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Zum Tode von Christoph Schlingensief.

21. August 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Christoph Schlingensief zu beschreiben, ist relativ einfach: Als Kind habe ich die medienwirksamen Aktionen dieses Mannes nicht verstanden, als Erwachsener dann umso mehr. Es gibt vermutlich kaum eine coolere Sau wie Christoph Schlingensief, der es so fulminant verstanden hat, den Leuten einen Spiegel vorzuhalten.

Zwei Fernsehhighlights für die Nacht:

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YouTube mit 4K-Wiedergabe.

9. Juli 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Okay, man kann die Leute, die verantwortlicherweise mit YouTube zu tun haben, durchaus mit elektronischen Easy Ridern vergleichen. Im Jahre 2005 gegründet (tatsächlich, YouTube gibt es erst seit fünf Jahren) haben alle noch weitläufig darüber staunen können, wie so ein Geschäftskonzept Früchte abwerfen soll – ein Dienst, auf den jeder Videos hochladen kann und der diese Videos dann zum Abspielen bereithält, kostenlos. Welcher halbwegs vernünftige Mensch will sowas finanzieren?

Eineinhalb Jahre später, der Suchmaschinengigant Google, selbst damals erst rund sieben Jahre alt, schob im Oktober 2006 für rund 1,31 Milliarden Euro Aktien aus dem eigenen Hause über den Tisch. Und man hörte noch lange nicht auf, YouTube als das ziemlich verrückteste Projekt im Internet zu etablieren.

Als letztes Jahr YouTube anfing, HD-Material zuzulassen, musste ich schon staunen, denn höhere Auflösungen bedeuten höhere Datenraten. Bei Google muss man sicherlich nicht um jedes Byte feilschen, aber dennoch war es bemerkenswert. Das höchste der Genüsse, das man heutzutage auf YouTube gestellt bekommt, ist 1080p-Material, also Videos mit einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel zu 25 beziehungsweise 30 Vollbildern. Damit braucht man im Download durchaus Bandbreiten im Megabit/Sekunde-Bereich. Wer allerdings einen FullHD-Bildschirm und einen hinreichend flotten PC hat, sieht das Ergebnis tatsächlich und es unterscheidet sich nicht mehr stark vom klassischen Fernsehen.

Nun hat YouTube heute einen weiten Meilenstein gesetzt und bietet doch tatsächlich auch 4K-Auflösung (4096p) an, also das Abspielen von Videomaterial mit der Auflösung von 4096 mal 3072 Pixel mit 24 Vollbildern. Das ist die Auflösung, die Filmproduktionen in der digitalen Produktion als Ersatz zum klassischen 35-mm-Film einsetzen. Mit Equipment, der sich in der Preisklasse von Neuwagen in der oberen Mittelklasse bewegt.

Rein aus heutiger Sicht heraus würde ich über diesen Coup einfach nur lachen. Andererseits kosten heutzutage einfache Camcorder, die in FullHD-Auflösung und erstaunlich guter Bild- und Audioqualität aufzeichnen, selten mehr als 500 Euro, während vor zehn Jahren noch ein analoges Videoaufzeichnungssystem namens “Hi8” als todschick galt, dass mit doch schon 400 Linien eine damals recht gute Bildqualität an den Tag legte.

Und auch über entsprechende Fernseher oder Beamer, die man dann natürlich sinnvollerweise auch haben sollte, will ich gar nicht groß lachen. Wann sie kommen und was sie kosten, sind die entscheidenden Fragen – dass sie kommen, darüber muss man nicht streiten.

Der heutige YouTube-Coup mag verrückt sein und für quasi alle YouTube-Benutzer völliger Overkill bedeuten. Nur die wenigsten Menschen werden eine dementsprechende Auflösung an ihrem PC fahren und überhaupt einen PC und eine Internet-Anbindung haben, die das alles einigermaßen ruckelfrei abspielen lässt. Aber geschichtsträchtig ist das allemal. Und eine weitere, deutliche Kampfansage an das klassische Fernsehen. Der Content mag heute noch scheiße sein – zumindest die Technik überholt gerade.

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Die kommende Pleite von EMI.

1. April 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

[Hinweis: In einem Forum wird kolportiert, dass dieser Artikel dank seines Erscheinungsdatums nichts mit der Realität zu tun haben könnte oder von mir nicht ernst gemeint ist. Das ist mitnichten so, ich habe ihn halt zufälligerweise am 1. April geschrieben.]

Die Pleite des Musikkonzerns EMI ist, wenn man einschlägigen Medien und inzwischen auch Wirtschaftsnachrichten glauben darf, an sich nur noch eine Sache von wenigen Wochen, wenn nicht noch ein hehres Wunder passiert. Das 1931 gegründete britische Musikhaus ächzt unter einer Schuldenlast von sagenhaften drei Milliarden Pfund (3,3 Milliarden Euro). Bisherige Aktivitäten zum Abbau der Schuldenlast – und dazu gehörten so radikale Versuche wie der mögliche Verkauf aller Musikrechte – funktionierten nicht und wenn nicht eben ein Wunder passiert, ist Mitte des Jahres Schicht im Schacht und der EMI-Hund kann so viel ins Grammophon bellen, wie er möchte.

Wer wissen möchte, warum EMI in diese prekäre Lage gekommen ist, muss nur kurz das Elend bei YouTube anschauen, im dortigen offiziellen EMI-Kanal (ein Klick für die Großansicht):

Nun gibt es das Internet schon seit ein paar Jahren und selbst wenn man nur den Start des allgemeinen Internet-Booms als Start ansieht, sind deutlich mehr als zehn Jahre vergangen. Man sollte also durchaus schon mal Gelegenheit gehabt haben, sich im Internet einmal anzuschauen, wie heutzutage Musik promotet  und verkauft wird. Kleiner Tipp als Kalauer zwischendurch: Eher nicht mehr auf Schallplatten.

Ich kann mich noch sehr gut an eine Geschichte im Jahre 1997 erinnern, bei der ich als Kameraassistent das stinklangweilige Vergnügen hatte, die Zentrale von EMI Deutschland in Köln, damals noch in der Maarstraße, zu besuchen. Es ging da um einen im Nachhinein legendären Beitrag für das ZDF-Kulturmagazin Aspekte zum Thema Musik und Internet im Vorfeld der Popcomm und zu interviewen war da unter anderem ein Verantwortlicher für das Thema Internet bei der EMI. Das Interview wurde später dann nicht verwendet, was möglicherweise am unfassbar schlecht aussteuerbaren Genuschle des Interviewpartners lag, aber eher daran, dass EMI zum Thema Internet eigentlich gar nichts sagen konnte.

Der Mitarbeiter klickte sich in seinem Büro, damals beheimatet in einer zugigen Baracke neben dem eigentlichen Verlagsgebäude, etwas gelangweilt durch die Websites einiger Musiker aus den eigenen Labels, erzählte etwas davon, wie praktisch das Internet doch sei, um die Konsumenten zu informieren und machte nicht wirklich den Eindruck, als ob er den näheren Sinn der Worte, die er blubberte, verstünde. Das Interview fand dann auch nicht mit Bildschirmen im Hintergrund statt, sondern vor den EMI-Devotionalien, die im Kantinengebäude sorgsam und weitgehend unbeobachtet in Vitrinen vor sich hinwurmten: Grammophone.

An eines kann ich mich aber sehr deutlich erinnern: Die scharf denkende Redakteurin Ramona Sirch, die ich damals für ihre Fragen gnadenlos unterschätzte, hatte den Grüß-Gott-Onkel gefragt, ob denn EMI nicht Angst davor hätte, dass die damals schon sinkenden Verkaufszahlen für Compact Discs nicht irgendwann mal zu ein Problem werden könnten. Nein, kein Problem, aber Hallo! Wohlgemerkt: Damals konnte man Musik weitgehend noch nicht online kaufen, die ersten Software-MP3-Player zogen im Internet bescheidene, aber deutliche Kreise und Napster, das in seiner ersten Dekade als P2P-Tauschbörse ein Jahr später die Erde wackeln ließ, war auch noch nicht erfunden. Bei EMI? Alles im Lot!

Sicherlich gibt es auch einige andere Dinge, die man bei EMI falsch angriff und die Situation dadurch verschlimmerte. Beispielsweise im Jahr 2007 der Verkauf des Unternehmens an ein Unternehmen namens Terra Firma, seines Zeichen tätig im Bereich des Private Equity. Die vier Milliarden Pfund Schulden, die der Käufer damals nämlich mit dem Kauf von EMI gemacht hat, hat man einfach EMI selbst in die Bücher geschrieben. Bei uns läuft so eine Vorgehensweise unter der Rubrik “Heuschrecken”. Und dann eben noch so Affentheater, mit YouTube darüber zu streiten, wie viel Cent YouTube/Google an EMI zu bezahlen hat, wenn jemand Musik anschaut/anhört, das zu EMI-Labels gehört. EMI ist da, wohin man hinkommt, wenn man Autofahren möchte und krampfhaft die Augen verschließt, wenn der Verkehr dichter wird.

Liebe Verlage, die ihr noch eure Nachrichten auf totem Holz druckt oder Musik auf Scheiben presst und dann verkauft, wenn das Internet schon längst den nächsten Tag und den nächsten Trend einläutet: Schaut euch genau den obigen Screenshot an. Da steht nämlich der Grund dafür drin, wenn euch die Pleitegeier fressen, weil ihr glaubtet, ihr könntet eure Druckmaschinen und Presswerke dadurch retten, in dem ihr euren Content erst gar nicht ins Internet stellt oder Vermarktungsstrategien am Kunden vorbei entwickelt. Das Ende kommt immer schnell, unbarmherzig und leise. Laut sind dann nur noch die Totenglocken.

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König Kurts einsamer Kampf für das ZDF.

26. März 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Dass nach dem Drama um Nikolaus Brender die Grünen eine Normenkontrollklage beim Bundesverfassungsgericht anstrengen, war weitgehend klar wie Kloßbrühe und auch tatsächlich angemessen. Die generelle Art und Weise, wie der ZDF-Verwaltungsrat aufgebaut ist und welche parteipolitischen Blüten dieser Aufbau bei Personalfragen treiben kann, schreit geradezu danach, dass sich das Bundesverfassungsgericht einmal darum kümmert und sich anschaut, ob das so tatsächlich gut sein kann.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck strebt nun den gleichen Weg an, allerdings unabhängig von den Grünen. Kann man narzisstisch finden, ist aber nicht so, denn Beck ist gleichzeitig Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrates und hier wäre es durchaus schlicklich, wenn sich der Vorsitzende zuerst einmal gremiumsintern darum bemüht, die dortige Allmacht der großen Parteien mit den inzwischen berühmt-berüchtigten “ZDF-Freundschaftskreisen” anzusprechen und eine vernünftige Lösung anzustreben. Dass das beim grundsätzlichen Aufbau eine faktische Nullnummer wird, ist immerhin nicht die Schuld von Kurt Beck. So sieht nämlich der ZDF-Verwaltungsrat aus:

  • 5 Vertreter aus den Ländern
  • 1 Vertreter aus dem Bund
  • 8 Vertreter, die vom ZDF-Fernsehrat gewählt werden und “keiner Regierung oder gesetzgebenden Körperschaft angehören dürfen”

Herausgekommen ist bei so einem Aufbau schon immer eine Veranstaltung, die zwar zu einem großen Teil tatsächlich nicht aus aktuellen Regierungen kommt, aber eben praktisch ausnahmslos eine parteiliche Färbung mitbringt. Die Unionsübermacht des aktuellen ZDF-Verwaltungsrat hat die “Causa Brender” eben entsprechend für sich entschieden. Unabhängig waren die ZDF-Gremien Fernseh- und Verwaltungsrat also tatsächlich noch nie.

Was eine Normenkontrollklage bewirken soll, steht auch auf einem höchst interessanten Blatt. Parteigänger kann man kaum von den Gremien weghalten, Regierungsverantwortliche ebenfalls nicht. Dass Vertreter aus Gewerkschaften, Verbänden und Kirchen zudem eine, sagen wir es mal vorsichtig, “naturgemäße” Nähe zu bestimmten Parteien haben, wird sich auch nicht verleugnen lassen.

Bleiben also letztendlich zwei Wege, würde man es wirklich radikal anpacken wollen: Gremien austauschen gegen Zuschauerbeiräte oder eine stärkere Beteiligung von Parteien und Regierungen. Hört sich beides recht beschickert an, ich halte auch beide Extreme für weitgehende Utopie. Vermutlich wird man sich am Ende in keine Richtung wirklich bewegen und hoffen, dass solche politischen Universalgranaten wie Roland Koch weiterhin schrille Ausnahmen in der medienpolitischen Landschaft bleiben und die Idylle auf dem Mainzer Lerchenberg nicht allzu stören.

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Das Jörg-Kachelmann-Schlachtfest.

24. März 2010 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Das Thema Jörg Kachelmann elektrisiert die Journallie. Noch immer scheinen es die Printmedien nicht verwunden zu haben, dass ihnen das Fernsehen in Sachen Aktualität den Rang abgelaufen hat. Umso schöner ist es deshalb, wenn mal einer dieser Moderatoren in irgendeinen Verdacht gerät und man ihn in der Boulevardpresse in Ruhe reißen kann, wie das die Raubtiere in der Serengeti tun. Prominentestes Beispiel der näheren Vergangenheit ist hier der ehemaligen Moderator Andreas Türck, der im Mai 2004 ebenfalls wegen Verdachtes auf eine Vergewaltigung angeklagt wurde, 16 Monate später aber aufgrund Zweifel an der Glaubwürdigkeit des angeblichen Opfers freigesprochen wurde. Seine Karriere als Moderator war freilich hin, denn hängenbleiben tut immer etwas – man muss nur lange genug Drecks durchs Rohr schieben.

Ich muss leider, auch wenn diese Themen hier im Blog extrem unbeliebt sind, wieder einen krassen Bogen zur Lokalpresse machen, denn heute morgen war der Blick auf die Website der Pforzheimer Zeitung wieder eine bedauernswerte Bestätigung dafür, dass man in der Bedienung der Promi-Guillotine weiterhin gern schneller ist, als mit der Verwendung des durchschnittlichen Journalistenverstandes.

Zutatenliste:

  • 1 dpa-Foto Jörg Kachelmann, etwas derangiert schauend, unfriesiert
  • 1 Anreißer mit eingebauter Fragestellung, in etwa mit folgender Intention: Behalten sie ihn noch im Gefängnis und wird da vor uns geschützt oder lassen sie das gefährliche Raubtier frei und er fällt gleich hinter dem Gefängnis die nächste Deutsche an?
  • 1 Bildergalerie mit sieben Bildern aus dem dpa-Bilderarchiv (Suchwort: “jörg kachelmann”)
  • 1 Link auf den ersten Bericht über die Verhaftung, mit einem Titel, der eine glatte Vorverurteilung darstellt (“Wetter-Experte in U-Haft: Kachelmann ein Vergewaltiger”). Das Fragezeichen hinter “Vergewaltiger” wurde immerhin gegen 13 Uhr dann noch nachgereicht.
  • 1 Link auf ein offensichtlich früher geführtes Telefoninterview (“Sie rufen aus der Schweiz an.”) mit Jörg Kachelmann zum Thema Wetter in Pforzheim, immerhin aber mit griffig-universeller Überschrift.
  • 1 Leserumfrage zur Urteilsbildung

Zusammengeklickter, sensationsgeiler, Hirnfäule erregender Kloakenjournalismus für die Frühstückspause. Das ist wie wenn man als Redakteur zu einem Fahrradunfall noch ein, zwei Blutbeutel mitnimmt, damit wenigstens noch etwas Farbe ins Bild kommt und dann am Ende den Leser über die Schuldfrage entscheiden lässt. So einfach macht man Nachrichten. Defäkieren ist schwerer.

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Olympia in ARD und ZDF.

26. Februar 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Mit Sportübertragungen im Fernsehen konnte ich die letzten 15 Jahre wirklich nicht sehr viel anfangen. Das liegt vermutlich an meinen traumatischen Erfahrungen als Kameraassistent mit Kameraeinsätzen bei der Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und dem VfB Stuttgart. Für Fernsehleute ist Sport das härteste Arbeitsumfeld, die der Enthusiasmus zu bieten hat und das fällt vor allem dann auf, wenn man sieht, dass es unter Kameraleuten auffallend wenig eingefleischte Fußballfans gibt.

Die Olympischen Winterspiele von Vancouver haben das aber nun gedreht, was aber vor allem an der überzeugenden Berichterstattung liegt. Und als alte Fernsehproduktionssau begeistert mich vor allem, wie nun endlich auch die Technik mit dem “Journalistenwillen” Schritt halten kann:

High Definition

Ganz klar, HD ist der zentrale Meilenstein im Sport. Produziert werden die Bilder im Mutter aller Formate, nämlich in Full-HD mit 1080 Linien und 60 Vollbildern pro Sekunde. Von ARD und ZDF werden die Bilder auf das “kleine HD” mit 720 Linien heruntergerechnet und darüber hinaus auf 50 Vollbilder reduziert, denn dieses “720p50″ ist das Hausformat der European Broadcasting Union (EBU).

Das “kleine HD” tut dem Spektakel jedoch keinen Abbruch, denn es ist weniger die Linienzahl, die das Bild macht, sondern die Zahl der Bilder pro Sekunde: Mit normalem PAL lassen sich nur 25 Bilder pro Sekunde übertragen, die dann in einer Mogelpackung als 50 Halbbilder pro Sekunde übertragen werden; zuerst das Halbbild mit ungerader Zeilenzahl, danach das nächste Halbbild mit gerader Zeilenzahl und so weiter. Übertragungsformate mit 50 Halbbildern führt zwar zu flüssigeren Bewegungen als mit 25 Halbbilder (man denke bei letzteres an das Kino, das mit 24 Vollbildern arbeitet), allerdings sehen Bewegungen von Hause aus “verwaschen” aus, Details kommen einfach nicht gut herüber, als mit 50 Vollbildern.

Was ARD und ZDF da also an Bildern von den Sportstätten mit 720p50 liefern, ist wirklich Bewegtbild in High End, erste Sahne.

Kinoton

Früher waren Sportübertragungen einfach und schrecklich. Man hatte das Bewegtbild, man hatte mehr oder weniger guten Ton von der Veranstaltung und man hatte den Ton des Kommentators in telefonhörerartiger Qualität. Und das trifft es schon genau, denn früher kamen von Sportstätten das “Weltsignal”, also Bild und Ton ohne jeglichen Kommentar. In den Kommentatorkabinen, die unmittelbar an den Sportstätten liegen, saßen dann die Kommentatoren am Telefon, das zur jeweiligen Sendezentrale verbunden war und kommentierten tatsächlich über das Telefon. Das sorgte zwar für den typischen “fernen” Eindruck von Livekommentaren, allerdings ist ein “schöner” Ton nicht zu unterschätzen.

Ironischerweise glauben auch heute noch viele Fernsehzuschauer, dass der “schöne” Ton der heutigen Livekommentare so schön ist im Gegensatz zum Telefongenuschel von früher, dass der Kommentator unmöglich vor Ort sein kann, sondern möglicherweise im warmen Sendezentrum in Deutschland sitzt. Das ist aber tatsächlich nicht so, die Kommentatorkabinen an den Sportstätten gibt es immer noch, nur gibt es inzwischen für die Tonübertragungen vernünftige und bezahlbare Bandbreiten.

Im übrigen sei angemerkt, dass Raumklang inzwischen der Normalfall ist. Wer also zu Hause eine vernünftige Surround-Soundanlage hat, kann die auch einsetzen.

Entfesselte Kamera

Die entfesselte Kamera halte ich für die eigentliche Revolution in der Sportübertragung. Das hat man sehr schön bei den Biathlon- und Langlaufwettbewerben gesehen. Dort gibt es das übliche “Weltbild”, aber unmittelbar vor den eigentlichen Wettbewerben noch Kommentare vor Ort von einem Moderator und einer/einem Expertin/Experte. Dieses Bild wird schon von einem eigenen Produktionsteam der jeweiligen Fernsehanstalt produziert, ist aber inzwischen auch nicht mehr unüblich.

Was allerdings dann schon richtig neu war, war die schnelle Schaltung zum jeweiligen Bundestrainer während den Wettbewerben, um so ein brandaktuelles Stimmungsbild einzuholen. Gerade die so eingefangenen Livekommentare von Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle waren mehr als “live” und wirklich mitten aus dem Geschehen heraus. Der Begriff “geil” trifft es für diese Art der Liveberichterstattung gerade noch so.

Für all diese Spielereien braucht man eine “entfesselte Kamera”, die einerseits ohne groß verlegte Kabel auskommen muss, andererseits aber live ihre Bilder in die Produktion übertragen kann. Das macht man inzwischen mit an den Spielstätten vorhandenen Funknetzen und für Fernsehsender reservierte Funkkanäle, in die sich die jeweiligen Kameras einfach einschalten, egal wo sie gerade in der “Funkwolke” stehen.

Wer das miterleben möchte: Heute Abend gibt es ab 20:30 Uhr den Biathlon-Wettbewerb 4×7,5 km Staffel Herren. Ab 20 Uhr einschalten und miterleben. Auch für absolute Sportmuffel ideal zum Staunen.

Das Studio an den Sportstätten

Was die entfesselte Kamera von ARD/ZDF direkt vor Ort an den Sportstätten im Olympiaort Whistler produziert, landet nicht direkt im so genannten “International Broadcast Center” in Vancouver, in dem praktisch alle Fernsehsender kostengünstig produzieren können, sondern im eigens eingerichteten Produktionsstandort in Whistler, wo auch das “Panoramastudio” der beiden Sender steht, das man auf das Hilton Hotel von Whistler aufgebaut hat. (An dieser Stelle Dank an ARD-Redakteur Dirk Hofmeister, der mir via Twitter den Tipp gegeben hat, da ich in Google Earth partout nicht das passende Dach finden konnte. Auch diese Art der Interaktion per Web 2.0 – Respekt. Man muss es nur tun.)

Diese Zwischenstelle in der Produktion mag zwar nicht gerade wenig Geld kosten, allerdings ist das ein Schlüsselelement in der gesamten Berichterstattung, denn nur so hat man die Sportler, die ihre Wettbewerbe in Whistler absolvieren, direkt in einer heimeligen Atmosphäre für die Nachberichterstattung und zudem kann man auch hier eben verhältnismäßig einfach mit den Teams in den Sportstätten live – und eben wirklich “live” – interagieren.

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Nikolaus Brender auf Abschiedstournee.

22. Februar 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Wer erwartet hat, dass ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender ohne deutliche Worte seinen Posten zum 31. März abgibt, dürfte staunen. Denn das, was er da im SPIEGEL im Interview ab Seite 130 abgelassen hat, ist pures Feuer auf dem Lerchenberg. Eine Zusammenfassung des sehenswerten Interviews und Reaktionen darauf hat SPIEGEL Online:

Jeder, der mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland zu tun hat oder hatte, weiß, dass Nikolaus Brender Recht hat. Die kleinen, schwer schuftenden Ameisen ahnen es und die Führungsriege weiß es, dass vor allem die mittlere Führungsebene besonders anfällig für parteiliche Spitzeltätigkeiten ist. Hier sitzt der Kader, der auf der ZDF-Karriereleiter nach oben möchte und hier sitzen vor allem Leute, die sehr genau ihren politischen Marktwert hinter den Kulissen und in ihren jeweiligen Parteien kennen. Ob das nun hausinterne Entscheidungen über Engagements, Vertragsverlängerungen oder Beförderungen sind oder gewisse “Unterstützungen” bei der medialen Außenwirkung von Parteifreunden, die auch gern mal in krassen Einzelfällen jegliche Grenzen der Neutralität überschreiten.

Man muss dabei das System verstehen lernen: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist als Arbeit- und Auftraggeber in der gesamten Medienbranche hochbegehrt. Hier gibt es Geld und hier gibt es vor allem Projektsicherheit. Und es ist beileibe nicht so, dass jedes Wort auf die Politikgoldwaage gelegt wird und sofort zensiert wird – der Apparat funktioniert differenzierter. Du darfst dich austoben, du darfst Dinge tun, du darfst auch experimentieren, aber du darfst ein paar Dinge nicht fragen, beispielsweise, wie das mit der politischen Einflussnahme eigentlich ist. Du darfst dich wundern, du darfst dich selbst fragen, aber frage niemals jemanden, den du nicht kennst, der auf der Karriereleiter nach oben will oder der auf einem Posten sitzt und den behalten möchte. Fragen und zu deutlich seine politische Ausrichtung zu äußern (übrigens durchaus in alle Richtungen) ist gefährlich.

Nur: Wie aufmucken? Als freier Mitarbeiter bedeutet ein Aufmucken das sofortige und sehr nachhaltige Ende jegliches Engagements beim ZDF. Der Apparat vergisst niemals. Als Festangestellter sieht die Sache vermutlich ähnlich aus, hier aber wird sich kaum ein Festangestellter selbst seine Existenz zerlegen, die aus vielen kleinen Annehmlichkeiten besteht und die das Arbeitsleben in einem Großunternehmen angenehm machen. Im übrigen hätte auch ein festangestellter Mitarbeiter kaum Raum zum Beschweren, dafür sorgen schon die normalen, arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Ich kann es auch niemandem verdenken.

Nun könnte man sagen: Na die Gewerkschaft könnte es doch! Haha. Die Gewerkschaft besteht aus einer eigenen Verdi-Betriebsgruppe, die schon genug damit zu tun hat, die überaus fragwürdigen Konstellationen von Festangestellten, freien Mitarbeitern und den so genannten “festen Freien” auseinanderzuhalten und die jeweiligen Kaste zu sichern. Auch hier wird keiner den beherzten Griff in die richtig tiefen Niederungen der Sickerbecken wagen. Und man muss an dieser Stelle auch deutlich sagen, dass auch freie Mitarbeiter im Branchenvergleich bei Engagements von öffentlich-rechtlichen Sendern geradezu privilegiert sind.

Nur zu gern würde ich Beispiele aus meiner damaligen Arbeit beim ZDF in Mainz und Stuttgart aufführen, allerdings verbietet das mein einst unterschriebener Vertrag bis zu dem Tag, an dem mein Vertragspartner dies widerruft. Ich bin so frei, zu glauben, dass das in meinem Leben nicht mehr passieren wird. Bis dahin dürfen wir so Leuten wie Nikolaus Brender, die sich nicht einfach so politisch munitionieren lassen wollen, andächtig und hochinteressiert zuhören. Denn das, was er sagt, das ist vom ersten bis zum letzten Satz richtig.

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Die unsinnige Abgrenzung zwischen Print- und E-Abos.

19. Februar 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Seit dem Jahr 2001 bin ich Abonnent des SPIEGEL. Und zwar noch in der ursprünglichen Fassung, nämlich auf Papier, herkömmlich geliefert per Postboten, montagmorgens in den analogen Briefkasten. Das kostet mich derzeit schlappe 189,80 Euro pro Jahr, einmal pro Jahr im Voraus per Kreditkarte bezahlt. Sparen tut der SPIEGEL Verlag durch dieses Abonnement mindestens 3,94 %, denn dies ist die Ersparnis, die der Abonnent durch den Kauf des Heftes im Abo (3,65 Euro pro Heft) gegenüber dem Kauf im Kiosk (3,80 Euro pro Heft) macht. Ersparnis des Abonnenten pro Jahr: 7,80 Euro.

Als Onliner, der seine tägliche Portion Nachrichten ausschließlich online konsumiert, ist das SPIEGEL-Abonnement an sich reiner Fetisch, den ich aber durchaus zelebriere. Der SPIEGEL ist gern mal Lektüre am Mittagstisch oder beim Dösen auf der Couch. Das Heft wird von mir und meinen Eltern gelesen und jedes Heft hat nach Ende seiner Gültigkeitswoche meist noch eine hoffnungsfrohe Rentenzeit bei meiner Schwester oder Cousins vor sich. Es ist also nicht so, dass die Mission des Papieres nicht von mir weitergetragen würde.

Das Online-Abonnement des SPIEGEL kostet pro Jahr ebenfalls 189,80 Euro und das ist, wenn man es genau nimmt, dreist. Dieser Preis ist nämlich reine Abgrenzung, denn im Gegensatz zum Papier-SPIEGEL entfällt der Kostenpunkt Druck gänzlich und der Kostenpunkt Distribution kommt durch die Online-Distribution deutlich kleiner daher. Man verdient an dem Stück Elektroerzeugnis also durchaus eine ganze Menge und an sich lohnt sich das Online-Abonnement eigentlich deshalb nur für diejenigen, die den SPIEGEL entweder im Ausland lesen oder schon Samstags ab 22 Uhr das Magazin brauchen, denn in beiden Fällen ist die Print-Variante teurer. Letztendlich alles im Rahmen des Nachvollziehbaren.

Nicht nachvollziehbar ist die Abonnementform des Online-Abonnement für Print-Abonnenten. Denn wer den Papier-SPIEGEL abonniert hat, muss für ein Online-Abonnement noch etwas dazulegen, nämlich 13 Euro pro Halbjahr, damit also 50 Cent pro Ausgabe, was das Abo dann eigentlich sogar deutlich teurer machen würde, als wenn man sich das Heft wieder im Kiosk kauft und ein paar Wochen wartet, bis jede Ausgabe des SPIEGEL komplett online verfügbar ist.

Sprich: Die Print-Abonnenten, die ja nach wie vor die Zugpferde der Auflagezahlen sind und die engste Bindung zum Blatt darstellen, sind diejenigen, die dafür bestraft werden, wenn sie sich zusätzlich für das Online-Abonnement interessieren. Sind wir Print-Abonnenten so gefährlich, dass man sie von den Online-Abonnements fernhalten muss? Oder müsste man ihnen eigentlich nicht eher dankbar dafür sein, dass sie mit ihrem Fetisch, Papier in der Hand haben zu wollen, immerhin noch den Leuten an der Druckmaschine die Brötchen sichert?

Das geht nicht in meinen Kopf. Bei Provinzblättchen, deren Kundschaft tatsächlich irgendwann einmal weitgehend wegstirbt und die nachfolgende Generation schon jetzt mit Bratwurstjournalismus eher wenig anfangen kann, verstehe ich das ja noch und schüttle schon gar nicht mehr meinen Kopf, aber beim SPIEGEL wundert mich das bis heute.

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Ich, der Olympia-Fanboy.

16. Februar 2010 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Das letzte Mal, dass ich länger die Berichterstattung von Olympischen Spielen verfolgt habe, war 1994 bei den Winterspielen in Lillehammer. Zugegeben, da war ich auch noch Schüler und hatte die Zeit dafür, nachmittags während dem Nichtmachens der Hausaufgaben anderen Leuten dabei zuzuschauen, wie sie sich die Lungen aus dem Leibe pusten. Als Arbeitnehmer hat man nur abends Zeit, aber da spielt wiederum die Zeitverschiebung mit, so dass man abends gleich mittendrin im Vormittag von Vancouver ist.

Das Wochenende war ich dann also wieder mittendrin im Olympiafieber. Winterspiele sind einfach die schöneren Olympischen Spiele, auch wenn natürlich die Kommerzmaschine inzwischen überhaupt keine Unterschiede mehr zwischen Winter- und Sommerspiele macht. Dennoch finde ich Winterspiele “familiärer” und vor allem erheblich spannender. Dass das nun alles bei ARD und ZDF in HD daherkommt, macht das alles erheblich sehenswerter. Das merkt man vor allem dann, wenn man einfach mal kurz bei Eurosport schaut, wie ätzend die Normalauflösung dann aussieht.

Richtig genial: Die Snowboarder und hier das so genannte Boardercross, bei dem mehrere Snowboarder gleichzeitig auf der Piste stehen. So viel Action ist man von Winterspielen gar nicht gewohnt und unterstrichen wird das von wirklich außergewöhnlichen Kameraeinstellungen, beispielsweise die Helmkamera oder einer Kamera, die auf einer Seilbahn talwärts fährt, während die Snowboarder den Berg nehmen. Starke Bilder!

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Fiktive Redaktionskonferenz einer Lokalzeitung.

30. Januar 2010 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Wir schalten uns mal live in eine fiktive Redaktionskonferenz einer x-beliebigen Lokalzeitung hinein, die gerade dabei ist, die Tageslosung auszugeben. Die einstündige Konferenz ist schon weit fortgeschritten, wir sind in den letzten fünf Minuten, die prinzipiell für die Online-Strategie reserviert ist.

Chefredakteur: “So, Zeitung haben wir durch, was machen wir denn online?”

Online-Chef: “So mal grob überflogen – das übliche. Den Aufmacher des Lokalteiles und des Sports, zweite Nachrichtenschiene mit dem gesamten Inhalt des Presseverteilers der hiesigen Polizei.”

Chefredakteur: “Sehr gut, sehr gut, sehr gut. Ihr wisst ja – weniger ist mehr, das Gute ins Töpfchen, das Schlechte ins Kröpfchen. Gibt es einen Kommentar, so für die Interaktivität?”

Online-Chef: “Ja, für den Aufmacher schreibt der Lokalredakteur noch einen Kommentar, wir haben ihm schon eine Seite reserviert und das auch schon auf der Homepage freigeschaltet.”

Lokalredakteur: “Hach, schön, dann steht das ja auch schon im RSS-Feed, beim letzten Mal stand da schon ‘Kommentar von Franz Biebelfratz muss hier hinein!‘, bevor ich den Kommentar fertiggeschrieben habe.”

Online-Chef: “Ja, Franz, dieses RSS-Ding macht ja auch einfach Spaß, besser als gelbe Klebezettel.”

Chefredakteur: “Wie sieht’s aus mit Bildern, Bilderchef?”

Bilderchef: “Für den Aufmacher fährt unser Fotofrontmann vor, der macht eh ein Bild für den Zeitungsartikel. Er bleibt mit dem Finger einfach etwas länger auf dem Auslöser als sonst und den ganzen Verschnitt blasen wir dann hoch.”

Chefredakteur: “Toll, diese moderne Technik. Früher mussten wir noch Filmmaterial kalkulieren und entwickeln, heute kann der Fotomann einfach den Finger auf dem Auslöser lassen.”

Online-Chef: “In Sachen Aktuelles pappen wir überregional den DPA-Ticker ein und schauen mal, was die Blaulichtkameraleute so an Unfällen auflesen und anbieten, das klopfen wir dann heute nachmittag noch rein.”

Chefredakteur: “Und was macht unser Filmteam mit seiner Handycam?”

Online-Chef: “Die gehen später noch raus und sammeln ein paar O-Töne von der Bevölkerung vor der Türe.”

Chefredakteur: “Cool. Zu welchem Thema?”

Online-Chef: “Keine Ahnung, ist aber auch unwichtig, wir können ja die Leute direkt fragen, was sie bewegt, die interessanteste Frage stellen wir dann gleich dem nächsten Passanten und frickeln da dann einen Beitrag bis Feierabend.”

Chefredakteur: “Wahnsinnsleute sind wir! Und was machen wir mit diesem Twitter-Dings und diesem Facebook?”

Online-Chef: “Da machen wir nix, das macht der Kollege Computer, denn das Redaktionssystem hämmert die neuen Artikel automatisch rüber.”

Chefredakteur: “Müssen wir da nicht noch etwas dazuschreiben oder etwas Community machen?”

Online-Chef: “Nein, nein, nicht erforderlich. Wir twittern ja schon in die Zeitung und wenn die Leute reden wollen, dann sollen sie unsere Polizeiticker-Artikel in unserem Forum kommentieren.”

Chefredakteur: “Hm, ist das nicht etwas schlechtgemacht? Die Leute könnten doch glauben, dass alles so furchtbar in unserer Stadt ist, weil wir nur die schlechten Sachen auf der Homepage haben?”

Online-Chef: “Nö, da passiert nichts. Und wenn die Leute in unserem Forum hitziger diskutieren, ist das doch egal, steigert doch unsere Zugriffsraten.”

Chefredakteur: “Sauber! Meinungsmache, wie in alten Zeiten. Los, Leute, gehen wir Meinung machen. Kaffee für alle!”

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