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Neulich, im O2-Shop.

10. November 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MüllWelt

Heute war ein Besuch in meinem O2-Shop meines Vertrauens notwendig. Als pünktlich zahlender und mit guter Bonität ausgestatteter Kunde gar kein so großes Problem, was ich immer merke, wenn der Sachbearbeiter meinen Datensatz im Computer aufruft und sich die Gesichtslage schlagartig erhellt.

Jedenfalls: Ich geshoppt, meine Dinge erledigt und an der Kasse stehend. Neben mir ein junger Mensch, freundlich aussehender Zustand, allerdings mit einem Sprachschatz von maximal 1.000 Worten ausgestattet. Die Dame an der Kasse informiert ihn gerade darüber, dass er zu seiner gekauften Prepaid-Karte noch 100 SMS kostenlos bekommt. Der folgende Dialog ist ein Gedächtnisprotokoll, das sich jedoch eingebrannt hat:

Dame: “So, da bekommen Sie zu Ihrer Prepaid-Karte noch 100 SMS zusätzlich.”

Kerl: “100 SMS? Wow.”

Dame: “Ja, genau, da können Sie dann ihrer Freundin viele SMS schicken.”

Kerl: “Meine Freundin? Die alte Fo…, die bekommt keine SMS von mir. Oder vielleicht doch, schicke ich ihr alle 100 SMS auf einmal.”

(Alle Gespräche im Shop stocken, peinliche Stille kommt auf. Alle drei Verkäufer, die um die Kasse herumschwirren, ziehen mit großen Augen die Köpfe ein.)

Kerl, dreht sich zu seinem Kumpel: “Die blöde Schlampe, drei Jahre umsonst.”

Dame, versucht den Kundenvorgang irgendwie noch freundlich abzuschließen: “Naja, was sollen da Menschen sagen, die 10 Jahre verheiratet sind?”

Kerl, mit dem Blick zur Dame: “Arme Sau.”

Wenn man jemals einmal hören wollte, wie sich herunterfallende Kinnladen im Kollektiv anhören – da war es soweit. Drei Verkäufer und ich, alle gleichzeitig.

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Einen Moment bitte.

3. Oktober 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in HumorWelt

Das Anschauen eines Videoclips kann bei SPIEGEL Online offenbar auch mal etwas länger dauern:

Und nein, 197 Stunden wären mir etwas zu lang.

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Ikea-Katalog auf dem iPad in Übergröße.

6. September 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Den Ikea-Katalog gibt es nun auch auf dem iPad. Nachdem der geneigte Selbstschrauber letztes Jahr schon das zweifelhafte Vergnügen hatte, den Katalog auf dem iPhone in Briefmarkengröße zu bestaunen, nun also in einem dem echten Katalog würdigeren Format. Die App selbst ist drei Megabyte groß. Der nachzuladende Katalog dann doch ein Tick größer, auch wenn nicht wirklich 1 Petabyte:

Wirklich viel angenehmer ist der Download aber auch dann nicht, auch wenn man richtigerweise das “MB” gegen “Bytes” ausgewechselt hat. Immerhin gilt der Katalog ein Jahr lang.

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Wenn politische Laiendiskussion auf Realität trifft.

3. August 2011 | 5 Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Anno 2007 hat die SPD mit der Gründung eines eigenen Social Networks namens “meineSPD.net” einst echtes Neuland betreten. Jeder politisch Interessierte, ob nun SPD-Mitglied oder nicht, konnte sich dort anmelden und mitdiskutieren. Dazu gab es dann die volle Palette an Diskussionsmöglichkeiten mit, Gruppen, Foren und sogar einem eigenen Blog, das jedes Mitglied führen konnte, wenn er das wollte. Gar nicht so schlecht für eine Partei, denn das erste Mal wollte man sich mit dem Thema Internet offenkundig zuerst beschäftigen und dann darüber reden, was für Web-2.0-Ansätze ein guter Ansatz ist. Die Trennung zwischen “SPD.de” und “meineSPD.net” war auch gar nicht so schlecht, um allein schon durch die Adresse deutlich zu machen, dass unter der einen Adresse die Partei offiziell haust und unter der anderen Adresse quasi die “Parteiwerkstatt”.

Auf welchen Trichter dann jemand gekommen ist, “meineSPD.net” mit “spd.de” zu verheiraten, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. Ob man vielleicht einfach frischen Content auf “spd.de” haben wollte, vielleicht die “meineSPD.net”-Benutzer daran erinnern wollte, dass es auch noch “spd.de” gibt… keine Ahnung. Jedenfalls ist ab diesem Sommer alles anders, “meineSPD.net” in der Form nicht mehr existent und einiges aus dem Social-Media-Vermächtnis nun unter “spd.de” eingebaut. Hätte vielleicht auch ein spannendes Experiment abgegeben, heute aber zeigt sich sehr schön, wie es zu einem 1a-Rohrkrepierer verkommt.

Hauptdarsteller ist hierbei ein Blog-Artikel eines Benutzers namens “Herr Keuner”, 61 Jahre alt, SPD-Mitglied und sehr offensichtlich ein Mensch, der von Netzpolitik herzlich wenig Ahnung hat. In seinem Blog-Artikel mit der bezeichnenden Überschrift “IPv6 – Eine Gefahr mit größerem Schadenspotential als die Entdeckung der Kernspaltung” hat er sich dem brutalstmöglich gefährlichen Thema IPv6 und der angeblich damit gefährdeten Privacy verschrieben. Die SPD müsse unbedingt Gesetzesinitiativen an den Tag legen, um Hersteller davon abzuhalten “herstellerseitig eine feste IPv6-Adresse in Gerätschaften zu implementieren”.

Das ist natürlich alles hanebüchener Quatsch, den der Herr Keuner da vornehmlich aus einem ebenso käsigen Fernsehbeitrag aus den ZDF-heute-Nachrichten dahergezogen hat. Quatsch ist aber leider nicht, dass der Blog-Artikel jetzt im Internet steht. Und zwar auf der Website der SPD. Und dort nirgendwo in der Nähe steht, dass es sich bei dem Blog-Artikel um einen Blog-Artikel eines Nicht-Offiziellen handelt und der Inhalt keine Parteilinie darstellt. Und mein kleiner Kommentar, der zumindest einige technische Dinge zu geradebiegen versucht, steckt in der Kommentarmoderation. Dumm gelaufen.

Und so nimmt der Artikel, der immerhin schon seit fast zwei Monaten auf der Website vor sich hinschimmelt, plötzlich den Lauf, wie es ein Shitstorm eben tut. Einer twittert den Link zu dem Quatsch, der nächste retweetet es, es landet bei Facebook und plötzlich hat der Artikel 100 + x Facebook-Likes. In einschlägigen Foren fragt man sich, was denn die SPD da für ganz neuen, netzpolitischen Käse aufquellen hat lassen, Fefe lässt diese Steilvorlage auch nicht vorüberziehen und die netzpolitischen Organe greifen es süffisant – zu Recht – auf, so wie netzpolitik.org. Eine Pressemitteilung der Piratenpartei zu dieser angeblichen Forderung der SPD, die ja eigentlich gar keine wirkliche ist, ist vermutlich schon in der Mache.

Gut, könnte man sagen, den Shitstorm nimmt man sportlich. Aber so wie ich die Partei kenne, landet so eine Geschichte bei denen Leuten, die das Internet grundsätzlich für eine schmutzige Vorhölle halten, ganz anders. Und so Leute gibt es in der SPD auch, so dass ein eigentlich kleiner, handwerklicher Fehler mit einem fehlenden Hinweis darauf, dass Blog-Artikel nicht unbedingt die Meinung der SPD wiedergeben, höchstwahrscheinlich dazu führt, dass das Thema Mitgliederpartizipation auf Social-Media-Ebene in der SPD ein noch geringeres Standing bekommen wird, als es offenkundig schon hatte.

Schade drum, aber leider symptomatisch.

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Zeitunfall auf N24.

12. Mai 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Da lief doch tatsächlich am 5. Mai im so genannten Nachrichtensender N24 in der damals laufenden Berichterstattung über die Tötung von Osama Bin Laden ein denkwürdige Geschichte ab. Moderator Mike Locher wollte offenbar in seiner Hintergrundberichterstattung über die Navy Seals sprechen und ließ das Signet der Truppe auf die Großbildleinwand einblenden. Nur dumm, dass es nicht das Signet der Navy Seals war:

Das “Maquis Special Operations Seals Team VI” hat zwar ein relativ ähnliches Signet, ist aber zur Gänze eine fiktive Truppe – aus der Fernsehserie Star Trek Voyager. Hätte, so stelle ich mir das sehr bildlich vor, der arme Praktikant, der mal eben im Internet nach einem passenden Signet suchen musste, eine Ahnung von Star Trek, wäre ihm der Phaser aufgefallen, auf dem der Adler im obigen Bildteil steht, und die drei Bat’leths, die im unteren Teil um den Totenkopf angeordnet sind.

Immerhin, so das Magazin Stern, nimmt man bei N24 den Vorfall angeblich mit Humor. Bei dem nachrichtensenderähnlichen Himmelfahrtskommando, das N24 und auch der RTL-Ableger n-tv in meinen Augen N24 darstellen, vermutlich das einzig wirklich sinnvolle. Don’t call it news – it’s a desaster.

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