Auf ein Wort zu Firefox, Mozilla.

Der Webbrowser ist, wie bei den meisten Web-Leuten, mein hauptsächliches Werkzeug zum Arbeiten. Der wird morgens, wenn der Computer startet, als erstes Programm angeworfen und abends als letztes Programm wieder beendet. Im Idealfall läuft diese Browsersitzung den gesamten Tag durch, mit mehreren Tabs, also Fenstersitzungen. Mal kommt ein Tab dazu, mal wieder eines weg und so geht das. Selten habe ich mal mehr als zehn Tabs geöffnet, aber in der Tab-Klasse merkt man dann selbst bei meinem nagelneuen Laptop, dass Power allein in der Enterprise-Klasse nicht hilft.

Mein Webbrowser ist Firefox, seit Anfang an. Nein, eigentlich auch schon davor, denn der Netscape Navigator war mein erster Webbrowser und dann kam der Communicator und dann Firefox. Ich kann behaupten, wirklich jede Firefox-Version mitgemacht zu haben, bis zur heutigen Version 54. Die jetzt endlich jeden Tab in einen eigenen Prozess packt. Damit läuft der Browser noch stabiler, habe ich mir sagen lassen, aber Stabilität ist eigentlich kein echtes Problem gewesen.

Bis jetzt. Denn Firefox sorgt auf meinem PC seit einigen Wochen regelmäßig dafür, dass der Nvidia-Grafiktreiber abstürzt und neu gestartet werden muss und das gleich mehrfach am Tag. Klar, man kann ausschalten, dass die Hardwarebeschleunigung verwendet wird, aber damit läuft Firefox gefühlt auf halber Kraft. Gut, kann man zur Not damit leben.

Ab Version 54 beobachtete ich aber nochmal Performanceeinbußen und das eigentlich auf einem respektablen Computer mit 16 GB RAM. Der Grund zeigt sich, wenn man einmal im Task Manager schaut, was Firefox da eigentlich arbeitsspeichermäßig treibt. Die eine Firefox-Sitzung, die ich hier gerade habe und darin einen einzigen Tab geöffnet habe – nämlich den zum Schreiben dieses Blogartikels – verbraucht mal eben 1 Gigabyte Arbeitsspeicher.

Ich wiederhole: 1 Gigabyte Arbeitsspeicher. 1.047.632.238 Bytes, um genau zu sein in dieser Sitzung.

Google Chrome, den ich ebenfalls hin und wieder zum Website-Vergleich brauche, macht das exakt gleiche für 58 Megabyte Arbeitsspeicher. Also für etwas mehr als 5 % des Arbeitsspeichers, das Firefox 54 sich genehmigt. Und dabei nicht ständig den Nvidia-Grafiktreiber abstürzen lässt.

Mal ganz unverblümt zu euch gesprochen, liebe Mozilla-Leute: Geht’s noch?

Okay, ich habe verstanden, dass ihr zu Beginn der Verteilung der Version 54 sicherheitshalber angekündigt habt, dass die neue Prozessstruktur zunächst einmal mehr Arbeitsspeicher konsumieren wird und man sich nun an die Optimierung des Arbeitsspeicherbedarfs heranmacht. Zwar hat Firefox schon zu diesem Zeitpunkt in der letzten Version bei mir im Durchschnitt 500 Megabyte Arbeitsspeicher konsumiert, aber mit 10 % vorübergehenden Aufschlag hätte ich leben können. Gut, auch mit 20 %, wenn es dann wirklich einmal besser wird.

Aber 100 %? 1 Gigabyte im Normalzustand? Ein Gigabyte, Herrschaften?

Ich möchte ehrlich zu euch sein, Mozilla: Ihr habt den Bogen so überspannt, wie man ihn eigentlich gar nicht mehr überspannen kann, ohne dass einem Wurfarm und Sehne um die Ohren fliegen. Wir propagieren einerseits seit Jahrzehnten das schlanke Web mit schnellen Oberflächen und möglichst wenig Befehlsspeck und dann kommt der Webbrowser, der mal eben so viel Arbeitsspeicher braucht, wie das restliche hostende Betriebssystem.

Geht in euch, Mozilla. Schnell. Schon jetzt seit ihr deutlich unter 20 % Marktanteil und es ist kaum zu erwarten, dass Google Chrome nochmal etwas von den derzeitigen 60 % freiwillig etwas abgeben mag. Eigentlich geht es inzwischen um das nackte Überleben. Und wenn ich mir den Task Manager so anschaue: Eigentlich seid ihr schon längst reif für die Intensivstation. Ihr braucht kein neues Logo und auch keine neuen Konzepte. Ihr braucht vor allem wieder einen Webbrowser, der funktioniert.

Update:

Immerhin muss ich die regelmäßigen Abstürze des Grafiktreibers jemand anderem in die Schuhe schieben, nämlich Nvidia. Die haben es nämlich geschafft, in einer der letzten Treiberupdates einen Fehler hineinzubauen, der in Firefox-Sitzungen (und auch nur da) dafür sorgt, dass bei größeren Grafikgeschichten dann der Grafiktreiber abstürzt. Ab wann das Problem auftaucht – keine Ahnung. Ich habe ein altes März-Treiberpaket zurückinstalliert und damit sind die Abstürze zumindest wieder weg.

Das Arbeitsspeicher-Problem habe ich zumindest einmal dadurch entschärft, in dem Firefox nun gänzlich ohne Add-Ons läuft. Ist aber nicht des Rätsels Lösung, denn ich habe auf meinem PC zu Hause immer noch deutlich mehr Arbeitsspeicherbedarf, als auf dem Laptop, obwohl auf dem PC inzwischen auch das Firefox-Profil vollständig neu eingerichtet ist. No idea. Vielleicht wird das tatsächlich irgendwann mal besser.

TiddlyWiki und neuere Firefox-Versionen.

Heute gab beim Aktualisieren der deutschen Übersetzungsdatei für TiddlyWiki eine ärgerliche Situation: Die TiddlyWiki-Datei, aus der die Übersichtsseite für die Übersetzung besteht, ließ sich nach dem Editieren nicht mehr mit Firefox speichern. Alles, was ich probierte, schlug weitgehend fehl, so dass ich dann in meiner Verzweiflung sogar kurzzeitig Google Chrome anwerfen musste, um überhaupt die Übersetzungsdatei online zu bekommen.

Da dieses Problem mit Firefox offenkundig laut einigen Kommentaren immer häufiger auftritt, habe ich mich mal eingehender mit dem Thema beschäftigt, leider mit einem eher unbefriedigenden Ergebnis.

Fakt ist wohl leider, dass Firefox mit eigenen Bordmitteln und auch mit dem TiddlySaver.jar (der auch dann nur funktioniert, wenn eine Java-Runtime-Umgebung installiert ist) insofern nicht mehr korrekt arbeitet, als dass das Speichern nicht mehr möglich ist, ich vermute aus Sicherheitsgründen, was allerdings unbestätigt ist. Diverse Tricks mit der prefs.js von Firefox funktionieren nicht, zumindest nicht bei den hier getesteten Firefox-Versionen 17 und 18.

Damit ist das Thema TiddlyWiki mit Firefox leider ein deutliches Stück umständlicher geworden, denn Abhilfe schafft nur ein Firefox-Plugin namens TiddlyFox. Das ist von Jeremy Ruston, dem Macher von TiddlyWiki, geschrieben und gepflegt und muss in jeden Firefox installiert werden, mit dem TiddlyWiki-Dateien bearbeitet werden können sollen. Zum reinen Anschauen ist das Plugin also nicht erforderlich, sondern nur für die Fälle, in denen TiddlyWiki-Dateien auch wieder gespeichert werden sollen. Wie gesagt … ärgerlich, weil damit die eigentlich ganz hübsche Autonomie von TiddlyWiki-Dateien zumindest mit der Nutzung von Firefox als Webbrowser hops geht, dennoch ist Firefox immer noch eine Empfehlung wert, dann nun eben mit der Plugin-Krücke.

Wer mehrere Firefox-Installationen auf verschiedenen Rechnern betreibt, muss also leider überall dafür sorgen, dass das TiddlyFox-Plugin in jeder Installation installiert wird. Alternativ gibt es hier die Möglichkeit, mit Mozilla Sync zu arbeiten, das sorgt nämlich seit einiger Zeit auch dafür, dass neben Lesezeichen und Browser-Einstellungen auch eventuell installierte Plugins mit anderen Installationen des gleichen Accounts synchronisiert.

Firefox 7 – und es geht doch!

Eigentlich bin ich Firefox-Fanboy, seit der ersten Stunde und eigentlich auch noch weit davor. Angefangen mit dem Netscape Navigator 2.0, der eine Ausgeburt an wackeligem Surfen war, war Netscape, Mozilla, Firefox und Thunderbird immer meine allererste Wahl in Sachen Webbrowser.

So richtig blöd wurde Firefox ab der Version 4. Der Hunger nach Arbeitsspeicher wurde immer mehr und mehr und ich kann wirklich nicht akzeptieren, wenn ein Webbrowser mit maximal 10 geöffneten Tabs mal eben so ein halbes Gigabyte Arbeitsspeicher abgreift und dennoch nicht wirklich flott unterwegs ist. Arbeitsspeicher habe ich ja nicht extra für Firefox gekauft. Mit Firefox 5 und 6 wurde das alles auch nicht besser, aber der Hinweis, dass für Firefox 7 geplant ist, den Speicherhunger zu begrenzen und zudem in Sachen Geschwindigkeit einiges zu tun, ließ hoffen.

Heute nun ist Firefox 7 veröffentlicht worden und lässt sich über die normale Update-Funktion herunterladen und installieren. Und der erste Eindruck ist positiv. Der Arbeitsspeicherverbrauch pendelt sich bei fünf Tabs (Backend meines Weblogs, Facebook, Google Reader, Empire Avenue und SPIEGEL Online) gerade bei rund 150 MB ein, das ist akzeptabel. Das Tempo beim Rendering ist deutlich flotter, gefühlt bewegt es sich nun erheblich näher an Google Chrome, auch wenn letzteres immer noch in einer eigenen Liga spielt. Es geht aber deutlich etwas. In Sachen Stabilität und weitere Performance werde ich mal die nächsten Tage weitertesten und ggf. nochmal was darüber bloggen. Aber generell gilt für alle, die von Firefox in der letzten Zeit erheblich genervt wurden – Firefox 7 testen.

Kleiner Nachtrag: Auch Thunderbird hat ein Update verpasst bekommen und ist nun auch auf Version 7. Konnte ich aber noch nicht antesten, weil zwei wichtige Plugins, die ich einsetze, (noch) inkompatibel für Version 7 sind. Erfahrungsgemäß sind Thunderbird-Updates jedoch eher konservativ.

Erwachsener Donnervogel – Thunderbird 3.

Wer mich kennt, weiß, dass mir E-Mail heilig ist. Das vor allem deshalb, weil im ständigen Fluss des Internets nur eine Sache wirklich einigermaßen für die Ewigkeit ist, nämlich die E-Mail. Was ich einmal empfangen oder geschrieben habe, ist auch tatsächlich empfangen beziehungsweise geschrieben. Deshalb gehöre ich auch zur Fraktion der Leute, die ihre E-Mails archivieren und zwar seit einer halben Ewigkeit. In meinem Falle seit 1997. Das ist zwar alles nicht wirklich immer lustig und teilweise im Nachhinein auch recht schmerzhaft zu lesen, aber es ist eine Art Vermächtnis und ein großes Stück meiner Online-Identität.

Das ist auch der zentrale Grund, weshalb ich Wert auf zwei Dinge lege: Einen echten E-Mail-Client auf meinem PC und ein Archivformat meiner E-Mails, das auch nach Jahren noch lesbar ist. Beide Zwecke erfüllte anfänglich der Netscape Communicator, danach Mozilla und nach der Trennung von Browser und E-Mail-Client eben Thunderbird. Thunderbird schreibt, ebenso wie früher der Mozilla oder der Netscape Communicator, archivierte E-Mails in unverschlüsselte und unkomprimierte Archivdateien, die aus purem Text bestehen. Das kann man zur Not noch mit einem einfachen Texteditor lesen.

Während Firefox im Laufe der Zeit einiges an Entwicklung durchgemacht hat, war die Entwicklung von Thunderbird eher konservativ. Es hat sich praktisch seit den Anfängen im Mozilla nichts geändert an der Benutzeroberfläche. Und das war auch gut so. Mit dem gestern veröffentlichten Thunderbird 3 zieht nun auch der E-Mail-Client mit der Versionsnummer nach, die Firefox schon seit einer längeren Zeit im Schilde führt.

Die Installation ist zunächst schmerzlos. Über die Update-Funktion von Thunderbird gibt es die Version 3 (noch) nicht, weshalb der Installer noch “per Hand” heruntergeladen und installiert werden muss. Die Standardinstallation ist empfehlenswert und bestehende Profile werden anstandslos erkannt und eingebunden. Thunderbird lässt sich dann auch sofort starten und übernimmt auch weitgehend die meisten Konfigurationen, mit denen man sich das Leben mit Thunderbird 2 bequem gemacht hat. Gleich am Anfang startet der “Migrationsassistent”, der jedoch weitgehend belangloser Natur ist. Und gleich am Anfang beginnt auch eine Neuindizierung bestehender Mailarchive, die durchaus eine Weile dauern kann, glücklicherweise aber im Hintergrund läuft.

Es gibt ein paar Neuerungen und Änderungen, die jedoch teilweise gemischte Gefühle hervorrufen:

  • Thunderbird kommt jetzt mit Tabs daher, bietet also die Möglichkeit verschiedener Seiten in einer einheitlichen Oberfläche. So werden nun standardmäßig bei einem Doppelklick auf eine Nachricht diese nicht mehr in einem eigenen Fenster geöffnet, sondern in einem neuen Tab. Zudem gibt es die Möglichkeit, anhand von Add-Ons weitere Inhalte in eigene Tabs zu bringen, beispielsweise einen Kalender auf Basis von Google Calendar. Woran die Programmierer nicht gedacht haben: Einen Schalter, um die Tab-Leiste auszublenden, wenn nur eine Tab offen ist. Das muss man wieder einmal direkt in der Thunderbird-Konfiguration mit dem Parameter "mail.tabs.autoHide" machen, der auf "true" zu stellen ist.
  • Ebenfalls umgebaut wurde die Ordneransicht links, hier gibt es nun verschiedene Anzeigenoptionen. Während "Alle Ordner" die bisherige Ansicht beinhaltet, also die hierarchische Ansicht aller Ordner und Konten, gibt es nun zusätzlich die Ansichten "Ungelesene Ordner" (zeigt nur Ordner mit ungelesenen Inhalten an), "Favoriten-Ordner" (zeigt nur Ordner an, die als Favoriten gekennzeichnet sind), "Letzte Ordner" (Ordner, die als letztes angeschaut wurden) und "Gruppierte Ordner" (keine Ahnung, wie sie das zusammenstellt). Schön und gut – wer’s braucht. Was ich allerdings brauche und was mit Thunderbird erstaunlicherweise weggelassen wurde, ist ein Summary der Ordnerinhalte. In Thunderbird 2 kann man angeben, dass man die Anzahl der Elemente in einem Ordner anzeigen lassen kann und genau das gibt es nun nicht mehr. Ein grobes Foul an der Übersichtlichkeit. Es gibt zwar ein Add-On namens "Extra Folder Columns", das ist aber noch nicht für die finale Version freigegeben, nicht internationalisiert und für meinen Geschmack unübersichtlich. Ich hoffe, dass diese Add-On-Meierei nicht auch in Thunderbird die neue Mode wird, ich war immer recht froh, dass Thunderbird weitgehend auch ohne Add-Ons brauchbar war. Der Add-On-Nervfaktor von Firefox reicht mir vollkommen.
  • Was wiederum brauchbar ist, ist die Anordnung von Buttons bei E-Mails im Nachrichtenbereich. Wenn man sich seine E-Mails nur dort anschaut (also nicht in einem neuen Fenster oder einem Tab), waren die Buttons zum Antworten, Weiterleiten etc. unlogischerweise in der Symbolleiste ganz oben. Nun sind die Reaktionsbuttons direkt am Kopf einer E-Mail, wo es sinnvollerweise auch hingehören sollte. Dafür ist nun die zentrale Symbolleiste von Thunderbird deutlich aufgeräumter und es hat Platz für eine neue…
  • Suchbox! Endlich ist es möglich, in Thunderbird einfach zu suchen. Bisher war die Suche recht umständlich zu finden, nämlich im Menü “Nachrichten” und dort dann auch nur über eine reichlich komplexe Suchfunktion, die auch noch nicht mal besonders flink war. Nun gibt es eine einheitliche Suchbox, die automatisch wirklich in allen Ordnern sucht und auch noch flink ist. Stichwort eingegeben, sofort gibt es Empfehlungen und mit Eingabe der Return-Taste öffnet sich eine neue Tab, in der die Suchergebnisse aufgelistet sind. In einer Übersichtlichkeit, die man am ehesten von Google Mail gewohnt ist. Das dies so funktioniert, geht natürlich etwas auf Kosten der Performance, da alle neuen Nachrichten und Nachrichteneingänge in Ordnern neu indiziert werden müssen, denn nur mit so einem brandaktuell gehaltenen Index funktioniert das so auch.

Was noch? Wenig, eher Details, die man beiläufig zur Kenntnis nimmt. Beispielsweise neue Icons. Sind ganz hübsch und vermutlich wurde dafür wieder wochenlang ein Wettbewerb ausgeschrieben – mir soll es recht sein, die alten Symbole haben mich nicht gestört. Ansonsten ist Thunderbird eben eher konservative Software, wer jetzt erwartet, dass mit Version 3 nun der komplett neue Hype kommt, kennt die typischen Thunderbird-Anwender nicht.

Lohnt sich der Wechsel? Nun, es muss. Früher oder später wird Thunderbird 2 nicht mehr gepflegt und spätestens dann muss gewechselt werden. Also kann man sich auch jetzt schon mal die Finger schmutzig machen.

Vom ungefragten Deaktivieren ungefragter Add-Ons.

Wer am Samstag unter Windows seinen Firefox angeschmissen hatte, hat sich möglicherweise über die Meldung gewundert, dass Firefox im Begriff war, zwei installierte Add-Ons zu deaktivieren.

Es handelt sich hierbei um eine Erweiterung namens “Microsoft .NET Framework Assistant 1.1”, die nichts anderes macht, als die installierte Version des .NET-Frameworks an den Webserver zu übermitteln und um das Plugin namens “Windows Presentation Foundation”, das immerhin schon etwas wichtiger ist, ebenfalls zum .NET-Framework gehört, und, in sehr einfachen Worten umfasst, einen Baukasten bereitstellt, um Benutzeroberflächen abzubilden.

Das Unniedliche an der Geschichte dieser zwei Module ist, dass sie Microsoft dem Firefox weitgehend ungefragt unterjubelt, wenn der Benutzer das .NET-Framework installiert oder aktualisiert, beispielsweise mit einem Service Pack. Installiert man das Framework bzw. das Service Pack, befinden sich diese beiden Module danach in der Firefox-Installation – ohne dass der Benutzer das irgendwie steuern könnte.

Hübscherweise ist Microsoft bei der Idee, diese beiden Module dem Browser unterzujubeln, kurzfristig offenbar den alten, herrschaftlich veranlagten Zeiten verfallen und hat gar nicht daran gedacht, dass ein Benutzer das vielleicht gern wieder deinstallieren würde: Die im Firefox implementierte Deinstallationsfunktion für Add-Ons wurde von Microsoft für diese beiden Add-Ons einfach außer Kraft gesetzt.

Dieser gequirlte Mist – von Seiten Microsofts für diese Aktion und auch von Seiten der Firefox-Macher für so einen architektonischen Schnittstellenpfusch – hat sich nun gerächt, da über diese Module eine aktuelle Sicherheitslücke des .NET-Frameworks ausgenutzt werden könnte. Und deshalb haben sich die Firefox-Macher nach Rücksprache (!) mit Microsoft dazu entschlossen, diese beiden Module, wiederum ungefragt, zu deaktivieren. Informiert hat natürlich keiner von beiden und so muss der geneigte Interessierte das entweder aus dem Heise-Ticker lesen oder dumm sterben.

Mal so die Frage am Rande, gerichtet an Microsoft und an die Firefox-Macher: Was glaubt ihr Helden eigentlich, wem der Computer hier auf dem Tisch gehört, auf dem ihr hier eure Schlampereien ein- und ausschaltet, wie euch gerade der Rotz aus der Nase tropft?

Probleme mit Firefox, WordPress und Google Gears.

Gestern habe ich ein höchst merkwürdiges Problem beobachtet. Ich schreibe einen Artikel im WordPress-Editor und möchte ein Bild einfügen. Dazu klicke ich auf das Bild-einfügen-Symbol über dem Editor und danach stürzt sofort Firefox ab. Gut, denke ich, kann passieren. Nochmal Firefox starten, zwischengespeicherten Artikel hervorholen, Bild-einfügen-Symbol klicken und schon wieder Firefox-Absturz. Na klasse. Ich habe dann gestern nicht mehr weiter daran geschustert, sondern den Artikel unsäglicherweise mit dem Internet Explorer 8 geschrieben.

Umso erstaunter war ich gerade, als ich genau das gleiche Verhalten nun auch mit meinem Firefox im Büro beobachte. Artikel schreiben, Bild-einfügen-Symbol klicken, Absturz. Okay… mal eine andere WordPress-Installation testen, ich habe ja genügend. Und siehe da: Seit gestern stürzt nun Firefox (aktuelle Version 3.0.10) bei allen WordPress-Installationen (sind alle bei 2.7.1), die ich unterhalte, an genau der gleichen Stelle ab! Nett, nicht?

Also, ran ans Gebälk und die Firefox-Installationen verglichen, hier vor allem die Add-Ons. Dazu sei allerdings angemerkt, dass in den letzten Wochen in beiden Browser-Installationen keine Add-Ons hinzukamen oder signifikant geändert wurden. Der erste Griff führte dann auch aus dem Tunnel heraus, als ich testweise Google Gears deaktiviert habe. Siehe da: Firefox hält wieder.

Google Gears ist ein Werkzeug, mit dem Web-Applikationen dafür sorgen können, Teile ihrer Installation auf lokale Rechner abzulegen und dort auszuführen, beispielsweise JavaScript-Bibliotheken oder ständig zu ladende Grafiken von Administrationsbereichen. Daraus ergibt sich dann in der Regel ein durchaus spürbarer Geschwindigkeitsgewinn. Die Gears-Unterstützung von WordPress kam mit der Version 2.6 und funktionierte eigentlich auch prima bei mir, allerdings nun eben seit gestern nicht mehr.

Es hilft übrigens auch nicht, die betreffenden WordPress-Installationen in den Gears-Einstellungen aus dem Caching wieder herauszunehmen. Ich muss tatsächlich Google Gears total im Firefox deaktivieren, erst dann führt ein Klick auf das Bild-einfügen-Symbol im Firefox wieder zum Auswahlfenster und nicht mehr zum Absturz.

Beobachtet jemand derzeit ähnliches?

Adobe auch mit eigenem Firefox-Add-On.

Ja wunderbar, Adobe hat den Trick mit dem Einpflanzen eines eigenen Add-On im Firefox (übrigens auch beim IE mit einem ActiveX-Programm) auch schon begriffen. Will man nämlich mit dem Firefox den Adobe Reader herunterladen, will die Adobe-Website folgendes tun:

Schön, nicht? „Adobe DLM“. Das steht übrigens für „Download Manager“ und wenn man diese Installation nicht zuläßt, darf man trotzdem ganz normal das Setup-Paket für den Adobe Reader herunterladen und gut ist. Der Download-Manager ist letztendlich – wenn man Adobe glauben darf – nur ein Hilfsmittel für einen Download im Hintergrund und für abgebrochene Downloads, die mit diesem Add-On fortgesetzt werden können.

Was sich so manche Anbieter inzwischen mit Browser-Installationen ihrer Kunden erlauben, ist weitgehend frech.

Nerviges von Skype.

So nützlich Skype als Kommunikationswerkzeug ist – die Skype-Folks sind auf dem besten Wege, die Nervensägen des Jahres zu werden. Lange Zeit haben sie den unbedarften Nutzer dadurch genervt, dass er bei der Installation ständig auf „Weiter“ geklickt hat und sich dann mit einer neuen Suchleiste im Browser wiederfand. Nun ist man offenbar in die Firefox-Add-On-Programmierung eingestiegen und jubelt ein Add-On in eine Firefox-Installation, das aus einer Telefonnummer einen Skype-Link macht:

So weit, so nervig. Ich brauche so etwas nicht, ich telefoniere mit Skype selten extern in Telefonnetze. Also will ich dieses Add-On entfernen. Darf ich überhaupt?

Nein, ich darf nicht. Ist das Add-On vom Skype-Setup erst einmal erfolgreich untergejubelt worden, bekommt man es offiziell erst durch ein Deinstallieren von Skype wieder herunter (gnädigerweise auch, wenn man Firefox deinstalliert).

Deshalb aufpassen beim Skype-Setup. Auf der ersten Seite des Setup-Assistenten gibt es nämlich links unten den „Optionen“-Banner, der alle Setup-Optionen einblendet:

Und da findet sich auch die Funktion „Skype Erweiterung für Mozilla Firefox installieren“, bei der man den Haken aus der Checkbox herausnimmt. Kann man übrigens grundsätzlich – meine Meinung – bei all diesen Optionen (außer bei der Checkbox ganz unten, die zum Zustimmen des Lizenzvertrages dient).