Der Textlinkbroker Teliad aus Stuttgart hat heute verkündet, dass er ab sofort Angebote von allen Webseiten in sein Textlinksystem aufnimmt, unabhängig davon, welchen Pagerank diese Seite trägt. Bisher war die Untergrenze für Seiten ein PageRank 3, seit Oktober immerhin PageRank 2.
Mal unabhängig von den Vermutungen, bei Teliad würde die Hütte so brennen, dass sie jetzt alles nehmen (was ich nicht glaube, denn einen PageRank 2 zu bekommen, ist nun wirklich keine sonderliche Hürde) - eines zeigt Früchte: Dass nämlich die SEO-Szene immer mehr dem Google PageRank als allerhabenes Autoritätskriterium misstraut. Und in der Tat ist diese Einschätzung mehr als richtig, denn es geht nicht an, dass Google Seiten mit Textlinks mit einem PageRank-Minus abstraft, obwohl diese Seiten in Sachen Backlinking weiterhin mehr als gut positioniert sind. Laut Google verliert netplanet seit über einem Jahr stetig Backlinks. Frage ich andere Suchmaschinen ab (und frage ich ironischerweise die Google Webmastertools ab), so sprechen diese eine andere Sprache.
Andererseits kann Google gar nicht anders, als weiterhin Backlinks als Basis für Autorität im Netz zu verwenden, denn auf nichts anderem baut das Google-Suchimperium auf. Vermutlich wird es deshalb in Zukunft noch erheblich verstärkter darauf ankommen, möglichst stabile Textlinks auf längere Zeit zu positionieren. Und wie Google das auf die Reihe bekommt.. der Herr weiß es. Klar ist nur, dass es mit Gewalt offensichtlich nicht geht.
In der Zwischenzeit habe ich in Google AdSense den Filter für Konkurrenzanzeigen ausführlich gefüttert. Geschlagene 53 Adressen finden sich jetzt darin, die jetzt weitgehend alles an MLM-Sites darstellen, die auf netplanet erscheinen. Dabei habe ich eine interessante Beobachtung gemacht, die den Verdacht nährt, dass dieser Filter für Konkurrenzanzeigen vielleicht doch nicht ganz so dumm ist, wie er sich darstellt.
Bisher dachte ich nämlich, dass einfach die anzuzeigenden Werbeanzeigen mit dieser Liste abgeglichen werden und dann einfach nicht erscheinen. Würde diese Liste wieder entfernt werden, würden die bisher gefilterten Anzeigen auch wieder erscheinen. Tun sie aber offenkundig nicht, zumindest nicht sofort. Es dauert ungefähr 10 bis 14 Tage, bis wieder neue Anzeigen auf MLM-Angebote erscheinen und noch länger, bis auch die Angebote wieder auftauchen, die ursprünglich in der Filterliste waren.
Ich bin mir nicht sicher, ob das nun darauf basiert, dass hinter dem Filter ein Mechanismus sitzt, der möglicherweise den Charakter der zu filternden Angebote nachvollzieht oder ob das einfach nur der Filter selbst ist und wieder entsperrte Anzeigen erst nach einer Weile einstreut.
Nach fast vier Jahren Google AdSense auf netplanet wird es mal Zeit, etwas Resümee zu führen.
Eigentlich eine blöde Einleitung in den Artikel, denn wenn ich ehrlich bin, habe ich heute meine Jahreszahlen zwecks netplanet-Einnahmen angeschaut und mir mal die Effizienz der Einnahmeschienen angeschaut. Und ich muss sagen, Google AdSense ist da quasi abgeschmiert in den letzten Monaten. Aber gehen wir das mal faktenweise durch:
Bei AdSense rollt der Zaster ja erst, wenn jemand auf eine Werbeanzeige klickt. Demnach ist die Click-Through-Rate interessant, also das Verhältnis zwischen den gesamten, angezeigten Bannern und den Klickzahlen. Ich gebe zu, an dieser Zahl habe ich mich lange Zeit schlicht kratzen können, weil sie so gut war. Dieses Jahr ist sie etwa 20 % höher, als letztes Jahr, also eigentlich gut. Eigentlich. Denn wirklich gut ist eine höhere Click-Through-Rate, wenn die Gesamtzahl der Werbeanzeigen gleich bleiben würde. Das tut sie aber vermutlich eher nicht. Also herrscht Gedrängel an der Front der Werbeanzeigen und damit überhaupt eine Werbeanzeige nach oben kommt, muss der Werbetreibende den Preis für einen Klick nach oben schrauben. Selbstregulierend, könnte man meinen.
Das ganze System hat jedoch einen Kardinalfehler, denn es zählt für Werbeanzeigen nicht mehr unbedingt der Content. Wir erinnern uns, dass AdSense einmal die Revolution damit begonnen hat, dass ein Werbetreibender nicht mehr seine Zielseiten für seine Anzeigen selbst aussuchen muss, sondern Stichwörter definiert. Mit dieser Definition blendet Google dann die Anzeigen dort ein, wo die Stichwörter stimmen. Natürlich eierte so ein System auch, in dem ein Werbetreibender beispielsweise “netplanet” als Stichwort verwenden konnte, der Markt konnte aber weitgehend fließen.
Seit einigen Jahren können Werbetreibende jedoch ihre AdWords-Anzeigen fix an Website-Adressen heften. Und damit beginnt das Elend, denn dadurch, dass ich in netplanet ausschließlich statische Seiten habe, hängen immer mehr Jungs und Mädels, die der Subwelt des “Multi-Level-Marketings” verfallen sind (also Werbeanzeigen a la “Verdiene 100 Milliarden Euro im Monat mit nur 5 Minuten Arbeit pro Tag!!!!”), ihre Werbeanzeigen in netplanet ein. Und auch wenn diese Werbeanzeigen vermutlich gute Klick-Quoten haben, also tatsächlich Geld einbringen würden, wenn jemand darauf klickt, bleibt das Problem, dass verhältnismäßig wenig Leute darauf klicken, weil die Masche dieser MLM-Industrie zu sehr mit dem Begriff “Verarschung” behaftet ist. Ganz zu schweigen von der Plage der Websites, deren einziger Zweck es ist, dass sich ahnungslose Leute anmelden, die kleingedruckte AGB akzeptieren und Zweijahresverträge für obskure Inhalte zu überteuerten Preise abschließen. Das sind alles Werbeinhalte, mit denen ich meinen mühsam gepflegten Inhalt eigentlich nicht identifiziert sehen möchte, Zaster hin oder her.
Der Dumme: Derjenige, der die Werbeflächen für Google AdSense anbietet und sich nicht die Mühen macht, regelmäßig die Werbeanzeigen anzuschauen und die Zielseiten in den AdSense-eigenen “Filter für Konkurrenzanzeigen” reinklopft. Das ist übrigens auch die goggle-eigene Standardempfehlung, wenn man beim Support fragt, wo eigentlich die viel gerühmte (und nie selbst beobachtete) Qualitätssicherung bei der Anzeigenkontrolle bleibt.
Das, liebe Freunde bei Google, ist etwas zu wenig. Einerseits Websites abstrafen, die Textlinks zur Einnahmensicherung verkaufen und andererseits den eigenen Werbemarkt verlottern lassen - das ist keine gute Partnerschaft auf Dauer.
Drängelnde Kunden sind ein Stück weit in Ordnung, damit kann ich leben. Gerade in Richtung Jahresende fällt vielen IT-Verantwortlichen ein, dass das Ende eines Jahres ja oft auch den Zeitraum begrenzt, der für Budgetplanungen maßgeblich ist und wer sein Budget nicht aufbraucht, wird es bei den nächsten Budgetverhandlungen schwer haben, die bisherige Größe beibehalten zu wollen.
Wenn man als Kunde jedoch drückt, macht es Sinn, sich wenigstens einmal die Verfahren durchzulesen, bei denen es einem auf den Fingern brennt. Ein Kunde möchte eine Domain zu seinem anderen Provider übertragen. Das normale Verfahren dazu heißt bei DE-Domains KK und funktioniert so, dass uns der Kunde zunächst seinen Willen mit einem Brief oder einem Fax bekundet. Danach stellt er bei seinem neuen Provider eine KK, eine so genannte Konnektivitätskoordination. Der neue Provider startet diese KK dann, schickt den Antrag zum DENIC, das DENIC fragt bei uns, ob wir der KK zustimmen und die Domain wechselt kurz und schnell den Provider.
Das Fax hat er uns vor Wochen schon zugeschickt und eigentlich wartete ich auch schon auf die KK-Mail. Heute ruft er nun an, setzte auch schon an, um mir ordentlich Dampf machen zu wollen (ist ja Freitag) und endete kläglich schon beim ersten Satz, den ich sofort korrigieren musste, da er da etwas eklatant missverstanden hatte: Nicht wir starten als gebender Provider eine KK, sondern der neue Provider. Da könne er ja lang warten, knirschte er etwas aufgesetzt fröhlich daher, aber eigentlich toll, dass man miteinander reden könne, nichtwahr?
Ich mag es als Tankschiffkapitän, kleine Ruderbootkapitäne mit hochrotem Kopf zurückrudern zu sehen, nachdem ich ihnen das mit der Vorfahrt diskret erklären durfte.
Man soll ja nie genaue Summen nennen und man soll auch nicht wirklich meckern, wenn man viel Steuern zahlt, weil das ja einen Grund hat, aber nun ist gut. Ich habe nach der vor drei Wochen erfolgten Abbuchung der nachzuzahlenden Einkommensteuer für 2006 und der heute fällig gewordenen Vorauszahlung für 2007 (und das alles mit Steuerklasse 1) mein Soll wirklich mehr als erfüllt. Ich habe es überlebt und habe nun auch einen wirklich guten Ansporn, meine Steuererklärung für 2006 besonders zügig abzugeben.
Dies ist das Weblog von Besim Karadeniz, dem Autor von netplanet. An dieser Stelle finden Sie Dinge und Undinge aus meiner Arbeit an netplanet, zu Themen rund um das Internet und durchaus auch aus anderen Geschehnissen aus meinem Leben.