Home > Home > Geschichte

| Abonnieren via RSS

Eine sehr kurze Geschichte von WordPress.

28. Mai 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in BlogWelt

Und die ist wirklich sehr kurz und knackig, zumindest wenn Olaf Schmitz, einer der Heads von WordPress Deutschland, sie erzählt. Andererseits gibt es bei Software-Forks (eine Fork ist das englische Wort für “Gabel”), also Abspaltungen von Entwicklungslinien einer Software in getrennte Projekte, tatsächlich meist nicht viel zu erzählen, denn oft genug ist es schlicht die Unzufriedenheit über das Mutterprojekt, die die Motivation zu einem Fork und dem damit verbundenen Ärger liefert.

Dennoch hat sich damals, als Matt Mullenweg am 24. Januar 2003 laut über die Probleme des damaligen Mutterprojekts b2/cafelog sinnierte, vermutlich keiner so recht ausmalen können, dass diese Unzufriedenheit am Ende zu einem der beliebtesten Redaktionssysteme führen wird, die die Online-Welt gesehen hat.

Tags: ,

Star Trek in der Internet-Geschichte, Teil 1: Das Usenet.

25. Mai 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in HistoryWelt

Wenn man sich mit der Internet-Geschichte befasst, hat man immer zwei Dinge: Fakten und Mythen. Fakten sind nachprüfbare, historische Ereignisse, von denen es seit 1969, mit dem Beginn des Internet-Vorläufers ARPANet, eine ganze Menge hat. Das kann man notieren, visualisieren und archivieren, das ist letztendlich “greifbar”. Mythen wiederum sind das genaue Gegenteil: Sie sind kaum genau datierbar, entspringen oftmals einem Lebensgefühl und können kurz- und auch langlebig sein.

Ein solcher Mythos im Internet ist Star Trek. Mit diesem Mythos ist jetzt ausdrücklich nicht der Weg von den Filmen und Serien zum Konsumenten gemeint, sondern das Phänomen, wie Star Trek in der Netzgemeinschaft lebt. Denn gerade auf technisch versierte Menschen – heute nennen wir diese Leute “Geeks” – hat Star Trek schon immer eine ungeheure Faszination ausgeübt.

Diese kleine Artikelserie will Star Trek in der Internet-Geschichte beleuchten und beginnt zunächst mit der Mutter aller Diskussion im Internet: Dem Usenet.

Star Trek im Usenet

Die ersten nachweislichen Spuren von Star Trek finden sich 1981 im Usenet (siehe hierzu auch NetNews in netplanet). Dort wurde auf Betreiben von Roger Noe, einem Mitarbeiter des computerwissenschaftlichen Instituts der University of Illinois, die News-Gruppe net.startrek eingerichtet (im Jahre 1986 nach einer großen Umkategorisierung der News-Gruppen umbenannt in rec.arts.startrek, die als erste netzweite Diskussionsplattform nur für das Star-Trek-Universum fungierte. Star-Trek-Fans, die schon damals als Trekkies bezeichnet wurden, lebten zu dieser Zeit noch in der Phalanx der Original Series mit Kirk und Spock, hatten aber außerhalb des Fernsehens schon eine treue Fangemeinde mit Fanclubs und eigenen Magazinen geschaffen. Die aufkommende Vernetzung, allerdings noch weitgehend in universitären Umfeldern bot hier zaghafte Möglichkeiten zum Austausch.

Als wichtiger Meilenstein für die News-Gruppe net.startrek gilt eine Präsentation von Alice Green im Jahre 1984 vor Star-Trek-Fans, vermutlich im Rahmen einer Convention, also einem (echten) Fantreffen. Ab diesem Zeitpunkt steigt das Nachrichtenaufkommen der News-Gruppe deutlich an und entwickelt eine kuriose Kultur. Denn eine besondere Leidenschaft vieler Trekkies ist das Entwickeln und “Spielen” eigener Geschichten im Star-Trek-Universum als Rollenspiele, was in elektronischen Kommunikationsformen erstaunlich gut zu funktionieren scheint. Dementsprechend finden sich immer wieder Einladungen und Nachfragen zu entsprechenden Rollenspielnetzwerken, aber auch Hinweise auf Star-Trek-Conventions und Besprechungen zur Classic-Serie und zu den Filmen.

Im Frühjahr 1991, im amerikanischen Fernsehsender NBC wurde damals die höchst erfolgreiche vierte Staffel von Star Trek Next Generation gesendet, ergaben sich in rec.arts.startrek großflächige Diskussionen darüber, dass die Gruppe immer mehr mit Parodien, Skripten und Artwork überfrachtet wurde. Ein Proposal zur Einrichtung einer weiteren Gruppe namens rec.arts.startrek.creative wurde angestoßen, jedoch von der Community abgelehnt, unter anderem wegen Copyright-Bedenken. Während dieser Diskussionen wurde von einem offensichtlichen Diskussionsteilnehmer die News-Gruppe alt.startrek.creative in der “alt.*”-Hierarchie (in der praktisch jeder eine News-Gruppe ohne Diskussion einrichten kann) eingerichtet. Diese News-Gruppe führte jedoch nicht zum erhofften Effekt, so dass ein weiterer Anlauf zur Bildung einer neuen Gruppe gestartet und letztendlich erfolgreich durchgezogen werden konnte, so dass im Laufe des Jahres 1991 eine weitere News-Gruppe namens rec.arts.startrek.info eingerichtet wurde, die von Jim Griffith moderiert wurde – alle Veröffentlichungen mussten also von einer Person explizit freigegeben werden.

Im Januar 1992 erfolgte schließlich eine Aufspaltung der News-Gruppe rec.arts.startrek in vier Gruppen: rec.arts.startrek.tech (technische Themen), rec.arts.startrek.fandom (Fan-Themen), rec.arts.startrek.current (aktuelle Themen), rec.arts.startrek.misc (für andere Themen). Ein Jahr später kamen zwei weitere Gruppen namens rec.arts.startrek.reviews (moderierte Gruppe für Filmbesprechungen) und rec.arts.startrek.charakters (Themen über die Schauspieler) hinzu.

In anderen Hierarchien außerhalb der “Big 7″ und dem “alt.*”-Netzwerk fand Star Trek auch durchaus ein Zuhause. Besonders zu erwähnen sind hier nationale Hierarchien, die mehr oder weniger ähnliche Gruppenstrukturen hatten, die wie großen, internationalen Hierarchien. Auch hier gab es Star-Trek-Gruppen, wenn auch deutlich weniger. Diese Gruppen, in denen dann weitgehend in der jeweiligen Landessprache geschrieben wurde, erschlossen zumindest der Personengruppe ebenfalls die Star-Trek-Welt, die der englischen Sprache nicht mächtig waren.

Von offizieller Seite war im Usenet übrigens herzlich wenig zu finden. Die meisten Schauspieler und Mitarbeiter des Produktionsstabs hatten weder eine E-Mail-Adresse, geschweige denn einen Zugang zum Internet oder zum Usenet. Zwar gab es Interaktionen zwischen dem Produktionsstab und der Community (einige Folgen von Star Trek Next Generation basierten beispielsweise auf eingesandte Ideen von Trekkies), diese erfolgten jedoch fast ausschließlich über herkömmliche Kommunikationswege oder Conventions. Nach Aussagen von Insidern gab es zumindest einige Drehbuchautoren der neueren Serien, die sich online betätigten und einschlägige News-Gruppen mitlasen.

Man darf sich hierbei die Produktion der Star-Trek-Serien auch nicht als ständig fortlaufenden Prozess vorstellen, in dem ständig eingegriffen werden kann, sondern jede Folge stellt eine eigene, weitgehend unabhängige produzierte Folge dar. Zu Produktionsbeginn einer Serienstaffel stehen die Drehbücher und Arbeitstermine meist schon fest und während eine Folge mit Schauspielern abgedreht wird, ist eine vorher abgedrehte Folge schon in der Postproduktion, während für die nächste Folge schon die Vorarbeiten laufen, Kulissen erstellt werden etc. Es ergeben sich hier deshalb nur sehr wenige Interaktionsmöglichkeiten, die sich direkt auf laufende Produktionen auswirken.

Teil 2 geht auf Star Trek und Rollenspiele im Internet ein.

Tags: , , ,

Kleine Ankündigung: Star Trek in der Internet-Geschichte.

24. Mai 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in Interna

Eigentlich wollte ich nur einen kleinen Blog-Artikel darüber schreiben, wie Star Trek in der Geschichte des Internets ein eigenes Zuhause fand und eine eigene Subkultur bildete. Das vor allem aus dem Hintergrund heraus, um darzustellen, dass das Internet nicht einfach eine von Mediengiganten gestylte Web-Wüste ist, sondern dass es in vielen Fällen genau umgekehrt läuft. Es wäre auch schlicht albern, zu glauben, dass sich heutzutage Produzenten, die sich naturgemäß immer in einem viel zu kleinen Ideenuniversum befinden, nicht inspirativ im Fankreisen bewegen und schauen, was die innersten Fans so denken. Star Trek gehört da vielleicht zu den Serien mit der stärksten Fangemeinschaft, die auch den Rückkanal zu Produzenten und Darstellern pflegen.

Mit der kleinen Recherche ist es so, wie es eben mit anfänglich kleinen Recherchen ist: Ein Detail, dann noch ein Detail, noch eines, eine Verbindung und schon ist man mittendrin. Da Star Trek mit seiner “Hochtechnisierung” und seinem Zeithorizont in der Zukunft naturgemäß vor allem Technikbegeisterte, Kosmopoliten und Intellektuelle anspricht und zudem die neueren Serien von 1987 bis 2005 auch noch im Beginn des Internet-Zeitalters produziert wurden, ist das ein Faß ohne schnell sichtbaren Boden, allerdings extrem spannend.

Aus diesem Grund kommt hierzu nicht ein Blog-Artikel, sondern eine kleine Serie, die ich nächste Woche starten werde. Stay tuned.

Tags: , ,

40 Jahre RFC.

7. April 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in HistoryWelt

Es sei offen zugegeben, dass ich nicht darauf gekommen wäre, dass heute vor 40 Jahren das erste RFC im Internet (bzw. in dessen Vorläufer ARPANet) veröffentlicht wurde, wenn nicht der Heise-Newsticker darauf aufmerksam gemacht hätte. Das Datum habe ich tatsächlich hier in meinem Internet-Kalender stehen, allerdings mache selbst ich, der die Internet-Geschichte nun wirklich recht gut kennt, mir selten darüber Gedanken, dass das Ding, mit dem wir tagtäglich arbeiten und vielen Menschen als “Neue Medien” entgegentritt, schon 40 Jahre auf dem Buckel hat.

Ist aber nachweislich so, am 7. April 1969 wurde das erste RFC von Steve Crocker veröffentlicht, in der das Softwaredesign der Gerätschaften beschrieben wurde, die zwischen dem ARPANet und den eigentlich angeschlossenen Großrechnern die Kommunikation übernahm.

Die Idee hinter den RFC war einfach und phänomenal zugleich: Zum Erstellen der Beschreibung wurde nicht eine vielköpfige Kommission eingesetzt, die monatelang hinter verschlossenen Türen ein Ding zum Standard entwickelt, sondern bei der ganzen Entwicklung des ARPANet saßen Wissenschaftler und sonstige, teilweise recht merkwürdige Menschen und haben aus dem Nichts ein Netzwerk zusammengeschustert. Damit das ARPANet nämlich funktionieren konnte, mussten Großrechner verschiedenster Bauart miteinander kommunizieren, was von Hause aus gar nicht ging. Einheitliche, hersteller- oder gar modellübergreifende Netzwerkschnittstellen gab es nicht, weshalb zwischen den Großrechnern und dem ARPANet-Netzwerk ein eigenes Gerät zwischengeschaltet werden musste, die so genannten Interface Message Processors (IMP). Deren Entwicklung war in der Tat mehr als atemberaubend abenteuerlich, ebenso war es die Software, die diese Gerätschaften steuerte.

Und damit überhaupt noch jemand den Überblick wahren konnte, hat sich Steve Crocker Abends im Badezimmer an die Waschmaschine gesetzt, auf dem sein Terminal stand, und das RFC Nummer 1 geschrieben. Zunächst als “Request for Comments”, also als Diskussionspapier.

Und genau dabei ist es geblieben, die RFC-Dokumente sind so etwas wie die technischen Bauanleitungen des Internet, der Arbeitsweise, der Protokolle und der Netzwerknummern. Wer im Internet einen Standard etablieren möchte und zunächst seine Entwicklung zur Diskussion stellen muss, macht dies über einen RFC. Das Thema reicht er beim RFC-Editor ein, dieser genehmigt dies (was meist recht unbürokratisch läuft), vergibt eine RFC-Nummer und schon geht es los. Ist das RFC fertig, veröffentlicht es der RFC-Editor und darüber wird diskutiert. Und wenn alles gut läuft, sich Entwickler aus aller Welt in einschlägigen Mailinglisten darüber die Köpfe zerbrochen und auf Meetings alles in Frage gestellt haben, was nur geht, dann wird es vielleicht sogar ein Standard. Der dann eben auch per RFC veröffentlicht wird.

Die RFC-Dokumente stellen tatsächlich eine feste Säule der ARPANet-/Internet-Revolution dar, mit der die damalige Art und Weise, wie Standards definiert wurden, komplett andersherum gesattelt wurde. Die Unterscheidung zwischen Bellheads und Netheads, den “Telefonleuten” und “Internetleuten”, hat hier ihre Wurzeln. Wer diesen “Spirit” ansatzweise nachvollziehen kann, der hat damit angefangen, das Internet zu verstehen.

Tags: , , ,

Was Handys früher mal nicht konnten.

1. März 2009 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Letztens habe ich eine Ausrede für eine nicht gelesene SMS gehört, die weckte schlagartig Nostalgien: “Der SMS-Speicher in meinem Handy war voll.” Sowas gab es tatsächlich einmal und es lohnt durchaus, sich mal in die nostalgischen Zeiten zurückzudenken.

  • Die ersten GSM-Handys hatten gar keine SMS-Funktion, die SMS-Funktion kam erst später durch eine zweite GSM-Evolutionsstufe und wurde erst in den Jahren 1994/95 Schritt für Schritt in GSM-Netze eingeführt. SMS-Versenden war da sogar in den meisten Netzwerken noch kostenlos, so lange das alles offiziell in den Erprobungsphasen war.
  • Tatsächlich konnten die ersten SMS-fähigen Handys nur sehr wenig SMS speichern, 10 Stück waren dabei eine gängige Größe. Und die wurden, da man es den Herstellern relativ leicht machen wollte, auch noch auf der SIM-Karte abgespeichert. War der Speicher voll, gab es auch keine SMS, die wurden dann für maximal zwei Tage beim Mobilfunkprovider zwischengespeichert.
  • Frühere GSM-Telefone funktionierten nur in den so genannten D-Netzen, das waren früher einmal D1 (heute T-Mobile) und D2 (heute Vodafone). E-Plus war der erste Betreiber, der ein weiteres Frequenzband nutzen durfte, das dann kreativerweise E-Netz genannt wurde. Da E-Plus beim Start logischerweise kaum auf schon im Umlauf befindliche D-Netz-Telefone zurückgreifen konnte, gab es ein hübsches, türkisfarbene Telefon von Motorola dazu, das übrigens einer der ersten Mobiltelefone mit ausschließlichem Branding des Mobilfunkproviders war – netztechnisch funktionierte es nur in E-Netzen, der Gerätehersteller stand aber auch nicht auf dem Telefon selbst.
  • Es gab vereinzelte GSM-Telefone mit Anrufbeantworter. Damit ist nicht die Mailbox des Mobilfunkproviders gemeint, sondern tatsächlich ein eingebauter Anrufbeantworter im Telefon selbst. Einer dieser Telefone war das Hagenuk MT 2000.
  • Frühe GSM-Telefone hatten richtige Antennen. Die allerersten Telefone hatten richtig massive Antennen, fest verschraubt. Bei manchen Telefonen gab es eine Gummiantenne zum Hochklappen (Motorola), die richtig schicken und wichtigen Telefone hatten Stummelantennen, die man zum Telefonieren ausziehen musste. Das gehörte dann zum Ritual bei den schickeren Motorola-Telefonen (“Startac”), dass man beim Klingeln zuerst die Antenne herauszog und dann das Telefon aufklappte.
  • Mobiltelefone hatten bescheidene Akkulaufzeiten. Kam man zu Beginn noch mit richtigen Nickel-Cadmium-Akkus daher und hatten manche Telefone davon gleich fünf Zellen (die zusammen schwerer sind als die meisten heutigen Mobiltelefone) und einer Standby-Zeit von 8 bis 12 Stunden aus, so wurde das nach und nach besser. Das Siemens S4 warb anno 1995 damit, dass es immerhin schon phantastische 70 Stunden Standby bleiben konnte, dank der ersten Lithium-Ion-Akkus.
  • Seltsamerweise hat das mit dem portablen Telefonbuch früher besser funktioniert, als bei vielen Telefonen heute. Das liegt daran, dass es nicht wenige GSM-Telefone gab, die schlicht kein geräteeigenes Telefonbuch hatten und die Telefonnummern ebenfalls auf die SIM-Karte speicherten. Das war allerdings auch nur so lange praktisch, so lange eine SIM-Karte nicht kaputtging.

Hat jemand noch weitere alte Geschichten zu Mobiltelefonen? Wir sollten das für die Nachwelt festhalten. :-)

Tags: ,