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Stefan Münz twittert.

27. Februar 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Der Vollständigkeit halber: Stefan Münz, der deutschsprachige Gott der HTML-Tags und Stylesheets-Definitionen und schon immer jemand gewesen, der nicht nur technisch, sondern auch philosophisch höchst interessant über das Web nachdenken kann, twittert nun seit neuestem auch: http://twitter.com/Webkompetenz

Er hat heute morgen um 9 Uhr angefangen, ich bin gerade Follower-Nummer zwei. Mal schauen, ob wir die Followerzahl heute noch in den dreistelligen Zahlenraum bekommen. :-)

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Wie man sich Besucher auch wegdesignen kann.

26. Februar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Nicht unbedingt alles ist Käse, was sich die Macher des Empfehlungsnetzwerkes QYPE beim Redesign eigentlich da gedacht haben. Aber genügend: Das Logo macht jetzt einen handgefertigten, verspielten Eindruck, die Schrift ist nun durchgehend zwei Punkte kleiner und die nun nicht mehr wirklich dezente Farbgestaltung erinnert berührend an den Kinderzoo namens StudiVZ.

Und auch die Usability kommt nun endlich richtig zu kurz, denn man hat auch gleich die wichtigsten Links und Bedienelemente an gänzlich andere Stellen der Seite verschoben. Dazu kommt, dass man dank der durchgehend kleinen Schrift (sinnvollerweise in den Stylesheets auch noch mit Tahoma definiert, die besonders in kleinem Satz richtig schlecht lesbar ist) bei mehreren Links nebeneinander diese kaum noch als einzelne Links unterscheiden kann.

Das ist an sich wirklich schade, denn das Verfassen von neuen Artikeln hat gerade wegen der vorherigen Bedienführung richtig Spaß gemacht. Der bleibt jetzt weitgehend fort. Und damit vermutlich auch eine Reihe von Empfehlungen. Aber wie praktisch, dass Websites mit vornehmlich User-generiertem Content ja mit möglichst guter Bedienführung nichts zu tun haben müssen.

[via deutsche startups]

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Wer kennt wen – wirklich?

21. Februar 2009 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Dass die Social-Networking-Plattform wer-kennt-wen.de die Plattform StudiVZ seit neuestem von den Zugriffszahlen her überholt haben soll, ist eigentlich schwer verständlich. Denn wer-kennt-wen.de ist schlicht einer der schlampigsten und unfertigsten Social-Network-Plattformen weit und breit.

Die Idee des Vernetzens funktioniert logischerweise nach dem Ansatz, dass jemand, der sich vernetzen möchte, zunächst Details von sich in einer einheitlichen und durchsuchbaren Weise dem bestehenden Netzwerk zur Verfügung stellt. Das ist natürlich ein Stück Nabelschau, aber man muss ja nicht alles zur Schau stellen, was geht.

Bei der RTL-Tochter wer-kennt-wen.de geht aber gar nichts so recht. Daten zu Schulbesuchen kann man nicht hinterlegen und zu Arbeitgebern auch nicht. Und wenn nicht zufällig jemand Adresslisten aus seiner Schulzeit oder von Kollegen hat, kann zuschauen, wie er sich vernetzt. Verschenktes Potential und deshalb passiert auch verhältnismäßig wenig, was nach Netzwerk aussieht. Bekannte findet man entweder, in dem man nach den Namen sucht oder sich von anderen Kontakten weiterhangelt. Wehe dem, der eben keine Adresslisten hat.

Aus diesem Grund beschäftigt man sich in wer-kennt-wen.de eher bilateral, was sich vor allem durch die entsetzliche Word-Art in den Gästebüchern zeigt, für die es sogar eigene Gruppen gibt. Gruppen wiederum glänzen vor allem durch bescheidene Forenfunktionen, in denen kein Spass aufkommen mag. Aufkommen kann. Schade.

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Verkaufsförderung bei Facebook.

15. Februar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Facebook zeigt inzwischen recht hübsch, wie man die Benutzerprofile der eigenen Kunden monetarisiert bekommt. Bekundet man in Facebook für ein Produkt ein Fan-Sein, beispielsweise auf der Produktseite “O2 Surf Stick”, dann bekommen die eigenen Freunde in Facebook möglicherweise folgende Werbeanzeigen eingeblendet (Name und Foto des Kontaktes von mir verfremdet):

Profilsensitive Werbung in Facebook

Das hat gleich zwei hübsche G’schmäckle. Zum einen bekommt man logischerweise mit seinem eigenen Profil nie selbst diese Art von Werbung mit eigenem Namen eingeblendet und zum anderen weist weder Facebook noch der Werbepartner darauf hin, dass eine Fan-Bekundung möglicherweise nicht nur im eigenen Profil steht, sondern auch noch werblich zweitverwertet wird. Und spätestens hier wird es grauzönlich, denn wenn ich etwas grundsätzlich gut finde, heißt das noch lange nicht, dass ich damit auch automatisch und ungefragt eine Zustimmung zur Nutzung dieses Statements für werbliche Zwecke des Herstellers gebe.

Es geht dann aber noch weiter mit den Fragezeichen: Denn die obige Anzeige läßt ja durchaus den Rückschluß darauf ziehen, dass die beworbene Fanseite ja nicht wirklich eine Fanseite ist, sondern eher eine Produktseite des Herstellers. Und wenn das dann so ist, fehlt ein eindeutiger Hinweis darauf, dass es sich um Werbung handelt.

Da man sich also nicht sicher sein kann, mit einer Fan-Bekundung wirklich einer Gruppe von Fans beizutreten oder schlicht einer schnöden Werbeseite auf den Leim zu treten, kann man derzeit nur den Rat geben, diese Grauzone dadurch trockenzulegen, in dem man sich vorläufig in Facebook von allen Fan-Bekundungen zu Produkten aller Art verabschiedet und damit Facebook einen Strich durch den Rechnungsblock macht.

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Xing-Tagging für Fortgeschrittene.

28. Oktober 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Ab einer gewissen Zahl von Kontakten in einem sozialen Netzwerk beginnt es, unübersichtlich zu werden. Woher kennt man Kontakt X nochmal? In welchem Netzwerk hängt dieser? Alles Fragen, die man sich spätestens ab 200 Kontakten fragt, wenn man gelegentlich sein Adressbuch durchschaut.

Nun kann man das auf zweierlei Wegen lösen: Kontakte löschen, wie das mal mein geschätzter Bloggerkollege Oliver vorgeschlagen hat, oder Ordnung hineinbringen. Und für Ordnung gibt es in Xing die sehr feine Funktion des Tagging. Man nehme ein paar Begriffe, trenne die mit Kommata und schon kann man, wenn man etwas Disziplin an den Tag legt, auch nach kurzer Zeit sein Adressbuch strukturieren und fit machen für die nächsten hundert Kontakte.

Aller Ansatz ist beschwerlich, weshalb ich an dieser Stelle mal Einblick in meine Tag-Strukturen biete. Alle folgenden Tags sind nur ein Ausschnitt der Tags, die ich einsetze, allerdings gibt es nicht mehr als 40 unterschiedliche Tags. Man sollte es auch eher nicht übertreiben, sondern klein anfangen, aber das appliziert man sich am besten in die eigene Kontaktestruktur hinein.

Es ist übrigens auch nicht schlimm und genau genommen auch unvermeidlich, wenn nicht alle Kontakte absolut korrekt getagged sind. Das Tagging lebt davon, dass es sehr flexibel einen Informationsraum recht strukturierbar auszeichnen kann, aber es muss nicht hundertprozentig genau sein, wie fest angelegte Kategorien (die es in Xing auch so nicht gibt).

  • “D”, “S”
    Zwei Tags, die jeder meiner Kontakte hat und sehr unverfänglich eine Sache markiert – ob ich den Kontakt mit “Du” oder “Sie” anspreche. Kann ich mir zwar durchaus bei den meisten Kontakten (noch) merken, aber für was Tagging nicht alles wunderbar geeignet ist..
  • “Familie”
    Auch klar, damit werden Familienangehörige getagged. Aber beispielsweise auch enge Freunde von Familienangehörigen, Schwager, Nachbar der Eltern etc. Also im Prinzip auch alle die Kontakte, die man näher nur durch Familienangehörige kennt.
  • “Alumni IRS”, “Alumni KG” etc.
    Auch relativ klar – damit markiere ich ehemalige Schulkameraden und Kommilitonen. “Alumni IRS” steht beispielsweise für “Insel-Realschule”, die Abkürzung “KG” für Kepler-Gymnasium etc.
  • “Netmanufacture”
    In meinem Fall Kontakte, die ich über meine Arbeit bei meinem Arbeitgeber kenne. Da unser Schuppen “Netmanufacture” heißt, erklärt sich dieser Tag von selbst.
  • “Ex-Kollege”
    Ehemalige Kollegen, mit denen ich mal bei meinem jetzigen oder bei meinen früheren Arbeitgebern zusammengearbeitet habe, kommen in diese Rubrik. Kann man natürlich erweitern, in dem man “Ex-Kollege Firma A”, Ex-Kollege Firma B” einsetzt. In meinem Fall jedoch alles noch überschaubar.
  • “Dienstleister”
    Reserviert für Arzt, Rechtsanwalt, Postbote, Hauspolizist, Friseur
  • “ISOC”, “AWO”, “SPD”
    Kontakte in Verbänden, Vereinen, Parteien, aber denkbar auch für Stammtische, Treffs etc.
  • “Blogger”, “IRC”, “Usenet”, “ML netlife”
    Tags, die für Kontakte reserviert sind, die ich schwerpunktmäßig online über diverse Netzwerke kennengelernt habe. “ML” steht für “Mailingliste”.
  • “netplanet”, “TiddlyWiki”
    Kontakte, die in Zusammenhang mit von mir verwalteten Projekten stehen. Können Projektbeteiligte sein, aber beispielsweise auch Ratsuchende, die mich wegen diesen Projekten kontaktiert haben.
  • “Stuttgarter”, “Berliner” etc.
    Hier wiederum kommen Kontakte hinein, die ich in den betreffenden Städten kennengelernt habe und dort zu einer Community gehören. Im Falle der “Stuttgarter” sind das Kontakte, die ich über den IRCNet-Channel #stuttgart kennengelernt habe, bei den Berlinern analog mit #berlin. In der Zwischenzeit etwas verwaschen, weil ich durchaus da auch Leute kenne, die da eher nur in den näheren Dunstkreis gehören.
  • “XING Pforzheim”, “XING ASB” etc.
    Alles, was mit “XING” anfängt, markiere ich für Kontakte, die über Xing-Foren entstanden sind.
  • “U2″
    Okay, erklärt sich von selbst. :-)
  • “FreundFreund”
    Das ist meine neueste Tag-Rubrik, die Freunde bezeichnet, die ich über andere Freunde kennengelernt habe und in keinem anderen Netzwerk vorkommen. So schlecht vernetzte Menschen gibt es gottlob relativ wenige, diese Rubrik deckt aber letztendlich auch den letzten Kontakt in meinem Adressbuch ab.

Wenn man sich einmal die Mühen gemacht hat, seine Kontakte vernünftig zu taggen, hat man zwei nette, kleine Gimmicks: Im Adressbuch finden sich die Tags mit unterschiedlichen Färbungen oberhalb der Kontakte und geben einen schönen Überblick, wo die Schwerpunkte bei den Kontakten im Adressbuch liegen. Genau das gleiche sieht man auch, wenn man in der Tag-Eingabezeile einfach die Pfeil-nach-unten-Taste auf der Tastatur drückt und sich die Tag-Liste einblendet, denn diese ist nach Anzahl von Kontakten pro Tag sortiert.

Und was auch wichtig ist: Das eigene Tagging im Adressbuch sehen die Kontakte in ihrem Profil nicht. Man sollte zwar aus Sicherheitsgründen nicht beginnen, die Kontakte im Adressbuch nach Tiernamen oder mit Schimpfwörtern zu sortieren, allerdings würden die Kontakte das auch nicht sehen, wenn es eben doch so getan wird.

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Facebook – Das soll es sein?

1. März 2008 | 5 Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Seit einigen Wochen habe ich spaßeshalber einen Facebook-Zugang. Ich bin ja bekanntlicherweise niemand, der an vorderster Front hippe Worte schreit und auf jeder noch so tollen Welle surft, aber gelegentlich muss der Sprung ins Wasser sein. Und das war dann schon sehr kalt und ist es jetzt immer noch.

Erster Eindruck: Es ist unübersichtlich. Sehr unübersichtlich. Offenkundig ist es so, dass ich, wenn ich jemanden als Kontakt nehme bzw. bestätige, diverse Dinge von ihm gleich mit abonniere. So sehe ich dann neue Blog- und Forum-Einträge, die mich alle ungefähr so interessieren, wie ein defektes Waffeleisen. Ich habe eine Weile nach einem Vergleich gesucht, inzwischen habe ich es gefunden: Ein neuer Facebook-Zugang ist für Erwachsene in etwa so überwältigend, wie ein völlig unaufgeräumtes Kinderzimmer, inklusive integrierter Lebensmittelreste und Schmutzwäsche.

Was bitteschön ist eigentlich “Today’s Gift”, also die Idee, einen fiktiven Gegenstand wie beispielsweise für ein Blödsinn oder die Albernheiten, jemanden anderen für eine fiktive Summe zu “kaufen”, um seine Sympathie damit zu bekunden? Spieltrieb und Kreativität hin oder her, aber sieht da jemand irgendeinen technischen oder sozialkompetitiven Zweck? Der Albernheitsfaktor erinnert mich stellenweise an das wirklich katastrophale Orkut, der wahren Mutter in Sachen perfekte Imitation einer leicht nach Schweiß riechenden Highschool-Lobby.

Überhaupt erscheint mir die ganze Veranstaltung gewaltig durchsetzt mit chronischer Hyperventilation. Es warten nicht weniger als tausende so genannter Widgets darauf, eingesetzt zu werden, die mit den in Facebook hinterlegten Informationen und gebildeten Netzwerken allerlei seltsame Dinge fabrizieren oder einfach nur altbackene Anwendungen wie einbindbare Witzbilder, Karikaturen, Online-Kartendienste oder Visualisierungen sind. Das mag alles vielleicht dazu dienen, den Langeweilefaktor weiter herauszuschieben, aber genau das übermannt mich nach den ersten zwei Stunden Facebook gewaltig: Gähnende Langeweile. Mein Facebook-Netzwerk besteht aus den üblichen Verdächtigen, deren Blogs ich eh schon seit langem lese und die ich größtenteils schon aus der Vor-Web-2.0-Welt kenne und bei denen ich nicht wirklich wissen muss, was sie in den Augen anderer in fiktiven US-Dollar wert sind.

Sieht einer den Sinn des ganzen Dings?

Xing: Man scheint verstanden zu haben.

7. Januar 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Na also. Hat ein paar Stunden/Tage gedauert, aber wie nun gestern kurzfristig und mit roter Schrift verkündet wird, gibt es seit vorgestern nun für Premium-Mitglieder zum einen keine Werbung zu sehen (das hatten wir ja schon) und zum anderen wird auf den Profilseiten von Premium-Mitgliedern per default auch keine Werbung mehr eingeblendet.

Hätte man, und das ist damit auch meine letzte Kritik an Xing zu diesem Thema, alles auch einfacher haben können, wenn man mit seiner Kundschaft vorher den Dialog sucht und nicht nur so tut.

Was mir allerdings in der gesamten Diskussion übel missfallen ist, sind einige Äußerungen von so genannten “alten Hasen”, die zum Beispiel das kritische Volk pauschal als “paranoide Wichtigtuer mit zu viel Langerweile [sic!] und einer übersteigerten Vorstellung von ihrer eigenen Wichtigkeit und der Relevanz ihres XING-Profils” abstempeln.

Das, lieber Herr Lumma, ist ein tief einblickendes Eigentor. Wenn du anfängst, deine Kundschaft als reine Kassage anzusehen, die man einfach nur beschimpfen muss, wenn sie keine Lust hat, mit ihren Profilen Schaufensterpuppen für Werbung zu spielen, dann scheint deine Ansicht über die Kunde-Anbieter-Distanz zu schwinden. Nicht jeder, der dir ein paar persönliche Angaben für deinen Geschäftsbetrieb leiht, gibt dir damit auch automatisch das Recht, diese Angaben in die große Maschine zu stecken und Geld zu drucken. Wenn es da Irritationen gibt, arbeite daran.

Xing: Werbung auf eigener Profilseite ausschalten.

4. Januar 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Zumindest hier haben die Xing-Macher nach dem Xingschen PR-GAU schnell reagiert und die betreffende Funktion zum Ausschalten von Werbung auf der eigenen Profilseite heute integriert. Ob die nun nur für Premium-Mitglieder gilt, entzieht sich meiner Kenntnis, vielleicht kann ein Nicht-Premium-Mitglied dazu mal was hier kommentieren.

Hier eine Kurzanleitung zum Ausschalten:

  1. In Xing einloggen.
  2. Auf der persönlichen Startseite auf “Einstellungen” klicken (oben unter der Navigationsleiste).
  3. Auf der Seite “Meine Einstellungen” links auf den Block “Meine Profileinstellungen” klicken.
  4. Auf der Seite Profileinstellungen im linken, unteren Bock auf “Bearbeiten” klicken.
  5. Beim Punkt “XING darf auf meinem Profil Werbung von Werbepartnern einblenden” den Haken herausnehmen.
  6. Mit einem Klick auf “Speichern” die ganze Chose abspeichern.

PR-GAU bei Xing.

4. Januar 2008 | 11 Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

So langsam wird Xing erwachsen und nähert sich dem Zustand einer großen, etablierten Firma, die alles kann und macht, um Geld zu verdienen und dabei irgendwie ihr Produkt bzw. ihre Kundschaft dabei vergisst.

Anders kann man es sich nicht erklären, dass die Xing-Macher nun ihre Drohung, richtig Zaster verdienen zu wollen, in dem sie Werbung in Xing schalten, ausgerechnet am 31. Dezember wahrgemacht haben. Ausgerechnet mit stichwortsensitiven Werbeeinblendungen auf den Profilseiten, auf dem sich jedes Mitglied vorstellt. Und eingeblendet wird diese Werbung ausgerechnet auch nur bei Nicht-Premiumkunden. Und natürlich hat kein Xing-Macher es für notwendig gehalten, die Kundschaft davor oder bei der Umstellung zu informieren.

Heraus kam das auch noch durch Kundeninitiative, in dem ein Nicht-Premiumkunde in einem Xing-Forum anmerkte, dass er nun bei Profilseiten Werbung sehen würde. Und die hatte es in sich, denn bei Profilen von Bankangestellten prangte beispielsweise passende Werbung von Direktbanken, auf anderen Profilseiten wurde eine Seite über Verhütungsmittel beworben, auf anderen Seiten tippte ein Mann in Unterhose auf einem Arcor-Werbebanner und so weiter und so fort.

Wie bei Xing fast schon üblich, spricht erst einmal nicht der Chef, sondern jemand aus der Fußtruppe, in diesem Fall die Dame mit der ehrenwerten Berufsbezeichnung “Team Leader Community Relations”. Mit Antworten, die in etwa summarisch eine Essenz von “Ich gebe es weiter!!!” ergeben. Ratter, ratter, macht im Forum und flugs sind über 1.000 Einträge allein in diesem Diskussionforum entstanden. In der Zwischenzeit schimmelte die ganze Geschichte auch in die Blogosphäre und da auch gleich ganz nach oben. Der Werbeblogger schrieb (berechtigterweise) etwas grätzig und schob noch belustigendes hinterher und auch Robert Basic konnte es sich nicht verkneifen. Damit, so meint man, hat man es PR-GAU-technisch eigentlich geschafft. Offensichtlich so nicht eine AG, bei der vermutlich der Aufsichtsrat auch ein Wörtchen darüber mitreden will, was der Vorstand da möglicherweise auf sowas herausknattert:

Irgendwann, weit nach 1.000 Einträgen und geschlagene drei (3!) Tagen später kommt “Team Leader Community Relations” nochmal rein ins Forum, setzt einen Link auf ein anderes Forum und macht das alte dicht.

Im neuen Forum sitzt dann als Allererstes eine Nachricht von Chef. Salbungsvoll und in bestem Entrepreneur-Marketinggebälk bedankt er sich bei allen, die emsig diskutiert haben und mit vielen Menschen habe er persönlich gesprochen. Man nehme, wow, die Bedenken ernst und wolle ab morgen nachmittag es allen Premium-Kunden ermöglichen, dass diese die Werbeeinblendungen auf ihren Profilseiten ausschalten können. Wohlgemerkt: Opt-Out. Und wohlgemerkt: Nur Premium-Kunden. Der Rest darf also weiterhin sein Profil mit lustigen Werbebannern geschmückt wissen. Oder auch nicht. Denn auf die vielen Rückfragen, in diesem neuen Forum, ob denn das nun auch wirklich an alle Xing-Kunden kommuniziert würde, kam auch erst mal nichts mehr. Und, hey: Will der Chef da tatsächlich erzählen, man habe nicht ahnen können, dass eine solche Bannereinblendung mit fast gnadenlos sicherer Sicherheit Aufruhr wecken dürfte, vor allem bei der zahlenden Xing-Kundschaft. Ein faires Eingeständnis dafür, dass man es halt einfach mal schamlos versuchte und empfindlich dabei aneckte, sieht anders aus.

Was kam, ist der Aktienkurs. Und zwar nach unten. Während der DAX heute 0,5 % nachgab und der am ehesten vergleichbare TecDAX 0,77 %, legte Xing ein Geruder auf dem Eis mit minus 5,95 % hin, nachdem heute dann auch Heise.de und Spiegel Online über die PR-Nummer schrieben.

Das klassische Bayern-München-Syndrom: Vor lauter Börsengängen, Preisen, Fernsehauftritten, Zukäufen und Adhoc-Meldungen vergisst man gern, dass man das Geld eigentlich nicht selbst verdient, sondern dass man zuerst mal eine gute Show präsentieren muss, damit Leute kommen und bleiben, die das Geld zum Verdienen dalassen. Das kann man Hoeness-like einfach mal aussitzen und die dumme Kundschaft dumme Kundschaft sein lassen. Damit kann man aber irgendwann aber auch einfach mal ordentlich auf die Nase fallen, wenn man eine tolle Plattform mit toll viel Werbung hat, aber keine Kundschaft mehr da ist, die diese tolle Plattform bevölkert. Und wie es in Communities immer so ist: Nicht die Masse macht es, sondern die Klasse. Aber das werden sie vielleicht auch irgendwann mal lernen. Spätestens dann, wenn Investmentgesellschaften und Banken zur Xing-Aktie nicht mehr “Buy” sagen, sondern “Bye”.

Rezept für ein soziales Netzwerk – eine These.

6. Oktober 2007 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Achtung, jetzt kommt was absolut geheimes: Nämlich ein Rezept zur Bildung eines sozialen Netzwerkes in einem Kontaktenetzwerk. Ich bilde da seit 2004 “mein” Netzwerk und tagge meine Kontakte auch nach einigen, selbstauferlegten Regeln, mit denen ich im Nachhinein recht gut feststellen kann, woher ich die Kontakte kenne.

Ich habe so mal einige Gruppen gebildet und innerhalb einer Gruppe einzelne Gruppenfaktoren interpretiert, die meiner Meinung nach auf einer Skala von 0 bis 10 die Gewichtung ändern könnten, allerdings ganz nach meinem Eindruck. Das ist alles schrecklich unprofessionell für Statistiker, allerdings ganz interessant für mich und vielleicht auch für andere, die da gern selbst darüber philosophieren wollen:

Schulkarriere: 8 %

  • Besuch einer höheren Schule: +8
    Wichtig, da je höher der Bildungsgrad, desto tiefer das Networking. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick auch deshalb wichtig, weil der Besuch höherer Schulen in der Regel auch mit neuen Kontakten daherkommt. Es ist für sowas also niemals schlecht, alte Adress- oder Namenslisten aufzuheben.
  • Bekanntheitsgrad (“Klassenkasperfaktor”): +8
    Erinnerung – weitgehend egal, ob gut oder schlecht – ist ein Grundrezept. Auf diesem Grundpfeiler baut jeder halbwegs intelligente Jungpolitiker (Achtung, ich bin ausdrücklich keiner!) seine Karriere auf. Soziales Engagement in der Schulzeit lässt Namen besser im Gedächtnis zurück.
  • Studium an FH/Uni: +3 bis +10
    Kann ich nicht so recht beurteilen, ich gehe aber davon aus, dass hier der “Klassenkasperfaktor” in weit geringerem Maße zählt und eher die “Meilensteine”, die man dort baut. Das kann das besonders hohe Engagement in Studentenschaften sein, aber auch das Anzetteln der studentischen Revolution.
  • Sitzenbleiben, pro Jahr: +5
    Sicherlich unangenehm als Schüler, später durchaus kontaktefördernd, denn Sitzenbleiben ist fast der Ideale Weg, auf einen Schlag gleich eine ganze Gruppe von Menschen neu kennenzulernen. (Auch wenn ich absolut kein Befürworter des Sitzenbleibens bin.)
  • Mitarbeit in Schülerzeitung (“BILD-Faktor”): +1 bis +5
    Wenn man sich engagiert, kann man viel in diesem Bereich machen. Entzündliches Engagement bringt einem zwar im Idealfall die halbe Lehrerschaft als Gegner ein, aber was zählen schon diese Kleinkriege aus dem Blickwinkel des “Big Picture”? ;-)

Beruf: 32 %

  • Entscheider: +5 bis +10
    Klarer Fall: Wer entscheidet, der bestimmt – jeder in seiner Welt, egal ob groß oder klein. Entscheider kennen in der Regel mehr Leute als die Leute, über die entschieden wird. Kann man ausbauen, wenn man möchte, denn hier liegt das Potential.
  • EDV-Beruf: +2 bis +7
    EDV-Berufe sind für Kontaktenetzwerke sicherlich förderlich, allerdings auch keine feste Garantie. Ich kenne genügend EDVler, die ein herzlich kleines Kontaktenetzwerk haben.
  • Beruf mit direkter Kundenbeziehung: +8
    Ein Mitarbeiter im First Level Support kennt mehr Leute, als der Programmierer mit nur wenig Kundenkontakt. Lässt sich kaum vermeiden. Deswegen sind Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt eigentlich mitunter die wertvollsten Personen in einem Unternehmen, weil sie – wenn sie es richtig anstellen – durchaus tief in die Kundenbeziehung hineinschauen können.
  • Jobwechsel: +2 bis +8
    Auch hier gilt das Sitzenbleiben-Prinzip: Neuer Job, neue Kontakte.
  • Klassischer Netzwerker (Vermögensberater, Versicherungsvertreter): +1 bis +9
    Kann man gut machen, wenn man internet-affin ist. Kann man aber auch total versemmeln, wenn man glaubt, die alten Konzepte gelten auch so in der “Neuen Welt”. Wer sich anpasst und ein soziales Netzwerk im Internet als neuartige Kommunikationsplattform sieht, kann dermaßen gewinnen, dass er nicht mehr weiß, wie das vorher einmal war.

Online-Aktivitäten: 29 %

  • Halbwegs vernünftige Online-Veröffentlichung: +7
    Halte ich auch eigener Erfahrung für eine wichtige Basis, nachhaltig im Internet zu wurzeln. Das Wurzeln dauert mitunter zwar Jahre, ist aber eben nachhaltig.
  • Führen eines Blogs: +1 bis +4
    Kommt stark darauf an, wie das Blog ankommt. Die wenigsten Blogs werden zu so genannten “A-Blogs”, deshalb wird man sich da am Anfang durchaus stark überschätzen, wenn man nicht gerade Spitzenpolitiker oder Konzernchef ist.
  • Mitschreiben in diversen Foren: +2
    Ähnlicher Effekt wie bei der höheren Schulbildung: Man lernt einschlägig interessierte Menschen kennen, darunter gelegentlich auch Netzwerker, die einen einbinden.
  • dort sinnvolle Beiträge: +2
    Auch klar: Wer schreibt und nicht “lurkt”, wird potentiell bekannter. Wer sinnvoll schreibt, erzeugt Aufmerksamkeit, wird ggf. zitiert etc.
  • dort gelegentlich vorlautes Mundwerk: +2
    Ich habe lange überlegt, ob das vorlaute Mundwerk langfristig nicht vielleicht mehr bringt, als sinnvolle Arbeit, denn an dumme Ideen erinnern sich später weniger Leute als an die Äußerung selbst. Ich will aber das Dumme nicht unnötig fördern, deshalb auch hier nur +2.

Parteizugehörigkeit: 12 %

  • Vorstandstätigkeit auf Kreisebene: +1 bis +3
    Darf man mittelfristig nicht unterschätzen, jedoch keinesfalls überschätzen, die Kreisebene ist global gesehen sehr klein.
  • Vorstandstätigkeit auf höherer Ebene: +2 bis +8
    Normale Karriereleiter: Je höher man kommt, desto höher auch das Potential, bekannt zu werden. Es gibt aber auch durchaus genügend Leute in Bundesvorständen von Parteien, die niemand kennt und umgekehrt. Sehr variabel.
  • Gliederungslose Mitarbeit in landesweiten Projekten: +1 bis +6
    Hier gilt: Wer sich zunächst “selbstlos” (also ohne besonderes Mandat) engagiert, schlägt mehr Punkte, als wenn jemand ein Mandat hat und ihm dann einfällt, vielleicht auch mal etwas dafür zu tun.
  • Mandatsträgerfaktor: +2 bis +4
    Hängt damit zusammen, ob man mit seinem Mandat etwas bewegt bzw. die richtigen Leute beeindruckt oder nicht. Auffallen fällt natürlich leichter, wenn man auch etwas Substanzfähiges vorweisen kann.

Kulturelles und Gemeinnütziges: 9 %

  • Vorstandstätigkeit in einem Verein: +1 bis +3
    Kommt stark auf den Verein und auch auf das Engagement an. Bei großen Vereinen mit hohem Mitgliederpotential kann der Bekanntheitsgrad sehr hoch sein, ansonsten auch bei Quasi-Null herumfaulen.
  • auf regionaler Ebene: +1
    Auch hier gilt, je kleiner die Region, desto geringer der Mitgliederkreis.
  • auf überregionaler Ebene: +3
    siehe oben.

Außergewöhnliches Profil: 10 %

  • Auffälliger Name: +2 bis +4
    Danke, Vater! Hättest du mich “Ali” genannt, wäre das sicherlich weniger auffällig. ;-)
  • Nettes bzw. auffälliges Foto: +2
    Da spielt die Emotion eine große Rolle, vor allem wenn man etwas gelangweilt in einem Kontaktenetzwerk herumsurft. Meist ergibt sich daraus kein direkter Kontakt, aber das funktioniert nach dem Thomas-Gottschalk-Prinzip, dem man irgendwann eben so kennt, wie den Stammtischkollegen, je länger er auf dem Fernsehschirm aufkreuzt.
  • Mann/Frau-Faktor (stark abhängig vom Foto): +1
    Muss ich nicht viel dazu sagen. ;-)
  • Besonderheiten bei “Ich suche” oder im Lebenslauf: +1
    Kann funktionieren, lutscht sich aber bei härteren Networkern schnell ab. Wer in einem Kontaktenetzwerk nach dem Sinn des Lebens sucht, der hat meist ganz andere Probleme, die mich noch weniger interessieren.

Wie geschrieben, das ist meine These, absolut wissenschaftlich unfundiert und freistehend für jegliche Diskussion. Wer darüber in seinem Blog nachdenken möchte, darf gern einen Trackback setzen oder hier hineinkommentieren.