Zur derzeitigen Flaggendiskussion.

Schland flaggt ab„, sagt zumindest Michel Ebmeyer in der ZEIT. Und eigentlich, ja, finde ich das okay, das man zu Nationalflaggen einen gesunden Respekt zeigt. Nicht bei jedem Muskelzucken sofort zur Nationalflagge greifen zu müssen, hat noch lange nichts damit zu tun, dass man keinen Nationalstolz besäße, aber ist es nicht arm, wenn man außer Nationalstolz nicht mehr viel mehr Stolz hat? Individueller Stolz über eigene Leistungen ist doch schöner, als wenn ich einer Truppe hochbezahlter Fußballer zujuble, die für ihren national mehr oder weniger wichtigen Job auch nicht zu knapp Geld einstreichen. Recht unmittelbar auch dein Geld.

Endeffekt der Diskussion: Ich käme niemals auf die Idee, eine Nationalflagge an mein Auto zu hängen. Wobei, doch, zu Zwecken der Volksbildung vielleicht, um den Sinn von Nationalflaggen in einer modernen Gesellschaft darzustellen.

Ich habe da mal etwas vorbereitet, zur freien Verfügung. Einfach beim Textilbedrucker des Vertrauens ausdrucken und dann dort aufziehen, wo immer es beliebt. Das Motiv ist international gültig und liegt als PDF-Datei vor: The flag

Zum abgesagten Faschingsumzug in Pforzheim.

Es folgt eine Polemik, vom ersten bis zum letzten Wort.

Fasching in unserer Region ist eine sehr ambivalente Angelegenheit. Zentrale Regel: Fasching hat nichts, aber auch rein gar nichts mit Spaß zu tun. Fasching ist harte Arbeit. Die Organisation eines Faschingsumzuges ist richtig viel Arbeit und kostet auch genügend Schotter. Da wird von den Organisatoren deshalb auch erwartet, dass der Zuschauer sich bitteschön auf industrielle Weise darüber zu freuen hat. Also stundenlang Freude vorgaukeln, die Hälfte der Büttenreden nicht verstehen und auch bei den Umzugswagen selten auf den Trichter kommen, um was es eigentlich geht. Und wehe dem, der Fasching nicht als Arbeit versteht und versucht, sich tatsächlich zu freuen …

Der Fasching.

2006 war meine erstmalige Teilnahme am Dillsteiner Faschingsumzug in Pforzheim, der traditionell am Dienstagnachmittag stattfindet. Also zu einer Zeit, wo viele Väter entweder noch arbeiten, gerade zurückfahren oder schlicht keinen Bock auf den Umzug im zugigen Stadtteil Dillweißenstein haben und lieber den Tag vor der Glotze bei den echten Fasnachtsveranstaltungen verbringen. 2006 fand mein erster Umzug (von insgesamt dreien) für die SPD statt, was in unserer schwarzen Region ein unglaublicher Skandal zu sein schien. Es war Wahlkampf, es war dummerweise meine Idee.

Nun erträgt man Fasching im nüchternen Zustand nicht ohne gesundheitliche Spätschäden. Als Organisator hielt ich meinen Alkoholkonsum in sehr engen Grenzen und das war nicht gut. Zu sehen, wie praktisch wirklich jeder der Umzugsteilnehmer und -organisatoren betrunken ist, ist unschön. Keine Sau interessierte unsere vorherige Anmeldung, das Einschreiben in die Teilnehmerliste vor Ort geschah unter Beobachtung von drei uralten und ebenfalls schon auf Pegel stehenden Verantwortlichen und unsere mühevoll gezimmerten Sicherheitsaufbauten auf dem Faschingswagen interessierte letztendlich keine Sau.

Den Umzug stellen wir uns selbst so vor: 2,5 Kilometer Zufahrt, 200 Meter „heiße Zone“ mit 25 Meter Ehrentribüne der politischen VIP. Dort und auch nur dort findet Beschallung und Kommentierung statt, dementsprechend dort finden sich auf dem Ludwigsplatz auch mehrere tausend Menschen ein. Die 2,5 Kilometer lange Zufahrt ist dann der Umzug, wo das gesamte restliche Publikum herumsteht, zuschaut, auf die Bonbons wartet.

Nun ist es so, dass in den vergangenen Jahren die Beschaulichkeit des Umzuges verschütt‘ gegangen ist. Es kamen immer mehr so genannte „alkoholisierte Jugendliche“, eine nette Umschreibung für das eigentlich gemeinte Wort „Ausländerkinder“. Die waren zwar oftmals gar nicht betrunken, aber deutlich lauter als die Jugendlichen, die gar nicht mehr zum Umzug kommen. Nennen wir das alles einfach mal „Gendering“, was es eigentlich auch ist. Geschäftsmäßig organisierte Freude, traditionell zu wenig Sicherheitspersonal, eine völlig inhomogene Umzugsstrecke, eine immer kleiner und älter werdende Faschingskultur, die eine Öffentlichkeitsarbeit betreibt, die, nun ja, lassen wir das.

Die Absage.

Auf die Pauke hauten die Organisatoren dann im Herbst, als sie verkündeten, dass der Faschingsumzug in 2015 auf der Kippe stehen und kurz vor der Absage stehen würde. Zu wenig Gruppen hätten sich angemeldet und, ja natürlich, die randalierenden und betrunkenen Jugendlichen… ganz großes Problem. Das zog natürlich dann seine großen Kreise durch den Teil der Lokalpresse, der vornehmlich mit dem Bauch und weniger mit dem Kopf geschrieben wird, mit den entsprechenden Nachwirkungen aus dem hobbypolitischen Teil der Bevölkerung. Na klar, die Ausländerkinder sind natürlich schuld. Schlicht rassistische Äußerungen auf hohem Niveau, angetrieben von lokaler Berichterstattung, die die Diskussion in einschlägigen Gruppen und Foren aus Facebook verlinkt und selbst noch befeuert. „Meinung vom Volk“.

Immerhin, die Organisatoren dachten sich, okay, geben wir dem allem noch eine Chance und warten auf Zusagen von Teilnehmern des Faschingsumzuges. Dann war wieder einige Wochen Ruhe, aber natürlich war das Kinde schon längst ins Wasser gefallen. Auf welche Teilnahmen will man denn warten, wenn man schon vorzeitig angekündigt hat, dass der Umzug aller Voraussicht nach ausfallen wird? Und was will man gegen konservative Lokalpolitiker tun, die diese Steilvorlage dankbar dazu nutzen, um das „Gesamtkonzept des Umzuges mit Streetworkern zu beleuchten“. Also die konservativen Lokalpolitiker, die üblicherweise auf der VIP-Tribüne dann meist die rotesten Nasen haben und das ohne aufgesetzte Knubbelnase.

Und so kam es dann auch: Es kamen nach Aussage der Lokalpresse nur rund ein Viertel Zusagen gegenüber dem diesjährigen Faschingsumzug und mit unter 20 Gruppen bekommt man auch so einen skurrilen Faschingsumzug wie in Pforzheim nicht zustande. Der Umzug wurde nun endgültig für 2015 gecancelt und schon schwappt wieder eine erstklassig braune und, pardon, frisch gekackte Rassistenscheiße durch die Zeitung und vor allem durch deren Foren und Facebook-Gruppen. Die ach so bösen Ausländerkinder versauen uns hier den guten, alten Faschingsumzug!

Kann es das sein?

Nun wissen wir ja schon zu Genüge: Rassismus schürt man nicht durch Hochpolitik, sondern durch das Hinstellen und Rühren von Fäkalieneimern. Dass sich das Publikum bei Faschingsumzügen ändert, ist keine neue Entwicklung, sondern mindestens seit zehn Jahren der Fall. Und selbst wenn man das so feststellt, bleibt immer die Frage, wie man das löst, denn schließlich kann man „Ausländerkinder“ nicht von der Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen ausschließen, was sich dennoch gar nicht so wenige Hobbypolitiker so wünschen dürften.

Dass die Faschingskultur in unserer Zeit und überhaupt in urbanen Milieus immer schlechter funktioniert, ist ein anderes, größeres Thema. Mit Ideen, wie man auch in heutigen Zeiten diese Kultur zeitgemäß unterbringen könnte, müsste man sich beschäftigen, so wie es alle Sport- und Kulturvereine, die länger als eine Generation überleben wollen, ebenso tun müssen.

Hier in Pforzheim ist nun wohl eher kaum noch etwas zu holen. Die Diskussion ist schon in die am meisten stinkende Ecke abgedriftet, Pforzheimer Fasching war schon traditionell immer der unwitzigste in der Region und nach einem ausgefallenen Umzugsjahr dürfte es schwierig werden, überhaupt noch einen auf die Beine gestellt zu bekommen.

Mir vom Prinzip her auch alles wirklich völlig wurst, nur: Es sind nicht die „Ausländerkinder“, die euren Fasching da angeblich kaputtgemacht haben. Es sind Leute wie du und ich, die ein gemeinsames Hobby haben und irgendwie das Problem verkannt haben, dass sich die Zeit schneller dreht, als man dachte. Das passiert den besten Leuten, aber sucht diese Schuld nicht bei anderen.

Der mit der berühmten Firma.

WhatsApp-Dialog

WhatsApp-Dialoge von Leuten, die ich nicht kenne, sind müßig. WhatsApp kann jeder so konfigurieren, dass ein Name gesendet wird, wenn der Empfänger einer Nachricht den Absender nicht in seinem Telefonbuch führt. Tut man das nicht, wird nur eine Nummer angezeigt. So konnte ich das „Hallo“ am gestrigen Feiertag auch erst einmal nicht identifizieren, zumal mir auch die Nummer unbekannt ist. Gut, ein Vertipper.

Nach sechs Stunden kam dann noch mal etwas und so musste ich dann zumindest mal Antworten. Könnte ja im Prinzip alles sein, von einem hilfesuchenden Menschen, der gerade dabei ist, vom der Brücke zu springen bis hin zur Bundeskanzlerin, die vielleicht mit Sigmar Gabriel gemütlich chatten will und sich in der Nummer vergriffen hat.

Im Screenshot links sind die Nachrichten des Unbekannten, rechts meine Beiträge zur Konversation. Und jetzt bitte alle schön der Reihe nach, denn ich habe eine „berühmte Firma“. (Und fahre ganz sicher einen dicken, weißen BMW, habe drei Frauen auf der Rücksitzbank und zwei Bulldoggen im Kofferraum).

Und dieser Deniz, den ich auch nicht kenne, der aber irgendwie meine Handynummer zu besitzen und zu verteilen scheint, bekommt bei nächster Gelegenheit seine Prepaid-Karte aus dem Smartphone gestanzt.

CDU-Kandidaten mit leerem Notizbuch.

Blogger-Kollege Felix Schwenzel hat bei wirres.net eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht. Bei der Beschäftigung mit den Kandidaten seines Wahlkreises ist ihm aufgefallen, dass CDU-Kandidat Philipp Lengsfeld auf seinem Kandidatenfoto, das ihn geschäftig am Schreibtisch zeigt, offensichtlich vor einem gänzlich leeren Notizbuch sitzt und just in dem Moment fotografiert wurde, als er anfangen will, da etwas hineinzuschreiben.

Nun gut, Kandidatenfotos sind alle gestellt. Muss man vernünftig ausleuchten, den Kandidaten aufbrezeln und letztendlich auch den ganzen Nippes für den Schreibtisch zusammenstellen. Wobei eigentlich ja nicht so richtig klar ist, wem eigentlich Zeitung, der edle Kugelschreiber und das leere Notizbuch eigentlich gehören.

  1. Vielleicht Christina Schwarzer, Wahlkreis 82 (Neukölln)?
  2. Oder Uwe Feiler, Wahlkreis 58 (Oberhavel – Havelland II)?
  3. Oder Markus Koob, Wahlkreis 176 (Hochtaunus)?
  4. Nicht gar Michael Grosse-Brömer, Wahlkreis 36 (Harburg)?
  5. Allenfalls Albert Weiler, Wahlkreis 25 (Unterems)?
  6. Aber doch nicht etwa Wilfried Lorenz, Wahlkreis 41 (Stadt Hannover I)?
  7. Etwa Oliver Grundmann, Wahlkreis 30 (Stade I /Rotenburg II)?
  8. Nee, dem Norbert Lammert, Wahlkreis 140 (Bochum 1)!
  9. Doch eher Michael Vietz, Wahlkreis 46 (Hameln-Pyrmont-Holzminden)?
  10. Wo ist der Kugelschreiber, Herr Helmut Heiderich, Wahlkreis 169 (Werra-Meißner – Hersfeld-Rotenburg)?
  11. Moment, und wo ist jetzt der Block hin, Frau Carola Stauche, Wahlkreis 196 (Sonneberg – Saalfeld-Rudolstadt – Saale-Orla-Kreis)?
  12. Ah, alles wieder da, bei Frau Rita Stockhofe, Wahlkreis 122 (Recklingshausen 2)?
  13. Und auch bei Egon Jüttner, Wahlkreis 275 (Mannheim)?
  14. Herr Maik Beermann, Wahlkreis 40 (Nienburg II – Schaumburg) übernimmt das Setup komplett auch so.
  15. Herr Manfred Grund, Wahlkreis 189 (Eichsfeld – Nordhausen – Unstrut-Hainich-Kreis I) hat immerhin das iPad schon mal aufgestellt.
  16. Und Frau Mechthild Heil, Wahlkreis 199 (Ahrweiler/Mayen) setzt sich einfach mal komplett auf den Tisch.
  17. Herr Tim Ostermann, Wahlkreis 133 (Herford-Minden-Lübbecke 2) wieder beim Setup mit iPad.
  18. Mahlzeit bei Herr Johannes Selle, Wahlkreis 191 (Kyffhäuserkreis-Landkreis Sömmerda-Weimarer Land I) mit Kaffee.
  19. Sorry, Papier? No-go bei Herrn Olav Gutting, Wahlkreis 278 (Bruchsal-Schwetzingen)! Aber zumindest mit Zeitung.
  20. Volles Programm wieder bei Frau Maria Flachsbarth, Wahlkreis 48 (Hannover-Land 2).
  21. Und auch bei Herr Carsten Müller, Wahlkreis 50 (Braunschweig).
  22. Bei Herr Volker Mosblech, Wahlkreis 116 (Duisburg 2) ist der Block weg, das iPad da und … Achtung! … ein anderer Kuli!
  23. Tatsächlich, bei Herr Thomas Mahlberg, Wahlkreis 115 (Duisburg 1) auch nur noch der silberne Kuli.
  24. Puh, der alte Kuli ist nicht, weg, Herr Matthias Lietz, Wahlkreis 16 (Mecklenburgische Seenplatte I – Vorpommern-Greifswald II) hat ihn wieder.
  25. Moment, bei Frau Alexandra Dinges-Dierig, Wahlkreis 11 (Lübeck) ist er wieder weg, der Kuli!
  26. Den silbernen Kuli hat Herr Ingbert Liebing, Wahlkreis 2 (Nordfriesland – Dithmarschen-Nord) wieder geholt und schreibt in seine eigenen Akten.
  27. Aber, Dank an Herr Ralf Brauksiepe, Wahlkreis 139 (Ennepe-Ruhr 2) … alles wieder da!
  28. Der Herr Johann Wadephul, Wahlkreis 4 (Rendsburg-Eckernförde) bringt aber dennoch seinen eigenen Stift mit.
  29. Und Herr Klaus-Peter Schulze, Wahlkreis 64 (Cottbus – Spree/Neiße) hat gar nix dabei.
  30. Der Herr Peter Hintze, Wahlkreis 102 (Wuppertal 1) macht es aber einfach ganz cool und setzt sich vorne auf den Tisch. Krawatte aber zu lang. Viel zu lang.
  31. Ah, der Herr Günter Lach, Wahlkreis 51 (Helmstedt – Wolfsburg), mit Handy. Ohne Kuli und Notizbuch.
  32. Und Herr Christoph Bergner, Wahlkreis 72 (Anhalt-Bitterfeld) könnte mal etwas aufräumen, ja?
  33. Bei Herrn Arnold Vaatz, Wahlkreis 120 (Dresden2 / Bautzen 2) sehen wir jetzt auch mal, wie schrumpelig der Tisch eigentlich ist.
  34. Bei Herrn Patrick Schnieder, Wahlkreis 203 (Bitburg) sieht es fast perfekt aus! Der Anchorman, allerdings mit zu bunter Krawatte.
  35. Nene, Herr Dieter Stier, Wahlkreis 73 (Burgenland-Saalekreis), bitte mal etwas lockerer. Das geht so nicht.
  36. Der Herr Christian Hirte, Wahlkreis 190 (Eisenach – Wartburgkreis – Unstrut-Hainich-Kreis II) bringt jetzt wenigstens mal viel Akten mit.
  37. Herr Ole Schröder, Wahlkreis 7 (Pinneberg) wieder gar nix. Und, äh, die Krawatte …
  38. Aber wem gehört Kuli und Notizbuch nun? Etwa Carsten Körber, Wahlkreis 165 (Zwickau)?
  39. Oder Ingo Gedächens, Wahlkreis 9 (Ostholstein/ Stormarn Nord)?
  40. Oder Helge Braun, Wahlkreis 173 (Gießen-Alsfeld)? Hey, eine Deutschlandfahne!
  41. Herr Heinz-Peter Wichtel, Wahlkreis 185 (Offenbach) nicht, er bringt nämlich einen eigenen Kuli mit.
  42. Aber dann vielleicht Oswin Veith, Wahlkreis 177 (Wetterau 1), mit der modischen Warnbakenkrawatte?
  43. Herr Patrick Sensburg, Wahlkreis 147 (Hochsauerlandkreis) sicher nicht, er hat Krawatte, Block und Kuli und iPad und Zeitung vergessen. Aber, zur Entschuldigung: Die Brille ist dabei. Jetzt lachen Sie doch mal …
  44. Der Herr Karl-Georg Wellmann, Wahlkreis 79 (Berlin Steglitz-Zehlendorf) macht gleich alles … auf dem iPad tippen, Kuli in der Hand halten, lächeln. Nicht schlecht!
  45. Bei Frau Andrea Vosshoff, Wahlkreis 60 (Brandenburg a. d. Havel – Potsdam – Mittelmark 1 – Havelland 3 – Teltow-Fläming 1) geht es etwas … sagen wir so … kompakt auf dem Tisch daher.
  46. Frau Karin Strenz, Wahlkreis 13 (Ludwigslust-Parchim2 – Nordwestmecklenburg 2 – Landkreis Rostock 1) hat es dann aber wieder gerichtet.
  47. Und der Herr Bernd Siebert, Wahlkreis 170 (Schwalm-Eder) weiß auch gerade nicht so recht, wie ihm geschieht. Und das Ding da mit der Glasplatte. Ein Spiegel?
  48. Aber Herr Patrick Sensburg, Wahlkreis 147 (Hochsauerlandkreis) hat alles wieder im Griff. Krawatte etwas schief, aber sonst perfekt.
  49. Äh, Herr Armin Schuster, Wahlkreis 282 (Lörrach-Müllheim), unterstehen Sie sich! Nicht mit dem Kuli auf das iPad!
  50. Darauf bei Herrn Johannes Röring, Wahlkreis 126 (Borken 2) einen Kaffee.
  51. Und bei Herrn Lothar Riebsamen, Wahlkreis 293 (Bodensee) gibt es nur Zeitung.
  52. Frau Antje Lezius, Wahlkreis 202 (Kreuznach) hat das Notizbuch etwas falsch ausgerichtet. Und der Ausschnitt der Bluse … ochnöö.
  53. Bei Herrn Steffen Kampeter, Wahlkreis 134 (Minden-Lübbecke 1) wird es wieder gut. Ausrichtung Krawatte ist Naja, aber okay.
  54. Tadellos, bei Herrn Matthias Hauer, Wahlkreis 120 (Essen 3), aber die Krawatte hätte wirklich nicht geschadet.
  55. Herr Alois Gerig, Wahlkreis 276 (Odenwald-Tauber) sitzt nicht und hat auch keinen der Kulis.
  56. Beim Herrn Hans-Joachim Fuchtel, Wahlkreis 280 (Calw/Freudenstadt), meinem Idol aller Klassen, da könnt ihr es lernen, wie es geht. Aber sein Kuli ist es auch nicht.
  57. Nee, Thomas Feist, Wahlkreis 153 (Leipzig 2), Sie haben zwar den Kuli auch nicht, aber der Bart geht nicht. Und sorry: Deutschlandfahnen-Pin am Revers und keine Krawatte? Pardon.
  58. Jepp, Frau Maria Böhmer, Wahlkreis 208 (Ludwigshafen/Frankenthal), so geht es! Weiter so!
  59. Und beim Herrn Norbert Brackmann, Wahlkreis 10 (Herzogtum Lauenburg) läuft es auch super!
  60. Und Herr Reinhard Grindel, Wahlkreis 35 (Rotenburg 1 – Heidekreis) bringt gleich mal die gesamte Technik mit seinem Notebook mit. Aber die Krawatte … tadellos, wie aus der Tube gespritzt.
  61. Ah, der Herr Hermann Gröhe, Wahlkreis 108 (Neuss 1), Grüß Gott! Kein Kuli, kein Block, dafür aber wenigstens iPad. Aber der Generalsekretär ohne Krawatte und mit offenem Kragenknopf? Das geht nur links von der Mitte.
  62. Frau Anette Widmann-Mauz, Wahlkreis 290 (Tübingen-Hechingen) hat dann im Prinzip auch einfach das iPad von Herrn Gröhe übernommen. Aber ein sauberes Lächeln!
  63. Respekt, Herr Stephan Harbarth, Wahlkreis 277 (Rhein-Neckar), hier passt alles, Ihnen gönne ich auch den Kuli!
  64. Die Frau Bettina Kudla, Wahlkreis 152 (Leipzig 1) hält das Notizbuch wenigstens auch passender.
  65. Ah, und den Herrn Phillip Lengsfeld, Wahlkreis 75 (Berlin Mitte) kennen wir ja schon, er ist entschuldigt.
  66. Und Herr Phillip Murmann, Wahlkreis 6 (Plön-Neumünster) hat den Kuli auch nicht, weil er das iPad gut hält.
  67. Och, der Herr Wilfried Oellers, Wahlkreis 89 (Heinsberg)!
  68. Herr Sebastian Steinecke, Wahlkreis 56 (Prignitz-Ostprignitz/Ruppin-Havelland 1), alles dabei, alles kompakt. Sakko … naja.
  69. Moment, Frau Erika Steinbach, Wahlkreis 183 (Frankfurt am Main 2) läuft außer Konkurrenz, sie hat nur einen billigen Plastikkuli.
  70. Und Frau Lena Strothmann, Wahlkreis 132 (Bielefeld-Gütersloh 2) bringt auch ihren eigenen Kuli mit.

Die Sermone der Linkbettler (Episode 4).

Mal etwas Neues: SEO-Bettelei aus Österreich. Anscheinend ist das Internet auch in Österreich angekommen. (Sorry für den Kalauer, der musste auch einfach mal gebloggt werden! Haha!)

Weil die Anfrage derartig schlecht war, gibt es in dieser Episode nur meine Antwort mit den Zitaten aus der Anfrage der Linkbettlerin. Das reicht auch schon:

Hallo Frau [Blafasel],

Am 23.03.2013 18:54, schrieb Nina [Blafasel]:

> Liebes energie-blog Team!

Das fängt schon mal gut an… leider haben Sie in Ihrem kopierten Text schon mal nicht die Einleitungszeile angepasst, hier ist „blog@netplanet“.

> Ich bin sehr interessiert an der Gestaltung von Räumen oder auch von
> Gärten und lege auch oft selbst Hand an.

Das freut mich doch sehr!

> Durch meine regelmäßige Recherche bin ich auf Ihren Blog aufmerksam
> geworden. Mir gefällt Ihre Seite sehr, weil Sie so viele verschiedene
> Informationen bereistellen. Ich habe mich mit großem Interesse durch
> die Artikel geklickt, da diese sehr abwechslungsreich gestaltet
> sind.

Stimmt nur fast. Laut meiner Piwik-Webstatistik haben Sie nach dem Begriff „Kaminofen“ gesucht, sind via Google auf die entsprechende Seite in meinem Blog geraten und von dort direkt auf das Kontaktformular gesprungen. Unter „mit großem Interesse durch die Artikel geklickt“ stelle ich mir anderes vor, aber nun gut.

> Ich habe mich gefragt, ob es bei Ihnen möglich ist, einen Gastartikel
> über Kaminöfen anzubieten, da Ihre Seite gut besucht zu sein scheint.
> Im Gegenzug kann ich auch einen Artikel von Ihnen auf einer Seite von
> mir veröffentlichen, falls Sie das wollen.

Ihr Gegenzug ist vielleicht nett gemeint, vielleicht ist es auch nur ein eher schlapper Versuch, mich ordentlich über den Tisch ziehen zu wollen und einen Textlink von einem gutsituierten Blog abzugreifen. Kann man ja mal versuchen.

Wenn Sie einen Gastbeitrag auf meinem Blog veröffentlichen wollen, beginnt der Preisrahmen hierzu ab EUR 250,- zuzüglich Mehrwertsteuer. Wenn das Ihr „Businessmodell“ sprengt, sind Sie hier fehl am Platze.

> Falls ich Ihr Interesse geweckt habe, melden Sie sich alsbald bei
> mir. Ich würde mich über eine kurze Zusammenarbeit freuen.

Ich hoffe, die „kurze Zusammenarbeit“ war kurz genug.

Beste Grüße nach Österreich,
Besim Karadeniz

Mir fällt auf, dass ich mal die genannten Preise vereinheitlichen sollte. Man verliert ja doch ganz schnell den Überblick und irgendwann kommt ein Durchgeknallter und will tatsächlich noch einen Artikelplatz kaufen.

Die Sermone der Linkbettler (Episode 3).

Eine Textlinkdrohne, heute mal auf die kumpelhafte Tour. Soll ja angeblich wirken. Man beachte aber mal die Selbsterkenntnis im zweiten Absatz, Fettdruck stammt von mir:

Hallo Besim,

ich hoffe es ist OK, wenn ich dich duze. Ich bin [TutnixzurSache] und ich betreue mehrere Webseiten im Internet.

Ich weiß (habe ich gelesen), dass du ungern andere auf deinem Blog schreiben lässt. Ich habe privat auch einen Blog und weiß wie zeitaufwendig es ist neue Inhalte zu erstellen. Daher dachte ich mir, fragen kostet nichts. Wir können gerne für dich einen Gastbeitrag zum Thema Internet und Mobile-Internet auf deiner Webseite blog.netplanet.org veröffentlichen. Diesen Beitrag würden wir exklusiv für deine Seite verfassen und auf Wunsch auch mit Bildmaterial von uns anreichern, welches auf keinen anderen Seiten zu finden ist. Die Texte werden von unserer hausinternen Redaktion geschrieben. Daher sind wir was die Themen angeht, sehr flexibel und auch spezielle Themenwünsche sind möglich.

Als kleine Gegenleistung würden wir in diesem Gastbeitrag einen dezenten, nicht werbenden Verweis zu einer passenden Seite einbauen.

Wir würden uns sehr freuen von Dir ein positives Feedback zu erhalten.

Bei Rückfragen stehe ich Dir gerne per E-Mail oder Telefon zur Verfügung.

Viele Grüße
[TutnixzurSache]

Das ist schon eine schwierige Sache, das mit dem Lesen. Einige können es nicht, andere können es. Und darauf sind dann wiederum einige so stolz, dass sie es extra noch betonen müssen, es zu können. Nur dumm, dass dann nach den ersten Sätzen klar wird, dass sie eigentlich ja doch nicht lesen können, denn sonst hätten sie ja, wenn sie das Gelesene auch verstanden hätten, sich die Anfrage ja eigentlich sparen können. Aber fragen kostet ja nichts, da kann die Frage auch einfach mal völlig dumm sein.

Meine Antwort, eher freundlich. Ist ja Montag, da sollte man freundlich bleiben, wenn es sich so ergibt:

Am 11.03.2013 10:03, schrieb [TutnixzurSache]:

> Ich weiß (habe ich gelesen), dass du ungern andere auf deinem Blog
> schreiben lässt.

Genau.

Grüße,
Besim

Habe eigentlich nur ich die völlig Unbegabten in der Mailbox?

Die Sermone der Linkbettler (Episode 2).

Gegen eine Anfrage, ob sich ein Gastartikel in diesem bescheidenen Weblog unterbringen lässt, ist nichts einzuwenden, denn weitgehend alle Anfragen werden abgelehnt, wenn sie darauf zielen, für einen einmaligen Betrag einen Text unterzubringen oder auch schlicht für gar kein Geld. Letztere „Search Engine Optimizers“ gehören zu meiner Lieblingsgruppe, denn diese Art von Leute sind nichts anderes als bedauernswert blöde Linkbettler. Und deren Märchen, die hier wöchentlich aufschlagen, führen wir uns ab und an mal jetzt zu Gemüte.

Jüngst trudelt eine Anfrage ein. Sogar richtig umfangreich, nach der offensichtlichen Devise „Auf diese Textbausteine können Sie bauen!“. Man beachte, dass tatsächlich im ersten Satz noch der Link einer Website stand, deren Besitzer der Herr Linkbettler wohl vor mir angeschrieben hat:

Sehr geehrter Herr Karadeniz,

ich betreue die Seite schxxx.de und schreibe Sie an, weil Ihr Blog (http://blog.netplanet.org/ <http://www.[deleted].de/>) mir bei meinen Recherche Arbeiten positiv aufgefallen ist. Sie informieren auf Ihrer Seite über Themen rund um das Internet, liefern dabei interessante Tipps und beziehen auch Stellung dazu.

*Mein Anliegen ist folgendes:*

Die Absicht von schxxx.de ist es, die Menschen besser über die TV, Internet und Telefon Angebote zu informieren. Mit diversen Filtermöglichkeiten kann man so leicht das optimale Angebot für sich ausfindig machen.

Ich möchte Sie fragen, ob man auf Ihrer Seite auch über schxxx.de berichten könnte? Ich könnte den Text auch schreiben, wenn Sie möchten (einen Gastbeitrag sozusagen). Das wäre wirklich toll. Die Seite ist für Ihre Leser womöglich nicht ganz uninteressant, da es ja zum Thema passt.

*Mehr über schxxx…*

Die Seite ist quasi als eine Art unabhängiges Vergleichsportal anzusehen, mit zusätzlichen Hilfestellungen und dem eindeutigen Fokus auf TV, Internet und Telefon. Bei der Menge an Anbietern und Angeboten kann die richtige Wahl schon mal kompliziert werden. Es gibt hier neben den Vergleichsdarstellungen auch noch Ratgeber, bei denen relevante Begriffe erklärt werden und wo hingewiesen wird, auf was man achten sollte. Die Seite ist übrigens erst vor kurzem online gegangen und ist natürlich kostenlos.

Weitere Informationen können Sie auch aus der Pressemitteilung entnehmen:
http://www.schxxx.de/blablub

Hier wurde eine Studie im Auftrag gegeben und heraus kam unter anderem, dass mehr als die Hälfte der Deutschen zu viel für Ihren Internetanschluss zahlt.

Wenn Sie es so wünschen, würden wir Sie auch gerne weiter über neueste Studien und interessante Beiträge aus den Themenbereichen Internet, Telefon und TV auf dem Laufenden halten, sofern diese für die Zielgruppe Ihrer Seite relevant sein könnten.

*Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen!*

Falls Sie noch offene Fragen haben sollten, so beantworte ich diese natürlich gerne.

Mit freundlichen Grüßen aus Bremen,
D. H.
___

*D. H.*
blablub Bremen

*blabla GmbH*
10115 Berlin, Blastraße
28357 Bremen, Blastraße
_
__www.blafirma1.de_
_www.blafirma2.de_

Also, klarer Fall: Projektdrohne eines Unternehmens, zwei Firmensitze, möchte ein Portal beworben haben. Mit dem üblichen Geschwätz von wegen „Hey, du profitierst! Unser Portal ist zwar sterbenslangweilig, aber da promoten wir unsere Kunden, die dafür vermutlich richtig Geld auf den Tisch legen und davon bleibt für uns umso mehr, je mehr wir solche vermeintlichen Deppen wie dich finden, die in ihrem uniquen Content-Umfeld die Drecksarbeit machen, die wir eigentlich machen müssten, wenn wir ehrbare Geschäftsleute wären. Hey, du profitierst!“

Antwort Besim:

Hallo Herr H.,

der Rubel zählt. Was zahlen Sie pro Artikel?

Grüße,
Besim Karadeniz

Da wird D. dann plötzlich bemitleidenswert, hat plötzlich auch noch einen Sprung in der Schallplatte und wiederholt sich:

Hallo Herr Karadeniz,

leider fehlen mir die Möglichkeiten, Geld auszugeben. Ich kann halt auch anbieten, individuellen Content für Sie zu verfassen (also den Text über schxxx könnte ich schreiben, so objektiv wie möglich). Das kann eine Seite ja auch aufwerten.

Falls Sie trotzdem Interesse haben sollten oder eben nicht, würde ich mich über eine Rückmeldung freuen.

Viele Grüße,
D. H.

Blöd, wenn man vorgeben muss, kein Geld zu haben und betteln muss. Da wird dann sogar der eh schon halbherzige Schreibstil eines Siebtklässlers plötzlich zu einem Aufwertungskriterium, ausgerechnet in meinem Blog. Moment, ich helfe dem jungen Mann etwas, so nach der Devise „Junge, warum hast du nichts gelernt?“:

Hallo Herr H.,

wenn Ihnen als SEO-Linkverchecker die Mittel fehlen, Links zu bezahlen, anstatt zu erbetteln, dann sollten Sie vielleicht mal etwas arbeiten gehen. Wenn Sie doch Mittel haben, aber es absichtlich einfach mal auf die einfache Tour versuchen, dann fühlen Sie sich dabei ertappt von mir.

Bitte seien Sie so gut und verzichten auf eine Antwort. Ich stelle Ihnen ansonsten jede weitere Schreibarbeit in Rechnung.

Beste Grüße aus Pforzheim,
Besim Karadeniz

Angebot in Sachen Gastartikel, das nicht abgelehnt werden kann.

In diesem Blog hier schreibe ich, sonst eher niemand. Und wie jeder Blogger in der B-Kategorie (von der Besucherzahl aus gesehen), bekomme ich jeden Tag Angebote für Gastartikel paketweise. Darunter teilweise recht ahnungslose Angebote, in denen SEO-Jünger von vorneherein Geld anbieten, dann aber auch dreiste und schlicht unverschämte Angebote, in denen der potentielle Auftraggeber einen Backlink in Aussicht stellt oder die Teilnahme an einem Gewinnspiel verspricht. Ein Angebot der letzten Kategorie kam heute, den Namen der Dame und Ihres Arbeitgebers habe ich aus rechtlichen Gründen entfernt:

Hallo Herr Karadeniz,

mein Name ist Mxxxxxxxx und ich arbeite für xxxxxxxx.de, der Plattform zum online Essen bestellen. xxxxxxxx ermöglicht es mit über 6.000 Restaurants in ca. 1.000 deutschen Städten, hungrigen Kunden innerhalb weniger Minuten Essen online zu bestellen und direkt nach Hause liefern zu lassen. 

Neben unserer Internetpräsenz bieten wir unseren Kunden aber auch die Möglichkeit, mit Apps von unterwegs aus Essen zu bestellen. Als einzige Essens-Bestell-Plattform hat xxxxxxxx Apps für alle Devices bzw. Betriebssysteme (iPhone, iPad, Windows Phone und Samsung) entwickelt. Zum Release unserer iPad App gibt es für unserer User ein tolles Gewinnspiel: Es gibt ein Device seiner Wahl (iPad 3, iPhone 5, Samsung Galaxy S3 oder Nokia Lumia 820) sowie eine Jahres-Flatrate für Bestellungen bei xxxxxxxx zu gewinnen.

In diesem Zusammenhang bin auf Ihre Seite blog.netplanet.org aufmerksam geworden und möchte Ihnen gern eine Zusammenarbeit vorschlagen. Dabei denke ich an eine Berichterstattung bzw. einen Gastartikel über xxxxxxxx und unsere App-Vielfalt sowie das Gewinnspiel, der sicher gut zu Ihrer Seite passen würde und interessant für Ihre Leser ist. Dieser Artikel könnte evtl. auch als ein Test unserer Apps geschrieben sein. Gern kann ich Ihnen auch einen passenden Artikel zur Verfügung stellen. 

Gern können Sie dann ebenfalls einen Gastartikel auf einem unserer Blogs (z.B. xxxxxxxxx.de) veröffentlichen.

Bitte lassen Sie mich doch wissen, ob dies interessant für Sie sein könnte. Kontaktieren Sie mich gern auch bei Fragen oder anderen Vorschlägen.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Beste Grüße,
Mxxxxxxxx

Meine Replik darauf erfolgt als Angebot. Der Ton mag harsch klingen, was sicherlich auch daran liegt, dass ich zum Zeitpunkt des Schreibens einfach pappsatt war:

Hallo Frau xxxxx,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Wie Sie sich sicherlich denken können (Sie haben ja mein Blog nicht ohne Grund gefunden), bekomme ich tagtäglich eine Reihe von Angeboten für das Veröffentlichen von mehr oder weniger interessanten Gastartikeln zum Zwecke des Positionierens von Backlinks auf Weblogs, die gut in den gängigen Suchmaschinen geführt werden.

Ich muss allerdings zugeben, dass mir das Angebot von Ihnen bzw. von xxxxxxxx.de fast so unangenehm aufstößt, wie eine handelsübliche Lieferpizza. Glauben Sie tatsächlich, dass ich so unterbelichtet bin, mein Blog mit meinem uniquen Content dafür zur Verfügung stellen, dass unglaublich hippe Startups darin herumwerben können und mich dann mit der Teilnahme an einem „Gewinnspiel“ abspeisen dürfen? Funktioniert diese Masche im Gegenzug auch bei der Lieferpizzeria um die Ecke, wenn diese bei Ihnen geführt werden möchte?

Nein, diese Masche funktioniert nicht, zumindest nicht bei mir. Und da ich mich nicht von Gewinnspielteilnahmen ernähren kann und auch gern auf eine Lieferpizza-Vollversorgung verzichte, gibt es bei mir das Veröffentlichen von Gastartikeln gegen harte Währung, nämlich gegen Euro. Und das sieht folgendermaßen aus:

Zugelieferter, fehlerbereinigter Gastartikel
(max. 1000 Zeichen inkl. Leerschritten, ein Link)     249,00 EUR

Im Falle von xxxxxxxx.de kommen ein paar weitere Posten hinzu:

Dreistigkeitsaufschlag (+50 %)                      + 124,50 EUR
Frechheitsbonus (+50 %)                             + 124,50 EUR
Operative Dateneingabe in das EDV-System            + 135,00 EUR
Lektorat                                            + 100,00 EUR
HTTP-Transportpauschale                             + 100,00 EUR
Bearbeitungsgebühr                                  +  40,00 EUR
Novemberzulage                                      +   5,00 EUR

Macht ein Zwischenbetrag von 878,00 EUR. Hierzu kommt die gesetzliche Mehrwertsteuer i.H.v. 19 %, so dass sich ein Gesamtbetrag von 1.044,22 EUR ergibt. An dieses Angebot sehe ich mich bis einschließlich 15. November 2012 gebunden.

Ein Gastartikel muss vollständig mit obigen Parametern geliefert werden und wird eingehend geprüft. Eine Veröffentlichung erfolgt vorbehaltlich einer Prüfung auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und einer eventuell strafrechtlichen Relevanz, zudem darf im Gastartikel keinerlei Bezug auf das Blog und auf den/die Autor(en) genommen werden. Ein sachlicher Ton ohne werbeübliche Tonalität und ohne den übermäßigen Einsatz von Satzzeichen wird vorausgesetzt. Eine unkommentierte Ablehnung des Gastartikels ist ausdrücklich vorbehalten; es liegt im Ermessen des Interessenten, eine überarbeitete Version seines Gastartikels einzureichen.

Die Veröffentlichung erfolgt grundsätzlich als normaler Blogartikel ohne zeitliche Beschränkung. Da die Themenfindung des Blogs unabhängig durch den/die Autor(en) erfolgt, kann keine Gewährleistung für das inhaltliche Umfeld zum veröffentlichten Gastartikel gegeben werden. Eine Exklusivität auf den inhaltlichen Charakter wird ausdrücklich nicht eingeräumt.

Der Einsatz von Grafiken, Tondateien, Videosequenzen, interaktiven Elementen (mit Ausnahme eines Links), eigenen Formatvorlagen und Scripten in jeglicher Programmiersprache ist verboten. In Sachen Zeichenformatierung ist das Setzen von Text in Kursiv und Fett gestattet, sofern so formatierter Text nicht mehr als 10 % des Gastartikels auszeichnet. Weitere Formatierungen, insbesondere das Unter- und Durchstreichen von Text, ist nicht möglich.

Eine Auftragserteilung beginnt mit der Übersendung eines Entwurfs des Gastartikels. Nach Eingangsprüfung und einer verbindlichen Veröffentlichungszusage erfolgt die Rechnungsstellung, der Rechnungsbetrag ist danach innerhalb von 14 Tagen per Vorkasse zu bezahlen. Nach Betragseingang erfolgt umgehend die Erfüllung der Veröffentlichungszusage.

Über eine Auftragserteilung würde ich mich eher nicht freuen und verzichte vorsorglich auch auf die Teilnahme an irgendwelchen Gewinnspielen, „Lieferflatrates“, Rundreisen oder Heizdeckenlieferungen und wünsche, dass Sie, wenn Sie mein Angebot nicht annehmen, meine Kontaktdaten unwiderruflich aus Ihren Unterlagen entfernen. Auf den Hinweis auf die datenschutzrechtlichen Grundlagen dieser Aufforderung verzichte ich mit Ihrer implizierten Zustimmung.

Beste Grüße aus Pforzheim,
Besim Karadeniz

Ich gebe zu, die Preisgestaltung ist zum Zwecke einer Auftragsabwehr kalkuliert. Das spornt viele Interessenten zwar gerade dazu an, einen Auftrag dann erst recht zu erteilen, aber das gehört zum Geschäftsrisiko.

„Herzrasen“.

Okay, ich bin da beim Thema Herzrasen etwas voreingenommen und deshalb ist meine Empörung darüber, dass die Deutsche Telekom ihre Bundesliga-App eben genau so nennt, vielleicht nicht für jeden verständlich. Aber „Herzrasen“ als Namen für eine Sport-App zu nehmen, ist einfach geschmacklos.

Das vor allem deshalb, weil Herzrasen in Form von Tachykardien gern die Vorstufe von Kammerflimmern ist und genau diese lebensgefährliche Akutkrankheit dafür sorgt, dass immer wieder Spitzensportler – auch Fußballer – auf dem Platz am Plötzlichen Herztod sterben, weil Kammerflimmern in der Regel zum Zusammenbruch des Blutkreislaufes führt und nicht schnell genug geholfen wird, beispielsweise weil die Rettungskräfte zu spät reagieren oder kein Defibrillator greifbar ist.

Sorry, Deutsche Telekom. Nur Gestörte können deshalb ihre Bundesliga-App „Herzrasen“ nennen.

Diskettenlocher, schnell!

Allein weil ich schon extrem selten Faxe auf meiner Faxnummer empfangen darf, fällt bei mir alles im Posteingang auf, was von meiner Fritzbox in Sachen Telefax aus dem Äther gefischt wird. Und so auch dieses hübsche Pamphlet:

Wäre ich wirklich locker drauf, hätte ich natürlich dankend geantwortet und um Vorabüberweisung eines Rechnungsbetrages von, sagen wir, unschlagbar günstigen 399,- Euro zuzügl. Mehrwertsteuer gebeten. Immerhin haben wir ja noch keine Geschäftsbeziehung und außerdem handelt es sich ja nicht um irgendeinen Diskettenlocher, sondern um meinen Diskettenlocher.

Aber nein, ich bin unlocker drauf, denn ich will meinen Diskettenlocher gar nicht hergeben. Der ist jetzt 25 Jahre alt und bleibt bei meinen Habseligkeiten. Sorry, Peter.