Das kann doch eigentlich alles nur eine Fehlinformation sein, oder? Die Leipziger Volkszeitung meldet, dass der Umzug der Games Convention, die bisher in Leipzig stattfand, nun nach Köln umziehen soll (so weit nachvollziehbar) und nun nach Aussage eines Vorstandsmitgliedes des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware zukünftig “games.dot.com” heißen soll.
Weder “games.com” noch “games.dot.com” gehört irgendeinem Bundesverband und zudem ist es nach wie vor (und vielleicht bald schon wieder) einfach nur Bäh-bäh, ein Unternehmen oder ein Event “Dotcom” zu schimpfen.
Nene, kann ich mir nicht vorstellen, dass da einem Marketingler so die Gäule durchgegangen sind.
Die Holtzbrinck-Gruppe, das altehrwürdige Verlagshaus, das mit aller Gewalt im Web-2.0-Land heimisch werden möchte, hat etwas ganz erstaunliches geboren: zoomer.de
Ich dachte immer, man könne als Nachrichten-Site, die nicht gänzlich jegliches Vertrauen von Anfang an verspielen will, nicht weniger schreiben, als der FOCUS. Doch, Freunde, doch, doch.. man kann - zoomer.de macht es vor. Ich bin es eigentlich gewohnt, auf einer Nachrichten-Site schon auf der ersten Seite die Headlines zu lesen. Stattdessen lese ich bei zoomer.de selbst auf dem zweiten Blick nur eine Headline: “Steuerskandal: Fahnder filzen Traditionsbanken”
Na gut, sage ich mir, schauen wir uns doch den Artikel an. Ergebnis: 25 Sätze in typischer dpa-Tickersprache. Kurz und verdichtet. Eigentlich ist das dafür gedacht, damit ein gewiefter Redakteur in diese Lücken seinen eigenen Sermon kleistert, aber irgendwie scheint zoomer.de das als hipp erkannt zu haben, so zu schreiben. Dazu kommt, dass eigentlich weiterführende Informationen rechts in einer Box namens “Alles zum Thema” per Klick zu erreichen sind. Sprich: Ja nicht zu viel Information auf einmal! Unvermeidlich übrigens der Standard-Web-2.0-Baustein: Leserkommentare. Ultrawichtig, seltsam ultrakorrektes Deutsch, ultraempörte Schreibe.
Schauen wir aber nochmal auf die Startseite, denn neben dem Aufmacher gibt es die nächsten Top-Meldungen, wenn man etwas näher an den Bildschirm heranrückt:
Top 2 - Computer-Spiele [sic!]: Von “Spore” bis “Empire”: Die 20 besten Games 2008
Top 3 - US-Vorwahlen: Obama ist “Barackula” - in den USA tobt der Internet-Wahlkampf
Top 4 - Weltraumschrott: Das fliegt um unsere Erde herum
Top 5 - Neuer Staat: Deutschland will Kosovo anerkennen
Das allein können BILD und FOCUS schon besser. Was aber auch BILD und FOCUS besser können, ist ein nicht ganz so grässliches Farbensemble: Neongrün mit diagonalen weißen Streifen, ein blassgrünes Grau, darauf in Überschriften eine weiße Schrift und eine fixe Ausrichtung auf 600 Pixel Breite. Sind die Bildschirme in der Redaktion derart schlecht?
Erstaunlich ist einer der Herausgeber und das hat mich dann wirklich erschreckt: Ulrich Wickert. Was sucht der nun wirklich zu den profiliertesten Journalisten gehörende Mensch in einer Redaktion für ein Ansammlung von ultrahippen Nachrichten in StudiVZ-Brocken?
Immerhin, hat nur zwei Tage gedauert, bis offenbar der Vorstandssprecher der Stuttgarter Volksbank ein Donnerwetter im Haus losgelassen hat und nun die “gütliche Einigung” mit der Kundin sucht und, generös, wie man nun mal ist, die “Bitte um Rückerstattung” der Reinigungskosten zurückzieht.
Der PR-Schaden für eine lokal handelnde Bank ist dennoch da und wird die Bank eine Weile begleiten. Auch hier kann man nur sagen: Shit happens.
Schon ein starkes Stück, was die Stuttgarter Volksbank da in den letzten Tagen an Nachrichten fabriziert. Schlimm dabei ist, dass diese Volksbank offenkundig dabei gerade von einem Fettzuber in den nächsten tritt und man eigentlich nur darüber staunen kann, wie unmenschlich (ja, unmenschlich) sie mit ihrer Kundschaft umgeht und sie dabei völlig vergisst, dass sie ja eigentlich genau von diesen Leuten lebt.
Okay, fangen wir an: Eine Kundin hat von der Stuttgarter Volksbank eine Rechnung über 52,96 Euro bekommen. Aufgrund der Videoüberwachung in ihrer Filiale habe man festgestellt, dass es “resultierend aus dem Besuch der Kundin im Geldautomatenbereich der Bank zu einer fäkalen Verunreinigung kam2. Die Bank würde deshalb darum bitten, für die entstandenen Reinigungskosten aufzukommen.
Nun, “fäkale Verunreinigungen” in den “Geltautomatenbereich” einer Bank hineinzubringen, ist wahrlich nicht schwer. Shit happens. Tagtäglich kacken Millionen Hunde Tonnen von Kot auf Straßen und Gehwege und wir können die Hintern der Hunde ja nicht zulöten. Also ist es im Bereich des Möglichen, ja sogar im Bereich des Wahrscheinlichen, dass tagtäglich hunderte Menschen in Tierkote hineintreten und diese in Geschäftsräume tragen, ob wissentlich oder unwissentlich. Das gesondert dem Kunden, der noch nicht mal den Kot erzeugt hat, sondern lediglich selbst Anschlagsopfer ist, in Rechnung zu stellen, ist kleinlich.
Auf die Frage und die Rückfragen, wieso man ausgerechnet die Videoüberwachung für so eine “Tat” zu Rate zieht und damit ein System, dass eigentlich zur Diebstahlsicherung und zum Vandalenschutz dient und durch den Eingriff in die Privatsphäre eines Menschen besonders sensibel handzuhaben wäre, penetriert, zu antworten, man müsse damit das “Hausrecht durchsetzen”, ist nicht kleinlich, sondern peinlich. Damit ist der betreffende Kunde als Störenfried und Vandale gebrandmarkt. Mal ganz abgesehen von datenschutzrechtlichen Bedenken, um die sich jetzt angeblich die zuständige Aufsichtsbehörde kümmert.
Dann auf die entstandenen Rückfragen des gesamten Vorfalles und auf Fragen der Presse durch die Banksprecherin antworten zu lassen, dass es sich nicht um einen Hundehaufen, der von außen hereingetragen wurde, handelte, sondern es sich um eine massive Verunreinigung durch das Kind handelte, dass sich sichtbar im Geldautomatenbereich erleichterte, ist nicht mehr nur kleinlich, nicht mehr nur peinlich, sondern einfach nur unverschämt. Okay, in eine Bank zu kacken, ist gesellschaftlich untragbar, moralisch - zumindest in einer vertrauensvollen Kunde-Bank-Beziehung - nicht in der näheren Wahl der geeigneten Kommunikationsmittel, sowie hygienisch bedenklich. Das werden die Eltern des dreieinhalbjährigen Täters sicherlich auch ihrem Kind in der Erziehungsmatrix vermittelt haben.
Nun, dass ein Kind anscheinend Muffesausen von einem bevorstehenden Arztbesuch hatte (die Mutter gab an, dass sie nach dem Maleur mit dem Kind schnell nach Hause fahren und es waschen musste, weil ein Arztbesuch unmittelbar bevorstand) und höchstwahrscheinlich versehentlich in die Bank kackte, ist ein bedauerlicher Kollateralschaden, der niemandem wirklich gefallen haben dürfte. Dann aber auch noch mit dem Finger auf denjenigen zu zeigen, dem offenkundig ein wirklich peinliches Missgeschick passiert ist, das ist eigentlich das Livree des unmenschlichen Ignoranten. Da spielt auch überhaupt nicht die Frage eine Rolle, ob die Mutter den Unfall des Kindes melden hätte können oder es eben nicht getan hat. Wer steht schon gern Flatulenzen ablassend in einer Warteschlange und ruft nach jedem Stoß: “Hallo, ich war es!”
Und damit hat dann die Stuttgarter Volksbank auch öffentlich die Frage beantwortet, warum der normale, gesunde Mensch mit funktionierendem Verstand eigentlich nicht mehr zu ihr als Kunde kommen kann: Er könnte ja, zumindest theoretisch und mit durchaus messbarer Wahrscheinlichkeit (man denke an Durchfälle) in den Geldautomatenbereich kacken, vielleicht sogar unangekündigt und ohne Rückmeldung Flatulenzen abgasen oder gar etwas wollen. Also wirklich etwas banktechnisches, Geld oder so.
Die andere, wirklich dringlichere Moral der Geschichte ist jedoch, dass dieser Vorfall der bilderbuchmäßige Beweis dafür ist, dass die Vorratshaltung von personenbezogenen Daten mögliche Nutznießer wie die Schmeißfliegen anzieht, egal wie angeblich sicher die Daten gehalten werden und welche Zugriffsstufen es dafür gibt. Rache und Missgunst überwinden früher oder später jede datenschutzrechtliche, moralische und menschliche Hürde.
Ich habe heute Mittag kurzfristig beschlossen, dem Faschingsteam der lokalen SPD eine Pizza zu spendieren und die Rechnung später auf erklärlichen Wegen dann unserem Regionalgeschäftsführer unterzujubeln.
Allerdings muss ich über den Preis staunen: Eine Pizza mit Käse, (Koch)Schinken, Peperoni und Champignons in 40 mal 60 Zentimetern - also faktisch ein Blech - kostete bei einer hiesigen Pizzausfahrerei inklusive Auslieferung schlappe 21,30 Euro. Nicht dass die Pizza wirklich schlecht gewesen wäre, aber bei 21,30 Euro Verkaufspreis ist schon eine sehr enorme Gewinnspanne drin.
Ich gebe ja zu, es ist eine sehr doofe Idee, die letzten Tage vor Weihnachten ein Paket zu versenden, was nicht unbedingt Weihnachtspost enthält. Man sollte sich Weihnachtsstress einfach schenken, wenn es absolut nicht notwendig ist. Aber dennoch musste ein Paket Uhren unbedingt nach Wiesbaden, also habe ich mich in die lange Schlange der Kunden bei unserer hiesigen Postfiliale eingereiht.
Ich muss sagen, es gibt wirklich dumme Menschen auf unserem Planeten. Da reicht eine Kundin eine rote Paketabholkarte der Schaltertante. Die geht damit ins Lager auf die Pirsch. Findet das Paket nicht. Sucht nochmal. Und nochmal. Kommt wieder zurück und fragt die Kundin, ob sie denn von dem Paket anderweilig schon etwas gehört habe. Sie verneint, meint aber ziemlich maulig, dass sie jetzt schon das dritte Mal wegen diesem Paket hier antanzen würde. Oha, klingelte es bei der Schaltertante, habe denn einer der Kolleginen einen Zettel zur Paketrecherche ausgefüllt? Ja, hätte sie. Toll, meine die Schaltertante, ob die Kundin ihr das denn nicht hätte sofort sagen können?
Sie schaute in den Paketrecherchezetteln nach und fand sogar das Schreiben auf Anhieb, auf dem stand: “Abgegeben bei Aksoy, die Kundin soll doch endlich mal das Paket abholen!” Ob die Kundin denn das schon mal gemacht hätte, also bei Aksoy im Haus zu klingeln und nachzufragen. Nö, meinte die Kundin richtig ranzig, das würde ja nicht auf der Paketabholkarte stehen… WAAAAHHHHH!
Ich habe vorhin schon zu meinem Kollegen Alexej gesagt: Eigentlich sollten wir uns mal darum bewerben, zwei Tage lang eine Postfiliale zu schmeißen. Ich bin mir sicher, wir hätten einen Heidenspass.
Okay, zuerst braucht der Player 1,5 Minuten, bis er als Flash-Anwendung heruntergeladen und gestartet ist. Dann nochmal gut 20 Sekunden, bis dann das hier kommt:
Klar, Freunde von Musicbox… 34 Megabit/Sekunde symmetrisch und ihr braucht noch mehr, damit es geschmeidig kommen soll.
Falls jemand in den letzten Tagen Post von einer Firma namens “yourcha.com” zweck einer neuen Stellenangebotsplattform bekommen hat, inklusive einer persönlichen Einladung: NICHT REGISTRIEREN!
Stattdessen beispielsweise Technorati befragen. Die eine (allerdings immer kleiner werdende Gruppe) der Blogs, die über yourcha.com schreiben, sind bezahlte Schreiberlinge einer Agentur namens “trigami”, die andere Hälfte sind Blogger, die sich über die Werbung und das Begehren beschweren und sich wundern, dass der Chef der Yourcha AG gleichzeitig Chef einer der größten Adresshändler Deutschlands ist. Den Rest darf sich jeder selbst zusammenreimen.
Dies ist das Weblog von Besim Karadeniz, dem Autor von netplanet. An dieser Stelle finden Sie Dinge und Undinge aus meiner Arbeit an netplanet, zu Themen rund um das Internet und durchaus auch aus anderen Geschehnissen aus meinem Leben.