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BarCamp Stuttgart 4.

5. Oktober 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in Netzleben

Letztes Wochenende fand in Stuttgart das inzwischen legendär gewordene BarCamp Stuttgart 4 statt, diesmal in einer fast schon rekordverdächtigen Länge von Freitagabend bis Montagabend (wenn man den gemeinsamen Kinobesuch mit hinzurechnet). Ich hatte mir eigentlich ein ausgiebiges Barcamp-Wochenende vorgenommen, dieses Vorhaben wurde jedoch von akuten Rückenschmerzen einkassiert, so dass es bei mir nur zum Samstag reichte. Aber nun gut, genommen wird, was gegeben wird.

Session “CAcert – Wie ist der Stand, was gibt es Neues?” von Andreas Albrecht und Dirk Astrath

Diese Session zum Them CAcert, einer alternativen Zertifizierungsstelle, die vollständig auf dem Ansatz basiert, dass die Nutzer ein eigenes “Web of Trust” aufbauen und sich selbst zertifizieren, war, wenn man es so sehen mag, eine Reminiszenz zu meiner Zeit als Systemadministrator. Ich finde die Idee der dezentralen Vergabe von Autorität in einer Certification Authority einen sehr spannenden und gewinnbringenden Ansatz. Auch wenn man leider sagen muss, dass CAcert immer noch eine Geschichte ist, die meiner Meinung nach nicht richtig in die Gänge kommt und immer noch recht weit davon entfernt ist, in alle gängigen Webbrowser mit ihren Root-Zertifikaten hineinzukommen.

Albrecht und Astrath haben einen schönen Überblick über den aktuellen Stand des CAcert-Projektes gegeben und natürlich auch einen ganzen Block an Formularen dabeigehabt, um den Sessionteilnehmern die Möglichkeit zu geben, sich gegenseitig zu zertifizieren. Vielleicht wird es irgendwann ja mal etwas mit CAcert.

“Workplace of the future NOW” von Uwe Hauck

Ich war ein kleinwenig faul und wollte den Raum nicht wechseln und habe mir einfach mal die nächste Session von Uwe Hauck angetan, in dem er darüber referierte, wie wir “digitalen Nomaden” in der heutigen Welt zu Hause (oder im Büro) sitzen und digital mit der Firma oder mit Kollegen arbeiten. Das liest sich auf der einen Seite recht aufregend, hat aber auch durchaus diskutable Nachteile. Denn wo schaffen wir digitalen Nomaden eine Grenze zwischen Arbeit und Privatleben? Wann ist bei uns der Arbeitstag zu Ende? Wann haben wir Wochenende?

Es entwickelte sich – so war es von Uwe Hauck auch sicher gedacht – eine Diskussion und niemand konnte erwarten, dass die perfekte Lösung am Barcamp dabei herausspringt. Aber die Ansätze, dass in der modernen Arbeitswelt nicht mehr einfach nur das “Absitzen” der Arbeitszeit zählt, sondern letztendlich die Erfüllung einer definierten Zielvorgabe, das ist schon etwas, was genau dort hin führt, wo wir uns zukünftig sehen müssen. Es gab genau genommen nicht viel Neues hier zu lernen, aber schon die Bestätigung Anderer, dass sie die gleichen Denkspiralen bei dem Thema spinnen, reichte mir vollkommen.

“VG Wort Zählpixel” von Wolfgang Tischer

Wolfgang ist als Betreiber von literaturcafe.de eine feste Größe in Sachen digitales Publizieren und da ich seit einigen Wochen mit der Zählpixelei der Verwertungsgesellschaft Wort ebenfalls experimentiere, war diese Session eigentlich Pflicht. Da geht es bei mir gar nicht mal so sehr um das Thema Bloggen, sondern eher um das Thema netplanet (also das Internet-Lexikon), denn hier werden einige Texte tatsächlich extrem stark frequentiert und ein paar Euro aus einer Autorentätigkeit zu verdienen, kann nicht schlecht sein. Reich wird man davon sowieso nicht.

Wolfgang Tischer hat dann auch einen schönen Überblick darüber gegeben, wie man sich bei der VG Wort anmeldet, einen Packen Zählpixel bekommt, sich den vernünftig organisiert, sie korrekt einbindet, später personalisiert und dann Monate später dann die ersten Gelder auf dem Konto empfängt. Auch wenn ich das mit den Zählpixeln schon am Start habe – schön, ein paar Dinge austauschen zu können, denn diese Zählpixelei ist, gelinde gesagt, ein Krampf. Wir Blogger, die ein schnelles Publizieren gewöhnt sind, fühlen uns hier mitunter durchaus ein Stück ins 19. Jahrhundert versetzt. ;-)

“Wann tragen wir (endlich) den Begriff Social Media zu Grabe?” von Oliver Sigrist

Am Ende musste ich Oli kurz vor der Sessionplanung am Samstagmorgen noch etwas zwingen, dann aber hat er sich doch entschlossen, seine ketzerisch anmutende Session auf die Agenda zu setzen. Und das war eine gute Entscheidung, denn in der Dreiviertelstunde entwickelte sich im kleinen Plenum eine interessante Diskussion, die locker auch noch zwei Stunden länger hätte dauern können.

Dass Social Media ein Buzzword ist und nichts anderes wie eine Disziplin von Public Relations oder, ganz einfach, der Öffentlichkeitsarbeit ist, ist unbestreitbar. Ebenso bewegte sich die Diskussion auf ein weiteres, spannendes Thema, nämlich die Frage, ob Social Media als Ersatz zu klassischen Medien dienen kann oder nicht. Daraus entwickelte sich dann ein längerer “Dialog der Olivers”, nämlich dem Oliver Sigrist mit dem Oliver Gassner und da haben dann zeitweise zwei Wissenschaftler einen längeren Dialog miteinander geführt. :-)

“Mobile Fotografie” von Marco Polletin

Marco Polletin hat einen kurzen und knackigen Überblick über Foto-Apps geboten, vornehmlich für die iOS-Plattform, mit einigen Namensnennungen jedoch auch für Android. Und danach gab es auch noch eine kleine Fotosafari vors Haus.

Drumherum

Das, was ein Barcamp ausmacht, nämlich die Treffen und Diskussionen jenseits der Sessions, das funktionierte in Stuttgart wieder einmal hervorragend und vollkommen automatisch. Das liegt natürlich zum einen daran, dass das Stuttgarter Barcamp für die Szene eine Art Klassentreffen ist, aber eben auch an interessanten Menschen, Aufgaben, Antriebe und Hobbys. Man sieht einen Bekannten (mitunter auch Leute, die man noch nie in “Reallife” gesehen hat), quatscht sich fest, diskutiert, trinkt einen phantastischen Kaffee, bedient sich vom grandiosen Buffet und setzt sich vielleicht raus vor die Liederhalle in die herrlichste Oktobersonne. Ja, das Barcamp-Leben kann gut sein und Cheforganisator Jan Theofel weiß, wie man sowas organisiert. ;-)

Fazit

Wenn man beim letztjährigen BarCamp Stuttgart 3 noch überlegt haben sollte, ob das Stuttgarter Barcamp zu den Highlights der deutschen Barcamp-Kultur gehören kann oder nicht, dann ist spätestens dieses Jahr diese Frage geklärt: Es kann nicht nur, es muss. Das beweisen die Teilnehmerzahlen, der Run auf die Anmeldungen, das dann tatsächlich volle Haus, die vollen Sessionpläne und die gute Stimmung. Und an Jan ist ein echter und professioneller Eventmanager verlorengegangen.

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WordCamp 2011 in Köln.

25. September 2011 | 6 Kommentare | Veröffentlicht in Netzleben

Hinweis: Es gibt am Ende dieses Artikels ein nachträglich hinzugefügtes Addendum.

Die deutsche WordPress-Community hat zu ihrem diesjährigen Barcamp gestern nach Köln an die Humanwissenschaftliche Fakultät (welch wunderbarer Wink mit dem Zaunpfahl) geladen. Der Einladung war zu folgen.

“WordPress sprachfähig machen – Lokalisierung Kür oder Krampf?” von David Decker

Die Session wählte ich, weil ich mit dem Übersetzen von Open Source ja schon die eine oder andere Erfahrung habe und die andere, interessante Session in diesem Zeitslot zum Thema E-Commerce vermutlich mächtig überlaufen sein würde (was sie auch war). Davids Session war jedoch dennoch eine sehr ordentliche Geschichte zum Einstieg, da neben seinen Erfahrungen aus der Übersetzungsarbeit eine Menge Verweise auf Plugins abfielen, die ich mir notierte und die näher angeschaut werden müssen.

Generell bleibt in Sachen Internationalisation zu sagen, dass in der WordPress-Entwicklung noch eine Menge Verbesserungspotential in Sachen Übersetzung liegt. Es fiel unter anderem eine Aussage, dass die Nutzung einer Übersetzungsdatei die WordPress-Installation bis zu 44 % verlangsamt. Ich habe das zwar nie gemessen, habe aber die generelle Verlangsamung ebenfalls beobachtet. Dazu kommen die vielen Unzulänglichkeiten, die bei der Plugin-Entwicklung entstehen, wenn Plugin-Entwickler schlicht nicht berücksichtigen, dass auf diesem Planeten nicht nur Englisch gesprochen wird. Dabei wäre es so einfach, einfach eine Schnittstelle für Übersetzungsdateien zu schaffen und tatsächlich finden sich auch immer wieder Menschen, die dann auch entsprechende Übersetzungen zur Verfügung stellen.

“Spaßbremse beim Bloggen – rechtliche Rahmenbedingungen” von Maximilian Brenner

Der Rechtsanwalt Maximilian Brenner veranstaltete vermutlich einer der erfrischensten Sessions des WordCamps – nämlich die aus Sicht eines Rechtsanwaltes. Und die ist selbst in der bunten Social-Media-Welt knochentrocken und formalistisch. Mit einem brillanten Zynismus zeigte er, wie man als Blogger ruckzuck die Basis dafür schaffen kann, in stürmischeres, juristisches Fahrwasser zu kommen, was für die meisten Blogger auch der sofortige Ruin bedeuten dürfte. Und das fängt alles bei der Definition an, ob ein Blog privater Natur ist oder geschäftlicher. Privat ist es tatsächlich nur, wenn es rein private Inhalte aus Familie etc. beinhaltet und keinerlei “regelmäßige, meinungsbildende Inhalte”. Letzteres durchzuhalten, dürfte für die meisten Blogger, die nicht einmal im Jahr aus dem Urlaub bloggen, schon gehörig schwierig werden.

Ist man aus der Definition des Privatbloggers draußen, geht es dann schon los: Impressumspflicht nach § 5 TMG wegen des Anbietens eines Dienstes, Angabe eines redaktionell Verantwortlichen nach § 55 RStV, Informationen über die Verarbeitung personenbezogener Daten. Und das alles dann nicht nur im Weblog, sondern auch auf den Microblogging-Kanälen. Hier immerhin gibt es die Möglichkeit der “Zwei-Klick-Lösung”, d.h. einem direkten Link zu einem Impressum im Weblog. Prinzipiell muss aber im geschäftlichen Verkehr tatsächlich auch der Twitter-Stream mit einem Impressum versehen sein.

Anhand der vielen Notizen, die die meisten Session-Teilnehmer machten und einiger recht hilflos wirkender Fragen, die Maximilian Brenner herzlich amüsant beantwortete, nehme ich an, dass in den nächsten Tagen einige Leute ihre Impressen sehr stark umbauen werden. Inklusive meiner Person.

“Genesis Theme-Framework” von Heinz Duschanek und “Xtreme One Theme-Framework” von Alex Frison und Michael Preuß

Die nächsten zwei Session-Blöcke waren dann Framework-Geschichten. Mit Frameworks habe ich bis jetzt noch recht wenig Erfahrungen, weshalb ich einmal sehen wollte, was da geht – und da geht was.

Heinz Duschanek von der österreichischen E-Werkstatt entschuldigte sich schon zu Beginn über seinen österreichischen Akzent und verwies darauf, dass er “die Fähigkeit, Hochdeutsch zu sprechen, nach und nach verlieren wird”. Die verlor er tatsächlich auch sehr schnell, dennoch war sein Überflug ins Genesis- Theme-Framework gut und umfassend.

Mit Theme-Frameworks wird die Web-Entwicklung gehörig vereinfacht. Mit Child-Theming ist es möglich, ein bestehendes Theme mit relativ wenig Einstellungen und dem Austausch von wenigen Grafikelementen an den Kundenbedarf anzupassen. Das Genesis-Framework geht da einen umfassenderen Ansatz mit Einstellungenmöglichkeiten in Sachen SEO und vielen anderen Bereichen, während das Xtreme One Theme-Framework, in das Alex Frison und Michael Preuß einen Einblick gaben, sich auf weniger Bereiche beschränkt, hier aber erschlagend viele Einstellungsmöglichkeiten bietet. Das, was die beiden in Sachen Widget-Design zeigten, ist an Konfigurationsmöglichkeiten kaum noch zu übertreffen.

Beide Frameworks, die wie viele andere Frameworks kostenpflichtig sind, zeigen sehr anschaulich eine Entwicklung: Websites von kleineren Firmen können gut aussehen, mit WordPress ein vernünftiges CMS an Bord haben und mit einem Framework kostengünstig und effizient entwickelt werden.

“Bestehende WordPress-Seiten auf Multisite umstellen” von Walter Ebert

Walter hielt einer der inhaltlich anspruchsvollsten Sessions, in die er auf die “Erwachsenenversion” von WordPress, der Multisite-Installation einging. Für mich ist WordPress Multisite immer noch “WordPress µ”, auch wenn das natürlich nicht mehr so ist – die Multisite-Version von WordPress wird nicht mehr als getrenntes Projekt geführt, sondern steckt in jedem WordPress drin und muss nur noch aktiviert werden.

Wie das grundsätzlich geschieht, hat Walter Ebert in einem Schnellkurs beschrieben und ist dann später auch die richtig spannenden Dinge eingegangen, nämlich wie man die Inhalte aus einem Einzelplatz-WordPress in eine Multisite-Installation übernimmt. Der Artikel-Ex-und-Import ist zwar der offizielle Weg, dauert jedoch bis in die Puppen und beinhaltet immer noch die gewaltige Arbeit, alle Plugins auf der neuen Instanz manuell konfigurieren zu müssen. Das hat mich von einigen größeren WordPress-Geschichten bei uns auf dem Server immer zurückschrecken lassen.

Der Weg über einen MySQL-Dump hat Walter beschrieben, mit einigen Insider-Tipps garniert und darauf gepocht, dass der Weg gar nicht so schlimm ist, wie er sich anhört. Für mich ein Ansporn, es tatsächlich mal auf diesem Weg zu probieren. Natürlich nur mit expliziten Backups. ;-)

Fazit zum WordCamp 2011 Köln

Überraschend gut, überasschend unaufgeregt, überraschend “barcampig”, überraschend gute, inhaltliche Qualität. Zwar variiert die inhaltliche Qualität in barcamp-artige Konferenzen mitunter gewaltig (keine weiteren Kommentare, die Sessions meines “Lieblingsschlagersängers” besuche ich nicht mehr), allerdings findet man echte inhaltliche Juwelen zu dem Preis nur auf einem Barcamp. Und während die großen Barcamps inzwischen immer mehr zu Schlipsveranstaltungen von ganz arg wichtigen und an sich inkompetenten Leuten verkommen, ist das WordCamp als “Nischen-Barcamp” schön außerhalb dieser unschönen Entwicklung. Und ein Barcamp an einer Universität und dort in normalen Klassenräumen abzuhalten, ist “back to the roots”. Die Organisation war gut, das spendierte T-Shirt kommt mit einem tollen Motiv daher, die Verpflegung war herausragend und das von Netcologne gesponserte WLAN funktionierte sogar und hätte sicherlich auch noch besser funktioniert, wenn nicht jeder immer gleich alle seine zehn Gadgets am WLAN anmelden müsste.

Blogger-Kollege Jens vom Pottblog war übrigens auch da. Das heißt: Nicht immer ganz vollständig mit Körper und Verstand, aber BVB-Fans haben samstags eigentlich besseres zu tun:

Ich habe tatsächlich schon um 17 Uhr zusammengepackt und bin mit Straßen- und U-Bahn zurück zum Hauptbahnhof gefahren, um nochmal schnell eine Runde um den Kölner Dom zu fahren und staunend zu sehen, wie tausende Touristen davor sitzen und ebenfalls staunen, allerdings eher über den Kölner Dom an sich. Und vielleicht auch über die davor sitzenden und liegenden Trunkenbolde, die ja wirklich überhaupt keine Scham kennen und ihren Rausch mitten auf der Domplatte ausschlafen. Bei uns im Ländle wird sowas weggekärchert, bevor sie überhaupt ihr erstes Bier im Leben trinken.

Auch ein Erlebnis: Ein praktisch leerer ICE-Großraumwagen, den wir uns zu dritt geteilt haben. Und das erste Mal bei 300 Stundenkilometern aufs Klo gegangen. Bei der Geräuschkulisse und der Schaukelei kommt man sich in dem glänzenden Toilettenabteil vor wie im Space Shuttle. Nur was für die Harten. ;-)

Addendum vom 26. September 2011

Zum WordCamp gibt es in der deutschen Blogosphäre inzwischen ein eher durchwachsenes Stimmungsbild. Bemängelt werden da vor allem die an sich üblichen und auf dem WordCamp teilweise fehlenden “Barcamp-Gepflogenheiten” wie die fehlende Vorstellungsrunde und die weitgehend schon vorab feststehende Sessionplanung.

Kurzum: Ja, kann man monieren. Und nein, muss man nicht unbedingt. Es könnte mich durchaus nerven (was es nicht tut), wenn ich mir anschaue, wie Fans von Barcamps, die vorgeben, die Offenheit und Ungezwungenheit von Barcamps so sehr schätzen, gerade hier auf Formalien pochen, die angeblich erst ein Barcamp zu einem Barcamp machen.

Mir ist es relativ egal, ob man am Anfang eine Vorstellungsrunde macht, in der man viele Namen und viele Hashtags hört, die man im gleichen Moment wieder vergisst. Mir ist es auch relativ egal, ob eine Sessionplanung schon vorgeplante Inhalte hat (und ausdrücklich noch Raum für Ideen vor Ort) oder völlig nackt daherkommt. Ich will vor allem Dinge lernen und mitnehmen und das gern in Sessions, die gut sind und mit Leuten gefüllt, die ähnliche Ideen oder zumindest Bedürfnisse haben und mit denen man dann in Kontakt treten kann. Das ist der Mehrwert in meinen Augen.

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BlogCamp Switzerland 5 in Zürich.

5. September 2010 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in WebZweiNullWelt

Mit Jan Theofel, Oliver Gassner, Oliver Sigrist und mir begab sich gestern Frühmorgen der Viererbob “Baden-Württemberg 1” in den Eislaufkanal in Richtung Süden, um um Punkt 10 Uhr im Technopark von Zürich auf der Matte zu stehen und dem fünften BlogCamp Switzerland die Aufwartung zu machen. Mit rund 100 angemeldeten Usern, von denen dann am Ende etwa 80 tatsächlich kamen, gehört das BlogCamp Switzerland eher zu den kleineren Barcamps. Wer jedoch die Unkonferenzartigkeit von Barcamps kennt, weiß, dass “weniger” nicht wirklich “weniger” bedeuten muss.

So war es dann auch. Der Technopark in Zürich gab als Veranstaltungsort einen sehr modernen Charme ab, auch wenn das WLAN anfänglich etwas eierte, dann aber doch funktionierte. Intro und Outtro fanden in einem größeren Vorlesungssaal statt, dessen Name “Fortran” sehr deutlich zeigte, dass man sich im Technopark der Informatik bewusst zu sein scheint. Die eigentlichen Barcamp-Sessions fanden dann in vier Konferenzräumen statt. Oder nennen wir es lieber Hinterzimmer, denn pro Raum passten 30, 40 Teilnehmer hinein, die Vortragstische waren quasi direkt vorne an der Projektionswand und das VGA-Kabel auf dem Vortragstisch im Falle meines Vortrages in Raum C doch immerhin gewaltige 5 Zentimeter lang. ;-)

Dass das BlogCamp gut war, zeigte sich vor allem dadurch, dass alle 16 Sessionslots belegt wurden. Jeweils vier Sessions wurden gleichzeitig in vier Vortragsräumen gehalten und genau vier Zeitscheiben gab es. Zusammenfassung der von mir besuchten Sessions:

“Facebook killed the Bloggerstar – Über die Zukunft von Blogs” von Ralph Hutter (@pixelfreund)

Ralph Hutter hat in einem hübschen und flotten Vortrag eine These aufgeworfen, dass seiner Meinung nach Weblogs anfangen, zu einer aussterbenden oder zumindest zu einer kleiner werdenden Informationsmasse im Internet werden. Seine weiterführende These ist die, dass dies vor allem dadurch ausgelöst wird, dass gestandene Blogger, die in der Vergangenheit sehr viel gebloggt haben, immer mehr ihre “Schreibtätigkeit” auf Social Networks ausüben, wobei wir im deutschsprachigen Raum hier derzeit von Facebook reden.

Allerdings, so Hutter, ist das Aussterben eher als “Marktbereinigung” zu sehen. Potentiell überleben Fachblogs und andere Arten von professionell betriebenen Weblogs eher und sorgen für eine höhere Informationsqualität. Damit geht sicherlich ein Stückweit der Charme der Blogosphäre flöten, der bisher vor allem von Meinungen und Inhalten Einzelner transportiert wurde.

Seinen Vortrag gibt es auf seiner Website, inklusive einigen Bildern: Facebook killed the Bloggerstar

“Bloggen im Bürgermeisterwahlkampf” von mir

Politik 2.0 ist ein erwartungsgemäß ein Nischenthema, deshalb verirrten sich nur ca. 10 Teilnehmer in meine Session. Nichtsdestotrotz waren die Inputs gut, wichtig und interessant, zumal die Nachfrage, was nach der Wahl kommt, stärker im Fokus liegt, als ich “befürchtet” habe. Die entstandene Diskussion fließt daher nahtlos in das ein, was ich zu diesem Thema noch entwickeln will.

Meinen Vortrag gibt es hier im Blog: Bloggen im Bürgermeisterwahlkampf

“Channels for delivering health services” von Frank Calberg

Was der in Zürich lebende Däne Frank Calberg beruflich genau macht, ist mir immer noch nicht ganz klar, aber: Selten habe ich einen so interessanten Vortrag gesehen, wie diesen. Calberg hat in seiner Session einen Überblick darüber gegeben, wie in Zukunft die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ablaufen könnte und welche Beispiele es schon heute gibt.

Und siehe da: Es gibt tatsächlich Lösungsansätze, die Patienteninformationen sinnvoll vernetzen können und von denen sowohl Patient, als auch Arzt profitieren können. Ergänzt durch innovative Arztkonzepte wie beispielsweise einem Ambulanzbus, der ähnlich wie eine fahrbare Bibliothek zu Patienten fahren kann  und eine vollständige Arztpraxis darstellt (hat mir sehr gut gefallen), könnte man tatsächlich die Gesundheitsbranche mit revolutionären Ideen fit machen für eine älter werdende Gesellschaft und Sorge dafür tragen, dass auch in ländlichen Gebieten die medizinische Versorgung sichergestellt werden kann.

Ein echtes Session-Highlight, das auch davon lebte, dass zwar nur Frank Calberg, Jan Theofel und ich die Session bearbeiteten, aber dafür wir drei eine ausgiebige Diskussion führten.

Da er seinen Vortrag in seinem Weblog nicht verlinkt hat, hier ein Link auf Slideshare, wo sich sein Vortrag befindet: Channels for delivering health services

WordPress als Basis für eine Online-Zeitung von Ute Hauth

Ute Hauth, Chefin des Unternehmens miradlo in Konstanz, hat in ihrer Session vorgestellt, wie mit WordPress eine Online-Zeitung realisiert werden kann. Die Online-Zeitung ist see-online.info und wird von der Journalistin Waltraud Kässer bestückt und das durchaus ambitioniert, denn mit bis zu zehn redaktionellen Artikeln bewegt man sich auf dem Niveau so manch einer Lokalzeitung.

Fazit: WordPress packt das und ist auch für eine Online-Zeitung ein würdiges Redaktionssystem, das sich verhältnismäßig einfach erweitern lässt.

BlogCamp-Fazit

Schön war es, das kleine Team des BlogCamp Switzerland rund um Peter Hogenkamp herum hat gute und solide Arbeit geleistet. Klein, fein, nicht überladen und am Ende gab es noch ein nettes “Meet-Out” mit Schokolade aus dem Migros, einem von Frank Calberg gesponserten Kuchen und zwei Paletten 0,5-Liter-Dosenbier Löwenbräu. Letzteres hat zwar so gar nichts mit Zürich oder der Schweiz zu tun, verfehlte aber dennoch nicht seine Wirkung.

Und Zürich ist um diese Jahreszeit eine Reise wert. Zufälligerweise war just gestern die Eröffnung des “Viadukts”, einer Art Einkaufszentrum, das auf mehreren hundert Metern unter den Bögen einer steinernen Bahnbrücke gebaut wurde und eine Reihe von interessanten und lustigen Geschäften beherbergt. Eine phantastische städtebauliche Idee inmitten eines Arbeiterviertels, die ich mir unbedingt nochmal in Ruhe anschauen muss. Dank an Sam Steiner und Markus Hegi, die uns spontan dorthin zum gemeinsamen Mittagessen mitnahmen.

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Vortrag zum 5. BlogCamp Switzerland.

4. September 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in BlogWelt

Wenn wir nicht alle verschlafen haben, dürfte ich jetzt gerade auf dem Weg nach Zürich sein, um dort am fünften BlogCamp Switzerland teilzunehmen, bei dem ich als Rookie zum ersten Mal dabei bin. Hierzu habe ich einen Vortrag im Gepäck, der sich mit dem Thema Online-Campaigning im Bürgermeisterwahlkampf beschäftigt und eine Zusammenstellung der wichtigsten Erfahrungspunkte in Sachen Weblog beim Pforzheimer OB-Wahlkampf 2009 von Gert Hager darstellen soll. Wird ein hochkomprimierter Vortrag, bei dem ich mich, wie vorgestern schon befürchtet, schon etwas frage, wie ich das in 20 bis 30 Minuten unterbringen werde, aber wir fahren ja auch nicht in den Streichelzoo.

Here we go, hier die PowerPoint-Vortragsunterlagen:

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Und hier als PDF: Vortragunterlagen “Bloggen im Bürgermeisterwahlkampf”

Hinweis: Der Vortrag ist nicht im Namen von Gert Hager entstanden und damit kein offizielles Statement von ihm, der SPD oder der Stadt Pforzheim.

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Vortrag auf dem BlogCamp Switzerland.

2. September 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in Interna

Am Samstag findet in Zürich das fünfte BlogCamp Switzerland statt. Oliver Sigrist und ich nehmen erstmals daran teil und werden am Samstag in tiefster Frühe unsere Pferde satteln und hinreiten.

Da das Barcamp-Konzept von der aktiven Partizipation der Teilnehmer lebt, bringen wir etwas mit, nämlich einen Vortrag. Dieser Vortrag wird sich um ein schon etwas älteres Thema drehen, das mir nach wie vor sehr am Herzen liegt, nämlich das Bloggen im Bürgermeisterwahlkampf. Bei 20 bis 30 Minuten Vortragszeit wird das zwar ein Schnellsprechmarathon, aber am Thema soll es nicht scheitern. Die Vortragsunterlagen werden dann am Samstag hier noch veröffentlicht, derzeit bin ich noch dabei, die letzten Dinge einzuarbeiten und das Ding noch etwas aufzuhübschen.

Und für diesen Vortrag ist es ausnahmsweise noch gut, dass die alte Wahlkampfseite des schon längst gewählten Oberbürgermeister Gert Hager noch online ist, was sich jedoch, so viel sei verraten, demnächst ändern wird. Wer also noch klauen will, so wie das einst die CDU Pforzheim etwas unprofessionell getan hat: Jetzt ist die beste Gelegenheit dazu.

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