Archiv der Kategorie ‘SupportWelt‘

Warum ältere Menschen moderne Geräte nicht verstehen.

Dienstag, den 22. Januar 2008

Vor gut zwei Jahren habe ich meinen Eltern eine wirklich schnicke ISDN-Telefonanlage von Siemens spendiert. Ein Basisgerät mit Tastatur und Hörer (da legte mein Vater Wert darauf) und drei Mobilteilen, für jedes Stockwerk im Haus eines. Ergebnis ist, dass das Telefonieren natürlich viel bequemer geworden ist. Was nach wie vor nicht funktioniert, ist das Verständnis über so grundlegende Funktionen wie zum Beispiel das Weiterleiten von Gesprächen. Es ist ja mehr oder weniger sinnlos, wenn man diese Funktion nicht versteht und zum Vermitteln von Gesprächen das Mobilteil durchs halbe Haus trägt. Das tut mein Vater derzeit ständig, weshalb er lieber einmal länger klingeln lässt, damit doch jemand anders rangeht.

Dabei ist das Vermitteln eigentlich kindereinfach. Während einem Gespräch die Taste drücken, die unter dem Schriftzug “INT” auf dem Display steht und die Nummer des internen Endgerätes wählen. Die 11 ist ganz oben, die 12 in der Mitte und die 13 im Untergeschoss. Alternativ kann man auch “INT” und dann “LISTE” drücken, dort werden alle Geräte angezeigt. Zur besseren Kennzeichnung habe ich die Mobilteilkennungen sogar angepasst, so dass die 11 nicht einfach nur “11″ heißt, sondern “Oben - 11″.

Ergo: Funktioniert nicht. Der Grund ist so einfach, dass es fast kompliziert ist: Während unsereiner, der mit modernen Geräten interaktiv arbeitet, also auf dem Display durchaus liest, was als nächstes kommen könnte (beispielsweise eben mehrfach belegte Tasten), versuchen meine Eltern (und viele andere Menschen auch, die interaktive Dialoge nicht kennen) krampfhaft, sich alle Tastenbewegungen zu merken, was natürlich eine ganz andere, viel steilere Lernkurve mit sich bringt.

Aus diesem Grund wird das nächste Handy für meine Eltern auch ein Klapphandy. Denn hier ist die Gesprächsannahme, das Auflegen und die Tastensperre haptisch geregelt und ähnelt am ehesten dem klassischen Telefonhörer, den man auflegt, wenn man nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte. Sehr erstaunlich, das alles.

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Die sagenhaften Komprimierqualitäten von JPEG.

Freitag, den 28. Dezember 2007

Ein Kunde ruft an und merkt verwundert an, dass er jetzt seine PowerPoint-Präsentation, die wohl mehrere Dutzend Megabyte groß wäre und schon vor einigen Wochen Probleme dahingehend machte, dass sie aufgrund der Größe schlicht unversendbar per E-Mail war, als JPEG-Grafiken exportiert habe und diese nur noch 38 Kilobyte groß seien.

I do not comment this.

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“Türkische Inseln”

Freitag, den 30. November 2007

Das kommt davon, wenn man Geografie-Blindgänger ein Handbuch für Domainregistrierungen schreiben lässt. Gesehen bei einem Domainregistrar:

“Türkische Inseln”

Die “Türkischen Inseln”, die der Autor da kurzerhand erfunden hat (denn die gibt es so auch nicht), sind die Turks- und Caicos-Inseln und die befinden sich in der Karibik. Das hat fast so eine Qualität, wie beispielsweise Neuschwabenland (für das erfreulicherweise [noch] keine Pläne für eine eigene Top-Level-Domain existieren) zu Deutschland zu zählen.

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Kameras, Laufwerkbuchstaben und Netzlaufwerke = *grmpf*

Samstag, den 24. November 2007

Unser Kunden-Commitment, Dienstleistung an vorderste Front zu stellen und gelegentlich auch mit Rat & Tat für Dinge zur Verfügung zu stehen, die mit Internet herzlich wenig zu tun haben, bringt es mit sich, dass wir immer wieder mal auch mal reine Betriebssystemnüsse knacken dürfen.

Ein guter Kunde ruft an und beklagt sein Leid, dass er seine Digitalkamera überall im Büro anschließen und auch nutzen kann, nur an seinem Rechner nicht. Zwar würde die Kamera erkannt werden und wäre auch im Gerätemanager zu sehen, allerdings gäbe es kein Symbol im Arbeitsplatz und auch die installierte Kamerasoftware könne nicht auf die Kamera zugreifen. Mir fiel partout nicht ein, was das sein könnte, also schlug ich vor, nach meiner Mittagspause kurz vorbeizuschauen. Etwas Bewegung nach der Mittagspause tut eh gut, dieser Kunde ist auch recht angenehm.

Da stand ich vor dem Rechner und tatsächlich: Kamera per USB angeschlossen, das Ding wird erkannt, aber kein Laufwerksbuchstabe und auch kein Zugriff über den Arbeitsplatz. Okay, beim Blick auf den Arbeitsplatz fiel es mir dann ein: Netzlaufwerk. Der nächste freie Buchstabe fiel nämlich auf den standardmäßig vergebenen Laufwerksbuchstaben für das Netzlaufwerk und leider ist Windows in der Hinsicht etwas doof, weil es diesen vergebenen Laufwerksbuchstaben trotzdem für neu angeschlossene Hardware vergibt. Da das Netzlaufwerk in so einem Fall dank Gruppenrichtlinie Vorrang hat, muss manuell in der Computerverwaltung und dort in der Datenträgerverwaltung der Laufwerksbuchstabe für das neu angeschlossene Gerät geändert werden. Und dann klappt es auch mit den Fotos.

Ärgerlich: Das Problem habe ich immer wieder einmal und jedes Mal brauche ich fünf Minuten, um auf den richtigen Trichter zu kommen. Es macht Sinn, diesen Task mal endlich in unsere firmeneigene Wissensdatenbank aufzunehmen.

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Blog-Auftrag.

Samstag, den 24. November 2007

Kollege/Genosse/Kunde Oliver gab mir den Auftrag, zu bloggen, dass heute in der VHS Calw das Internet nur deshalb ausgefallen ist, weil jemand auf den Serverschrank, auf dem der Router zwecks integrierter WLAN-Funktion stationiert ist, einen Karton gestellt hatte und dieser Karton erstaunlicherweise auf die rückwärtige Seite des Routers stieß, auf dem der recht einfach bewegliche Ausschaltknopf sitzt. Der Effekt dieser mechanischen Verkettung ist vermutlich selbst für den einfachst gestrickten Leser nachvollziehbar. ;-)
Zugegeben, gestern Nacht ist wieder das äußerst seltene Phänomen aufgetreten, dass Oliver in einem meiner Träume erschienen ist. Das lag jedoch primär daran, dass dieser Herr in dieser Stadt im Auftrag dieser Institution am Donnerstag einen Vortrag hielt und dieser Vortrag einfach atemberaubend ist.

Laut Oliver hat die halbe Belegschaft der VHS gestern Nacht ähnliche Träume im Hochgebirge durchlebt. Da soll mal einer sagen, die gemeinsamen Denkwolken von Tick, Trick und Track Duck gäbe es nicht.

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Lesen!

Montag, den 1. Oktober 2007

Seit dem wir in unserem Gebäude einen weiteren Mieter haben, ein schweizerischer Uhrenhersteller, der der Legende nach für besonders laute Uhrwerke bekannt ist, geht es hier drunter und drüber. Das Gebäude wurde plötzlich renoviert, unser seit Jahren marodes West-Fenster wurde endlich repariert, vor unserem Rechenzentrum stehen nun jeden Tag zig Fahrräder und alle möglichen Leute, die diesem Hersteller Uhren zur Reparatur vorbeibringen, klingeln nun bei uns und fragen, ob wir der Hersteller wären beziehungsweise ob wir Uhren dafür annehmen würden.

Nein, nehmen wir nicht. Wir sind die Firma Netmanufacture, die schon vom Namen her relativ wenig mit Uhren zu tun hat. Wir sind auch nicht der Hersteller der besagten Uhren, geschweige denn, dass wir solche Uhren schon aus lokalpatriotischen Gründen nicht anziehen würden. Wir sind eigentlich auch nicht die Pförtnerei des Hauses.

Ach, so sieht übrigens unsere Bürotüre aus:

Netmanufacture Tür.

Das Logo ist immerhin 2 Meter hoch. Ich weiß nicht, wie groß wir das Firmenlogo eigentlich noch aufziehen sollten. Vielleicht mit einem blinkenden Las-Vegas-Lichterkranz um ein Hinweisschild, dass wir nichts mit Uhren zu tun haben?

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