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Beim Karlheinz.

5. Februar 2012 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Es steht ja immer noch eine Art “Kindheitstraum” im Raume, der besagt, dass ich im Alter von 50 Jahren eine Kneipe eröffnen möge. Wer auf diese Idee kam, weiß ich schon gar nicht mehr so genau, ebenso nicht mehr, wann diese Idee in welchem Zustand ausgegoren wurde. Und während schon einige Namen für diese Kneipe im Laufe der Zeit kursierten (unter anderem “The Joshua Tree”), ist der Name für so eine Lokalität gefunden: Der Name wird lautet “Beim Karlheinz”. Und daran hat Google Schuld.

Schuld nicht etwa deshalb, weil ich den Namen in Google gesucht hätte, wie man meinen könnte. Nein, sondern weil “Beim Karlheinz” mein Name ist. Glaubt zumindest das Wörterbuch von Android (2.3.x), wenn man versucht, in einem Textfeld “Besim Karadeniz” einzugeben. Eine richtige, kleine Schlamperei von Android, für die man auch noch mehrfach Anlauf mit der Aufnahme meiner Namensbestandteile in das benutzerspezifische Wörterbuch nehmen muss, bis es Android kapiert.

Nun erwarte noch nicht mal ich, dass Android alle Vornamen dieser Welt kennt. Aber iOS beispielsweise begreift im Laufe der individuellen Konfiguration eines iPhone/iPad, dass der Name des Besitzers des Gerätes höchstwahrscheinlich richtig von demselbigen angegeben wird und übernimmt diese Wörter schon mal von Anfang an in das benutzerspezifische Wörterbuch. Bricht dem System keinen Zacken aus der Krone und der Benutzer wird nicht von Anfang an mit der Nase darauf gestoßen, dass die Wörterbücher der allermeisten mobilen Betriebssysteme im Prinzip genauso doof sind, wie die von Textverarbeitungen auf dem Computer.

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Ständiger Wechsel zwischen 3G und HDSPA am Smartphone.

10. November 2011 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MobileWelt

Bei meinem Samsung Galaxy S2 ist mir ein Phänomen aufgefallen, wenn es in einem UMTS-Netz eingebucht ist. Hat es das nämlich, erscheint für gewöhnlich bei der Feldstärkenanzeige ein kleines “3G”. Das tut es so lange, wie keine Daten übertragen werden – so bald nämlich Daten übertragen werden, wird aus dem “3G” ein “H” und so geht es ständig hin und her.

Ich war sogar kurz davor, bei Samsung einen Schadensfall auszurufen, bis ich mir mal die Mühe machte, ein paar Sekunden darüber nachzudenken. Diese ständigen Wechsel sind nämlich kein Fehler, sondern tatsächlich so gewollt!

Der Hintergrund ist dabei ein relativ plausibler. Die mögliche Bandbreite von UMTS im Urzustand, also der ursprünglichen Protokolldefinition, ist relativ gering. Einst rechnete man da mit einer maximalen Übertragungsbandbreite von etwa 2 Megabit pro Sekunde. In den 1990er Jahren, als UMTS entwickelt wurde, war das noch eine ziemlich hohe Bandbreite, diese Entwicklung wurde jedoch im Laufe der Jahre von der Realität eingeholt. Also hat man UMTS weiterentwickelt und ein Erweiterungsprotokoll namens HDSPA entwickelt. Das ist innerhalb der UMTS-Spezifikation eingebettet, was grundsätzlich nötig ist, weil man ja nicht unbedingt ein komplett neues Netz bauen will. Aus diesem Grund spricht man bei HDSPA-Ausbaustufe auch nicht mehr von “3G” für “3. Mobilfunkgeneration”, sondern von “3.5G” als Zwischenstufe zum UMTS-Nachfolger.

HDSPA ist so aufgebaut, dass es verschiedene Übertragungskategorien anbietet, mit denen downstream, also vom Mobilfunknetz zum Mobiltelefon, höhere Bandbreiten erzielt werden können. Die bei uns in Deutschland für gewöhnlichen Kategorien ermöglichen Übertragungsbandbreiten von 3,6 und 7.2 Megabit pro Sekunde, natürlich immer abhängig von der jeweiligen Netzqualität vor Ort.

HDSPA ist zwar schön und gut, allerdings muss ein Mobiltelefon mehr Strom investieren, um ständig im HDSPA-Betrieb zu sein. Und Strom ist bei modernen Smartphones ein sehr endliches Gut. Aus diesem Grund erkennen zwar viele Smartphones, dass im eingebuchten UMTS-Netz HDSPA verfügbar ist, nutzen es jedoch nur dann, wenn auch tatsächlich Daten zu übertragen sind. Und genau in so einer Situation wechselt dann in der Feldstärkenanzeige das “3G” zu einem “H” und nach der Übertragung auch wieder zurück.

Passiert dieser Wechsel scheinbar aus heiterem Himmel, dann ist auch hier das Smartphone höchstwahrscheinlich nicht kaputt, sondern es werden im Hintergrund Daten übertragen. Das passiert, gerade bei Android-Smartphones, mehr oder weniger regelmäßig, wenn Apps oder Widgets im Hintergrund synchronisieren dürfen.

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1.000 Tage.

11. Oktober 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

1.000 Tage sind in etwa der Zeitraum, in denen Hersteller von Mobiltelefonen die Firmware von Smartphones pflegen. Dabei ist “pflegen” ein sehr dehnbarer Begriff, bei dem sich die meisten Hersteller strikt darauf beschränken, aus der initial verteilten Firmware die Bugs herauszuoperieren und maximal nur sehr moderate Erweiterungen zu integrieren. Man will ja den Kunden nicht dadurch verlieren, dass er so zufrieden mit seinem Gerät wird, dass er kein neues Smartphone mehr kauft.

Zusammenprall der Welten

Tatsächlich leidet unter diesem Zusammenprall der Welten Google mit seinem Betriebssystem Android am meisten. Android hat einen vergleichsweise hohen Entwicklungsschub, was für Google typisch ist. Wird in ein Produkt von Google Energie hineingesetzt, dann hochkonzentriert und stark. Das ist für einen Software-Hersteller natürlich kein so wirklich großes Problem, denn Software-Herstellung verläuft deutlich weniger “schweinezyklisch”, wie Hardware-Herstellung. Ist ein Bug in der Software, wird er eben gefixt. Das Internet unterstützt dieses Paradigma zudem. Ein Software-Update ist heute – wenn überhaupt – nur noch einen Klick weit entfernt.

In Sachen Hardware-Fertigung sieht das alles noch ganz anders aus. Planung, Entwicklung, Kalkulation, Fertigung, Verkauf, Distribution sind alles Dinge, die aufeinander aufbauen, gehörige Vorbereitungen und gewaltigen Einsatz in Sachen Finanzierung und Personal bedeuten und jeder Schritt muss passen. Die Software des Smartphones ist der Teil eines solchen Spektakels, mit dem der Endanwender am meisten Spaß oder Ärger hat, dementsprechend konservativ gehen Hardware-Hersteller mit diesem Thema um. Diese konservative Vorgehensweise der Hardware-Hersteller ist dann auch das zentrale Problem von Android, denn es gibt keinen einheitlichen Rollout einer Android-Version. Und noch viel schlimmer ist, dass Interimsversionen, die vornehmlich Bugfixing als Ziel haben, ebenfalls teilweise stark verzögert auf Smartphones landen – wenn überhaupt.

Auch wenn die Android-Entwicklung und spätere Anpassung auf Smartphones eine Geschichte ist, die man eben nicht mal so nebenbei erledigt: Der Konsument hat dafür immer weniger Verständnis und so bald sich der (gern subjektive) Eindruck breitmacht, dass ein Mobiltelefon in Sachen Software nicht gut gepflegt ist, ist der Wechsel zu einem anderen Mobiltelefon tatsächlich nicht mehr weit. Und noch viel schlimmer: Hat sich so ein Eindruck beim Endkunden manifestiert, ist nicht nur der Smartphone-Hersteller in seinem Ruf hier beschädigt, sondern auch gleich noch Android.

Apple, ja Apple

Besitzer von iPod, iPhone und iPad sind es gewohnt, in regelmäßigen Abständen Firmware-Updates zu bekommen, die allesamt sitzen und praktisch keine Kompatibilitätsprobleme aufweisen. Das ist auch verhältnismäßig einfach zu bewerkstelligen, denn Apple baut hier eine Software auf die eigene Hardware und hat von der Hardware auch verhältnismäßig wenig Versionen zu berücksichtigen.

Aber auch hier gilt die 1.000-Tage-Regel und spätestens nach dem letzten Update der Firmware beginnt ein Smartphone, an Nutzen zu verlieren. Immer mehr Hersteller von Apps berücksichtigen alte Firmware-Versionen nicht mehr und von weiteren Entwicklungen sind natürlich auch die hauseigenen Apps wie Webbrowser und Mail-Programm betroffen. Damit könnte man ja noch leben, aber das größte Problem bei so einem definierten Ende des Produktzyklus sind später entdeckte Fehler und Bugs. Die fixt für so abgekündigte Produkte natürlich auch keiner mehr. Lost in Translation.

Entkoppelung von Hard- und Software

Wäre es nicht schön, wenn es mir egal sein könnte, ob Samsung für mein wunderbares Galaxy S2 zukünftig Softwareupdates liefert oder nicht? Immer ein Smartphone zu haben, das eine aktuelle Software so lange einsetzt, wie ich das möchte, unabhängig davon, ob Samsung nun den Support einstellt oder nicht? Traum? Ich persönlich glaube, dass die Zeiten der Koppelung von Hard- und Software auf Smartphones zukünftig eher Ausnahmen sein werden. Okay, Apple wird sich aus religiösen Gründen nicht davon trennen (können), die Software-Entwicklung aus der Hand zu geben, aber alle anderen Smartphone-Hersteller, die kein eigenes Betriebssystem einsetzen? Ein Traum, ein Smartphone mit entkoppelter Hard- und Software zu haben?

Nein, kein Traum, sondern Realität. Und wenn man es genau nimmt: Schon seit Jahren.

“Firmware-Cooking”

Dass bei Smartphones Software immer der Hardware hinterherhinkt, ist kein Phänomen, das erst mit Android auf die Welt kam. Windows Mobile hat daran in seiner Inkarnation in Version 5 und 6 ständig gekrankt. Der Hauptgrund war, dass Windows Mobile in Version 5 und 6 zwar ein leistungsfähiges, aber ein hoffnungslos veraltetes Betriebssystem war und quasi alles, was machbar war, dadurch verhagelte, dass es nur schwer zu bedienen war. Dazu kam ab Version 6 die aufkommende Touch-Bedienung, die vornehmlich HTC mit Windows Mobile zu implementieren versuchte und dazu eigene Software-Module beisteuern musste. So entstanden zwar hardware-technisch recht ausgereifte Geräte, die jedoch durch Windows Mobile unglaublich katastrophal zu bedienen waren.

Schon zu dieser Zeit, wir schreiben da den Zeitraum von 2005 bis 2007, gab es Menschen, die “eigene” Firmware-Pakete “kochten”. Dazu nahmen sie bestehende Update-Pakete, extrahierten daraus die Treiber und gerätespezifischen Anpassungen und backten diese in offizielle Windows-Mobile-Distributionen ein. Natürlich alles hochgradig illegal und oft auch in zweifelhafter Qualität, aber Microsoft verstand bemerkenswert gut, dass diese halblegal-illegale Subwelt gar nicht schlecht war, denn immerhin benutzten sie Windows Mobile und kauften solche Geräte auch, so dass die Betriebssystemabgabe schon beim Kauf des Gerätes geleistet wurde. Die ganzen Köche, die in ihrer Freizeit Firmwares auf Basis von Windows Mobile backten, bekamen auffällig wenig Ärger von Microsoft und wurden, glaubt man Gerüchten, teilweise sogar direkt von Microsoft mit Insiderinformationen und internen Dokumentationen versorgt, um etwaige Fehler in der Do-it-yourself-Firmware auszumerzen.

Wenn man will, war dieses Hobbykochen der erste Schritt zu dem, wie ich mir die Smartphone-Welt zukünftig vorstelle.

Firmware als Abo-Modell

Ich bin inzwischen überzeugt davon, dass der Versuch von Smartphone-Herstellens, Hard- und Software weiterhin aus einer Hand anzubieten, zukünftig immer weniger funktionieren wird. Schon heute ist der Produktezyklus sehr hoch und während heute ein Hersteller ein Smartphone einer bestimmten Preisklasse neu verkauft, ist die nächste Generation in der konkreten Entwicklung und die übernächste in der Planung. Und auch schon heute kommt die Software-Entwicklung kaum noch nach, so dass die ersten Versionen einer Firmware oft genug noch Beta sind, wenn man sie knallhart nach gängigen Qualitätssicherungskriterien bewerten würde.

Im Gegenzug könnten sich Hersteller von Smartphones, wenn sie sich nur noch auf Hardware beschränken würden, wieder auf das beschränken, was sie eigentlich wirklich gut können – gute Hardware bauen. Vernünftige, ausgewogene Leistungsdaten und durchdachte Schnittstellen, sowohl zur Firmware, als eben auch über die Bedienelemente zum Benutzer.

Die Software wiederum ist in einem Abo-Modell bestens aufgehoben. Wer eine Basis-Firmware braucht, dem genügt vielleicht schon eine ganz einfache Firmware, die weitgehend nur das Telefonieren ermöglicht. Wer Wert auf ausgefeilte Funktionen und Feintuning legt, wird sich am ehesten auch darauf einlassen, für so eine Firmware Geld auf den Tisch zu legen, wenn denn eben auch sichergestellt ist, dass die Software mit dem Gerät funktioniert und im Idealfall auch harmoniert.

Utopie? Schwer zu sagen. Es müsste einfach mal ein Hersteller offensiv probieren. Dass man sich in der Hardware-Welt dem Thema nicht verschließt, beweisen SonyEricsson und Samsung, die dem bemerkenswerten CyanogenMod-Projekt, das für viele Geräte eine ausgereifte Android-Distribution zur Verfügung stellt, die jeweils aktuellen Smartphones zu Entwicklungszwecken zur Verfügung stellt. Der nächste, konsequente Schritt wäre die Monetarisierung eines solchen Vertriebsmodells als Firmware-Abo. Wer sich da als erster traut, wird – meiner Meinung nach – nicht enttäuscht werden.

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Google Tasks auf iOS und Android.

7. September 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Einer der Dinge, die mich  von Anfang an in Apples Mobilbetriebssystem iOS und auch in Android gestört haben, war eine fehlende ToDo-Verwaltung. Es ist mir unverständlich, wie man ansonsten alle PIM-Anwendungen wie Kalender, Kontakte, Notizzettel integrieren kann, dann aber eine simple ToDo-Verwaltung außen vor lässt.

Das Ergebnis auf beiden Plattformen ist dementsprechend desolat: Es blühen die Todo-Anwendungen von Drittanbietern und sie blühen in der Regel mehr schlecht als recht. Die eine Gruppe an solchen Apps macht es mit der Verwaltung entweder zu einfach oder viel zu kompliziert, die meisten Apps synchronisieren mit keinem gängigen Dienst und die wenigsten Apps sind kostenlos und im Gegenzug dafür sogar richtig unverschämt teuer. ToDo-Verwalten für 5 oder gar mehr Euro?

Meine private und geschäftliche ToDo-Verwaltung läuft unter Google Tasks, das von Google bis vor kurzem noch ziemlich stiefmütterlich behandelt wurde, inzwischen aber sogar eine offizielle API hat. Wenn man mit dem Umstand lebt, dass Google Tasks kein eigenes Webinterface hat und derzeit nur via Google Mail oder über ein Widget in iGoogle bedienbar ist, kann man damit ganz gut leben. Seine Klasse spielt Google Tasks schon allein dadurch aus, dass es extrem simpel ist und die Verschachtelung von Aufgaben einfach dadurch realisiert, in dem Aufgaben einfach “unter” bestehende Aufgaben geschoben werden und mit frei definierbaren Aufgabenkategorien gearbeitet werden kann. An umfangreiche Priorisierungen hat man einfach keinen Gedanken verschwendet, das realisiert man einfach durch das Verschieben von Aufgaben nach oben oder nach unten oder vergibt Aufgaben einen festen Fälligkeitstermin. So einfach kann es gehen.

Wenn man Google Tasks mit einer iOS- oder Android-App synchronisieren will, fällt glücklicherweise der größte Teil der ToDo-Apps gleich durchs Raster – die meisten nutzen Google Tasks nicht zum synchronisieren. Das macht die Auswahl dann auch gleich leichter. Gelandet bin ich dann bei zwei Apps namens “GoTasks”. Witzigerweise heißt nämlich die beste App für die Synchronisierung von Google Tasks für iOS genauso wie die App für Android, obwohl beide Apps miteinander nichts zu tun haben und jede App von einem anderen Programmierer gepflegt wird, die dann wiederum aber beides Russen sind. Zufälle.

Beide Apps kosten nichts, beide sind werbefrei, beide funktionieren sowohl auf Smartphones, als auch auf Tablets und beide funktionieren zuverlässig, auch mit Google-Apps-Konten:

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es lediglich für GoTasks für Android: Offenbar lässt sich die App nicht auf allen Android-Gerätschaften finden. Auf meinem Samsung Galaxy S2 mit Android 2.3.4 ist es nicht auffindbar und im Web-Market wird angezeigt, dass mein Gerät nicht kompatibel sei. Es funktioniert aber, wenn man die App schon vorher installiert hat, sie ist also soweit kompatibel. Falls jemand mit Android die App nicht findet, bitte einfach mal kurz melden.

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Warum es egal ist, ob Android oder iOS mainstream oder premium sind.

19. August 2011 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Da sind wir wieder, bei der immer gleichen Sau, die regelmäßig durchs Dorf getrieben wird und sich um das Thema dreht, ob nun Android oder iOS das bessere Betriebssystem ist. Aktuell sind wir bei der unglaublichen Feststellung von “Digital-Pionier” Christoph Kappes im D&W-Magazin, der sinniert, dass Android “mainstream” sei und iOS “premium”. Wollte ich mir eine Antwort sehr einfach machen, würde ich einfach mit einem Link auf einen x-beliebigen Handyshop antworten, denn diese Feststellung lässt sich dort schon allein mit den Preisen für iOS- bzw. Android-Gerätschaften darlegen. Mal so am Rande: Die Säue, die man durchs Dorf treibt und Aufregung verursachen, waren auch mal besser.

Anyway: Die Frage, ob ein Premiumprodukt, das das bessere ist, auch tatsächlich funktioniert, ist eine, die nichts, aber auch wirklich nichts mit Qualität zu tun hat. Gerade in der Unterhaltungselektronik überlebt selten das beste System, sondern allenfalls das, was die meiste Marktdurchdringung gewinnt. Solche Marktdurchdringungen werden dabei auf verschiedenste Weisen erkauft, in der Regel durch knallharte Subventionierungen. Entweder ist das Produkt gänzlich kostenlos oder es wird ordentlich günstig verscherbelt. Es wird aber gepusht und das ist das zentrale Kennzeichen.

iOS kann man allein schon dadurch zu einem Premium-Produkt zählen, dass es nur ein Hersteller für seine Geräte verbaut und der diese Monokultur auch kräftig ausnutzt. So kräftig, dass iOS bzw. iPhone und iPad letztendlich nur für einen verhältnismäßig kleinen Kreis von weltweiten Nutzern erschwinglich ist. In den meisten Staaten dieser Erde wird der Otto Normalverbraucher sich ein iOS-Gerät schlicht nicht leisten können, weil es zum einen keine “Billigversionen” von iPhone und iPad gibt und Apple auch überhaupt kein Interesse daran hat, zumindest so lange die Märkte in der “Ersten Welt” nicht gesättigt sind. Android geht den Weg über die Breite, baut also, schematisch gesehen, ein Framework, das dann Hersteller für ihre eigene Hardware adaptieren können, mit all den damit verbundenen Vor- und Nachteilen.

Ironischerweise erheblich unwichtig ist die Frage, ob nun Android oder iOS das bessere Betriebssystem ist. Grundsätzlich haben beide Betriebssysteme einen relativ hohen Grad an Benutzerfreundlichkeit erreicht und es geht in der Entwicklung von zukünftigen Versionen weitgehend nur noch um Detailfragen und um Kompatibilität zur Hardware, was Android naturgemäß vor deutlich höhere Hürden stellt, als iOS. Was Android mit diversen Bedienelementen wettmacht, die iOS (noch) nicht hat, macht iOS wiederum mit weitgehender Idiotensicherheit wieder wett und umgekehrt. Das wichtigste Ziel der Attraktivität ihrer Betriebssysteme haben beide erreicht: Eine verhältnismäßig große Softwarevielfalt in Sachen Apps.

Das wird erheblich deutlicher, wenn man sich mal die Mühen macht, die echten Kriegsschauplätze in Sachen Mobilbetriebssysteme anzuschauen, nämlich jenseits des angeblichen Kampfes zwischen Android und iOS. WebOS/Palm hat sich durch die (in meinen Augen krasse) Abkehr Hewlett-Packards von der Consumerelektronik erledigt, RIM kämpft mit seinem extrem abgeschirmten und in Consumerbereich quasi kaum sinnvoll nutzbaren Blackberry um jeden Kunden. Microsoft versucht mit Windows Mobile mit extremem Aufwand, an alte Zeiten anzuknüpfen und kann relativ bequem Blackberry-Anwender abschöpfen, die mit Windows Mobile zur “Mutterplattform” in Sachen Exchange- bzw. Active-Sync-Synchronisierung kommen. Was dann noch hinter Blackberry und Windows Mobile kommt, hat ganz schlechte Karten und kaum über homöopathisch wirkende Reichweiten kommen.

Den vielbesungenen Krieg der Mobilbetriebssysteme Android und iOS – ich bin mal so frei und behaupte, dass das vor allem ein Krieg ist, der bei den Kleingeistern dieser Welt, die schon damit überfordert sind, zwischen App, Webapp und Widget zu unterscheiden, am stärksten gekämpft wird. Und diesen Krieg, den interessiert, mit Verlaub, kein Schwein.

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