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YouTube mit 4K-Wiedergabe.

9. Juli 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Okay, man kann die Leute, die verantwortlicherweise mit YouTube zu tun haben, durchaus mit elektronischen Easy Ridern vergleichen. Im Jahre 2005 gegründet (tatsächlich, YouTube gibt es erst seit fünf Jahren) haben alle noch weitläufig darüber staunen können, wie so ein Geschäftskonzept Früchte abwerfen soll – ein Dienst, auf den jeder Videos hochladen kann und der diese Videos dann zum Abspielen bereithält, kostenlos. Welcher halbwegs vernünftige Mensch will sowas finanzieren?

Eineinhalb Jahre später, der Suchmaschinengigant Google, selbst damals erst rund sieben Jahre alt, schob im Oktober 2006 für rund 1,31 Milliarden Euro Aktien aus dem eigenen Hause über den Tisch. Und man hörte noch lange nicht auf, YouTube als das ziemlich verrückteste Projekt im Internet zu etablieren.

Als letztes Jahr YouTube anfing, HD-Material zuzulassen, musste ich schon staunen, denn höhere Auflösungen bedeuten höhere Datenraten. Bei Google muss man sicherlich nicht um jedes Byte feilschen, aber dennoch war es bemerkenswert. Das höchste der Genüsse, das man heutzutage auf YouTube gestellt bekommt, ist 1080p-Material, also Videos mit einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel zu 25 beziehungsweise 30 Vollbildern. Damit braucht man im Download durchaus Bandbreiten im Megabit/Sekunde-Bereich. Wer allerdings einen FullHD-Bildschirm und einen hinreichend flotten PC hat, sieht das Ergebnis tatsächlich und es unterscheidet sich nicht mehr stark vom klassischen Fernsehen.

Nun hat YouTube heute einen weiten Meilenstein gesetzt und bietet doch tatsächlich auch 4K-Auflösung (4096p) an, also das Abspielen von Videomaterial mit der Auflösung von 4096 mal 3072 Pixel mit 24 Vollbildern. Das ist die Auflösung, die Filmproduktionen in der digitalen Produktion als Ersatz zum klassischen 35-mm-Film einsetzen. Mit Equipment, der sich in der Preisklasse von Neuwagen in der oberen Mittelklasse bewegt.

Rein aus heutiger Sicht heraus würde ich über diesen Coup einfach nur lachen. Andererseits kosten heutzutage einfache Camcorder, die in FullHD-Auflösung und erstaunlich guter Bild- und Audioqualität aufzeichnen, selten mehr als 500 Euro, während vor zehn Jahren noch ein analoges Videoaufzeichnungssystem namens “Hi8” als todschick galt, dass mit doch schon 400 Linien eine damals recht gute Bildqualität an den Tag legte.

Und auch über entsprechende Fernseher oder Beamer, die man dann natürlich sinnvollerweise auch haben sollte, will ich gar nicht groß lachen. Wann sie kommen und was sie kosten, sind die entscheidenden Fragen – dass sie kommen, darüber muss man nicht streiten.

Der heutige YouTube-Coup mag verrückt sein und für quasi alle YouTube-Benutzer völliger Overkill bedeuten. Nur die wenigsten Menschen werden eine dementsprechende Auflösung an ihrem PC fahren und überhaupt einen PC und eine Internet-Anbindung haben, die das alles einigermaßen ruckelfrei abspielen lässt. Aber geschichtsträchtig ist das allemal. Und eine weitere, deutliche Kampfansage an das klassische Fernsehen. Der Content mag heute noch scheiße sein – zumindest die Technik überholt gerade.

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Olympia in ARD und ZDF.

26. Februar 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Mit Sportübertragungen im Fernsehen konnte ich die letzten 15 Jahre wirklich nicht sehr viel anfangen. Das liegt vermutlich an meinen traumatischen Erfahrungen als Kameraassistent mit Kameraeinsätzen bei der Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und dem VfB Stuttgart. Für Fernsehleute ist Sport das härteste Arbeitsumfeld, die der Enthusiasmus zu bieten hat und das fällt vor allem dann auf, wenn man sieht, dass es unter Kameraleuten auffallend wenig eingefleischte Fußballfans gibt.

Die Olympischen Winterspiele von Vancouver haben das aber nun gedreht, was aber vor allem an der überzeugenden Berichterstattung liegt. Und als alte Fernsehproduktionssau begeistert mich vor allem, wie nun endlich auch die Technik mit dem “Journalistenwillen” Schritt halten kann:

High Definition

Ganz klar, HD ist der zentrale Meilenstein im Sport. Produziert werden die Bilder im Mutter aller Formate, nämlich in Full-HD mit 1080 Linien und 60 Vollbildern pro Sekunde. Von ARD und ZDF werden die Bilder auf das “kleine HD” mit 720 Linien heruntergerechnet und darüber hinaus auf 50 Vollbilder reduziert, denn dieses “720p50″ ist das Hausformat der European Broadcasting Union (EBU).

Das “kleine HD” tut dem Spektakel jedoch keinen Abbruch, denn es ist weniger die Linienzahl, die das Bild macht, sondern die Zahl der Bilder pro Sekunde: Mit normalem PAL lassen sich nur 25 Bilder pro Sekunde übertragen, die dann in einer Mogelpackung als 50 Halbbilder pro Sekunde übertragen werden; zuerst das Halbbild mit ungerader Zeilenzahl, danach das nächste Halbbild mit gerader Zeilenzahl und so weiter. Übertragungsformate mit 50 Halbbildern führt zwar zu flüssigeren Bewegungen als mit 25 Halbbilder (man denke bei letzteres an das Kino, das mit 24 Vollbildern arbeitet), allerdings sehen Bewegungen von Hause aus “verwaschen” aus, Details kommen einfach nicht gut herüber, als mit 50 Vollbildern.

Was ARD und ZDF da also an Bildern von den Sportstätten mit 720p50 liefern, ist wirklich Bewegtbild in High End, erste Sahne.

Kinoton

Früher waren Sportübertragungen einfach und schrecklich. Man hatte das Bewegtbild, man hatte mehr oder weniger guten Ton von der Veranstaltung und man hatte den Ton des Kommentators in telefonhörerartiger Qualität. Und das trifft es schon genau, denn früher kamen von Sportstätten das “Weltsignal”, also Bild und Ton ohne jeglichen Kommentar. In den Kommentatorkabinen, die unmittelbar an den Sportstätten liegen, saßen dann die Kommentatoren am Telefon, das zur jeweiligen Sendezentrale verbunden war und kommentierten tatsächlich über das Telefon. Das sorgte zwar für den typischen “fernen” Eindruck von Livekommentaren, allerdings ist ein “schöner” Ton nicht zu unterschätzen.

Ironischerweise glauben auch heute noch viele Fernsehzuschauer, dass der “schöne” Ton der heutigen Livekommentare so schön ist im Gegensatz zum Telefongenuschel von früher, dass der Kommentator unmöglich vor Ort sein kann, sondern möglicherweise im warmen Sendezentrum in Deutschland sitzt. Das ist aber tatsächlich nicht so, die Kommentatorkabinen an den Sportstätten gibt es immer noch, nur gibt es inzwischen für die Tonübertragungen vernünftige und bezahlbare Bandbreiten.

Im übrigen sei angemerkt, dass Raumklang inzwischen der Normalfall ist. Wer also zu Hause eine vernünftige Surround-Soundanlage hat, kann die auch einsetzen.

Entfesselte Kamera

Die entfesselte Kamera halte ich für die eigentliche Revolution in der Sportübertragung. Das hat man sehr schön bei den Biathlon- und Langlaufwettbewerben gesehen. Dort gibt es das übliche “Weltbild”, aber unmittelbar vor den eigentlichen Wettbewerben noch Kommentare vor Ort von einem Moderator und einer/einem Expertin/Experte. Dieses Bild wird schon von einem eigenen Produktionsteam der jeweiligen Fernsehanstalt produziert, ist aber inzwischen auch nicht mehr unüblich.

Was allerdings dann schon richtig neu war, war die schnelle Schaltung zum jeweiligen Bundestrainer während den Wettbewerben, um so ein brandaktuelles Stimmungsbild einzuholen. Gerade die so eingefangenen Livekommentare von Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle waren mehr als “live” und wirklich mitten aus dem Geschehen heraus. Der Begriff “geil” trifft es für diese Art der Liveberichterstattung gerade noch so.

Für all diese Spielereien braucht man eine “entfesselte Kamera”, die einerseits ohne groß verlegte Kabel auskommen muss, andererseits aber live ihre Bilder in die Produktion übertragen kann. Das macht man inzwischen mit an den Spielstätten vorhandenen Funknetzen und für Fernsehsender reservierte Funkkanäle, in die sich die jeweiligen Kameras einfach einschalten, egal wo sie gerade in der “Funkwolke” stehen.

Wer das miterleben möchte: Heute Abend gibt es ab 20:30 Uhr den Biathlon-Wettbewerb 4×7,5 km Staffel Herren. Ab 20 Uhr einschalten und miterleben. Auch für absolute Sportmuffel ideal zum Staunen.

Das Studio an den Sportstätten

Was die entfesselte Kamera von ARD/ZDF direkt vor Ort an den Sportstätten im Olympiaort Whistler produziert, landet nicht direkt im so genannten “International Broadcast Center” in Vancouver, in dem praktisch alle Fernsehsender kostengünstig produzieren können, sondern im eigens eingerichteten Produktionsstandort in Whistler, wo auch das “Panoramastudio” der beiden Sender steht, das man auf das Hilton Hotel von Whistler aufgebaut hat. (An dieser Stelle Dank an ARD-Redakteur Dirk Hofmeister, der mir via Twitter den Tipp gegeben hat, da ich in Google Earth partout nicht das passende Dach finden konnte. Auch diese Art der Interaktion per Web 2.0 – Respekt. Man muss es nur tun.)

Diese Zwischenstelle in der Produktion mag zwar nicht gerade wenig Geld kosten, allerdings ist das ein Schlüsselelement in der gesamten Berichterstattung, denn nur so hat man die Sportler, die ihre Wettbewerbe in Whistler absolvieren, direkt in einer heimeligen Atmosphäre für die Nachberichterstattung und zudem kann man auch hier eben verhältnismäßig einfach mit den Teams in den Sportstätten live – und eben wirklich “live” – interagieren.

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Ich, der Olympia-Fanboy.

16. Februar 2010 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Das letzte Mal, dass ich länger die Berichterstattung von Olympischen Spielen verfolgt habe, war 1994 bei den Winterspielen in Lillehammer. Zugegeben, da war ich auch noch Schüler und hatte die Zeit dafür, nachmittags während dem Nichtmachens der Hausaufgaben anderen Leuten dabei zuzuschauen, wie sie sich die Lungen aus dem Leibe pusten. Als Arbeitnehmer hat man nur abends Zeit, aber da spielt wiederum die Zeitverschiebung mit, so dass man abends gleich mittendrin im Vormittag von Vancouver ist.

Das Wochenende war ich dann also wieder mittendrin im Olympiafieber. Winterspiele sind einfach die schöneren Olympischen Spiele, auch wenn natürlich die Kommerzmaschine inzwischen überhaupt keine Unterschiede mehr zwischen Winter- und Sommerspiele macht. Dennoch finde ich Winterspiele “familiärer” und vor allem erheblich spannender. Dass das nun alles bei ARD und ZDF in HD daherkommt, macht das alles erheblich sehenswerter. Das merkt man vor allem dann, wenn man einfach mal kurz bei Eurosport schaut, wie ätzend die Normalauflösung dann aussieht.

Richtig genial: Die Snowboarder und hier das so genannte Boardercross, bei dem mehrere Snowboarder gleichzeitig auf der Piste stehen. So viel Action ist man von Winterspielen gar nicht gewohnt und unterstrichen wird das von wirklich außergewöhnlichen Kameraeinstellungen, beispielsweise die Helmkamera oder einer Kamera, die auf einer Seilbahn talwärts fährt, während die Snowboarder den Berg nehmen. Starke Bilder!

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Zukunftsmarkt 3D-Fernsehen?

10. Januar 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Man kann manchmal schon sehr staunen über die Unterhaltungsindustrie. Da kommt tatsächlich (wieder einmal) ein Kinofilm in 3D daher und schon überschlagen sich Hersteller von Fernseher, Bluray-Playern, Kinofilmen etc. und prophezeien die schöne, neue 3D-Welt, die man praktisch demnächst im Elektrofachmarkt einkaufen kann.

Dabei ist das alles vor allem erst mal eines: Gefrorener Kaffee. Es verging praktisch keine Ausgabe der Berliner Funkausstellung, in der nicht irgendwo in einer dunklen Nische jemand die 3D-Welt neu erfunden hätte. Und die neuerliche 3D-Manie hat nämlich letztendlich eigentlich nur einen einzigen Auftrieb, nämlich das digitale Kino.

3D-Kino in der analogen Welt war eine Materialschlacht von Anfang bis Ende. Zentnerschwere Kameras mussten mit immer doppelt vorhandenen Objektiven (die natürlich alle auch nur Festbrennweiten haben konnten) durch die Landschaft gewuchtet werden und Filmmaterial musste immer doppelt vorhanden sein. Da man 3D-Kino früher auch gern besonders plakativ zeigen wollte (man denke hierbei an IMAX-Kinos), arbeitete man nicht mit klassischem 35-mm-, sondern gleich mit 70-mm-Film. Doppelt so breit, und fast vier mal mehr Materialaufwand, da ja auch das Filmfenster größer ist. Und auch beim Kinobetreiber musste dann alles doppelt vorhanden sein. Zwei Projektoren, zwei Rückspuler, zwei Mal den Projektor bestücken. Mit Wirtschaftlichkeit hatte das alles nichts zu tun, der 3D-Effekt wurde teuer erkauft.

Heute werden schon genügend Kinofilme von digitalen Kameras aufgezeichnet und der gesamte Kinofilm bleibt digital – von der Aufzeichnung bis zur Vorführung.  Eine 3D-Kamera einzusetzen und am Ende zwei Projektoren zu haben, ist eine Marginalie gegenüber dem früheren Materialaufwand, der 3D-Effekt ist so billiger gekauft.

Ob es jedoch sinnvoll ist, bleibt die große Frage, denn wirkliche Erfahrungen gibt es in der Vor-“Avatar”-Welt eigentlich keine. Digitale Animationsfilme mal eben in 3D auszuspielen, mag keine große Kunst sein und würde das 3D-Kino auch relativ zügig mit neuem, alten Content bestücken können, aber der 3D-Effekt ist etwas, der sehr schnell an Originalität verliert, wenn damit nur “normale” Szenen bedient werden. Special Effects in 3D zu bauen, ist wiederum mindestens doppelte Arbeit und allein deswegen legen vermutlich nur wenige Menschen ständig (!) mehr Geld auf den Tisch.

Aber nun gut, Kino ist Kino. Hier wäre 3D noch am ehesten regelmäßig zu verkaufen, es erwartet ja auch niemand, dass im Kino nur das normale Fernsehprogramm läuft. Anders sieht es dann nämlich schon aus, wenn ich mein Pantoffelkino auf 3D-Technik umstellen soll, also eine neue Glotze auf den Einkaufzettel setzen sollte und einen neuen Bluray-Player.

Denn Fakt ist, dass reguläres 3D-Fernsehen sehr weit entfernte Zukunft ist. Nicht, weil es technisch nicht möglich wäre, sondern weil es visueller und unwirtschaftlicher Nonsens ist, ein Fernsehprogramm komplett als dreidimensionales Programm zu produzieren. Brauche ich Nachrichten in 3D? Ist es nicht ein kleinwenig zu viel verlangt, zukünftig Kameraleute mit quasi doppelt so schweren Kameras und doppelt angeordneten Objektiven in die Prärie zu schicken? Haben wir keine anderen Probleme?

Doch, haben wir. Und auch die Unterhaltungsindustrie. Denn 3D ist ein Notnagel, der völlig an der Realität vorbeistürmt. Letztes Jahr sind in Deutschland gerade mal 450.000 Bluray-Player verkauft worden. Niemand würde bei so einer Zahl von einer HD-Revolution sprechen. Zwar werden inzwischen deutlich mehr HD-fähige Flachbildschirme verkauft, doch das ist weitgehend eine Geschichte, die vor allem durch die Praktikabilität der Flachbildschirme begründet ist. Flachbildschirme sind leichter, haben von Hause aus selbst bei normaler SD-Auflösung ein besseres Bild, flimmern nicht. Dass damit die HD-Revolution unmittelbar bevorsteht, ist zwar hoffnungsfroh und technisch möglich, allerdings eine deutliche Frage des Geldes: (Full-)HD-Fernseher, HD-Receiver, Bluray-Player, alles verbunden mit HDMI und dann ggf. HD-Pay-TV, Bluray-Discs, Playstation 3, entsprechende Spiele (die auch nur zu einem kleinen Teil in Full-HD daherkommen). Sehr schnell ist man allein beim Versuch, HD am Ende der Wertschöpfungskette zu konsumieren, bei Geldbeträgen, die das dreifache dem entsprechen, was für einen normalen Konsum fällig wäre.

Leistet sich der Enthusiast möglicherweise. Ich kenne aber genügend Menschen, die ich eigentlich auch zu den Enthusiasten zähle und die schon nicht bereit sind, das zu bezahlen. Wo bleibt da Raum für 3D-Fernsehen, außer mit dem Prinzip Hoffnung? Ich sehe da nichts, außer viel warme und abgestandene Luft, wieder einmal anders parfümiert.

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Schiffe…

3. Januar 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in HumorWelt

Ich gebe unumwunden zu, dass ich gerade tatsächlich aufgestanden und zum Fernseher gelaufen bin, als ich im Internet gesehen habe, was gerade ab 17:05 Uhr im N24-Programm läuft:

N24 ist leider noch nicht soweit gewesen, es ging zwar auch um ein Schiff, aber nur um den Flugzeugträger, der infamerweise genauso heißt. Es wird Zeit, dass ich langsam die Deep-Space-Nine-DVDs durchschaue. Es fängt schon langsam an mit der Verschiebung der Realität.

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Wie komme ich ins Fernsehen?

26. Dezember 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in LeseWelt

“Sei fleißig, mach’ Einsdreißig!” Nach diesem Motto müssen jeden Tag viele tausend Programmminuten in den verschiedensten Fernsehsendern mit unterschiedlichster Programmqualität gefüllt werden. Dazu sind in erster Linie Redakteure und Journalisten gefordert, die den Zuschauern mehr oder weniger relevante Geschichten erzählen, aber praktisch kein non-fiktionales Programmformat kommt ohne Statements von externen Experten aus. Und hier setzen die Autoren Henriette Schäffner und Stefan Frädrich mit ihrem Buch namens So kommen Sie als Experte ins Fernsehen: Wie Sie den Bildschirm erobern und sich als TV-Experte etablieren (Affiliate-Link), das im GABAL Verlag erschienen ist, an.

Sie kennen sich in einer bestimmten Thematik gut aus? Sie sind möglicherweise in dieser Thematik beruflich unterwegs und haben die Nerven, ihrer Karriere einen richtigen Nachbrenner-Schub zu verpassen, der jedes Zeitungsinterview in den Schatten stellt? Dann müssen Sie ins Fernsehen. Was da im Buch stellenweise fast schon als Zynismus herüberkommt und durchaus bei dem ein oder anderen Leser die Frage aufwirft, ob Fernsehen tatsächlich so oberflächlich sein kann und ob praktisch jeder, der sich Experte schimpfen mag, auch ins Fernsehen kommen kann, wenn er sich nicht gerade wie der komplette Idiot anstellt, ist so nicht abwegig, sondern Realität. Das Fernsehen lebt von Geschichten, von Meinungen, von Stimmen, von Gesichtern. Fernsehredakteure sind tagtäglich damit beschäftigt, zu ihren Themen Experten zu finden und “zu bekommen”. Und wer da hin möchte, findet in diesem Buch Informationen und Ratschläge, wie man das am besten bewerkstelligt bekommt.

Gut, könnte man sich dann sagen, was ist von Ratschlägen zu halten, die von einem ebensolchen Experten und einer Fernsehjournalistin geschrieben werden? Durchaus genügend Respekt, denn es finden sich nicht einfach nur ein paar Web-Adressen von Redaktionen und deren Programmformaten im Buch, sondern viele Vorschläge und Empfehlungen, wie man sich beispielsweise erst einmal als Experte definiert, wie man sich als Fachmann zunächst eine gewisse Reputation verschafft und wie man dann in Richtung Fernsehen geht. Die beiden Autoren erklären unter anderem, wie eine Redaktion “tickt”, wie man sein Expertentum pflegt und wie man mit Fernsehleuten umgeht. Und auch richtig persönliche Dinge werden nicht ausgeklammert: Bin ich im Fernsehen richtig? Habe ich verstanden, dass ich als Experte – mit wenigen Ausnahmen – nicht wirklich reich werde und Fernsehauftritte eher als Karrierebooster verstehe? Stefan Frädrich wehrt als Experte potentielle Wettbewerber im Experten-Business keineswegs ab und Henriette Schäffner betreibt als “Gegenpart” auch keinen plumpen Kundenfang.

Ich habe in diesem Buch tatsächlich so manch Arbeitsablauf gefunden, den auch ich in meiner Zeit als Kameraassistent erleben bzw. ertragen musste. Erst einmal eine aufreibende Suche nach passenden Experten, dann Experten, die zwar gut aussahen, aber nicht reden konnten, umgekehrte Fälle und auch einfach Leute, die die seltene Gabe hatten, ein komplettes Fernsehteam innerhalb von zehn Minuten komplett zu vergrätzen. Muss alles nicht sein, denn Expertentum lebt im Fernsehen von beiden Seiten.

Für wen ist das Buch? Nun, für Menschen, die sich als Experte zu einer bestimmten Thematik sehen und gern “Fernsehluft” schnuppern möchten, aber auch für Menschen, die sich schlicht für die Art und Weise interessieren, wie Redaktionen und Fernsehsender arbeiten. Mit 39,90 Euro kommt das Buch sicherlich nicht im Taschenbuch-Pricing daher, ist jedoch seinen Preis wert. Der Ratgeber- und Unterhaltungsfaktor ist gleichermaßen hoch.

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Der TV-Duell-Verlierer des Abends: Das ZDF.

13. September 2009 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Man könnte ja eigentlich meinen, dass sich an so einem Abend keiner der vier größten Fernsehsender, die sich gemeinsam 90 Minuten der allerbesten Sendezeit für das Kanzlerduell teilen, einen Schnitzer erlauben würde. Man hat es schon einleitend mit dem Gleichmut in der Form übertrieben, dass man gleich vier Moderatoren auf die zwei Kanzlerkandidaten losgelassen hat, bei denen man konstatieren muss, dass die Vertreter der öffentlich-rechtlichen Sender, Frank Plasberg für die ARD und Maybrit Illner für das ZDF, ein durchweg peinliches Bild gemacht haben. Wenn ARD und ZDF tatsächlich geglaubt haben, mit diesen beiden Spitzenkräften – zumindest von der Entlohnung her – Fernsehzuschauer von den Privaten wegzulocken, dann war es der klassische Griff ins Klo. Frank Plasberg glänzte vor allem durch spektakulär schlechte Einleitungen, in denen er mal schnell im Nebensatz die zu fragende Person mit einem Tiefschlag begrüßte und setzte dann dümmliche Fragen. Maybrit Illner kam erst gar nicht so weit, da sich die einzige Dame des Feldes höchst anschaulich mit sich selbst beschäftigte und ständig damit beschäftigt war, die eingeleiteten Nebensätze wieder so auszuleiten, damit die Kommazahl ihres Satzes am Ende durch sieben teilbar war.

Nein, darüber muss man nicht diskutieren, das ist weitgehend das, was man von den hochbezahlten Granden des politischen Talkshowismus im deutschen Fernsehen derzeit erwarten kann. Über was man diskutieren muss, ist das, was das ZDF unmittelbar nach dem TV-Duell als Nachberichterstattung auf den Sender brachte.

Das fing schon mal mit der Sofortanalyse der nun wirklich unbestechlichen Bettina Schausten an, die sich Heribert Prantl und Helmut Markwort an den Tisch hat drapieren und analysieren lassen. Der einzige Höhepunkt kam gleich zu Beginn, als Heribert Prantl, Leiter der Innenpolitik bei der Süddeutschen Zeitung, sofort in seiner Analyse konstatierte, dass im TV-Duell Frank-Walter Steinmeier deutlich mehr gepunktet hat, als Angela Merkel und das sehr anschaulich darlegen konnte. So anschaulich, dass er sein offenbar ehrlich empfundenes Staunen gar nicht gut genug in Worte verpacken konnte. Für jegliches Kontrastprogramm gut ist Helmut Markwort, seit gefühlten 150 Jahren Chefredakteur des FOCUS, der seinerseits analysiert haben wollte, dass Merkel und Steinmeier gleichwohl maximal nur auf ein Unentschieden kommen.

Dazwischen gab es dann kurz ein Stimmungsbild aus der Gesellschaft in den Studios in Berlin, mit dem clever eingestreuten Hinweis, dass unter den vielen Besuchern, die das TV-Duell vor Ort im Nebenstudio beobachteten, eine Menge Spindoktoren weilen dürften, die jetzt die Meinungen ihrer jeweiligen Kandidaten bei den Journalisten vor Ort in die jeweils korrekte Richtung drehen dürften.

Nun, da sprechen zuerst einmal Profis, aber was denkt denn der Wähler in der Peripherie, hat man sich beim ZDF wohl gedacht und gar feines vorbereitet. Nämlich zunächst einmal eine Schaltung in ein Krankenhaus und dort in eine Geburtsstation, wo als allererste Nachricht verkündet wurde, dass während dem TV-Duell ein Kind geboren wurde. (Glückwunsch übrigens, auch von mir!) Die zweite Kamera des Krankenhaus-Teams hatte sich da schon im Wartebereich warmgelaufen, damit die Moderation flux dorthin flitzen und Patienten im Bademantel darüber befragen konnte, wie denn im Anbetracht ihrer jetzigen Umstände und Erfahrungen im Gesundheitssystem ihre Meinung zu diesem TV-Duell sei. Es mag kaum erstaunen, dass in diesen Sätzen nichts wirklich verwertbares herauskam.

Danach ging es, so glaubte man wohl beim ZDF, so richtig JWD, also nach Janzweitdraußen, nämlich ins “Schwäbisch”, nach Aalen und dort zur Belegschaft eines Maschinenbauunternehmens. Deren Belegschaft befindet sich in Kurzarbeit, was den ZDF-Landesstudioleiter Rudolf Rauschenberger nicht davon abhalten konnte, zwei Arbeiter danach zu fragen, ob sie denn jetzt nach dem TV-Duell Perspektiven für ihre eigene Existenz sehen würden. Das war zumindest von Rauschenberger eine geniale Fragestellung, denn beide Arbeiter waren derartig perplex, dass sie ebenfalls nichts wirklich verwertbares zustandebrachten.

Das konnte Rudolf Rauschenberger so wohl nicht stehen lassen und nun kommt etwas, was man als selbstverursachtes Medienhacking bezeichnen könnte – Rauschenberger ging zu einer Führungskraft und fragte den Herren mit gepflegtem Schnauzbart, wer den seiner Meinung nach als Sieger aus dem TV-Duell hervorginge. Große Überraschung: Der Befragte war ebenfalls weitgehend überfordert, tat aber genau das, was jede Führungskraft im Schwäbischen, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch honorables Mitglied der CDU ist, tut: Es jubelt über die eigene Parteifreundin. Zwar nur wenig beherzt und in keinem wirklich zusammenhängenden Satz, aber immerhin so deutlich, dass Rudolf Rauschenberger offenbar nach dem dritten angefangenen Satz einen diskreten Hinweis ins Ohr bekam und den Gesprächspartner einfach mal mitten im Satz stehenließ und wieder nach Berlin zu Bettina Schausten delegierte.

Es ist nicht so, dass man Fernsehen pauschal schlecht machen muss, wenn man versucht, ein gutes Programm zu machen. Man kann es aber durchaus und das ZDF war heute darin der absolute Sieger.

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DVB-T versus DVB-S und DVB-C.

19. April 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Bei Timo in Berlin habe ich die Gelegenheit, mir DVB-T, also digitales Fernsehen per Hausantenne, live anzuschauen, da er mit seinem Fernseher eben via DVB-T Fernsehen empfängt. Um es mal in wenigen Sätzen einzuleiten: Zuerst dachte ich, dass sein angeschlossener Mac Probleme macht. Bis Timo einem erstaunten Besim erklärte, dass der Fernseher direkt DVB-T über den eingebauten Tuner empfängt. Und das hat mich dann doch etwas erschreckt, denn DVB-T ist grottenschlecht. Das Bild hat gerade bei bewegten Szenen deutliche Artefakte und bei besonders vielen Details ist die Klötzchenbildung so deutlich, dass es wirklich ein unästhetisches Erlebnis ist, fernzusehen.

Natürlich muss man bei DVB-T in Kauf nehmen, dass die genutzten Frequenzbereiche relativ niedrig sind und der Datenstrom entsprechend eingedampft werden muss, um sinnvoll und platzsparend übertragen werden zu können. Das geht nur mit einer fast schon gräßlich hohen MPEG-Komprimierung, die den DVB-Varianten DVB-S (Satellit) und DVB-C (Kabel) deutlich nachsteht.

Sprich: Inakzeptabel. Ich bin froh, dass ich zu Hause Astra anzapfe. Ich muss Timo dringend davon überzeugen, dass er sich einen Kabelanschluss zulegt.

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Pseudo-Film im Fernsehen.

21. März 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

HAZ, die Hannoversche Allgemeine Zeitung, hat in Twitter gefragt, was eigentlich der seltsame Effekt im ZDF bei Wetten Dass ist, der dort vornehmlich bei Musikbeiträgen im Bild erscheint. Am ehesten kann man diesen Effekt beschreiben, wenn man sich das Bewegtbild als etwas abgehackt vorstellt, wie man es vom Film von Schwenks kennt. Ein reiner Showeffekt, den ich als Antwort in Twitter kurz erklärt habe, mit etwas Ausholen hier aber mal etwas ins Detail gehen mag:

Das moderne Fernsehen funktioniert (mit der Farbfernsehnorm PAL) mit 25 so genannten Frames, also 25 Vollbildern. Schwenks mit 25 Bildern wären allerdings weitgehend genauso, wie im Kino, also auch ruckelig. Aus diesem Grund arbeitet man beim Fernsehen nicht mit 25 Vollbildern, sondern mit 50 Halbbildern pro Sekunde, wobei in jedem Halbbild nur die Hälfte aller Zeilen übertragen wird. Im ersten Halbbild alle ungeraden Zeilen, im zweiten Halbbild die geraden, im dritten Halbbild wieder die ungeraden und so weiter. Dieser Umstand macht das Fernsehbild im Gegensatz zum Kinobild rund und ruckelfrei, denn das menschliche Auge sieht die Halbbilder nicht, sondern letztendlich das Ergebnis aus 50 Bildern pro Sekunde.

Dieser Motion-Effekt (der übrigens auch so heißt), den das ZDF und viele andere Sender in Musikbeiträgen einsetzt (und manch Sender sogar für diverse Soaps), macht genau dieses “Runde” wieder zunichte, denn man sendet absichtlich alle zwei Halbbilder das gleiche Bild, so dass am Ende beim Nutzer wieder nur 25 Bilder ankommen und es wieder ruckelt. Das sieht offenbar “schön” aus, zumindest aber so auffallend, dass man damit unterschiedliche Beiträge einer Sendung gestalterisch trennen kann. Und wenn man diesem Motion-Effekt dann noch eine leichte künstliche Körnung untermischt, wirkt das ähnlich wie ein Film.

Allerdings nur “ähnlich”, denn gerade bei Musikbeiträgen wird mit starken Lichteffekten gearbeitet, die klassischer Film weitgehend schlucken kann, moderne Kamerasysteme jedoch nicht. Kommen dann noch so Motion- und Körnungseffekte hinzu und wird das dann auch noch mit MPEG für digitales Fernsehen komprimiert, kommt am Ende nur noch bunter Müll heraus, der weit von einem qualitativ schönem Bild entfernt ist.

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Scheiße im Fernsehen.

25. Januar 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Zum gestrigen Fernsehabend, den ich in höherer Qualität nicht anschauen konnte, weil die Satellitenanlage nicht tat und den ich in minderer Qualität per Zattoo schon mal gar nicht ertragen wollte, fällt mir nur folgende Geschichte ein:

Ein sehr weiser Kameramann, der mir anno 1996 einige fernsehtechnische und fernsehphilosophische Geheimnisse des Mediums verriet, sagte mir mal auf einer entsetzlich langweiligen Rückfahrt von Schweinfurt nach Mainz, dass er vom Fernsehen weitgehend desillusioniert sei und an sich nur noch die Tage bis zum Rentenbeginn abdreht. Und dabei blickte dieser Kameramann auf eine bewegte, berufliche Laufbahn mit dutzenden Auslandseinsätzen, einem legendären und preisgekrönten Einsatz in einem Krisengebiet (was ich leider hier nicht weiter ausmalen darf, da ansonsten die Identität des Kameramannes nachvollzogen werden könnte) und langjährigen Aufenthalten in diversen Auslandsstudios zurück.

Er sei, so damals weiter auf der Fahrt, inzwischen der festen Überzeugung, dass Fernsehsender selbst einen Haufen dampfende Scheiße senden würden, wenn sich damit Geld machen lassen würde. Auf Moral würde dabei niemand schauen und am Ende das alles sogar gut finden, wenn die Quote stimmt.

Das ist gestern gleich zweimal eingetreten, und zwar bei RTL (dem man solche unappetittlichen Dinge schon seit Beginn grundsätzlich zutraut) in der seltsamen Dschungelshow für abgehalfterte Promis (und ich muss zugeben, dass dank meiner monatlichen RTL-Konsumquote von maximal 5 Minuten noch nie eine Folge gesehen habe) und fatalerweise auch beim ZDF, der damals anno 1996 unser beider Arbeitgeber war.

Gott … es gab tatsächlich mal Zeiten, in denen ich daran arbeitete, einen Zeitvertrag beim ZDF als Eintrittskarte zum Kandidatenkarussel für einen Festvertrag  zu ergattern. Heute bin ich froh, dass mich 1998 das Internet aus diesem Teufelskreis gerettet hat.

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