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Robert Basic will die Weltmacht.

17. Februar 2009 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in WebZweiNullWelt

Ich muss zugeben, ich musste beim recht denkwürdigen Interview von Meedia mit Robert Basic, in dem Robert Basic seine Ideen zu seinem Projekt buzzriders.com darlegte, spontan an Moonraker denken. Robert Basic plant ein “neuartiges” Newsportal in einer Art moderiertem Graswurzeljournalismus und will damit so Websites wie SPIEGEL Online und Heise.de angreifen. Ah, okay. Hehre Ziele soll man sich setzen.

Ich bin ja prinzipiell auch für genügend Mist der würzigeren Kategorie zu haben, den man verzapfen kann. Es aber freiwillig mit einem Nachrichtenportal eines fest im Sattel sitzenden Nachrichtenmagazins und einem Portal einer 20 Jahre alten Computerzeitschrift aufzunehmen – da würden mir dann doch wirklich andere Dinge einfallen. Schon allein, wenn man betrachtet, wie jämmerlich so ähnlich laufende Projekte wie Zoomer.de versinken oder Shortnews.de, die Mutter des Graswurzel-Trashs, in extrem seichter Inhaltlichkeit vor sich hinplätschern. Und seien wir ehrlich: SPIEGEL Online und Heise.de gehören als Nachrichtenzulieferer nach wie vor zu einer festen Größe in der Blogosphäre. Das abzusägen und munter-lustig eine Mischung aus DPA-Ticker, Twitter und Blogs eine eigene Nachrichtenwelt zu schaffen – da fehlt mir die Phantasie und davon habe ich eigentlich eine ganze Menge.

Erde an Robert: Alles in Ordnung? Die 46.902 Euro nicht lieber vernünftig anlegen? :-)

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Quo vadis, Bürgerjournalismus?

28. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

SPIEGEL ONLINE kann ja auch auffallend differenziert über den “Graswurzeljournalismus” schreiben, was ja schon mal eine wirkliche Neuigkeit ist. Aber Christian Stöcker arbeitet schön heraus, dass im Falle der Terroranschläge von Bombay so Dienste wie Twitter blitzschnell als informelle Informationspipeline funktionieren können, es dann aber an zwei Punkten hapert:

  1. Authentizität
    Ist derjenige, der Nachrichten meldet, auch wirklich vor Ort? Ist er vertrauenswürdig? Ist er neutral?
  2. Informationsfülle
    Viele schreiben, noch viel mehr werden diese Texte rezitiert, aber nur die wenigsten sortieren und arbeiten auf, ziehen Rückschlüsse, machen Analysen. Und das möglicherweise nicht nur, weil sie nicht könnten, sondern auch, weil sie nicht wollen, Stichwort: Häppchenjournalismus a la Boulevardmagazin.

Ja, ich lehne mich dabei heraus, aber das tue ich bewusst, weil ich bekanntlicherweise schon seit einer Weile auch darüber staune, wie die herkömmlichen, klassischen Medien immer stärker Marktanteile und ihre bisherigen Einnahmequellen verlieren, aber es gerade bei solchen Katastrophen und Geschehnissen auf Unabhängiges ankommt. Damit will ich nicht sagen, dass per se der Bürgerjournalismus Käse ist, sondern damit will ich sagen, dass es im Ernstfall unglaublich komplex werden kann, zwischen Bürgerjournalismus und Propaganda zu unterscheiden. Ein Medium abzuschalten, ist eine klare Sache, aber wenn jemand ein Medium missbraucht und dieser Missbrauch nur deshalb nicht erkennbar ist, weil eben jeder schreiben kann, dann ist das eine bedenkliche Situation, die die Gesellschaft eigentlich nur verwundbarer machen würde.

Wo ist da nun die Conclusion? Nun, ich denke, das wird weiterhin nach dem Prinzip der Auslese passieren, die nun bei den klassischen Medien noch einmal einen Schub bekommt. Mittelfristig werden die Großen überleben und die Kleinen entweder eingehen oder aufgekauft werden, aber langfristig wird es eben nur noch funktionieren, in dem sie noch stärker genau das verfolgen, was ein(e) überparteiliche, neutrale Zeitung/Fernseh-/Radioprogramm ausmacht.

Ob in Zukunft deshalb noch weiter Platz ist für eine Reihe von Vollprogrammen und ob in Zukunft tatsächlich auch noch Raum für eine oder gar mehrere Lokalzeitungen gibt, wird eine spannende Frage bleiben.

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