Neuer netplanet-Artikel zu Cloud Computing.

Das Thema Cloud Computing war schon lange auf meiner Agenda für neu zu schreibende netplanet-Artikel. Das vor allem auch deshalb, weil das Thema schön in die Rubrik „Aufbau des Internet“ passt und immer stärker auch das Internet beeinflusst. Praktisch alle größeren Online-Dienste sind ohne Cloud Computing undenkbar und beziehen ihre Rechenressourcen aus Cloud-Installationen, ohne eigene Rechenzentren oder Serverfarmen zu betreiben.

Im Gegensatz zu vielen netplanet-Artikeln ist der Cloud-Computing-Artikel recht technisch geraten (wobei es noch viel, viel komplizierter geht, wenn ich mir anschaue, was ich hier als Informationsgrundlage herumliegen habe). Das Thema Cloud Computing ist aber kaum einfach zu erklären, wenn es um technische Belange geht.

Mich würde gern interessieren, wie den geneigten Lesern der Artikel mundet. Trocken? Süß? Korkig? Wer ein paar Kommentarzeilen darüber hier verliert, erarbeitet sich zuverlässig den Weg zur Dankesseite in netplanet.

Zwei neue netplanet-Artikel.

Genau, zwei neue Artikel am Start, beide in der Rubrik Digital Living und die jetzt mit diesen zwei Artikeln endlich so langsam zu einer richtigen Rubrik wächst, denn vorher gab es dort nur einen einzigen Artikel und jetzt schon mal drei.

Mobile Computing.

Zu Mobile Computing muss ich den geschätzten Lesern dieses Blogs wenig erzählen, denn tatsächlich lesen mehr als die Hälfte der Leser dieses Blog über mobile Geräte. Und vermutlich noch eine ganze Reihe mehr, denn Mobile Computing ist nicht nur das Smartphone und das Tablet, sondern auch das Laptop. Tatsächlich ist Mobile Computing nicht nur fest verwurzelt in der heutigen Computer- und Internet-Nutzung, sondern einer der wichtigsten Auslöser der heutigen Verbreitung von Computern und Internet. Ein großer Teil an Kommunikation kommt von „unterwegs“ zustande und das wird auch in Zukunft sicherlich nicht weniger, sondern mehr.

In meinem Artikel (leider erst mal eine große Textwüste, weil ich Bilder noch machen müsste) geht es um die grundsätzliche Definition und geschichtliche Aspekte, aber das kennen die meisten netplanet-Leser ja schon:

Location Based Services.

Dieser Artikel liegt schon seit längerem auf Halde und war bis vor einigen Tagen weitgehend nur eine Stichwortsammlung. Und eigentlich war das Schreiben dieses Artikels irgendwann gegen Mitte des Schreibens der Auslöser, zuerst den obigen Artikel zu schreiben, weil ohne Mobile Computing keine Location Based Services möglich sind, zumindest nicht so, wie wir sie kennen.

Location Based Services, also das Nutzen von standortbasierten Diensten, ist so ein Hidden-Champion-Ding. Die wenigsten machen sich Gedanken darum und dennoch nutzt praktisch jeder, der ein Smartphone besitzt, regelmäßig standortbasierte Dienste, die vor 15 Jahren noch mehr oder weniger Science-Fiction-Potential hatten. Der tatsächliche Medienwandel findet nicht vor den Kulissen des Mobile Computings statt und schon gar nicht in der Wechselwirkung zwischen Zeitung und Online-Medium, sondern er passiert hinter den Kulissen. Und Location Based Services gehören hier zu den größten Motoren des Wandels.

Man beachte vor allem meinen Versuch, Location Based Services in fünf Kategorien zu packen. Das will ich ausdrücklich als Versuch verstehen, der sich vielleicht durchaus noch überarbeiten oder ergänzen ließe, denn dazu gab es schon eine kleinere Diskussion in Google+.

Das Dilemma mit dem korrekten definiten Artikel des Begriffes „Blog“.

Beim Konzeptionieren eines Kundenblogs habe ich vor drei Jahren explizit den definiten Artikel zum Wort „Blog“ im Namen des Weblogs eingesetzt. So hieß das Weblog des Autohaus Gerstel eben nicht „Gerstelblog“, sondern „Das Gerstelblog„. Das hatte vor allem seine Gründe im Branding des Blogs. Ein Corporate Weblog (also ein ein Weblog eines Unternehmens) hatte damals und hat auch heute noch einen Seltenheitswert und da es darüber hinaus wichtig war, das Weblog auch schnell und vor allem markant zu bewerben, gab es eben den definiten Artikel davor.

Im Guideline des Blogs (ja, sowas gibt es tatsächlich) gab es dazu auch einige Hinweise dazu, wann der definite Artikel im Namen einzusetzen war und wann nicht. Kurzum: Es hat eigentlich immer „Das Gerstelblog“ zu heißen, außer wenn der vollständige Einsatz des Namens grammatikalisch zu unsinnigen Konstruktionen führt. Also wenn es z.B. heißen soll: „Die Funktion des Gerstelblog ist funktional“, dann hat der eigentlich im Genus geschriebene Artikel wegzubleiben, weil hier der Artikel im Kasus daherkommt. Brandbuilding hin oder her.

Und dann kam die Diskussion über den richtigen definiten Artikel des Begriffes „Weblog“.

Bei allen Begrifflichkeiten, die aus der englischen Sprache kommen und ins Deutsche importiert werden, stellt sich früher oder später die Frage des „Geschlechts“. Ist es nun „das“, „der“ oder gar „die“ Blog? Mit diesen Diskussionen beschäftige ich mich schon seit einer halben Ewigkeit, denn schon beim allerersten Artikel, den ich 1997 drüben in netplanet verfasst habe und in dem es über die E-Mail ging, kam diese Fragestellung gleich mehrfach auf.

Im Schnelldurchlauf: Bei unklarem Geschlecht arbeitet man sich bedacht anhand der Übersetzung vor. Die „E-Mail“ muss auch im Deutschen „E-Mail“ heißen, weil die Begrifflichkeit auch in der deutschen Sprache so übernommen wurde. Die gängigsten Übersetzungen für „Mail“ sind „Nachricht“ oder „Post“, beides feminim und damit empfiehlt sich der feminine Artikel auch für den Begriff „Mail“ – es ist „die“ Mail.

Bei „Blog“ wird es differenzierter, weil „Blog“ ein Kunstwort aus dem Kunstwort „Weblog“ ist. Noch weiter aufgedröselt besteht das Wort „Weblog“ aus dem Web und dem Log, beides Wörter, die neutral sind. Bei Wortkombinationen gilt die Regel, dass der letzte Wortbestandteil entscheidet, welches Geschlecht das Wort hat. Eigentlich ist es daher beim Begriff „Weblog“ verhältnismäßig extrem einfach, denn das Log (ein frühes Gerät zur Geschwindigkeitsmessung auf Segelschiffen) ist, wie schon gesagt, maskulin, eine deutsche Übersetzung wäre es demnach naheliegenderweise auch.

Und dann kommt bei solchen Diskussionen immer noch die gesellschaftliche Akzeptanz.

Ein Beispiel hierfür: Die URL. „URL“ steht für „Uniform Resource Locator“. Das ist schon in der englischen Sprache ein Wortungetüm mit fast schon künstlerischem Wert, erfunden von einem Wissenschaftler namens Tim Berners-Lee im Rahmen seines Web-Projekts. „Locator“ übersetzt man in dem Zusammenhang am ehesten mit „Beschreiber“. „Beschreiber“ ist ein Verbalsubstantiv des Begriffes „schreiben“ und Verbalsubstantive sind für gewöhnlich maskulin (könnten aber theoretisch mit der Suffix „-in“ auch feminim eingesetzt werden).

Wie auch immer: Die URL ist eigentlich am saubersten „der URL“. Und nur weil es einst keine Klarheit darüber gab, welches Geschlecht man der Abkürzung „URL“ bzw. der Übersetzung der englischen Wortgruppe geben sollte, entwickelte die Sprech der Gesellschaft ihre eigene Interpretation und definierte „die“ URL. Wohl auch deshalb, weil URL fälschlicherweise als „Internet-Adresse“ angesehen werden. Das ist leider sehr falsch, weil URL eigentlich noch viel mehr beinhaltet, als eine einfache Adresse im Sinne von „wo geht’s hin“.

Alles Sonderfälle, die es vor allem auch deshalb andauernd gibt, weil sich moderner Slang immer schneller bildet. Der Begriff „URL“ zum Beispiel ist gerade einmal 20 Jahre alt, im populären Wortschatz maximal 15 Jahre. Das Internet hat uns in kürzester Zeit eine Flut von Wörtern beschert, von denen nur die allerwenigsten den Luxus haben, dass man sich bei ihrem Einsatz in der deutschen Sprache beim Einsatz des passenden Artikels absolut sicher sein kann.

„Das“ Blog auf dem Weg zur Geschlechterumwandlung

„Das“ Blog geht seit einigen Jahren fast denselben Weg, wie einst „der“ URL. Nämlich in die Geschlechterumwandlung. Zwar nicht ganz so schlimm wie eben beim URL, der mal eben so vom Männchen zum Weibchen gemacht wird, sondern „nur“ vom Neutrum ins Maskulinum. Da hat man noch Glück im Unglück, denn z.B. im Genitiv-Singular ist der Artikel für maskuline und neutrale Artikel derselbe („des Autos“, „des Fahrers“).

Auch aus diesem Grund tun sich die „Götter“ schwer. Die Duden-Redaktion verweist bei diesem Thema zwar auf „das“, schreibt aber zusätzlich „auch der“ dazu. Das Neutrum ist also eigentlich korrekt, aber man kann es auch maskulin nehmen. Und so eine schwammige Ansage ausgerechnet vom Duden …

Im Populärwortschatz scheint das Maskulinum zu gewinnen. Schon heute kennt Google mit dem Begriff „der blog“ über 2,5 Millionen Seiten, mit „das blog“ nur 1,9 Millionen. Beim Suchtrend, visualisierbar bei Google Trends, scheint die neutrale Variante noch zu führen, allerdings kommt da die Kurve von oben runter. Das schaut nicht sehr gut aus.

Wie geht es weiter?

Im Falle von netplanet und bestehenden Einsätzen gilt bei mir folgendes:

  • Der Duden ist bei mir das sprachliche Maß der Dinge.
  • Schreibt der Duden „das, seltener auch der“ zu einem Wort, dann ist „das“ das Maß der Dinge.
  • Schreibt der Duden irgendwann mal stattdessen „der, seltener auch das“ (also umgekehrt), dann werden neue Worteinsätze mit der neuen Schreibweise geführt, bestehende Formulierungen bleiben.

Ausnahmen bestätigen bei solchen Sachen allerdings immer die Regel. Möchte der Kunde „der Blog“, wird es eben „der Blog“. Und genau hier ist eigentlich immer noch das Dilemma zu Hause.