Bildschirmtastatur unter Windows Mobile 6.1.

Die mehr als bescheidene Bildschirmtastatur von Windows Mobile 6.1, die eigentlich auf die Bedienung mit einem Stift ausgerichtet ist, ist für eine Bedienung mit einem menschlichen Finger unbenutzbar. Das weiß zum Beispiel auch HTC und andere Hersteller von Mobiltelefonen, die deshalb mit zusätzlicher Software eine entsprechend mit dem Finger bedienbare Bildschirmtastatur nachrüsten. SonyEricsson hat das bei seinem XPERIA X1 offenbar nicht für wichtig gehalten, so dass es ohne ausgeschobene Tastatur keine Möglichkeit gibt, einen Text einzugeben.

Gut, wird der Praktiker sagen, was soll der Quatsch? Wenn du einen Text schreiben willst, schiebe gefälligst die richtige Tastatur heraus, dazu ist sie ja immerhin da. Nein, wende ich ein, manchmal will man eben über eine Bildschirmtastatur einen kurzen Text einklopfen. Nun gibt es viele Add-Ons zum Installieren, aber einen wirklichen Geheimtipp: FingerKeyboard 2.

Lassen wir bewegte Bilder sprechen:

Ein paar sehr hübsche Features:

  • erstaunlich exakte Tastatur
  • eine Reihe von verschiedenen Tastaturlayouts, unter anderem auch für Deutsch
  • verschiedene Themes
  • „forced Feedback“ von Tastatureingaben durch Töne oder durch den Vibrationsmotor des Mobiltelefones (macht richtig Fun, mal so angemerkt)
  • einstellbare Dauer zum Umstellen der zweiten Tastaturebene
  • konfigurierbare Smileys und Funktionstasten
  • und der absolute Hit: Freeware

Alles in allem ein Must-Have für alle touch-fähigen Windows-Mobile- Smartphones, selbst für die Gerätschaften, die eine eigene touch-fähige Bildschirmtastatur mitbringen. Denn FingerKeyboard 2 übertrifft selbst die an sich ganz gute Bildschirmtastatur von HTC.

Leider gibt es noch keine funktionsfähige Homepage, die angegebene Adresse unter fingerkeyboard.com ist mehr oder weniger unfertig. Deshalb sei auf das Forum der XDA-Developers hingewiesen, auf der sich ein Projekt-Thread zu FingerKeyboard 2 befindet.

Webdesign auf Breitbildschirmen.

Ich will in der Zwischenzeit meinen echten 16:9-HD-Bildschirm, den ich an meinem PC einsetze, nicht mehr missen und auch nicht mehr hergeben. Zu schnell habe ich mich an das überaus angenehme Bildformat gewöhnt und habe nun auch Platz für mehrere Fenster und Anwendungen mit viel Fensterinhalt.

Was mir aber auch aufgefallen ist, ist der Umstand, dass das Breitbildformat ungeheuer das Formatgefühl des Benutzers beeinflusst. Zum Beispiel kam mir das Format des Bildschirmes deutlich breiter vor, als das meines HD-Fernsehers. Da ich meinen Forscherdrang befriedigen musste, habe ich beide Bildschirme genauestens nachgemessen – beide haben absolut identische Formatdimensionen, der eine ist eben nur 28 Zoll diagonal groß, der andere kommt mit 42 Zoll daher.

Der zweite, gefährliche Effekt betrifft das Abschätzen von Größenverhältnissen. Bei einer Bildschirmbreite von 1.920 Pixel kann man ein Browser-Fenster nicht in voller Breite betrachten, wenn nicht die meisten, betrachteten Web-Seiten albern nur klein in der Mitte angezeigt werden sollen. Also arbeite ich mit einem Browser-Fenster, das etwa 1.200 Pixel Breite hat. Schaue ich dann aber bei einem 4:3-Bildschirm mit meinetwegen echter Bildschirmbreite von 1.280 Pixel Breite die Seite nochmal an, haut es mich vom Hocker, wie riesig die Seite dann daherkommt.

So habe ich auf einer Kandidatenseite mit einem sehr großen Kopf des Kandidaten gearbeitet und bin fast vom Stuhl gefallen, wie riesig das auf einem "normalen" Bildschirm daherkommt. Nun gut, das war so gewollt, aber es ist gewöhnungsbedürftig, dass man aufpassen muss – das Bildformat macht der Intuition und dem Ästhetikgefühl durchaus zu schaffen.

Ich habe übrigens am Samstag in das noch geheime Ding schauen dürfen, was einmal die Kandidatenseite von Frank-Walter Steinmeier zur Bundestagswahl sein wird – das Ding wird der absolute Hammer und bestätigt einige Dinge, die ich auch als zentrale Ansätze von Politik 2.0 ansehe und danach arbeite. Ich konnte kaum ruhig sitzenbleiben.

Breitbildmonitor versus Pantoffelkino.

Man könnte jetzt fast sagen, ich habe heute abend mein kleines Vietnam erlebt und bin hübsch in eine kleine, visuelle Falle getreten. Aber fangen wir mal von vorne an:

Schon seit einer ganzen Weile flirte ich damit, meinen alten 17-zölligen TFT-Bildschirm auszurangieren. Der hat noch das Seitenverhältnis von 5:4 (SXGA, also 1.280 mal 1.024 Pixel) und ist damit der letzte Bildschirm im Haus, der nicht im Breitbild daherkommt. Das ist gerade in Sachen Computer durchaus nervig, denn so ein Bildschirm kann mit einer Auflösung von 1.280 mal 1.024 Pixel sehr schnell sehr klein werden können – wer mit Photoshop arbeitet oder Videoschnitt am Bildschirm betreibt (fatalerweise auch noch Videos im Breitbildformat), merkt das sehr, sehr schnell.

Faktum war also, dass der neue Bildschirm unbedingt im Breitbild daherzukommen hat. Im EDV-Bereich ist das derzeit am weitesten verbreitete Seitenverhältnis16:10 mit den Auflösungen 1680 mal 1050 Pixel (WSXGA+) oder 1.920 mal 1.200 Pixel (WUXGA). Ersteres fiel schon mal flach, das ging mir in die Breite nicht breit genug, denn das wären gerade mal 400 Pixel mehr. Uninteressant. WUXGA war da schon besser, denn das bedeutete in der Höhe immerhin ein Plus von 176 Pixel, in die Breite aber schlappe 640 Pixel mehr.

Nun bin ich etwas der Geschichte aufgesessen, dass sich im Computerbereich angeblich anstatt 16:10 immer mehr 16:9 als Seitenverhältnis durchsetzen würde. 16:9 ist das Seitenverhältnis von HDTV und so kommen 16:9-Bildschirme hauptsächlich in zwei Auflösungen daher, nämlich 1.280 mal 720 Pixel (HD 720) oder 1.920 mal 1.080 (HD 1080 bzw “Full HD”). Ersteres ist wiederum uninteressant, letzteres dann aber die Äquivalenz für WUXGA. Ein 16:9-Monitor, so meine Denke, wäre gar nicht so unpraktisch, denn gerade im Videoschnitt habe ich dann tatsächlich den vollen Bildschirm zur Verfügung und nicht, wie bei 16:10, oben und unten kleine, schwarze Streifen.

Schön und gut, das stimmt. Und mit rund 195 Euro bin ich mit einem 22-zölligen HD-1080-Bildschirm an sich preislich auch recht gut davongekommen. Nur nicht in Sachen Bildgröße, denn die Bildschirmdiagnose ist ein potentiell gefährlicher Wert, wenn man Monitorwelten vergleichen will: 22 Zoll sehen in einem Seitenverhältnis von 4:3 nämlich gänzlich anders aus, als in einem Seitenverhältnis von 16:10 – das Bild wird zwar immer breiter, dafür wird die Höhe immer kürzer. 16:9 verschärft dieses Dilemma um noch eine Nuance.

Und jetzt ist es nun so, dass mein 22-Zoll-, 16:9-, HD-1080-Bildschirm vom Bild her weitgehend die gleiche Höhe hat, wie mein alter 17-Zoll-, 5:4, SXGA-Bildschirm. Wäre an sich kein Problem, allerdings quetschen sich in die gleiche Höhe nun nicht mehr nur 1.024 Linien, sondern 1.080. Das hört sich wenig an, aber wir reden hier davon, dass nun auf potentiell kleinerem Raum mehr Pixel untergebracht werden.