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O2-MultiSIM als Turbo-Sparbüchse.

3. Juni 2010 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Durch Zufall bin ich dahintergekommen, dass O2 eben seinen unschlagbar günstigen Preisen in Sachen mobiles Internet noch eine weitere Sparbüchse im Angebot hat und die nennt sich “O2-MultiSIM”. Denn die hat es in sich und das ist vor allem für all die Leute interessant, die neben einem Smartphone noch weitere Geräte per GSM bzw. 3G ins Netz bringen wollen/müssen. Geht bloß keine weiteren SIM-Karten kaufen, wenn ihr einen O2-Vertrag habt!

MultiSIM heißt, dass ein Vertrag nicht auf eine SIM-Karte beschränkt ist, sondern mehrere gleichzeitig eingesetzt werden können. Bei O2-Privatkundenverträgen sind das maximal 3 SIM-Karten pro Vertrag, die selektiv bei Bedarf hinzubestellt werden können. Allerdings ist es einmalig erforderlich, die bestehende SIM-Karte gegen einen Satz MultiSIM-Karten auszutauschen, wenn die ursprüngliche SIM-Karte eine Einzelkarte ist. Das kostet einmalig 25 Euro inkl. Mehrwertsteuer.

So, der Spaß beginnt im Detail, denn alle MultiSIM-Karten teilen sich zusammen die Vertragsbestandteile. Hat man also in seinem O2-Vertrag also als Zusatzpaket zum Telefonbasispaket noch ein Internet-Pack hinzugebucht, dann gilt dieses Pack für alle MultiSIM-Karten gemeinsam. In meinem Fall habe ich also ein Telefonbasispaket mit 60 Inklusivminuten (gibt es so glaube ich auch schon gar nicht mehr), das mich 5 Euro monatlich kostet. Dazu habe ich einen Internet-Pack-M hinzugebucht für 10 Euro zusätzlich, der mir eine Internet-Flat bietet, die bis 200 MB Datentransfer pro Monat UMTS-Geschwindigkeiten liefert und dann immer noch GPRS-Tempo liefert. Reicht für meine Zwecke vollkommen.

Mit meiner zweiten MultiSIM-Karte, die ich nun zur Verfügung habe, binde ich ein weiteres Smartphone, dass ich nicht zum Telefonieren brauche, nun einfach ebenfalls an und beide MultiSIM-Karten teilen sich den einen Internet-Pack. Und beide SIM-Karten können problemlos gleichzeitig eingebucht sein!

Die weit verbreitete Denke, dass bei mehreren MultiSIM-Karten nicht klar ist, welches eingebuchte Gerät dann klingelt, ist übrigens zumindest bei O2 kein Thema, da im Kundenbereich für jede Karte eingestellt werden kann, wo Telefongespräche hingehen. Dort lässt sich also problemlos einstellen, dass Telefongespräche immer nur auf die Erstkarte gehen und niemals auf die Zweitkarte, auch dann nicht, wenn die Erstkarte nicht eingebucht ist.

Sprich: Ich zahle nach wie vor jeden Monat 15 Euro, die 60 Anrufminuten reichen mir und die Internet-Flat nutze ich völlig legal mit mehreren Smartphones – oder mit einem Netbook – oder mit einem iPad – oder oder.

Einziger, kleiner Haken bei der Bestellung der MultiSIM: Wenn ihr ein iPad oder ein zukünftiges iPhone 4G (oder wie immer das auch heißen mag) mit einer SIM-Karte versorgen wollt, dann bestellt die O2-MultiSIM unbedingt an der Hotline oder in einem O2-Shop. Online lässt sich nämlich derzeit bei O2 die “Micro SIM” noch nicht bestellen, die Apple für seine neuen Gerätschaften braucht.

Das heißt im Klartext für alle die, die gerade ein iPad bestellen und O2-Vertragskunde sind: Spart euch die 2 Cent für die O2-SIM-Karte, die braucht ihr nicht. Bestellt bei O2 auf der Hotline eine MultiSIM für euren Vertrag und da gleich zwei SIM-Karten, wobei ihr ausdrücklich dazu sagt, dass die zweite Karte eine “Micro SIM” sein soll und für ein iPad/iPhone 4G gedacht ist. Der Spaß kostet euch dann also einmalig 25 Euro und euer Zweitgerät geht faktisch kostenlos ins Netz.

O2 can do. In der Tat!

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iPhone per VPN mit der Fritzbox verbinden.

7. Mai 2010 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

AVM hat in seinem VPN-Portal seit neuestem auch eine Anleitung, wie ein iPhone mit seinen eingebauten VPN-Client-Funktionalitäten Kontakt zu einer Fritzbox über das Internet aufnehmen kann. Die ansehnliche Dokumentation, die allerdings eher etwas für Insider ist, führt auch zu einem funktionierenden VPN, das allerdings einen Nachteil hat:

Es lassen sich Rechner im LAN, das hinter der Fritzbox liegt, ansprechen und mit ihnen kommunizieren, die Fritzbox lässt sich jedoch nicht als “Secure Gateway” für einen sicheren Internet-Zugang einsetzen, jedenfalls ist mir das nach Stunden Gefrickel nicht gelungen. Der IPSec-Tunnel lässt sich mit der XAUTH-Authentifizierung problemlos aufbauen, ich kann dann per Safari auch die Website der Fritzbox über die interne IP-Adresse ansprechen und per Remote-Desktop-Client auch Verbindung zu meinem PC aufnehmen, aber ins Internet kommt das iPhone nicht mehr, so lange der Tunnel aufgebaut ist; Websites “draußen” im Internet sind nicht erreichbar.

Mit allerlei Schmuddelwerkzeug (aus Sicht von Apple) habe ich auf dem iPhone die Routing-Tabellen eingesehen, dasselbige per Telnet auf der Fritzbox – keine Beanstandungen. Die notwendigen Routing-Einträge sind an sich alle da, das iPhone weiß bei bestehender VPN-Verbindung, dass “0.0.0.0″ (also quasi alles) über den VPN-Tunnel zu finden ist und die Fritzbox weiß, dass “0.0.0.0″ auf das DSL-Interface zu schaufeln ist und kennt auch den Rückweg zum iPhone. Schade. Ich habe nach wie vor den Eindruck, dass das eigentlich gehen müsste.

So, und jetzt muss ich erst mal mein iPhone wieder in den Urzustand bringen. Ich habe es exzessiv als “Laborgerät” missbraucht und mit allerlei Analysewerkzeugen vollgedonnert, so dass es derzeit keinesfalls “straßentauglich” ist. Es ist aber erstaunlich, dass man mit dem iPhone problemlos telefonieren kann, während man in einer SSH-Sitzung nebenbei auf dem Gerät per VPN verbunden Netzwerkanalyse betreibt. Es ist nach wie vor ein Jammer, wenn man sieht, wie die Power dieses Gerätes (nämlich das Multitasking) gar nicht bzw. ab iPhone-OS 4.0 nur sehr zögerlich offiziell eingesetzt wird.

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smsO2 nicht mehr im App-Store.

21. März 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MobileWelt

Leider gibt es offensichtlich die App “smsO2″ nicht mehr im App-Store und damit nicht mehr für diejenigen, die direkt auf dem iPhone die Frei-SMS nutzen möchten, die jeder Internet-Pack-Kunde von O2 zur Verfügung gestellt bekommt. Wer die App einst gekauft hat, hat sie zwar noch auf dem iPhone, was aber passiert, wenn man sein iPhone zurücksetzt oder die App nach einem manuellen Löschen wieder neu laden möchte, ist unbekannt und ich will das auch nicht unbedingt testen.

Ich habe dem Entwickler Simon Wehrli eine E-Mail mit der Bitte um Begründung der Entfernung aus dem App-Store geschickt und auch eine Antwort erhalten, die folgende Begründungen zur Einstellung der App enthält:

  • Die smsO2 App verwendet Produkt- und Markenrechte von Telefónica o2 Germany GmbH. Wir wurden diesbezüglich bereits von o2 kontaktiert.
  • Der Ursprung der smsO2 App liegt in einer privaten Entwicklung. Die App passt als solches nicht in unser Produktportfolio, welches wir als Firma zu pflegen versuchen.
  • Die internationale Distanz erschwert sowohl die Weiterentwicklung der App, als auch die aktive Betreuung der Benutzer.

Schade. Die App funktioniert zumindest auf meinem iPhone nach wie vor tadellos und sendet auch problemlos SMS. Wer die App hat, sollte gut auf sie aufpassen.

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Die Zune-fizierung von Windows Mobile.

16. März 2010 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Ich muss zugeben, dass ich schon eine gewisse Sorge habe, dass Microsoft den Relaunch von Windows Mobile als "Windows Phone 7" gehörig vereiert. Denn nach all den Gerüchten und den wenigen wirklich bestätigten Tatsachen nimmt man das Anpassen des nach wie vor ältesten Mobilbetriebssystems an die Konkurrenten wie iPhoneOS und Android so furchtbar genau, dass einige bisherige Meilensteine möglicherweise auf der Strecke bleiben.

Das, was ich bisher an(teilweise unbestätigten) Informationen zusammenhabe:

  • Neue Benutzeroberfläche, angelehnt an den Zune-Player (das ist bekannt)
  • Keine Abwärtskompatibilität für Windows-Mobile-Programme (schlecht, damit schneidet man sich einen jahrelang gewachsenen Markt an Software ab)
  • Programme … nennen wir es lieber so, wie es wird … Apps müssen im hauseigenen Silverlight-Framework entwickelt sein und werden auf dem Gerät interpretiert (vermutlich garantenmäßige Performance-Einbußen werden das Ergebnis sein)
  • Kein Multitasking (das wäre brutal schlecht und ein herber Rückschritt)
  • Keine direkte Installationsmöglichkeit von Apps, sondern nur über den Windows Market Place (das wäre ebenfalls brutal schlecht und auch ein Rückschritt)
  • Keinen Slot mehr für Speicherkarten, die vom Benutzer auszutauschen sind (damit wäre dann wohl auch der Zugriff auf das Filesystem, wie es unter Windows Mobile möglich ist, gestorben)

Hallo, Erde an Redmond! Schaut ihr euch eigentlich die Märkte an, die ihr bedienen wollt? Wollt ihr als Nachzügler nicht wenigstens das in die neue Welt retten, was Windows Mobile bisher ausgezeichnet hat? Es sieht gerade so aus, als ob Microsoft auf dem besten Wege ist, die grandiose Nullnummer des Zune-Players, der ja mal tatsächlich als Konkurrent zur iPod-Welt gedacht war, mit einem neuen Mobilbetriebssytem zu wiederholen.

Es wird mit ziemlicher Sicherheit schlimm, aber wenn es sich Microsoft mit Business-Kunden verscherzt, die derzeit immer noch stark auf Windows Mobile setzen, dann ist das Ding tot, ob es nun Windows Mobile heißt, Windows Phone oder sonstwie.

Ich ahne dunkles.

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Tim Bray über das iPhone.

15. März 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Selten hat es jemand geschafft, in einer Handvoll Sätze das zu beschreiben, was am iPhone schlecht ist. Tim Bray ist einer, der das schafft:

“The iPhone vision of the mobile Internet’s future omits controversy, sex, and freedom, but includes strict limits on who can know what and who can say what. It’s a sterile Disney-fied walled garden surrounded by sharp-toothed lawyers. The people who create the apps serve at the landlord’s pleasure and fear his anger.

I hate it.

I hate it even though the iPhone hardware and software are great, because freedom’s not just another word for anything, nor is it an optional ingredient.”

Tim Bray selbst kennen vermutlich nur harte Insider, er ist allerdings in der Web-Welt kein Unbekannter, da er in der Vergangenheit immer wieder an der Weiterentwicklung von XML beteiligt war. Aktuell macht er Schlagzeilen dadurch, dass er nun bei Google anheuert, um dort am hauseigenen Betriebssystem Android zu arbeiten. Gute Wahl, die aufhorchen lässt.

[via Golem.de]

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KeePass für das iPhone: MyKeePass.

20. Februar 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Auf einmal waren es zwei: Für das iPhone gibt es nun zwei KeePass-Implementierungen. Während die Entwicklertruppe von iKeePass vor einigen Tagen ihr erstes Update zur im Oktober 2009 veröffentlichten Initialversion veröffentlicht hat und immer noch das Problem hat, dass iKeePass offiziell nur im amerikanischen App-Store erhältlich ist oder, wenn jemand ein entfesseltes iPhone besitzt, in Cydia als “JBiKeePass”.

Das ist umso erstaunlicher, da nun mit MyKeePass eine weitere KeePass-Implementierung die Bühne betreten hat und die auch in App-Stores außerhalb des nordamerikanischen Kontinents erhältlich ist. Sprich: Der MyKeePass-Entwickler Qlang Yu hat es offensichtlich problemlos geschafft, seine Applikation durch die US-Exportbeschränkungen für Verschlüsselungssoftware durchzuschleusen und so gibt es das Ding für 79 Cent auch im deutschen App-Store.

Auf den ersten Blick hat MyKeePass auch technisch die Nase vorn. Ein eingebauter Webserver ermöglicht ein bequemes Übertragen einer Schlüsseldatei innerhalb eines WLAN-Netzwerkes. Eine so übertragene Datenbank ist selbst dann, wenn sie größer ist, schnell geöffnet lässt sich durchsuchen und Passwörter lassen sich mit einem Tippser in den Zwischenspeicher übernehmen. Einzig die Übersicht lässt etwas zu wünschen übrig, wenn man auf Piktogramme schwört, denn die gibt es in MyKeePass nicht. Das soll aber das kleinste Problem sein, so dass der Preis von 79 Cent für MyKeePass angemessen ist.

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Badware “iPad”.

28. Januar 2010 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Wenn es einen besseren Indikator dafür gibt, ob Steve Jobs’ Messias-Anwandlungen angekommen sind oder nicht, dann ist es der Aktienkurs von Apple. Und der ist einen Tag nach der Vorstellung des iPad, der angeblich neuen Revolution aus dem Hause Apple, mal eben um über 4 % heruntergeknallt. Selbst die Analystenberichte, die sonst nicht damit sparen, der Steve-Jobs-Verkaufsförderung gehörig auf dem Leim zu gehen, sind eher ernüchternd. Im groben Vergleich kommt im Nachhinein sogar das von Microsoft-Chef Steve Ballmer Anfang Januar vorgestellte Tablet von HP kaum schlechter weg, immerhin soll dieses Tablet mit einem richtigen Windows 7 daherkommen.

Und tatsächlich ist das iPad eigentlich eine atemberaubende Nullnummer, die so gar nichts mit den einstigen Vorstellungen von MP3-Player, Macbooks und iPhones zu tun haben scheint. Ein aufgeblasenes iPhone, ausgesprochen unschön, einem 4-zu-3-Bildschirm und dem bekannt kaputtreglementierten iPhone-OS als Betriebssystem, mit allen bekannten Schwächen, die schon auf dem iPhone nerven. Aber sich nun hinzustellen und ein Surftablett als noch nie dagewesene Neuerung hinzulamentieren, das nur Kindergarten-Programme abspielen kann, kein Multitasking beherrscht und einen flash-losen Webbrowser mitbringt? Das ist nicht innovativ, das lebt nur vom Namen und der Hoffnung, dass die “iSekte” das Gerät wenigstens kauft, weil hinten ein Apfel klebt. Das scheint auch Apple zu dämmern, was letztendlich dadurch zu erkennen ist, dass das iPad offenbar bewusst nicht als neues Biotop mit eigener Software-Welt und den iPhone-üblichen Providerlock-Sperren daherkommen soll.

Meine Vermutung ist die, dass die Innovationskraft von Apple letztes Jahr vor allem durch den längeren Ausfall von Steve Jobs sehr deutlich gelitten hat. Das Ergebnis dieses Stillstandes könnte das iPad gewesen sein.

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Auf dem iPhone: smsO2.

10. Januar 2010 | 11 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Es gibt sie, die kleinen App-Juwelen, man muss nur etwas suchen. Ein solches App-Juwel heißt “smsO2”, kostet 79 Cent und ist eine Geldsparmaschine, wenn man einen (deutschen) O2-Vertrag besitzt und für das Internet ein Internet-Pack-Zusatzpaket gebucht hat, meist das Internet-Pack-M, mit dem eine Handy-Flatrate daherkommt.

Was die meisten Nutzer eines solchen Internet-Pack nicht wissen, ist der Umstand, dass neben der Internet-Flatrate noch zusätzlich 50 kostenlose SMS pro Monat verbunden sind – wenn diese über das “O2 Communication Center” auf der O2-Homepage gesendet werden. Das mag jetzt nicht sonderlich viel sein, aber wenn man bedenkt, das zumindest bei meinem Vertrag jede herkömmliche SMS 19 Cent kostet, sind das schon bei kleineren SMS-Zahlen durchaus ein paar Euro.

“smsO2” umgeht den Weg über die Homepage und ermöglicht es, über die App direkt SMS zu schreiben, die dann eben nicht per GSM bzw. UMTS vom iPhone gesendet werden, sondern einen Umweg über die O2-Homepage machen. Und die ersten 50 SMS, die auf diese Weise monatlich versendet werden, kosten den Nutzer eines Internet-Pack dann eben keinen einzigen Cent.

[Update am 21. März 2010: Leider gibt es derzeit die App nicht mehr offiziell im App-Store. Die Begründung dazu findet sich hier: smsO2 nicht mehr im App-Store.]

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Quo vadis, iKeePass?

6. Januar 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MobileWelt

Beim Thema iKeePass, der Portierung der Passwortverschlüsselungssoftware für das iPhone, nicht von einem Drama zu sprechen, fällt schwer, denn als etwas anderes kann man es inzwischen gar nicht mehr bezeichnen.

Aus deutscher Sicht ist die iPhone-Welt seit dem Projektstart von iKeePass im März 2008 praktisch am gleichen Ort, wie damals – iKeePass ist im deutschen App-Store nicht verfügbar. Genaugenommen ist es außerhalb der USA und Kanada nirgendwo verfügbar, weil jegliche Software, die Verschlüsselungskomponenten enthält, eine gesonderte Zertifizierung benötigt, um aus den USA exportiert werden zu können. Da alle App-Stores von Apple idiotischerweise in den USA stationiert sind, ergibt sich der skandalöse Zustand, dass Software, die gar nicht in den USA entwickelt wurde, dennoch für die USA eine Zertifizierung benötigt, um außerhalb der USA auf iPhones genutzt werden zu können.

Immerhin gibt es iKeePass 1.0 nun seit Oktober 2009 im US-App-Store und wer sich die Mühen macht, einen Account im US-App-Store anzulegen (dazu benötigt man eine Anschrift in den USA) kann tatsächlich iKeePass für 99 US-Cent erwerben und auf sein iPhone installieren. Alternativ können Besitzer eines gejailbreakten iPhones anhand Cydia einen Fork von iKeePass (und zwar schon der Version 1.1) namens JBiKeePass herunterladen und installieren (das übrigens auch außerhalb den USA).

Die Version 1.0 von iKeePass offenbart dann allerdings eine herb enttäuschende Software, die in meinen Augen selbst die 99 US-Cent, die iKeePass im US-AppStore kostet, derzeit keinesfalls wert ist. Passwortdateien müssen umständlich über einen externen Webserver importiert werden, die Entschlüsselung von größeren Datenbankdateien dauert und alle geöffneten KeePass-Dateien sind darüberhinaus read-only – es gibt keine Schreibfunktion. Dazu kommen dann noch so Dinge wie der fehlende Support der TAN-Listenfunktion (keine Einblendung des Benutzernamenfeldes in der Übersicht) und kein Support der Zwischenablage (behoben ab der Code-Basis 1.1, die Zwischenablagefunktion funktioniert also mit JBiKeePass). Im Grunde genommen lassen sich KeePass-Dateien einfach nur öffnen und betrachten. Für die KeePass- und auch für die iPhone-Idee und vor allem nach fast zwei Jahren Entwicklungsdauer ein mageres Produkt.

Was wirklich mehr als dürftig ist, ist die Kommunikation, denn die ist quasi nicht vorhanden. Der letzte Artikel im Projekt-Weblog stammt von Ende November und berichtet davon, dass die Version 1.1 von Apple nicht zugelassen wurde, da von der Version 1.1 undokumentierte API-Aufrufe benutzt werden, die von Apple so nicht gewünscht sind. Gut, kein Thema, könnte man ja fixen. Oder zumindest darüber diskutieren – wenn man denn wollte. So sammeln sich in jedem der wenigen Artikel jeweils viele Dutzend Kommentare von Nutzern, die wissen wollen, in welchem Stadium das Projekt ist, wie die Bemühungen um Zertifizierung zwecks Exportmodalitäten der Verschlüsselung aussehen, ob die Version 1.1 inzwischen denn mal resubmitted wurde und und und. Resonanz: Null. Hier und da werden vereinzelt Fragen zu einzelnen Benutzerproblemen geklärt, der Rest bleibt unbeantwortet.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich verstehe, dass iKeePass – ebenso wie KeePass und die anderen Portierungen – weitgehend Projekte sind, die in der Freizeit entstehen und gepflegt werden. Es spricht jedoch überhaupt nichts dagegen, iKeePass als kostenpflichtige Software anzubieten oder einen PayPal-Button zum Spenden hinzupappen, bei denen selbst ich nicht einfach vorbeigehe, sondern meinen Obolus entrichte. Ich erwarte jedoch auch bei Entwicklern von Open-Source-Projekten, die auf bestehenden Projekten aufbauen, eine gewisse Professionalität und Verantwortung und es ist sicherlich nicht zu viel verlangt, mit seinen Nutzern oder Interessenten zu kommunizieren oder einfach einmal ein Forum einzurichten, wo sich eine Community bilden könnte. Schafft man das nicht, sollte man als Maintainer eines Projektes, das wirklich einen Bedarf nachweisen kann, wirklich so fair sein und sich bemühen, das Projekt auf eine größere Entwicklerbasis zu stellen oder in andere Hände zu geben. Oder, so fürs erste, einfach mal einen Statusbericht und Projektausblick zu geben.

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Ein iPhone jailbreaken.

1. Januar 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Auf den Artikel von letzter Woche mit meinen persönlichen Top-7-Jailbreak-Anwendungen kam eine Fülle von Feedback, die eine andere Frage beantwortet haben will: Nämlich die, wie man eigentlich ein iPhone jailbreakt. Das ist (zumindest mit der derzeitigen iPhone-OS-Version) herzlich einfach. Hier mal die Anleitung unter Windows:

  1. iPhone an den Rechner anschließen und mit iTunes ganz normal synchronisieren. So bald die Synchronisierung beendet ist, iTunes schließen und das iPhone angeschlossen lassen.
  2. Unter http://blackra1n.com/ die Datei “blackra1n.exe” herunterladen (auf der blackra1n-Website auf das Windows-Symbol klicken und die Datei auf dem lokalen Rechner abspeichern, am besten auf den Desktop).
  3. Die gerade eben heruntergeladene Datei “blackra1n.exe” einfach ausführen. Das Programm schickt das iPhone in den DFU-Modus, schiebt vorübergehend ein Bild des Programmierers auf den Bildschirm und führt im Hintergrund das Jailbreaking durch. Nach diesem Vorgang startet das iPhone neu.
  4. Ist das Jailbreaking erfolgreich gewesen, findet sich auf dem iPhone eine neue App namens “blackra1n”, mit der wir einen Installer (idealerweise Cydia) installieren müssen. Das iPhone kann, wenn die blackra1n-App auf dem iPhone vorhanden ist, übrigens nun vom PC abgestöpselt werden, denn die restlichen Installationen werden über die normale Internet-Anbindung des iPhones aus dem Internet heruntergeladen.
  5. Die blackra1n-App antippen, um sie aufzurufen. Es öffnet sich ein Bildschirm, der ingesamt zwei Installer (Cydia und Rock) zur Auswahl anbietet. Die dritte App namens “sn0w” ist zum Unlocken des iPhones gedacht, also zum Aufheben der Carrier-Sperre:

    Um Cydia zu installieren, einfach die Cydia-Zeile antippen, es erscheint ein grüner Haken und rechts oben ein Button namens “Install”. Diesen Button antippen und Cydia wird installiert.

  6. Ist auch Cydia erfolgreich installiert, findet sich im Springboard nun eine weitere App namens “Cydia”. Auch hier bitte Cydia einmal starten und dem sofort erscheinenden Hinweis, dass der Installer aktualisiert werden soll, zustimmen.

Fertig. Will man den Jailbreak übrigens wieder loswerden, geht das kurz und schmerzlos: Das iPhone über iTunes einfach wiederherstellen. Es wird dann komplett zurückgesetzt und das Betriebssystem wieder vollständig neu installiert – eben ohne Jailbreaking.

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