzelfällen das Adjektiv groß zu schreiben (der Klassiker hier ist die “Erste Hilfe”), allerdings sind die “frohe Weihnacht”, der “gute Rutsch” und das “gute, neue Jahr” keinesfalls Wackelkandidaten in diesem Sinne. Selbst dann nicht, wenn man berücksichtigen würde, dass es der Überbringer der Wünsche wirklich gut und vielleicht sogar tatsächlich sehr persönlich meint. Es ist schlicht falsch. Und wenn jemand etwas besonders betonen möchte, dann soll er es nicht einfach bedenkenlos groß schreiben, sondern fett drucken, die Weihnachtskarte unterschreiben, den zu Beglückwünschenden persönlich anrufen oder im Handstand vor ihm auf seinem Schreibtisch schräge Lieder singen.

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Einen guten Rutsch und so!

31. Dezember 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in Interna

Jetzt, knapp dreieinhalb Stunden vor Neujahr, bleibt eigentlich kaum mehr zu sagen, dass ich euch, den Lesern dieses Blogs, einen guten Rutsch ins neue Jahr wünsche und ein supergutes, erfolgreiches, gesundes Jahr 2010. An die Schreibweise des zukünftigen Datumsjahres muss ich mich auch erst mal gewöhnen, wobei Neujahr ja schon mal sehr homogen mit 01.01.10 fast binär daherkommt.

Und erinnern wir uns zurück, heute vor zehn Jahren, am 31. Dezember 1999, waren wir Systemadministratoren mit durchaus fühlenden Bauchschmerzen unterwegs, denn obwohl man die Y2K-Problematik schon längst ausgetestet hatte, wusste man nicht so recht, ob um 0:00:01 Uhr alles noch so bleiben würde wie vorher, oder ob der Planet schon auf dem Weg war, aus seiner Umlaufbahn zu schleudern. Nun, es passierte – nichts.

Auch heute bzw. auf dem Weg nach Morgen wird eher nichts passieren, versprochen. Wir sehen uns drüben, selbstverständlich wieder in altbekannten Schreibweisen. Wer mich dieses Jahr schon nicht leiden konnte, der sei getröstet: Nächstes Jahr wird es sicherlich nicht besser. ;-)

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Das wird unser Jahr!

1. Januar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Ja, ich nerve heute wirklich jeden damit, dass dieses Jahr unser Jahr wird. Und offenbar verstehen noch nicht mal alle, dass ich mit “unser” nicht die Leute meine, mit denen ich herumhänge, sondern genau denjenigen, dem ich das sage, egal ob Arbeitskollege, Freund, Verwandter, Parteifreund, Gegner, Idiot: Das wird unser Jahr, meines und deines! Ich habe wirklich vor, dass dieses Jahr im Gedächtnis bleibt, denn das letzte Quartal bestand quasi nur daraus, das Jahr 2009 dunkel zu reden. Es wird aber nicht dunkel, es wird so hell wie die Sonne – wenn wir wollen, dass es unser Jahr wird.

Also ran an die Buletten und nicht erst auf das erste, warme Märzwochenende warten, das im Normalfall immer als Startsignal gedeutet wird. Wir starten einfach jetzt schon den Motor, nehmen die Vorzeichen der Graswurzelbewegungen des letzten Jahres als Kühlerfigur und lassen diese dorthin zeigen, wo es weitergeht, ohne wirklich zu wissen, wohin uns das führt. Völlig egal. Wir haben keine Businesspläne zu erfüllen und müssen nicht Lobbyisten und Politiker pflegen, von deren Anzeigen und Vitaminen wir abhängig sind.

Unsere Musik ist nicht die, die fest eingebrannt auf der CD daherkommt, sondern wir machen unsere eigenen Playlists, so wie es uns gefällt. Das Leben da draußen, weitab von den Betriebsbremsern, Madigrednern, Weltuntergangsherbeiphilosophierern und Dummschwätzern ist so riesig und hell, dass es alle dunklen Flecken wegleuchten kann, wenn uns das ein festes Motto für dieses Jahr wird.

Es wird. Alles wird gut. Wir können das. Und wir können auch vieles mehr, was andere uns gar nicht zutrauen würden. Denn genau das ist der Ansporn. Also packt eure Träume aus, schreibt sie auf, hängt sie euch an die Pinnwand oder über den Bildschirm und staunt über diesen ersten Schritt, der vermutlich der kühnste und derjenige ist, von dem ihr am meisten Angst hattet. Und lasst danach die Turbinen an. Sie haben uns lange Zeit belächelt und karikiert, sie haben über uns gelacht und uns für die Deppen des Jahrzehnts gehalten, aber die von Gestern leiden und kämpfen ums Überleben.

Wir, das sind diejenigen mit Träumen, Ideen und Idealen und wir holen den Pott vor dem Wettbewerber mit seinen alten Konzepten und wir werden erstaunt sein, dass wir uns gar nicht so anstrengen mussten, wie zunächst befürchtet.

Es wird unser Jahr!

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