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Ein Blick auf die “größte” Suchmaschine Cuil.

28. Juli 2008 | 5 Kommentare | Veröffentlicht in World Wide Web

Also ich weiß nicht so recht, was das Unternehmen Cuil Incorporated, gegründet von ehemaligen IBM- und Google-Mitarbeitern, damit meint, mit der neuen Suchmaschine Cuil die größte ihrer Art auf der Welt zu präsentieren. Dass sie “121 Millionen Webseiten” viele Webseiten kennt, sei dahingestellt, nachzählen kann es ein Nicht-Cuil-Mitarbeiter nicht. Dass Cuil eine hübsche Oberfläche hat, sei ebenfalls dahingestellt, das ist Geschmackssache. Ob die magazinartige Anzeige der Suchergebnisse mit mehreren Spalten auch im Praxisalltag nützlich ist, sei ebenfalls dahingestellt.#

Dass Cuil versucht, aus Webseiten Beziehungen herauszuleiten, sieht zumindest auf den ersten Blick hübsch aus, ist aber in dem löchrigen Zustand, wie sich das beispielsweise mit dem Suchbegriff “Pforzheim” darstellt, einfach nur schlecht. Welchen Zusammenhang hat Pforzheim mit den “Regiments Of The Royal Corps Of Signals” (was ist das überhaut?). Was für einen Sinn hat es, wenn die Querverbindung “Regierungsbezirke” nur drei von vier baden-württembergischen Bezirken kennt, dafür aber “Dresden”?

Das ist sicherlich alles nett gemeint, in der Praxis jedoch weitgehend untauglich, vor allem, wenn man das alles schon  mit einem Blick in die Wikipedia weitgehend vollständig haben kann.

Zweifellos: Konkurrenz belebt das Geschäft. Bei dem jetzigen Zustand von Cuil gehören da aber noch einige Dutzend Eselsohren rangemacht. Und warum man eigentlich bei der Kategorisierung nicht die Wikipedia mit ins Boot nimmt, in der ja schon seit einigen Jahren gerade bei systematischen Begriffen recht erfolgreich versucht wird, eine maschinenlesbare Semantik einzubinden, ist mir ein Rätsel. Wieso nicht Nägel mit Köpfen machen, anstatt jedes Mal etwas halbherziges neu erfinden?

Miranda: Security by default. Fast.

23. Juli 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in Chat & Messaging

Im Changelog des Multiprotokoll Instant Messengers Miranda findet sich für die Version 0.7.8, die vorgestern veröffentlicht wurde, folgendes:

Enhancements:
 - SSL library included to provide ssl support
 - ICQ: Improved client detection
 - Jabber: Enable StartTLS by default

Die Jungs haben nun tatsächlich die Jabber-Einstellungen so voreingestellt, dass standardmäßig bei jedem Verbindungsaufbau eine SSL-verschlüsselte Verbindung probiert wird. Und damit das auch genutzt wird und funktioniert, liegt nun im Installationspaket ein Datei namens winssl.dll.

Coole Sache. Dachte ich zumindest auf den ersten Blick. Der zweite Blick zeigte mir nämlich, dass diese winssl.dll nur schlappe 6 Kilobyte groß ist - für eine SSL-Bibliothek reichlich dünn, wenn man bedenkt, dass die echten OpenSSL-Bibliotheken unter Windows (libeay32.dll, libssl32.dll und ssleay32.dll) zusammen rund 600 Kilobyte auf die Waage bringen.

Die Lösung ist relativ einfach, wenn auch bescheuert: Die Datei winssl.dll enthält nämlich gar keinen eigenen SSL-Stack, sondern sorgt dafür, die SSL-Implementierung von Windows für die Jabber-Verbindung zu nutzen. Ziemlich einfallslos, da kann man die Logausdrucke ja auch gleich ausdrucken, binden und an das Innenministerium schicken. Zumal es genügend Dokumentation und sogar Windows-Binaries der originalen OpenSSL-Bibliotheken gibt, die man lediglich in das Miranda-Programmverzeichnis hineinkopieren muss (deutsche Anleitung im Miranda-Wiki).

Hinweis: Bevor die originalen OpenSSL-Bibliotheken in das Programmverzeichnis kopiert werden, zuerst die vorhandene winssl.dll löschen. ;-)

Magie des Netzes.

23. Juli 2008 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in Netzleben

Wenn mich jemand mit der Bitte um eine kurze Antwort fragen würde, was eigentlich hinter der Idee des Internet und speziell des Webs steckt, dann würde ich nur mit dieser Website von Phillip Toledano antworten, die die Magie des Internet und des Webs in genau 36 Fotos transportiert:

http://www.dayswithmyfather.com/

Ich kann mich nicht erinnern, jemals vor dem Computerbildschirm geweint zu haben. Bis gerade eben.

Zentrale Knaller in der Dezentralität.

20. Juli 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in Netztechnik

Manchmal, wenn zum Beispiel Twitter nicht richtig funktioniert, einzelne Bilder dort nicht erscheinen oder als defekt angezeigt werden, ist Twitter gar nicht selbst schuld, was allein schon eine Neuigkeit wäre. Nein, manchmal ist jemand schuld, von dem man das gar nicht erwartet, nämlich der Buchhändler Amazon. Genauer: Der S3-Dienst von Amazon, der derzeit einige Spirenzien macht (klicken für Großansicht):

Amazon S3 ist ein Storage-Dienst des Onlinehändlers, mit dem man zwei Dinge versucht: Einerseits die notwendigen Ressourcen des eigenen Onlinehandels sinnvoll zweitzuverwerten und zum anderen etwas vom Kuchen des Online-Storaging abzubekommen. Die Idee hinter Amazon S3 ist dabei relativ simpel, denn im Grunde genommen ist es eine Art riesiger Eimer für Inhalte, die eine Website dort ablegen und in Web-Anwendungen einbinden kann, so dass das Speichern und Übertragen dieser Inhalte nicht unmittelbar die eigenen Ressourcen belastet. Aus diesem Grund empfehlen sich solche Storage-Dienste natürlich in erster Linie für Websites, auf denen es datenverkehrstechnisch zugeht, wie an einem Taubenschlag. Twitter macht dies mit statischen Inhalten, beispielsweise den Benutzerbildchen, die nicht von einem Twitter-Server geladen werden, sondern von einem S3-Server (”s3.amazonaws.com”).

Gerade weil viele Websitebetreiber auf Amazon S3 setzen und Amazon selbst S3 als Mittel zum sicheren und hochverfügbaren Speichern von Inhalten anpreist, ist es natürlich weniger prickelnd, wenn Amazon S3 selbst ausfällt, denn dann gehen, wie es sich für klassisches Outsourcing gehört, gleich bei mehreren anderen Anbietern die Lichter aus. Das ist heute passiert, was zugegebenermaßen relativ selten passiert. Aber eben eigentlich nie passieren sollte und dürfte, wenn man an die Idee von S3 glaubt.

Die erste Landesmedienanstalt läuft Amok.

14. Juli 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in Netzpolitik

Hatten wir es nicht erst am Freitag hier im Blog von Landesmedienanstalten, die den Unterschied zwischen Rundfunk und Internet nicht begreifen? Egal, denn die erste Landesmedienanstalt, netterweise die Bayerische Landeszentrale für neue Medien, macht den Vortritt und verkündet, dass man letzten Donnerstag im Medienrat beschlossen habe, ab sofort Medienangebote genehmigungspflichtig zu machen, die 500 bis 10.000 gleichzeitige “Zugriffsmöglichkeiten” bieten. Angebote mit über 10.000 “Zugriffsmöglichkeiten” sollen gar so behandelt werden wie herkömmliche Kabelangebote mit entsprechenden Organisationsverfahren. Basis für das Vorgehen ist der Entwurf des neuen Rundfunkstaatsvertrages, der genau diese Definition gegenüber Streaming-Angeboten vorschlägt.

Das betrifft nun das Fernsehen, weil es eine Änderung der Fernsehsatzung ist (Audiostreaming durfte bekanntlicherweise schon letztes Jahr daran glauben). Problematisch wird es also dann, wenn jemand ein Internet-TV-Angebot produziert und das entweder selbst mit 500 “Zugriffsmöglichkeiten” ausstattet, also 500 gesonderte Streams bereithält oder - und das ist dann schon kritischer - einen Dienst nutzt und dort ein Signal hinstreamt und der dann wieder selbst die Verteilung übernimmt. Gelten tut die Regelung nicht, wenn es sich um familiäre oder persönliche Produktionen handelt, “nicht journalistisch-redaktionell gestaltet” ist oder “Eigenwerbekanäle” sind (siehe Heise.de)

Das also betrifft jetzt erst einmal Angebote, die in Bayern ausgestrahlt werden, also in Bayern ihren Ursprung haben. Es ist jedoch kaum zu erwarten, dass die Bayerische Landeszentrale für neue Medien die einzige Fliege bleibt, die um das Licht herumschwirrt. Was man gedenkt, zu tun, wenn jemand anonym in Deutschland produziert und über einen ausländischen Dienst broadcastet, wäre interessant zu wissen. Geheimdienst?

Schreckens-Spam.

14. Juli 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in E-Mail

Auch das hatten wir doch alles schon einmal: Aktuelle Spam-Wellen mit Schreckensüberschriften, die voll auf die Neugier des Lesers gehen sollen. Aktuell im Postfach:

“Clinton found hanged in bedroom”

Inhalt der Mail: Ein Link auf eine Website, auf der nicht der vermeintliche Nachrichtenhunger gestillt wird, sondern ein Trojaner frei Haus geliefert wird.

Es gilt das übliche: Nichts anfassen, was man nicht kennt und schon gar nicht herunterladen und ausführen.

Landesmedienanstalten und das Internet.

11. Juli 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in Netzpolitik

Forderungen von Landesmedienanstalten nach Regulierung des Internet gewinne ich inzwischen nur noch amüsiertes Lächeln ab. In praktisch allen diesen Äußerungen, über die ich mich früher durchaus ärgern konnte, glänzen immer noch herrliche Unwissenheit und notorische Ignoranz gegenüber elektronischen Medien. Als aufgeklärter Mensch kann man immer weniger etwas mit den kläglichen und inzwischen höchst albernen Versuchen anfangen, das starre Gebilde des Rundfunks in Deutschland mit Gewalt auf das Internet abzubilden, bis die Späne fliegen.

Da ist die Äußerung von Norbert Schneider, Direktor der Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen, nichts weiter als eine Episode mehr in einer jahrelangen Phalanx von Dummschwatz: Seiner Meinung nach “braucht es im Internet auf Dauer ein vollziehbares Verbot von Pornografie, von Kinderpornografie sowieso.” Das ist ein hehres Ziel und scheitert vielleicht nur an dem selbstverständlich nur klitzekleinen Problem, dass das Internet nicht nur aus Deutschland besteht. Dass das Internet vermutlich auch bestens auf Deutschland verzichten könnte. Und dass so Leute wie Norbert Schneider das im Zweifel vermutlich sogar gar nicht so schlecht finden würden, wenn Deutschland auf das Internet verzichten würde, wenn die Sitzheizungen der breiten Sessel gefährdet sind.

Denn letztendlich geht es bei den Landesmedienanstalten schon längst nur noch um die Frage, warum wir uns in Deutschland eigentlich genau vierzehn solcher GEZ-finanzierten Institutionen leisten müssen, um das kleine Häufchen privaten Rundfunk und Fernsehen, die schon längst damit Geld verdienen, virtuelle Hundehaufen zu vermarkten, zu beaufsichtigen. Die Idee des Föderalismus in der Rundfunkaufsicht war vor Jahrzehnten vielleicht durchaus ein diskussionswürdiges Thema - heutzutage ist es eine Lachnummer. Jeder halbwegs talentierte Schuljunge kann heute problemlos einen Radiosender im Internet aufziehen und wenn er das ohne große Nennung von Namen über ausländische Dienste im Internet sendet, mag das zwar moralisch lizenzpflichtig in Deutschland sein, niemanden interessiert das jedoch wirklich. Auch das hat Norbert Schneider sehr gut erkannt, denn aus dem Privileg, Rundfunk zu gestalten, werde “ein bezahlbares Jedermann-Prinzip”. Dies sei für Regulierer ein Albtraum, da “der Wert der Lizenz absackt”. Verzweifelter Schutz des Gesterns durch Verteufeln des Morgens. So als ob der Pay-TV-Markt nicht von Pornografie leben würde.

Das Internet ist ein Stückweit so One-to-Many-gerichtet, wie der klassische Rundfunk. So lange jedoch die Greise in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, in den Landesmedienanstalten, in der GEZ und der verantwortlichen Politik nicht begriffen haben, dass Internet eben nicht nur One-Way ist, sondern Multi-Way, so lange werden wir genau diese Leute weiterhin eifrig mit Gebührengeldern bezahlen müssen, um uns diesen Stuss auch zukünftig anzuhören.

Da hilft in der Tat nur noch amüsiertes Lächeln. Die Gestrigen bekämpft man am besten dadurch, dass man ihnen mit so einfachen Antworten zeigt, was man von ihren Gedankengebäuden hält.

AVM Fritzbox aufbohren.

11. Juli 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in Netztechnik

Was mich an meiner AVM Fritzbox 7170 wirklich stört, sind die fehlenden Analysefunktionen. Ich vermisse auf ihr einen Bereich in der Webkonfigurationsoberfläche, mit der ich beispielsweise pingen könnte. Oder einfach mal aktuell den Status der DHCP-Leases abprüfen. Alles so Dinge, die Router früher alle von Hause aus mitgebracht haben und auch die Fritzbox hinter der Webkulisse kann - wenn man bei AVM eben wollen würde, dies auch in die Weboberfläche einzubauen.

Also muss ich die Fritzbox eben aufbohren. Aktuell steht SSH und WakeOnLAN auf meiner Wunschliste und da gefällt mir der Ansatz von The Construct gut. Man nimmt einen USB-Stick, lädt dort das bereitgestellte Datenpaket hoch und erzeugt dann über die Website von The Construct ein Pseudo-Image, das dann in die Fritzbox hochgeladen wird und die gewünschten Funktionen aktiviert. Das werde ich mal am Wochenende ausprobieren.

Alternativ gibt es auch die Alternativ-Firmeware vom Freetz.org-Projekt. Allerdings vermisse ich da eine Linux-DAU-Anleitung. Die Dokumentation, die Freetz auf der Website stehen hat, ist mir für meinen Linux-Kenntnisstand eindeutig zu overloaded.

Fällt Montag das Internet in Europa?

6. Juli 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in Netzpolitik

Das darf man ruhig fragen, denn innerhalb des Europaparlaments fallen am Montag im Industrie-Ausschuss (ITRE) Entscheidungen über einige Änderungsanträge von vor allem konservativen Politikern, die den Internet-Nutzern in Europa nichts anderes als einen geladenen Gewehrlauf in den Nacken stoßen wollen und sich dabei vermutlich auch noch richtig gut und sexy fühlen.

Basis der diversen Anträge sind solche wohlklingenden Verfahren wie “Three-Strike-Out”. Einer mehr als stinkenden Idee einer Warnschussphalanx, in der im ersten Schritt jeder Internet Provider den Datenverkehr seiner Kundschaft mit einer staatlich autorisierten Software nach Urheberrechtsverstössen scannen und bei wiederholten Verstössen dann die Internet-Anbindung des Kunden sperren soll. Diese Sperrung soll dann in einer zentralen Datei verzeichnet werden, so dass der Miesling nicht einfach zu einem nächsten Internet Provider springen kann, sondern seinen Internet-Arrest absitzt. Ideen aus dem finstersten Mittelalter. Eingebracht von stockkonservativen Politikern, offenkundig perfekt gesteuert von hochbezahlten Lobbyisten. Und denen deine Privatsphäre, pardon, einen Scheißdreck wert sind.

Grundsätzliche Idee hinter dieser derzeit recht hastigen Vorgehensweise ist, dass unbeliebte Entscheidungen, die man unbedingt durchgepaukt haben will, gerne kurz vor der Sommerpause des Europaparlaments durch die Gremien schickt, während kurz vor Ende einer Legislaturperiode des Europaparlaments der Laden mit beliebten Entscheidungen, die man nicht durchgepaukt bekommt, überflutet wird, weil mit jeder neuen Legislaturperiode automatisch alle alten Anträge verfallen. So praktisch ist Europa. Wenn man nicht aufpasst, kommt der nächste GröFaZ nicht mit seiner eigenen Politbibel, sondern mit der europäischen Verfassung, in der unsere geliebten Politiker aus der konservativen Schublade dankenswerterweise alle notwendigen Maulkörbe für Repressalien fest eingebaut haben. Und wir schimpfen über China?

Was tun? Sich informieren, weiter informieren und bei einem zuständigen Europaparlamentsabgeordneten beschweren. Das sind deine Interventionsrechte!

Das Grüne Licht der ICANN.

2. Juli 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in DNS

Dass sich die ICANN nicht gerade leicht tut mit der Einführung neuer, “offener” Top-Level-Domains, ist aus mehreren Gründen verständlich: Zum einen gab es im Jahr 2000 mit der Einführung von “.biz” und “.info” teilweise chaotische Verhältnisse in den Landrush-Phasen und weitgehend ungeklärte Vorgehensweisen bei Namensrechtsstreitigkeiten und zum anderen fehlt nach wie vor ein Leitfaden, warum man eigentlich eine bestimmte Top-Level-Domain genehmigen soll bzw. nach welchen Kriterien man die Sinnhaftigkeit bzw. Sinnlosigkeit messen mag.

Im letzte Woche stattgefundenen ICANN-Meeting in Paris hat man sich zumindest weiterhin darauf geeinigt, dass eine Bewerbung für eine neue Top-Level-Domain teuer bleibt - aktuell stehen 100.000 US-Dollar als Bewerbungsgebühr im Raum, die wohlgemerkt nicht zurückerstattet werden, egal ob eine Bewerbung erfolgreich oder erfolglos bleibt. Diese Gebühr wird fällig, damit sich überhaupt erst einmal jemand bei der GNSO - der Generic Names Supporting Organization, die die DNS-Aktivitäten der ICANN bündelt - sich die Bewerbung annimmt. Wie dann genau die Verfahren für die Beantragung und deren Prüfung aussehen, wird noch (langwierig) zu klären sein.

Ob nun der große Bewerbungsboom für offene Top-Level-Domains kommt, bleibt abzuwarten. Ob überhaupt Bedarf nach weiteren, offenen Top-Level-Domains wie “.com”, “.biz”, “.info” etc. besteht, ebenfalls, denn ich finde nach wie vor die so genannten sponsored Top-Level-Domains mit einem scharf begrenzten Nutzungsrahmen wie beispielsweise “.museum” für Museumsbetriebe oder “.travel” für Domains aus der Reisebranche erheblich interessanter. Würde man das konsequenter für weitere Industrie- und Dienstleistungszweige ausbauen und auch entsprechend propagieren, wäre hier sicherlich einiges an Luft drin. Man denke dabei zum Beispiel an eine Top-Level-Domain “.bank”, in der ein Bankinstitut auch explizit der Registrierungsstelle ihre Existenz als Bankinstitut nachweisen muss und die Möglichkeiten böten, dass Banking-Anwendungen explizit überprüfen, ob eine Online-Banking-Seite einer Bank auch tatsächlich von einer Bank mit einer “.bank”-Domain stammt.

Mit Sicherheit wird man damit der Existenz von offenen Top-Level-Domains nicht gänzlich den Boden absprechen können, allerdings könnte man damit dem Domain Name System endlich wieder etwas mehr Sinnhaftigkeit und tatsächlich eine gewisse Katalogfunktion zukommen lassen und nicht einfach nur als praktischen Ersatz für IP-Adressierung ansehen.