Archiv der Kategorie ‘CollaborationWelt‘

TiddlyWiki im Unternehmenseinsatz.

Donnerstag, den 8. Mai 2008

Da sich unser SharePoint-Server weiterhin noch in einem “demilitarisierten” Zustand befindet und nicht produktiv eingesetzt wird, musste ich vor einigen Wochen für mein persönliches Logbuch, also meinem Notizbuch über meine tägliche Arbeit, ein vorübergehend anderes Zuhause finden. Da ich schon vor der SharePoint-Zeit ein so genanntes Arbeitsbuch in einem TiddlyWiki angelegt hatte, in dem ich mir Tipps und Tricks der täglichen Arbeit notierte, habe ich kurzerhand mein Arbeitsbuch auch als vorübergehendes Zuhause für meine Logbücher umdeklariert. Ich blogge also quasi meinen Arbeitstag in mein TiddlyWiki-Arbeitsbuch:

Und das ist in der Zwischenzeit richtig viel geworden. Aktuell finden sich in meinem Arbeitsbuch die Logbücher von Ende Dezember an und das sind bis heute rund 120 Kilobyte Text, also über 120.000 Zeichen. Und das ist, ohne Übertreibung, eine Datenbasis, die es ohne die Idee dahinter nicht geben würde. Mit einer einfachen Stichwortsuche finde ich problemlos Dinge über Vorfälle und Anrufe wieder, die ich ohne so eine Aufzeichnung niemals wiederfinden würde. Vorgänge lassen sich zumindest rudimentär nachvollziehen und ich sehe die Logbücher immer mehr als größeren Index, die vortrefflich als Basis für Nacharbeiten dienen. Kunden, die in ihrer Not gern auf Verwirrung setzen und Dinge am Telefon behaupten, die ich mühselig nachprüfen müsste, finden sich per Knopfdruck. Ich bin sehr froh, die Idee mit den Logbüchern angefangen zu haben.

Aber um nochmal auf TiddlyWiki zurückzukommen: Es macht sich als Basis für meine Logbücher gar nicht so schlecht, denn auch wenn Collaboration mit TiddlyWiki nicht ganz optimal ist (ist ja immerhin keine servergestützte Lösung, sondern eine Lösung in einer einzigen HTML-Datei mit JavaScript) - es erzeugt einen gültigen RSS-Feed. Und diesen RSS-Feed kann ich über unseren lokalen Webserver hier im LAN per HTTP bereitstellen und Kollegen können sich diesen Feed beispielsweise in ihren Outlook (2007) abonnieren. Und schon sind sie im Bilde, was bei mir läuft. Zwar fehlt in dieser Lösung die Möglichkeit des Kommentierens, so wie das im SharePoint-Server möglich ist, allerdings kostet TiddlyWiki eben auch keinen Cent. Und kommentieren kann man im Ernstfall eben auch mit einer E-Mail an den Logbuchschreiber.

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Xing-Kontakteparanoia.

Dienstag, den 11. März 2008

Jetzt ist es mir schon zum zweiten Mal passiert, dass ich in Xing einen Kontaktwunsch an eine Person losgelassen habe, die erst vor kurzem zu Xing gestoßen ist und sich dementsprechend verwundert darüber zeigte, wie schnell man doch gefunden wird und vor allem wieso von mir.

Wieso von mir, kann ich nicht direkt beantworten, ich schaue halt einfach alle paar Tage mal in der erweiterten Suche nach, wer in den letzten Tagen mit dem Geschäftsort Pforzheim neu dazugekommen ist. Oder gebe als Postleitzahl “75″ ein und als Land “Deutschland” und bekomme auf diese Weise die Neumitglieder aus dem Enzkreis (weitgehend) serviert.

Gelernt: So kurz neu hinzugekommene Mitglieder nicht sofort mit Kontaktwünschen beladen, sondern erst einmal merken und den Kontaktwunsch ein paar Tage/Wochen später schicken.

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Gern vergessen.

Donnerstag, den 7. Februar 2008

Kennt jemand dieses Gefühl? Man hat relativ komplexe Vorgänge mit lästigen Workflows oder einfach nur eine Information, die man nicht vergessen darf. Damit man sie nicht vergisst, schreibt man diese Dinge auf bzw. notiert akkurat und nachvollziehbar den Zwischenstand und darf es dann im Gedächtnis freigeben. Ein richtig schönes Gefühl: Man darf etwas vergessen. Muss nicht den halben Tag damit verbringen, es im Gedächtnis von einer Neurone in die nächste zu schieben. Ich finde das ein richtig befreiendes Gefühl, das bei richtig komplexen Dingen spürbar den Stresslevel senkt, wenn vielleicht auch nur subjektiv.

Ich bin inzwischen der festen Überzeugung, dass bei “denkenden” Berufen ein nicht unerheblicher Teil des Stresses dadurch ausgelöst wird, dass man Dinge im Kopf behalten muss. Oder dass man Dinge notieren kann und man sich dann viel zu viel den Kopf darüber zerbricht, eine Ordnung zu halten oder diese Dinge später wieder zu finden.

Da kann es richtig Spaß machen, etwas zu vergessen. Und das schöne dabei ist, dass man das dann auch wirklich vergisst. :-)

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Danke für den schalen Beigeschmack, Frau Schubert.

Freitag, den 7. Dezember 2007

Was ich an einem Politiker nun wirklich gar nicht leiden mag, ist das Zurückruden aus angeblicher Gefälligkeit - aus gespielter Gnade, man wolle ja nicht die gute Idee kaputtmachen, aber dennoch einen wichtigen Standpunkt vertreten. Anstatt sich fairerweise hinzustellen und zu sagen, dass man etwas nicht verstanden hat und vor dem Denken das Maul aufgemacht hat. Oder wenigstens einfach die Klappe zu halten und Gras über eine Sache wachsen zu lassen.

Jedenfalls hat Katina Schubert, Vize bei der Linkspartei, nun ihre wirklich entsetzlich peinliche Anzeige gegen die Wikimedia Deutschland wieder zurückgezogen, aber doch noch in einer Linkspartei-Pressemeldung hinzugefügt, dass es aus ihrer Sicht “im Bereich der online-Kommunikation genauso wie im Pressewesen einer Art Ehrenkodex bedarf, der antisemitische, rassistische, sexistische und rechtsextremistische Positionen ausschließt”. Das ist schön. Hat die Wikipedia durch ihre Selbstkontrolle. Mehr geht, aus naturgemäßen Gründen, nicht, außer man wolle eine Redaktion einfordern, die alle Wikipedia-Aktivitäten zentral kontrolliert.

Was sich zusätzlich nach etwas Herumgerudere anhört, ist das hier:

Auf der von mir für die Strafanzeige angeführten Seite fanden sich etliche Symbole der Hitler-Jugend. Das ging aus meiner Sicht über das Dokumentarische hinaus. Bis auf eins wurden inzwischen alle entfernt.

Diese “etlichen Symbole” waren vor allem Rangabzeichen in der Hierarchie der Hitlerjugend. Das gehört, da sie eben nicht erdacht sind und in einem neutralen Zusammenhang verwendet werden, ebenfalls zu einer neutralen Dokumentation. Dass diese jetzt entfernt wurden, weil niemand so recht wußte, wie man auf die Strafanzeige der Dame reagieren sollte und jetzt die Dame das als Entschuldigung auffasst und als Grund für das Zurückziehen ihrer Strafanzeige einsortiert, ist in meinen Augen der eigentliche Skandal.

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Anti-Anti-Antifa.

Donnerstag, den 6. Dezember 2007

Der Antifaschismus kann gelegentlich auch mal bizarre Blüten treiben. Verklagt doch tatsächlich Katina Schubert, Vizevorsitzende der Linkspartei, die Wikipedia, weil die Wikipedia verfassungsfeindliche Einträge beinhaltet und Einträge aus NS-Quellen zitieren. Hallo, Frau Schubert? Sachlich korrekt wiedergegebene Zitate, die Zusammenhänge darstellen, will man doch eigentlich in einem Lexikon, oder?

Nun, es gibt genügend Durchgeknallte, die die deutsche Niederlassung der Wikpedia verklagen, weil sie offensichtlich Probleme damit haben, zu verstehen, dass die Wikipedia keine One-Way-Plakatwand ist, sondern Collaboration pur. Erstaunlich ist aber das Zitat von Katina Schubert:

Meine Anzeige soll die Betreiber zwingen, bei Beibehaltung der offenen Struktur, politische und ethische Standards einzuführen, die es Nazis unmöglich machen, ihren braunen Müll als lexikalisch wertvolles Wissen auszugeben und im Netz zu verbreiten.

Sie hat offensichtlich das Konzept der Wikipedia nicht verstanden, dass Einträge von der eigenen Community überwacht werden und sie hat sich auch offenbar nicht weiter damit beschäftigt, dass gerade die Wikipedia-Artikel, die mit extremen politischen Ausrichtungen zu tun haben, zu den bestüberwachtesten Artikeln in der Wikipedia gehören.

Schade, wenn man selbst als erklärter Antifaschist das Thema Wikipedia mit einschlägigen Vorurteilen anpacken muss. Das ist schon anderen Klägern nicht sonderlich gut bekommen.

Update: In der Zwischenzeit rudert Katina Schubert wieder zurück. Kann ihr mal bitte jemand sagen, dass es zum Zurückrudern nicht reicht, sich einfach im Boot umzudrehen und weiter zu machen, als ob nichts gewesen wäre? Wenn möglich, bevor sie noch mit den Ruderblättern das Seil des Stöpsels aus dem Wasser hievt, den dann am Ende noch Wolfgang Schäuble sieht und zieht.

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TiddlyWiki 2.3 veröffentlicht.

Dienstag, den 4. Dezember 2007

Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass heute TiddlyWiki, die kleine, javascript-basierte Hosentaschen-Wikisoftware, in der Version 2.3 veröffentlicht wurde. Da ich bekanntlicherweise die Zwischenversionen ständig mitübersetze (hört sich ultrawichtig an, ist aber ein monatlicher Aufwand von durchschnittlich fünf Minuten), habe ich nur zwei Stunden Zeitverzug zur Muttersoftware, bis mein Übersetzungs-Plugin ebenfalls bereit für 2.3 ist.

Here we go: TiddlyWikiDeutsch

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Firmenbloggen - Zwischenstand.

Samstag, den 8. September 2007

Nach rund einem Monat Firmenbloggen,  bei dem ich hauptsächlich eine Art Logbuch über meine Tagesaktivitäten führe, bin ich eigentlich recht angetan davon. Es ist zwar eine nicht zu unterschätzende Angelegenheit, sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass man zur gerade erledigten Aktion noch ein paar geschriebene Worte verlieren muss, die rein subjektiven Ergebnisse jedoch gefallen:

  • Mein Technikkollege Alexej hat den Feed abonniert und findet es nach seiner Aussage gut, sich via RSS informieren zu lassen, was für Dinge so auf meiner Seite laufen. Das sehe ich inzwischen genauso, denn beim Bloggen ist mir doch immer wieder aufgefallen, dass viele Dinge in der Arbeit für mich kleine Dinge sind, für Kollegen aber unter Umständen große Dinge werden können, wenn sie diese Puzzleteile aus einem größeren Blickwinkel betrachten.
  • Auch ich muss sagen, dass es gut ist, denn gerade die Möglichkeit, ein paar Tage zurückblättern zu können, ist nicht nur interessant, sondern gelegentlich auch eine 1a-Hinternrettung, wenn beispielsweise bei gemachten Arbeiten an DNS-Einträgen nachvollzogen werden soll, wann welcher Eintrag gemacht wurde. Mit einer extrem kurzen Dokumentation ist das eine kleine Lebensversicherung.
  • Wir hatten den Fall, dass ich bei einem wegziehenden Kunden Dienste auf unserer Seite routinemäßig gelöscht habe.  Ich erwähnte das in meinem Blog und Alexej kommentierte dann, doch die einzelnen Schritte der Löscharbeiten in einem FAQ-Artikel zu verfassen (ebenfalls im SharePoint Portal Server). Bemerkenswerte Geschichte, denn mir fällt partout keine andere Art der Kommunikation ein, die auf die Schnelle eine Reaktion ermöglichte, zumindest bei diesen routinemäßigen Arbeiten (die ansonsten selten erwähnt werden).

Generell erstaunt bin ich darüber, wie viel da schon in ein paar Wochen zusammenkommt. Viele Dinge, die man tagein-tagaus so im Büro macht, fallen gedanklich tatsächlich relativ schnell wieder von der anderen Seite des Schreibtisches wieder herunter.

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Wiki für Freaks: TiddlyWiki.

Montag, den 27. August 2007

In der Zwischenzeit ist TiddlyWiki, das kleine Open-Source-Wiki, das komplett in einer HTML-Datei und JavaScript daherkommt, recht erwachsen und stabil geworden. Wir zählen zur Zeit die Version 2.2.5 und TiddlyWiki hat in der Zwischenzeit richtig professionelle Funktionen. Dazu gehört zum Beispiel das Synchronisieren von TiddlyWikis untereinander, was erstaunlich stabil und zuverlässig läuft.

Ich mache weiterhin die einzig vernünftige und zeitnahe Übersetzung ins Deutsche. Zugegebenermaßen vor allem noch deshalb, weil es mich dank der inzwischen ausgefeilten Codeverwaltung und der sehr moderaten Änderungen der Benutzerschnittstelle nur noch sehr wenig zu Übersetzen gibt. Die letzten zwei Monate habe ich gerade mal drei Zeilen zu übersetzen gehabt.

Da der jetzige Code stabil ist, kann ich auch endlich das tun ,was ich schon immer machen wollte, ich mich aber bisher aufgrund der vielen Aktualisierungen nicht so recht traute: Eine richtige Download-Version mit komplett installierter Übersetzungsdatei bereitstellen. Den Link findet ihr hier:

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Wikis und Blogs im Unternehmenseinsatz.

Donnerstag, den 16. August 2007

Ich hatte mal früher über Leute gelächelt, die im Büro ein Tagebuch über ihre Arbeit führen. Hatte ich das mal? Ich sollte mich schämen dafür.

Seit einem Jahr führe ich ein so genanntes Arbeitsbuch auf Basis von TiddlyWiki. Eigentlich wollte ich nur mit TiddlyWiki herumspielen und mir ein kleines Sammelbuch für kleine Tricks und Hints anlegen, im Laufe der Zeit entstand da aber eine richtig gute, kleine Dokumentation für mich mit genau den Dingen, die zwar nur selten eintreten, bei denen man aber dennoch die Lösung parat haben muss. So weit, so gut.

Seit einigen Wochen haben wir im Büro den Microsoft SharePoint Portal Server im Einsatz, der im Prinzip - kurz erklärt - Community-Funktionen für Arbeitsgruppen bereitstellt. Dazu gehören Gruppenfunktionen, Diskussionsforen, Wikis und Blogs. An beiden letzteren habe ich mich natürlich gleich mal von Hause aus herangemacht. Ich muss sagen - ich habe selten eine derart tiefe Befriedigung bei der Sammlung von Information empfunden, wie nun. Als erstes wanderte der Inhalt meines Arbeitsbuches in ein Wiki, so dass wir nun eine gar nicht so kleine Wissensbasis mit Tricks und Anleitungen zu Dingen haben, mit denen zumindest ich ständig zu tun habe. Das kann man jetzt egoistisch sehen, ist es aber spätestens dann nicht, wenn ich mal nicht im Büro bin und meine Kollegen kurz und knapp wissen müssen, wie eine bestimmte Lösung aussieht. Man stelle sich vor, was das für eine Wissenssammlung und letztendlich für ein gewaltiges Potential werden kann, wenn an so einer Sammlung jeder in einem Unternehmen mitarbeitet!

Fast besser gefällt mir die Blogging-Funktion, denn das setze ich nun als Journal ein, in das ich für jeden Tag einen Artikel hineinsetze und darin Punkt für Punkt die Dinge des Tages in ein paar Sätzen beschreibe. Das ist zum einen für mich eine hervorragende Gedächtnisstütze, andererseits zusammen mit dem Wiki (auf das ich querverlinken kann) eine grandiose Ergänzung. Als angenehme Nebeneffekte sehen meine Kollegen, was ich gerade tue (und nicht tue) und der fast angenehmste Nebeneffekt ist, dass ich gegenüber Vorgesetzte genau den Nachweis an Arbeit für eine Bewertung habe, von der jeder Vorgesetzte träumt.

Ich richte mich weiter in den SharePoint Portal Server ein und finde noch die Service-Funktion recht aufregend, die nichts anderes als ein ausgefeiltes Ticketsystem für Support-Anforderungen darstellen soll. Es wird also durchaus passieren, dass ich in der nächsten Zeit immer wieder einmal über meine Erfahrungen von Wiki&Blogs im wirklichen, internen Unternehmenseinsatz berichte.

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