Windows-Rechner im Energiesparmodus aufwecken.

“Wake on LAN” ist eine wunderbare Technik, um damit einen Rechner ferngesteuert hochzufahren. Beispielsweise sitze ich im Büro, habe eine netzwerktechnische Merkwürdigkeit in unserem Netz, die ich gern einmal “von außen” analysieren möchte. Also ein VPN aufgebaut zu meiner Fritzbox (7270) nach Hause, in die Fritzbox-Konfiguration hinein, in der LAN-Übersicht meinen PC ausgesucht und auf den Button “Computer einschalten” gedrückt. Die Fritzbox sendet dann an meinen ausgeschalteten PC eine Reihe von Wake-on-LAN-Datagramme, die die Netzwerkkarte des PC, die permanent für einige wenige Watt “mithört”, empfängt. Das BIOS meines PC registriert dann den Aufweckwunsch und fährt den PC normal hoch. Über das VPN kann ich mir dann bequem per Remote Desktop den Desktop ins Büro holen.

Das funktioniert zuverlässig auch dann, wenn der PC im Ruhezustand (Hibernation) ist, nicht aber, wenn er im Energiesparmodus schlummert. Und das hat auch einen einfachen Grund: Im Energiesparmodus ist der PC nicht wirklich ausgeschaltet und damit ist auch das BIOS nicht mehr im Spiel. “Wake on LAN” funktioniert also nicht, weil nicht das BIOS auf der Netzwerkschnittstelle hört, sondern das Betriebssystem. Schickt man also einen Rechner ferngesteuert nach dem Einsatz nicht in den finalen Schlaf oder in den Ruhezustand, sondern in den Energiesparmodus, dann bringt man ihn unter Umständen in eine Sackgasse, aus dem er nur direkt an der Konsole wieder erweckt werden kann.

Um den PC auch im Energiesparmodus ferngesteuert wieder hochfahren zu können, ist also eine Einstellung im Betriebssystem gefragt. Und die bringt, wie alle anderen Betriebssysteme auch, die Energieeinstellungen der Netzwerkkarte mit – wenn die Netzwerkkarte das unterstützt, was aber alle moderneren Karten und direkt auf Mainboards verbauten Module tun. Unter Windows also ab in den Gerätemanager (Rechte Maustaste auf “Computer”, dort auf “Eigenschaften”, dann links auf “Geräte-Manager”).

Im Geräte-Manager gibt es dann unter “Netzwerkadapter” alle im System verfügbaren Netzwerkkarten, bei den meisten Rechnern wird das eine einzige sein. Ein Doppelklick darauf und schon erscheinen die Eigenschaften ebendieser. Auf der Registerkarte “Energieverwaltung” gibt es dann die gewünschten Optionen:

Die erste Option ist für uns uninteressant und kann angehakt bleiben, denn wenn jemand ferngesteuert auf dem PC ist, ist tatsächlich auch die Netzwerkkarte in Betrieb und der PC wird diese nicht ausschalten. Die zweite Option ist standardmäßig nicht aktiviert, die wollen wir aber nun aktivieren, denn das ist genau die gesuchte Funktion. Mit dieser Einstellung wird PC dann tatsächlich aus dem Energiesparmodus wieder starten, wenn auf der Netzwerkschnittstelle Pakete empfangen werden.

Damit das nicht bei jedem empfangenen Paket passiert, sollte unbedingt auch noch die dritte Funktion aktiviert werden, damit nur “Verwaltungsstationen” den PC starten können. Die Fritzbox beherrscht das.

Alles im OK bestätigen und fertig.

VPN mit der AVM Fritzbox 7270.

[Update] Es ist mir erst bei näherer Evaluation aufgefallen, dass der Shrewsoft VPN-Client den Pre-Shared-Key (PSK), also das VPN-Zugangspasswort, in die Registry schreibt und dann auch noch in Klartext. Das ist leider ganz mies und eigentlich nur erträglich, wenn man die gesamte Festplatte des betreffenden Rechners verschlüsselt, also beispielsweise mit Truecrypt oder dem Windows Bitlocker (bei Business- oder Ultimate-Versionen von Vista und Windows 7). In allen anderen Szenarien: Finger weg, zumindest derzeit. Ich habe dem Programmierer des VPN-Clients mal in die Mailingliste geschrieben.

Seit genau neun Monaten mache ich nun schon mit der Fritzbox herum, endlich einmal ein VPN zu bewerkstelligen, so dass ich von “draußen” mit meinem Notebook und einem vernünftigen IPSec-abgesicherten VPN-Tunnel in mein Netz zu Hause zugreifen kann. Während ich an sich alle notwendigen Zutaten hatte, scheiterte es daran, dass die Dokumentation der VPN-Funktionalität leider nicht sehr gut und ich jedes Mal nach mehreren Stunden schlicht aufgegeben habe. Jetzt aber tut es, hier eine Anleitung:

  1. Der wichtigste Punkt ist die Klärung, wie die Fritzbox aus dem Internet erreicht werden kann. Ist man bei einem besseren DSL-Anbieter, gibt es eine feste IP-Adresse, bei den Discountern gibt es IP-Adressen mitunter nur dynamisch zugewiesen. Hier muss man sich mit einem Dyn-DNS-Dienst wie beispielsweise “dyndns.org” behelfen. In aktuellen Firmware-Versionen unterstützt die Fritzbox Dyn-DNS-Dienste aktiv, die Einstellungen finden sich unter “Einstellungen”, dort unter “Internet”, “Freigaben” und der Registerkarte “Dynamic DNS”. Wer also von seinem DSL-Anbieter nur eine dynamische IP-Adresse bekommt, kümmert sich erst einmal um dieses Thema.
  2. Nun die Firmware der Fritzbox aktualisieren, falls noch nicht aktuell. VPN-Funktionalität gibt es für die Fritzboxen 7270, 7170, 7240, 3270, 2170 und höchstwahrscheinlich auch in zukünftigen Fritzboxen. Die aktuellen Firmware-Version gibt es entweder durch das Servicemenü der eigenen Fritzbox oder auch über das AVM-VPN-Portal.
  3. Als nächstes muss ein VPN-Zugangsprofil eingerichtet werden. Das kann man leider nicht direkt über die Fritzbox eingeben, sondern braucht dazu ein Programm namens “FRITZ!Fernzugang einrichten”. Das Windows-Programm herunterladen, installieren und ausführen. Mit diesem Programm werden dann einige Netzwerkparameter abgefragt, die angegeben werden müssen. Darunter unter anderem das verwendete IP-Adressnetz im LAN und die IP-Adresse bzw. den Hostnamen (bzw. auch den DNS-Namen über einen Dyn-DNS-Dienst).
  4. Das Programm aus dem obigen Punkt erzeugt zwei Dateien, die man abspeichern sollte. Die Datei, die mit “fritzbox” beginnt, enthält die VPN-Einstellungen, die nun in die Fritzbox importiert werden müssen. Dazu in das Servicemenü der Fritzbox einloggen und im Startmenü auf “Fernzugang (VPN) klicken. Dort lässt sich nun das Profil auf dem lokalen Rechner auswählen und importieren. Ist der Import erfolgreich gewesen, erscheint das Profil unter “VPN-Verbindungen”.
  5. Nun kümmern wir uns um den VPN-Client. Hat man ein 32-Bit-Windows, kann man getrost den AVM-eigenen VPN-Client nutzen, der vor allem die hübsche Annehmlichkeit mitbringt, dass der sehr einfach mit der anderen Datei konfiguriert werden kann, der unter Punkt 3/4 eingerichtet wurde. Also den Client installieren, Konfigurationsdatei importieren und loslegen. Sie haben ein 64-Bit-Windows? Nächster Punkt…
  6. Dummerweise gibt es den AVM-eigenen VPN-Client nicht für 64-Bit-Windows-Versionen. Die 32-Bit-Version lässt sich nicht installieren und eine Anfrage an den AVM-Support kann man sich in der Sache auch sparen. Netterweise gibt es aber im Dickicht der vielen IPSec-Clients, die teilweise richtig viel Geld kosten, eine lohnenswerte Ausnahme: der Shrewsoft VPN Client. Den bekommt man auf der Shrewsoft-Download-Seite. Ich habe übrigens den letzten Release Candidate der zukünftigen Version 2.1.5 genommen, der ist schon hinreichend stabil.
  7. Wer den Shrewsoft VPN-Client installiert hat, braucht jetzt nur noch eine Anleitung und die findet sich freundlicherweise auch auf dem AVM-VPN-Portal, hübsch mit Screenshots bebildert: Shrew Soft VPN Connect zur Fritzbox
  8. Ergebnis: Funktioniert. Auf Anhieb.

Telefonbuch-Export aus der Fritzbox, sehr leicht gemacht.

AVM hat zugehört, verstanden, gehandelt und das etwas leidige Problem mit dem Export des Telefonbuches aus der Fritzbox deutlich vereinfach und meines erachtens final gelöst – es gibt nämlich in den aktuellen Labor-Firmwares zur zukünftigen Version 54.04.74 (Fritzbox 7270) eine Funktion direkt unterhalb des Fritzbox-Telefonbuches in Form von mehreren Buttons, mit denen ein Telefonbuch gesichert und wiederhergestellt werden kann.

Desweiteren gibt es in den Labor-Firmwares auch die Möglichkeit zur Anlage von mehreren Telefonbüchern, die dann auch auf den Mobilteilen gesondert ausgewählt werden können.

Wie immer gilt bei Hinweisen auf Beta-Versionen von Soft- und Firmware: Nicht auf Produktivsystemen einsetzen, wenn man nicht das Basteln gewohnt ist und nicht riskieren möchte, evt. auch wieder eine frühere Firmware-Version einzuspielen. Und vor dem Einspielen einer Labor-Firmware auf jeden Fall erst einmal die Fritzbox auf die aktuelle, freigegebene Firmware-Version aktualisieren, die Konfiguration abspeichern und dann erst die Labor-Firmware einspielen. Wenn nämlich alles schiefgeht, kann man wieder die letzte, freigegebene Firmware-Version einspielen und hat dann auch gleich die Konfiguration parat. Ja, ich sage das hier aus eigener Erfahrung.

Wer sicher gehen möchte, wartet auf die finale Version 54.04.74, die dürfte in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Telefonbuch aus der Fritzbox exportieren, Teil 2.

Wieder so ein Ding mit schlecht dokumentierter AVM-Software, die eigentlich etwas sehr tolles und notwendiges kann: Nämlich den einfachen Im- und Export des Telefonbuches in der Fritzbox. Das kann bekanntlicherweise die Fritzbox nicht selbst (beispielsweise in Form eines Download-Buttons in der Web-Oberfläche oder ähnlichem), so dass ich vor einiger Zeit eine Anleitung zum manuellen Im- und Export beschrieben habe, der allerdings doch recht umständlich ist.

Der Fritz!Box Monitor kann dies und der ist sogar unter Windows Vista x64 installierbar. Der nimmt intern zur Fritzbox Verbindung auf und bietet neben einigen Monitorfunktionen eben auch den Im- und Export des Telefonbuches an, synchronisiert auf Wunsch auch mit Outlook, bietet aber auch das direkte Editieren der Telefonbucheinträge über die eigene Client-Oberfläche an. Die Software ist, AVM-typisch für Zusatzsoftware, ohne jegliche Supportunterstützung, die dürfte allerdings auch weitgehend nicht notwendig sein, da die Software nach der Installation auf Anhieb funktioniert.

Damit ist die Fritzbox nun für meine Zwecke kugelrund und derzeit makellos. So stelle ich mir einen SoHo-Router vor, auch wenn man bei der Dokumentation der Zusatzsoftware ruhig einmal etwas mutiger sein könnte.

Fritz!Box Monitor für Windows XP und Vista auf dem AVM-FTP-Server

Faxen mit Fritz!Fax unter Windows Vista x64.

AVM hat mit seinen Software-Erweiterungen zu ihrer Fritzbox-Reihe bisher die 64-bittigen Windows-Betriebssysteme großzügig ausgeklammert. Während Windows XP x64 tatsächlich eher selten anzutreffen ist (und von Microsoft von Anfang an eher experimentiell angesehen wurde), ist Windows Vista x64 durchaus weit verbreitet, da es im Gegensatz zu XP x64 eine deutlich bessere Kompatibilität zu 32-Bit-Anwendungen bietet.

AVM interessierte das jedoch lange Zeit nicht. Fritz!Fax, das Softwarepaket, das im Betriebssystem einen virtuellen Drucker installiert und darüber das Faxen über die Fritzbox ermöglicht, funktionierte lange Zeit nur mit 32-Bit-Versionen von Windows Vista. Das hat AVM nun aber mit einer neuen Version von Fritz!Fax vom 23. Januar 2009 geändert, nun läßt sich Fritz!Fax auch unter 64-Bit-Versionen von Windows XP und Vista installieren und funktioniert prächtig.

Warum AVM darüber wieder relativ wenig (nämlich gar nichts) verbal auf dem Portal zur Fritzbox 7270 verliert, ist ein Rätsel, denn die Fax-Funktionalitäten sind im Zusammenspiel mit der eingebauten ISDN-DECT-Telefonanlage ein richtiger Mehrwert.

Fritz!Fax auf dem AVM-FTP-Server zum kostenlosen Herunterladen

Laborieren mit der Fritzbox-Software.

Eigentlich eine hübsche Sache, die AVM da mit den so genannten Labor-Firmwares anbietet. Dabei handelt es sich um Firmware-Versionen für Fritzboxen, die sich noch im Beta-Stadium befindet und teilweise richtig gute Erneuerungen mit sich bringen. Für gewöhnlich gibt es alle paar Tage Updates dieser Labor-Firmwares, so dass man auch sehr schön sehen kann, wie bei AVM neue Features „wachsen“.

Leider geht AVM bei diesen Entwicklungsarbeiten mehrgleisig vor, so dass man etwas aufpassen muss, welche Version der Labor-Firmware man sich da einspielt. Denn AVM entwickelt mehrgleisig. Machen wir das mal am Beispiel der Fritzbox 7270 fest:

Die derzeitige, offizielle Firmware-Version der Fritzbox 7270 ist lautet 54.04.70. Derzeit (Stand: 3. März 2009) gibt es als Labor-Firmware zwei Firmware-Versionen, nämlich die Version 54.04.94 mit dem Entwicklungsschwerpunkt IPv6-Unterstützung und die Version 54.04.98 mit dem Entwicklungsschwerpunkt der Verbesserung des WLAN-Monitors.

Eingespielt sind die Labor-Firmwares schnell, die bestehenden Konfigurationen werden nahtlos übernommen. Das Problem ist jedoch, dass der Rückwärtsweg umso steiniger ist. Zwar lassen sich alte Firmware-Versionen einspielen, jedoch können Konfigurationsdateien, die aus neueren Firmware-Versionen stammen, nicht in Fritzboxen mit früherer Firmware-Version eingespielt werden.

Das wäre ja jetzt auch nur ein kleines Problem, allerdings erlaubt sich AVM irgendwann den Spaß, dass sie mehrere Entwicklungszweige wieder vereinigen und dann nicht, wie man eigentlich erwarten könnte, nicht einfach die Versionsnummer eines bestehenden Zweiges genommen wird, sondern eine neue, die höher ist, als die aller vereinigten Entwicklungszweige.

So kann es nämlich passieren, dass wenn man nun die Labor-Firmware 54.04.98 installiert und AVM irgendwann diesen Entwicklungszweig mit der Version 54.04.94 vereinigt und dann die Versionsnummer 54.04.94 weiterführt, man danach die Fritzbox neu konfigurieren darf, weil die Konfigurationsdatei aus einer höheren Version stammt.

Telefonbuch aus der Fritzbox exportieren.

Wer die Fritzbox zum Telefonieren verwendet, hat sicherlich auch schon dem Komfort des zentralen Telefonbuches entdeckt, das man in der Fritzbox anlegen und verwalten kann. Gerade mit der Fritzbox 7270 und mehreren DECT-Mobilteilen ist das eine wirklich angenehme Sache, da alle Mobilteile so auf das gleiche, zentrale Telefonbuch zugreifen können.

Ein Wermutstropfen des Telefonbuches ist, dass man es nicht ohne weiteres exportieren und in eine andere Fritzbox importieren kann. Will man das Telefonbuch in eine andere Box übernehmen, funktioniert das nur, wenn man die gesamte Konfiguration abspeichert und übernimmt und auch das funktioniert nur, wenn die andere Fritzbox exakt die gleiche Firmware an Bord hat, als die Fritzbox, aus der die Konfiguration kommt. Noch auswegloser wird es, wenn die andere Fritzbox aus einer anderen Modellreihe kommt, denn auch da lässt sich die Konfigurationsdatei einer anderen Box nicht importieren. Also hilft nur das Extrahieren der Telefonbuchdaten aus einer Konfigurationsdatei und das ist leider nicht ganz so einfach.

Zuerst brauchen wir einmal so eine Konfigurationsdatei. Die lässt sich (in der Fritzbox 7270) in den Erweiterten Einstellungen, dort unter System und dort dann unter Einstellungen sichern erzeugen und auf den lokalen Computer abspeichern. Ergebnis ist eine Textdatei mit der Dateiendung „.export“, die die Konfiguration der Fritzbox enthält, teilweise in Klartext, teilweise verschlüsselt (beispielsweise Benutzerdaten) und teilweise komplett codierte Bereiche. Darunter auch das Telefonbuch, das sich weiter unten in der Konfigurationsdatei in einem Block befindet, der folgendermaßen gekapselt ist:

**** BINFILE:phonebook
3C3F786D6C0 [..] 3C736572766963
**** END OF FILE ****

Professionelle Codeschnupfer erkennen zwischen den Zeilen „BINFILE“ und „END OF FILE“ Zeichenfolgen, die darauf schließen lassen, dass hier etwas hexadezimal codiert wurde und man ja spasseshalber diese Inhalte einmal in binäre Schreibweise konvertieren könnte. Dazu gibt es genügend Software, aber auch Dienste im Web, beispielsweise einen Universalübersetzer von Paul Schou. Man nehme also den Inhalt aus dem „BINFILE:phonebook“ der Konfigurationsdatei, lasse die Zeilen „BINFILE“ und „END OF FILE“ weg, kopiere das Substrat in den obigen Universalübersetzer in die vierte Textbox namens „HEX“ (oberste Reihe ganz rechts) und klicke auf den darunter liegenden Button namens „DECODE“. Nach wenigen Sekunden erscheint dann in der linken Box namens „TEXT“ der decodierte Inhalt. Und Bingo, der decodierte Inhalt ist lesbar und nichts anderes wie in hexadezimale Schreibweise übersetzter XML-Code. Dieser XML-Code ist sogar vollständig, fast korrekt (dazu kommen wir gleich), allerdings nicht hübsch formatiert, so dass die XML-Verschachtelung nicht sichtbar ist. Das machen wir im nächsten Schritt, wenn einem diese Ansicht zum Abschreiben nicht genügt. Denn darauf läuft es leider hinaus, es gibt keine eingebaute Importfunktion für das Telefonbuch.

Wer also den XML-Code übersichtlich verschachtelt haben möchte, kopiert deshalb einfach aus dem Fenster den Code erst einmal heraus, diesen in eine Textdatei und speichert das dann ab. Diese Textdatei benennt man dann sinnvollerweise mit der Dateiendung „.xml“, um es dem nächsten Schritt leichter zu machen. Da nämlich der XML-Code einen syntaktischen Fehler und zudem am Ende des Telefonbuches noch ein Teil hat, der eigentlich gar nicht zum Telefonbuch gehört, wird es nun etwas schmutzig. Zwei Dinge sind zu tun:

  1. In der ersten Zeile erscheint folgender Text:
    <?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1">
    Diese XML-Einführungszeile ist falsch und muss folgendermaßen aussehen. Man beachte das neu hinzugekommene Fragezeichen als vorletztes Zeichen:
    <?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1"?>
  2. Im Text nach folgender Zeichenfolge suchen:
    <phonebook owner="255">
    Der Inhalt, der nach dieser Zeichenfolge folgt, sind Telefonbucheinträge von internen Geräten, beispielsweise der Anrufbeantworter oder angemeldeten Mobilteile. Da diese Einträge nicht erforderlich sind und zudem auch noch falsch verschachtelt, einfach alles ab der obigen Zeichenfolge bis zum Ende der Datei löschen, inklusive der obigen Zeichenfolge.

Nun dürfte der XML-Code korrekt sein, bitte abspeichern. Am ehesten sehen wir das, wenn wir nun einen echten XML-Editor mit Syntax-Überprüfung einsetzen. Unter Windows gibt es den kostenlos herunterladbaren Microsoft XML-Editor, der dies kann, grundsätzlich tut es aber jeder andere XML-Editor auch. Also den XML-Editor der Wahl öffnen und die XML-Datei öffnen. Ist der XML-Code korrekt, gibt es hier keine Fehler und nun können hier, wenn der Editor einigermaßen brauchbar ist, die Einträge bequem angezeigt werden:

Fritzbox-Telefonbuch im XML-Editor

Mit Drag’n’Drop kann man nun die einzelnen Inhalte in die neue Fritzbox und in deren Telefonbuch übernehmen. Richtig schön ist das alles nicht, aber immerhin kommt man so zumindest an das alte Telefonbuch heran. Vielleicht mag ja AVM auch mal meine Verbesserungsvorschläge lesen und zu Herzen nehmen, die eine bequemere Ex- und Importfunktion als Wunsch beinhalten.

DECT-Verschlüsselung nun an oder aus?

Das ganze, jämmerliche Drama um viele DECT-Telefone, die nur auf dem Papier Gespräche verschlüsseln und teilweise noch nicht mal die DECT-eigene Verschlüsselung implementiert haben, zeigt wunderschön, wohin proprietäre Technik führt. Das DECT-Forum gibt Informationen über die eingesetzte Verschlüsselung nicht heraus, weil sie mit dem Argument kontert, dass das die Sicherheit von DECT gefährden würde, was aus kryptologischer Sicht schon mal völliger Nonsens ist, da moderne Verschlüsselungsverfahren zwischen Algorithmus und Schlüssel trennen und man beides braucht, um ein Kryptogramm zu entschlüsseln. Und zum anderen gibt es keine Qualitätskontrolle innerhalb des Forums, so dass im Prinzip jeder Hersteller, der im DECT Forum organisiert ist, mit dem Standard tun und lassen kann, was er möchte, Hauptsache, der Schein bleibt gewahrt und das Endgerät ist mit anderen kompatibel, wenn dann im Zweifelsfall auch nur auf den niedrigsten gemeinsamen Nennern.

Willkommen in der Welt von Absurdistan und eigentlich sollte man nun DECT-Telefone auf eine Erdumlaufbahn schießen. Andererseits ist die Technik millionenfach im Einsatz und ganz so billig ist die ganze Hardware ja sicherlich auch nicht gewesen. Deshalb: Evaluieren und wenigstens zuschauen, dass die Gerätschaften verschlüsseln.

Nur: Wie erkennen? Wie es sich für Bellheads gehört, hat sich kaum jemand aus dieser Personengruppe je darum geschert, es dem normalen Anwender auf einfache Weise zu ermöglichen, zu überprüfen, ob Gespräche denn nun gerade verschlüsselt werden oder nicht. Das versteht der gemeine Endkunde sowieso nicht, das hat er damit auch nicht zu wissen und deshalb gibt es meines Wissens nach keine klassische DECT-Anlage, die eine aktivierte Verschlüsselung anzeigt. Und wie die ZDF-Sendung Frontal 21 dann auch feststellen musste, stellen sich die meisten Hersteller von DECT-Gerätschaften bei direkten Anfragen auch einfach mal stumm.

AVM macht es auch hier wieder vor. In der Fritzbox 7270 ist bekanntlicherweise eine DECT-Basisstation integriert und deren Interaktion mit angemeldeten Mobilteilen lässt sich über einen DECT-Monitor beobachten. Auf welcher Frequenz und auf welchem Zeitschlitz eine angemeldete Basisstation sendet, ist da eher weniger interessant als die Angabe, ob für eine bestehende Verbindung aktuell Verschlüsselung aktiv ist oder nicht, was zumindest einen Rückschluss darauf geben kann, ob das Mobilteil überhaupt verschlüsseln kann. Meine Siemens-Mobilteile können das offensichtlich mit der Fritzbox 7270.

Allerdings ist das eben auch nur die eine Hälfte: Um nachzuprüfen, ob die Siemens-Mobilteile auch mit der Siemens-Basisstation verschlüsseln, ist ein Scanner und ein Stück Software zum Decodieren der DECT-Übertragung notwendig und gänzlich erschwert wird das alles durch den Umstand, dass die Verschlüsselung zwischen Mobilteil und Basisstation fallweise erfolgt, also bei jedem Verbindungsaufbau aufs Neue.

Alles nicht wirklich hübsch. Es bleibt abzuwarten, wie die plötzliche, negative Publicity und die immer stärkere, technische Aufklärung mit der damit verbundenen Sensibilität gegenüber Verschlüsselung (und vor allem schlechter oder fehlender Verschlüsselung) dem DECT-Standard und letztendlich auch den Bellheads auf Dauer bekommt.

DECT mit der AVM Fritzbox 7270.

Meine bestellte Fritzbox 7270 ist heute tatsächlich noch pünktlich zu Weihnachten gekommen, so dass ich gleich mal etwas zum Spielen hatte, bevor ich vor lauter Langeweile noch den Weihnachtsbaum zersäge. Von der Fritzbox 7270 als Telefonanlagenersatz habe ich schon vor einigen Tagen fabuliert und mir deshalb eine bestellt, weil ich mit meinem derzeitigen ISDN-Telefon mit drei Mobilteilen von Siemens zwar nicht gänzlich unzufrieden bin, es dennoch sicherlich besser ginge. Und da ich mit der Fritzbox 7170 durchweg nur gute Erfahrungen mache, fällt der Test des großen Bruders nicht sehr schwer.

Vom Prinzip her ist der Funktionsumfang der 7270 der 7170 gleichwertig, mit zwei großen Unterschieden: Die 7270 hat eine Unterstützung für den WLAN-Standard 802.11n (als Draft) und ist eben eine DECT-Telefonanlage mit der Möglichkeit, DECT-Mobilteile anzusteuern. Rein äußerlich zeigt sich die 7270 in einem etwas größeren Gehäuse und mit drei kleinen Stummelantennen. Zusätzlich befinden sich an der Seite zwei TAE-Anschlüsse für zwei anschließbare Telefone. Ebenso ist die Konfiguration und Bedienung der Fritzbox 7270 weitgehend identisch mit der von der 7170 – eben mit der Ausnahme, dass in den WLAN-Einstellungen 802.11n aktiviert werden kann und es einen gänzlich neuen Menüpunkt zu DECT gibt.

Die Anmeldung von DECT-Mobilteilen gestaltet sich ebenso einfach, wie bei herkömmlichen Telefonanlagen: Mobilteil auf Anmeldung an eine Basisstation stellen, an der Fritzbox entweder den DECT-Knopf an der Gehäuseoberseite oder im DECT-Menüpunkt die Anmeldung eines Mobilteiles forcieren und schon geht es los. Die voreingestellte PIN ist, wie üblich, die „0000“, läßt sich aber auch auf eine eigene Zahl abändern. Ist die Anmeldung erfolgreich gewesen, lässt sich an der Box schließlich noch einstellen, bei welcher MSN das Mobilteil klingeln soll und fertig, das Mobilteil horcht ab sofort.

Wie bei DECT-Mobilteilen üblich, gibt es zwei Modi in deren Gerätesteuerung, nämlich einen internen Modus und einen externen. Im internen Modus wird auf Inhalte im Mobilteil selbst zugegriffen (beispielsweise ein eigenes Telefonbuch im Mobilteil) und beim externen Modus quasi per Terminalsitzung auf eine Menüführung in der Basisstation geschaltet. Letzteres nutzt die Fritzbox 7270 für das zentrale Telefonbuch, das auf der Fritzbox eingerichtet und auch dort gepflegt werden kann. Durch den externen Modus steht es dann auch allen angeschlossenen Mobilteilen zur Verfügung, wenngleich der Zugriff darauf – eben weil auf dieses Telefonbuch quasi online zugegriffen wird – etwas behäbig wirkt.

Mobilteile sind intern relativ umständlich anwählbar, nämlich durch eine bestimmte Kennung. Das erste angemeldete Mobilteil hört auf Stern-Stern-610, das zweite Mobilteil auf Stern-Stern-611 usw. Die Reihenfolge lässt sich nur durch Ab- und wieder Anmelden des Mobilteiles ändern, was wirklich ein Mangel ist. Was wiederum gut funktioniert, sind interne Weiterleitungen – wenn man weiß, wie es funktioniert, denn hier kommt die altbekannte R-Taste ins Spiel und danach die Eingabe der internen Mobilteilkennung. Eine auswählbare Übersicht gibt es nicht, so dass das für Ungeübte wieder einmal Böhmische Dörfer sind.

Andererseits funktionieren grundsätzlich alle DECT-Mobilteile an der Fritzbox 7270, so auch meine Siemens-Mobilteile, die nun plötzlich anders klingeln können oder Anrufe anders auf dem Display anzeigen. Von AVM gibt es auch eigene DECT-Telefone namens Fritzfon MT-C und MT-D, letzteres teste ich ebenfalls, allerdings mit etwas gemischten Gefühlen. Den Verriss dazu gibt es hier.