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Urlaubsvertretungsbloggen.

27. August 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in BlogWelt

Der Science-Fiction-Autor ist gleich in mehrfacher Hinsicht mein Premierenmann des Monats. Zum einen ist er nach langer Zeit der erste noch lebende Autor, von dem ich ein Science-Fiction-Roman gelesen habe, nämlich “Zwischen den Sternen” (Affiliate-Link). Zum anderen war es das erste Buch, das ein eBook war und auf dem iPad gelesen wurde. Kein wirklicher Genuss, aber dazu demnächst mehr.

Und zum dritten ist John Scalzi ein moderner Autor, der seit 2002 exzessiv bloggt. Und das nicht einfach nur zu PR-Zwecken in homöopathischen Dosen, sondern direkt auf seiner Website unter http://whatever.scalzi.com und dort richtig viel und unwiderstehlich gut. Wenn man sich Autoren – und vor allem Science-Fiction-Autoren – als eher eigenbrödlerische, stille und seltsam tickende Menschen vorstellt, ist John Scalzi vermutlich genau das Gegenteil. Er schreibt über dies und das, Fotos von Sonnenuntergängen, aus dem Homeoffice, von seiner augenscheinlich bloggenden Katze und er kommentiert Science Fiction. Dass seine Artikel eifrig kommentiert werden, ist ein starker Gradmesser dafür, dass Scalzi es begriffen haben muss, wie man in modernen Zeiten vernünftig mit seinen Konsumenten kommuniziert. Scalzi twittert auch und hat dort immerhin auch über 13.000 Follower, aber sein Meisterstück gibt er zweifellos im Weblog ab.

Vom 1. August bis Mitte September ist Scalzi im Urlaub. Wow, denkt sich jetzt der geneigte Leser, das muss ja furchtbar interessant sein, wenn Besim das bloggt. Scalzi aber mottet sein Weblog nicht einfach so lange ein, sondern lässt “vertretungsbloggen” von vier “Aushilfsbloggern”, die er vorher angesprochen und zum Schreiben aquiriert hat. Und das ist eine beneidenswert gute Idee, denn es kommt Input ins Weblog, den Scalzi allein nicht packt und der teilweise auch so gar nichts mit Science-Fiction zu tun hat, aber dennoch interessante Ansichten vermittelt.

Urlaubsvertretungsbloggen. Interessante Idee. Muss ich mir mal weiter den Kopf darüber zerbrechen, was wir auch dem Thema so machen könnten.

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Reisen wir anders mit Google StreetView?

14. August 2010 | 5 Kommentare | Veröffentlicht in WebZweiNullWelt

In letzter Zeit lasse ich häufiger mal das Auto stehen, wenn ich in die Stadt muss. Zwar ist es von meinem Wohnort bis in die Innenstadt nur etwa einen Kilometer Luftlinie weit, allerdings ist Pforzheim in einer Berg-und-Tal-Landschaft situiert und die motorisierte Fortbewegung ist somit die bequemere. Allerdings ist es mit dem Bus mindestens genauso schnell, wie mit dem Auto und erheblich günstiger.

Bei der heutigen Rückfahrt aus der Stadt habe ich an einer  interessanten These geknabbert in Sachen Google StreetView und Reisen geknabbert und das so intensiv, dass ich drei Stationen zu spät ausgestiegen bin. Die These:

Ist Google StreetView eine neue Form des Reisens?

Auslöser war ein mittägliches Gespräch mit Joachim, in dem wir aus irgendeine Anlass zum gleichen Ergebnis kamen, dass es doch eigentlich ein Wahnsinn ist, viele Orte nur wegen der dort gemachten Fotos zu besuchen. Eine zuerst einmal weitgehend unspannende These. Die jedoch spannender wird, wenn man mit dem Bus nach Hause fährt. Was macht es eigentlich aus, einen Ort zu besuchen? Das dortige Flanieren? Das Sprechen mit dortigen Menschen? Das Essen dort? Oder einfach die Gewissheit, dort gewesen zu sein und ein paar Fotos mitgebracht zu haben, wie die meisten von uns?

Diese Frage wird richtig aufregend, wenn man sich dabei vorstellt, mit einem Bus zu reisen und genau zu diesem Gedankengang hat mich die heutige Busfahrt animiert. Ich war beispielsweise 1993 während eines Landschulheimaufenthaltes im britischen Cambridge. Dort unternahmen wir für einen Tag eine Reise nach London, die weitgehend aus einer zweistündigen Stadtrundfahrt mit unserem Bus, einem Besuch bei McDonald’s am Tower und aus einem Besuch des Wachsfigurenkabinetts von Madame Tussaud’s bestand.

Zweifellos war ich, faktisch gesehen, somit in London. Nur: Ich habe London aus dem Bus heraus gesehen. Mit Einheimischen habe ich gesprochen: Bei McDonald’s und an der Kasse von Madame Tussaud’s. Wir haben keinen Kaffee/Tee dort getrunken, ich bin keine 1.000 Schritte auf einem Londoner Bürgersteig gelaufen, habe keinen Fotoapparat dabei gehabt und war, ein etwas unappetitlicher Aspekt, in den ca. sechs Stunden, in denen wir uns innerhalb des Londoner Stadtgebietes aufhielten, nicht ein einziges Mal auf einer Londoner Toilette.

Wenn ich ehrlich sein soll: Ich war nicht wirklich jemals in London.

Unser wahres Leben in Erinnerungen

Anderes Beispiel, und jetzt wird es matrix-like: Ich habe drei Jahre für das ZDF gearbeitet, vom Herbst 1995 bis Herbst 1998. Drei Jahre, in denen ich einige hundert Einsätze als Kameraassistent absolviert habe. Seit dem Ende meiner Mitarbeit beim ZDF habe ich das Sendezentrum in Mainz danach genau zwei Mal betreten. Ich lebe also faktisch, wenn ich an das ZDF in seiner existentiellen Form als Gebäudegebilde denke, in einer Mischung aus Erinnerungen, eigentümlichen Gerüchen, die man damals in Fluren und Studios eingesogen hat und aktuellen Bildern, die ich im Fernsehen oder in Zeitschriften sehe. Dennoch weiß ich genau, wo das neue Nachrichtenstudio liegt und kann mich auch nach über zehn Jahren weitgehend gut orientieren, obwohl ich gar nicht dort bin und ich noch nicht mal wissen kann, ob die jeweiligen Redaktionen, deren Sendungen ich schaue, tatsächlich noch an der Stelle sind, wie sie das vor zehn, fünfzehn Jahren einmal waren.

Im Grunde genommen ist das jedoch, und damit kommen wir zu meiner These, völlig irrelevant, was ich in meiner Erinnerung habe und was ich denke, wo etwas sein könnte, wie etwas riecht und wie es aussieht. Es reduziert sich letztendlich alles auf die Frage herunter, ob ich mir tatsächlich die Mühe machen will, an einen bestimmten Ort zu reisen, um dort eine gewisse Zeit zu leben, ob nun für ein paar Stunden im Urlaub, ein paar Tage, Wochen, Monate oder Jahre. Den Ort interessiert das nicht, die meisten dort lebenden Menschen auch nicht, aber ausgerechnet ich?

Simulacra and Simulations

Noch ein Beispiel und jetzt wird computersimuliert: Ich bin begeisterter Hobbypilot von Flug- und Rennsimulationen. Im der Gran-Turismo-Spieleserie gibt es in früheren Ausgaben beispielsweise eine Streckensimulation des Nürburgringes. Wohlgemerkt, der alten Strecke, also der “Grünen Hölle”. Die ist, so kann ich sagen, recht realistisch, weil ich diese Strecke zu meiner ZDF-Zeit einmal zu dienstlichen Zwecken gefahren bin. Wie sehe ich also die Simulation? Ich vergleiche sie mit der Realität. Und in Wirklichkeit war ich um ein Vielfaches öfter auf der Strecke in einer Simulation, als real auf der echten Strecke. Sicherlich spürt man erst echt vor Ort, wie uneben die Straße wirklich ist und vor Ort habe ich mehr Angst um mein Leben gehabt, als an der Playstation. Aber die Überlegung, extra dorthin zu fahren, um für nicht wenig Geld eine echte Runde zu drehen, wenn ich an der Playstation effektiv für weniger Geld und unbegrenzt haben kann, ist nicht mehr so einfach wegzuwischen, wenn man berücksichtigt, dass die Simulation verdammt nah an der Realität ist und ich eine unbewusste Abwägung treffe, ob es mir wert ist, tatsächlich an den Ort zu fahren oder nicht.

Ich bin tatsächlich in meinem bisherigen 35jährigen Leben noch erstaunlich wenig im Ausland gereist, kann aber trotzdem sagen, dass ich einiges auf diesem Planeten gesehen habe. Eben aus Bildern, Fotos, Filmen, Videos, Satellitenaufnahmen, Simulationen. Die jahrhundertealte These, dass man reisen muss, um etwas zu sehen, die ist tatsächlich so gar nicht mehr haltbar. Man muss eher sagen, dass man eben reisen muss, wenn es gar nicht anders geht und man sich oder anderen etwas beweisen will. (Diese These ist an dieser Stelle ausbaufähig, Ideen bitte in die Kommentare.)

Google StreetView

Google StreetView ist nicht einfach nur eine Ansammlung vieler Bilder von Straßenzügen. Google StreetView ist ein unglaublich ausgestatteter Bildband über fremde Städte und Länder, garniert mit Millionen Hinweisen auf Geschäften und Sehenswürdigkeiten. Davon haben wir, wenn wir einmal sehr genau, sehr offen und sehr tief in unserer eigenen Seelenwelt nachschauen, geträumt. Und viele andere Generationen vor uns, die sich in ein Fahrzeug gesetzt und in ein anderes Land gefahren sind, “um dort die Ferne zu sehen”, ebenso. Und: Die schier unglaubliche Datenmenge, die heute dafür zur Verfügung steht, war vor nicht vielen Jahren schlicht unfassbar.

Dass es heute so viele Menschen gibt, die Probleme mit Google und der Insbesonderheit Google StreetView haben, ist in meinen Augen deshalb vor allem eine Sache, die mit unbewusster Angst davor zu tun hat, dass jetzt etwas geschieht und möglich wird, was so unfassbar ist und vor wenigen Jahren völlig unglaublich schien. Nichts anderes. Der vermeintliche Datenschutz ist ein vorgeschobenes Alibi der Angsthasen und der Betonköpfe und Günstlinge, die sich um die Stimmen und Gelder der Angsthasen reißen. Das ist eine harte Beschuldigung, aber bitte einmal den Kopf freimachen und darüber nachdenken, ob es nicht wirklich genau so ist! Ich finde nämlich kein anderes Argument und ich strenge mich seit zwei Tagen an.

Der moderne Mensch wird zukünftig viele Reiseziele anders bewerten und besuchen, in etwa so:

  • Freund war in Paris, in einem verwinkelten Stadtteil und hat dort ein bezauberndes Café gefunden.
  • Hervorragender Kaffee mit wunderbaren Croissants, der Kellner freundlich und ein Kavalier der Alten Schule.
  • Unbedingt wert, einmal dorthin zu fahren.
  • Ich: Keine Zeit, kein Geld und auch keine Lust. Aber anschauen kann man es ja mal.
  • Ich: Okay, schauen wir uns das Viertelchen wenigstens mal in Google StreetView an und tauchen etwas ein.
  • Ich: Gefällt mir. Oder gefällt mir nicht. Besuche ich vielleicht mal. Oder auch nicht.
  • Gesehen habe ich es aber.

Kommentieren? Eigene Gedanken dazu? Gern. Ich glaube, die Diskussion ist sehr, sehr offen und ich bin wirklich an jeder Art von Gedankengang interessiert, die uns weiterbringt.

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Die deutsche Paranoia um Google StreetView.

12. August 2010 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in WebZweiNullWelt

Dass Google irgendwann im Laufe des Jahrhunderts auch in Deutschland StreetView starten würde, war so klar wie Kloßbrühe. Niemand, aber auch wirklich niemand hatte eine Grundlage, zu glauben, dass Google seine Opel Astras mit dem markanten Aufbau nur zum Spaß durch die Republik rollt.

Wir alle wissen also Bescheid, was Google da tut. Und das schon seit weit über einem Jahr. Und wie man liest, wussten auch die formell zuständigen Ministerien für Justiz, Verbraucherschutz und das Innenministerium vorab, dass Google plant, noch im Sommer StreetView offiziell zu starten. Auch wenn es absehbar war – es ist formell aktenkundig und das wohl nicht erst seit gestern Nachmittag.

Unsere jetzige schwarz-gelbe Bundesregierung hätte also alle Welt dieser Zeit gehabt – wenn sie denn politisch handlungsfähig wäre – sich um das Thema StreetView mit aller Ruhe zu kümmern, rechtliche Bedenken auszuloten und einen vernünftigen Handlungsrahmen abzustecken.

Hat sie aber nicht. Und nein, nicht nur das: Die zuständige Ministerin, Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner, weitgehend inkompetent in allen Belangen ihres Amtes, Quotenfrau der CSU und ausgewiesene Fachfrau für rhetorische Schüsse in den Ofen, nutzt wie immer das Thema Internet für einen unnachahmlichen Tritt in das nächste Fettnäpfchen, in dem sie anstatt einer Regelung, wie man als Bundesregierung gedenkt, mit dem Thema Google StreetView umzugehen, in faszinierender Idiotie verkündet, dass sie in StreetView ihr Haus verpixeln lasse. Und ich werde mir im nächsten Monat ein neues Paar Schuhe kaufen, aber nicht sagen, welche Marke.

Das ist aber alles nur eine Seite der Medaille. Dass Ilse Aigner einen rhetorischen Elfmeter nur dann trifft, wenn man ihr den Ball auf die Schuhspitze schraubt und sie ins Tor stellt, dürfte inzwischen jedem klar sein. Dass aber die Regierung über den Einführungsplan von StreetView informiert war, lässt auf eine bei Angela Merkel bewährte politische Vorgehensweise schließen, die auch hier wieder zur Anwendung kommt: Problem erst einmal eskalieren lassen und dann Aktionismus vorgaukeln. Das war bei Angela Merkel zwar noch nie wirklich überzeugend, aber es hat ihr offensichtlich auch noch niemand gesagt.

Wir dürfen also gespannt sein, was für ein politisches Drama in den nächsten Wochen auf uns zukommen wird und wie die “neuen Datenschutzgesetze” aussehen werden, die man jetzt hastig verspricht. Dass solche “neuen Datenschutzgesetze” von einer schwarz-gelben Bundesregierung besonders verbraucherfreundlich sein könnten, darf getrost ausgeschlossen werden.

Das Thema Privacy und StreetView

Aber brauchen wir tatsächlich “neue Datenschutzgesetze”? Findet die Privatsphäre eines jeden von uns tatsächlich auf der Straße statt und kann diese tatsächlich verletzt werden durch Fotos, auf denen Gesichter unkenntlich gemacht sind und auf denen man eher weniger sieht, als wenn man selbst in der jeweiligen Straße steht und noch nicht mal Fernglas oder Kamera einsetzt?

Nein, kann man glücklicherweise nicht, denn mit welchem Recht dieses Landes wollen wir es uns verbieten lassen, auf öffentlichen Straßen Häuser anzuschauen und diese möglicherweise auch zu fotografieren?  Niemand (na gut, vielleicht die Piratenpartei…) käme auf die Idee, in einem Fußballstadion das Fotografieren zu verbieten, um die Privatsphäre anderer Besucher zu schützen. Eine Öffentlichkeit findet statt und eine Öffentlichkeit muss stattfinden dürfen, um Privatsphäre überhaupt erst definieren zu können.

Mir missfallen in der inzwischen rettungslos schrill geführten Diskussionen einige Argumente von Datenschützern, die weitgehend an den Haaren herbeigezogen sind. Sicherlich gilt es, Daten und Privatsphären zu schützen, völlig losgelöst von der Frage, ob das nun der Kommerz tut, oder der Staat. Es gilt aber, jeglichen Schutzbedarf immer an Maßstäben des heute technisch Machbaren und Unsinnigen zu messen. Vorurteile über Arm- und Reichtum haben sich schon immer an den äußeren Gemäuern eines Gebäudes bilden können. Früher musste man hinfahren, mit Google StreetView sieht man es eben ein paar Mausklicks eher. Das Vorurteil wird dadurch weder besser, noch schlechter. Und wenn jeder die gleichen Werkzeuge hat, hilft das am ehesten, die Idiotie hinter dem Vorurteil zu behandeln.

Es gibt nichts, was an Google StreetView schlecht ist

Nichts, aber auch rein gar nichts. Straßenzüge wurden schon vor Google systematisch abfotografiert und auch schon in Form eines erweiterten Telefonbuches veröffentlicht. Es ist nicht aktenkundig geworden, dass daran jemand gestorben ist oder die Kriminalitätsraten gestiegen sind.

Ganz das Gegenteil wird der Fall sein: Es wird spannend sein, zu sehen, wie es in Städten, in denen man einmal war oder in die man gern einmal hinfahren möchte, aussieht. Eine virtuelle Reise durch San Francisco, Bummeln durch Barcelona oder an der Strandpromenade von Miami. Gibt es da draußen tatsächlich Leute, die glauben, dass es Leute gibt, die sich nachhaltig ausgerechnet für ihre Hütte interessieren und per StreetView die Location auskundschaften?

In Wirklichkeit quält die meisten Kritiker von StreetView wieder einmal nur das altbekannte Problem, mit dem man sich unabhängig jeglicher weltpolitische Situation vortrefflich beschäftigen kann: Saß mein Gartenzwerg an der richtigen Stelle, als der StreetView-Astra vorbeifuhr und was werden meine Nachbarn sagen, wenn nicht?

Niemand wird nach dem Start von Google StreetView mehr schreien, sondern staunen. Über die faszinierende Welt außerhalb des eigenen Gartenzaunes und über die Nichtigkeit der eigenen, kleinen Welt. Und natürlich über die Hässlichkeit der eigenen Gartenzwerge (wobei das natürlich niemals öffentlich). Geben wir uns eine Chance, uns zu bereichern und nicht von anderen sagen zu lassen, was bereicherungswert ist und was nicht.

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WordPress aus dem Maintenance-Mode holen.

5. August 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in BlogWelt

Das automatische Aktualisieren von Plugins, Themes und des WordPress-Kernes ist seit der Version 3.0 hübsch und einfach. Es lädt quasi dazu ein, seine WordPress-Installation aktuell zu halten und genau das ist auch das Ziel der ganzen Aktion. Auch wenn das alles nun so einfach geworden ist, gebietet es nach wie vor eine gewisse Sorgfalt, dieses Updaten.

Denn auch wenn man auf die “Aktualisieren”-Seite im WordPress-Dashboard springt und aktualisiert, sollte man tunlichst das Ergebnis dieser Aktion abwarten. Tut man dies nicht und springt während dem Update auf eine andere Seite, wird das jeweilige Update zwar fertiggestellt (im besten Falle), allerdings kann es passieren, dass der Hinweis auf den Maintenance-Mode, der immer dann eingeblendet wird, wenn ein Update vorgenommen wird, fälschlicherweise bestehen bleibt. Das zeigt sich dann an der Meldung: “Briefly Unavailable for Scheduled Maintenance.”

Dummerweise erscheint diese Meldung nach jeder WordPress-Aktion, also selbst beim Versuch, wieder zurück auf das Dashboard zu kommen. Maintenance ist Maintenance.

Die Lösung ist einfach, wenn man sie kennt: Per FTP ins Root-Verzeichnis der WordPress-Installation und dort die Datei “.maintenance” löschen. Diese Datei wird immer dann angelegt, wenn eben der Maintenance-Modus aktiviert wird und dann danach auch wieder gelöscht. Bricht man auf der “Aktualisieren”-Seite den Vorgang ab, in dem man beispielsweise auf eine andere Seite springt, wird diese “.maintenance”-Datei nicht mehr gelöscht.

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Adieu, Google Wave.

5. August 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in WebZweiNullWelt

Dass Google nun Wave einstellt, kam nicht ganz so überraschend, wenn man Google und seine Arbeitsweise bei Beta-Projekten kennt. Da werden neue Funktionen über Nacht eingespielt, gerne mal die UI ohne Vorankündigung geändert und eine vernünftige Dokumentation sucht man für Beta-Projekte auch oft genug. Das war bei Google Wave schon seit längerem nicht mehr der Fall und das war durchaus als eine Vorankündigung zu verstehen. Dass es nun vorerst nur noch bis Ende des Jahres weitergeht, ist schade. Immerhin ist die Begründung von Google so auffallend wischi-waschi, dass man davon ausgehen kann, dass die Idee woanders eingebaut wird oder zumindest nicht einfach wegstirbt.

Google Wave ist so ein Werkzeug (ich sage mit Bedacht nicht, dass es das Werkzeug ist), mit dem Collaboration, also die Idee der gleichberechtigten Zusammenarbeit, funktioniert. Und das völlig unabhängig vom Zeitrahmen. Ob nun zeitversetzt oder in Echtzeit – die Kommunikation funktioniert und jeder Beteiligte sieht, was gerade passiert. Google hat mit der Veröffentlichung von Wave einfach nur ein paar bestehende Werkzeuge wie z.B. Instant Messaging und Rich Mail zusammengeworfen und daraus ein Ding gemacht, dass jede teure Groupware, die quasi alle mit dem Buzzword Collaboration angepreist werden, quasi nackt stehen lassen und entlarvt.

Google Wave ist von der Idee her einfach, macht sich aber logisch erst dann, wenn man es mit mehreren Leuten benutzt. Immerhin ging das Verständnis für Google Wave schneller, als das Telefonieren, denn da verstehe ich den häufig praktizierten Medienbruch immer noch nicht. Warum muss man telefonieren und dabei Dinge vorlesen, die der Empfänger dann wieder aufschreiben muss? Ich bin mir sicher, dass viele Missverständnisse auf dieser Welt deshalb entstehen, weil bei diesem Medienbruch je nach Teilnehmer eine Menge an Information verfälscht oder schlicht verloren geht.

Die E-Mail ist für schnelle, konzentrierte und projektbezogene Konversation wiederum gar nicht zu gebrauchen – ich hasse E-Mail dahingehend abgöttisch. Ein Unternehmen ohne sinnvolle Dokumentation missbraucht gern E-Mail dazu, über den großen Rundverteiler einfach alle verfügbaren Dokumentationsfragmente (es dokumentieren ohne Dokumentationspflicht ja eh nur dir wenigsten) und einzelne Fragmente sind so alleinstehend, dass man es praktisch auch gleich lassen kann. Funktionieren tut das aber am Ende nur dank der Volltextsuche und das ist immer nur ein Notnagel. Und vor allem nur ein kurzes Intermezzo, denn die Blindfahrt in Richtung Mauer geht trotzdem immer weiter.

Ich mag die Begrifflichkeit des “Informationsjunkies” nicht sonderlich, aber nichts anderes ist das, was ich tue. Ich lese Nachrichten (also offizielle), ich muss Informationen anderer Leute aufnehmen und ich muss Informationen so kanalisieren, damit ich daraus wieder andere Informationen erstellen kann. Mit einer simplen ToDo-Liste funktioniert das schon lange nicht mehr. ToDo-Listen sind Relikte aus einer Zeit, in der Informationen von Hand verschoben wurden und ohne größeren Aufwand nicht mehr wiedergefunden werden konnten. Da ist es praktisch, wenn man Aufgaben abhaken kann.

Ich merke das sehr stark beim Bloggen mit verschiedenen Weblogs und verschiedenster, mir eigentlich fremder Thematik. Ich sammle Themen on the fly als Laie und muss später dann Wissen aufbauen, um die Fragestellung als “Pseudo-Gelehrter” beantworten zu können. Schnell (!) Wissen beizubringen, funktioniert nicht, in dem ich in die Bücherei gehe, sondern dass muss aus möglichst mehreren Quellen beigebracht und zu einem Artikel geschrieben werden. Mit To-Do und Tasks abhaken hat das alles nichts mehr zu tun. Wir stehen nicht mehr am Bahnsteig und warten auf einen Zug, sondern wir sind schon längst in der Notwendigkeit, einen veritablen Rangierbahnhof an Informationen bedienen zu müssen. Wer den Zettel hervorkramt oder den Telefonhörer als primäre Informationsbasis einsetzen will, verliert, weil er sich “verzettelt”. “Verquatscht”. Ihr kennt die Begriffe. Erst jetzt bekommen sie ihre wahre Bedeutung.

Deshalb: Schade, Google Wave war sicherlich nicht “fertig” und verstanden haben es vielleicht auch nur die wenigsten Menschen. Aber es ist ein nahezu perfektes Werkzeug für das zeitlose Vermitteln von Information, für die Zusammenarbeit von verteilten Teams. Und es steht am Anfang dessen, was es einmal wirklich wird, da bin ich mir ziemlich sicher. Die Zeit von Wave ist eigentlich da – die Akzeptanz der Methodik wird schon noch kommen.

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WordPress 3.0.1.

30. Juli 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in BlogWelt

Sicherlich bin ich da nicht der schnellste, aber wenn ich schon Weblogs auf WordPress 3.0.1 upgrade, kann ich auch gleich darüber schreiben. Also, WordPress 3.0.1 ist seit heute morgen veröffentlicht. Und wie die Versionsnummer zu erkennen gibt, handelt es sich um ein Wartungsupdate.

Erfreulicherweise werden in diesem Update auch nur kleinere Fehler behoben, es gibt also kein katastrophales Sicherheitsloch, das damit zu beheben wäre. Das bedeutet, dass das Update auch nicht ultradringend eingespielt werden muss, wenn man schon WordPress 3.0 einsetzt, sondern auch mal warten kann.

Wie immer kann man entweder innerhalb des WordPress-Dashboards aktualisieren, ein gesamtes Installationspaket über eine bestehende Installation laufen lassen oder auf das bewährte Update-Paket von WordPress Deutschland zurückgreifen. Letzteres hat den hübschen Vorteil, dass nur die betroffenen Dateien inkludiert sind und das Update per FTP ein Klacks ist. Bei der Gelegenheit sei darauf hingewiesen, dass auch die deutsche Sprachdatei in einer neuen Version erschienen ist, üblicherweise auch mit Ergänzungen und Fehlerbehebungen.

Es gibt so herrlich wenig darüber zu schreiben, dass es eine Freude ist.

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Größerer Trouble bei Facebook(?)

16. Juli 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Mein Microgeblogge nimmt normalerweise den Weg von Twitter, das ist hauptsächlich nutze, zu Facebook. Hierzu habe ich in Facebook vor langer Zeit schon eine Facebook-Twitter-App installiert, die entsprechend die Verbindung zu Twitter schafft. Das funktionierte alles auch so weit ganz gut, unter allen Facebook-Nachrichten, die via Twitter hereingespült werden, erschien bis dato auch artig, dass sie von Twitter kamen.

Zumindest bis vor wenigen Minuten. Denn da hieß es plötzlich, dass die Tweets von einer Facebook-App namens “LoudSocial Applications” kommen. Das ist tatsächlich eine andere Facebook-App, die ich jedoch gar nicht autorisiert habe, geschweige denn überhaupt mal gesehen. Eine anscheinend fremde Facebook-App übernimmt unautorisiert meine Twitter-Nachrichten über die Autorisierung, die ich einst mal eingerichtet habe. Na das ist ja wunderbar.

Es wird aber noch lustiger, wenn man auf die Facebook-Seite der offiziellen Facebook-for-iPhone-App geht, der iPhone-App für Facebook. Denn da funktioniert seit einigen Stunden auch einiges nicht mehr korrekt, Nutzer der iPhone-App können nicht mehr in ihre Timeline schreiben. Auch ganz lustig, wobei es vermutlich haarsträubend ist, wenn man daran denkt, was da wohl gerade alles bei Facebook/Twitter schiefläuft.

Erste Maßnahme, wenn ihr ebenfalls Twitter nutzt und automatisch Tweets zu Facebook schieben lasst: Überprüft mit einem Test-Tweet und einem Blick auf eure eigene Timeline, ob eure Tweets über die Twitter-App oder auch über “LoudSocial Applications” importiert werden. Wenn letzteres passiert, solltet ihr diese App umgehend sicherheitshalber sperren.

Update vom 19. Juli: Irgendwann im Laufe der Nacht zum 17. Juli funktionierte es dann wieder, nachdem Facebook offensichtlich die App “LoudSocial Applications” deaktiviert hat. Betroffen waren nicht nur diverse Twitter-Apps und die App, die als Verbindungsstück zur Facebook-iPhone-App dient, sondern auch eine Reihe von Spiele-Apps, die allesamt vorübergehend nicht mehr zu anderen Social Networks mehr Inhalte senden konnten. Warum auch immer. Gerüchteweise kam dann noch auf, dass der Entwickler der ominösen “LoudSocial”-App angeblich ein Facebook-Mitarbeiter sei, aber bestätigen lässt sich das alles nicht.

Es bleibt lediglich ein weiterer, schaler Beigeschmack über die Frage, wie eine fremde Applikation plötzlich Berechtigungen anderer Apps übernehmen kann. Unerfreulich.

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Merkel muss weg.

2. Juli 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in CollaborationWelt

Ohne jetzt auf die politischen Details einzugehen (meine Meinung ist ja landläufig für diejenigen bekannt, die meinen Facebook- oder Twitter-Stream regelmäßig mitlesen) – ich habe vorhin eine Facebook-Gruppe gegründet. Grund dafür war, dass ich mit unserer Bundesregierung so unzufrieden bin, wie mit keiner anderen Bundesregierung zuvor und mir zufällig der phantastische und kostenlose OpenType-Font namens “Parole” aus dem Archiv des Fontblogs über den Weg gelaufen ist. Da ich vor einigen Jahren den kompletten Satz des deutschen Verkehrszeichensystems als Vektorgrafiken gekauft habe und ich fünf Minuten Zeit hatte, war der Weg nicht weit für etwas politisches Kampagnentum:

Wohin? Zur eingerichteten Merkel-muss-weg-Gruppenseite in Facebook und der Gruppe beitreten.

Und was gibt es dafür? Vielleicht, wenn wir viele werden, eine neue Bundesregierung vor dem Jahre 2013. Schön wäre es, wenn wir mehr als 37.374 werden, denn dann gäbe es mehr Mitglieder in dieser Gruppe als Befürworter auf Angela Merkels offizieller Facebook-Seite (Stand: 2. Juli 2010). ;-)

Copyright? Verzichte ich, macht mit dem Ding, was ihr wollt.

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Blogs aus der Region (28).

30. Juni 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in BlogWelt
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Update-Funktion ab WordPress 3.0.

18. Juni 2010 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in BlogWelt

Einer der sichtbarsten Weiterentwicklungen, die in WordPress 3.0 eingeflossen sind, ist die nun deutlich präsentere Update-Funktion, mit der einheitlich auf einer Seite alle Komponenten einer WordPress-Installation – Core-Installation, Plugins und Theme – aktualisiert werden können. Und damit die neue Update-Funktion auch gut ins Auge sticht, ist sie gleich im Dashboard-Menü integriert:

Die Ziffer hinter “Aktualisierungen” gibt hierbei an, wie viele Updates insgesamt zur Verfügung stehen. Klickt man auf “Aktualisierungen, geht es auf die Update-Seite, die von oben nach unten die Core-Installation behandelt (inklusive der Möglichkeit, eine vorhandene WordPress-Installation neu zu installieren), Plugins und Themes (klicken für Großansicht):

Hübscher geht es kaum noch, wobei ich den Textblock zum Updaten der WordPress-Core-Installation zu überfrachtet und zu unübersichtlich halte. Das hätte man ähnlich wie weiter unten bei “Plugins” realisieren können. Aber immerhin.

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