Home > Kategorienarchiv zu 'MedienWelt'

| Abonnieren via RSS

Proleterei aus erster Hand.

6. Juni 2008 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Auch wenn ich die Website unserer guten, alten Pforzheimer Zeitung nach wie vor nicht sonderlich mag - eine Sache ist inzwischen meine heimliche Lieblingslektüre geworden: Das Forum mit den Kommentaren zu den veröffentlichten PZ-Artikeln. Wer den klassischen, bruddelnden Pforzheimer, anachronistisch herumproletend, auffallend mit gesegnetem Al-Bundy-Chauvinismus versehen, stockkonservativ, etwas “ausländerunfreundlich” und absolut kompetent in allen Bereichen des Lebens sucht, wird dort fündig.

Mein absoluter All-Time-Favourite: Der “Ostwestfale“. Schreibt nicht mit zu starker Frequenz, dafür sehr einfach in der Schreibweise, nachvollziehbar in der Auswahl der zu kommentierenden Artikel und damit ideale Lektüre zwischen zwei morgendlichen Rülpsern.

In zehn Jahren keine Zeitungen mehr?

6. Juni 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Steve Ballmer, CEO von Microsoft, hat in einem Interview mit der Washington Post eine gar kühne Behauptung aufgestellt: In zehn Jahren gäbe es die klassischen Zeitungen nicht mehr. Alle Medien würden seiner Meinung nach über IP-Netzwerke übertragen werden und im Internet aufgehen. Das deshalb, weil eine elektronische Auslieferung schlicht einfacher und rationeller ist, als der klassische Druck und die Distribution auf Papier.

Nun, pardon, das haben viele gesagt und die wenigsten wirklich sinnvoll begründet. Nur weil der Buchhändler Amazon ein Lesegerät namens “Kindle” mit einem ausgesprochen hässlichen Design vertreibt und dieses Lesegerät erstaunlich bessere Verkaufszahlen an den Tag legt, als frühere Versuche, ist das noch lange kein Grund. Aber vielleicht eine Position, deren Effekt nicht wirklich vorhersehbar ist. Ich habe dazu eigene Thesen, die durchaus streitbar sind und vielleicht auch daneben gehen, who knows. Ist jetzt mal kurz runtergeschrieben, wer will, darf sich in den Kommentaren mit Ergänzungen und Kritik anhängen:

Antithese Eins: Wer keine Nachrichten liest, liest sie weder aus der Zeitung, noch aus dem Internet. Die Frage ist, ob geschriebene Nachrichten überhaupt im Mainstream eine große Zukunft hat oder ob es immer spezialisierter wird und nur noch ein, zwei große Leitmedien gibt. Dann hätte nämlich auch die Regionalzeitung einen relativ sicheren Hafen.

These Eins: *schulterzuck*

Antithese Zwei: Das Lesen einer elektronischen Zeitung ist nach wie vor etwas grundlegend anderes, als das Lesen einer papiernen Zeitung. Eine papierne Zeitung lese ich am Esstisch, auf dem Sofa, im Garten oder in der Badewanne. Orte, wo ich mit elektronischen Geräten nichts am Hut haben will, deren Akkus leer sein könnten oder das Display kaputt. Die Zeitung und die Zeitschrift geht immer.

These Zwei: Frage ist, wie sich der Weg hin zum Häppchenjournalismus entwickelt, welche Redaktion den Trend dahin am fähigsten erfasst und umsetzt, wie sich der Trend zur immer stärkeren Mobilität fortsetzt und wer am Ende mit den neuen Vertriebswegen Geld verdienen kann. Diejenigen, die davon leben, teure Anzeigen zu verkaufen und eine große Druckmaschine abzuschreiben haben, sehen potentiell schlechter aus, als diejenigen, die mit fünf PC vernetzt einen Server mit einem freien CMS beschicken und die Werbeflächen verkaufen.

Antithese Drei: Die Zeitungswelt ist in Deutschland grundlegend anders, als in den Staaten. Während es in den Staaten einige große, überregionale Zeitungen gibt und einen verhältnismäßig schwachen regionalen Zeitungsmarkt, ist es in Deutschland so, dass der Zeitungsmarkt traditionell sehr stark regional liegt. Sprich: Wenn es hochkommt, informieren sich Menschen hier online weitgehend zu überregionalen und internationalen Themen und regional eher über die lokalen Zeitungen. Zumindest noch.

These Drei: Eine Frage der Zeit, bis sich die Lokalisation immer stärker auch online abbildet, die Beginne sieht man schon. Die Frage hierbei ist vor allem, die flexibel die altehrwürdigen Regionalzeitungen darauf reagieren können, dass sie Konkurrenz von der “Graswurzel” bekommen. Dazu kommt auch noch die Entwicklung, dass Regionalzeitungen traditionell aus kleinen Verlagshäusern bestehen und sich, der Lauf der Zeit, aufkaufen lassen und damit ihren Halt in der Region verlieren, wenn Lokalredaktionen ihren Stand verlieren und nur noch ein Lokalfenster haben und keinen großen Lokalteil.

Antithese Vier: Der Zeitungsmarkt steht und fällt mit dem Anzeigenmarkt. Bricht dieser in der jeweiligen Zielausrichtung der Zeitung weg, killt das die Zeitung. Überregionale Zeitungen mögen da stärker betroffen sein, als regionale.

These Vier: Noch haben regionale Zeitungen einen Heimvorteil, dass regionale Anzeigenmärkte im Internet noch eher die Ausnahme sind. Noch. Moderne Werbeformen wie Google AdSense haben grundsätzlich das Potential, das zu ändern. Ich glaube aber, dass da zukünftig noch weitere Werbeformen dazukommen werden, die regionale Anzeigemärkte im Internet geradezu befeuern. Wie die aussehen, weiß ich auch nicht, aber da ist sicherlich der stärkste Saft drin.

Medienpolitik a la Friedbert Pflüger.

4. Juni 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Friedbert Pflüger, CDU-Fraktionschef im Berliner Senat, gehört zu der Kategorie Politiker, die mir peinlich sind. Nicht, weil sie in der falschen Partei sind, sondern weil sie peinlich für die gesamte Kaste der politisch interessierten Menschen sind. Unvergessen sein höchst peinlicher Wahlkampf für den Posten des Berliner Senatschefs, quasi geschrieben für das Handbuch des wenig engagierten Politikers, der nur Schlüsselpositionen besetzen will und sich um alles weitere nur drücken möchte.

So auch diesmal wieder Friedbert Pflüger. Nun will er Anne Will aus dem Programm verbannen. Und das deshalb, weil Anne Will in ihrer letzten Sendung die rot-rote Wirtschaftspolitik (über die man durchaus sehr unterschiedlicher Meinung sein kann) gelobt hat. Genau genommen wurde in “Anne Will” in einem Einspielfilm erzählt, dass Rot-Rot 60 Milliarden Euro Altlasten geerbt hat und diese nun erfolgreich abbaue, während Pflüger behauptet, es seien nur 38 Milliarden Euro Schulden gewesen. Seltsames Schauspiel, wenn der Oppositionsführer freiwillig den verdammt drückenden Schuh der Vorgängerregierung anziehen will und nicht ganz verstanden hat, dass der Begriff “Altlasten” nicht unbedingt auch “Schulden” im Sinne von fehlendem Bargeld bedeutet.

Als Mitglied im RBB-Rundfunkrat wolle er sich dafür einsetzen, dass “Anne Will” abgesetzt werde. Übrigens aus dem Fachmagazin für politische Bildung heraus, aus der Bild-Zeitung. Nun legt er nach, nachdem ARD-Programmdirektor Günter Struve verständlich die Absetzungsforderungen als absurd beiseite schob: Herr Pflüger möchte rechtliche Schritte gegen die falschen Behauptungen einleiten.

Wir grüßen freundlich mit dem Fähnchen des unabhängigen Rundfunks im Fernsehen. Eigentlich wünsche ich mir sogar, dass Friedbert Pflüger tatsächlich mit seinem Absetzungswunsch Glück hat, denn das würde endlich mal plastisch zeigen, wie es bei den Öffentlich-Rechtlichen tatsächlich läuft: Kaum läuft es mal brenzlig für einen medial eher untalentierten Entscheidungsträger, schon wird laut mit der Keule gewedelt.

Und wer genau möchte tatsächlich, dass ARD und ZDF sich im Internet auch in Sachen Textnachrichten breitmachen sollen?

Ach, hätten sie doch nur die Klappe gehalten.

17. Mai 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Bei der Durchsicht meines Videoarchives fällt mir auf, dass ich eigentlich bei keinem Film, den ich aus den Schnipseln schneiden könnte, im Abspann meinen Namen hinschreiben müsste. Andauernd hört man aus dem Off, wie mich jemand anquatscht. Gesteigert wird das von den Unverbesserlichen, die offenkundig merken, dass ich nicht reagiere, es einfach nochmal probieren. Und der Hit ist ein Ausschnitt, bei dem man am plötzlichen Gewackle des Bildes sehr schön sieht, dass jemand nach der zweiten Namensnennung dann einfach an meinem Ärmel rüttelt, an dessen Ende ich die Kamera geflanscht habe.

Ich verstehe nun nach über 10 Jahren, warum Kameraleute großen Wert darauf legen, vor und während einem Dreh keine sonderlich herzliche Beziehung mit den Drehopfern zu knüpfen. Sonst hätte man vermutlich andauernd so Sachen wie: “Darf es noch ein Stück Torte sein, Sie da an der Kamera?”

Das ZDF auf der Suche nach dem Casting-Trend.

10. Mai 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Es muss schon eine gewaltige Ideenflaute und mehr oder weniger pure Verzweiflung im ZDF-Hochhaus herrschen, wenn man den Medien glauben darf, dass das ZDF an einer Politiker-Castingshow arbeitet und sich dafür schon mal Rechte von einem kanadischen Fernsehsender gekauft hat, bei dem so eine Show angeblich erfolgreich läuft.

Idee dahinter soll sein, auf diese Weise “neue, unverbrauchte politische Hoffnungsträger” zu finden. Kandidaten stellen sich dazu Diskussionen mit potentiellen Wählern und schnattern in Streitgesprächen. Das Politikerleben hintersubtrahiert auf den medialen Wahlkampfauftritt, herunterdividiert auf Schauspielunterricht und vermutlich ohne jede Hoffnung, mehr über die Substanz des Politikers und dessen Werte zu erfahren. Denn genau das wäre ja kaum sinnvoll miteinander vergleichbar.

Interessant zu wissen wäre, was mit einem Sieger in so einer Show gemacht wird? Bekommt er dann einen Ehrenplatz im Bundestag? Oder darf er vielleicht den ZDF-Verwaltungsrat führen? Das bringt mich auf eine ganz andere, phänomenale Idee für eine Castingshow: Intendanten-Casting! Vielleicht erst einmal für eine lastenausgleichfinanzierte ARD-Anstalt und dann später auch für das ZDF. So richtig viel falsch machen kann da kein Kandidat, da reicht sicherlich schon Fußballtrainer mit Kreisklasselizenz oder Grundschullehrer.

Ach.. ARD und ZDF wollen übrigens mehr online machen dürfen. Die korrektere Frage gegenüber der, ob das rechtlich mit den Programmaufträgen vereinbar ist, wäre: Will man eigentlich zwei Großsender, die seit Jahren erfolgreich und mit Gebührengelder finanziert daran arbeiten, das deutsche Radio und Fernsehen vollständig zu Grabe zu tragen, stärker im Internet haben?

Briefmarkenfernsehen Reloaded.

29. April 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Es ist schon erstaunlich, wie nun die Mobilfunkkonzerne mit aller Gewalt den nächsten Anlauf nehmen, auf Biegen und Brechen Mobile-TV auf Mobiltelefone zu bringen. Nun muss bei Vodafone aktuell die Fußballeuropameisterschaft herhalten. Angeboten wird unter anderem ein Paket mit dem Mobiltelefon HB620T von LG. Schauen wir uns doch mal den Fernsehgenuss mal näher an.

Der Bildschirm hat eine Auflösung von 320×240 Pixel bei einer Bildschirmdiagonalen von 2 Zoll. Das sind 5,08 Zentimeter. Das Bildschirmformat ist bei 320×240 Pixel logischerweise 4 zu 3. Nun liefert die UEFA die Fernsehbilder bei der Europameisterschaft in HDTV, also zwangsläufig in 16 zu 9. Umgerechnet auf unser kleines Beispiel erscheint das Bild dann in der Auflösung 320×180 Pixel. Da sich durch die Bildformatänderung auch die sichtbare Bilddiagonale ändert, liegt diese nun auch nicht mehr bei 5,04 Zentimeter, sondern bei etwa 4,63 Zentimeter bei 16 zu 9 - sagenhafte 1,8 Zoll, Frank Ribéry das erste Mal in Originalgröße.

Fußballgenuss vom Feinsten wartet da also auf die Glücklichen, die für den elektronischen Schwachsinn schlappe 400 Euro ohne Vertrag auf den Tisch legen wollen. Lupe geht extra.

Demo 2.0.

14. April 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Äußerst interessant, was sich da mit der so genannte Anonymous-Bewegung, die eine weltweite, sehr intelligent wirkende und vor allem dezentral organisierte Kampagne auf die Beine gestellt hat, aktuell gegen Scientology. Hatte man sich ursprünglich auf eher sinnfreie Gags beschränkt, beispielsweise fremde Webforen auf fast schon dadaistischen Zügen zuzumüllen, so ist der Kampf gegen Scientology geradezu ein Sinnbild für “2.0″ - für das Mitmach-Web. Das ist schon ein derartiger Knaller, dass sogar das heute journal vorhin darüber berichtet hat, übrigens sogar angenehm wertefrei.

Sehr schön an dem Beitrag ist, dass die ZDF-Redakteurin sehr treffend erkannt hat, dass Scientology in vielen Augen ein “tolles” Ziel ist - Ziele könnten sich aber ändern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Idee des Mitmach-Webs hier weiterentwickelt. Und ich bin auch mal gespannt, wie lange es dauert, bis das Mitmach-Web in die Parteienlandschaft fällt und vielleicht auch hier eine selbstverständlich weltumspannende, dezentrale und auf global Themen forcierte Entwicklung bildet.

(Einen Link zum ZDF-Mediathek-Stream liefere ich morgen nach, der ist noch nicht online.)

Der Welterklärer.

13. April 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

In SPIEGEL ONLINE ist heute wieder ein neuer Broder zum Thema Casting-Shows erschienen, also ein Artikel von Henryk M. Broder. Und wie bei einem echten Broder üblich ist es nur schwer einzuschätzen, ob das nun ein Artikel, ein Kommentar, eine Satire oder eine Glosse sein soll, wenn sich darin beispielsweise ein solcher Absatz findet:

“Mit anderen Worten: Sie wissen nicht was sie tun und müssten vor sich selber geschützt werden. Für diese Theorie gibt es zwar keine Belege, aber sie klingt gut, weil sie von Fürsorge zeugt. Zu Ende gedacht, würde sie bedeuten, dass man den Jugendlichen jede Konkurrenz- und Prüfsituation ersparen müsste, um sie nicht über Gebühr zu belasten. Noch besser wäre es nur noch, die Untergrenze der Volljährigkeit heraufzusetzen, am besten gleich auf 30 Jahre oder noch höher, da 18-Jährige kaum die nötige Reife haben, um die Folgen ihrer Entscheidungen zu überdenken – zum Beispiel in der Wahlkabine. Dazu würde auch passen, dass es vor kurzem eine ernst gemeinte Initiative gegeben hat, ein Familienwahlrecht einzuführen, bei dem die Eltern stellvertretend für ihre Kinder abstimmen würden. Eine Familie mit drei Kindern hätte dann fünf Stimmen.”

Broder abstrahiert schneidig und untermauert die Argumente, die ihm gefallen, derartig lautstark, dass sich nur wenige trauen, diese Argumente genauer zu sezieren und ihm Kontra zu liefern. Diese Methode Broders ist inzwischen altbewährt, wenn sich jemand traut, sein regelmäßiges Islam-Bashing, seine unterschwellige Auslebung seiner offenkundigen Kulturoffenheits-Antipathie, zu dem er sich offenbar berufen fühlt, oder schlicht seine gelegentliche journalistische Schlampigkeit zu parieren. Das zeigt sich nicht zuletzt durch seine inzwischen legendär gewordene Reaktion auf das Internet oder auf die Blogosphäre, die Broder auf ausgesucht rüde Weise beantwortete. So als ob genau an diesem Punkt seine Taifune der Argumentationswinde ausgefallen wären und seine wahre Hilflosigkeit gegenüber schwer beantwortbaren Gegenargumenten und Kritik an der eigenen Person aufzeigten. Gerade damit muss man gut auskommen können, wenn man ständig austeilt und Beschimpfungen sind dabei die denkbar schlechtesten Reaktionen.

Sicherlich ist es in diesem Zusammenhang notwendig, dem Islam gegenüber nicht nur aufgeschlossen entgegenzutreten, sondern auch im Selbstbewusstsein seiner eigenen Religion. Das jedoch mit dem genauen Gegenteil zu untersetzten und zu fordern, dem Islam keinen Zentimeter Raum im Abendland zu schenken, produziert das genaue Gegenteil von Toleranz und führt zur altbekannten, jämmerlichen Diskussion, wieso man den Bau von Moscheen im Abendland gestatten solle, wenn der Bau von Kirchen im Morgenland verboten sei. Genau diese Diskussion, wieso man beispielsweise in der Türkei kirchenfeindlich eingestellt ist, wird schon von dortigen Medien regelmäßig thematisiert, selbst von so konservativen Kampfblättern wie der Hürriyet. Es ist alles eine Frage der Toleranz und die unterstützt man - hüben wie drüben - durch Aufklärung und gegenseitiger Darlegung von Argumenten, nicht durch Hetze, egal ob offenkundige oder unterschwellige.

Aber um wieder auf den aktuellen Text von Broder in SPIEGEL ONLINE zu kommen: Natürlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Menschen in unserer Gesellschaft ständig von Maßstabsmessungen und Prüfungen umgeben sind und deren Ergebnisse sich durchaus auch negativ auf ihre eigene Position auswirken können. Es ist jedoch immer noch ein gewaltiger Unterschied, ob man sich als junger Mensch in einer Schulklasse vor 30 Leuten zum Affen macht oder vor einem Millionenpublikum. Und auch wenn man als Außenstehender in die gefährliche Versuchung kommen könnte, zu glauben, dass dieser Umstand den Teilnehmern bewusst wäre, so ist dabei immer zu beachten, dass der Mensch sich, so intelligent er auch immer erscheinen mag, sich jederzeit blenden lassen kann. Und damit meine ich nicht das Gegenlicht beim Autofahren.

In diesem Sinne ist Henryk M. Broder weiterhin für mich ein journalistischer Kotzbrocken erster Güte, dessen Artikel ich jedoch dennoch respektiere, weil sie zum Nachdenken anregen und Diskussionen als Basis dienen, wie es nur wenige Artikel und Autoren können oder auch schlicht als Basis zur umweltfreundlichen Bekämpfung von Zornattacken dienen. Es wäre aber schön wenn Herr Broder mal wieder langsam von seinem gut eingemauerten Schimpftürmchen herunterkommen könnte und nicht permanent so verbal hyperventiliert. Vergleiche von Äpfel und Birnen lassen sich nicht dadurch vermeiden, in dem Einzelne ständig Birnen für nicht existent erklären.

Zattoo nun mit öffentlich-rechtlichen Programmen.

3. April 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Der Internet-Sendemast Zattoo.com hat seit einigen Tagen nun auch öffentlich-rechtliche Fernsehsender im Programmportfolio und zwar gleich alle. Gab es bisher in deutscher Sprache nur so Senderhighlights wie der “Männersender” DMAX oder die Uralt-Filmeabspielstation “Das Vierte”, so gibt es nun ARD, ZDF, deren Digitalangebote, BR.alpha, Kinderkanal, Phoenix, 3sat, arte und zehn “Dritte”. Das ist schon sehr ordentlich. Zattoo.com freut sich, dass nun das Programmangebot schlagartig verdoppelt wurde und die Öffentlich-Rechtlichen freuen sich, dass sie so zu Leuten kommen können, die Öffentlich-Rechtliche Fernsehsender vermutlich nur noch von den unvermeidbaren Programmkritiken aus SPIEGEL ONLINE kennen.

Andererseits ist diese Programmverbreitung natürlich auch ein tolles Argument in Sachen Gebührenzahlen. Tjaha.

Dumm mit Kerner.

11. März 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Absolutes Verblödungsfernsehen gibts gerade mal wieder bei JBK. Irgendeine eingeflogene Tussi aus Amerika zeigt den uralten Uri-Geller-Gabelverbiegungstrick, der selbstverständlich nicht mit ungeahnten Kräften funktioniert, sondern mit einer speziell präparierten Gabel, die mindestens zwei Metalllegierungen enthält und an einer Stelle auf Körperwärme reagiert. Da müsste man sich schon relativ bescheuert anstellen, die Gabel nicht zu verbiegen.

“Unglaublich” findet der Johannes Baptist Kerner dies. Ich traue ihm zu, dass er das sogar wirklich glaubt.