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Direktbanken und Warnhinweise bei spekulativen Geschäften.

3. Oktober 2008 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in FinanzWelt

Im ZDF jammert jemand, er habe bei einer deutschen Direktbank DAX-Zertifikate gekauft, die dummerweise von der inzwischen pleite gegangenen Investmentbank Lehman Brothers herausgegeben wurden. Er habe daraufhin mit seiner Bank telefoniert, die jedoch nur bestätigen konnte, dass seine Papier derzeit nicht handelbar seien und er mit einem Totalverlust rechnen müsse. Er, der Kunde, jammert nun, man hätte ihn nicht davor gewarnt und eigentlich müssten auf solchen Zertifikatsprospekten ähnliche Warnhinweise stehen, wie auf Zigarettenschachteln.

Da hat der gute Mann vermutlich eine kleine Leseschwäche. Mir ist bisher noch kein Verkaufsprospekt für ein Zertifikat untergekommen und noch nicht mal eine Werbeanzeige, in dem/der nicht darauf hingewiesen wurde, dass ein Zertifikat gewisse Risiken bergen kann. Zudem haben Banken eine Beratungspflicht, die sich auch auf Direktbanken erstreckt und die Direktbanken für gewöhnlich mit ausführlichem Informationsmaterial erledigen und in denen die Spezialitäten von Zertifikaten erläutert werden - eben auch die Gefahren eines Totalverlustes, wenn das herausgebende Institut beispielsweise eine Bauchlandung macht.

In solchen Fällen, also wenn ein Kunde bei einer Direktbank seine Dokumentation nicht liest und Dinge kauft, von denen er keine Ahnung hat, muss ich sagen: Pech gehabt. Zertifikate sind nichts für Anfänger, weil sie von Hause aus ein erheblich höheres Risiko haben, als beispielsweise klassische Aktienfonds, deren Vermögenssumme getrennt vom Vermögen des Fondsanbieters verwaltet werden.

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Mittendrin in der Finanzkrise.

30. September 2008 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in FinanzWelt

Wer es noch nicht gemerkt hat, dem sei gesagt, dass die Finanzkrise inzwischen ziemlich bedrohliche Ausmaße angenommen hat und es eigentlich ans Eingemachte geht. Gestern hat es mit der Hypo Real Estate, an sich ein solides Unternehmen mit einem großen Bestand an solventen und staatsnahen Kreditnehmern, weitgehend nur deshalb gewackelt, weil eine Tochter dieser Gruppe akute Probleme mit dem Bezug von liquiden Mitteln bekam, da sie ebenfalls im Strudel mit faulen Krediten in der US-Immobilienflaute steckt. Analysten und Experten, die gefragt werden, wie es denn mit den normalen Geschäftsbanken aussieht, antworten schon mit der Aussage, dass keine akute Gefahr besteht, da deren Kundschaft größtenteils aus konservativen Anlegern besteht. Sprich: Die Banken trauen sich untereinander immer weniger, der Staat muss immer stärker und immer öfter einspringen und alles funktioniert an sich nur deshalb, weil die Kundschaft nicht in Panik verfällt. Hoffentlich.

Die Frage wird wirklich sein, wie die nächsten Wochen aussehen. Dass sich Staaten immer stärker in die Bankenwelt einmischen und kurz einmal eine ganze Reihe von Banken verstaatlichen (was noch vor wenigen Monaten kaum einer für möglich hielt), ist bedenklich, wenn auch nicht unbedingt katastrophal. Zum einen sind es häufig Bürgschaften, die nicht unbedingt Zahlemann & Söhne bedeuten, sondern als Sicherung gelten, und zum anderen sind die aufgekauften Banken und faulen Kredite ja nicht unbedingt verbranntes Geld und könnten in mittelferner Zukunft mit einem Verkauf oder einer anderweitigen Verwertung zu einer schwarzen Null oder gar zu einem Gewinn führen. Was allerdings zweifellos ein Problem ist: Die Liquidität, die Banken so erhalten, führt dazu, dass diese vorläufig und vermutlich einige Zeit lang dem Staat fehlt und das mittelfristige Risiko besteht, dass noch einiges an dem investierten Geld auf der Strecke bleibt.

Weiter betrachtet kann sich sowas zu einem richtig harten Bumerang auch außerhalb der Bankenwelt entwickeln, denn wenn der Staat weniger handlungsfähig wird und die Banken groß damit beschäftigt sind, ihre faulen Kredite von einer Ecke zu anderen zu schaufeln, leiden die Unternehmen, die ebenfalls kurz-, mittel- oder langfristig fremdes Geld benötigen. Mit den Rettungsmaßnahmen werden wir also weltweit durchaus noch einige Jahre nett beschäftigt werden.

Zum eigenen Wertpapierdepot: Tja, wer noch nicht aufgeräumt hat, kann es jetzt getrost bleiben lassen, (wenn er nicht gerade auf hochentzündlichen Zertifikaten sitzt, bei denen es teilweise wirklich ums Eingemachte geht), denn alles, was jetzt verkauft wird, geht hoffnungslos unter Preis. Also zusammenreißen, Schotten dicht machen, Augen zu und durch. Der Dienstag wird vermutlich einer der übelsten Tage werden, den die Finanzmärkte je gesehen haben. Die harten Brüder und Schwestern unter uns werden sich morgen vermutlich sogar noch mit Einkäufen bedienen, allerdings ist das selbst mir viel zu heiß gerade.

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Dauer von Überweisungen.

23. September 2008 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in FinanzWelt

Es soll mir bitte niemand mehr sagen, es würde bei allen Banken immer gleich dauern, Geld von A nach B zu überweisen: Es stimmt nämlich schlicht und einfach nicht. Faktum ist, dass ich bei der Comdirect Bank gestern eine Überweisung an eine Raiffeisenbank losgelassen habe (die in einem anderen Girokreis liegt) und die Überweisung heute morgen vom Empfänger bestätigt wurde.

Ich habe mich bei der Sparkasse immer wieder darüber geärgert, dass wenn ich an einem Nachmittag Geld überweise, dieses Geld erst am übernächsten Tag beim Empfänger aufschlägt. Ein Tag lang ist dieses Geld im Nirwana, denn es ist sofort nach der Überweisung nicht mehr bei mir und auch noch nicht beim Empfänger. Und das ist eine dämliche Sache, denn es macht mich höchst unflexibel. Denn kauft man Mittwochs etwas bei eBay und überweist es sofort, landet es so erst am Freitag beim Empfänger und wenn dieser dann mit einem Paketdienst versendet, der am Samstag nicht ausliefert, landet die Ware erst am Montag. So stelle ich mir das alles nicht vor, wenn ich online bankere und ja damit effektiv der Sparkasse auch noch Arbeit abnehme. Dass sich mit dem Geld aber ein Institut für einen Tag lang noch mit einer Tagesgeldanlage den Hintern vergolden lässt, das ist inakzeptabel und genau darauf läuft es nämlich hinaus.

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Die Peinlichkeit hinter dem Kauf der Postbank.

12. September 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in FinanzWelt

Eigentlich wäre der Kauf der Postbank durch die Deutsche Bank eine idealer Moment, den Dottore, Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzenden Dr. Josef Ackermann, elegant aus dem Ledersessel zu schießen. Denn an sich ist der Kauf der Postbank, die überproportional viele hochkonservative Sparbuchbesitzer und Nicht-Millionäre zur eigenen Kundschaft zählt und damit jahrelang beste Umsätze einfahren konnte, die größtmögliche Peinlichkeit für die Deutsche Bank.

Nichts hat die Deutsche Bank länger und penetranter betrieben, als die Abwehr von Kunden mit, sagen wir, weniger als 100.000 Euro Geldeingang pro Jahr. Das Filialnetz wurde konsequent ausgedünnt, der Kundenanteil mit Peanuts-Potential zunächst zur Bank24 ausgelagert, wieder eingegliedert, wöchentlich mit neuen Beratern versehen, und zu lustigen Anlageformen überredet bis sie dann doch irgendwann das Weite gesucht haben und auch irgendwann die Deutsche Bank merkte, dass es ohne das lästige Fußvolk, dass nur den Straßendreck in die gewienerten Schalterhallen hereinschleppt, dann doch nicht funktioniert.

Was die Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken mit ihrer fast schon penetrant liebevoll gepflegten Kundenfolklore auf der einen Seite für das seltsame Image der deutschen Bevölkerung im Ausland tun, macht die Deutsche Bank auf der anderen Seite wiederum mit Elefantenherden in Porzellanläden fast schon traditionell wieder kaputt. Und die Gewinner sind die billigen Consumerbanken mit vornehmlich ausländischen Besitzern, die gar nichts wirklich gut machen, außer Consumerkredite verkaufen.

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Werbung von der Commerzbank.

4. September 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in FinanzWelt

Die Commerzbank will mich gern als Kunden haben und bietet mit ein kostenloses Girokonto an. Und damit mir das einfacher fällt, gibt es einen 75-Euro-Gutschein obenauf, wenn ich anschlage. So weit, so gut, wenn auch nicht wirklich eine Alternative. Denn wenn auch das Girokonto nichts kostet - dann kostet wieder das Wertpapierdepot eine Kleinigkeit, dann kosten die Maklergebühren wieder etwas mehr und so weiter und so fort. Ich brauche es derzeit ein wenig flexibler.

Das beiläufig niedliche dabei ist nur, dass ich ja eigentlich schon Commerzbank-Kunde bin, wenn auch bei der Tochtergesellschaft Comdirect Bank. Wollen die Jungs doch tatsächlich ihrer Tochtergesellschaft die Kundschaft abspenstig machen. :-)

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