Nokia Tunes Classical.

Immer wieder ergötzlich:

Während die obigen Kollegen das klingelnde Nokia-Handy gekonnt parierten, hatte der folgende Violinenspieler da schon so seine Schwierigkeiten. Oder war er einfach konsterniert?

Zugegeben – in unserer heutigen Smartphone-Welt ist ein kleines, piezo-klingelndes Nokia-Handy so eine Seltenheit geworden, dass man fast schon sentimentale Gefühle für das kleine Gerätchen entwickelt. Zumindest die Menschen, die so ein Gerät einst einmal besaßen und für die das Ding so ziemlich das feinste in Sachen Technik war.

Ständiger Wechsel zwischen 3G und HDSPA am Smartphone.

Bei meinem Samsung Galaxy S2 ist mir ein Phänomen aufgefallen, wenn es in einem UMTS-Netz eingebucht ist. Hat es das nämlich, erscheint für gewöhnlich bei der Feldstärkenanzeige ein kleines „3G“. Das tut es so lange, wie keine Daten übertragen werden – so bald nämlich Daten übertragen werden, wird aus dem „3G“ ein „H“ und so geht es ständig hin und her.

Ich war sogar kurz davor, bei Samsung einen Schadensfall auszurufen, bis ich mir mal die Mühe machte, ein paar Sekunden darüber nachzudenken. Diese ständigen Wechsel sind nämlich kein Fehler, sondern tatsächlich so gewollt!

Der Hintergrund ist dabei ein relativ plausibler. Die mögliche Bandbreite von UMTS im Urzustand, also der ursprünglichen Protokolldefinition, ist relativ gering. Einst rechnete man da mit einer maximalen Übertragungsbandbreite von etwa 2 Megabit pro Sekunde. In den 1990er Jahren, als UMTS entwickelt wurde, war das noch eine ziemlich hohe Bandbreite, diese Entwicklung wurde jedoch im Laufe der Jahre von der Realität eingeholt. Also hat man UMTS weiterentwickelt und ein Erweiterungsprotokoll namens HDSPA entwickelt. Das ist innerhalb der UMTS-Spezifikation eingebettet, was grundsätzlich nötig ist, weil man ja nicht unbedingt ein komplett neues Netz bauen will. Aus diesem Grund spricht man bei HDSPA-Ausbaustufe auch nicht mehr von „3G“ für „3. Mobilfunkgeneration“, sondern von „3.5G“ als Zwischenstufe zum UMTS-Nachfolger.

HDSPA ist so aufgebaut, dass es verschiedene Übertragungskategorien anbietet, mit denen downstream, also vom Mobilfunknetz zum Mobiltelefon, höhere Bandbreiten erzielt werden können. Die bei uns in Deutschland für gewöhnlichen Kategorien ermöglichen Übertragungsbandbreiten von 3,6 und 7.2 Megabit pro Sekunde, natürlich immer abhängig von der jeweiligen Netzqualität vor Ort.

HDSPA ist zwar schön und gut, allerdings muss ein Mobiltelefon mehr Strom investieren, um ständig im HDSPA-Betrieb zu sein. Und Strom ist bei modernen Smartphones ein sehr endliches Gut. Aus diesem Grund erkennen zwar viele Smartphones, dass im eingebuchten UMTS-Netz HDSPA verfügbar ist, nutzen es jedoch nur dann, wenn auch tatsächlich Daten zu übertragen sind. Und genau in so einer Situation wechselt dann in der Feldstärkenanzeige das „3G“ zu einem „H“ und nach der Übertragung auch wieder zurück.

Passiert dieser Wechsel scheinbar aus heiterem Himmel, dann ist auch hier das Smartphone höchstwahrscheinlich nicht kaputt, sondern es werden im Hintergrund Daten übertragen. Das passiert, gerade bei Android-Smartphones, mehr oder weniger regelmäßig, wenn Apps oder Widgets im Hintergrund synchronisieren dürfen.

Nachbetrachtungen zum Samsung Galaxy S2.

Nun sind gut vier Wochen nach dem Kauf meines Samsung Galaxy S2 durch und es wird Zeit für ein paar kleine Nachbetrachtungen in Sachen Mobiltelefon und auch Android, sozusagen als Fortsetzung zu meiner Erstbetrachtung, die ich ein paar Tage nach dem Kauf geschrieben habe.

Haptik und Handling

Also gut, Samsung baut keine iPhones. Es gibt deshalb wenig Metall und keinen Glasrücken. Es fühlt sich vermutlich nicht so hochwertig an, wie es einige Besitzer von ihren iPhones kennen. Ich erspare mir hier Gehässigkeiten, denn für mich sind solche Fragen einfach nicht diskutabel – ein Smartphone, das ich ständig in den Händen haben soll, braucht gute innere Werte und ein robustes Äußeres, der Rest ist mir weitgehend egal, wenn es nicht ganz so hässlich daherkommt. Das Samsung Galaxy S2 ist äußerlich sicherlich keine vollendete Schönheit, allerdings soweit ganz brauchbar. Plastik muss man nicht lieben, Plastik kann jedoch etwas aushalten.

Was bei mir tatsächlich bis an die Grenzen des Erträglichen geht, sind die Formfaktoren. Das Display ist riesig, warf aber auch wirklich keinen Millimeter mehr größer sein. Mit 0,8 Millimeter „Dicke“ ist es mir bei den Dimensionen fast schon zu dünn. Und was es gar nicht ist (übrigens auch nicht das iPhone 4): Griffig. Erst die zusätzlich gekaufte Silikonhülle sorgt dafür, dass es mir quasi in der Hand klebt. Ich lege da großen Wert auf sowas.

Display

Fast immer, wenn jemand mal fragte, ob er mal mein Telefon sehen könne, war das vor allem wegen dem Display. AMOLED-Displays gibt es noch nicht so verbreitet und diese Displaytechnologie, bei der die Beleuchtung nicht mit einer gesonderten Leuchtquelle erzeugt wird, sondern mit dem Display selbst, hat durchaus ein paar Anfangsschwierigkeiten hinter sich. Die erhebliche Energieeinsparung erkauft man sich nämlich durch spezielle Eigenschaften.

Um es klar zu sagen: Wenn das Display auf voller Leuchtstärke steht oder zumindest mit 50 % das Display beleuchtet, dann ist das Display phantastisch ausgeleuchtet und brillant. Es macht Spaß, sich so beleuchtet mit dem Telefon zu beschäftigen. Wenn die Helligkeit heruntergeregelt wird (ob nun manuell oder durch einen eingeschalteten Lichtsensor), dann werden Schwächen sichtbar, nämlich in Form eines leichten Gelbstiches, der auf der linken Seite des Displays stärker ausgeprägt ist, als rechts. Alles nicht wirklich weltbewegend und ein „Systemproblem“ von AMOLED-Displays, das man schlicht in Kauf nehmen muss. Und es ist wirklich ein Luxusproblem, ich liebe das Display.

Kamera

Die Kamera des Samsung Galaxy S2 macht Spaß und das kann man von wirklich nur sehr wenig Smartphones sagen. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Smartphone mit einer zwangsläufig kleinen Fitzelkamera so ein erstaunlich gutes Bild liefern kann, wie die verbaute 8-Megapixel-Kamera. Die Kamera ist schnell einsatzbereit, die Optik erstaunlich gut, die Farben brillant (und mitunter ein wenig zu gesättigt) und das Bild auch schnell im Kasten. Und als Videokamera schafft die Kamera tatsächlich 1080p in einer so erstaunlichen Qualität, die einige Camcorder locker in den Schatten stellt.

Vieles gut, aber nicht alles perfekt. Die Makrofunktion beispielsweise ist relativ bescheiden. Der maximale Annäherungspunkt liegt bei 10 bis 12 Zentimeter, das können andere Handykameras besser. Und eigentlich auch das Samsung Galaxy S2, denn der Autofokus stellt auch kurzfristig scharf, um dann eben nicht scharfstellen zu können. Auch nicht so hübsch ist die Panoramafunktion, die zwar recht gut ein Panoramabild näht, das aber nur in einer bescheidenen Auflösung vorliegt. Ebenfalls etwas mäßig ist die Bildleistung im Dämmerlicht, aber auch das ist Luxusgemecker. Die Kameraleistung ist summierend gesehen gut.

Android

Letztendlich war Android der Punkt, weshalb ich (ja, ich mag diese Logik) mich für ein Android-powered Smartphone entschieden habe. Apple iOS ist mir zu eng und zu unflexibel, die fehlende Möglichkeit dort für eine zentrale Ablage von Logins und keine zentrale Dateiablage sind schlicht Schikanen eines Herstellers, der manisch alles unter Kontrolle haben will und dabei in Kauf nimmt, dass er seinen Kunden bevormundet. Android macht es an vielen Stellen besser, nicht unbedingt einfacher, aber erheblich flexibler.

In Sachen Apps fehlt mir nichts – ganz im Gegenteil. Da ich schon vorher sehr viele Google-Dienste genutzt habe, bin ich unter Android quasi zu Hause. So Dinge wie Google Calendar, Google Contacts, Google Reader, Google Maps, Google Docs laufen mit den offiziellen Android-Apps einfach perfekt. Selbst für das immer noch von Google etwas stiefmütterlich behandelte Google Tasks, was ich so gern nutze, gibt es mit einer kostenlosen App namens „GTasks“ eine funktionierende Lösung.

An Tempo gibt es nichts zu bemängeln, das Galaxy S2 und Android 2.3.3 harmonieren perfekt. Nichts ruckelt, alles blendet sauber ineinander über, die Auslastung des 1 GB großen RAM-Speichers ist moderat. Apps sind schnell aufgerufen. Ich hatte mich eigentlich darauf vorbereitet, dass es ganz zu Beginn eines solchen Flagschiffes deutlich „hinterzimmiger“ zugeht, aber das Ding ist da.

Was bei Android nervt, sind ein paar undurchdachte Dinge. Zum Beispiel Töne: Ist der Akku aufgeladen, gibt es einen Signalton. Tagsüber mag das noch durchgehen, nachts ist sowas aber Käse, weil das Geräusch dazu reicht, um aufgeweckt zu werden. Oder auch die Unmöglichkeit, das Kameraauslösegeräusch abzuschalten – geht schlicht und einfach nicht. Plem-plem, um es mal direkt zu sagen. Sehr gewöhnungsbedürftig ist auch die automatische Rechtschreibkorrektur der Tastatur, die man am besten schnell wieder ausschaltet. Hier ist sicherlich noch genügend Entwicklungspotential.

Die Firmware-Updatepolitik ist derzeit so, dass etwa alle vier Wochen mit einem offiziellen Firmware-Update von Samsung gerechnet werden kann. Direkt ausgeliefert werden hierbei die wenigsten Updates, es gibt jedoch genügend Boards, auf denen man Anleitungen und Links bekommt, wie man sein Smartphone upgedated bekommt.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist wohlwollend gut. Bei intensiver Nutzung kommt man sehr bequem durch den Tag, bei meinem mittelmäßigen Pensum sind zwei volle Tage locker drin. Der Akku ist zwar austauschbar, allerdings ist nicht vorgesehen, dass man zwischen Akkus schnell wechseln kann, da ist schon die Rückwandabnahme eine Bastelei. Dazu kommt, dass das Smartphone-Herunter- und Hochfahren nun mal einen Moment länger dauert, als bei einem einfachen Mobiltelefon.

Wem die Akkuleistung nicht reicht, wird wohl bald mit einem größeren Akku und einer erweiterten Rückwand rechnen können, dies wird auf der Samsung-Website zumindest schon mal angekündigt.

Nochmal kaufen?

Absolut, ja. Das Samsung Galaxy S2 ist sicherlich nicht perfekt, macht aber Spaß. Aktuell pendelt es sich preislich auf 500 Euro ein. Bei 450 Euro würde ich es als gut angesiedelt sehen.

Warum gerade die Telekom beim Thema Netzneutralität die Luft anhalten sollte.

Bei der ganzen Debatte, die die Deutsche Telekom ständig um das Thema Netzneutralität und „Refinanzierung ihrer Internet-Dienstleistungen durch Diensteanbieter“ entfacht, lassen die pinkfarbenen Jungs und Mädchen ständig einen großen Punkt im Argumentationsportfolio weg, der mit ziemlicher Sicherheit nicht unterfinanziert ist – dem mobilen Internet via Mobilfunk. Und da sind alle Mobilfunkprovider ganz vorne dabei, nämlich beim Geldverdienen.

Das fängt in den günstigsten Situationen an, nämlich bei Kunden, die keinen Internet-Tarif haben und minutenweise für Online-Nutzung zahlen. Hier sind Tarifierungen von zehn Cent pro Minute (!) keine Seltenheit und damit um einiges teurer, als noch im Schnürles-Telefonnetz vor zehn Jahren. Wenn optionale Internet-Pakete hinzugebucht werden, wird es zwar meist günstiger, jedoch keinesfalls übersichtlicher. Bei der Telekom ist man je nach Vertrag monatlich 40 bis 50 Euro los für eine Pseudo-Flatrate mit UMTS-Tempo, die jedoch nach bestimmten Gigabytes gedrosselt wird. Im Gegensatz zu den verkabelten DSL-Kunden besteht jedoch bei Mobilfunknutzung dank einschlägig abgesperrten Geräten eher seltener das Problem, dass ein vorhandener Zugang für mehrere Rechner oder Telefone genutzt wird, so dass man hier dem Reingewinn deutlich näher ist.

Es sind aber gar nicht so sehr die heutigen Tarife, die der Mobilfunkwelt und vor allem der Deutschen Telekom das Geschäft mit dem mobilen Internet so vergolden, sondern eigentlich genau diejenigen, die die Deutsche Telekom zusätzlich zur Kasse bitten würde – die Inhaltsanbieter. Ohne Google, Twitter, Facebook, ohne Netzwerkspiele, ohne iTunes und vieler anderer Handy-Anwendungen wäre mobiles Internet noch das, was es noch vor fünf Jahren war: Eine trockene Spielwiese für Blackberrys und weitgehend homöopathischen Online-Anwendungen, die allesamt eine Gemeinsamkeit haben – sie brauchen kaum Bandbreite, weil sie von Hause aus äußerst sparsam mit der Bandbreite umgehen.

Ohne Social Networks, ohne Web 2.0 wäre das mobile Internet nichts weiter als eine Hinterhofveranstaltung. Das, lieber René Obermann, das bitte solltest du gelegentlich einmal beachten. Ohne das iPhone und die damit verbundenen Dienstleistungen, die auch ein großes Stück damit zu tun haben, dass iPhone-Besitzer Facebook und Google mobil einsetzen, hättest du einige hunderttausend Benutzer, die phantastische Preise für ihre Internet-Nutzung bezahlen, weniger.

WordPress für mobilen Content.

Eigentlich wollte ich mich nur um das Thema kümmern, wie man einer Website sagen kann, dass sie ein iPhone-kompatibles Symbol auf den Home-Screen eines iPhones blasen soll, wenn der Benutzer das haben möchte. Kompliziert zu erzählen, es soll halt so aussehen (Symbol unten rechts):

Eigenes Webapp-Symbol auf dem iPhone

Der Einbau ist herzlich einfach:

  1. Eine Grafik erstellen, die genau 57 mal 57 Pixel groß ist (in der Grafik einen kleinen Rand rundherum von ca. 3 Pixel lassen) und im PNG-Format abgespeichert wird. Um den Glanzeffekt des Buttons muss man sich nicht kümmern, das erledigt das iPhone selbst.
  2. Das Ding dann auf die Website laden.
  3. In den Header der Website folgenden HTML-Code einbinden:
    <link rel="apple-touch-icon" href="/ordner/grafikname.png" />

Simpel und funktioniert tatsächlich, sogar ohne dass man Lizenzgebühren an Apple zahlen muss. (Wie, kein Smiley an dieser Stelle? Beabsichtigt.)

Noch viel einfacher und richtig luxuriös wird es, wenn die Website mit einem WordPress angetrieben wird und ein Plug-In namens WPtouch iPhone Theme installiert wird. Mit diesem sehr umfangreichen Plug-In (das leider etwas Einlesen in seine Einstellungen erfordert und dieser Einstellungsbereich nur in englischer Sprache daherkommt) wird nämlich gleich das gesamte Theme mobilifiziert, wenn ein Webbrowser eines mobilen Gerätes daherkommt:

Screenshot WPtouch Theme auf dem iPhone

Das sieht alles nicht nur sehr übersichtlich aus, sondern ist es auch und das nicht nur auf dem iPhone, sondern auch auf anderen Mobilgeräten bzw. in deren Webbrowser.

Der Clou ist, dass auch die meisten anderen Plug-Ins im Theme funktionieren, beispielsweise diejenigen, die Zusatzfunktionen wie Social Bookmarking ermöglichen sollen. Und nebenbei kann man in den WPtouch-Einstellungen eben auch das Symbol hochladen und einstellen, dass im Theme links neben dem Blog-Titel erscheinen und auch als Symbol für den Home-Screen genutzt werden soll.

75 Tage iPhone.

iPhone-Erfahrungsberichte gibt es vermutlich wie Sand am Meer. Dennoch will ich es wagen, nach 75 Tagen ein Resümee zu ziehen. Ich habe lange überlegt, ob das sinnvoll ist, denke aber inzwischen, das es ist. Es wird, wie man es von diesem Blog her kennt, polarisierend. Das nur als Vorwarnung.

In Sachen Hardware, Präsentation, Bedienung gibt es wenig zu meckern. Apple hat Erfahrung darin, technischen Krempel hochwertig zu verpacken (oder zumindest den Eindruck zu verschaffen) und sie haben vor allem verstanden, dass es Handybesitzer mit der Qualität sehr genau nehmen, genauer als mit den meisten anderen Dingen. So Sachen wie schlabberiges Display, staubundichtes Gehäuse, zu große Spalte a den Rändern zwischen Display und Gehäuse, wackelnde Akkudeckel gibt es alles nicht. Es ist alles akkurat verarbeitet und das Display macht den Eindruck, als ob es aus Panzerglas wäre – inklusive dem Effekt, dass die Scheibe kühl ist, wenn man mit dem Finger darauf herumfährt. In Sachen Verarbeitung können sich praktisch alle anderen Hersteller von Mobiltelefonen gewaltige Scheiben abschneiden und nachsitzen.

In Sachen Software glänzt natürlich sofort die Benutzeroberfläche und die Art und Weise, wie Applikationen eingebettet sind. So eine intuitive Benutzung suchte man bis dato vergeblich bei der Konkurrenz. Und selbst jetzt im Jahr 3 des iPhones, tut sich die Konkurrenz immer noch sehr schwer, dem Bedienkonzept des iPhones etwas adäquates entgegenzusetzen.

Zugutehalten darf man Apple darüber hinaus, dass sie es mit dem App Store geschafft haben, einen virtuellen Marktplatz für Software aufzubauen, der offensichtlich auch funktioniert. Software kann sehr einfach gekauft werden, lässt sich sofort installieren und benutzen und auch wieder rückstandsfrei deinstallieren. Sich also mal eben ein paar Dutzend Applikationen zu installieren und die nach und nach zu testen, ohne Sorge tragen zu müssen, ob das Telefon danach noch benutzbar ist, das ist schon so, wie man sich das bei einem Mobiltelefon vorstellt.

Allerdings beginnt es dann hier auch schon mit dem Mängeln, denn die Bedingungen für Software, die über den AppStore veröffentlicht werden will, sind hoch, wenn nicht gar willkürlich. Das fängt schon damit an, dass Apple keine Fremdsoftware mag, die eingebaute Funktionen Konkurrenz machen könnten. Es gibt also kein alternatives Adressbuch oder Kalender. Damit kann man schon schwer leben. Allerdings sind die Apple-eigenen Applikationen derart einfältig, dass dieser Umstand einfach inakzeptabel ist. Adressen und Kalendereinträge lassen sich zwar mit Outlook synchronisieren, dabei fallen jedoch die Kategorie-Angaben heraus. Im Business-Umfeld ist das ein grobes Foul. Dazu kommt, dass das eingebaute Adressbuch und der Kalender mit jeweils einigen tausend Adressen nicht mehr wirklich gut klarkommt und immer lahmer wird. Woher nimmt Apple bitteschön sich das Recht heraus, mir als mündigem Benutzer des iPhones vorzuschreiben, welche Software ich zu nutzen habe?

Das kann man aber noch weiter hinterfragen, beispielsweise bei Klingeltönen, der Farbgestaltung oder so profane Dinge wie Hintergrundbilder. Klingeltöne gibt es nur die paar vorgefertigten oder gegen Zahlung eines inakzeptablen Betrages über iTunes erstellt, bei der Farbgestaltung und Hintergrundbildern gibt es einfach gar nichts. Geht nicht. Ein Mobiltelefon, so schnell wie manch Computer, leistungsfähig ohne Ende und softwaremäßig praktisch kaputtreglementiert. Eine Begründung von offizieller Seite findet sich nicht, außer so Äußerungen wie: “Das machen wir aus Stabilitätsgründen.” Man male sich einmal aus, Microsoft würde Windows zu kaputtreglementieren…

Den Gipfel des Anachronismus erreicht das iPhone in Sachen Connectivity: Man schließt das iPhone an den PC an und darf sich maximal Bilder anschauen. Bluetooth ist an Bord, kann aber weitgehend nur für Freisprecheinrichtungen genutzt werden. Aus diesen Gründen der Reglementierung erlebt man dann so unsäglich schlechte Sachen wie Programme, mit denen zwei iPhones per Funk Dateien austauschen können, beide aber in einem gemeinsamen WLAN-Netzwerk eingebunden sein müssen. Oder so ganz grandiose Notnägel wie eigene Webserver, die so manch Applikation dann startet, wenn man per PC etwas auf das iPhone in die jeweilige Applikation schaufeln möchte, denn ein Direktzugriff, was wirklich jedes pupsige Windows-Mobile-Gerät von Hause aus kann, gibt es nicht. Äh, hallo?

Jeder, der sich halbwegs praktikabel mit dem iPhone beschäftigen will, muss das Betriebssystem also tatsächlich knacken (“jailbreaken”), um so manch vernünftige und hochnützliche Software über die Hintertüre zu installieren. Tatsächlich sind wir so weit, dass wir ein Betriebssystem knacken müssen, um es benutzbar zu machen und zahlen für so einen inakzeptablen – sagen wir es deutlich – Hühnerschiß auch noch so viel Geld, wie für kein anderes Smartphone weit und breit – und da haben wir das Thema der Vermarktung über einzelne Mobilfunkprovider mit den damit verbundenen Mondpreisen hier noch gar nicht angeschnitten.

So gut das iPhone sich bedienen lässt und aussieht: Es langweilt mich und es ärgert mich über die massive und unerträgliche Bevormundung von Seiten Apples. So kann man als Apple zwar unverschämt viel Geld verdienen, allerdings ist das in meinen Augen fies verdientes Geld. Mit so dikatorischem Handeln funktioniert die Welt nicht und es wird langfristig für alle Nutzer und auch für Apple ein Segen sein, wenn Google mit Android und Microsoft mit Windows Mobile 7 (irgendwann) mit gleichwertiger Soft- und Hardware den Markt aufrollen.

iPhone – hübsch, aber langweilig.

Gut, ich will mal einleitend vorausschicken, dass ich in Sachen Mobilgeräte eine inzwischen auf eine zehnjährige Erfahrung zurückblicken kann und auch zurückblicke, wenn ich anderes Gerät ausprobiere und einsetze. Das nur mal als Vorwarnung, dass das iPhone bei mir durchaus durchwachsen landet.

Kommt das iPhone in Sachen Hardware gut bei mir an? Teilweise. Wirklich durchdacht ist, dass das iPhone eine richtige Glasscheibe als Bildschirmoberfläche hat und die auch dementsprechend robust ist. Die Konkurrenz leidet allesamt drunter, dass die Bildschirmoberfläche entweder gänzlich aus Kunststoff ist oder eine Kunststofffolie als äußerste Oberfläche hat. Da geht man von Hause aus anders damit um und ist entweder besonders vorsichtig oder investiert ein Heidengeld in teilweise seltsamste Schutzfolien. Dafür ist die Rückseite des iPhone eine Frechheit. Kunststoff in Klarlackoptik. Dieser Kunststoff ist fingerabdruck- und kratzempfindlich und das ist peinlich. Es gibt selbst unter Kunststoffen Materialien, die nicht so empfindlich sind und ebenfalls recht brauchbar ausschauen.

Sehr ärgerlich ist die Akkuproblematik. Nutzt man das iPhone im Laufe des Tages regelmäßig und stetig, ist der Akku am Ende des Tages gut und gerne nur noch bei 30 % seiner Füllung oder weniger, was bedeutet, dass man plötzlich wieder in den ätzenden Zeiten ist, als man andauernd das Ladegerät im Handgepäck hatte und bei längeren Touren bei jeder Gelegenheit eine Steckdose gesucht hat, um nicht plötzlich offline zu sein. Das soll beim iPhone 3G S zwar besser geworden sein, aber es ist nicht wirklich gut und eine gewaltige Umstellung.

Kommt das iPhone in Sachen Bedienung gut bei mir an? Die Bedienung ist zweifellos gut und wegweisend, zumindest im Konzept. Noch vor wenigen Jahren hat man sich schlicht nicht ausdenken können, ein Telefon zu bauen, das nur eine einzige, “echte” Taste hat und die noch nicht mal zum Wählen gedacht ist. Die Steuerung mit dem Finger ist schlicht genial, denn da die Auswertung der Gestik kapazitiv erfolgt und nicht durch einfachen Druck, ergeben sich ganz andere Bedienmöglichkeiten und spart sich vor allem den Stift – wobei man einen Stift ja nun durchaus schon gelegentlich mal brauchen könnte.

Kommt das iPhone in Sachen Software gut bei mir an? Hier geht es dann richtig los: Das Betriebssystem ist zwar stabil und durchdacht und harmoniert sehr gut mit den Bedienkonzepten, allerdings gibt es eine Reihe von ärgerlichen Dingen:

  • Ein strenges Bedienkonzept lebt davon, dass die Individualisierung behutsam vonstatten geht. Das scheint man jedoch bei Apple so gründlich missverstanden zu haben, dass man die Individualisierung praktisch gänzlich abgeschafft hat, mit Ausnahme der Möglichkeit, Programmsymbole verschieben zu können. Schriftart oder –größe ändern, Farben, Bildschirmhintergründe, individuelle Programmsymbole? Alles nicht möglich. Man stelle sich vor, ein Autohersteller käme auf die Idee, nur graue Autos zu bauen, nur mit einer Art von Interieur und nur mit einer Zubehörzusammenstellung. Das würde keiner freiwillig kaufen.
  • Die mitgelieferten Applikationen und essentiellen Applikationen wie Kalender, SMS, Verwaltungsprogramme von Adressen, Notizen und Bildern sind schlicht mies und kaum für den Enterprise-Einsatz geeignet. Dazu kommt, dass es keine eingebaute Aufgabenverwaltung gibt und auch keine vernünftige Office-Anwendung wie bei Windows Mobile.

Kommt das iPhone in Sachen Netzwerk gut bei mir an? Auch hier gibt es zwei Seiten. Zum einen der Netzwerkzugriff per UMTS/GSM, der wegweisend ist. Der Benutzer muss sich nicht um den Verbindungsaufbau oder –abbau kümmern, das iPhone ist, im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones, hier sicherlich am unkonventionellsten aufgestellt. Die Schattenseite folgt jedoch dann auf Seiten von WLAN und Bluetooth, denn während beide Netzwerktechniken technisch zwar implementiert sind, scheitern viele Möglichkeiten am restriktiven Betriebssystem. Per Bluetooth ist quasi nichts möglich, außer der Zugriff an Bluetooth-Headsets oder entsprechenden Freisprecheinrichtungen. Das ist ebenfalls nichts anderes wie eine Gängelung des Benutzers, die noch dadurch gekrönt wird, dass das Filesystem komplett abgeschottet ist und lediglich Zugriff auf die Fotos auf dem iPhone ermöglicht. Die kann man ironischerweise nicht auf dem iPhone selbst in eigene Ordner anlegen, sondern muss das über einen per iTunes synchronisierten PC vornehmen.

Die Begriffe “Abschottung” und “Gängelung” erreichen ihre Höhepunkte schließlich in dem ebenfalls komplett abgeschotteten Weg von Software-Applikationen auf das iPhone. Wer sein iPhone nicht “jailbreaked”, also eine Hintertür in das System öffnet”, hat nur den Appleschen AppStore mit rund 70.000 Applikationen. Doch das hört sich nur auf den ersten Blick aufregend an, denn dieser AppStore ist kaum noch sinnvoll durchsuchbar und die Spreu vom Weizen kann man sich nur dann auseinanderdividieren, wenn man sich auf anderen Wegen kundig macht, was sinnvoll ist.

Noch weiter vermiest wird das alles, wenn man die Veröffentlichungspolitik von Apple anschaut. Anwendungen, die in Konkurrenz zu Apples vorinstallierten iPhone-Anwendungen stehen, werden nicht durchgelassen, was im Anbetracht der mageren iPhone-eigenen Anwendungen besonders schade ist. Ebenfalls problematisch ist der Umstand, dass der AppStore in den USA beheimatet ist und damit der Weg für Verschlüsselungssoftware besonders komplex ist.

Ich verstehe diese Abschottungspolitik in Sachen Netzwerk und Software überhaupt nicht. Von was will Apple die iPhone-Benutzer beschützen, außer davor, dass sie ihr Geld keinesfalls außerhalb von Apples Reichweite ausgeben sollen? Denn letztendlich sind genau diese Barrieren gleichzeitig auch die größten Hürden des iPhones, vor allem, wenn man dabei berücksichtigt, dass sich das iPhone in Sachen Kaufpreis am oberen Limit des Smartphone-Marktes bewegt.

Sicherlich sind meine Anforderungen an ein Smartphone andere, als von Benutzern, die einfach eine bunte Welt haben wollen. Ich muss aber zugeben, dass mich das iPhone inzwischen richtiggehend langweilt. Man würde gern damit spielen, basteln, Dinge ausprobieren, frickeln. Aber das nur dann machen zu können, wenn man die Sperren knackt und die Dokumentation selbst in diesem Bereich eher spärlich ist, vergällt einem wirklich jegliche Motivation.

Das technische Verständnis von Flugbegleiterinnen.

Von Berufswegen höre ich mir im Laufe des Lebens im Customer Support wirklich viele Selbstanalysen und genügend Schwachsinn an. Immerhin werde ich auch für solchen Käse letztendlich bezahlt.

So vermutlich gestern Abend auch eine Flugbegleiterin auf unserem Germanwings-Flug von Berlin nach Stuttgart, denn die gute Frau mischte sich mal eben in ein laufendes Gespräch über Mobiltelefone ein – nämlich genau zu dem Zeitpunkt, als ich über den Flugmodus moderner Smartphones referierte – und kommentierte das Ende meines Referates mit den Worten, das ich jetzt das Handy abzuschalten habe.

Den Hinweis, dass ich den Mobilfunkteil bereits ausgeschaltet hatte und das iPhone zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als ein eher teurer MP3-Player war, wollte sie nicht gelten lassen, denn „sie habe ja auch ein Handy“.

Hach, Schätzchen, schaukele du doch zukünftig einfach weiter deine Schenkel durchs Flugzeug und verkaufe weiterhin deinen Kaffee höchstbietend an Passagiere und lasse andere Leute ihren Job machen. Bekommt deiner eh schon klischeebehafteten Außenwirkung deutlich besser. Gut, dass ich Germanwings so ungern fliege.

Das Handy ist wieder da.

Völlig überraschend ist heute mein HTC Touch Pro wieder aus der Werkstatttournee zurückgekommen. Wir erinnern uns: Am 13. März habe ich es zur Garantiereparatur eingesendet und nun, nach rund sechs Wochen, ist das Ding wieder da. Sogar repariert.

Ja, der Galgenhumor sei an dieser Stelle erlaubt, denn zufrieden bin ich mit der Geschichte nun wirklich nicht. So nette und innovative Gerätschaften HTC auch baut – ohne vernünftige Service-Hotline (die zwar unter einer Frankfurter Nummer residiert, offenbar aber von einem Callcenter dort und teilweise auch aus England aus bedient wird), ohne eigene Werkstatt (HTC lässt bei Reparaturdienstleistern reparieren) und mit massiven Mängeln in der Ersatzteilbeschaffung wird eine Etablierung nicht funktionieren.

Denn offenbar war letzteres auch der Grund für die elendige Dauer, denn nach Aussage der Reparaturwerkstatt wartete man wochenlang auf ein Ersatzteil. Ich musste letzte Woche erst einmal recht heftig Dampf in die HTC-Hotline und per Supportmail einlassen, bevor man dann am Freitag antwortete, dass das Ersatzteil nun bei der Werkstatt sei.

Dass sich jemand für die Verzögerung entschuldigt hätte? Muahaha. Vermutlich muss man einfach froh sein, dass man überhaupt ein repariertes Telefon zurückbekommen hat.

Handyreparatur, hach ja.

Jepp, mein HTC Touch Pro ist immer noch in Reparatur und man wartet überraschenderweise nach vier Wochen immer noch auf ein Ersatzteil. Das soll übrigens auch England geliefert werden und man würde es, so die Hotline des Reparaturservices, angeblich sogar zwei Mal in der Woche anmahnen. Klar. Und ich glaube an den Weihnachtsmann.

Ich habe heute deshalb auf der HTC-Hotline angerufen und dort zumindest so gut eskaliert, dass die Supportdrohne den Vorfall an ihren Supervisor weitergibt. Und damit der Supervisor das auch ja nicht vergißt, werde ich morgen wieder auf der HTC Hotline anrufen. So lange, bis der ominöse Supervisor anruft. Kein Problem, Leute. Wenn ihr es auf die harte Tour wollt, kann ich sehr nervig sein. Glauben viele nicht, weil sie mich da noch nicht kennengelernt haben, aber das geht wirklich.