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Olympia in ARD und ZDF.

26. Februar 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Mit Sportübertragungen im Fernsehen konnte ich die letzten 15 Jahre wirklich nicht sehr viel anfangen. Das liegt vermutlich an meinen traumatischen Erfahrungen als Kameraassistent mit Kameraeinsätzen bei der Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und dem VfB Stuttgart. Für Fernsehleute ist Sport das härteste Arbeitsumfeld, die der Enthusiasmus zu bieten hat und das fällt vor allem dann auf, wenn man sieht, dass es unter Kameraleuten auffallend wenig eingefleischte Fußballfans gibt.

Die Olympischen Winterspiele von Vancouver haben das aber nun gedreht, was aber vor allem an der überzeugenden Berichterstattung liegt. Und als alte Fernsehproduktionssau begeistert mich vor allem, wie nun endlich auch die Technik mit dem “Journalistenwillen” Schritt halten kann:

High Definition

Ganz klar, HD ist der zentrale Meilenstein im Sport. Produziert werden die Bilder im Mutter aller Formate, nämlich in Full-HD mit 1080 Linien und 60 Vollbildern pro Sekunde. Von ARD und ZDF werden die Bilder auf das “kleine HD” mit 720 Linien heruntergerechnet und darüber hinaus auf 50 Vollbilder reduziert, denn dieses “720p50″ ist das Hausformat der European Broadcasting Union (EBU).

Das “kleine HD” tut dem Spektakel jedoch keinen Abbruch, denn es ist weniger die Linienzahl, die das Bild macht, sondern die Zahl der Bilder pro Sekunde: Mit normalem PAL lassen sich nur 25 Bilder pro Sekunde übertragen, die dann in einer Mogelpackung als 50 Halbbilder pro Sekunde übertragen werden; zuerst das Halbbild mit ungerader Zeilenzahl, danach das nächste Halbbild mit gerader Zeilenzahl und so weiter. Übertragungsformate mit 50 Halbbildern führt zwar zu flüssigeren Bewegungen als mit 25 Halbbilder (man denke bei letzteres an das Kino, das mit 24 Vollbildern arbeitet), allerdings sehen Bewegungen von Hause aus “verwaschen” aus, Details kommen einfach nicht gut herüber, als mit 50 Vollbildern.

Was ARD und ZDF da also an Bildern von den Sportstätten mit 720p50 liefern, ist wirklich Bewegtbild in High End, erste Sahne.

Kinoton

Früher waren Sportübertragungen einfach und schrecklich. Man hatte das Bewegtbild, man hatte mehr oder weniger guten Ton von der Veranstaltung und man hatte den Ton des Kommentators in telefonhörerartiger Qualität. Und das trifft es schon genau, denn früher kamen von Sportstätten das “Weltsignal”, also Bild und Ton ohne jeglichen Kommentar. In den Kommentatorkabinen, die unmittelbar an den Sportstätten liegen, saßen dann die Kommentatoren am Telefon, das zur jeweiligen Sendezentrale verbunden war und kommentierten tatsächlich über das Telefon. Das sorgte zwar für den typischen “fernen” Eindruck von Livekommentaren, allerdings ist ein “schöner” Ton nicht zu unterschätzen.

Ironischerweise glauben auch heute noch viele Fernsehzuschauer, dass der “schöne” Ton der heutigen Livekommentare so schön ist im Gegensatz zum Telefongenuschel von früher, dass der Kommentator unmöglich vor Ort sein kann, sondern möglicherweise im warmen Sendezentrum in Deutschland sitzt. Das ist aber tatsächlich nicht so, die Kommentatorkabinen an den Sportstätten gibt es immer noch, nur gibt es inzwischen für die Tonübertragungen vernünftige und bezahlbare Bandbreiten.

Im übrigen sei angemerkt, dass Raumklang inzwischen der Normalfall ist. Wer also zu Hause eine vernünftige Surround-Soundanlage hat, kann die auch einsetzen.

Entfesselte Kamera

Die entfesselte Kamera halte ich für die eigentliche Revolution in der Sportübertragung. Das hat man sehr schön bei den Biathlon- und Langlaufwettbewerben gesehen. Dort gibt es das übliche “Weltbild”, aber unmittelbar vor den eigentlichen Wettbewerben noch Kommentare vor Ort von einem Moderator und einer/einem Expertin/Experte. Dieses Bild wird schon von einem eigenen Produktionsteam der jeweiligen Fernsehanstalt produziert, ist aber inzwischen auch nicht mehr unüblich.

Was allerdings dann schon richtig neu war, war die schnelle Schaltung zum jeweiligen Bundestrainer während den Wettbewerben, um so ein brandaktuelles Stimmungsbild einzuholen. Gerade die so eingefangenen Livekommentare von Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle waren mehr als “live” und wirklich mitten aus dem Geschehen heraus. Der Begriff “geil” trifft es für diese Art der Liveberichterstattung gerade noch so.

Für all diese Spielereien braucht man eine “entfesselte Kamera”, die einerseits ohne groß verlegte Kabel auskommen muss, andererseits aber live ihre Bilder in die Produktion übertragen kann. Das macht man inzwischen mit an den Spielstätten vorhandenen Funknetzen und für Fernsehsender reservierte Funkkanäle, in die sich die jeweiligen Kameras einfach einschalten, egal wo sie gerade in der “Funkwolke” stehen.

Wer das miterleben möchte: Heute Abend gibt es ab 20:30 Uhr den Biathlon-Wettbewerb 4×7,5 km Staffel Herren. Ab 20 Uhr einschalten und miterleben. Auch für absolute Sportmuffel ideal zum Staunen.

Das Studio an den Sportstätten

Was die entfesselte Kamera von ARD/ZDF direkt vor Ort an den Sportstätten im Olympiaort Whistler produziert, landet nicht direkt im so genannten “International Broadcast Center” in Vancouver, in dem praktisch alle Fernsehsender kostengünstig produzieren können, sondern im eigens eingerichteten Produktionsstandort in Whistler, wo auch das “Panoramastudio” der beiden Sender steht, das man auf das Hilton Hotel von Whistler aufgebaut hat. (An dieser Stelle Dank an ARD-Redakteur Dirk Hofmeister, der mir via Twitter den Tipp gegeben hat, da ich in Google Earth partout nicht das passende Dach finden konnte. Auch diese Art der Interaktion per Web 2.0 – Respekt. Man muss es nur tun.)

Diese Zwischenstelle in der Produktion mag zwar nicht gerade wenig Geld kosten, allerdings ist das ein Schlüsselelement in der gesamten Berichterstattung, denn nur so hat man die Sportler, die ihre Wettbewerbe in Whistler absolvieren, direkt in einer heimeligen Atmosphäre für die Nachberichterstattung und zudem kann man auch hier eben verhältnismäßig einfach mit den Teams in den Sportstätten live – und eben wirklich “live” – interagieren.

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Lobbyisten gegen Opportunisten gegen Protektionisten gegen Kommunisten.

28. Dezember 2009 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Eigentlich ist es zum Brüllen komisch, wenn es nicht gerade um die öffentliche Meinungsbildung der Republik ginge. Wir nehmen drei Spieler für unser Spiel:

  1. Lobbyisten, in diesem Spiel der Axel-Springer-Verlag mit seiner eher einfältigen Paid-Content-Strategie, die sich weitgehend auf die Pflege zweier iPhone-Apps für die beiden größten Springerblätter BILD und WELT beschränkt und einer stümperhaften Zugriffssperre für iPhones auf die Websites der beiden Blätter.
  2. Opportunisten, der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland, in diesem Spiel insbesondere die ARD, die auch auf die Idee gekommen ist, eine eigene iPhone-App zu entwickelt, die immerhin kostenlosen Zugriff auf Inhalte der Tagesschau ermöglichen soll.
  3. Protektionisten, in Form von Politikern, die Dies und Das protektionieren.
  4. Kommunisten, in diesem Spiel die bösen Internet-Nutzer, die, aus Sicht so manch Herausgebers, schmarotzend durch das Web vagabundieren und  den Inhaltsanbietern alles vom Teller klauen.

Und nun dürfen wir seit den letzten Tagen ein bizarres Schauspiel erleben. Name des Spiels: “Alle gegen einen und alle diese irgendwie auch gegeneinander.”

Der Axel-Springer-Verlag hat im Spiel den ersten Zug getan und beschlossen, jetzt im Internet Geld zu verdienen. Irgendwie. Vielleicht hat einer der Verantwortlichen ein iPhone und entdeckt, dass dort ein fürwahr netter Verkaufsladen eingebaut ist, mit dem man seine Inhalte irgendwie verscherbelt bekommt. Da iPhones auch eher zur höheren Konsumklasse gehören, muss da auch Geld verdient werden können.

Also flux zwei Apps programmieren lassen und rein in den App-Store. Achso, das iPhone hat einen Webbrowser? Okay, kein Problem, sperren wir einfach die Websites der betreffenden Zeitungen, die nur noch kostenpflichtig per App betrachtet werden sollen, für Zugriffe des iPhone-Webbrowsers. Und los geht es! Die Apps kosten jeweils 79 Cents und es ist auch nicht so ganz deutlich, dass mit diesen 79 Cents nur ein Abo für die ersten 30 Tage verbunden. Aber egal, die Apps schieben sich sofort auf die Hitlisten und allein das ist doch schon mal ein paar Flaschen Champagner wert.

Funktioniert das alles? Letztendlich egal, denn die flankierenden Töne aus dem Axel-Springer-Verlag lassen nachdenklich werden. Die Internet-Nutzer sind weiterhin “Kommunisten”, die alles kostenlos haben wollen. Selbstverständlich ist nicht der Content schuld, dass immer weniger Menschen Zeitungen lesen wollen und man redet natürlich auch nicht so gern darüber, dass man online sicherlich eine erkleckliche Summe Geld durch Werbeeinnahmen verdient, aber brüllen ist nun mal einfacher, als ernsthaft zu diskutieren.

Sprich: Würden diese beiden Apps funktionieren und genügend Menschen zu kostenpflichtigen BILD- und WELT-Abonnenten werden, wäre alles in Ordnung für den Verlag. Würden nicht genügend Menschen Abonnenten werden, wäre es aus der Sicht des Axel-Springer-Verlages eine Bestätigung über die Kommunisten, die eben nichts zahlen, sondern schmarotzen wollen.

Nächster Zug, man sollte es nicht glauben, die alte Tante ARD. ARD-Verantwortliche denken laut darüber nach, auch eine iPhone-App zu schreiben, diesmal für die gute, alte Tagesschau. Bekanntlicherweise gibt es auf dem iPhone ja nicht eine einzige Nachrichten-App und dummerweise mit der App der Deutschen Welle… na gut, die Deutsche Welle ist ja auch eher fürs Ausland gedacht. Egal, das iPhone ist irgendwie hipp und selbst wird man hipp, wenn man auf hippen Wellen mitreitet.

Huch, denkt sich jetzt der Axel-Springer-Verlag, wer fährt uns denn da in die Parade. Nachrichten-Apps, das haben wir doch im Programm und eigentlich wollen wir damit doch Geld verdienen. Wie aber Geld verdienen, wenn andere Leute ihr Zeug ebenfalls als App ins iPhone stellen? Nun gut, das kann man in einer freien Marktwirtschaft nicht wirklich verbieten, aber Moment – die ARD ist ja eben öffentlich-rechtlich. Höchste Eisenbahn, mal ein paar Telefonate zu führen.

Nächster Zug: Politik. Die Anrufe fruchten und es finden sich Politiker über die Weihnachtszeit, die nicht nur ihre Wunden lecken oder einfach ein paar freie Tage genießen, sondern auch etwas zu sagen haben. Mit dem Kulturstaatsminister Bernd Neumann sogar einen Politiker aus der zweiten Reihe! Nein, es kann ja nun wirklich gar nicht sein, dass die ARD bzw. der öffentlich-rechtliche Rundfunk den privaten Nachrichtenlieferanten Konkurrenz macht. Die Argumentation ist zwar stark fragwürdig und eigentlich völliger Nonsens, weil alle Beteiligten im Internet (also dem App-losen Ding) schon längst eine weitgehend friedliche Koexistenz pflegen.

Weiter im Spiel: Im die ARD ausschimpfenden Artikel, der sinnigerweise auch noch in der WELT erschienen ist, dürfen Politiker gleich die ganze Munition gegen die ARD verschossen, darunter das zentrale K.O.-Argument, das CDU-Medienfachmann Wolfgang Börnsen in die “BILD” diktierte, dass nämlich eine Nachrichten-App der ARD die Brüsseler Behilfeentscheidung gefährden könnte. Und das wäre dann der richtige Super-GAU, denn diese Beihilfeentscheidung stellt grundlegend in Frage, was der öffentlich-rechtliche Rundfunk denn eigentlich so machen darf und was nicht. Sie dürfen Rundfunk machen, aber während beispielsweise die GEZ nicht so wirklich zwischen Rundfunk, Internet und vermutlich auch nicht zwischen Waffeleisen und singenden Kochtöpfen unterscheiden kann, kann es die EU sehr wohl.

Die Lobbyisten haben also Angst um ihre Argumentation, die von den Opportunisten konterkariert wurde und aus diesem Grund werden die Protektionisten von den Lobbyisten gegen die Opportunisten in Stellung gebracht.

Manchmal kann es, zumindest zeitweilig, sehr lustig sein, Kommunist zu sein.

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Die Polizei aus Sicht der ARD.

20. September 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Wer die ARD-Vorabendserie “Großstadtrevier” nicht kennt, könnte über die vermittelnden Botschaften des eindringlich dafür propagierenden Werbebanner glatt irritiert sein. So habe ich mir Polizisten eigentlich schon immer vorgestellt:

Szenen eines Werbebanners für die ARD-Vorabendserie "Großstadtrevier"

Dummerweise ist die Serie auch genau so, wie das Klischee zu vermitteln versucht. Willkommen in der ARD und willkommen bei der deutschen Polizei. “Bärendienst erweisen” nennt man so etwas dann auch.

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Würde die ARD Giga.de kaufen?

19. Februar 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Vor einigen Jahren hätte man noch sagen können: Auf gar keinen Fall. Die ARD kauft nichts, was sie a) nicht selbst erfunden hat, b) was modern wirken könnte, c) was albern ist und d) was mehr als 20 Euro kostet.

Heutzutage gilt genau das Gegenteil. Auf der inzwischen verzweifelten Suche nach Zuschauern unter 55 Jahren, die nicht nur das Erste anschauen, weil es zufälligerweise bei vielen Fernsehern das erste Programm ist, das nach dem Einschalten des Fernsehers auf dem Bildschirm erscheint, ist nichts mehr sicher vor der Altherrenriege der Anstaltsleitungen, die sich auch heute noch traditionell mindestens einmal in der Woche in einer Telefonkonferenz trifft und möglicherweise das schon richtig modern findet. Immerhin ist gelebte Dezentralität das Credo der ARD und ist nicht auch das Internet irgendwie dezentral?

Anyway: Giga.de ist am Ende. Der lustige Handkäsesender für Computerspiele, amerikanische Sportarten, Lifestyle, Promi-News. Mit furchtbar jungen Moderatoren und offenbar auch furchtbar jungem Produktionsteam, die sich auf furchtbar burschikose Kameraführungen spezialisiert haben. Premiere, der derzeit letzte Besitzer des Formates, hat augenscheinlich ganz andere Probleme und muss das Ding loswerden.

Da es ja nun auch schon einen schwarzen US-Präsidenten gibt und man heutzutage tatsächlich auch für jeden umfallenden Sack Reis eine eigene Facebook-Unterstützergruppe einrichten kann, hat die Giga.de-Community – immerhin angeblich 1,5 Millionen (!) Mitglieder stark – nun doch tatsächlich die Lösung gefunden: Endlagerung bei der ARD.

Man bloggt sogar schon liebevoll mit Rechtschreibfehlern und hält Interviews (bezeichnenderweise mit ARD-Sendern). Und auch wenn ARD und ZDF mit Computerformaten im Fernsehen nach wie vor nichts anfangen können – kein noch so kruder Hype ist vor der ARD inzwischen sicher, immerhin darf sogar Oliver Pocher bei der ARD auf den Sender, sogar vor Publikum. Noch vor zehn Jahren wäre sowas sofort vom Sicherheitsdienst aus dem Haus getragen worden.

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HD an Weihnachten.

25. Dezember 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Wer einen HD-fähigen Receiver und einen passenden HD-Fernseher hat, hat über Weihnachten wieder die Gelegenheit, etwas mehr HDTV als üblich zu sehen. Die ARD sendet das Programm von EinsFestival wieder simultan auch in HD (Astra 1, 12,422 GHz horizontal, Symbolrate 27.500, 3/4), wenn auch wieder nur in der EBU-empfohlenen HD-Schmalspurversion 720p.

Unter anderem wird heute seit um 11.45 Uhr die gesamte (!) elfteilige BBC-Serie Planet Erde in HD ausgestrahlt, immerhin bis um 20 Uhr. Das ziehen die Freunde dann nochmal am Donnerstag und nochmal am Dienstag durch, so dass man durchaus ziemlich geplättet am Fernseher sitzen und staunen darf. Die Bluray-Discs sind allerdings mit vollen 1080p noch um einiges grandioser, wohingegen die DVD-Fassungen fast wie Versionen aus dem Kinderzoo wirken.

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Frohe Weihnachten und so!

24. Dezember 2008 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in WebZweiNullWelt

Heute ist blog-technisch vermutlich einer der schwächsten Tage im Jahr, jedenfalls bloggt heute niemand, außer Oli in enz.info. Vermutlich sitzen auch kaum Leute im Büro und starren in die Landschaft hinaus, denn es hat heute noch niemand (!) angerufen. Und ich habe auch nicht eine einzige E-Mail im dienstlichen Postfach (mal abgesehen vom Spam). Keine Anrufe, keine klingelnden Paketboten, keine E-Mails – es könnte einem Angst und Bange werden, wenn nicht gerade Weihnachten ist. :-)

Der Tag hat schon unrühmlich begonnen, als ich heute Morgen um 0:20 Uhr im Bowlen in PlayStation Home wunderbar in einem Spiel gegen drei nette Franzosen in Führung lag, bis sich der PlayStation-Home-Client aufgehängt hat und das Problem nur durch einen Konsolen-Reset behoben werden konnte. “This is living“, nicht?

Der Heise-Verlag hat heute auch die Spendierhosen an und spendet zwei Science-Fiction-Kurzgeschichten mit den Titel “Glas” und “Das ferne Dröhnen der Motoren“. Vielleicht ganz nett für Anfänger der Materie, ich finde die Geschichten eher mager.

Ansonsten staune ich seit einigen Tagen auch über den im Internet immer besser anlaufenden Wahlkampf von Barack O’Gümbel und vor allem darüber, wie er sich gut in den elektronischen Medien gibt. Da es hierfür nach wie vor keine Vergleiche mit anderen, deutschen Politikern gibt, ist das eine Pionierleistung, die sogar wohlwollend von der Politikredaktion von SPIEGEL Online honoriert wird, ganz nach dem schwäbischen Paradigma: “Net g’schimpft isch g’nug g’lobt.”

Was noch? Ach ja, Fernsehen. Die ARD ballert zu Weihnachten eine Reihe von Fernsehadaptionen berühmter Märchen ins Programm, die Daniel Haas (“Verstehen Sie Haas?”) nur noch mit extrem viel Sarkasmus erträgt. Möglicherweise kann ich ihm da nur zustimmen, denn schon die Produktionsbilder lassen Dunkles erahnen.

Die Redaktion der Hannoverschen Allgemeinen hat nun seit um 12 Uhr die Gewissheit, dass 281 Euro für gemeinnützige Zwecke aus privater Tasche abzudrücken sind. Der Grund ist, dass seit 3. Dezember 281 neue Twitter-Follower der hauseigenen Twitter-Streams nach einer Aufrufaktion hinzugekommen sind und nun rund 430 Follower den Stream mitlesen. Jetzt müssen sie nur noch auch vernünftige Inhalte in den Stream packen, dann halten sie bis Mitte nächstes Jahres auch mindestens die Hälfte der jetzigen Follower noch. ;-)

Ach ja, Stichwort Twitter. Hat SPIEGEL Online noch vor einigen Monaten die Twitter-Aktivitäten von SPD-Generalsekretär in Grund und Boden verteufelt, sieht man sich heute offenbar Twitter-Leitmedium, denn plötzlich ist das alles ja richtig toll! Und weil schon die RSS-Feeds von SPIEGEL Online eine Katastrophe sind (weil nur die Überschrift gefeedet wird und nicht der Content), hat man das kurzerhand auch in Twitter abgebildet, da man sich hier wenigstens damit herausreden kann, dass man kaum eine SPIEGEL-Online-Nachricht in 140 Zeichen packen kann. Darüber ließe sich streiten. Man kann aber auch offiziell ein Facebook-Freund von ihnen werden. Und wie es sich für schwachsinnige Aktionen für Lemminge gehört, haben sie auch schon über 3.000 Facebook-Freunde..

Nun denn, lassen wir das. Spielverderber sind die Günstlinge von morgen. Was mich wieder daran erinnert, mich weiter mit meinen noch zu schreibenden Aphorismen zu befassen, anstatt auf die heute Abend zu erhaltenen Geschenke zu warten, die weitgehend die obligatorischen Socken und Pullover in Schwarz enthalten. In diesem Sinne.. ;-)

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Der neue Tatort-Ermittler Cenk Batu.

26. Oktober 2008 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Aus Migrantensicht muss ich gleich mal vorwegschicken, dass mich der neue NDR-Tatort ziemlich genervt hat. Weniger durch das notorische Nuscheln von Ermittler Cenk Batu alias Mehmet Kurtulus, sondern eher dadurch, dass dem modernen Drehbuchschreiber zum Thema Türkei offensichtlich nicht viel mehr einfällt wie Dönerbude, illegale Geschäfte, Türken, die andere Türken übers Ohr hauen, instabile Familienbilder und die Familienehre. Geht es auch mal mit weniger Klischees, liebe Fernsehmacher?

Das ist sehr bedauerlich, denn zum Einstand des neuen Ermittlers Cenk Batu, der laut Plot kaum türkisch spricht, hätte man durchaus mindestens so viel experimentieren können, wie mit dem Spannungsbogen (zuerst auffallend lasch, dafür gegen Ende unglaublich spannend), der sich endlich einmal mit skandinavischen Krimis messen kann und der wirklich auffallend guten Fotografie, ohne dem üblichen Polizei-Tatütata, wie es jahrzehntelang zu jedem Tatort gehörte. Endlich einmal ein Ermittler, der nicht vor lauter Berufsehrenepos in kein Hemd mehr passt, sondern durchaus mitdenkt und auch mal Mensch sein kann.

Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, was von Cenk Batu zu halten ist. Warten wir mal die nächsten Tatorte ab.

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ARD, ich bin stolz auf dich!

16. Oktober 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Das hätte ich dem Alte-Herren-Club, der Intendantenriege der ARD-Sendeanstalten, gar nicht zugetraut, dass sie sich irgendwann nach zwei Jahren schwer erträglichem Dopingsumpf des Radsports dann doch einmal hinstellen, den Bettel hinwerfen und die Tour de France eben Tour de France sein lassen. Vor Schreck hat dann auch das ZDF das Mikrofon fallengelassen und gleich hinterher kamen die Organisatoren der Deutschlandtour. Für letztere finde ich das besonders schade, denn die Deutschlandtour war eine richtig professionell gemachte Veranstaltung. Zwar finanziell hart auf Kante genäht, aber es hätte ja nach und nach etwas werden können.

Und ja, es war dringend notwendig. Und ja, man hätte das schon vor zwei Jahren machen können. Und ja, es ist nach wie vor schwer erträglich, dass der ganzen chemische Rotz, den sich die Fahrer da einverleiben, und die ganzen Beteuerungen, Schuldeingeständnisse, Zugeständnisse, bezahlt wird vom deutschen Gebührenzahler. Es wäre schön, wenn sich die öffentlich-rechtlichen Anstalten wieder einmal mehr darauf besinnen würden, dass das Geld nicht aus dem Wasserhahn läuft oder mit der Hauspost zugetragen wird, sondern von Gebührenzahlern stammt, die immer weniger bereit sind, diesen Dreck indirekt zu unterstützen. Dann doch bitte lieber Telenovelas mit den ganzen, lackierten Duracell-Häschen.

Vermutung: Die Radsportverantwortlichen werden nie wieder aus dem Dopingsumpf herauskommen, weil es sonst keine spektakulären Touren mehr gibt.

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Reich-Ranicki for Intendant!

12. Oktober 2008 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Na das muss ja ein Spektakel gewesen sein, als Marcel Reich-Ranikki (SPIEGEL ONLINE) Reich-Ranitzky (ZDF) Reich-Ranicki die Übergabe des Deutschen Fernsehpreises zumindest vorübergehend ablehnte und dem dortigen “Blödsinn” die kalte Schulter zeigte. Nun, hat dem armen Mann niemand vorher gesagt, wie dämlich das deutsche Fernsehen geworden ist und dass man quasi gezwungen ist, sich Pay-TV zuzulegen, um nicht komplett vor der Glotze zu verfaulen?

Immerhin ist der Deutsche Fernsehpreis eine höchst erstaunliche Einrichung, denn es sind daran die vier großen Sender und Senderketten beteiligt, die es in Deutschland gibt: ARD, ZDF, Sat 1 und RTL. Und diese vier Sender verteidigen naturgemäß ihre Territorien und man achtet darauf, jeden programmtechnischen Dünnschiss möglichst gleichermaßen zu huldigen. Und so ist dann der Deutsche Fernsehpreis die ideale Werbeplattform für Jungmoderatoren, die bisher bei Privatsendern die Zeilensynchronisation unsicher machten, sich für die Programmelite der beiden Sender zu empfehlen, die naturgemäß auf der Fernbedienungstaste Eins bis Drei sitzen.

Und mich würde es gar nicht wundern, wenn ARD und ZDF den Auswurf von Marcel Reich-Ranicki gar fest einkalkuliert haben, um auf diese Weise endlich eine Exit-Strategie eingeleitet zu bekommen, aus dieser unsäglichen Huldigung der televisionären Hundehaufen mittelfristig wieder auszusteigen. Vermutlich ohne daran zu denken, dass sie nicht wirklich besser sind und alles dafür tun, das Niveau in den eigenen Programmen so weit abzusenken, damit auch die Gehirntoten wieder auf die Fernbedienungstaste Eins bis Drei kommen.

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