Gran Turismo Strecken für Google Earth aktualisiert.

Meine KMZ-Datei für Google Earth mit allen (echten) Gran-Turismo-Strecken ist schon seit längerem ein Evergreen. Die letzte Aktualisierung dieser Datei ist schon rund fünf Jahre her und eigentlich beachte ich die Strecken in Google Earth kaum noch, geschweige denn nutze ich Google Earth ebenfalls relativ selten. Die Datei, die unter karadeniz.de liegt und ihre Wurzeln noch in meinem alten „BesimBlog“ hat, ist aber immer noch in der Szene recht häufig verlinkt.

Also nun, mit Gran Turimo 6, da kamen einige neue Strecken hinzu und die Datei schrie förmlich nach einem Update. Dem kann geholfen werden und nun ist die KMZ-Datei mit den Gran-Turismo-Strecken auch fit für GT6 und enthält alle neu hinzugekommenen Strecken und auch die Standorte aus dem Photo Mode.

Auf der PS3: Gran Turismo 6.

Ich muss zugeben, in Sachen Gran Turismo 6 war ich gar nicht so gut vorbereitet. Den Vorgänger, Gran Turismo 5, hatte ich weitgehend ausgespielt schon im Schrank stehen, und den Playstation.com-Newsfeed lese ich nicht, sondern überfliege ihn zeitweise. Informiert über neueste Spieletrends ist man da nicht wirklich. Aber nun, Gran Turismo 6 kam am 6. Dezember heraus und ich habe es gekauft, für kräftige 59 Euro. Und es warten einige Leute auf die Kritik von mir.

Oberfläche

Man hat gelernt: Die leicht chaotisch wirkende Oberfläche von GT5 ist ausgemerzt worden und das ist gut so. Nach dem Start und dem theatralischen Introfilm (auch so ein Fetisch, den man offensichtlich bei Polyphony nicht mehr loswird) landet man auf der zentralen Oberfläche, auf der man rechts und links durch Spiele, Tuningoptionen, Einstellungen, Zugang zum Netzwerk etc. flippen kann. Schön und schnell. Ein paar Dinge sind gut versteckt worden, beispielsweise der Arcade-Modus, der sich links etwas klein zeigt. Oder die Möglichkeit der freien Fahrt zum Fahrzeugtesten, das leider viel zu umständlich zu erreichen ist.

Aber es gibt leider auch ein paar ärgerliche Säuberungsaktionen, zum Beispiel die weggefallene Möglichkeit, seinen eigenen Spielstatus mit seinen Netzwerkfreunden, die auch GT6 haben, zu vergleichen. Das gibt es offenkundig nicht mehr. Sehr schade, denn das war ein großer Ansporn.

Bei der Gelegenheit fällt auch auf, dass es den B-Spec-Mode auch nicht mehr gibt, also die Spielart, bei der man sein eigenes Fahrzeug nicht mehr fährt, sondern als eine Art Teamleiter eine Horde Fahrer anlernt und die dann Rennen absolvieren. Der B-Spec-Mode war zugegebenerweise auch ein kleinwenig sinnfrei und hat vor allem eine Menge Strom verbraucht für das Spielen eines Spieles, bei dem man eigentlich nichts spielt, deshalb trauere dem B-Spec-Mode bitte derjenige nach, der möchte. GT6 zumindest ist nur noch selbst fahren.

Und eine Sache ist leider auch wieder da: Der unglaubliche Fetisch der Polyphony-Jungs, jeden Mist melden und mit OK bestätigen lassen zu müssen. Ein Update wird geladen! OK. Soll es geladen werden? OK. Es wird geladen. OK. Das Update wurde geladen! OK. Und jeder Klick auf den OK-Button mit einem Horn, bei dem man befürchten muss, die Nazgûl aufzuwecken. Sorry, Folks, könnt ihr diesen Klickmist nicht einfach mal auf das absolut notwendigste reduzieren? Können doch die meisten Studios, warum nicht auch ihr?

Begrüßt wird man übrigens mit einem gigabyte-schweren Update, das zunächst herunterzuladen ist. Das gibt eine Vorahnung dafür, wie viel an GT6 eigentlich noch Beta ist. Nämlich leider ziemlich viel.

Gameplay

In Sachen Gameplay lässt Polyphony auch bei GT6 nichts anbrennen. Fahrzeuge sind gewohnt fein zu steuern, auch wenn man als allererstes zuschauen sollte, in den Spieloptionen Gas und Bremse mit den Schultertasten des Gamecontrollers zu verknüpfen, damit der Gameplay nicht schon früh in Verzweiflung endet. Es gibt aber beim Gameplay vor allem eine Neuerung: Wer von der Strecke abkommt und ins Gemüse fährt, verliert nicht sofort jegliche Chance auf eine gute Platzierung. Die Kiesflächen sind deutlich entschärft worden und die Grasstücke nicht mehr ganz so rutschig.

So lässt es sich im Missionsmodus eher angenehm und ruhig angehen. Die Lizenzen kann man nun nicht mehr gleich zum Start en bloc ernten, sondern muss die einzelnen Missionsgruppen tatsächlich zunächst beginnen, um nach wenigen gewonnenen Spielen sich um die nächste Lizenz kümmern zu können. Für gewonnene Rennen gibt es Sterne und die sind die „Währung“ für nächste Lizenzen und spezielle Rennen. Und natürlich gibt es auch virtuellen Zaster für gewonnene Rennen, allerdings deutlich weniger, als man das noch von vorherigen GT-Versionen kennt.

Das hat wohl auch seinen Grund, denn virtuelle Credits kann man sich nun, ein Fanal in der GT-Welt, auch mit echtem Geld im PlayStationStore kaufen. Wer also faul und untalentiert ist, kann sich seinen Fahrzeugpark auch mit echtem Geld zusammenkaufen. In der GT-Welt eine höchst kontroverse Geschichte.

Bis zur National-A-Missionsgruppe kann man es übrigens sehr gemütlich angehen lassen, die künstlichen Gegner fahren derartig einfältig in der letzten Runde, dass man sich schon sehr ungeschickt anstellen muss, um sie nicht zu besiegen. Das macht GT-Veteranen leider ziemlich wenig Spaß und es ist eher eine leidige Fleißarbeit, in den ersten Rennen alles abzuräumen und die Scorecard abzuhaken. Ausnahme: Die Kartrennen, die allesamt recht knackig sind, weil sich die Fahrzeuge nicht tunen lassen.

Die National-A-Rennen sind dann Rennen, bei denen man mit dem Fahrzeugtuning beginnen sollte, sonst geht es nicht weiter. Die Tuningoptionen sind schnell gekauft und leider etwas kompliziert einzustellen, weil die Steuerungsoberfläche mit Schalterchen und nicht sofort sichtbaren Optionsfeldern unschön designt wurde. Mir unverständlich, wie man solche Designschnitzer nach so viel Jahren Simulationskompetenz noch machen kann.

Was die viel besprochenen Rennen mit dem Mondfahrzeug auf dem Mond zu bedeuten haben, entschließt sich mir komplett. Es gehört wohl zum etwas eigenartigen Humor von Polyphony, aber immerhin kann man hier Trophäen einsacken, wenn man die drei Rennen fährt, möglichst ohne Zuschauer.

Grafik

Die Referenz von Gran Turismo ist sicherlich in der Grafik zu suchen. Hier spielt Polyphony schon von Anfang an auf der PS3 mit 1080p und setzt die Messlatte. Die Wiederholrate bleibt stabil, was vor allem daran liegt, dass nur sehr wenig an Autos kaputtgeht und noch viel weniger an der Szenerie, wenn jemand dagegenfährt. Das ist auch nach 15 Jahren völlig unrealistisch, aber das ist Gran-Turismo-Welt. Da geht nichts kaputt, was der Chef nicht persönlich kaputtgehen lässt.

In Sachen Strecken hat sich übrigens nicht sonderlich viel gemacht. Zwar schwärmt Polyphony wieder mal davon, dass alles nochmal gründlich überarbeitet wurde, aber, ganz direkt so von mir: Es wurde wenig überarbeitet, sondern vor allem nochmal ziemlich saubergeleckt. Das fällt vor allem bei der Nordschleife des Nürburgringes auf, der jetzt so sauber wie ein Operationssaal daherkommt. Die Sonne am Nachmittag ist viel zu hell und überstrahlt die halbe Szenerie und dadurch sieht die Straße aus wie die frisch gewienerte Oberfläche eines Tanzsalons. Das ist zu viel des Guten. Es darf ruhig wieder etwas schmutziger werden.

Und dann: Die Schatten. Ein echter Rückschritt, denn die Schatten abseits der Strecke zappeln und zittern wie Espenlaub, wenn sich die Kamera bewegt. Gerade bei Kamerafahrten sieht das absonderlich aus. Sicherlich alles Luxusprobleme, aber in der Gran-Turismo-Welt ist das sowas von Bäh, das ist echt GT-Standard der Ur-PlayStation.

Wo erfolgreich gebastelt wurde, ist an Bäumen. Das sieht man schön an der Grand-Valley-Strecke, die von den hübsch modellierten Bäumen richtig wiederbelebt wird. Und auch mein persönlicher Favorit, die Apricot-Hill-Strecke ist wieder dabei. Der „Rest“ ist aber altbekannt und vermutlich für PS3-Verhältnisse grafisch auch ausgereizt.

Die vielen Autos

Einer der ehemals größten Features von Gran Turismo war die gigantische Auswahl an Fahrzeugen. Auch in GT6 bedient man sich wieder aus über 1.000 Fahrzeugen, der Schwerpunkt liegt (leider) immer noch auf Japan. Fahrzeughersteller anderer Länder und Kontinente kommen zwar inzwischen mit mehr Fahrzeugen daher, aber das Beispiel mit Mercedes-Benz zeigt recht auffallend, wie das Geschäft läuft: Wer zahlt, bestimmt auch mit. So gibt es ein größeres Feature mit einem Mercedes-Benz-Sondermodell mit hübschem, nichtssagendem Video und der Möglichkeit, sich dieses Modell für irrsinnig viel Credits (oder Bares) zu kaufen. Wer’s braucht.

Dafür scheitert es dann bei den Herstellern, die wohl eher nichts bezahlen. Beispiel: Opel. Da gurken dann alte Corsas, Vectras und der Opel Speedster herum und das obwohl es eigentlich durchaus Opel-Modelle gibt, die mit 300 PS und mehr daherkommen könnten, wenn man es denn wollte. Und so geht es dann durchweg weiter. Porsche gibt es wohl aus den gleichen Lizenzgründen wie damals immer noch nicht, sondern nur in Form von RUF und die Modelle fahren eher in der Mittelklasse mit. Polyphony ist immer noch ein sehr japanisches Studio und eigentlich wäre es ja auch relativ egal, wie deren Fahrzeugausstattung aussieht, wenn sie denn nicht immer wieder versprechen würden, es zukünftig besser zu machen. Das hört man nun seit weit über fünf Jahren.

Sound & Musik

Der Sound war und ist schon immer ein Schwachpunkt bei Gran Turismo. Die vielen Fahrzeuge hören sich zu beliebig an, nach einem Tuning teilweise einfach nur noch skurril. Ein getunter Lancia Delta hustet vor sich hin beim Einkuppeln und der VW Scirocco nöhlt wie eine heisere Schildkröte. Dazu das nervige Reifenquietschen, das einfach zwei Ticks zu laut ist. Dass der Sound nicht wirklich gut ausgesteuert ist, wird bei den Elektroautos deutlich. Bei der ersten Ansicht schnurren sie noch leise vor sich hin, wenn man dann aber in die Innen- und wieder in die Außenansicht umschaltet, bläst der Fahrtwind deutlich lauter und bleibt auch so laut, wenn man wieder in die Innenansicht umschaltet. Das, liebe Polyphonier, ist einfach nicht fertig programmiert und den eilig gelieferten Beteuerungen, dass ein besserer Sound mit einem Update nachgeliefert werden soll, glaube ich einfach mal nicht. Das hatten wir nämlich schon mal.

In Sachen Musik ist nicht viel passiert, da ist allerdings die Messlatte von GT5 schon sehr hoch gesetzt gewesen. Weit über 180 Musikstücke kamen damals daher und aus dem Schatz bedient man sich bei GT6 auch eifrig, sowohl in der Hintergrundmusik, als auch in der Bedienoberfläche. Aber auch hier zeigt sich, dass Sound & Musik nicht schön bzw. gar nicht abgemischt wurde, denn während der Fahrt hört man in den Standardeinstellungen einfach nichts von der Musik.

Fazit

Nett, aber uninnovativ und durchwachsen. So einen Sprung wie einst von GT3 auf GT4 wird es wohl nicht mehr geben, dazu ist man bei Polyphony einfach angekommen. GT6 gehört auch weiterhin zu den realistischsten Rennsimulationen und wird daran auch nicht mehr viel ändern wollen. Leider sind viele Baustellen von GT5 schlicht gar nicht behoben worden und kommen beispielsweise mit dem grottigen Sound noch verschärfter daher, so dass ich von GT6 eher mäßig begeistert bin und es auch eher als ein „GT5.5“ sehe. Die 59 Euro sind dafür happig und eigentlich zu viel. Wer frisch auf den Gran-Turismo-Planeten kommt, ist mit GT5 eigentlich fast gleichwertig bedient.

Ärgerlicherweise wird GT6 so nicht auf der PS4 zu spielen sein, weil die PS4 nicht abwärtskompatibel zu PS3-Spielen ist. Sprich: Für die PS4 wird sich möglicherweise das PS3-Drama wiederholen, bei dem es Polyphony erst dreieinhalb Jahre nach Launch der PS3 geschafft hat, GT5 in einer finalen Fassung zu veröffentlichen.

Gebrumme.

Ein Bekannter meines Vaters zog vor einigen Wochen um. Das ist erst einmal keine wirklich interessante Nachricht. Der Hauptgrund seines Umzuges war jedoch eine denkwürdige Geschichte, sozusagen ein Generationenkampf.

Der Bekannte gehört eigentlich zu dem Typ Mensch, der sich durch nur sehr wenig Dinge aus der Ruhe bringen lässt. Ein Nachbar wie aus dem Bilderbuch, der nie meckert, alleinstehend und ruhig ist. Für ihn änderte sich das jedoch, als die Wohnung über ihm von einem jungen Pärchen bezogen wurde und es zu Ruhestörungen kam.

Nein, nicht jetzt die Art Ruhestörung, die man von einem jungen Pärchen erwarten könnte, sondern Brummen. Mal höher, nach tiefer, tagsüber und nachts, durchgehend die Woche über. Zuerst suchte der Bekannte lauschend das Haus ab – hätte ja auch irgendein Gerät im Haus sein können – bis er die neu bezogene Wohnung über ihm als eindeutige Quelle eingrenzen konnte.

Ein freundliches Nachfragen bei den Neueingezogenen half nicht, die Nachbarn erwiesen sich als wenig kooperativ und konnten/wollten die Frage, ob sie denn irgendwie eine Maschine oder ähnliches betreiben würden, nicht beantworten. Selbst eine Intervention beim Vermieter und sogar ein Polizeieinsatz halfen nicht weiter. In der Zwischenzeit hatte auch ein weiterer Nachbar die gleichen Geräusche bei sich am Start. Letztendlich kündigte der Bekannte meines Vaters die Wohnung und suchte sich eine neue, die nun nebenbei auch noch größer ist, heller, schöner, ruhiger und auch noch billiger.

Was dann das Gebrumme war, bekamen wir ein paar Wochen später heraus. Nämlich dann, als er einmal nachmittags zu Besuch bei uns war und ich gerade zu diesem Zeitpunkt Gran Turismo 5 am Start hatte …

Tesla Roadster.

Ich habe mir heute eine Tesla Roadster gekauft. In Orange. Für schlappe 100.000 Credits und damit in keiner normalen Währung, sondern in dem, was in der Rennsimulation Gran Turismo 5 als Währung gilt. Also ein virtueller Tesla Roadster, den ich eigentlich noch nicht mal in Gran Turismo 5 wirklich benötige, aber aus Neugier einfach einmal gekauft werden musste.

Tatsächlich ist der virtuelle Tesla Roadster nicht langsam, sondern wirklich flott unterwegs. Auf meiner Teststrecke, dem Autodromo Nazionale Monza, lies er sich ziemlich locker auf über 200 virtuelle Stundenkilometer hochtreiben und surrte dabei etwas irritierend wie ein etwas heiserer Warp-Antrieb aus dem ebenfalls virtuellen Raumschiff Enterprise (welches Schiff genau, bleibt dem Betrachter überlassen).

Und auch auf feine Details wurde geachtet, beispielsweise der Tankanzeige, die beim Tesla Roadster in Gran Turismo 5 nicht mit einer iconisierten Zapfsäule symbolisiert ist, sondern durch eine Batterie. Wird von dieser Batterie Strom abgezapft, erscheint ein abgehender, roter Strom und wenn gebremst wird, kehrt sich diese Symbolik um, um den zurückgewonnenen Strom aus der Bremsenergie zu simulieren.

Was den Tesla Roadster in Gran Turismo 5 allerdings zu einer reinen Showveranstaltung macht, zumindest bei längeren Rennen, ist seine ziemlich bescheidene Effizienz, denn mit einer virtuellen Akkuladung reicht es beim Autodromo Nazionale Monza, der 5,8 virtuelle Kilometer lang ist. gerade mal für knapp 9 Runden. Und da der Tesla Roadster eben ein batteriebetriebenes Auto ist, ist ein Boxenstopp eben auch kein Boxenstopp, da man mit dem Tesla Roadster auch in Gran Turismo 5 da einfach nur durchfahren kann und eben nicht auftanken. 9 Runden oder umgerechnet etwa 50 bis 60 Kilometer bei Brachialgeschwindigkeit und dann darf der geneigte Gran-Turismo-Fahrer seinen Tesla Roadster wieder in die virtuelle Garage zurückstellen oder das nächste Rennen beginnen. Wehe, ein Rennen dauert länger.

Erde an Siena! Erde an Siena!

Es soll malerische Städte auf dieser Welt geben, die von Tourismus leben. Viele dieser Städte befinden sich in der Mittelmeerregion und einer dieser Städte ist die Stadt Siena in der Toskana. Halten wir so fest. Siena hat zumindest einen atemberaubenden Platz namens Piazza del Campo. Halten wir mal so fest.

Dass dieser Platz nett ist, haben wohl auch die Macher von Gran Turismo entdeckt, das Unternehmen Polyphony aus Japan. Deren Chef namens Kazunori Yamuchi, in der Szene der Rennsimulationen schlicht und einfach ein Gott, ist bekannt dafür, dass er es hundertprozentig genau nimmt und eine Aufnahme einer Rennstrecke einer Adelung gleichkommt. Der erfahrene Gran-Turismo-Fahrer denkt in diesem Zusammenhang an so legendäre Rennstrecken wie den Nürburgring, der in Gran Turismo 4 derartig realitätsnah nachgebildet wurde, dass aufgemalte Graffiti-Malereien der Strecke auch in der Simulation an der richtigen Stelle zu finden sind. Und wenn man von malerischen Strecken spricht, findet man so Beispiele wie Laguna Seca, Le Mans, Strecken in Paris oder das bezaubernde Citta di Aria. Strecken, die den Originalen in ungeheurer Detailgenauigkeit nachgeahmt wurden.

Die Piazza del Campo in Siena ist nun eine Strecke, die in der Neuauflage des Rennklassikers namens Gran Turismo 5 ab November auf der PS3 an den Start geht. Beziehungsweise an den Start gehen will. Denn glaubt man einschlägigen Informationsquellen, dann haben die Stadtväter damit doch tatsächlich ein Problem und pochen beispielsweise darauf, dass in der Simulation bestimmte Wappen abgebildet sein könnten, auf die es Urheberrechte gäbe.

Gut, keine Ahnung, wie das in Italien ist. Eventuell möge doch aber bitte jemand den Stadtvätern sagen, dass Spiele aus der Gran-Turismo-Reihe in der Regel Spiele sind, die sich schon kurz nach Erscheinen millionenfach auf dem gesamten Globus verkaufen. Allein von Gran Turismo 4, der letzten Version für die PS2, wurden, Stand Juni 2010, insgesamt über 11 Millionen Exemplare verkauft. Zählt man alle GT-Versionen zusammen, wurden, ebenfalls Stand Juni 2010, insgesamt über 56 Millionen Exemplare von Gran Turismo für die PlayStation 1, der PS2, der PS3 und der PSP verkauft. Zahlen, die in der Branche der Rennsimulationen beispiellos sind, wenn man berücksichtigt, dass es die Gran-Turismo-Serie nur auf PlayStation-Konsolen gibt.

Längst gehört es für die meisten Autohersteller und Werbetreibende zum guten Ton, sich darum zu reißen, mit eigenen Fahrzeugen oder Marken in Gran Turismo präsent zu sein. Nicht ohne Grund gibt es daher in Gran Turismo einige hundert Fahrzeuge zur Auswahl, die in noch mehr Strecken gefahren werden müssen, um Gran Turismo durchzuspielen. Man sitzt nicht Stunden dran, nicht Tage, auch nicht Wochen, sondern in der Regel mehrere Monate, um nennenswerte Fortschritte einzufahren.

Man kann also guten Gewissens behaupten, dass es kaum eine bessere und nachhaltige Werbewirksamkeit gibt, in Gran Turismo zu werben und das insbesondere dann, wenn das absolut kostenlos geschieht wie eben bei der Einbindung einer Simulation von einer real existierenden Rennstrecke. Denke ich mir mal so, denn ich maintaine seit einigen Jahren eine Google-Earth-Datei, die alle real existierenden Strecken markiert und allein diese Datei wird monatlich mehrere tausend Mal aus ausnahmslos allen Winkeln dieser Erde von meinem Webserver aus abgerufen.

Man müsste ein vollkommen ignoranter Idiot sein, es nicht zu wollen, in Gran Turismo in irgendeiner Form aufzutauchen. Mal sehen, wie das die Stadtväter von Siena sehen werden. Zumal denen ihr Platz in Google Earth schon längst kartografiert ist.

[via Golem.de]

http://www.golem.de/1008/77479.html

Rasender Herbst auf der PS3.

Na endlich bewegt sich wieder etwas in Sachen Rennspiele auf der PS3, zumindest wenn man sich wieder an die etablierten Titel hält. ColinMcRae Dirt 2 steht in den Startlöchern und wird offiziell am 11. September erscheinen, und Need for Speed Shift findet am 17. September die Regale. Leider alle wieder in der Höchstpreis-Liga um die 70 Euro. ColinMcRae Dirt 2 kann zumindest auch schon mal angespielt werden, im PlayStation Store findet sich eine leider mal schlappe 910 Megabyte große Demo mit zwei Strecken. Auf den ersten Blick ist das Drumherum deutlich anspruchsvoller und hübscher, bei den Rennsituationen sind die Fahrzeuge deutlich schwieriger zu steuern, als beim Vorgänger. Aber Rallyes sind ja auch keine Kaffeefahrten! Es gibt also wieder genügend staubige Strecken mit genügend kräftigen Boliden abzufahren, allerdings finde ich auch diesmal wieder keine Strecken in kälteren Gefilden. Schade.

Was am Rande noch spannend ist: Die neue flache PS3 Slim ist ja nun herausgekommen. So wie bei Sony Computer Entertainment üblich, gibt es dann auch wieder neue Spiele-Bundles und für Anfang Dezember ist ein Bundle mit Gran Turismo 5 angekündigt. Genau, „Gran Turismo 5“ und nicht „Gran Turismo 5 Prologue“. Bei Amazon.de gibt es Gran Turismo 5 auch schon, wobei hier allerdings außer einem Cover-Bild (das nicht das Original-Cover darstellen soll) und dem Titel noch nichts zu finden ist. Aber immerhin, wir können wohl schon Monate zählen und nicht mehr Jahre. Und pardon… die PS3 ist erst dann eine echte Playstation, wenn es da auch eine Vollversion von Gran Turismo gibt. Alles andere ist Spielzeug.

Gran Turismo 4 auf der PS3.

Die Gran-Turismo-Freunde und PS3-Käufer der ersten und zweiten Stunde hatten nach dem Einwerfen von Gran Turismo 4 zunächst einmal mehr als genug die Gelegenheit, ein langes Gesicht zu machen. Denn obwohl Sony Computer Entertainment sich redlich Mühe damit gab, viele PS2-Spiele auf der europäischen PS3-60GB-Version lauffähig zu bekommen – wir erinnern uns daran, dass die frühen europäischen PS3-Versionen keine PS2-Hardware mitbringen, wie die japanischen Versionen, sondern eine PS2 im Bedarfsfall emulieren – liefen einige PS2-Blockbuster erst einmal nur miserabel auf der PS3. Dazu gehörte unter anderem Gran Turismo 3 und 4.

Gestern habe ich spaßeshalber mal Gran Turismo 4 wieder eingeworfen und musste staunen: Es läuft deutlich besser, offenbar wurde mit irgendeinem Update der letzten Monate im Hintergrund auch an der Baustelle gewerkelt. Zwar gibt es links oben noch leichte Bildfehler und es ruckelt an manchen Stellen und in Zwischenvideos gran-turismo-untypisch, an der Fahrzeugsteuerung ist jedoch deutlich nachgearbeitet worden, so dass der Fahrzeugpark wieder vernünftig gelenkt werden kann. Ein wirklicher Genuss ist GT4 auf der PS3 dank der hochgerechneten Auflösung immer noch nicht wirklich und wird es vermutlich auch niemals werden, aber so kann man wenigstens da weitermachen, wo man im riesigen Gran-Turismo-Modus abrupt aufgehört hat.

Nur ein kleines Problem habe ich noch: Hat zufällig jemand einen Adapter zu Hause, mit dem man die Spielstände von Speicherkarten auf die PS3 importieren kann? Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag und frankierten Rückumschlag wäre ich da für ein Auslesen der Daten dankbar, weil ich wirklich keine Lust habe, so einen Adapter für ein einmaliges Auslesen zu kaufen.