Providerwechsel im Webhosting.

Ich bin ja in Sachen IT nicht ganz so unbedarft unterwegs, dennoch habe ich meine Web-Projekte seit Jahr und Tag auf einem Webhosting-Account und nicht auf einem eigenen Server. Der Grund ist, dass ich nicht den Fehler machen möchte, wie viele meiner Kollegen, die nur auf die Kosten schielen, einen kompletten Server mieten, den sie eigentlich technisch auch pflegen müssten und das dann aber nicht tun. Wenn ich etwas in zehn Jahren Systemadministration gelernt habe, dann das: Tue das, was du regelmäßig gut und mit Spaß tun kannst. In Sachen Systemadministration bin ich aus dem Alter raus, als dass mir das nochmal wirklich Spaß machen könnte.

Also, zurück zum Webhosting. Das habe ich für meine Projekte und für einige meiner Kunden bisher sehr problemlos bei Domainfactory erledigt und das immerhin auch schon seit 2011. Domainfactory war immer der Maybach unter den Webhostern – sehr aufgeräumte Administrationsoberfläche, ein sehr guter Support und eine hohe technische Zuverlässigkeit. Der Spaß war dafür spürbar teurer gegenüber den wirklichen Billighostern, aber das war es mir wert.

Allerdings ist seit dem Verkauf von Domainfactory an Host Europe und der Verkauf von Host Europe an den US-Hoster GoDaddy die Luft heraus. Nichts wurde zwar wirklich schlechter, dafür aber auch irgendwie nichts wirklich besser, wofür Domainfactory eigentlich lange Jahre stand. Die einst wirklich guten Geschwindigkeiten im Hosting wurden im Laufe der Zeit nicht wirklich besser, sondern stagnierten. Was dann natürlich dazu führt, dass andere Webhoster irgendwann überholen. Das störte mich schon seit längerem, wenn auch nicht sonderlich stark, denn mittelmäßige Scripting-Geschwindigkeiten lassen sich mit einigen Tricks in Sachen Webcaching sehr wirkungsvoll lösen.

Was mich dann aber wirklich störte, war die fehlende Unterstützung von Let’s Encrypt und eine schale Informationspolitik dazu. Technisch ist die Umsetzung von Let’s Encrypt kein wirkliches Problem für einen Webhoster, der schon SSL-Zertifikate vertreibt, so wie das Domainfactory auch tut. Bis zuletzt gab es aber auf Nachfragen dazu (und davon gab es im Forum von Domainfactory sehr viele) immer nur die Antwort, dass man Let’s Encrypt nicht unterstützen werde und basta.

Klar, Let’s Encrypt ist der Tod für alle billigen und einfachen SSL-Zertifikate und damit ein Abbruch von einst sehr guten Erlösen. Wegbrechende Einnahmequellen kann aber auch ich nicht kompensieren und es war schon letztes Jahr nach einer genaueren Analyse so, dass ich rund 15 % meiner Hosting-Kosten allein auf kostenpflichtige SSL-Zertifikate zurückführen musste. Und das war noch vor dem DSGVO-Drama. Auch ich kann kein Geld drucken, vor allem wenn es Zertifikate für meine Projekte sind, die ich ja schlecht meinen Kunden in Rechnung stellen kann.

Und letztlich hat mich auch die Abscheu eines Providerumzuges lange Zeit davon abgehalten, den Provider zu wechseln. Aber nun musste es eben sein.

Der neue Webhoster, der unter anderem auch dieses Weblog hostet, ist nun WebGo aus Hamburg, der bei den zentralen Anforderungen mindestens ebenbürtig ist. Es wird innerhalb der EU in Deutschland gehostet, die Hosting-Qualität ist hochwertig, die Script-Geschwindigkeiten in allen Parametern deutlich besser. Die Domain-Einkaufspreise sind in Ordnung (da war aber auch Domainfactory nicht viel schlechter), das Webhosting selbst ist aber dennoch schlappe 25 % günstiger. Und dann kommt eben die Unterstützung für Let’s Encrypt dazu, die ich meinen Hosting-Kunden nun kostenlos durchreichen kann, was mir sehr wichtig ist.

Wenn ich alle Hosting-Kosten zusammenzähle, rechne ich mit einer Ersparnis von rund 30 %. Das ist eine echte Ansage, die bei jedem Controller Freudentränen ausbrechen lassen würde. Wir reden hier von einer bisher hohen dreistelligen Summe pro Jahr, die nun deutlich zu einer mittleren dreistelligen Summe wird. Das ist bei meinen Hosting-Struktur wirklich bares Geld, da meine meisten Web-Projekte keine reinen Hosting-Projekte sind, sondern umfangreichere Corporate-Weblog-Geschichten, in denen die Hosting-Kosten inkludiert sind. Hier liegt noch viel stärker der Gewinn im Einkauf.

Diese Wochenende war Stunde Null und die meisten Projekte sind nun erfolgreich umgezogen. Zwei Kunden werden noch im Laufe der nächsten Woche folgen, da bei diesen noch einige Postfächer mit umgezogen werden müssen und das vor Ort umgestellt werden muss. Vier Gigabyte an Daten mussten übertragen werden und das ist eigentlich auch nur deshalb so überschaubar wenig, weil ich in Sachen Webhosting und Serverpflege zu den wirklich pingeligen Leuten gehöre. Aber spätestens bei solchen Aktionen zahlt es sich aus, den Webserver nicht als Müllhalde zu zweckentfremden.

Totes Holz bespritzen.

Um den Kauf eines Druckers habe ich mich lange Jahre erfolgreich drücken können. Mein erster und bis dato einziger Drucker war ein HP Deskjet 550C, der mich im Jahre 1994 unfassbare 1.099 Mark gekostet hatte und irgendwann ein paar Jahre später defekt seine Reise zum Elektroschrotthändler antrat. An Druckermaterial ging freilich nicht viel flöten, die damalige Farbpatrone vertrocknete irgendwann nach zwei Jahren ohne wirklich jemals für etwas wichtiges Tinte spenden zu dürfen. Die Patrone mit der schwarzen Farbe füllte ich in sieben Jahren genau zweimal nach, sie ging dann zusammen mit dem Drucker.

Nun ist der Kauf allerdings unvermeidlich geworden und da stehe ich dann mehr oder weniger die die Axt vorm Berg. Immerhin begleitet mich Jochen bei solchen hoffnungsarmen Veranstaltungen wie dem zielgerichteten Gang zu einem Elektrofachmarkt, um einen Drucker zu kaufen. Einzige Präferenz: Tintenstrahldrucker, ein Laserdrucker kommt mir nicht ins Privatheim.

Kurzum, es ist ein Brother DCP-375CW geworden. Ein Farbdrucker ohne Schnickschnack, ohne Farbdisplay, ohne Fax, immerhin aber mit einem Scanner und einem WLAN-Modul. Das ist insofern praktisch, da der Drucker nun elegant nicht am PC stehen muss und es nur ein Kabel gibt, nämlich die Stromversorgung. Alles andere wäre auch ein kleines Problem, denn ein USB- oder Netzwerkkabel liegt dem Drucker schon nicht mehr bei.

Das Auspacken, Installieren und Drucken erweist sich als gut und durchdacht. Es gibt ein gedrucktes Handbuch, für den erstmaligen Einsatz ein Faltblatt, das ausreichend gut zum Erfolg führt. Ein Satz Tintenpatronen (Schwarz, Gelb, Cyan und Magenta) liegen bei und sind ebenfalls schnell installiert. Die Patronen sind einzeln verpackt und werden innen ebenfalls vakuumverpackt geliefert, was zu folgendem unschönen Müll führt:

Hätte ich das vorher mit diesen Verschlüssen auf den Patronen, die allesamt aus Kunststoff sind, gewusst, wäre das ein K.O.-Kriterium geworden, trotz des ansonsten sehr günstigen Preises von letztendlich 85 Euro und der bisherigen Zufriedenheit mit dem Gerät. Denn ansonsten gibt es über den Drucker nichts zu meckern. Die Software ließ sich problemlos installieren, der Drucker war in zwei Minuten per WLAN angebunden, der Druck geht schnell vonstatten und das Schriftbild ist erstklassig.

Unvermeidliches tun.

Ja, jetzt werde ich mir wieder Dinge anhören.. „was, der Besim hat ein iPhone gekauft?“

Ja , ich habe eines gekauft. Die italienische Version ohne T-Mobile-Gürtel, so das ich das Teil sehr bequem mit meiner O2-Karte betreiben kann, was auch einwandfrei tut – und jeden Monat mal eben 30 Euro günstiger ist.

War es ein Spaßkauf? Bedingt. Es ist so, dass ich mir letztendlich einfach auch mal die Gerätschaften anschauen muss, die man letztendlich für Web 2.0 anderen Leuten empfehlen will. Werkzeuge anderen Leuten anzuheischen, die man selbst nicht kennt… man muss ja nicht gleich hantieren wie ein Elektrodiscounter.

Glückwünsche werden angenommen, aber letztendlich gratuliert ihr da jemandem, für den das Gerät so notwendig ist, wie das Bürotelefon.

Mobile on the way.

Am Donnerstagnachmittag habe ich es dann knallen lassen und das HTC Touch Pro online bestellt. Die notwendigen 619 Euro habe ich dann in diesem schwachen Moment sogar per Vorkasse auf den Weg geschickt, was ich eigentlich bei Geldbeträgen über 200 Euro nicht mache. Die Szene der Handyverchecker ist jedoch in der Hinsicht äußerst konservativ und die, die Kreditkarten akzeptieren, sind gleich mal ein ganzes Stück teurer (nein, weit teurer als die übliche Kartengebühr).

Das Paket ging dann aber doch am Freitag auf den Weg, kommt aber erst (frühestens) am Montag, weil der Deutsche Paketdienst samstags nur Expresspakete ausliefert. Nun gut, werde ich überleben. Immerhin ist meine Rufnummer auch noch nicht zu O2 portiert. Bestimmt auch so ein Verwaltungsakt mit Beamten und Stempeln.