Archiv der Kategorie ‘DNS‘

Wieder ein deppertes DNS-Patent.

Donnerstag, den 8. Mai 2008

Im September 2003 hat Verisign, nicht erst seit dem der absolute Lieblingsladen aller Domain-Administratoren, eine Technik namens “SiteFinder” aktiviert, die innerhalb kürzester Zeit das halbe Internet aufschreien ließ, bis hin zur ICANN. Der harmlos klingende Dienst war nämlich nichts anderes wie eine Gelddruckmaschine, bei der man aus nicht registrierten Domains Geld scheffeln konnte. Wie ging das?

Nun, da Verisign damals (und auch heute noch) der Verwalter der Top-Level-Domain-Zonen “.com” und “.net” war und ist, hat man die Nameserver dieser beiden Zonen so umkonfiguriert, dass alle Abfragen für nichtexistente Domains innerhalb von “.com” und “.net” mit einer bestimmten IP-Adresse beantwortet wurden. Gab also irgendjemand in seinem Webbrowser beispielsweise ivnoewgurweqf.ewfpwetghwtjofgvwqr.com an, wurde diese DNS-Anfrage nicht mit einer Fehlermeldung beantwortet, sondern mit einer IP-Adresse, zu der der Webbrowser dann auch Kontakt aufnahm. Und unter dieser IP-Adresse lief dann ein Webserver, auf dem ein dezenter Hinweis stand, dass diese Adresse offenkundig nicht funktionieren würde, umrahmt von Werbung, mit der diese Website vermutlich sehr ordentlich finanziert wurde.

Denn mit diesem Wildcarding wurde plötzlich der gesamte, eigentlich nicht vergebene Adressraum von “.com” und “.net” zum Dukatenesel für Verisign. Vertippte sich jemand, landete er (wenn dieser Vertipper selbst nicht als Domain-Name registriert war) beim SiteFinder. Damit gab es de facto keine Fehlermeldungen mehr, wenn jemand einen nichtexistenten Domain-Namen aufrief, war gegen jegliche Vereinbarung im Internet verstieß.

Verisign schaltete den Dienst Anfang Oktober 2003 dann auch wieder ab, nachdem die ICANN mit einem strengen Brief an Verisign die Existenz des Sitefinders anprangerte und darauf verwies, dass der Registrarvertrag zwischen der ICANN und Verisign den Einsatz eines solchen Dienstes nicht vorsehen würde (allerdings hatte auch niemand bis dato mit so etwas gerechnet). Aktuell nutzt beispielsweise der Registrar der Top-Level-Domain vom Kamerun einen ähnlichen Dienst, so dass beispielsweise viweqtpwhgqiopwegt.cm auf einen Dienst namens “Agoga” zeigt, der, so schreibt er zumindest selbst, sich darauf spezialisiert hat, den Betreibern von nationalen Top-Level-Domains eine Einnahmequelle zu bescheren.

Genau diese Idee des Resolvings von nichtexistenten Domains lässt sich nun Verisign unter der Patentnummer 7.337.910 b2 in den USA patentieren. Und nun wäre es denkbar, dass Verisign diese Idee clever vermarktet und beispielsweise Internet Service Provider zur Kasse bittet, aus deren Netzen beispielsweise 1.000 Fehlaufrufe kamen. Oder, oder, oder. Ihre Kreativität haben die Jungs von Verisign bzw. Network Solutions in der Vergangenheit jedenfalls regelmäßig unter Beweis gestellt.

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Umgang mit nicht bezahlten Domains.

Montag, den 5. Mai 2008

Es kann jedem passieren, selbst einem Verwalter von Domains: Da hat man eine Domain aus den so genannten “CNOBI”-Top-Level-Domains (”.com”, “.net”, “.org”, “.biz”, “.info” und hat sie vergessen, rechtzeitig zu bezahlen. Das ist halb so schlimm, wenn es denn noch einigermaßen rechtzeitig nach auffällt, denn läuft eine CNOBI-Domain aus, ist sie nicht sofort der Löschung preisgegeben.

Ist beispielsweise im whois einer CNOBI-Domain angegeben, dass diese zum 30. Juni eines Jahres ausläuft, so ist sie, wenn sie nicht rechtzeitig davor verlängert wird, bis einschließlich zum 30. Juni voll funktionsfähig. Danach beginnt die so genannte “Redemption Period”, die 30 Tage dauert. In dieser Redemption Periode ist die Domain weiterhin auf den bisherigen Besitzer registriert, allerdings nicht mehr funktionsfähig, da die Nameserver-Einträge der betreffenden Domain deaktiviert werden. Das zeigt sich in der Regel dadurch, dass mit dieser Domain nichts mehr geht.. kein Web, keine E-Mail, nichts.

Domains, die in der Redemption Period sind, können vom jeweiligen Registrar wieder “zurückgeholt” werden, meist gegen eine recht happige Gebühr, meist kommen da auch noch die normal fälligen Verlängerungskosten hinzu. Mehr geht in dieser Zeit nicht - die Domain kann während der Redemption Period nicht zu einem anderen Registrar umgezogen und es können auch keine Kontaktinformation geändert werden.

Verstreicht die Redemption Period ohne Rückholung, geht die Domain in die “Pending Delete Period” über, die normalerweise 5 Tage dauert. Ist die Domain erst einmal hier, ist alles zu spät und die Löschung normalerweise unabwendbar. Der Zweck der “Pending Delete Period” ist der, dass damit das genaue Löschdatum einigermaßen genau ersichtlich wird.

Es ist übrigens eine sehr dumme Idee, eine Domain in die Redemption, danach in die Pending Delete Period laufen und löschen zu lassen, um die Domain auf diesem Weg danach bei einem neuen Registrar wieder zu registrieren. Denn tatsächlich müsste man den genauen Löschzeitpunkt derart genau abpassen, um die betreffende Domain gleich danach wieder zu registrieren. Da es genügend Registrare gibt, die sich auf die Neuregistrierung von gelöschten Domains spezialisiert haben, ist das nämlich ein Lotteriespiel, dass der normale Internet-Nutzer in der Regel verliert.

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Von Domainzahlen und Perversitäten.

Dienstag, den 29. April 2008

Robert fürchtet in einem überraschend wenig differenzierten Artikel, dass immer mehr registrierte Domainnamen eine Verknappung des Gutes auslösen würden und damit sich die Preise verteuern, wie es bei bereits registrierten Domainnamen ja schon der Fall wäre. Im Jahre 2003 waren rund 171 Millionen Domains (in allen Top-Level-Domains) weltweit registriert, jetzt immer hin schon 541 Millionen. “Perverse Entwicklung”?

Nein, nicht wirklich. Zum einen sind rund 600 Millionen registrierte Domainnamen in einem Namensraum, der aus hunderten von Top-Level-Domains mit jeweils 63 Zeichen großen Domainnamen, die die Buchstaben A bis Z, die Zahlen von 0 bis 9, das Minuszeichen und dann auch noch einen IDN-Namensraum beinhalten, gewaltig groß. So rein ökonomisch gesehen. Von einem knapper werdenden Gut werden wir also im DNS vermutlich auch in einigen tausend Jahren wohl kaum sprechen können. Technisch gesehen.

Praktisch gesehen ist es natürlich so, dass generische Begriffe kaum noch zu haben sind, das war aber schon vor fünf Jahren nicht sonderlich besser. Für zusammengesetzte Kunstnamen ist der Raum allerdings noch sehr ergiebig, ich habe in einem Test nach wie vor überhaupt keine Probleme, gar nicht so sonderlich abstrus klingende Namen in allen gängigen Top-Level-Domains registrieren zu können. Man muss natürlich suchen und experimentieren, wenn man einen neuen Firmennamen entwickeln will, aber das musste man auch schon vor dem Internet-Zeitalter.

Bei Domainnamen, die für horrende Geldsummen die Besitzer wechseln, ist es so, dass es einige wenige, generische Begriffe sind, die wirklich horrende Preise erzielen. Der Groß aller Domainnamen wechselt nie den Besitzer, schon gar nicht für mehr als vierstellige Beträge. Selbst dann nicht, wenn hinter dem Domainnamen ein mitzuverkaufendes Projekt steckt, das liegt in der Regel wie Sauerbier herum.

Sorry Robert, ich kann deine Panik nicht teilen. :-)

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ICANN und die SU-Domain.

Mittwoch, den 16. April 2008

Eigentlich gehört die Top-Level-Domain “.su” zu den Relikten aus ganz dunkler Zeit, sie ist nämlich die ehemalige Top-Level-Domain der Sowjetunion und auch heute noch in Betrieb, weil die russische Registrierungsstelle vorgibt, unter dieser Domain immer noch Domainregistrierungen zu haben. Während ICANN schwer daran interessiert ist, dass dieses Relikt aus Gründen der Nichtexistenz des dazugehörigen Staates so schnell wie möglich aus dem Internet haben möchte und “.su” seit Jahren als “being phased out” behandelt, denken die Russen offensichtlich gar nicht daran.

Im September letzten Jahres riss ICANN der Geduldsfaden und die Betreiber der “.su”-Top-Level-Domain wurden aufgefordert, dafür zu sorgen, dass keine Neuregistrierungen mehr angenommen werden sollten. Die Antwort der “.su”-Registry war eindeutig, wenn auch anders, als von ICANN erwartet, denn die Preise der bis dato sehr teuren “.su”-Domain wurden stark herabgesetzt und nahe an die Preise der russischen “.ru”-Top-Level-Domain angenähert. Mit dem Ergebnis, dass die Domainzahlen von damals rund 10.000 Stück auf heute 45.000 anstiegen. Dazu kamen Gerüchte in letzter Zeit, dass die “.su”-Registry plant, für die “.su”-Zone IDN-Domains einzuführen, also Domainnamen mit Sonderzeichen. Das macht man alles für gewöhnlich sicherlich nicht mit einer Top-Level-Domain, bei der man gedenkt, sie demnächst zurückgeben zu wollen.

Ganz im Gegenteil, denn Andrei Vorobyov, der Pressesprecher des “Regional Network Information Center”, das die “.su”-Domain verwaltet, sagte, dass man für die Zukunft Pläne habe, die Sprachen, die innerhalb der “.su”-Top-Level-Domain für IDN-Namen verwendet werden können, zu erweitern, inklusive aller Sprachdialekte, die in Russland gesprochen würden.

Dürfte sehr spannend werden, wie das nun weiterläuft. Rein technisch gesehen könnte ICANN problemlos die Top-Level-Domain “.su” aus der Root-Zone und damit aus den Root-Servern und damit faktisch aus dem DNS werfen. Politisch gesehen wäre das jedoch neuer und noch nie erprobter Sprengstoff, bei dem dann abzuwarten wäre, wie der “russische Bär” auf so eine Provokation des Imperialismus reagiert. ;-)

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China kommt.

Montag, den 24. März 2008

Zumindest friedlich im DNS, denn die chinesische Registrierungsstelle für “.cn”-Domains, CNNIC, hat verkündet, dass die zehnmillionste Domain im Januar 2008 registriert wurde. Allein direkt unter “.cn” (es gibt unterhalb von “.cn” noch Subdomains wie zum Beispiel “.com.cn”) sind nun über sechs Millionen Domains registriert.

Damit ist die chinesische Top-Level-Domain auf dem besten Wege, die deutsche langsam aber sicher zu überholen, die derzeit noch die größte, nationale Top-Level-Domain im Internet darstellt. Eine recht aktuelle Statistik pflegt das DENIC. Wobei diese Statistik - im Bezug auf die “.de”-Zone - nicht tagesaktuell ist, tagesaktuelle Werte gibt es hier. Zumindest ist die 12-Millionen-Hürde in greifbarer Nähe.

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"GAMESCom" und seine Domain-Namen.

Dienstag, den 26. Februar 2008

Okay, also “GAMESCom” soll das Baby heißen, der Nachfolger bzw. die Kölner Ausgabe der altehrwürdigen Games Convention. Sehr originell Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. und die Koelnmesse haben dabei den Kardinalfehler gemacht, den man mit einer Marke machen kann: Sie haben zu früh gequatscht und zu spät gedacht.

Immerhin hat man mal für den Begriff “GAMESCom” einen Markenschutz und den immerhin schon seit Mai 2004. Besitzer der Marke ist die Koelnmesse, das ist also schon mal gut geplant gewesen. Allerdings hätte man da ruhig auch einmal weiterdenken und passende Domainnamen reservieren können.

So ist “gamescom.com” schon seit 2000 im Besitz einer koreanischen Firma, “gamescom.info” seit 2007 im Besitz einer britischen, “gamescom.biz” seit Mai 2007 für einen rumänischen Menschen registriert, “gamescom.net” gehört einem Unternehmen in Nassau. Die deutsche und europäische Variante des Namens sind zwar auch belegt, die könnte man in Zweifelsfall einklagen, wenn einem gar nichts anderes mehr einfällt.

Grundsätzlich aber macht es Sinn, eine Markenanmeldung nicht als Bank zu verstehen, sondern als Ansporn, damit möglichst frühzeitig zu arbeiten.

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".travel" zu verkaufen.

Dienstag, den 26. Februar 2008

Dass die so genannten “sponsored Top-Level-Domains” - also Top-Level-Domains, in denen nur bestimmte Personengruppen, Unternehmen oder Institutionen Domains registrieren dürfen - alles andere als sprudelnde Geldquellen sind, ist nichts weltbewegend neues in der Domain-Szene. So Top-Level-Domains wie “.coop”, “.aero” oder “.museum” kennen, obgleich sie eigentlich von der Idee her nicht schlecht sind, nur die wenigstens Internet-Nutzer.

Nun steht Tralliance, die Registrierungsstelle für Domains unter “.travel” zum Verkauf, wenngleich der alte und neue Besitzer sich nicht ganz unfremd sein dürften: Das Unternehmen The Globe will seine Anteile an ein Unternehmen namens The Registry Management Company LLC verkaufen. Besitzer von letzterem: Michael S. Egan, der CEO von The Globe. Allerdings ist der neue Laden aus seinem Privatvergnügen bezahlt.

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Schwedische Frauenquote.

Montag, den 25. Februar 2008

Okay, ich habe den Nachweis, dass die schwedische Registrierungsstelle für Domains mit der Endung “.se” statistisch unterfordert ist. Tatsächlich habe man nun herausgefunden, dass schwedische Frauen dreimal mehr Domainnamen für Blogs registrieren, als schwedische Männer.

Die Begründung ist mir leider trotz viel Phantasie und eine gewisse Zuneigung zu schwedischen… äh… Produkten nicht ergründlich, da die Pressemeldung derzeit nur auf schwedisch erhältlich ist. Wer dem Schwedischen mächtig ist, darf sich ja mal daran üben und hier eine Zusammenfassung hineinkommentieren.

[via DomainNews.com]

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“.eu ist eine Katastrophenzone.”

Freitag, den 8. Februar 2008

John McCormac, Autor des WhoisIreland Review Blog (WhoisIreland ist eine Art Webverzeichnis für Irland), hat ein niederschlagendes Ergebnis einer Prüfung der “.eu”-Top-Level-Domain zusammengetragen.

“The latest WhoisIreland.com .eu web survey shows that the .eu ccTLD is in serious trouble. Out of 1723638 websites checked, only 13.37% of sites were active/unique. As a ccTLD for Europe, it is a disaster zone. Brand registrations accounted for 7.78% of registrations. The percentage of duplicate content sites was 6.02%. The percentage of websites that redirected elsewhere was 16.68%. The percentage of PPC/warehoused websites was 14.22%. The percentage of holding page sites was 16.79%.”

Das hört sich in der Tat nicht wirklich erfolgsträchtig an: Nur 13,37 % aktive bzw. eindeutige Websites für die “.eu”-Domain und überhaupt sehr ungepflegte Weiterleitungen und Anbindungen. Allerdings muss man das auch alles etwas relativieren.

  • Die Identifizierung mit “.eu” ist ähnlich wie mit Europa selbst. Wir leben zwar darin, müssen auch genügend EU-Richtlinien ertragen und haben eine Währung, die so heißt, aber so richtig greifbar ist Europa als Staat nach wie vor nicht für uns. Noch viel schlimmer ist, dass Europa oft genug im Negativen verwendet wird, als Bürokratiemaschine oder einfach als dankbarer Sündenbock.
  • “.eu” hat als neu eingeführte Top-Level-Domain das genau gleiche Problem wie jede andere, neu eingeführte Top-Level-Domain. Zuerst kommen diejenigen mit oft genug obskuren Namensrechten zum Zuge, dann die Domainsquatter und am Ende Unternehmen und Personen, die meist schon irgendeine andere Domain in einer anderen Top-Level-Domain besitzen. Es ging bei den Landrush- und Sunrise-Phasen zwar nicht ganz so in Wildwest-Manier zu, wie in so manch anderen Top-Level-Domains, Fakt ist jedoch, dass der kleine Mann und das kleine Unternehmen im Schwarzwald hier nur mit viel Glück oder einem eher peinlichen Namen zum Zuge kommt.
  • Die Abgrenzung ist kompliziert und aufwendig, denn letztendlich müsste eine neue Homepage erstellt werden, wenn man wirklich für die EU-Domain sinnvoll neuen Content aufbereiten wollte. “.eu” ist, wenn überhaupt, am ehesten interessant für “europäische” Unternehmen, die also in mehreren EU-Ländern aktiv sind.

Rat habe ich keinen, außer: Von neuen Top-Level-Domains haben in der Regel nur die Registrare und Domain-Glücksritter etwas, denn eine neue Top-Level-Domain macht noch lange keine Identifikation mit einer Thematik oder einer Nation aus und bringt auch nicht automatisch Kundschaft herbei. Ich bin deshalb nach wie vor extrem skeptisch über Bemühungen diverser Lobbyisten und Politiker, solche Schrapnellen wie “.berlin” oder “.bayern” einzuführen. Besitzer von Namensrechten werden schlicht und einfach ihre Namen auch dort registrieren müssen, vielleicht wird der Lokalpatriot auch noch damit glücklich gemacht werden können, aber dann?

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ICANN-Vertrag zum DNS-Root-Server “F”.

Samstag, den 5. Januar 2008

Der Laie kann eigentlich nur den Kopf schütteln, wenn er in einschlägigen Nachrichtentickern liest, dass die ICANN nun den ersten Vertrag mit einem Betreiber eines DNS-Root-Servers unterzeichnet hat. Immerhin sind die 13 DNS-Root-Server das Kernstück im Domain Name System. Läuft das alles etwa bis jetzt ohne wirklichen Vertrag, einfach so? Ja, das tut es.

Dazu muss man wissen, dass im Internet von Anfang an jede Bereitstellung eines netzwichtigen Dienstes nach der Devise lief: “Sorry, kann mal bitte jemand den Dienst X betreiben, das wäre wichtig für uns alle.” - Bedächtige Ruhe - “Keiner da? Es winkt Ruhm von der Netzcommunity.” *gähn* - “Na gut, rück rüber, wir machen das.” Die DNS-Root-Server sind das beste Beispiel dazu, was auch stark daran liegt, dass sie zwar gigantisch viel Datenverkehr erzeugen, aber keine direkte Finanzierung besitzen. Kein Endkunde bezahlt schließlich den Betreiber eines DNS-Root-Servers dafür, dass er DNS-Namen auflösen kann.

Den “F”-DNS-Root-Server betreibt von Anfang an das Internet Software Consortium unter Paul Vixie. Vixie gehört zum engeren Kreis der Internet-Veteranen und hat unter anderem die Nameserver-Software BIND forciert. Da lag es also nahe, dass das ISC 1994 eine Instanz der Root-Server-Kette übernahm.

Was in diesem Vertrag genau drin steht, ist übrigens gar nicht so publik. Die offizielle Verlautbarung ist, dass darin “Beschreibungen von Diensten und Erwartungen, Lösungen in Fällen von Streitigkeiten und Austausch von Informationen” notiert sind. Inoffiziell wird es vermutlich unter anderem auch um die Frage gehen, wer den Spaß von über 100.000 DNS-Anfragen pro Sekunde zukünftig bezahlt.

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