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Tischgebläse.

26. August 2011 | 5 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Kann man in so einem informationsschweren Weblog wie diesem eigentlich über so profane Dinge wie einen Tischventilator schreiben? Nein, sicherlich nicht und darum tun wir das hiermit auch. Sagen Sie hier mal brav “Guten Tag” zu meinem Tischventilator, Marke Helios, Modell PT 16, Baujahr 1974, im Jahre 1989 aus dem Sperrmüll gerettet und seitdem an warmen Sommermonaten im Einsatz:

Das schicke Gerät bringt alles das mit, was in den 1970er Jahren angesagt war. Extrem spartanische Ausstattung, nämlich einfach gar nichts, außer Propeller, Kabel und Steckdose. Kein Schalter, kein Tasten für verschiedene Drehzahlen, keine Schwenkautomatik, kein Schutzgitter. Stattdessen gibt es einfach nur einen Plastikpropeller, in den man mit nur wenig Mut auch schon mal reinfassen kann, eine unbestechliche Laufleistung von nun eben 37 Jahren und ein Plaste-Aussehen, wie es eben einmal schick war. Mit dem Retro-Design und den scheußlichen Brauntönen erzeugt man bei echten Kennern des Sixties Design feuchte Augen. Passt wunderbar zu Zimmern mit gelbbraunen Wellentapeten, Flokati-Teppichen, orangefarbenen Kugelleuchten und weißen Klarlackmöbeln. Oder auch auf ein Terminal einer PDP-11.

Was der Tischventilator wirklich allen seinen modernen Freunden voraus hat, sind zwei Dinge. Er ist extrem pflegeleicht und muss nur alle paar Jahre auseinandergeschraubt werden, um die Lager für den Läufer des Elektromotors einzufetten, damit das Ding nicht anfängt zu quietschen. Und zum anderen ist er mit seinem Verbrauch von 24 Watt pro Stunde tatsächlich ein noch richtig sparsamer Tischventilator. Unter 50 Watt/Stunde bekommt man heute kaum noch etwas.

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Telefongespräche mitschneiden mit der Fritzbox 7270.

18. Mai 2011 | 8 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Durch Zufall habe ich gerade beim Telefonieren mit meinem AVM Fritzfon MT-D eine Funktion gefunden, die ich bis dato gar nicht kannte und lange Zeit so vermisste, dass ich vor Monaten einmal einen Verbesserungsvorschlag dahingehend an AVM geschickt hatte und das nun offenbar in der Labor-Firmware für die Fritzbox 7270 integriert ist. Denn: Plötzlich ist die Funktion da (und die ist garantiert erst in der letzten Zeit hinzugekommen). Ich kann als Gesprächspartner nun ein Gespräch über den eingebauten Anrufbeantworter mitschneiden. Yeah!

Es ergibt sich immer wieder die Situation, dass ich in einem Telefongespräch Dinge mitgeteilt bekomme, die ich beispielsweise in einem Blog-Artikel weiterverarbeiten muss. Oft passiert es, dass ich nicht an meinem Tisch sitze und dann hektisch nach Papier und Stift suchen muss und dann trotz Mitschreibens immer noch Rückfragen bleiben. Ich mag diese Art von Ineffizienz überhaupt nicht, zumal ich es gewohnt bin, am Telefon direkt nachzufassen. Da dann gleichzeitig noch das erfahrene Wissen der letzten Sekunden mitzustenografieren, ist Käse, auch wenn an dieser Stelle jetzt vermutlich eine Menge Journalisten aufschreien würden.

Nun drücke ich während einem Telefongespräch mit dem Fritzfon MT-D (funktioniert mit anderen Fritzfonen auch) auf die Menü-Taste und das Fritzfon fragt brav, ob mitgeschnitten werden darf:

Wird dies bestätigt, muss man nur noch auswählen, auf welchem Anrufbeantworter man aufzeichnen möchte (es gibt in der Fritzbox ja die Möglichkeit, mehrere Anrufbeantworter mit unterschiedlichen Zielen einzurichten) und schon läuft der Mitschnitt. Wird das Gespräch beendet, meldet die Fritzbox eine eingehende Nachricht auf dem Anrufbeantworter und der Mitschnitt ist auf diese Weise abhörbar. Und wer seinen Anrufbeantworter so eingerichtet hat, dass eingehende Nachrichten per E-Mail zugestellt werden, hat den Mitschnitt wenige Sekunden später auch in seiner Mailbox, komplett auch mit dem eigenem Geschwafel. So perfekt gelöst, es geht gar nicht perfekter.

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iPad-Odyssee, nächster Part.

31. Januar 2011 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Es war mal wieder Zeit für den quartalsweisen Anruf beim Apple-Support in Sachen iPad-Austausch. Der zweite Austauschversuch im vergangenen November schlug bekanntlicherweise fehl, weil auch das dritte Gerät das gleiche Staubproblem hatte, wie Gerät Nummer 1 und 2, so dass ich kurzerhand das Gerät Nr. 2 behielt, da Gerät Nr. 3 neben dem Staub auch noch einen Pixelfehler im Display mitbrachte. Entschuldigung, aber für ein 700 Euro teures Gerät sind diese zwei Fehler zwei Fehler zu viel.

Also, heute der x-te Anruf. Die geplante Ansage war dabei für mich klar, ich möchte einen weiteren Austausch, allerdings ausdrücklich keine Refurbish-Kiste, sondern ein originalverpacktes Neugerät. Dazu garniert mit der Ansage, dass zwei Austauschversuche aus meiner Sicht genug sind und ich eigentlich davor stehe, “das meinem Anwalt zu übergeben”. (So am Rande: Drängt man den First-Level-Support in die Enge, gibt es interessante Details. Ein solches Detail ist, dass Apple-intern ein Neugerät erst dann ausgeliefert wird, wenn drei Austauschversuche mit wiederaufbereiteten iPads fehlschlagen. Ich hatte immerhin schon zwei… nein, darauf bin ich erst gar nicht eingegangen, ich bin ja hier nicht das Prüfinstitut für die Apple-Werkstatt.)

Gut, ich bin wirklich kein Freund von roher Gewalt, allerdings weiß man nach jahrelanger Support-Erfahrung, dass bei bestimmten “Keywords” bestimmte Glöckchen klingeln und der First-Level-Support den Ratschlag des Second-Level-Supports einholen muss und an dieser Stelle war es aus meiner Sicht angebracht. Die Ansage kam dann auch an, die Mitarbeiterin hielt Rücksprache und verband mich zu einem anderen Mitarbeiter. Das ist dann offenbar der Feuerwehrmann, der für die Supportfälle zuständig ist, die durch das Raster fallen.

Er nahm sich dem Thema an, nahm die Nummer des Kaufbeleges auf, erbat sich Zeit zur Abklärung und rief dann tatsächlich auch um 20 Uhr zurück. “Kulanterweise” erkläre sich Apple bereit, das zu beanstandende iPad nun gegen ein Neugerät auszutauschen. Also gut, so soll es sein. Morgen werde ein anderer Mitarbeiter anrufen und dann TNT beauftragen, das Gerät mitsamt Originalverpackung abzuholen, das wird dann “geprüft” und ein neues Gerät wird dann über den üblichen Versandweg per UPS ausgeliefert. Darüber schüttle ich schon gar nicht mehr den Kopf. Immerhin – es geschieht etwas, dem Support-Menschen gebührte dann auch ein Dank.

Witzigerweise scheint der gesamte Vorgang tatsächlich eine Art Stornierung des Kaufes und Neuanlage zu sein. Denn der Mitarbeiter informierte mich noch, dass morgen der Mitarbeiter fragen wird, wie das mit dem AppleCare-Supportpaket weitergehen solle. Das könne man zwar für das Neugerät übernehmen, dann würden mir aber die Tage seit dem Kauf fehlen. Die Lösung ist, dass man wohl mit dem Vorgang auch den AppleCare-Vertrag auflösen und sich den Restbetrag über die Zeit bis zum Vertragsende auszahlen lassen kann, um dann mit einem neuen Apple-Care-Vertrag ab dem Datum der Lieferung des Neugerätes frisch anfangen zu können. Keine Ahnung, wer sich diese Komplexität ausgedacht hat, letztendlich macht es die inzwischen tiefrote Apple-Verdienstbilanz für meine iPad-Odyssee noch ein Stückchen roter.

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Die staubreiche iPad-Odyssee.

30. November 2010 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Das im Sommer gekaufte iPad hat inzwischen einen ungeahnten Spaßfaktor – ich kenne meinen für meinen Bezirk zuständigen UPS-Fahrer richtig gut. Denn in Sachen iPad kommt er morgen zum fünften Mal bei mir vorbei und allen Anschein nach können wir uns die Abschiedszenen dabei sparen, da wir uns noch mindestens zweimal sehen werden in den nächsten Tagen. Und das nette dabei ist: Die Zeche zahlt Apple.

Natürlich hat alles einen eher ernsten Hintergrund, nämlich die offensichtlich schlampige Art und Weise, wie Apple seine iPads zusammenschraubt. Gut, ein modernes Display ist eine Geschichte, die nicht ganz so unkomplex ist. Wollen wir mal hier angemerkt haben. Moderne Displays sind so aufgebaut, dass man als Benutzer nicht direkt darauf herumtippt, sondern auf einer Scheibe, die über dem eigentlichen Display liegt und dazwischen ein kleiner Spalt ist.

Staub ist bei allen solchen Display-Aufbauten ein Thema und es ist bei jedem Hersteller eine eigene Kunst, die Displayeinheiten so zu bauen, dass dieser Spalt möglichst so geschützt ist, dass kein Staub eindringen kann, da dieser logischerweise, wenn man eben auf das Display schaut, besonders gut erkennbar. Im einfachsten Fall dann, wenn das Display ausgeschaltet und schwarz ist, aber im schwereren Fall auch während dem Betrieb, wenn die Staubkörnchen so groß sind, dass man kleine Flecken sieht, wenn man auf das Display starrt.

Das erste iPad, das im Sommer aus China kam, hatte ein zunächst staubfreies Display, das sich allerdings im Laufe der Zeit änderte. Jede Woche kam ein Staubkörnchen hinzu, was vermutlich daran lag, dass der Dichtring zwischen Aluminiumgehäuse und Schutzscheibe von Anfang an nicht wirklich dicht war und unmittelbar nach dem Auspacken auch zur Hälfte heraushing. Gut, kann passieren, wobei ich zu diesem Zeitpunkt wusste, dass ich mir unbedingt einen “AppleCare Protection Plan” kaufen muss, weil es in meinem Bauch rumorte. Das tut es immer, wenn ich merke, dass eine Geschichte mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so schnell ein glückliches Ende finden wird. Ja, Bauch hatte recht.

Das Austausch-iPad bestellte ich Anfang November und das hatte konsequenterweise direkt nach dem Auspacken schon ein Staubkorn hinter der Scheibe und dann auch gleich ein wunderbar weißes und quadratisches. Das beanstandete ich gestern, so dass auch gleich ein drittes iPad seinen Weg zu mir suchte, das heute kam. Und das, noch viel konsequenter, diesmal ein richtig hübsch verstaubtes Display hat. Wieder ein schönes, helles, quadratisches, ziemlich in der Mitte und dann noch zur Garnierung ein paar kleine, verteilt auf den Rest des Displays.

Das hebt die Stimmung. Und noch viel mehr, als ich vorhin mal auf die Idee gekommen bin, darüber nachzudenken, warum die beiden Staubkörnchen auf beiden iPads so ähnlich aussehen. In dem Austauschkarton, den Apple liefert, finden sich eine Reihe von weiteren Staubkörnchen, die alle genauso aussehen. Die Dinger liegen da alle in ihrem Dreck, mutmaßlich (da noch iOS 3.2) schon durchaus ein paar Wochen und den Rest erledigt dann vermutlich die unzureichende Dichtung. Wie man es auch immer dreht, es ist ziemlich unlustig.

Immerhin sind die Hotline-Mitarbeiter weitgehend freundlich und stimmen mir bei den Anrufen zu, dass man bei einem 700 Euro teuren Gerät durchaus erwarten kann, dass es ohne Staubeinschlüsse daherkommt und eine gewisse Dichtigkeit der Display-Einheit mitbringt. Zumal im Bekanntenkreis schon mit deren Erstgeräten kein Staub hinter deren Display zu erkennen ist, bei mir aber – wenn nichts dazwischenkommt – vier Anläufe dazu notwendig sind. Wobei ich ehrlich gesagt nicht glaube, dass auch beim vierten zu liefernden iPad die Display-Welt in Ordnung sein wird. Die Hotline-Drohnen werden vermutlich auch weiterhin sturzfreundlich bleiben und ich werde den UPS-Fahrer irgendwann zum Kaffee einladen müssen.

Frage: Was tun? Der nächste Apple Store ist in Frankfurt/Main, was mir ehrlich gesagt zu weit ist. Ich bin jetzt aber so weit, dass ich mir eigentlich kein Ersatz-iPad so lange mehr zuschicken lassen will, bis dann mal ein staubfreies darunter ist, sondern dass ich sehenden Auges ein iPad nach dem anderen ausgepackt haben möchte, bis ein staubfreies darunter ist, von wem auch immer.

Wie gesagt, ich bitte um Rat.

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Wo bist du, Flugzeug?

29. Mai 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Die Website radarvirtuel.com ist nicht erst, aber erst so richtig, durch die Aschewolke des isländischen Vulkanes Eyjafjallajökull bekannt geworden: Eine Website, die auf Basis von Google Maps eigene Layer mit offensichtlich genauen Positionen von Flugzeugen präsentiert. Wie funktioniert das aber?

Wir suchen dich nicht, sondern du sagst uns, wo du bist!

Die Überschrift sagt eigentlich schon fast alles. Jahrzehntelang war Flugüberwachung eine Geschichte, die ausschließlich per Funk und manueller Positionsangabe funktionierte. Der Pilot flog, schätzte in etwa, wo er war und gab das per Funk durch. Zur damaligen Zeit, als man noch nicht sonderlich hoch flog und im Himmel (und auf den Flugplätzen) nicht sehr viel passierte, war diese Methode recht brauchbar.

Die Erfindung des Radars verbesserte diese Situation dann schon gewaltig, denn nun konnten Flugsicherungen und Flughäfen tatsächlich schauen, was da oben im Himmel und unten auf dem Vorfeld tatsächlich passiert und das eben auch bei schlechtem Wetter oder nachts. Eine Radaranlage strahlte ein Radarsignal aus und anhand des Echos ließ sich dann alles beobachten, was sich oben im Himmel befand. Freilich brauchte man immer noch zwingend den Sprechfunk, um das fliegende Fluggerät zu identifizieren, aber das drohende Chaos im Himmel verbesserte sich deutlich.

Moderne Flugsicherung funktioniert immer noch per Radar und Sprechfunk, ist aber in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert worden. Selbst Kleinflugzeuge senden mit einem Transponder ihre Flugkennung aus, so dass auch die Identifizierung vollautomatisch passiert. Der Sprechfunk freilich ist immer noch die absolute Autorität.

Die Schwierigkeit dieses Verfahrens: Die Flugsicherungskapazitäten per Sprechfunk kommen an ihre Grenzen. Moderne Flughäfen wickeln Starts und Landungen im Minutentakt auf mehreren Bahnen gleichzeitig ab und die dazu erforderliche Koordinierung zwischen Flugsicherung und Flugzeug muss derzeit ausschließlich per Sprechfunk abgewickelt werden. Einfach jedes Flugzeug auf einem eigenen Kanal abzuwickeln, wäre zwar theoretisch denkbar, fällt aber schon deshalb aus, weil es ja nicht ganz unwichtig für parallel fliegende oder nachfolgende Flugzeuge ist, was da so nebenbei passiert. Der Trend führt also unweigerlich dazu, dass immer mehr Automatismen tatsächlich elektronisch kommuniziert werden müssen. Das muss nicht bedeuten, dass nur noch Maschinen untereinander kommunizieren, aber so Ansagen wie das Sinken einer Maschine auf eine niedrigere Höhe oder ein Kurswechsel lassen sich auch elektronisch mit Codes übermitteln und bestätigen.

Ein erster Schritt in diese zukünftige Entwicklung nennt sich Automatic Dependent Surveillance (ADS), mit dem die Positionsangabe des Flugzeuges automatisiert wird. Ein entsprechend ausgestattetes Flugzeug ermittelt dazu seine Position anhand eines GPS-Empfängers und stellt diese Information zusammen mit Fluginformationen bereit. Mit drei verschiedenen Übertragungsmodi wird dann sichergestellt, dass die Flugsicherung davon erfährt.

Ein Übertragungsmodus nennt sich ADS-B, wobei das “B” für Broadcast steht. Ein Flugzeug, dass einen ADS-B-Sender an Bord hat, strahlt sekündlich seine Position und seine Fluginformationen aus, die dann von Flugsicherungen empfangen und ausgewertet werden können – aber eben auch von Funkamateuren.

radarvirtuel.com macht nichts anderes als die Visualisierung der Positionsdaten, die Datenlieferanten in verschiedenen Regionen der Erde per ADS-B empfangen und an radarvirtuel.com übermitteln und das alles weitgehend in Echtzeit.

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