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Die Sommerloch-Rhetorik der Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

9. Januar 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist an sich eine bemerkenswerte Politikerin. Schon einmal Bundesjustizministerin einer schwarz-gelben Bundesregierung, ein honoriger Rücktritt im Jahre 1996 aufgrund des Großen Lauschangriffes, den die Regierung Kohl gegen die Haltung von Leutheusser-Schnarrenberger durchgedrückt hat und dann nach zwölf Jahren wieder Bundesjustizministerin.

Die nochmalige Nominierung als Bundesjustizministerin kann man bewerten, wie man möchte: Hat sie ihren Job damals so gut gemacht, dass die FDP über ihren Schatten gesprungen ist und die ungeschriebene Regel außer Kraft gesetzt hat, dass ein Politiker, der die Partei in einer Regierung einmal öffentlichkeitswirksam im Stich gelassen hat, normalerweise in die Verbannung geschickt wird? Oder hat sich, in einer verhältnismäßig kleinen Partei wie der FDP nicht ganz ungewöhnlich, einfach kein anderer gefunden, der den Job in der zweiten Regierungsreihe machen wollte? Wie auch immer.

Was für den Menschen die Atemluft ist, ist für den Politiker der zweiten Reihe ein “weiches Thema”. Weiche Themen in der Politik sind Themen, die zwar wichtig aussehen, von denen irgendwie jeder betroffen sein könnte, die keine staatliche Subventionierung benötigen und an deren Tatsachen ein einzelner Politiker der zweiten Reihe in Wirklichkeit nichts ändern will und letztendlich auch nicht kann. Das Geschimpfe auf die Bänker-Boni ist so ein Thema. Oder Forderungen nach Reformierung des Islam. Oder staatenübergreifende Regulierung des Internets. Oder eben der Hinweis auf die “Gigantomanie von Google”, wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger jetzt in die Notizblöcke von SPIEGEL-Redakteuren hineindichtete.

Auch wenn derzeit Winter ist – wir sind im journalistischen Periodenkalender derzeit in einem Sommerloch und da gelten die 10 Sommerloch-Gesetze. Der Januar ist aus journalistischer Sicht sowieso immer Sauren-Gurken-Zeit und da muss man eben auch mal Nachrichten selbst zimmern, wie beispielsweise meine Lieblingszeitung mit dem Thema, dass im neuen Adressbuch meiner Heimatstadt wieder eine Person namens “N. N.” auftaucht – ganz so, als ob es in keiner Stadtverwaltung dieses Planeten jemals zum Jahresende Positionen gibt, die zu diesem Zeitpunkt nicht besetzt sind. Banalitäten, die dann sogar mir zu peinlich sind, um sie zu bloggen.

Oder man bittet eben Politiker zum Gespräch, gerne eben Politiker der zweiten Reihe. Auftritt Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, aus dem SPIEGEL ONLINE vorab zitiert:

Der Suchmaschinenkonzern entwickle sich zu einem "Riesenmonopol, ähnlich wie Microsoft". Dienste wie Google Street View, für den komplette Straßenansichten abfotografiert werden, oder Google Earth, der Grundstücke in hoher Auflösung aus der Vogelperspektive zeigt, seien "rechtlich unbedingt prüfenswert".

Leutheusser-Schnarrenberger wörtlich im SPIEGEL-Gespräch: "Mich stört dieses Vorpreschen, diese Gigantomanie, die auch bei der Google-Buchsuche durchscheint." Für das Angebot scannt Google derzeit Millionen Bücher weltweit. Es sei nicht ihre erste Reaktion, "etwas zu verbieten, zu verhindern". Es gehe ihr aber darum, mehr Transparenz herzustellen und dafür zu sorgen, dass die Nutzer darüber aufgeklärt werden, was mit ihren Daten geschieht. "Da sehe ich eine Bringschuld bei den Unternehmen, da ist vieles noch sehr verbesserungswürdig", so Leutheusser-Schnarrenberger. Wenn das nicht bald geschehe, "sind wir womöglich als Gesetzgeber gefordert".

— aus “Bundesjustizministerin wirft Google Gigantomanie vor” in SPIEGEL ONLINE

Dumm, wenn man als Politiker poltert und proletet, dabei aber nicht weiß, was eigentlich derzeit Stand der Dinge ist. Aber schön, wenn man mit Ängsten der Unwissenden punkten und sich als Retter aufspielen kann. Aus der Sicht macht Sabine Leutheusser-Schnarrenberger einen recht guten Job, auch wenn das Rasseln mit staatlicher Reglementierung gegenüber der Wirtschaft ja eher nicht so ganz FDP-Linie ist. Der Job ist damit aber ungefährdet und das ist wichtig. Einen zweiten Rücktritt darf man schließlich kaum riskieren, man wird ja auch nicht jünger und die Pensionsansprüche sollte man schließlich auch irgendwann mal sichern.

Aber das interessiert in einer Woche, wenn die nächste Woche anbricht und der nächste SPIEGEL auf den Politikertischen liegt, dann auch wieder niemanden mehr. Leider. Man sollte Interviews mit Regierungsmitgliedern eigentlich immer aus dem SPIEGEL ausschneiden und in ein Prangerbuch einkleben.

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Die zwei Seiten von Google Public DNS.

6. Dezember 2009 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in DNS

Google startet einen eigenen, öffentlichen DNS-Dienst. Man hat es vielen Medien in ihren Artikeln darüber deutlich angemerkt, dass sie gern mehr aus dieser Story machen würden, aber es eigentlich nicht viel dazu zu sagen gibt, außer der Tatsache, dass Google eben einen eigenen, öffentlichen DNS-Dienst gestartet hat.

Grundsätzlich ist das, was Google hier im Rahmen eines Experiments macht, nichts anderes wie ein weiterer Anbieter eines Telefonbuches. DNS ist normalerweise ein Dienst, den der Zugangsprovider zur Verfügung stellt und der die Adressen seiner DNS-Server automatisch bei der Einwahl übermittelt, damit der Kunde diese nutzen kann. Das passiert alles, genauso wie die DNS-Auflösungsgeschichte, so fern und so automatisch im Hintergrund, dass davon keiner wirklich größere Notiz nimmt, obwohl ohne DNS das Internet nur noch eine Zahlenwüste wäre.

Google hat eine Infrastruktur, die vermutlich alles in den Schatten stellt, was alle anderen Internet-Beteiligte als eigene Infrastruktur im Internet in Betrieb halten. Googles Infrastruktur hat sich im Laufe der Jahre immer weiter weg vom inselartigen Hosting in Richtung einem spinnenartigen Hosting gewandelt: Serverfarmen sind weltweit verteilt und mit Google-eigenen Anbindungen verbunden und die Praxis von Google, relativ günstige Hardware einzusetzen, die dann ihre Inhalte exzessiv redundant halten, führt Google auf globaler Ebene durch. Dazu kommt dann die Politik, möglichst mit vielen Providern direkt zu peeren, also Direktanbindungen zwischen Google und dem jeweiligen Provider zu realisieren, um die Inhalte nicht nur schnell, sondern auch auf kürzestem Wege zum Benutzer zu bringen.

Nur so funktionieren so profan wirkende Dinge wie eine Suchmaschine, Google Mail, YouTube – Dienste, die sehr hohen Datenverkehr erzeugen und alles gleichzeitig passen muss. Es ist daher kaum verwunderlich, dass sich Google mit seiner gewaltigen Infrastruktur auch mal an ganz heiße Dinge wie das DNS wagt, um zu schauen, wie das alles denn unter Last funktioniert. So wie viele Millionen Menschen im Internet die “niederen” Dienst einsetzen, lässt sich nicht simulieren. Und sicherlich auch kein Geld verdienen, denn mit DNS verdient nur der Geld, der Domainnamen verkauft oder das DNS wissentlich manipuliert.

Die andere Seite der Medaille ist eine entlarvende: Online-Sperren auf Basis von DNS zu implementieren, ist Mumpelfurz, weil das Betreiben eines DNS-Servers kaum verboten oder technisch sinnvoll reglementiert werden kann. Machen es die Kleinen nicht mehr, macht es eben der Große. Und das ist dann die andere Seite von Googles DNS-Experimenten, denn es zeigt den vielen Ursulas und Wolfgangs in den Regierungen der Welt, wie schmallippig ihre bisherigen Bemühungen waren und wie schrecklich einfältig ihre bisherigen Lösungsansätze sind.

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Ist Microsoft eigentlich bescheuert?

23. November 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Das dachte ich als erstes, als ich die Geschichten las, dass Microsoft in Verhandlungen mit Rupert Murdoch stehen würde, um dessen Nachrichten zukünftig nicht mehr in Google zu haben, sondern in der hauseigenen Suchmaschine Bing. Hat Microsoft so einen Winkelzug heutzutage tatsächlich nötig? Ich kann es nach wie vor nicht glauben, dass man bei Microsoft tatsächlich so dumm sein kann.

Natürlich geht es bei so einem Deal um Geld. Viel Geld. Geld, von dem Rupert Murdoch tatsächlich nach wie vor glaubt, dass es von den bösen Menschen im Internet, die kein Geld zahlen wollen, geklaut wird und der Handlager dazu Google ist. So falsch ist diese Denkweise zumindest in Ansätzen nicht, allerdings hängt es nun eben nicht damit zusammen, dass Internet-Nutzer grundsätzlich Geizlinge sind, sondern eben damit, dass es keinen Sinn macht, eine Zeitung einfach in Bits und Bytes zu gießen und für die gleichen Inhalte ein Mehrfaches an Geld zu fordern, nur weil das eben auf dem Papier so wunderschön funktioniert.

Bing ist eigentlich keine so schlechte Suchmaschine und hat vor allem wieder mal einen großen Vorteil: Sie kommt voreingestellt in Windows und Internet Explorer daher, ist endlich mal eine schnelle Suchmaschine aus dem Hause Microsoft und hat – was auch neu ist für die Jungs und Mädels aus Redmond – endlich einen nicht ganz so verkniffenen Anspruch, mit aller Brachialgewalt die Weltherrschaft erreichen zu müssen und zwar möglichst noch nächste Woche, spätestens übernächste. Ich dachte eigentlich, dass Microsoft in den letzten Jahren begriffen hat, dass es in all den Märkten, in denen Microsoft vertreten ist, ohne Koexistenzen nun mal nicht geht und es der beste und nachhaltigste Weg ist, mit Technik, Ideenreichtum und Gelassenheit zu glänzen. Fast konnte man glauben, dass Microsoft den Weg finden würde in die Welt der offenen Formate und der echten Collaboration.

Und jetzt das? Microsoft will sich angeblich mit einem alten Mann einigen, der alte Ideologien huldigt, neue öffentlich verteufelt (aber nichtsdestotrotz massiv einsetzt) und immer noch nicht begriffen hat, dass Google nicht einfach nur eine Blase ist, sondern tatsächlich ein Unternehmen? Sorry, Redmond, glaubt ihr tatsächlich, dass das Heil im Konzepten des letzten Jahrhunderts zu finden ist? Okay, es kann uns ja egal sein, wohin Murdoch mit seinen kruden Gedanken letztendlich landet, aber habt ihr nicht schon genug mit euren früheren Medienkooperationen wie das unsägliche “MSNBC” oder das noch viel unsäglichere “ZDF.MSNBC” erlebt? Zusammengesetzte Wörter und Marken und in Deutschland haben die meisten Menschen bis heute nicht begriffen, was eigentlich “MSNBC” eigentlich ist beziehungsweise, geschweige denn, “MSN” oder “NBC”.

Vermutlich wird Geld fließen von Bing nach Murdoch, wenn es tatsächlich zu so einem Deal kommt. Es wird schlecht angelegtes Geld sein und dem gemeinen Internet-Nutzer nur die Frage aufwerfen lassen, wie langweilig es doch im letzten Jahrhundert war und wie bescheuert sich doch einige Unternehmen noch jetzt anstellen.

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Google AdSense mit enthülltem Ariadnefaden.

13. März 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in World Wide Web

Der Ariadnefaden, den der gemeine Websurfer so durch sein Online-Leben zieht, wird nun – naja, nicht wirklich mehr größer, sondern eher deutlicher. Und offenbar muss Google nun mit deutlich mehr Mühe seine Schäfchen im Trockenen behalten. So von wegen “don’t be evil”.

Fakt ist, dass AdSense-Nutzer heute Elektropost bekommen haben, in denen folgendes lapidar befohlen wird:

“Aufgrund dieser Einführung ist es erforderlich, dass Sie die Datenschutzbestimmungen Ihrer Website überprüfen und gegebenenfalls ändern.”

Worum geht es? Um Ausnutzung der Business Intelligence, die Google mit AdSense dadurch ermittelt, in dem auf praktisch jedem halbwegs lesbaren HTML-Furz im Web ein AdSense-Banner hängt. Diese im ganzen Web verlegten Tretminen zeichnen nämlich durch ihre benutzereindeutige Verankerung mit, wo ein Benutzer im Laufe seines Online-Tages alles hinsurft. Und genau diese gesammelten Informationen will Google nun auch dazu nutzen, den Inhalt für AdSense-Banner auf den folgenden, zu besuchenden Seiten zu spezifizieren.

Beispiel: Ein Benutzer war auf zehn Websites mit Autozubehör. Wenn es auf diesen Websites AdSense-Werbebanner gab, wird AdSense höchstwahrscheinlich autospezifische Werbeinhalte präsentiert haben. Geht nun der Benutzer nach dem Besuch dieser zehn Websites auf eine Website mit Kochrezepten, will Google nun nicht einfach dort kontextsensitive Banner zum Thema Kochrezepte anzeigen dürfen, sondern vielleicht weiter autospezifische.

Technisch ausgeführt wird das wie üblich mit Cookies, die im Browser des Benutzers gesetzt werden wollen und eine eindeutige Benutzeridentifikation darstellen. Interessanterweise macht Google das nun aber nicht mehr allein, sondern mit einem altbekannten Partner im Werbe-Profiling, nämlich mit DoubleClick. Von dort wird nämlich nun auch ein Cookie gesetzt bzw. abgefragt, wenn ein AdSense-Banner geladen wird. Und mit DoubleClick haben da nun zwei der größten (wenn nicht gar die beiden größten) Bannerverchecker eine gar wundervolle Zusammenarbeit zur Fast-Perfektion gebracht.

Also, lieber Websurfer, bitte nicht wundern, wenn deine Frau/Freundin sich bei dir beschwert, dass nach dem Start des Webbrowsers eindeutige Inhalte in AdSense-Bannern erscheint: Möglicherweise ist nicht Google daran schuld, sondern du selbst, der vorher auf Ferkel-Websites gegangen bist.

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Huawei mit Android.

17. Februar 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MobileWelt

Eine “bekannte Designagentur” hat Huawei offenbar bei diesem Design für sein Smartphone geholfen, das ebenfalls mit Googles Android befeuert werden und am dem Sommer erhältlich sein soll. Na hoffen wir mal, dass die bekannte Designagentur nicht zufällig ein iPhone war. Dieser türkisfarbene Rahmen schafft es aber doch noch markant, das Ding etwas lächerlich aussehen zu lassen und das muss man erst einmal bei einem eh schon minimalistischen Design schaffen

Android-Smartphone von Huawei

Wobei, so Produktfotos sind schon bemerkenswert. Schwarze Glasplatte mit Schlitz und Kreis, umrahmt von einem türkisfarbenen Irgendetwas. Keine Ansicht des Bildschirmes, des Rückens oder der Seite und vor allem keine näheren Produktspezifikationen. Das schindet schon mächtig Eindruck.

[via Golem.de]

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Android-Handys müssen hässlich sein.

17. Februar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Irgendwie scheint das krasse Design-Understatement von Android-Smartphones fest zum Programm gehören. Denn anders kann man es langsam nicht mehr erklären, dass das zweite Smartphone namens “Magic” mit dem Google-Betriebssystem, das nun weitgehend nur von Vodafone vertrieben werden soll, gar nicht so wirklich “magic” aussehen mag.

Vodafone Magic

Immerhin – man hat die geldautomatenartige Tastatur weggelassen und die inneren Werte aufgemotzt, darunter unter anderem den Akku, der nun knapp 1.400 mAh erreicht. Bei der angegebenen Stand-By-Zeit von 27,5 Tagen (UMTS) muss ich dann allerdings schon schmunzeln. Ob da das Komma in den Specs verrutscht ist?

[via Golem.de]

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Der dunkle Geist des George W. Bush.

25. Januar 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in Netzpolitik

… den wird Barack Obama so schnell offenbar nicht los. Damit ist an dieser Stelle nicht direkt das schwer verdauliche politische Erbe von Dabbelju gemeint, bei dem es letztendlich nur noch darum geht, wieviele Jahrzehnte es braucht, um das wieder gutzumachen, sondern den Effekt des so genannten “Google-Bombings”, unter dem ausnahmsweise George W. Bush jahrelang leiden musste, ohne daraus eine “Achse des Bösen” konstruieren und eine 1a-Legitimation für Kriege herbeireden zu können.

Da moderne Suchmaschinen die Linkstruktur auswerten, die auf eine Website zeigen, und unter anderem die Linkbezeichnungen dafür heranzieht, konnten in monatelanger Kleinarbeit – buchstäblich ein Graswurzelwachstum – bestimmte Begrifflichkeiten so in Suchmaschinen gepusht werden, dass diese beim Suchen auf bestimmte Websites führten. Die Website für das Weiße Haus erschien beispielsweise an erster Stelle, wenn man in Google den Begriff “miserable failure” eingab. Daneben gab es offenbar auch noch andere Begriffe wie beispielsweise nur “failure” oder auch “cheerful achievement” (in etwa “erfolgreiche Ausführung”), die allesamt der politischen Tätigkeit des George W. Bush gewidmet waren.

Nun ist Barack Obama im Amt, die Website des Weißen Hauses steht allerdings, ebenso wie das Weiße Haus selbst, weiterhin. Und damit natürlich auch die Linkbasis. Zwar hat Google die bekannten “Google-Bomben” entschärft (und damit genau genommen in eine ur-basisdemokratische Meinungsäußerung manuell eingegriffen), allerdings haben scheinbar einige dieser Zeitbomben wieder mit Ticken angefangen und zeigten nun allerdings auf den falschen US-Präsidenten. Sozusagen das Basic-Thinking-Theorem in XXL. ;-)

Im “Google Public Policy”-Blog hat man das erkannt und berichtigt, aber wer weiß schon, was noch alles für Landminen im Index von Google und anderen Suchmaschinen lauern.

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Wie nett Google filtert.

25. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MüllWelt

In den letzten drei Tagen gehörte der Blog-Artikel, der beschreibt, wie man zum Adobe Flash Player 9 kommt, zu den meistaufgerufenen Artikeln in diesem Blog. Gut, passiert, interessiert mich relativ wenig. Blog-Artikel haben in Google anfänglich einen recht hohen Rang und fallen dann auch relativ schnell wieder, so wie eben eine Maschine annimmt, wie Neuigkeiten bei Menschen ankommen und wieder versickern. So war es auch mit dem Flash-Player-9-Artikel, der mit den verschiedensten Suchargumenten von Google aus aufgerufen wurde.

Heute war aber auffällig schlagartig Ruhe mit Aufrufen des obigen Artikels. Nicht ein Zugriff mehr von Google aus. Das ist merkwürdig, weshalb ich dann doch mal etwas näher recherchiert habe.

Ergebnis: Der obige Artikel ist nicht mehr im Google-Index aufzufinden, er ist weg. Selbst mit Suchaufrufen nach “adobe flash player 9 netplanet” ist der Artikel nicht mehr aufzufinden, während andere Blog-Artikel nach wie vor so zu finden sind, wie es zu erwarten wäre.

Nett, nicht?

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Fotoarchiv des LIFE-Magazins im Google-Index.

18. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in HistoryWelt

Wenn das mal kein historischer Coup ist: Der Suchmaschinenbetreiber Google macht ausnahmsweise mal keine negativen Schlagzeilen mit der Privatsphäre seiner Nutzer, sondern tut etwas sehr wichtiges und anschauliches, nämlich das Hosten von Millionen von Bildern aus dem Fotoarchiv des legendären LIFE-Magazins. Dieses Magazin hat so wie kein anderes Magazin einzigartige Fotos aus Jahrhunderten der Menschheitsgeschichte zusammengetragen, die nicht selten bahnbrechend und preisgekrönt sind, weil sie oft genug schonungslos das zeigen, zu was Menschen fähig sind.

Schon allein deshalb fehlt in keinem epischen Hollywood-Schinken über einen x-beliebigen Aspekt der US-Geschichte keine Referenz auf das LIFE-Magazin.

Hier geht es lang: http://images.google.com/hosted/life

[via GoogleWatchBlog]

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Von der so genannten Anonymität von Suchmaschinen.

7. Oktober 2008 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in SicherheitsWelt

Schon immer einmal gefragt, wie eigentlich eine Suchmaschine entscheidet, welche Seite zu einem bestimmten Stichwort relevant ist und welche nicht? Du denkst, das macht die Programmlogik einer Suchmaschine? Die berühmte Blackbox mit den vielen, ultrageheimen Algorithmen?

Ich bin da inzwischen ketzerisch und sage: Eine Suchmaschine macht nur das grobe Ranking, also nur eine grobe Auswertung, welche Seite zu einem bestimmten Stichwort relevant ist und welche nicht. Die Feinarbeit machen die Logikmodule, die am ehesten verstehen und entscheiden können, um was es in einer Web-Seite geht, nämlich die Nutzer der Suchmaschine. Wie meinen?

Wer sich den Quelltext einer x-beliebigen Ergebnisseite einer Suchmaschine anschaut, wird zunächst augenscheinlich erstaunt über die Effizienz der Ergebnisseite sein: Google schafft es in drei Zeilen – von der die dritte Zeile allerdings mehrere tausend Zeichen lang ist, in der Regel mindestens 15.000 Zeichen. Vom reinen HTML-Code kommt so eine Ergebnisseite auf eine Größe von 24 bis 27 Kilobytes. Es lohnt sich jedoch allemal, sich so eine Ergebnisseite einmal näher anzuschauen und sich auch mal die Mühe zu machen, so eine Seite lokal abzuspeichern, die Zeilenumbrüche manuell einzufügen und sich das mal anzuschauen, was zwischen HTML-Tags und CSS-Definitionen noch alles dabei ist, nämlich ein gehöriges Stückchen JavaScript, der es in sich hat.

Fangen wir aber von vorne an: Du gehst auf die Startseite von Google, gibst ein Suchwort an, lässt dir die Ergebnisse anzeigen. Wenn nun der nicht ganz dumme Nutzer auf einen der zehn Linkvorschläge mit dem Mauspfeil fährt, sieht er in seinem Browser unten in der Statuszeile für gewöhnlich die Zieladresse des Linkvorschlages:

Also, denkt sich der nicht ganz so dumme Nutzer, ist das ein einfacher Hyperlink zur Zielseite, ohne jegliche Hintertüre. Ist es das? Der Quellcode des Linkes spricht eine leicht andere Sprache:

<a href="http://www.netplanet.org/adressierung/subnetting.shtml" class=l onmousedown="return clk(this.href,'','','res','6','')">netplanet - Adressierung im Internet - IP-<<em>Subnetting</em></a>

Interessant an diesem Anchor-Tag ist der zusätzliche Parameter “onmousedown”, denn dieser Parameter besagt, dass ein Browser, bei dem die JavaScript-Ausführung aktiviert ist, bei einem Klick auf den Link nicht die Zielseite anspringen soll, die im Parameter “href” angegeben ist, sondern das tun soll, was im Parameter “onmousedown” angegeben ist. Sprich: Das, was in der Statuszeile des Browsers angegeben ist, nämlich die Adresse der Zielseite, ist in erster Linie Maskerade, denn sie soll zwar vortäuschen, dass ein Klick auf den Link direkt zur Zielseite führt, das tut sie aber nicht.

Denn in Wirklichkeit wird mit dem onmousedown-Parameter die JavaScript-Funktion “clk” aufgerufen, die im HTML-Head der Suchergebnisseite eingebettet ist und aus den in der Klammer beinhalteten Seiten- und Aufrufparametern einen URL erzeugt und aufruft. Und dieser sieht im Beispiel so aus. Zur besseren Übersichtlichkeit habe ich die einzelnen Parameter, die übergeben werden, untereinander geschrieben, stellt euch das als einzige, lange Zeile vor, die euer Webbrowser da im Hintergrund unbemerkt aufruft:

http://www.google.de/url?
sa=T&
source=web&
ct=res&
cd=6&
url=http%3A%2F%2Fwww.netplanet.org%2Fadressierung%2Fsubnetting.shtml&
ei=i4DrSPTpBJOa7QW98JXCDA

Interessant sind hierbei die Parameter “url”, der die Adresse der eigentlichen Zielseite enthält, der Parameter “cd”, der den Rank des Suchergebnisses enthält, und der Parameter “ei”, der eine google-interne ID darstellt, die auch auf der Suchergebnisseite verwendet wird.

Dieser gesamte URL wird dann per GET-Anfrage vom Browser abgeschickt, enthält jedoch als Ergebnis nicht etwa die Zielseite (die liegt ja logischerweise nicht bei Google), sondern einen Redirect auf die Zielseite, hierzu dient der Inhalt aus dem Parameter “url”. Der Browser schickt also seine Anfrage dann direkt an den Webserver mit der Zielseite und der Nutzer hat die Illusion, dass er mit dem Klick auf das Suchergebnis direkt dorthin gekommen wäre.

Mit diesem Aufruf rundet Google also seinen Suchabfragenablauf ab, der dann wie folgt aussieht:

  1. Nutzer geht auf die Suchmaschine, gibt ein Suchwort ein.
  2. Die Suchmaschine antwortet mit Suchergebnissen.
  3. Nutzer klickt (mit einem javascript-aktivierten) Webbrowser auf einen Link in den Suchergebnissen.
  4. Der Link führt eine JavaScript-Funktion auf, die einen URL generiert.
  5. Der Webbrowser ruft diesen generierten URL, der zum Webserver der Suchmaschine führt, mit einer GET-Anfrage auf.
  6. Der Webserver der Suchmaschine erhält die Anfrage und liefert als Ergebnis einen Redirect auf die eigentliche Zielseite.
  7. Die Suchmaschine wertet die Entscheidung des Nutzers aus.

Ergebnis für Google ist, dass sie aufgrund der google-internen ID die Suchergebnisse direkt mit dem vom Nutzer angeklickten Link verbinden können. Die Jungs wissen also nicht nur, mit welchen Suchbegriffen der Nutzer sucht, sondern auch, auf welches Ergebnis der Nutzer dann in den Suchergebnissen klickt. Und damit ist der wichtigste Teil der Kette gelegt, von der die meisten Nutzer glauben dürften, dass es sie gar nicht gibt.

So, und jetzt denken wir das mal alles gut durch und binden diesen Ansatz im Falle von Google in den gesamten Lebenslauf einer Informationsrecherche ein: Der Nutzer sucht per Google zu einem bestimmten Stichwort eine Ressource und bekommt auf der Suchergebnisseite zehn Vorschläge. Er klickt auf einen Vorschlag, Google bekommt dies mit. Gefällt dem Nutzer dieser Vorschlag, wird er höchstwahrscheinlich keinen weiteren Link mehr anklicken, die letzte Rückmeldung zu einer Anfrage ist also möglicherweise die “gute” Antwort gewesen. Wenn das ein Nutzer macht, ist das nicht sehr aussagekräftig. Wenn es zehn Leute machen, schon eher. Wenn es Millionen Menschen machen, wird das aufregend gut.

Man kann das aber noch weiterspinnen, denn Google ist ja nicht nur die Suchmaschine, sondern Google ist ja auch Google Analytics oder Google AdSense. Der rote Ariadnefaden zieht sich so also nicht nur im Webbrowser des Nutzers, sondern auch auf den Servern von Google, die so – wenn man jetzt mal davon ausgeht, dass sie Daten miteinander verknüpfen können.

Und nun passt auch alles schlartig zusammen, wie in einem perfekten Puzzle – man muss lediglich ein paar Schritte zurücklaufen und das ganze Bild sehen: Die Inhalte, die Google indexiert, sind ihnen letztendlich schnurz, ihnen kommt es auf das Suchen an. Darum auch ein eigener Browser, der haargenau jeden einzelnen Suchschritt nach Hause sendet und vor allem den schnellsten JavaScript-Renderer weit und breit an Bord hat.

Na, geht es noch? Wir können jetzt nämlich noch ein gehöriges Stück weitergehen und tatsächlich anfangen, Google zu verstehen, warum sie nicht einfach alles nachbauen, was draußen existiert, sondern gern bestehende Erfolgsprojekte wie Blogger.com, YouTube, Keyhole (Google Earth) und wie sie alle heißen, einkaufen: Sie wollen lernen und mitschreiben, wie der Nutzer denkt, sucht und vor allem – findet.

Deshalb meine sicherlich heißen und nicht ohne weiteres fundierbaren Thesen:

  1. Moderne Suchmaschinen sind im Grunde genommen schlicht dumm. Sicherlich können Computer heute nahezu perfekt die menschliche Sprache nachahmen, Handgeschriebenes in Echtzeit fast fehlerfrei auswerten und so tun, als ob sie intelligent auf die Inputs eines Menschen reagieren würden. Sie können aber nach wie vor nur so tun.
  2. Moderne Suchmaschinen sind die eigentlichen Meister des Web 2.0, unter diesen eigentlichen Meistern ist Google der Großmeister. Sie versuchen erst gar nicht, die Inhalte vollständig selbst zu sortieren, sondern lassen das den Nutzer nebenher machen. Nicht finden ist sexy, sondern suchen.
  3. Für eine Suchmaschine ist der suchende Mensch Kunde und Lieferant zugleich. Behandle ihn zuvorkommend und verkaufe ihm das als den Way of Life, denn die Suchmaschine braucht ihn zwingend.
  4. Eine gute Suchmaschine muss Medienbrüche tun, muss tatsächlich auch für Medieninhalte verfügbar sein, für Mails, für Musik, Bilder und Videos auch für gedruckte und umständlich eingescannte Bücher, für abfotografierte Straßen, für wissenschaftliche Arbeiten, für Inhalte jeglicher Art, die Menschen suchen. Denn nur von denen, die suchen, wird gelernt.
  5. Google lässt nahezu stoisch immer verlautbaren, dass sie zwar zwangsläufig Daten sammeln, aber nicht daran interessiert sind, die Privatsphäre des Nutzers zu beeinträchtigen. Möglicherweise kann man ihnen diesen Satz sogar abnehmen, da sie, nach meiner Theorie, tatsächlich gar nicht unbedingt am “Big Picture” Interesse haben, sondern am eher kurzen Leben einer Informationsrecherche, von Anfang bis Ende.

Und da wir gerade bei den Momenten der ketzerischen Thesen sind, fällt mir zu diesem Thema spontan ein Satz von Morpheus aus dem Film “The Matrix” ein, für den ich jahrelang eine passende Bedeutung gesucht und nun wohl auch gefunden habe:

“In uns haben die Maschinen eine Energiequelle gefunden, die ihren Bedarf mehr als deckt. Sie haben Felder angelegt, Neo, endlose Felder. Menschen werden nicht länger geboren, wir werden gezüchtet. Ich habe lange Zeit nicht daran geglaubt, bis ich die Felder mit meinen eigenen Augen gesehen habe. [Ich sah, wie sie die Toten in Flüssigkeit auflösen und damit die Lebenden intravenös ernähren.] Und als ich dastand und die erschreckende Präzision sah, wurde mir die Wahrheit schlagartig bewusst: Was ist die Matrix? Kontrolle. Die Matrix ist eine computergenerierte Traumwelt, die geschaffen wurde, um uns unter Kontrolle zu halten. Für sie sind wir nicht viel mehr, als das:


Der Ausgang aus der Matrix ist umfassend, möglicherweise etwas unkomfortabel, aber dafür kinderleicht umzusetzen: JavaScript im Webbrowser deaktivieren.

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