Der arme Mann, der gerade auf meinem Handy angerufen hat. Offenkundig ein Callcenter-Mitarbeiter, der mir einen Online-Shop schmackhaft machen wollte, bei dem ich vor vier Jahren (!) einmal eingekauft hatte. Man habe nun von Grund auf renoviert und verkaufe für vier Wochen an ausgesuchte Kunden alles zum Einkaufspreis. Mit meiner Einwilligung würde ich eine E-Mail bekommen und dann könne ich da sofort drauf und auch gleich bestellen.
Mit meinem “Vielen Dank, kein Interesse” hat er wohl überhaupt nicht gerechnet. Jedenfalls legte er eine gedankliche Pause ein, begann zu stammeln und auf die Erkenntnis zu kommen, dass ich dann wohl gerade nichts bräuchte. Richtig, ich brauche gerade nichts. Vor allem keine Werbemails. Tut mir leid. Und um fünfzehn Uhr und einundreißig Minuten wünschte er mir dann, offenbar gänzlich verwirrt, noch einen schönen Abend.
Musst du ein eher unsexy Produkt verkaufen, machst du es sexy, in dem du eine Frau hinstellst. Der Regelstab ist hierbei analog zur Rocklänge bzw. der Höhe des Ausschnittes. Funktioniert offenkundig prima bei Hansenet mit ihrem “Alice”-Produkt.
Das hat sich vermutlich auch Kabel Baden-Württemberg gedacht und die gleiche Masche ausprobiert. Allerdings stelle ich mir da schon die Frage, wer sich da im Marketing ausgerechnet eine osteuropäisch anmutende Frau mit rustikaler Bekleidung, aufgeblasenen Lippen und photoshop-verdächtigem Atombusen ausgesucht hat, um mit ihr ein Low-Cost-Produkt zu bewerben:
Das finde ich jetzt eigentlich nur noch bedingt witzig: Letzte Woche hatte ich ja schon mal das “Vergnügen”, dass ein Spammer einer meiner E-Mail-Adressen für das Reply-to seiner Pamphlete missbraucht hat, jetzt ist das über das Wochenende allerdings schon wieder passiert.
Weil ich unseren Bayes-Filter nicht unnötig mit Mail-Bounces beschmutzen möchte, Outlook aber blöderweise in seinem Spam-Filter eine Reihe von diesen Bounces hineingeladen hat, muss ich jetzt den Spam-Ordner grob nach Mailbounces durchforsten. Sehr unliebliche Arbeit und großes ToDo: Lokalen Filter für Bounces schreiben.
Es ergab sich gestern, dass ich vereinsmäßig nach Esslingen am Neckar berufen wurde und dort übernachten sollte. In einem Hotel, dessen Namen ich sicherheitshalber hier nicht nennen werde. Und das deshalb:
Ich rief um ca. 18 Uhr im Hotel an und kündigte an, dass ich vermutlich ein Spät-Checkin auf das Parkett legen würde, weil es mir zeitlich eben nicht reicht. Kein Problem, meinte die Dame an der Rezeption am Telefon im breitesten Schwäbisch, sie sei bis zehn Uhr da und danach könnte ich am so genannten Hotelomat vor der Türe elektronisch einchecken. Dazu würde sie mir jetzt ein Passwort vergeben und mir nennen, das müsste ich dann am Touchscreen einfach eingeben und schon würde da eine Magnetkarte herausspringen, mit der ich in mein Zimmer kann. Toll, dachte ich, das ist ja mal richtig modern, wenn man schon keine durchgängig besetzte Rezeption hat.
Nun, Theorie ist eine Sache, Praxis wieder eine andere. Ich stand um genau 2 Uhr morgens (also wirklich ein sehr spätes Spät-Checkin) vor dem Hotel und auch vor dem Hotelomat, dessen Bildschirm jedoch dunkel war. Und auch dunkel blieb, wenn ich darauf herumtippte. Darauf einschlug. Sogar in blinder Verzweiflung mit meiner Amex am Karteneinzug herumhampelte und dem Automaten meine Ankunft schmackhaft machen wollte. Nichts.
Meine mitgereisten Kollegen kicherten sich einen ab, weil sie ja einen Zimmerschlüssel hatten und ich nicht, und fanden an der Türe schließlich einen handgeschriebenen Zettel, auf dem ein “Herr Karanowsky” gebeten wurde, eine Telefonnummer anzurufen. Und zwar die Telefonnummer der Dame, die vor vier Stunden ihren Dienst an der Rezeption beendet hatte und selig aus dem Schlaf geweckt wurde, als ich anrief.
Sie entschuldigte sich (was ich schon mal sehr angenehm empfand, damit ich mich nicht entschuldigen musste) und erklärte mir, dass der Automat just heute ausgefallen wäre. Aber sie hätte mitgedacht. Ich solle bitte beim Automaten links unten an den Boden fassen, dort wäre eine Erhebung. Ja, da war eine Erhebung und darunter befand sich der festgeklebte Zimmerschlüssel.
Hach ja, so macht das doch Spaß. Morgens Outlook aufmachen, noch gar kein Kaffee intus und gleich eine Batterie voll Bounces, eingebrockt von einem geilen Spammer, in dessen Absenderroulette mal wieder meine E-Mail-Adresse vorgekommen ist.
Heute scheint überhaupt so ein spam-aktiver Tag zu sein, denn der deutsche Spammer, der (allein heute) so tolle Sachen wie USB-Schallplattenspieler, Mini-Stereoanlagen, Lavalampen, Seifenblasenautomaten, Chefsessel, Taschenlampen, Samoware, Lichtschläuche, Terrassenheizer und was nicht noch alles, schickt seine Pamphlete derzeit im Minutentakt. Vielleicht hat er seine Quartalszahlen nicht erreicht und muss nun klotzen.
Ich würde wirklich gern mal wissen, was diesen Mädels intravenös vor diesem Auftritt eingetrichtert wurde:
“Berryz Koubou” ist übrigens eine japanische (wie kann es auch anders sein) Girlgroup, die wohl durchgehend so schrill singt. Meine Vermutung ist, dass die Produzenten einfach den Tanzboden auf 80° Celsius erhitzt haben und die deshalb so zappeln müssen.
Woran ich merke, dass irgendwo in Deutschland in irgendeiner Schule gerade netplanet in einer vermutlich eher langweiligen Schulstunde auftaucht? Ein Blick in die Feedback-Mailbox verrät es mit solchen Nachrichten, wie dieser hier:
netplanet Feedback
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Feedback von : lXXXX mXXXX
IP-Adresse : XXX.XXX.XXX.XXX
--- Nachrichtentext --------------------------------------
ey du fotze du schwanzgesteuertes kleinhirn
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Jaja… sind schon manchmal unterfordert, die Biester. Vor allem, wenn Sie aus Schulnetzen senden und die IP-Adresse fest auf eine Schule zeigt. Da ist der Kreis der potentiellen Täter oftmals verschwindend gering.
Für alle diejenigen, die in Pforzheim und Umgebung leben und denen es auch nach wie vor ein Greuel ist, alte und nicht mehr benötigte Compact Discs wegzuwerfen, anstatt sie in eine wie auch immer geartete Recycling-Kette zu geben: Der Wertstoffhof der Deponie Hohberg (von Pforzheim aus Richtung Bretten fahren und nach der Autobahnanschlussstelle Nord auf der linken Seite) nimmt seit einigen Monaten alle Arten von CD, DVD (HD-DVD sicherlich auch.. ;-)) und auch Rohlinge an und führt diese der Verwertung durch das Recycling-Unternehmen Remedia zu. Dazu steht dort ein riesiger Sack, in den man eben die Scheiben einwerfen kann, selbstverständlich kostenlos.
Und das Sammeln und Zurückführen ist wirklich zu überlegen, denn eine CD besteht ausschließlich aus hochwertigen Materialien wie Polycarbonat und Aluminium. Wir misten gerade in der Firma aus und ich tippe darauf, dass das am Ende locker mindestens ein Zentner werden.
“Schicke diese Mail an 15 Leute in den nächsten 143 min, wenn du fertig bist drücke F6 und die Person, die in dich verliebt ist, erscheint auf dem Bildschirm in Buchstaben! Es ist erschreckend weil es wirklich funtioniert! Wenn du die Kette unterbrichst,wirst du Probleme in Beziehungen haben für die nächsten 5 Jahre”
Aus der Windows-Hilfe in Sachen Tastenkombinationen:
F6 - Umschalten zwischen Bildschirmelementen in einem Fenster oder auf dem Desktop
Ich glaube, ich bin einfach zu alt für solche Spiele. Früher hätten wir anstelle von F6 aber eher Alt+F4 genommen.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat sich korrigiert. Sie meldete gestern, dass der Nachfolger der Games Convention nach ihren Informationen “Games Con” heißen solle, nun heiße sie doch “Games Com”. Und was soll das für ein Scherz? “Games Computer”? “Games Comference”? “Games Comsole?”
Am Montag wollen die Kölnmesse und der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware das Geheimnis lüften. Vielleicht heißt das Ding am Ende einfach “Computerspielemesse”? Oder einfach “Comspieme”.
Dies ist das Weblog von Besim Karadeniz, dem Autor von netplanet. An dieser Stelle finden Sie Dinge und Undinge aus meiner Arbeit an netplanet, zu Themen rund um das Internet und durchaus auch aus anderen Geschehnissen aus meinem Leben.