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“Diese Nachricht ist nur für Sie bestimmt …”

5. Oktober 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in E-Mail

“… gehen Sie über Los, ziehen Sie 4.000 Euro ein und scheren Sie sich dann zum Teufel.” Oder so.

Ich mag Disclaimer-Texte in E-Mails. Die rechtliche Verbindlichkeit ist von Hause aus mehr als dürftig, was jedoch immer weniger Geschäftsleute daran hindert, sich teilweise den größten Quatsch automatisch an ihre E-Mails da hinzuhängen, wo man sich normalerweise mit einer Signatur begnügt.

Noch viel lustiger wird das alles, wenn sich Geschäftsleute (und solche, die sich dafür halten) solche Disclaimer-Texte irgendwo aus dem Internet oder aus so genannten Fachzeitschriften zusammenklauben, dann auch noch mit eigenem juristischen Halbwissen garnieren und das Ergebnis sich dann von Satz zu Satz widerspricht:

“Die in dieser Nachricht enthaltene Auskunft ist vertraulich und kann dem Berufsgeheimnis unterliegen. Sie ist ausschließlich für den Adressaten bestimmt. Jeglicher Zugriff auf diese e-mail durch andere Personen als den Adressaten, ist untersagt. Sollten Sie nicht der für diese e-mail bestimmte Adressat sein, ist Ihnen jede Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe untersagt. Sollten Sie diese e-mail versehentlich erhalten haben, informieren Sie uns bitte umgehend.”

Aha: Die E-Mail ist also vertraulich. Nur der Empfänger darf die Mail also anschauen, aber wenn man im nächsten Satz impliziert, dass der Empfänger der richtige ist, ist ihm die Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe dann gestattet. Ich verstehe, alles klar, keine weiteren Rückfragen.

Schlau ist dabei, dass dem deutschen Text auch noch ein englischsprachiger folgte, der viel kürzer ist und den ersten Satz nicht enthielt. Da hat also wohl der Absender etwas an seinem Disclaimer herumgebastelt und mangels Englischkenntnisse (oder war es Faulheit?) nur am deutschen Text herumgebastelt. Herr… deine Kinder.

Warum nicht einfach das sagen, was man eigentlich sagen muss? Der folgende Entwurf von mir ist praxisnäher:

Dieser Disclaimer ist eigentlich völliger Nonsens und nicht die Bytes wert, die er dieser E-Mail zusätzlich anhängt. Denn eigentlich müsste er, wenn er denn verbindlich sein sollte, vor dem eigentlichen Nachrichtentext erscheinen und die technische Möglichkeit anbieten, ihm zuzustimmen, bevor der Inhalt der Nachricht sichtbar wird. Für den Versand von verbindlichen Einschreiben war E-Mail jedoch nie geplant – ganz im Gegenteil: Der Absender weiß, dass eine E-Mail ohne zusätzliche Verschlüsselung blank wie ein abisolierter Draht ist und dass er nicht kontrollieren kann, ob der Empfänger die E-Mail nur liest oder gleich in den Druck für die nächste Ausgabe der örtlichen Tageszeitung gibt. Aus diesem Grund steht in dieser Mail nur so viel drin, wie Sie wissen sollen. Mehr nicht. Falls Sie diese E-Mail versehentlich erhalten haben, drucken Sie diese bitte aus, bauen damit einen Papierflieger, klopfen sich dann auf die Schulter und gehen danach einen Kaffee holen.

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Die Wiederauferstehung von ePost.

1. Juni 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in E-Mail

Wie man sich aus lauter Eifer, der Beste zu sein, nebenbei lächerlich macht, macht uns aktuell die Deutsche Post AG vor. Denn die Deutsche Post AG ist aus dem Konsortium um das Projekt “De-Mail“, mit dem jedem Bürger eine Plattform zum sicheren Kommunizieren mit dem Staat angeboten werden soll, im März mit viel Getöse ausgestiegen und kündigt nun selbst eine entsprechende Plattform an.

Und damit fängt die Deutsche Post AG plötzlich da wieder an zu graben, wo sie vor Jahren mit dem “ePost”-Projekt Schiffbruch erlitten hat, denn schon mit genau diesem Projekt hat man damals, Ende der 1990er Jahre, großspurig ein “Postfach auf Lebenszeit” angekündigt, dass noch nicht mal zehn Jahre hielt und am Ende auch noch ziemlich rüde verkauft und kurz darauf eingestampft wurde. Da macht es natürlich phantastisch kompetenten Eindruck, wenn die Deutsche Post AG im Alleingang nun plötzlich wieder die ePost-Leiche aus dem Keller holt.

Sehr spannend ist übrigens, mit welcher Intention die Deutsche Post AG an elektronisch sicherer E-Mail arbeitet. Man erwartet einen Rückgang des Briefverkehres durch Etablierung von elektronischen Kommunikationsformen und möchte das kompensieren. Ob die vermutlich sehr gut bezahlten Analysten schon begriffen haben, dass die meiste Kommunikation, die gesichert im Internet durchgeführt werden muss, bereits über das Web abgewickelt wird, beispielsweise das Online-Banking? Auch das De-Mail-Projekt lebt unter anderem mit der Intention, dass der Bürger damit dann sicher mit staatlichen Institutionen kommunizieren kann. Nur: Wer kommuniziert regelmäßig mit dem Staat und dann gar per E-Mail, die zukünftig dann mit De-Mail oder Konkurrenzprojekten zu verschlüsseln wäre?

[via Golem.de]

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Mailing-Listen-Missmanagement.

17. Januar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in E-Mail

Wenn ich etwas wirklich nicht ausstehen kann, sind es amoklaufende Mailing-Listen oder deren Betreiber. So ein Kandidat ist ausgerechnet die Foundation for a Free Infrastructure (FFII e.V.) in München, die sich dafür einsetzt, Handelsbarrieren in der Internet-Infrastruktur abzubauen und einen freien Datenaustausch zu ermöglichen. Einer der vielen FFII-Projekte ist eine Petition zum Stopp von Software-Patenten. Alles schön und hübsch und eine redliche Angelegenheit.

Schlägt doch heute ein Newsletter in meiner Mailbox auf, der letztendlich einen aktuellen Stand der diversen FFII-Projekte auflistet. Vielleicht nützlich, brauche ich jedoch nicht, weil ich mich andersweitig regelmäßig kundig mache. Anstatt dass dem Newsletter am Ende ein Unsubscribe-Link angefügt ist, gibt es das hier:

“If you do not want to receive infrequent updates from the FFII about crucial developments per email anymore, you can simply change your user/member status any time with your user-id besimk at https://aktiv.ffii.org”

Auf der angegebenen Seite kann man sich immerhin einmal einloggen und steht dann im Nirwana in Form von vier Auswahlpunkten:

  • Finalize your entry
  • Subscribe to FFII mailing lists and projects
  • Change password

Im ersten Punkt kann man sein Profil ergänzen (jedoch nicht löschen), im zweiten Punkt wird man auf eine Wiki-Seite gelotst, die eine gewaltige Übersicht von vielen verschiedenen Mailinglisten und Links auf deren Administrationsseiten enthält, die auch noch teilweise auf grundverschiedenen Servern mit grundverschiedener Bedienoberfläche laufen und der dritte Punkt ist der einzige, der sich immerhin selbst erklärt. Macht für mich einen leicht chaotisch anmutenden Eindruck, der mich nicht sonderlich motiviert, jetzt in der Auflistung nach der richtigen Mailingliste zu suchen, zumal im Newsletter überhaupt nicht steht, welche Liste das überhaupt ist, von der ich Post erhalte.

Ergo: Klassenziel krass verfehlt. Dass dies auch noch einer Organisation passiert, der man eigentlich an der Stelle Kompetenz zuschreiben würde, ist umso fataler.

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Bericht vom Bayes-Filter.

19. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in E-Mail

Jetzt, nach einer Woche Bayes-Filter im Thunderbird als einzige Spam-Abwehrmaßnahme, kann ich sagen: Funktioniert prächtig, selbst inmitten der echten Spam-Brandung meines Hauptpostfaches. Ich habe sicherlich mit einer ganz neu angelegten Wortdatenbank begonnen und habe nun eine Filterrate von glatt 96 % bei einem Spam-Aufkommen von rund 120 Stück pro Tag. Anfänglich war das noch nicht sehr berauschend, in der Zwischenzeit bin ich jedoch zufrieden und denke, dass sich das sicherlich noch weiter verbessern lässt, wenn die Wortdatenbank noch weiter lernt.

Es gibt also keinen Grund, einem Bayes-Filter allein nicht zu trauen, Probieren geht hier über Studieren und mit etwas Disziplin lassen sich schnelle Filterergebnisse zeigen.

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Adieu, SpamCop.

12. November 2008 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in E-Mail

Irgendwie war es in den letzten Jahren eigentlich nur noch Folklore, dass ich SpamCop zum Spam-Filtern genutzt habe. Vor gut zehn Jahren war das mangels vernünftiger Spam-Filter noch ein anderes Thema, in der Zwischenzeit vertraue ich dem Bayes-Filter in Thunderbird hinreichend stark, da er in der Vergangenheit auch mit größeren Massen an Spam einwandfrei klarkam.

Aus diesem Grund ist es nun vorbei mit SpamCop, der Account wird nicht mehr verlängert. Vielleicht auch besser so, SpamCop hatte irgendwie seine beste Zeit dann, als es noch nicht zu Ironport gehörte und ein reines Hobbyprojekt eines Antispam-Aktivisten war.

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