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Reisen wir anders mit Google StreetView?

14. August 2010 | 5 Kommentare | Veröffentlicht in WebZweiNullWelt

In letzter Zeit lasse ich häufiger mal das Auto stehen, wenn ich in die Stadt muss. Zwar ist es von meinem Wohnort bis in die Innenstadt nur etwa einen Kilometer Luftlinie weit, allerdings ist Pforzheim in einer Berg-und-Tal-Landschaft situiert und die motorisierte Fortbewegung ist somit die bequemere. Allerdings ist es mit dem Bus mindestens genauso schnell, wie mit dem Auto und erheblich günstiger.

Bei der heutigen Rückfahrt aus der Stadt habe ich an einer  interessanten These geknabbert in Sachen Google StreetView und Reisen geknabbert und das so intensiv, dass ich drei Stationen zu spät ausgestiegen bin. Die These:

Ist Google StreetView eine neue Form des Reisens?

Auslöser war ein mittägliches Gespräch mit Joachim, in dem wir aus irgendeine Anlass zum gleichen Ergebnis kamen, dass es doch eigentlich ein Wahnsinn ist, viele Orte nur wegen der dort gemachten Fotos zu besuchen. Eine zuerst einmal weitgehend unspannende These. Die jedoch spannender wird, wenn man mit dem Bus nach Hause fährt. Was macht es eigentlich aus, einen Ort zu besuchen? Das dortige Flanieren? Das Sprechen mit dortigen Menschen? Das Essen dort? Oder einfach die Gewissheit, dort gewesen zu sein und ein paar Fotos mitgebracht zu haben, wie die meisten von uns?

Diese Frage wird richtig aufregend, wenn man sich dabei vorstellt, mit einem Bus zu reisen und genau zu diesem Gedankengang hat mich die heutige Busfahrt animiert. Ich war beispielsweise 1993 während eines Landschulheimaufenthaltes im britischen Cambridge. Dort unternahmen wir für einen Tag eine Reise nach London, die weitgehend aus einer zweistündigen Stadtrundfahrt mit unserem Bus, einem Besuch bei McDonald’s am Tower und aus einem Besuch des Wachsfigurenkabinetts von Madame Tussaud’s bestand.

Zweifellos war ich, faktisch gesehen, somit in London. Nur: Ich habe London aus dem Bus heraus gesehen. Mit Einheimischen habe ich gesprochen: Bei McDonald’s und an der Kasse von Madame Tussaud’s. Wir haben keinen Kaffee/Tee dort getrunken, ich bin keine 1.000 Schritte auf einem Londoner Bürgersteig gelaufen, habe keinen Fotoapparat dabei gehabt und war, ein etwas unappetitlicher Aspekt, in den ca. sechs Stunden, in denen wir uns innerhalb des Londoner Stadtgebietes aufhielten, nicht ein einziges Mal auf einer Londoner Toilette.

Wenn ich ehrlich sein soll: Ich war nicht wirklich jemals in London.

Unser wahres Leben in Erinnerungen

Anderes Beispiel, und jetzt wird es matrix-like: Ich habe drei Jahre für das ZDF gearbeitet, vom Herbst 1995 bis Herbst 1998. Drei Jahre, in denen ich einige hundert Einsätze als Kameraassistent absolviert habe. Seit dem Ende meiner Mitarbeit beim ZDF habe ich das Sendezentrum in Mainz danach genau zwei Mal betreten. Ich lebe also faktisch, wenn ich an das ZDF in seiner existentiellen Form als Gebäudegebilde denke, in einer Mischung aus Erinnerungen, eigentümlichen Gerüchen, die man damals in Fluren und Studios eingesogen hat und aktuellen Bildern, die ich im Fernsehen oder in Zeitschriften sehe. Dennoch weiß ich genau, wo das neue Nachrichtenstudio liegt und kann mich auch nach über zehn Jahren weitgehend gut orientieren, obwohl ich gar nicht dort bin und ich noch nicht mal wissen kann, ob die jeweiligen Redaktionen, deren Sendungen ich schaue, tatsächlich noch an der Stelle sind, wie sie das vor zehn, fünfzehn Jahren einmal waren.

Im Grunde genommen ist das jedoch, und damit kommen wir zu meiner These, völlig irrelevant, was ich in meiner Erinnerung habe und was ich denke, wo etwas sein könnte, wie etwas riecht und wie es aussieht. Es reduziert sich letztendlich alles auf die Frage herunter, ob ich mir tatsächlich die Mühe machen will, an einen bestimmten Ort zu reisen, um dort eine gewisse Zeit zu leben, ob nun für ein paar Stunden im Urlaub, ein paar Tage, Wochen, Monate oder Jahre. Den Ort interessiert das nicht, die meisten dort lebenden Menschen auch nicht, aber ausgerechnet ich?

Simulacra and Simulations

Noch ein Beispiel und jetzt wird computersimuliert: Ich bin begeisterter Hobbypilot von Flug- und Rennsimulationen. Im der Gran-Turismo-Spieleserie gibt es in früheren Ausgaben beispielsweise eine Streckensimulation des Nürburgringes. Wohlgemerkt, der alten Strecke, also der “Grünen Hölle”. Die ist, so kann ich sagen, recht realistisch, weil ich diese Strecke zu meiner ZDF-Zeit einmal zu dienstlichen Zwecken gefahren bin. Wie sehe ich also die Simulation? Ich vergleiche sie mit der Realität. Und in Wirklichkeit war ich um ein Vielfaches öfter auf der Strecke in einer Simulation, als real auf der echten Strecke. Sicherlich spürt man erst echt vor Ort, wie uneben die Straße wirklich ist und vor Ort habe ich mehr Angst um mein Leben gehabt, als an der Playstation. Aber die Überlegung, extra dorthin zu fahren, um für nicht wenig Geld eine echte Runde zu drehen, wenn ich an der Playstation effektiv für weniger Geld und unbegrenzt haben kann, ist nicht mehr so einfach wegzuwischen, wenn man berücksichtigt, dass die Simulation verdammt nah an der Realität ist und ich eine unbewusste Abwägung treffe, ob es mir wert ist, tatsächlich an den Ort zu fahren oder nicht.

Ich bin tatsächlich in meinem bisherigen 35jährigen Leben noch erstaunlich wenig im Ausland gereist, kann aber trotzdem sagen, dass ich einiges auf diesem Planeten gesehen habe. Eben aus Bildern, Fotos, Filmen, Videos, Satellitenaufnahmen, Simulationen. Die jahrhundertealte These, dass man reisen muss, um etwas zu sehen, die ist tatsächlich so gar nicht mehr haltbar. Man muss eher sagen, dass man eben reisen muss, wenn es gar nicht anders geht und man sich oder anderen etwas beweisen will. (Diese These ist an dieser Stelle ausbaufähig, Ideen bitte in die Kommentare.)

Google StreetView

Google StreetView ist nicht einfach nur eine Ansammlung vieler Bilder von Straßenzügen. Google StreetView ist ein unglaublich ausgestatteter Bildband über fremde Städte und Länder, garniert mit Millionen Hinweisen auf Geschäften und Sehenswürdigkeiten. Davon haben wir, wenn wir einmal sehr genau, sehr offen und sehr tief in unserer eigenen Seelenwelt nachschauen, geträumt. Und viele andere Generationen vor uns, die sich in ein Fahrzeug gesetzt und in ein anderes Land gefahren sind, “um dort die Ferne zu sehen”, ebenso. Und: Die schier unglaubliche Datenmenge, die heute dafür zur Verfügung steht, war vor nicht vielen Jahren schlicht unfassbar.

Dass es heute so viele Menschen gibt, die Probleme mit Google und der Insbesonderheit Google StreetView haben, ist in meinen Augen deshalb vor allem eine Sache, die mit unbewusster Angst davor zu tun hat, dass jetzt etwas geschieht und möglich wird, was so unfassbar ist und vor wenigen Jahren völlig unglaublich schien. Nichts anderes. Der vermeintliche Datenschutz ist ein vorgeschobenes Alibi der Angsthasen und der Betonköpfe und Günstlinge, die sich um die Stimmen und Gelder der Angsthasen reißen. Das ist eine harte Beschuldigung, aber bitte einmal den Kopf freimachen und darüber nachdenken, ob es nicht wirklich genau so ist! Ich finde nämlich kein anderes Argument und ich strenge mich seit zwei Tagen an.

Der moderne Mensch wird zukünftig viele Reiseziele anders bewerten und besuchen, in etwa so:

  • Freund war in Paris, in einem verwinkelten Stadtteil und hat dort ein bezauberndes Café gefunden.
  • Hervorragender Kaffee mit wunderbaren Croissants, der Kellner freundlich und ein Kavalier der Alten Schule.
  • Unbedingt wert, einmal dorthin zu fahren.
  • Ich: Keine Zeit, kein Geld und auch keine Lust. Aber anschauen kann man es ja mal.
  • Ich: Okay, schauen wir uns das Viertelchen wenigstens mal in Google StreetView an und tauchen etwas ein.
  • Ich: Gefällt mir. Oder gefällt mir nicht. Besuche ich vielleicht mal. Oder auch nicht.
  • Gesehen habe ich es aber.

Kommentieren? Eigene Gedanken dazu? Gern. Ich glaube, die Diskussion ist sehr, sehr offen und ich bin wirklich an jeder Art von Gedankengang interessiert, die uns weiterbringt.

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Adieu, Google Wave.

5. August 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in WebZweiNullWelt

Dass Google nun Wave einstellt, kam nicht ganz so überraschend, wenn man Google und seine Arbeitsweise bei Beta-Projekten kennt. Da werden neue Funktionen über Nacht eingespielt, gerne mal die UI ohne Vorankündigung geändert und eine vernünftige Dokumentation sucht man für Beta-Projekte auch oft genug. Das war bei Google Wave schon seit längerem nicht mehr der Fall und das war durchaus als eine Vorankündigung zu verstehen. Dass es nun vorerst nur noch bis Ende des Jahres weitergeht, ist schade. Immerhin ist die Begründung von Google so auffallend wischi-waschi, dass man davon ausgehen kann, dass die Idee woanders eingebaut wird oder zumindest nicht einfach wegstirbt.

Google Wave ist so ein Werkzeug (ich sage mit Bedacht nicht, dass es das Werkzeug ist), mit dem Collaboration, also die Idee der gleichberechtigten Zusammenarbeit, funktioniert. Und das völlig unabhängig vom Zeitrahmen. Ob nun zeitversetzt oder in Echtzeit – die Kommunikation funktioniert und jeder Beteiligte sieht, was gerade passiert. Google hat mit der Veröffentlichung von Wave einfach nur ein paar bestehende Werkzeuge wie z.B. Instant Messaging und Rich Mail zusammengeworfen und daraus ein Ding gemacht, dass jede teure Groupware, die quasi alle mit dem Buzzword Collaboration angepreist werden, quasi nackt stehen lassen und entlarvt.

Google Wave ist von der Idee her einfach, macht sich aber logisch erst dann, wenn man es mit mehreren Leuten benutzt. Immerhin ging das Verständnis für Google Wave schneller, als das Telefonieren, denn da verstehe ich den häufig praktizierten Medienbruch immer noch nicht. Warum muss man telefonieren und dabei Dinge vorlesen, die der Empfänger dann wieder aufschreiben muss? Ich bin mir sicher, dass viele Missverständnisse auf dieser Welt deshalb entstehen, weil bei diesem Medienbruch je nach Teilnehmer eine Menge an Information verfälscht oder schlicht verloren geht.

Die E-Mail ist für schnelle, konzentrierte und projektbezogene Konversation wiederum gar nicht zu gebrauchen – ich hasse E-Mail dahingehend abgöttisch. Ein Unternehmen ohne sinnvolle Dokumentation missbraucht gern E-Mail dazu, über den großen Rundverteiler einfach alle verfügbaren Dokumentationsfragmente (es dokumentieren ohne Dokumentationspflicht ja eh nur dir wenigsten) und einzelne Fragmente sind so alleinstehend, dass man es praktisch auch gleich lassen kann. Funktionieren tut das aber am Ende nur dank der Volltextsuche und das ist immer nur ein Notnagel. Und vor allem nur ein kurzes Intermezzo, denn die Blindfahrt in Richtung Mauer geht trotzdem immer weiter.

Ich mag die Begrifflichkeit des “Informationsjunkies” nicht sonderlich, aber nichts anderes ist das, was ich tue. Ich lese Nachrichten (also offizielle), ich muss Informationen anderer Leute aufnehmen und ich muss Informationen so kanalisieren, damit ich daraus wieder andere Informationen erstellen kann. Mit einer simplen ToDo-Liste funktioniert das schon lange nicht mehr. ToDo-Listen sind Relikte aus einer Zeit, in der Informationen von Hand verschoben wurden und ohne größeren Aufwand nicht mehr wiedergefunden werden konnten. Da ist es praktisch, wenn man Aufgaben abhaken kann.

Ich merke das sehr stark beim Bloggen mit verschiedenen Weblogs und verschiedenster, mir eigentlich fremder Thematik. Ich sammle Themen on the fly als Laie und muss später dann Wissen aufbauen, um die Fragestellung als “Pseudo-Gelehrter” beantworten zu können. Schnell (!) Wissen beizubringen, funktioniert nicht, in dem ich in die Bücherei gehe, sondern dass muss aus möglichst mehreren Quellen beigebracht und zu einem Artikel geschrieben werden. Mit To-Do und Tasks abhaken hat das alles nichts mehr zu tun. Wir stehen nicht mehr am Bahnsteig und warten auf einen Zug, sondern wir sind schon längst in der Notwendigkeit, einen veritablen Rangierbahnhof an Informationen bedienen zu müssen. Wer den Zettel hervorkramt oder den Telefonhörer als primäre Informationsbasis einsetzen will, verliert, weil er sich “verzettelt”. “Verquatscht”. Ihr kennt die Begriffe. Erst jetzt bekommen sie ihre wahre Bedeutung.

Deshalb: Schade, Google Wave war sicherlich nicht “fertig” und verstanden haben es vielleicht auch nur die wenigsten Menschen. Aber es ist ein nahezu perfektes Werkzeug für das zeitlose Vermitteln von Information, für die Zusammenarbeit von verteilten Teams. Und es steht am Anfang dessen, was es einmal wirklich wird, da bin ich mir ziemlich sicher. Die Zeit von Wave ist eigentlich da – die Akzeptanz der Methodik wird schon noch kommen.

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Synchronisation von Kontakten zwischen iPhone und Google Contacts.

19. Juli 2010 | 10 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Nach den vorhergehenden Artikeln zur Synchronisierung von Terminen zwischen iPhone und Google Calendar kommen wir nun zum nächsten Punkt, dem Synchronisieren von Kontakten. Auch hier gibt es einen eher weniger bekannten Dienst bei Google namens Google Contacts. So unbekannt, dass er in den meisten Auflistungen von Google-Diensten schlicht nicht aufgeführt ist.

Das hat allerdings einen Grund, denn zu Google Contacts muss man vorwegschicken: Es gehört zu den Google-Diensten, die noch sehr “beta” sind. Zwar funktioniert Google Contacts zuverlässig und synchronisiert fehlerfrei, allerdings ist es von Benutzerfreundlichkeit noch weit entfernt und man sollte die Schwächen genau kennen, um seinen Adressbestand nicht zu ruinieren. Aus diesem Grund fange ich mit den potentiellen Fußfallen von Google Contacts an. Testet es ausführlich, wenn ihr es einsetzen wollt, denn man kann sich wirklich einen größeren Adressbestand ordentlich verhunzen, wenn man nicht aufpasst.

Die Fußfallen von Google Contacts

Das zentrale Problem zwischen der Synchronisation zwischen dem iPhone und Google Contacts sind die üblichen zwischen Synchronisationen verschiedener PIM-Anwendungen – nicht einheitliche Felder. Zwar kann man auch mit Google Contacts mehrere Telefonnummern einem Kontakt zuordnen, beispielsweise gibt es aber beim iPhone die Möglichkeit, zu einem Kontakt eine Telefonnummer unter der Rubrik “iPhone” abzulegen. So eine Rubrik kennt Google Contacts nicht und synchronisiert die entsprechende Telefonnummer nicht. Weiterentwickelte Kontakteverwaltungen bieten hier zusätzliche Felder und zur Not auch frei definierbare Feldnamen an, Google Contacts ist hier aber nicht so weit.

Ein anderes, erheblich gefährlicheres Beispiel ist der Aufbau des Namens. Das iPhone kennt (wenn man alle Felder, die mit dem Namen zusammenhängen, hinzufügt): Titel, Vorname, Zweiter Vorname, Nachname, Namenszusatz, Spitzname. Google Contacts kennt allerdings nur Name und Titel, wobei “Titel” auch noch unterschiedliche Bedeutungen haben; beim iPhone ist damit “Herr” bzw. “Frau” gemeint, bei Google Contacts die Position, also beispielsweise “Geschäftsführer”. Zwar ist Google Contacts nicht dumm und setzt im Namensfeld beim Synchronisieren bzw. Importieren von Kontakten den Namen aus einzelnen Namensfeldern selbstständig zusammen, das funktioniert jedoch mitunter nicht fehlerfrei. Meine Outlook-Kontakte im Aufbauschema “Herr Otto Mustermann” importierte Google Contacts zwar augenscheinlich korrekt, synchronisierte aber “Herr” als Vornamen, “Otto” als zweiten Vornamen und “Mustermann” als Nachnamen auf das iPhone.

Vorabüberlegungen zur Kontaktepflege

Es gibt daher ein paar Dinge zu beachten, wenn man Google Contacts dafür einsetzen möchte, die Kontakte auf dem iPhone zu synchronisieren:

  • Unbedingt mit einem Backup der zu importierenden Datensätze arbeiten. Wenn die Kontaktdaten aus einer Adressverwaltung kommen, den dortigen Adressbestand noch einige Zeit gesichert halten.
  • Google Contacts kann zwar Kontakte aus CSV-Dateien importieren, es macht jedoch Sinn, beim Exportieren von Adressen aus der alten Adressverwaltung nicht synchronisierbaren Ballast gleich wegzulassen. Dazu gehört das “Frau” und “Herr”, also der Titel. Empfehlenswert ist es, zunächst eine kleine Auswahl an Kontakte testweise in Google Contacts zu importieren, auf das iPhone zu synchronisieren und zu prüfen.
  • Wer Kontakte aus einer Adressverwaltung exportiert, die frei definierbare Felder für Telefonnummernbezeichnungen ermöglicht, sollte sehr vorsichtig sein, denn hier wird es mit ziemlicher Sicherheit Probleme geben, die vornehmlich damit enden, dass die entsprechenden Telefonnummern nicht synchronisiert werden.
  • Vorsicht auch bei der Verwaltung von Anschriften. Google Contacts tut sich schwer mit der Verwaltung von Postleitzahlen und ordnet diese nicht korrekt zu, da offensichtlich das amerikanische System angewendet wird, bei dem die Postleitzahlen hinter dem Ortsnamen stehen. Auch hier ist die Adresspflege auf dem iPhone sicherer, da die dort hinterlegten Felder von Google Contacts anstandslos übernommen werden.
  • Notizen zu Kontakten werden übernommen, allerdings gehen jegliche Formatierungen verloren, also Fettdruck, Unterstreichungen etc.

Noch nicht abgeschreckt? Gut, ich bin es nach wie vor auch noch nicht und setze Google Contacts neben Google Calendar ein und synchronisiere damit auch auch regelmäßig iPhone und iPad. Denn die Kontaktesynchronisation hat einen gewaltigen Vorteil: Synchronisiert man bereits einen Google-Kalender via Active Sync (bzw. “Google Sync”), dann ist der Weg zum Synchronisieren von Kontakten nur noch ein Schalter weit entfernt:

Ihr seht den Schalter für “Kontakte”? Den einfach antippen und aktivieren und schon werden Kontakte mit Google Contacts synchronisiert. (Die genaue Anleitung von Google Sync findet sich im Artikel zur Einrichtung der Synchronisation zwischen iPhone und Google Calendar.)

Auch bei der Synchronisation von Kontakten gilt: Bestehende Kontakte auf dem iPhone bleiben weiterhin autonom und werden zumindest nicht auf dem iPhone automatisch zu Google Contacts verschoben. Der Weg muss hier über iTunes und eine externe Kontaktverwaltung laufen

Kontaktebestand importieren

Der Import von bestehenden Adressen zu Google Contacts ist relativ einfach. Importiert werden können CSV-Dateien und auch einzelne vCards. Mit dem Weg über CSV-Dateien werden alle gängigen Adressverwaltungen – inklusive Thunderbird, Outlook und Outlook Express – bequem abgedeckt. Wenn die alte Adressverwaltung Sortierungen in Kategorien ermöglicht hat (Outlook macht das beispielsweise sehr schön), dann werden diese Informationen übernommen, allerdings später nicht auf das iPhone synchronisiert, da das iPhone solche Kategorien nicht kennt. Die Kategorienverwaltung ist jedoch in Google Contacts unabhängig davon problemlos möglich.

Geburtstagsverwaltung

Schon in meinen Artikeln zu Google Calendar habe ich erwähnt, dass eine Geburtstagsverwaltung nicht mehr mit wiederholenden Terminen gemacht werden sollte, sondern dass Geburtstage sinnvollerweise mit einer Kontakteverwaltung in einen Kalender importiert werden sollten. Erfreulicherweise macht das Google Contacts sehr schön, es gibt für jeden Kontakt die Möglichkeit, dessen Geburtstag hinzuzufügen. Und wer sich dann in Google Calendar bei “Weitere Kalender” den zusätzlich angebotenen Kalender für Geburtstage seiner Kontakte abonniert, bekommt die Geburtstage, die auf dem iPhone bzw. in Google Contacts hinzugefügt und gepflegt werden, frei Haus in seinen Google Calendar.

Mehrere Adressbücher?

Kurzum: No way. Erstens unterstützt das iPhone immer nur ein Adressbuch. Zweitens unterstützt auch Google Contacts nur ein Adressbuch. Und drittens kann Active Sync alias “Google Sync” ebenfalls nur ein Adressbuch synchronisieren. Abhilfe könnte es vielleicht einmal mit einem Protokoll namens “CardDAV” geben, mit der die Synchronisation von Adressbüchern unabhängig von Active Sync funktionieren soll. CardDAV wird vom iPhone ab iOS 4 unterstützt, allerdings kennt Google Contacts CardDAV noch gar nicht. Da aber Google Contacts eben noch beta ist, besteht hier berechtigte Hoffnung, dass das einmal funktionieren könnte.

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Synchronisation mehrerer Kalender zwischen iPhone und Google Calendar.

10. Juli 2010 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Neben der Kalendersynchronisation zwischen iPhone und Google Calender via ActiveSync (alias “Google Sync” bzw. im iPhone bekannt unter “Microsoft Exchange”), gibt es noch die Möglichkeit mit dem CalDAV-Protokoll. CalDAV ist im Gegensatz zu ActiveSync, das aus dem Hause Microsoft kommt, einer herstellerübergreifende Implementierung zur Kalendersynchronisation, hat aber durchaus gewichtige Vor- und Nachteile. Beginnen wir mit den Vorteilen von CalDAV:

  • Es ist, wie bereits geschrieben, herstellerübergreifend und eine freie Technologie zur Kalendersynchronisation.
  • Im Gegensatz zu ActiveSync können auch mehrere Kalender synchronisiert werden.

Allerdings gibt es auch gewichtige Nachteile:

  • CalDAV ist verhältnismäßig komplex und daher auch nicht ganz einfach zu implementieren (was uns als Anwender freilich bedingt stört).
  • Die Synchronisation ist deutlich langsamer, als bei ActiveSync.
  • Es werden mehr Daten als bei ActiveSync übermittelt (das ist vor allem ein Thema bei vielen Kalendern, vielen Terminen und Auslandseinsatz via Mobilfunk).

Meine Empfehlung ist daher im Bezug auf der Kalendersynchronisation zwischen einem iPhone und Google Calender die, dass immer dann ActiveSync eingesetzt werden sollte, wenn nur der Hauptkalender eines Google Accounts synchronisiert werden soll. Müssen mehrere Kalender synchronisiert werden, ist CalDAV die richtige Wahl.

Vorbereitung zum Synchronisieren von mehreren Kalendern

Wenn tatsächlich nicht nur der Hauptkalender, sondern mehrere Kalender eines Google Accounts synchronisiert werden sollen, muss man dies Google Calendar mitteilen. Dazu gibt es eine eigene Seite mit den iPhone Sync Settings (vorher natürlich mit dem Google Account angemeldet sein), auf der man die gewünschten Kalender, die man synchronisieren möchte, anhaken kann.

Änderungen an diesen Einstellungen funktionieren selbstverständlich auch nach der erstmaligen Synchronisation, diese werden dann einfach beim nächsten Synchronisationslauf vorgenommen. Zu beachten – ich erwähne es hier zur Sicherheit noch einmal – ist, dass die Synchronisierung umso länger dauert, je mehr Kalender synchronisiert werden müssen.

CalDAV auf dem iPhone einrichten.

Ich gehe jetzt mal generöserweise an dieser Stelle davon aus, dass bereits einen Google Account vorhanden und auch Google Calender schon im Einsatz ist. Falls das noch nicht so ist, dann ist in meinem vorherigen Artikel die Einrichtung von Google Calender beschrieben (dort dann natürlich die folgende Einrichtung von ActivSync weglassen).

Der Startpunkt auf dem iPhone sind wieder die Einstellungen und dort der Punkt “Mail, Kontakte, Kalender”. Hier geht es wieder auf “Account hinzufügen …”. Der nächste Schirm zeigt wieder die möglichen Technologien dazu an:

Hier wählen wir “Andere” und springen nach dem Antippen dieses Punktes auf die nächste Seite:

Uns interessiert der vorletzte Punkt, nämlich “CalDAV-Account hinzufügen”. Ein Tippser darauf führt uns auf die nächste Seite, in der die Zugangsdaten des Google Accounts eingegeben werden müssen:

Auch hier die notwendigen Eintragungen im Klartext:

  • Server: www.google.com
  • Benutzername: Die Mailadresse des Google Acoounts
  • Kennwort: Das Passwort des Google Accounts
  • Beschreibung: (frei wählbare Beschreibung)
  • Erweiterte Einstellungen: (so lassen, nicht abändern)

Mit “Sichern” werden die Angaben vom iPhone sogleich geprüft und im Erfolgsfall abgespeichert. Ich habe in meinem Fall übrigens zwei Anläufe gebraucht, bis die Synchronisation funktionierte, weiß der Geier, warum das so war.

Beim nächsten Aufruf der Kalender-App wird dann eine erstmalige Synchronisation mit dem Google Account vorgenommen, das kann durchaus, je nach Fülle der Termine, ein paar Minuten dauern Und hübscherweise werden verschiedene Kalender dann tatsächlich auch farblich unterschiedlich markiert.

Feintuning

Auch bei den CalDAV-Einstellungen gelten die gleichen Feintuning-Überlegungen, wie bei ActiveSync. Überlegen, ob das Pushen von Terminen notwendig ist und ggf. auf manuell stellen und den Einladungsmodus aktivieren. Zusätzlich gibt es noch in den Kalendereinstellungen die Option des Standardkalenders, hier wählt man sinnigerweise den Hauptkalender aus, so dass neue Termine, die auf dem iPhone angelegt werden, standardmäßig auch im Hauptkalender in Google Calendar abgelegt werden. Bei jedem neu anzulegenden Termin hat der Benutzer jedoch die Möglichkeit, den anzulegenden Termin in einen anderen Kalender abzulegen.

That’s it. Have Fun!

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Terminsynchronisation zwischen iPhone und Google Calendar.

10. Juli 2010 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Bisher habe ich mein iPhone in Sachen Terminverwaltung lokal via iTunes mit meinem Terminkalender in Outlook synchronisiert. Das lief mehr schlecht als recht, denn offensichtlich gibt es zwischen Outlook und iTunes immer wieder größere Differenzen bei Terminen, die mit Zeitzoneninformationen hinterlegt sind. Das ist etwas schwierig zu erklären, ich habe das jedenfalls immer mit jährlich wiederholenden, ganztägigen Terminen gemerkt (ergo: Geburtstage), die, je nach dem, ob in Sommer- oder Winterzeit angelegt, um eine Stunde vor- oder nachgeschoben erscheinen. Richtig dringend wurde eine Echtzeitsynchronisation spätestens nach dem Kauf des iPad, denn das habe ich quasi nie in Synchronisation am PC.

Da ich keinen eigenen Server für Termin- und Adresssynchronisation im Einsatz habe, muss also ein externer Dienst heran. Da gibt es den apple-eigenen Dienst “Mobile Me”, der jedoch aufgrund des unverschämten Preises inakzeptabel ist. Oder es wird einfach mit einem Google-Account synchronisiert. Dazu kann man Google Calendar einsetzen und für die Adresssynchronisation auch den weniger bekannten Dienst namens Google Contacts.

Termine mit Google Calendar

Google Calendar muss man nicht sonderlich erklären, denn der Kalenderdienst ist wirklich weitgehend intuitiv zu bedienen, wenn man sich jemals näher mit Terminverwaltung beschäftigt hat. Zwar besitzt Google Calendar nicht ganz so ausgefeilte Features wie Outlook oder Lotus Notes, allerdings macht es Google Calendar mit seiner Plattformunabhängigkeit komplett wett – es funktioniert einfach überall.

Import von Terminen aus einer Kalendersoftware zu Google Calendar

Wer bisher ausschließlich nur mit Google Calendar gearbeitet hat, ist schon auf der richtigen Seite. Wer bisher eine andere Terminverwaltung eingesetzt hat, kann zumindest seine bisherigen Termine mitbringen, wenn die bisher eingesetzte Kalendersoftware den Export der Termine als CSV-Datenbank ermöglicht. Solche Terminarchive importiert Google Calendar anstandslos, wenngleich dieser Vorgang durchaus eine Weile dauert – für 10 Jahre Termine brauchte Google Calendar ca. eine Viertelstunde nach dem eigentlichen Hochladen der CSV-Datei, bis diese auch in Google Calendar erscheinten.

Ein wichtiger Punkt vorab: Vorsicht bei sorgsam gepflegten wiederholenden Terminen wie Geburtstagen, hier gibt es viel Krawallpotential. Wiederholende Termine werden nämlich logisch gesehen als ein fixen Termin angelegt, der sich jährlich wiederholt. Das bedeutet, dass wenn man zum 1. Januar 2001 einen Termin mit jährlicher Wiederholung angelegt hat, dieser tatsächlich nur einmal existiert und dann jährlich wiederholt angezeigt wird. Viele Kalenderprogramme exportieren solche Termine allerdings tatsächlich als Einzeltermine, so dass ich bei meinem ersten Exportversuch aus Outlook tausende einzelner Geburtstagstermine hatte.

Bevor man sich diesem Ärger hergibt, hier eine ganz pragmatische Lösung: Gesonderte Geburtstagstermine löschen und Geburtstage lieber in der Adressverwaltung hinterlegen. Die meisten Kalenderprogramme ermöglichen dies, Google Calendar kann dies auch und ab der iPhone-Software iOS 4 zeigt die iPhone-Kalendersoftware solche Geburtstagstermine aus der Adressverwaltung auch in einer gesonderten Kalenderkategorie an und man versaut sich den eigentlichen Kalender nicht mehr mit Geburtstagsterminen.

Mehrere Kalender mit Google Calendar

Was Google Calendar einst mit einer unerhörten Einfachheit revolutioniert hat, ist der Einsatz von verschiedenen Kalendern, die beliebig mit anderen Benutzern gemeinsam genutzt oder auch einfach veröffentlicht werden können. Hier gibt es ein paar Dinge vor einem eventuellen Import von Terminen zu beachten:

  • Viele Kalenderprogramme arbeiten zur Terminunterscheidung nicht mit unterschiedlichen Kalendern, sondern mit Terminkategorien. Google Calendar aber kennt keine Kategorien. Wenn man nun aber Termine getrennt verwalten möchte (beispielsweise private und dienstliche Termine), kann man sich damit behelfen, dass in Google Calendar in der linken Spalte unter “Meine Kalender” ein weiterer Kalender hinzugefügt wird. Nun muss man nur noch in der bisherigen Kalendersoftware die Termine nach Kategorien getrennt in unterschiedliche CSV-Dateien exportieren und beim Import in Google Calendar den gewünschten Zielkalender auswählen.
  • Bei der Neuanlage von weiteren Kalender in Google Calendar ist zu beachten, dass für jeden weiteren Kalender später auf dem iPhone eine gesonderte Synchronisation eingerichtet werden muss. Das ist zwar kein Hexenwerk, aber den Einrichtungs- und späteren Synchronisationaufwand sollte man berücksichtigen, wenn beabsichtigt wird, einige Dutzend Kalender anzulegen.
  • Bei Kalendern, die gemeinsam mit anderen Benutzern verwaltet werden, sollte man zudem einen Punkt beachten: Wenn jemand einen Eintrag in einem gemeinsam genutzten Kalender tut, sollte er die Teilnehmer mit der integrierten Einladungsfunktion zu diesem Termin einladen. Tut man das nicht, erscheint ein so gespeicherter Termin einfach bei den anderen Teilnehmern in deren Kalender, sie werden aber in der Standardeinstellung von Google Calendar nicht informiert. Das ist vor allem für mobile Benutzer ein nicht zu unterschätzendes Problem, da sie aufgrund der Bildschirmgröße oft nicht die Wochen- oder Monatsübersicht ihres Gerätes nutzen und keinen weiten Terminüberblick haben.

Google Calendar mit dem iPhone synchronisieren

Kurz eingeleitet: Mit der Einrichtung von Google Calendar ist die größte Arbeit schon geleistet, denn das Einrichten der iPhone-Synchronisation ist einfach. Und das ist nicht zuletzt einer Ironie der Großkonzerne zu verdanken, denn damit das Apple iPhone mit Google Calendar funktioniert, braucht es eine Technologie namens ActiveSync und die müssen sowohl Apple, als auch Google bei Microsoft lizenzieren. So schließt sich der Kreis. :-)

Um die Synchronisation auf dem iPhone einzurichten, geht es auf dem Springboard in die “Einstellungen”-App. Dort dann in die Option “Mail, Kontakte, Kalender” und dann auf der nächsten Seite unter “Accounts” auf den Punkt “Account hinzufügen …”. Es erscheint folgende Auswahl an Synchronisationsmöglichkeiten:

Im obigen Bildschirm also nicht den Fehler machen, “Google Mail” auszuwählen (das synchronisiert nämlich tatsächlich eben nur Google Mail), sondern den ersten Punkt namens “Microsoft Exchange”. Das führt dann zum nächsten Bildschirm, in dem die Zugangsdaten einzugeben sind:

Die einzugebenden Felder im Klartext:

  • E-Mail: Die Mailadresse des Google Accounts
  • Server: m.google.com
  • Domain: (nichts eintragen)
  • Benutzername: Die Mailadresse des Google Accounts
  • Kennwort: Das Passwort des Google Accounts
  • Beschreibung: (frei wählbare Beschreibung)
  • SSL verwenden (erscheint erst später): aktivieren bzw. aktiviert lassen

Nach dem Eintragen der Daten wird rechts oben auf “Nächstes” geklickt (mein Screenshot enthält die Ansicht bereits eingetragener Zugangsdaten, deshalb steht dort “Fertig”) und das iPhone testet den Zugriff mit den hinterlegten Daten. Wenn die Zugangsdaten korrekt sein sollten, erscheint ein Bildschirm mit den Angaben darüber, was genau synchronisiert werden soll. Wir wollen den Kalender (dazu in einem nächsten Blog-Artikel) synchronisieren und aktivieren den Punkt, daraufhin wird sofort eine Warnung (Bild rechts) erscheinen:

Was will das iPhone hier? Die Meldung erscheint dann, wenn auf dem iPhone schon ein lokaler Kalender existiert und genau um den geht es hier – soll er behalten werden oder darf er gelöscht werden? Wird letzteres gedrückt, wird er sofort gelöscht und das ist dann ein Problem, wenn dieser lokale Kalender nicht mit einer externen Kalendersoftware synchronisiert wurde, denn passierte das nicht, ist der Kalender futsch. Hat man also einen bisher lokal auf dem iPhone gepflegten Kalender und möchte diesen nicht löschen, sollte er beibehalten werden.

Das iPhone trennt übrigens lokale und extern synchronisierte Kalender von Hause aus strikt und bietet keine Bordlösung an, solche Kalender miteinander zu migrieren. Es bleiben also im Zweifelsfall nur drei Wege zur Lösung:

  1. Den lokalen Kalender auf dem iPhone behalten und auf “Auf iPhone behalten” tippen. Eine halbherzige Lösung, denn der lokale Kalender wird nicht zu Google Calendar synchronisiert und verbleibt damit als Kalender auf dem iPhone.
  2. Wenn die lokalen Termine in Google Calendar übernommen werden sollen, hier abbrechen und zunächst zuschauen, über iTunes das iPhone mit einer externen Kalendersoftware zu synchronisieren, um die Termine zu exportieren und später manuell in Google Calendar zu importieren.
  3. Wenn alles klar ist und die eventuell vorhandenen lokalen Kalenderdaten bereits in Google Calendar sind, beherzt auf “Löschen” tippen und bestätigen, dann werden die lokal vorhandenen Termine gelöscht.

Wenn nun alles eingerichtet ist, erfolgt eine Synchronisation zwischen Google Calendar und der Kalenderanwendung des iPhone beim nächsten Start des Kalenders. Dies kann bei vielen zu synchronisierenden Terminen durchaus einen Moment dauern, ist aber dank ActiveSync-Technologie mobilfunkoptimiert, funktioniert also auch über Mobilfunk verhältnismäßig flott.

Weitere Kalender synchronisieren

Oben schon mal kurz eingeführtes Problem bei der Synchronisation zwischen dem Google Calendar und dem iPhone: Es wird nur der Hauptkalender synchronisiert. Wer in Google Calendar weitere Kalender führt und mehrere Kalender mit dem iPhone synchronisieren will, kommt mit ActiveSync nicht weiter und muss einen anderen Weg beschreiten, nämlich den mit CalDAV. Das habe ich hier beschrieben: Synchronisation mehrerer Kalender zwischen iPhone und Google Calendar.

Feintuning der Synchronisation

Zwei Dinge sollten wir noch feintunen: Spezielle Kalenderoptionen und eventuellen Push-Service. Die Kalenderoptionen finden sich auf dem iPhone in den Einstellungen wieder unter “Mail, Kontakte Kalender” und sehen folgendermaßen aus:

Auch hier kurz die Optionen im Klartext:

  • Einladungsmeldungen: Standardmäßig aktiviert, ermöglicht diese Funktion es, dass Einladungsmeldungen angezeigt und beantwortet werden können. Ist vor allem sinnvoll bei gemeinsam genutzten Kalendern, aber auch dann, wenn jemand eine Kalenderanfrage an den Google-Account mailt.
  • Sync: Hier wird angegeben, welche Ereignisse der Vergangenheit synchronisiert werden sollen. Die Option “unbegrenzt” ist in meinen Augen etwas übertrieben, wenn man sehr viele historische Termine hat, denn je mehr Termine das iPhone zu verwalten hat, desto langsamer wird die Kalenderanwendung leider auch. Sechs Monate in die Vergangenheit sind bei mir völlig in Ordnung.
  • Zeitzonen-Support: In meinem Fall eben “Berlin”. Zu beachten ist unbedingt, dass auch in den Einstellungen des Google Calendar unbedingt die gleiche Zeitzone eingestellt ist.

Zum Thema Push-Service, den man ebenfalls unter “Mail, Kontakte, Kalender” einstellen kann… meine Meinung ist da die: “Wer’s braucht, aktiviert’s.” Das Pushen von Kalendern und Kontakten funktioniert dank ActiveSync problemlos, kostet jedoch Akkustrom des iPhone. Und da sollte man eben bedenken, ob es das Wert ist. In meinem Fall ist es das nicht, denn so viele Änderungen gibt es in meinen Kalendern und Kontakten nicht, als dass ich ständig mein iPhone nachschauen lassen müsste, ob es etwas neues gibt. Der Push-Service ist deshalb bei mir ausgeschaltet. Hat man den Push-Service eingeschaltet (weil man beispielsweise einen Mailaccount per Push überwacht), kann man in den Push-Einstellungen den Push-Service für jeden Account einzeln steuern. Wird dort auf “Manuell” geschaltet, erfolgt keine Push-Synchronisation und eine manuelle Synchronisation nur dann, wenn die Kalender- bzw. Kontakte-Anwendung gestartet wird. Für meinen Fall völlig ausreichend.

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YouTube mit 4K-Wiedergabe.

9. Juli 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Okay, man kann die Leute, die verantwortlicherweise mit YouTube zu tun haben, durchaus mit elektronischen Easy Ridern vergleichen. Im Jahre 2005 gegründet (tatsächlich, YouTube gibt es erst seit fünf Jahren) haben alle noch weitläufig darüber staunen können, wie so ein Geschäftskonzept Früchte abwerfen soll – ein Dienst, auf den jeder Videos hochladen kann und der diese Videos dann zum Abspielen bereithält, kostenlos. Welcher halbwegs vernünftige Mensch will sowas finanzieren?

Eineinhalb Jahre später, der Suchmaschinengigant Google, selbst damals erst rund sieben Jahre alt, schob im Oktober 2006 für rund 1,31 Milliarden Euro Aktien aus dem eigenen Hause über den Tisch. Und man hörte noch lange nicht auf, YouTube als das ziemlich verrückteste Projekt im Internet zu etablieren.

Als letztes Jahr YouTube anfing, HD-Material zuzulassen, musste ich schon staunen, denn höhere Auflösungen bedeuten höhere Datenraten. Bei Google muss man sicherlich nicht um jedes Byte feilschen, aber dennoch war es bemerkenswert. Das höchste der Genüsse, das man heutzutage auf YouTube gestellt bekommt, ist 1080p-Material, also Videos mit einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel zu 25 beziehungsweise 30 Vollbildern. Damit braucht man im Download durchaus Bandbreiten im Megabit/Sekunde-Bereich. Wer allerdings einen FullHD-Bildschirm und einen hinreichend flotten PC hat, sieht das Ergebnis tatsächlich und es unterscheidet sich nicht mehr stark vom klassischen Fernsehen.

Nun hat YouTube heute einen weiten Meilenstein gesetzt und bietet doch tatsächlich auch 4K-Auflösung (4096p) an, also das Abspielen von Videomaterial mit der Auflösung von 4096 mal 3072 Pixel mit 24 Vollbildern. Das ist die Auflösung, die Filmproduktionen in der digitalen Produktion als Ersatz zum klassischen 35-mm-Film einsetzen. Mit Equipment, der sich in der Preisklasse von Neuwagen in der oberen Mittelklasse bewegt.

Rein aus heutiger Sicht heraus würde ich über diesen Coup einfach nur lachen. Andererseits kosten heutzutage einfache Camcorder, die in FullHD-Auflösung und erstaunlich guter Bild- und Audioqualität aufzeichnen, selten mehr als 500 Euro, während vor zehn Jahren noch ein analoges Videoaufzeichnungssystem namens “Hi8” als todschick galt, dass mit doch schon 400 Linien eine damals recht gute Bildqualität an den Tag legte.

Und auch über entsprechende Fernseher oder Beamer, die man dann natürlich sinnvollerweise auch haben sollte, will ich gar nicht groß lachen. Wann sie kommen und was sie kosten, sind die entscheidenden Fragen – dass sie kommen, darüber muss man nicht streiten.

Der heutige YouTube-Coup mag verrückt sein und für quasi alle YouTube-Benutzer völliger Overkill bedeuten. Nur die wenigsten Menschen werden eine dementsprechende Auflösung an ihrem PC fahren und überhaupt einen PC und eine Internet-Anbindung haben, die das alles einigermaßen ruckelfrei abspielen lässt. Aber geschichtsträchtig ist das allemal. Und eine weitere, deutliche Kampfansage an das klassische Fernsehen. Der Content mag heute noch scheiße sein – zumindest die Technik überholt gerade.

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Die ungebändigte Gesichtserkennung von Picasa.

28. April 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SicherheitsWelt

Nun ist eine automatische Gesichtserkennung weitgehend langweilig, wenn das Bildmaterial aus Familienfotos besteht. Wie Mami, Papi, Oma, Opa und Tantchen aussehen, dürfte für die restlichen Familienangehörigen weitgehend klar sein.

Wohingehend eine automatische Gesichtserkennung hochinteressant wird, ist bei Bildern, auf denen viele Menschen sind. Ich habe Picasa spaßeshalber auf die rund 3.000 Fotos losgelassen, die derzeit auf meiner Festplatte liegen.

Wichtiger Vorabhinweis für Freund und Feind: Ich teste die Gesichtserkennung von Picasa lokal auf meinem Rechner und werde weder die betreffenden Bildersammlungen, noch die durch Picasa erstellten Metadaten ins Internet hochladen oder weiter verarbeiten.

Um was geht es eigentlich?

Picasa ist eine kostenlose Bildverwaltungssoftware von Google. Was einst als einfach zu bedienende Software begann, ist in der Zwischenzeit ein ausgewachsenes Programm, mit dem man auch viele tausend Bilder in verschiedensten Bildformaten und selbst auch RAW-Formate von Kameras übersichtlich sortieren kann. Neben dem Sortieren gibt es auch Möglichkeiten, Bilder automatisch zu korrigieren und neben den üblichen Dingen wie Helligkeit oder Kontrast beispielsweise auch “rote Augen”. Damit das schon funktionieren kann, muss Picasa logischerweise menschliche Gesichter eben als menschliche Gesichter erkennen können.

Mit der Version 3.6 hat Picasa eine weitergehende automatische Gesichtserkennung implantiert bekommen, die erheblich mehr kann – nämlich das Erkennen von Gesichtern und das Gruppieren von offensichtlich gleichen Gesichtern in virtuelle Alben, die dann benannt werden können.

Wie funktioniert das?

Zunächst rattert Picasa, wenn man die automatische Gesichtserkennung starten möchte, los und braucht durchaus eine Weile: Bei 3.000 Fotos nudelte Picasa auf meiner 2-GHz-Dualcore-Maschine geschlagene 90 Minuten, immerhin sieht man die ersten Ergebnisse jedoch schon nach den ersten Bildern.

Diese Ergebnisse sehen zunächst recht unspektakulär aus (die Gesichter habe ich, bis auf meines, unkenntlich gemacht). Picasa zeigt in Vorschaubildern die Gesichter an, die es in Fotos erkennen konnte:

Unter den einzelnen Bildern gibt es jeweils eine Textbox, in die der Name des Menschen eingetragen werden kann, der auf dem Bild erscheint. Gibt es den Namen noch nicht, kann ein neuer Eintrag der Personenverwaltung von Picasa angelegt werden:

Und schon hier wartet eine erste Fußfalle, mit der man fotografierte Menschen schön durchsuchbar ins Internet setzen kann. Die kleine, versteckte Funktion auf der rechten Seite namens “Mit Kontakten und Webalben synchronisieren” ermöglicht es nämlich einem so markierten Personeneintrag, dass dieser beim Hochladen von Bildern offensichtlich in das Picasa-Webalbum des Benutzers mitwandern darf. Hat man also schön ein Bild mit einem Gesicht und dieses Gesicht brav mit Vorname und Name versehen, wandert beim Hochladen des Bildes ins Webalbum auch gleich die Personeninformation mit, wenn dies in den Optionen nicht deaktiviert wird.

Doch es geht noch besser.

Ich hatte beispielsweise ein Gesicht auf drei Bildern erfolgreich identifiziert. Also stand in der Personenübersicht auch der Name mit einer nachfolgenden Zahl “3″. Nun war in der Sammlung der unbenannten Bilder das Gesicht nochmal vertreten. Offensichtlich hatte es Picasa nicht automatisch erkennen können. Ich fügte dieses Bild manuell dem Personenalbum zu, der Zähler stieg aber nicht auf vier, sondern auf sechs. Tatsächlich hatte ich also das Gesicht auf einem Bild identifiziert, Picasa hatte aber offensichtlich dieses unbekannte Gesicht wiederum auf zwei weiteren Bildern erkannt.

Picasa arbeitet nämlich schon während des Sammelprozesses daran, Gesichter zu gruppieren, die aber nicht alle auf der Seite der unbenannten Gesichter gezeigt werden. Anders gesagt: Wird ein Gesicht mit Namen versehen, gilt das nicht nur für dieses eine Bild, sondern möglicherweise auf einen Schlag auch für eine Reihe von weiteren Bildern, auf denen Picasa das gleiche Gesicht erkannt hat. Hat man also beispielsweise schon einen Hans Mustermann identifiziert und den Personenkontakt angelegt und erscheint auf der Seite mit den unbenannten Fotos noch ein Foto dieses Herrn Mustermannes, das Picasa nicht automatisch erkennen konnte, dann kann man dort dieses Bild benennen und zum Personenkontakt hinzufügen, sieht aber nicht sofort, dass da vielleicht noch mehrere Bilder folgen, die Picasa mit dem fraglichen Bild gruppiert hat.

Wo ist jetzt das Problem?

Das Problem ist mehrschichtig.

  1. Die Gesichtserkennung ist erschreckend gut. Auf einigen Bildern einer Sportveranstaltung, auf denen ich die Tribüne mit im Bild hatte, hat Picasa gleich dutzendweise Gesichter erkannt und zur Erkennung vorgeschlagen. Da die Bilderkennung offensichtlich immer besser wird, je mehr Gesichter pro Person vorhanden ist, identifiziert Picasa bekannte Gesichter immer schneller und zuverlässiger im Bildbestand. Bei Bildern, die dann später möglicherweise über Webalben veröffentlicht werden, kann man richtig viele Personeninformationen veröffentlichen.
  2. Durch die weit gehende Gesichtserkennung, die in der Ansicht zur Identifizierung von nicht erkannten Personen unter Umständen eine Reihe von Bildern nicht anzeigt, auf denen das identifizierte, aber zumindest schon mit erkannten Gesichtern, die auf weiteren Fotos zu sehen sind, kann ein Benutzer eine Person auf einen Schlag auf einer Vielzahl von Bildern identifizieren, ohne diese im einzelnen zu sehen.
  3. Ein unerfahrener Benutzer, der in Picasa automatisch Gesichter erkennen lässt, kann problemlos andere Menschen auf seinen Fotos identifizieren und diese so erstellten Metadaten in sein öffentlich zugängliches Webalbum hochladen, ohne dass er sich dem wirklich bewusst ist, weil die Voreinstellungen dies grundsätzlich erlauben. Dass die identifizierten Personen davon logischerweise nichts mitbekommen, muss man nicht weiter erwähnen.
  4. Hochgeladene Bilder mit Personeninformationen sind, wenn das Webalbum öffentlich ist, entsprechend in den Webalben suchbar.

Wie kann ich meine Picasa-Installation bändigen?

Das geht, je nach Stärke des Holzhammers, auf verschiedene Weisen:

  • Die automatische Gesichtserkennung lässt sich zentral in den Picasa-Optionen (im Menü “Tools“) ausschalten, nämlich auf der Registerkarte “Namens-Tags“. Ist die Funktion deaktiviert, können Bilder nur noch manuell mit Personeninformationen versehen werden, Picasa selbst tut das dann nicht mehr automatisch.
  • Wer auf die Bilderkennung nicht verzichten will, aber zumindest sicherstellen möchte, dass Personeninformationen nicht in Webalben in die Öffentlichkeit getragen werden, kann, ebenfalls in den Picasa-Optionen, auf der Registerkarte “Webalben” den Haken bei “Namens-Tags: In Foto-Uploads einschließen” den Haken herausnehmen.

Ein Sicherheitsproblem?

Eher nicht. Eher ein Privacy-Thema, das dank zu lascher Voreinstellungen schnell zu peinlichen Ergebnissen führen kann. Man könnte daran arbeiten.

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Die Sommerloch-Rhetorik der Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

9. Januar 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in PolitikWelt

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist an sich eine bemerkenswerte Politikerin. Schon einmal Bundesjustizministerin einer schwarz-gelben Bundesregierung, ein honoriger Rücktritt im Jahre 1996 aufgrund des Großen Lauschangriffes, den die Regierung Kohl gegen die Haltung von Leutheusser-Schnarrenberger durchgedrückt hat und dann nach zwölf Jahren wieder Bundesjustizministerin.

Die nochmalige Nominierung als Bundesjustizministerin kann man bewerten, wie man möchte: Hat sie ihren Job damals so gut gemacht, dass die FDP über ihren Schatten gesprungen ist und die ungeschriebene Regel außer Kraft gesetzt hat, dass ein Politiker, der die Partei in einer Regierung einmal öffentlichkeitswirksam im Stich gelassen hat, normalerweise in die Verbannung geschickt wird? Oder hat sich, in einer verhältnismäßig kleinen Partei wie der FDP nicht ganz ungewöhnlich, einfach kein anderer gefunden, der den Job in der zweiten Regierungsreihe machen wollte? Wie auch immer.

Was für den Menschen die Atemluft ist, ist für den Politiker der zweiten Reihe ein “weiches Thema”. Weiche Themen in der Politik sind Themen, die zwar wichtig aussehen, von denen irgendwie jeder betroffen sein könnte, die keine staatliche Subventionierung benötigen und an deren Tatsachen ein einzelner Politiker der zweiten Reihe in Wirklichkeit nichts ändern will und letztendlich auch nicht kann. Das Geschimpfe auf die Bänker-Boni ist so ein Thema. Oder Forderungen nach Reformierung des Islam. Oder staatenübergreifende Regulierung des Internets. Oder eben der Hinweis auf die “Gigantomanie von Google”, wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger jetzt in die Notizblöcke von SPIEGEL-Redakteuren hineindichtete.

Auch wenn derzeit Winter ist – wir sind im journalistischen Periodenkalender derzeit in einem Sommerloch und da gelten die 10 Sommerloch-Gesetze. Der Januar ist aus journalistischer Sicht sowieso immer Sauren-Gurken-Zeit und da muss man eben auch mal Nachrichten selbst zimmern, wie beispielsweise meine Lieblingszeitung mit dem Thema, dass im neuen Adressbuch meiner Heimatstadt wieder eine Person namens “N. N.” auftaucht – ganz so, als ob es in keiner Stadtverwaltung dieses Planeten jemals zum Jahresende Positionen gibt, die zu diesem Zeitpunkt nicht besetzt sind. Banalitäten, die dann sogar mir zu peinlich sind, um sie zu bloggen.

Oder man bittet eben Politiker zum Gespräch, gerne eben Politiker der zweiten Reihe. Auftritt Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, aus dem SPIEGEL ONLINE vorab zitiert:

Der Suchmaschinenkonzern entwickle sich zu einem "Riesenmonopol, ähnlich wie Microsoft". Dienste wie Google Street View, für den komplette Straßenansichten abfotografiert werden, oder Google Earth, der Grundstücke in hoher Auflösung aus der Vogelperspektive zeigt, seien "rechtlich unbedingt prüfenswert".

Leutheusser-Schnarrenberger wörtlich im SPIEGEL-Gespräch: "Mich stört dieses Vorpreschen, diese Gigantomanie, die auch bei der Google-Buchsuche durchscheint." Für das Angebot scannt Google derzeit Millionen Bücher weltweit. Es sei nicht ihre erste Reaktion, "etwas zu verbieten, zu verhindern". Es gehe ihr aber darum, mehr Transparenz herzustellen und dafür zu sorgen, dass die Nutzer darüber aufgeklärt werden, was mit ihren Daten geschieht. "Da sehe ich eine Bringschuld bei den Unternehmen, da ist vieles noch sehr verbesserungswürdig", so Leutheusser-Schnarrenberger. Wenn das nicht bald geschehe, "sind wir womöglich als Gesetzgeber gefordert".

— aus “Bundesjustizministerin wirft Google Gigantomanie vor” in SPIEGEL ONLINE

Dumm, wenn man als Politiker poltert und proletet, dabei aber nicht weiß, was eigentlich derzeit Stand der Dinge ist. Aber schön, wenn man mit Ängsten der Unwissenden punkten und sich als Retter aufspielen kann. Aus der Sicht macht Sabine Leutheusser-Schnarrenberger einen recht guten Job, auch wenn das Rasseln mit staatlicher Reglementierung gegenüber der Wirtschaft ja eher nicht so ganz FDP-Linie ist. Der Job ist damit aber ungefährdet und das ist wichtig. Einen zweiten Rücktritt darf man schließlich kaum riskieren, man wird ja auch nicht jünger und die Pensionsansprüche sollte man schließlich auch irgendwann mal sichern.

Aber das interessiert in einer Woche, wenn die nächste Woche anbricht und der nächste SPIEGEL auf den Politikertischen liegt, dann auch wieder niemanden mehr. Leider. Man sollte Interviews mit Regierungsmitgliedern eigentlich immer aus dem SPIEGEL ausschneiden und in ein Prangerbuch einkleben.

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Die zwei Seiten von Google Public DNS.

6. Dezember 2009 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in DNS

Google startet einen eigenen, öffentlichen DNS-Dienst. Man hat es vielen Medien in ihren Artikeln darüber deutlich angemerkt, dass sie gern mehr aus dieser Story machen würden, aber es eigentlich nicht viel dazu zu sagen gibt, außer der Tatsache, dass Google eben einen eigenen, öffentlichen DNS-Dienst gestartet hat.

Grundsätzlich ist das, was Google hier im Rahmen eines Experiments macht, nichts anderes wie ein weiterer Anbieter eines Telefonbuches. DNS ist normalerweise ein Dienst, den der Zugangsprovider zur Verfügung stellt und der die Adressen seiner DNS-Server automatisch bei der Einwahl übermittelt, damit der Kunde diese nutzen kann. Das passiert alles, genauso wie die DNS-Auflösungsgeschichte, so fern und so automatisch im Hintergrund, dass davon keiner wirklich größere Notiz nimmt, obwohl ohne DNS das Internet nur noch eine Zahlenwüste wäre.

Google hat eine Infrastruktur, die vermutlich alles in den Schatten stellt, was alle anderen Internet-Beteiligte als eigene Infrastruktur im Internet in Betrieb halten. Googles Infrastruktur hat sich im Laufe der Jahre immer weiter weg vom inselartigen Hosting in Richtung einem spinnenartigen Hosting gewandelt: Serverfarmen sind weltweit verteilt und mit Google-eigenen Anbindungen verbunden und die Praxis von Google, relativ günstige Hardware einzusetzen, die dann ihre Inhalte exzessiv redundant halten, führt Google auf globaler Ebene durch. Dazu kommt dann die Politik, möglichst mit vielen Providern direkt zu peeren, also Direktanbindungen zwischen Google und dem jeweiligen Provider zu realisieren, um die Inhalte nicht nur schnell, sondern auch auf kürzestem Wege zum Benutzer zu bringen.

Nur so funktionieren so profan wirkende Dinge wie eine Suchmaschine, Google Mail, YouTube – Dienste, die sehr hohen Datenverkehr erzeugen und alles gleichzeitig passen muss. Es ist daher kaum verwunderlich, dass sich Google mit seiner gewaltigen Infrastruktur auch mal an ganz heiße Dinge wie das DNS wagt, um zu schauen, wie das alles denn unter Last funktioniert. So wie viele Millionen Menschen im Internet die “niederen” Dienst einsetzen, lässt sich nicht simulieren. Und sicherlich auch kein Geld verdienen, denn mit DNS verdient nur der Geld, der Domainnamen verkauft oder das DNS wissentlich manipuliert.

Die andere Seite der Medaille ist eine entlarvende: Online-Sperren auf Basis von DNS zu implementieren, ist Mumpelfurz, weil das Betreiben eines DNS-Servers kaum verboten oder technisch sinnvoll reglementiert werden kann. Machen es die Kleinen nicht mehr, macht es eben der Große. Und das ist dann die andere Seite von Googles DNS-Experimenten, denn es zeigt den vielen Ursulas und Wolfgangs in den Regierungen der Welt, wie schmallippig ihre bisherigen Bemühungen waren und wie schrecklich einfältig ihre bisherigen Lösungsansätze sind.

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Ist Microsoft eigentlich bescheuert?

23. November 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Das dachte ich als erstes, als ich die Geschichten las, dass Microsoft in Verhandlungen mit Rupert Murdoch stehen würde, um dessen Nachrichten zukünftig nicht mehr in Google zu haben, sondern in der hauseigenen Suchmaschine Bing. Hat Microsoft so einen Winkelzug heutzutage tatsächlich nötig? Ich kann es nach wie vor nicht glauben, dass man bei Microsoft tatsächlich so dumm sein kann.

Natürlich geht es bei so einem Deal um Geld. Viel Geld. Geld, von dem Rupert Murdoch tatsächlich nach wie vor glaubt, dass es von den bösen Menschen im Internet, die kein Geld zahlen wollen, geklaut wird und der Handlager dazu Google ist. So falsch ist diese Denkweise zumindest in Ansätzen nicht, allerdings hängt es nun eben nicht damit zusammen, dass Internet-Nutzer grundsätzlich Geizlinge sind, sondern eben damit, dass es keinen Sinn macht, eine Zeitung einfach in Bits und Bytes zu gießen und für die gleichen Inhalte ein Mehrfaches an Geld zu fordern, nur weil das eben auf dem Papier so wunderschön funktioniert.

Bing ist eigentlich keine so schlechte Suchmaschine und hat vor allem wieder mal einen großen Vorteil: Sie kommt voreingestellt in Windows und Internet Explorer daher, ist endlich mal eine schnelle Suchmaschine aus dem Hause Microsoft und hat – was auch neu ist für die Jungs und Mädels aus Redmond – endlich einen nicht ganz so verkniffenen Anspruch, mit aller Brachialgewalt die Weltherrschaft erreichen zu müssen und zwar möglichst noch nächste Woche, spätestens übernächste. Ich dachte eigentlich, dass Microsoft in den letzten Jahren begriffen hat, dass es in all den Märkten, in denen Microsoft vertreten ist, ohne Koexistenzen nun mal nicht geht und es der beste und nachhaltigste Weg ist, mit Technik, Ideenreichtum und Gelassenheit zu glänzen. Fast konnte man glauben, dass Microsoft den Weg finden würde in die Welt der offenen Formate und der echten Collaboration.

Und jetzt das? Microsoft will sich angeblich mit einem alten Mann einigen, der alte Ideologien huldigt, neue öffentlich verteufelt (aber nichtsdestotrotz massiv einsetzt) und immer noch nicht begriffen hat, dass Google nicht einfach nur eine Blase ist, sondern tatsächlich ein Unternehmen? Sorry, Redmond, glaubt ihr tatsächlich, dass das Heil im Konzepten des letzten Jahrhunderts zu finden ist? Okay, es kann uns ja egal sein, wohin Murdoch mit seinen kruden Gedanken letztendlich landet, aber habt ihr nicht schon genug mit euren früheren Medienkooperationen wie das unsägliche “MSNBC” oder das noch viel unsäglichere “ZDF.MSNBC” erlebt? Zusammengesetzte Wörter und Marken und in Deutschland haben die meisten Menschen bis heute nicht begriffen, was eigentlich “MSNBC” eigentlich ist beziehungsweise, geschweige denn, “MSN” oder “NBC”.

Vermutlich wird Geld fließen von Bing nach Murdoch, wenn es tatsächlich zu so einem Deal kommt. Es wird schlecht angelegtes Geld sein und dem gemeinen Internet-Nutzer nur die Frage aufwerfen lassen, wie langweilig es doch im letzten Jahrhundert war und wie bescheuert sich doch einige Unternehmen noch jetzt anstellen.

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