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Badware “iPad”.

28. Januar 2010 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Wenn es einen besseren Indikator dafür gibt, ob Steve Jobs’ Messias-Anwandlungen angekommen sind oder nicht, dann ist es der Aktienkurs von Apple. Und der ist einen Tag nach der Vorstellung des iPad, der angeblich neuen Revolution aus dem Hause Apple, mal eben um über 4 % heruntergeknallt. Selbst die Analystenberichte, die sonst nicht damit sparen, der Steve-Jobs-Verkaufsförderung gehörig auf dem Leim zu gehen, sind eher ernüchternd. Im groben Vergleich kommt im Nachhinein sogar das von Microsoft-Chef Steve Ballmer Anfang Januar vorgestellte Tablet von HP kaum schlechter weg, immerhin soll dieses Tablet mit einem richtigen Windows 7 daherkommen.

Und tatsächlich ist das iPad eigentlich eine atemberaubende Nullnummer, die so gar nichts mit den einstigen Vorstellungen von MP3-Player, Macbooks und iPhones zu tun haben scheint. Ein aufgeblasenes iPhone, ausgesprochen unschön, einem 4-zu-3-Bildschirm und dem bekannt kaputtreglementierten iPhone-OS als Betriebssystem, mit allen bekannten Schwächen, die schon auf dem iPhone nerven. Aber sich nun hinzustellen und ein Surftablett als noch nie dagewesene Neuerung hinzulamentieren, das nur Kindergarten-Programme abspielen kann, kein Multitasking beherrscht und einen flash-losen Webbrowser mitbringt? Das ist nicht innovativ, das lebt nur vom Namen und der Hoffnung, dass die “iSekte” das Gerät wenigstens kauft, weil hinten ein Apfel klebt. Das scheint auch Apple zu dämmern, was letztendlich dadurch zu erkennen ist, dass das iPad offenbar bewusst nicht als neues Biotop mit eigener Software-Welt und den iPhone-üblichen Providerlock-Sperren daherkommen soll.

Meine Vermutung ist die, dass die Innovationskraft von Apple letztes Jahr vor allem durch den längeren Ausfall von Steve Jobs sehr deutlich gelitten hat. Das Ergebnis dieses Stillstandes könnte das iPad gewesen sein.

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Verbitte dir deine Meinung! – Das Gummi-Publishing der BILD-Zeitung.

7. Januar 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

An den drei “T” der BILD-Zeitung – Titten, Thesen, Temperamente – zu rütteln, geht nicht. Die dicken Buchstaben gehören ebenso dazu wie reißerische Berichterstattung, Schleichwerbung, die regelmäßige Verwischung zwischen Reportagen, Kommentaren und Gossen, sowie eben die schwingenden Titten auf Seite 1. Daran lässt die BILD-Zeitung nicht rütteln, vermutlich aber auch deshalb, weil nur ein fehlendes “T” dafür sorgen würde, dass ein Drittel der Leserschaft sofort das Interesse am Blatt verliert. Es gibt ja durchaus so böse Gerüchte, dass viele Leser die BILD-Zeitung gar nicht mehr finden würde, wenn sie nicht mehr so dicke Überschriften auf Seite 1 drucken würde.

Wir sind ja jetzt im Jahr 1 des goldenen Paid-Content-Zeitalters. Der Axel-Springer-Verlag hat sein Zugpferd gesattelt und wird jetzt im Internet reich. Das heißt, fast im Internet, denn das iPhone ist Internet – zumindest für den Axel-Springer-Verlag. Für andere ist das iPhone ein Aquarium der guten Sitten und der teuren Apps, in dem ganz andere Maßstäbe gelten, als für den Rest des Internet. Das Magazin Stern bringt in seiner App eine Bilderstrecke mit Erotik-Bildern? Und hinaus aus dem App-Store! Eine andere, eher alberne App beinhaltet eine Sammlung von Kamasutra-Stellungen, dargestellt mit Fotos, in denen zwei Gummifiguren die Stellungen nachahmen? Raus!

Man muss es sehr deutlich sagen: Apple nimmt sich das Recht heraus, für Millionen von mündigen und erwachsenen Menschen zu entscheiden, was sie auf ihrem iPhone sehen und nicht sehen dürfen. Sowas nennt man für gewöhnlich einfach: Zensur.

Bei der BILD-Zeitung, dem Zentralorgan des lauten und eher schrillen Kehlkopfes, rührt das niemand und man kann sich vortrefflich mit dem Gedanken beschäftigen, ob das einen nun eher grübeln lassen sollte oder eher nicht. Es rührt zwar offiziell niemanden, dennoch ist man bei BILD bei Inhalten für die hauseigene iPhone-App korrekt, denn man “blitzt” – die erst wirklich interessanten Bereiche der leicht bekleideten Damen der BILD-Zeitung werden in den iPhone-Fassungen nämlich wegradiert und übermalt. Duckmäusertum bei der BILD? Erlebt man höchstens dann, wenn über seltsame Machenschaften von CDU-Politikern berichtet werden muss, aber bei TTT? Da wird nur geduckmäusert, wenn es um die eigene Existenz geht und da ist man dann sogar ganz kreativ und vorsorglich:

"Die Redaktionsleitung entscheidet, welche Bilder im Zweifel ‘geblitzt’ werden müssen", erklärt der stellvertretende "Bild"-Chefredakteur Michael Paustian. "Die Regeln richten sich zum einen nach den Vorgaben von Apple – zum anderen nach dem gesunden Menschenverstand und der Einschätzung, welche Nacktdarstellungen in anderen Ländern und Kulturkreisen eventuell anstößig sein könnten. Natürlich muss man sich auch an die geltenden Spielregeln halten, um im App-Store zu erscheinen." Es gehe aber nur um die Entschärfung von Erotik, betont Paustian. Eingriffe in journalistische Inhalte seien ausgeschlossen.

— aus “Zensur-Vorwürfe gegen Apple” im Heise-Newsticker

Was tut man nicht alles, um sein Gesicht zu wahren und die Mautstation nicht zu beleidigen, nämlich im Ernstfall sogar vorsorglich zensieren, zum vorgeblichen Schutze “anderer Länder und Kulturkreise” – im deutschen App-Store. So viel peinliches Herumgekrieche und Teppichgelecke, im Namen der Sitten und des Anstandes, definiert vom heiligen Rat der silbernen Apfelfrucht, ist der BILD-Redaktion vermutlich richtig neu. Steht ihr aber erstaunlicherweise gar nicht so schlecht, denn es passt richtig gut in das bisherige Bild der BILD.

Zensur im Zusammenhang mit Paid Content und den dazwischenliegenden, redaktionsfremden Abnahmestellen – darüber wird noch zu diskutieren sein.

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Das Profi-Business-Werkzeug namens “iTunes”.

19. November 2009 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in ComputerWelt

Mit iTunes Termine zu Outlook zu synchronisieren, funktioniert augenscheinlich kinderleicht. Augenscheinlich. Denn hinter den Kulissen schafft es iTunes tatsächlich, Termine nicht korrekt zu synchronisieren, so dass immer wieder folgendes mit ganztägigen Kalenderdaten passiert:

Synchronisationsfehler Termine Outlook-iPhone

Ganztägige Termine, die Geburtstage nun mal für gewöhnlich sind, sind nach einer Synchronisation auf dem iPhone plötzlich nicht mehr ganztägig, sondern beginnen erst um 23 Uhr und enden um 23 Uhr am nächsten Tag. Oder auch schon um 1 Uhr nachts. Und das nicht bei allen Geburtstagen, allerdings immer nur Geburtstagen und ohne erkennbare Systematik. Und wenn man das nicht schnell genug merkt und fatalerweise das iPhone das nächste mal wieder an den Rechner hängt, synchronisiert das von offensichtlichen Kindern programmierte Gerät die verpfuschten Termine mit gleicher ID wieder zurück in den Outlook, so dass keine Langeweile bei der händischen Terminpflege aufkommt.

Was iTunes unter Windows richtig gut kann? Ressourcen fressen, sich nicht an Rechtevergaben von Windows halten und Leuten auf den Sack gehen.

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