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Am falschen Fleck gespart.

29. Juni 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Ich sage es immer wieder - wenn dir Erinnerungen nichts wert sind und du es dir leisten kannst, es mit deiner Verwandtschaft dauerhaft zu verscherzen, dann besorge dir zur Hochzeit entweder gar keinen Fotografen oder nehme einen so genannten Freund oder Bekannten mit einer dicken Kamera, der noch nicht verstanden hat, dass er sich mit so einem Freundschaftsdienst ganz gewaltig in die Nesseln setzen wird. Eine Hochzeitsgesellschaft von 150 Leuten auf einem Platz für einige Fotos zu dirigieren, ist nichts für jemanden, der a) kein Deutsch spricht und b) grundsätzlich nur flüstert. Zu unsortiert stehen so viele Leute herum und gerade Kinder und die nächsten Verwandten verstecken sich gern hinter dem Pulk.

Und wenn man dann auch noch an einem kleinen Schloss feiert und viel Platz zum Experimentieren hat, dann kann man Showmasterei, einen geübten Blick für das Motiv und den Klick auf den Auslöser miteinander verbinden. Die ersten beiden Dinge habe ich dann schnell übernommen, als ich merkte, dass die Felle wegzuschwimmen drohten. Dass das der Hobbyfotografin noch nicht mal so recht auffiel, bewies mir recht eindrücklich, dass sie sicherlich kein mindestens dreimonatiges Praktikum bei einem Portraitfotografen gemacht hat, zu dessen Outdoor-Ausrüstung immer ein kleines Megaphon gehörte. ;-)
Aber nochmal: Macht solche Sachen nicht mit Freunden, denen man eigentlich nicht übel will. Die Magie von guten Hochzeitsfotos ist nicht die Technik.

Abgeguckt ist halb gewonnen.

25. Juni 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Genialer Trick der deutschen Mannschaft, sich einfach die Taktik der türkischen Mannschaft abzugucken und in den letzten Minuten das entscheidende Tor zu schießen. Da muss man zugeben, dass hat die Jungs völlig verwirrt. Ob das jetzt aber gut war? Natürlich könnte die deutsche Mannschaft nun Europameister werden, aber wenn die Türken nun wirklich sauer sind, wird das Döner-Kartell bundesweit die Preise erhöhen und dann haben wir den Salat! :-)

War ein spannendes Spiel, hätte aber durchaus noch etwas spannender sein können und wenn beim nächsten Mal die UEFA dann auch die richtigen Sicherungen in ihr International Broadcast Center einschraubt, klappts vielleicht auch ohne Stromausfall. Das haben wir nun davon, wenn Sportverbände nebenher Fernsehproduktion spielen, da ist man dann ganz schnell wieder da.

So, und nun warten wir es mal ab, wer der Gegner im Finale wird. Spanien wäre natürlich der Klassiker.

Was für ein Spiel!

21. Juni 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Meine Herren.. eigentlich wollte ich ja gestern nach der 122. Minute im Spiel Kroatien gegen die Türkei den Fernseher ausschalten und das Unvermeidliche hinnehmen. Es wäre ja auch ein doller Zufall geworden, wenn die türkische Mannschaft im dritten Spiel in Folge wieder die gleiche Motivation finden würde, das Ruder herumzureißen. Und dann der Torhammer von Sentürk. Wenn dieses Tor nicht in der Kategorie “Verzweiflungstat” einzuordnen ist, muss man vermutlich das Wort “Verzweiflung” neu definieren.

Das Elfmeterschießen war dann an sich nur noch ein Ritual. Das deshalb, weil ein Elfmeterschießen eigentlich mehr als fair ist, weil es weniger von Können, sondern von Motivation und Moral abhängig ist und wenn zwei Fußballmannschaften nach 120 Minuten gleichauf stehen, zählen nur noch Motivation und Moral. Und fairerweise muss man eben sagen, das Tore in den letzten Sekunden vermutlich so ziemlich das motivationsstärkste sind, was einem auf dem Fußballplatz passieren kann, je nach dem, auf welcher Seite man dort steht. Schwein gehabt! Aber damit kann man auch lernen, dass alles gehen kann, wenn man es probiert. Woran es halt in der türkischen Mannschaft hapert, ist die Einsicht, dass man sich vielleicht auf diesen Gedanken schon vor einem fast hoffnungslosen Rückstand erinnert. ;-)
Aber nun gut, Nervenschwache müssen sich wohl um andere Spiele kümmern. Das Ding ist gerissen, nun geht es Mittwoch zu einem vermutlich sehr spannenden Spiel gegen Deutschland und da bin ich sehr gespannt, wie das wird. Die Türken haben sich, von der Mannschaft bis hin zu den Fans, bisher bei der EM sehr bemüht, die Blamage rund um das Spiel gegen die Schweiz im Jahr 2005 in Istanbul mit Goodwill wieder auszuräumen und für weiter gelebte Fairness wäre nun am Mittwoch die nächste Gelegenheit.

Nix für Nervenschwache.

15. Juni 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Länderspiele, in denen die Türkei spielt, sollten mit einem Warnhinweis für Nervenschwache markiert werden - solche Aufholjagden wie heute wieder gegen die Tschechei sind wirklich heftig und es fragt sich wirklich, wie lange das noch gut geht mit der Taktik, sich einfach mal hoffnungslos in den Rückstand ballern zu lassen, um dann die Kohlen wieder aus dem Feuer zu holen. Wenigstens wird es so nicht langweilig.

Jetzt warten wir mal, bis alle türkischen Autofahrer ihr Hupkontingent für diesen Abend ausgedrückt haben. :-)

Schweizkei.

11. Juni 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Ich verstehe von Fußball mindestens so viel, wie der klassische Berufsfußballer vom Subnetting und mir ist es bei einer Fußballmeisterschaft auch ziemlich egal, wer am Ende der Sieger ist, denn letztendlich ist das immer der, der sich den Hintern am meisten aufgerissen hat.

Aber war ein schönes Fußballspiel, so aus der Sicht des Laien. Beide Mannschaften haben sich wirklich die größten Mühen gegeben, ein spannendes Fußballspiel auf den Rasen zu legen und wie man sieht, geht es offenkundig auch ohne Stress und ausufernden Emotionen. Die gut agierenden Spieler, die auffallend besonnen sprechenden Funktionäre und das gigantische Fanbild mit zehntausenden rot gekleideten und friedlichen Fans haben vermutlich alles dafür getan, dass zukünftige Länderspiele zwischen der Schweiz und der Türkei zum Klassiker werden - weil man eben auf dem Platz wieder eine Gegenrechnung zu klären hat und eben auch nur dort.

Wenn es dann beim nächsten Mal vielleicht etwas weniger wie aus Eimern kübelt, kann man zu einem Länderspiel sogar mal hinfahren. :-)

Reaktion.

11. Juni 2008 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Fairerweise sei angemerkt, dass man reagiert hat. Der zuständige Redakteur hat sich nach Prüfung der von mir übersendeten Links umgehend überzeugen lassen, dass da gewisse Äußerungen in einem öffentlich zugänglichen Forum einfach nicht gehen, praktizierte Meinungsfreiheit hin oder her. Und er hat sich die unangenehme Arbeit gemacht, die übelsten Artikel zu moderieren, was sicherlich kein Spaß war.

Ich denke, das ist ein wichtiges Zeichen. Aus jahrelanger Erfahrung weiß ich, dass man als Forumsmoderator gelegentlich schlicht mal den Hammer hörbar fallen lassen muss, um die Sitten zu erhalten. Das rechte Pack fühlt sich sonst zu wohl.

Von Bürgerpflichten und Zivilcouragen.

10. Juni 2008 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Dass ich mit der Pforzheimer Zeitung so meine Problemchen habe, sei dahingestellt. Ich mag die Art der Online-Publizistik nicht, was letztendlich eine Geschmacksfrage ist. Ich gebe auch gern zu, dass meine Maßstäbe für Fernsehen aus der Geschichte meines beruflichen Werdeganges heraus durchaus hoch sind. Das sei alles dahingestellt.

Was allerdings gar nicht geht, ist, dass das Forum der Pforzheimer Zeitung inzwischen gar nicht mehr so belustigend ist, sondern richtig schlimm. Ich hatte noch gelächelt, in der Zwischenzeit packt mit das kalte Grausen - Alltagsrassismus der ersten Güte, politische Agitation einschlägig bekannter Neonazis aus der Region, dazu garniert mit offenkundig falschen Sachargumenten. Und das alles weitgehend unmoderiert in der Online-Präsenz einer Tageszeitung, die ich auch noch abonniere.

Nun könnte ich für meinen Teil sagen, gut, bestelle das Ding ab und lasse die Pforzheimer Zeitung eben Pforzheimer Zeitung sein: Konservatives Kampfblatt mit altbekannten Schwächen in der publizistischen Arbeitsweise. Was solls. Wir leben in einem Bundesland, in dem alte Ministerpräsidenten mit NS-Vergangenheit vorübergehend zu Nazifeinden erklärt werden. In einem Land, das noch nie jemals begriffen hat, dass es schon immer von Einwanderung gelebt hat. In einer Welt, die selten so latent fragil und unvorhersehbar war, wie heute.

Das geht aber nicht. Es ist unsere verdammte Bürgerpflicht, das demokratische Gemeinwesen und den Frieden in der Gesellschaft zu stützen, zu pflegen und dafür zu kämpfen. Ich habe deshalb am Samstag bereits die Redaktion der Pforzheimer Zeitung angeschrieben und darauf weder eine Antwort erhalten, noch eine Reaktion gesehen. Nun habe ich soeben den Chefredakteur der Pforzheimer Zeitung angeschrieben, ihm das Dilemma auf seiner Website erklärt (so weit kommt es schon) und ihn aufgefordert, das zu klären. Und ich habe auch meine bescheidenen Karten auf den Tisch gelegt, die ich ausspielen werde, wenn immer noch nichts passiert und/oder nicht geantwortet wird: Abo kündigen, demokratische Parteien, Institution und Kulturvereine informieren und letzendlich den Presserat anrufen.

Unangenehme Dinge. Wobei mir wirklich sehr anders bei dem Gedanken wird, dass das wohl noch niemand anderes bis jetzt gemacht hat. Ich muss zugeben, dass ich bei solchen Gedanken, also tiefergehenden Überlegungen darüber, wie unsere Gesellschaft in zehn, zwanzig, dreißig Jahren aussehen könnte, danach inzwischen ähnliche Bauchschmerzen verspüre, wie sie Kinder verspüren, wenn sie mit den grässlichen Unvermeidbarkeiten des Lebens - Schmerz, Siechtum, die eigene Endlichkeit, Vernichtungsängste - konfrontiert werden. Ich bin weit davon entfernt, Pessimist zu sein, mir gelingt es aber immer seltener, solche ausgiebigen Gedankenreisen mit optimistischen Gedanken zu beenden. Ich habe mich mein ganzes Leben lang bei solchen Sachen letztendlich auf meine für mich phänomenale Fähigkeit, diese Gedankenreisen mit optimistischen (und gelegentlich auch opportunistischen) Argumenten beenden zu können, verlassen können. Das in diesen gesellschaftlichen Fragen inzwischen immer seltener für mich überzeugend machen zu können, macht mir ehrlich gesagt eine Heidenangst.

Das mit den Autocorsos.

8. Juni 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Okay, Deutschland könnte Europameister werden, das mit den Autocorsos funktioniert so langsam schon nach mediterraner Art. Nicht ganz so spontan wie bei den Italienern, schon gar nicht so hoffnungslos ausdauernd wie bei den Türken, aber vermutlich galaktisch besser, als die Franzosen. Und das mit dem Alkohol ist nicht sehr gut, zumindest nicht in der Vorrunde. Ich habe bei der Fahrt nach Hause zweimal Erste Hilfe leisten müssen.

Einer ist vermutlich von der Rückbank eines Cabrios herausgefallen und seine Mitfahrer hatten offensichtlich keine Ahnung, wie man eine Platzwunde am Kopf verbindet und ein anderer lag am Anfang unserer Straße an der Bushaltestelle und war derart blau, dass es für den Rettungswagen reichte.

Der, dem ich den Kopf verband, meinte, dass er beim nächsten Spiel der Türken auf jeden Fall die Daumen drücken wolle. Zumindest ein rotes Trikot hat er ja jetzt. *hüstel*

Post mortem Hochzeitsdreh.

2. Juni 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Ich habe den gestrigen Sonntag dazu genutzt, nach zwei Wochen endlich einmal einen Blick in die Videoaufnahmen der Hochzeit von zwei engen Freunden zu werfen. Recht kurzfristig hatte ich beschlossen, einfach mal die Kamera an die Hand zu nehmen und die Hochzeitsfeier zu drehen.

Ergebnis ist genau 65 Minuten Rohmaterial, was für neun Stunden Hochzeit eine ganze Menge ist. Ein paar Anmerkungen dazu:

  • In den ersten Minuten nach Ankunft am Ort der Hochzeitsfeier: Draufhalten, draufhalten, draufhalten! Nach der eigentlichen Hochzeitszeremonie waren die Leute herrlich entspannt, aber noch nicht völlig leger drauf. Ich habe schon beim Sichten mit Freuden gesehen, dass sich da mit etwas Musikuntermalung eine schöne Aufnahmestrecke bilden lässt.
  • Durchaus “schräge” Bilder machen und Schwenks auf Getränke und Essen probieren. Sind ein paar tolle Dinger in Situationen geworden, in denen ich einfach geschwenkt habe und vor lauter spontaner Verzweiflung mit dem Schwenk schlicht im Buffet endete (also nicht ich als Person, sondern das Bild ;-)).
  • Moderne Nightshot-Funktionen haben zwar einen tiefen Grünstich, liefern aber in dunklen Szenerien ein erstaunlich brauchbares Bild.
  • Im Format 16:9 ohne Weitwinkel zu drehen, ist der blanke Horror und ergibt entsetzlich blöde Bilder, weil die Herrschaften ständig angeschnitten und dicht aufgerückt erscheinen. Ich habe das Ohne-Weitwinkel-Drehen gerade mal 5 Minuten durchgehalten und dann verstohlen die Vorsatzlinse aufgeschraubt.
  • Konsequent den Sucher zu nutzen und weitgehend auf den eingebauten Bildschirm zu verzichten, steigert die Akkulaufzeit immens. Mit meinem 2 Ah-Akku mit 120 Minuten Laufzeit habe ich bequem ein 60-Minuten-Band beschrieben.

So, damit ist dann nun alles vorbereitet für das wirklich lästige am Videografieren: Dem Schneiden. Ich habe zwar gestern alles schon in mein Schnittprogramm importiert und habe als Drehbuch eine weitgehend chronologische Schnittfolge geplant, aber dennoch ist Schneiden nicht wirklich mein Spaß.

Spannend wird es erst danach, denn ich bekomme einen weiteren Film von der Hochzeit, der die eigentliche Hochzeitszeremonie in der Kirche enthält und der kommt auf einem anderen Bildformat und in 4:3 daher. Und auf die Krönung, die Erstellung der DVD-Benutzeroberfläche, freue ich mich ganz besonders, denn das wird meine erste.

Ein Mann und sein Füller.

31. Mai 2008 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Man kann lange und ausdauernd darüber streiten, was das Ur-Gadget für einen Mann darstellen soll. Das Mobiltelefon? Die Brieftasche? Die Zigarette hinterm Ohr? Für mich ist es der Füller. Seit dem ich mal mit Olis Füller unterschreiben durfte (leider nur eine Anwesenheitsliste), habe ich sozusagen Tinte geleckt. Ich bin zwar noch im Besitz eines fast schon historischen Pelikano-Füllers, aber das ist eben ein Schulfüller, mit dem man als Kind die Hefte zerkratzt hat. Mit Schreibkultur hat das nur bedingt etwas zu tun.

Da kam es wie gerufen, dass der hiesige Kaufhof Anfang der Woche einen Füllfederhalter im Angebot hatte. Einen Pelikan Souverän 605, Auslaufmodell (natürlich nicht im wortwörtlichen Sinne) und ursprünglich mal 249 Euro Listenpreis schwer. Im Angebot hing er dann für 99 Euro und das war dann akzeptabel. Noch akzeptabler war, dass meine Schwester ihn mir dann geschenkt hat. Das Ergebnis kommt dann einer Schreibkultur sehr nahe, schon allein wegen der schönen Feder:

Das Ding ist ein Kolbenfüller, muss also regelmäßig an einem Tintenfass betankt werden. Nach kurzer Überlegung ist das auch das einzig sinnvolle, schon allein aus Gründen des Umweltschutzes. Mir waren schon als Kind die Plastikpatronen zuwider, allerdings waren Kolbenfüller in unserer Grundschule schlicht verboten, weil man vermutlich genau wusste, was kleine Bengel mit 30 Milliliter königsblauer Tinte im Fass alles anstellen konnten. Das Betanken ist erstaunlich emotionslos. Nichts tropft, keine Luftblasen und der Füller ist sofort schreibbereit, ohne dass es erst mal besonders tiefe Farbtöne die ersten Zentimeter gibt.

Der Service kann sich sehen lassen, zumindest füllertechnisch. Verpackt war der Füller in einer großen, mit Seide ausgeschlagenen Box und die Feder kann innerhalb von zehn Tagen nach Kauf kostenlos gegen eine andere Feder mit dickerem oder dünneren Strich ausgetauscht werden. Mir behagt “M” ganz gut, damit dürfte sich der Tintenverbrauch gegenüber einem mehr als akzeptablen Schriftbild im Rahmen halten. Was etwas schwach ist, dass bei einem Originalpreis von 249 Euro doch tatsächlich kein Tintenfass dabei ist und der Füller nicht mit einer Volltankung daherkommt. So ein Tintenfass kostet schlappe 3 Euro.

Ich würde jetzt gern mit dem Füllfederhalter bloggen. :-)