Ruckeln im Amazon Fire TV beseitigen.

Amazon Fire TV und sein kleiner Bruder Fire TV Stick sind zwei feine Hardware-Gerätschaften für den Fernseher. Einfach an den HDMI-Port angeschlossen, mit Strom versorgt, ins WLAN eingeklinkt und schon hat man einen echten Smart-TV, der fast jede fernsehseitige Smart-TV-Lösung um Längen schlägt.

Die Hardware in den Fire-TV-Geräten sollte eigentlich von Anfang an überzeugen, da die Gerätschaften verhältnismäßig üppig ausgestattet sind. Ich schreibe „sollte“, denn was bei der Wiedergabe von Filmen auf Fire-TV-Gerätschaften auffällt, ist ein Ruckeln, ungefähr alle halbe Sekunde. Dieses Ruckeln hat jedoch nicht mit vermeintlich fehlender Performance zu tun, sondern ist ein schlichtes Einstellungsthema.

Standardmäßig konfiguriert sich Fire TV beim erstmaligen Start von allein und übernimmt weitgehend die Vorgaben des Fernsehers für Bild und Ton – beides wird über HDMI ausgehandelt. Allerdings prallen beim Bildformat die althergebrachten Fernsehnormwelten zusammen. Genauer gesagt bei der Bildwiederholfrequenz. Denn während wir in Europa üblicherweise eine Bildwiederholfrequenz von 50 Hertz auf unseren Fernsehern haben (dahergebracht von den früheren Analogfernsehnormen PAL und SECAM und basierend auf der Wechselspannungsfrequenz von 50 Hertz), operiert die Fernsehwelt in vielen anderen Regionen – unter anderem in den USA – mit einer Bildwiederholfrequenz von 60 Hertz. Damit arbeitet die analoge Fernsehnorm NTSC.

Nun ist es modernen Flachbildschirmen relativ egal, mit welcher Bildwiederholfrequenz das ankommende Bildsignal angezeigt werden muss, da Flachbildschirme keinen Signalstrom mehr zeilenweise in einer Kathodenstrahlröhre durch die Gegend führen müssen. So ziemlich alle Flachbildfernseher kommen sowohl mit 24 Hertz (die eigentliche Bildfrequenz des kinematografischen Films), 50, 60 und noch ganz anderen Bildfrequenzen klar, dem digitalen Bildprozessor sei Dank.

Das Ruckel-Problem kommt aber dennoch von falschen Bildfrequenzeinstellungen, da Flachbildfernseher für den europäischen Markt meist auf 720p50 oder 1080p50 voreingestellt sind. Sprich: Fragt ein über HDMI angeschlossenes Gerät den Fernseher, welches Format ihm genehm sei, dann antworten europäische Fernseher eben gern mit diesen beiden Werten. Diese vom Fernseher vorgeschlagenen Werte übernimmt üblicherweise auch Fire TV.

Nun ist es aber leider so, dass viele Streamingdienstanbieter ihr Material aber mit 30 Hertz Bildfrequenz kodieren, so wie übrigens auch die meisten Smartphones und Unterhaltungskameras (z.B. GoPro) auch. Ergebnis von mit 30 Hertz Bildfrequenz kodierten Bildsignalen ist bei der Wiedergabe auf 25 Hertz Bildfrequenz eingestellten Fernsehern ein leichtes Bildruckeln.

Was hilft: Den Fire TV auf 60 Hertz Bildfrequenz einstellen. Das geht in den Einstellungen, dort unter „Töne und Bildschirm“, dort unter „Bildschirm“. Hier ist „Automatisch“ vorgewählt, geht man aber hier mit einem OK-Klick ins Menü, lässt sich unter anderem „1080p 60 Hertz“ auswählen. (Für Nicht-FullHD-Fernseher „720p 60 Hertz“). Auswählen, mit OK-Taste bestätigen, dann stellt sich der Fernseher entsprechend ein und einen kurzen Augenblick später ist das Bild wieder da. Und beim nächsten Film ist das Ruckeln weg (mit Ausnahme natürlich des üblichen kinematografischen Ruckelns, das entsteht, wenn die 24 Bilder des traditionellen Kinofilmes auf 30 Bilder hochgerechnet werden müssen).Diese Voreinstellung auf 60 Hertz Bildfrequenz macht übrigens auch bei modernen Spielekonsolen Sinn, denn meist ist das in Spielen verwendete Videomaterial für Zwischensequenzen etc. ebenfalls auf 60 Hertz Bildfrequenz optimiert.

Aktive versus passive Kühlung bei elektronischen Geräten.

Gestern hatte ich mal wieder so eine Frage auf Twitter beantwortet, die ich in meiner Sysadmin-Zeit immer wieder einmal zu beantworten hatte und deren Antwort schon immer einmal bloggen wollte. Nämlich die Frage, ob ein Router mit aktiver oder passiver Kühlung besser ist.

Der Unterschied zwischen aktiver und passiver Kühlung ist schnell erklärt: Passive Kühlung passiert bei einem Gerät, wenn die entstehende Abwärme über das Gehäuse und über den normalen Luftzug abgeführt wird. Es gibt also keinen Lüfter und auch keine eingebauten Flüssigkeitskreisläufe, sondern maximal Kühlkörper (erkennbar an aus Gehäuse herausstehenden Metallgerippen). Aktive Kühlung ist demzufolge das Gegenteil, also eben beispielsweise ein eingebauter Lüfter, der vor sich hinpropelliert und die Abwärme aus dem Gerät befördert.

Nun glaubt man natürlich erst einmal, dass ein aktiv gekühltes Gerät das bessere sei, denn immerhin wird es nicht so schnell warm. Der Lüfter oder ein anderes Kühlbauteil befördert die warme Luft ja nach draußen. Und tatsächlich sind aktiv gekühlte Geräte in der Regel auch äußerlich kühler, als passiv gekühlte.

Dennoch: Das Problem einer notwendigen Kühlung ist zuerst einmal die Entstehung von Abwärme. Abwärme ist ein Abfallprodukt eines Gerätes und per se nutzlos. Dazu kommt, dass eine aktive Kühlung nochmal zusätzlich Strom verbraucht, also das Problem verdoppelt.

Das Ziel eines sparsamen Geräts ist also zum einen, möglichst wenig Abwärme entstehen zu lassen und zum anderen eine eventuell entstehende Abwärme möglichst ohne weiteren Stromverbrauch abzuführen. Passive Kühlung ist also tatsächlich – aus der Sicht der notwendigen Leistung – die kostengünstigere Variante. Das ist natürlich nur die eine Seite der Medaille, denn ein Gerät, das mit einer passiven Kühlung zuverlässig arbeiten soll, muss andere thermische Anforderungen bestehen können. Da ist ein Netzteil, da sind logische Bausteine und da sind eine ganze Reihe von Kondensatoren und sonstigem elektronischem Zeug auf engem Raum untergebracht und alle wollen in bestimmten Temperaturkorridoren sein, um zu funktionieren. Also muss das Zusammenspiel geplant sein, ebenso das Gehäuse und das dann natürlich auch im Winter und im Sommer, bei Frost und bei Hitze.

So ein gut geplantes Thermokonzept kostet eine Menge Entwicklungs- und Testarbeit. Hat ein Hersteller dies aber in Griff, dann ist das Gerät mit passiver Kühlung tatsächlich das in der Regel wartungsärmere, wenn auch oft das teurere. Lüfter können kaputtgehen und die damit gekühlten Geräte in der Regel auch, wenn der Lüfter nicht mehr funktioniert.

Router kaputt. Router kaputt?

Mein Bloggerkollege Claus Malter klagte mir gerade auf Twitter sein Leid: Als Münchner war er auch vom Großen Stromausfall™ betroffen und danach war sein Router tot. Welchen neuen Router ich denn empfehlen würde (natürlich immer eine Fritzbox).

Aber vor dem Kauf eines neuen Routers sollte man immer prüfen, ob denn tatsächlich der Router kaputt ist und nicht vielleicht nur das Netzteil. Das Netzteil praktisch aller gängigen DSL-Router ist ein einziger vergossener Block, aus China importiert und kaum mehr wert, als eine Handvoll Euro. Je billiger der Router, desto billiger das Netzteil und das einzige, was Netzteile in Deutschland nicht dürfen, ist explodieren. Alles andere traue ich den Billigbrühwürfeln aus Fernost problemlos zu, vor allem das jämmerliche Eingehen bei Stromspitzen im Stromnetz.

Ist also der Router tot, dann versuche es erst einmal mit einem anderen Netzteil. Hat man einen guten Draht zum Verkäufer, schließt er den Router mal an ein neues Netzteil an, ansonsten kann man auch mal herumhören, ob im Bekanntenkreis jemand elektronisch versiert ist und ein Spannungsmessgerät besitzt (und auch bedienen kann). Damit lässt sich zuverlässig prüfen, ob das Netzteil des DSL-Routers auch tatsächlich noch das liefert, was aufgedruckt ist.

Ist nur das Netzteil hinüber, braucht es logischerweise ein neues. Ein Originalnetzteil ist natürlich das einfachste, allerdings in der Regel auch das teuerste, denn Hersteller von elektronischen Geräten lassen sich ihr Ersatzteilzubehör üppigst bezahlen. Im Falle eines Netzteiles kann man aber durchaus auf einstellbare Universalnetzteile zurückgreifen, die es im Handel gibt. Vielleicht nicht unbedingt die Gerätschaften aus der Billigfraktion, denn die sind in der Regel genau so müllig, wie die OEM-Netzteile von billigen DSL-Routern und vor allem gern unstabilisiert. Sprich: Die Spannung und die Stromstärke variiert je nach Verbraucher und zieht der Verbraucher ordentlich Strom, fällt die Spannung, was mitunter dann dafür sorgt, dass der Verbraucher einfach aus geht.

In Sachen Netzteile kann man sich dann auch sehr falsch beraten lassen. Wichtig sind nämlich eigentlich nur zwei Dinge:

  • Die Spannung, auf die das Netzteil herunterspannt (also z.B. 12 Volt),
  • der Stecker auf der Seite des heruntergespannten Stromes.

Beim Stecker ist es meist so, dass für die meisten elektronischen Kleingeräte ein Rundstecker eingesetzt wird. Der sieht auf den ersten Blick immer gleich aus, den gibt es aber in zig Außen- und Innendurchmessern und dann auch noch in der Spezialität, dass es keine einheitliche Spezifikation darüber gibt, wer von Innen- und Außenleiter Plus und Minus ist. Man nimmt also am einfachsten das alte Netzteil zum Fachhändler mit, damit der das passende Ersatznetzteil finden kann oder schaut sich vorher den Aufkleber auf dem Netzteil sehr genau an und schreibt sich das auf, was das Netzteil herunterspannt (nicht sinnigerweise das, was das Netzteil von der normalen Haushaltssteckdose will, denn das wissen meist auch die dümmsten Verkäufer).

Und woran du erkennst, ob ein Fachhändler taugt oder nicht: Er bewertet die Leistung des Netzteiles richtig.

Wenn zum Beispiel auf dem Netzteil steht, dass es einen Ausgangsstrom mit 12 Volt Spannung und 1,2 Ampere Stromstärke liefert (das liest sich dann meist so: „12 V 1,2 A max.“), dann bedeutet der Wert der Stromstärke, dass dies die Obergrenze ist, nicht die Untergrenze.

Sprich: Liefert das alte Netzteil bei 12 Volt eine Stromstärke von 2 Ampere maximal, dann ist ein Ersatznetzteil, das nur 1 Ampere maximal liefert, zu unterdimensioniert. Findet man in diesem Beispiel ein Ersatznetzteil mit einer Ausgangsleistung von meinetwegen 2,5 Ampere, dann kann man das problemlos nehmen und muss keine Angst haben, dass „zu viel Strom vom Netzteil kommt“. Der Wert der Stromstärke gibt nur das an, was das Netzteil maximal liefern kann, wenn der Verbraucher es auch vom Netzteil zieht. Braucht der Verbraucher weniger, als das Netzteil liefern kann, dann ist das Netzteil zwar genau genommen überdimensioniert, aber dem Netzteil ist das relativ egal.

Und nein, ein überdimensioniertes Netzteil verbraucht auch nicht automatisch viel mehr Strom, wenn ein unterdimensionierter Verbraucher daran nuckelt. Es verbraucht genau den Strom, der eben auf der Ausgangsseite gebraucht wird (plus natürlich einem Verlust aufgrund der Umspannung).

Berlin-Motto 2012 – „Benjamin Franklin“.

Jeder meiner bisherigen Berlin-Besuche steht unter einem Motto, das sich normalerweise im Laufe des Aufenthaltes findet. Man besucht irgendetwas, sieht irgendjemanden, macht eine Erfahrung und so weiter und so fort. So auch dieses Jahr, als ich am 30. April eigentlich zur re:publica 2012 anreisen wollte. Alles war gebucht, ich fand mit einem unfreiwilligen Zwischenstopp nach dem zweiten Anlauf sogar den richtigen ICE in die richtige Richtung und kam gegen 22 Uhr auch in Berlin an, wo mich mein alter Freund Timo abholte. Ein kurzer Besuch bei einem Schnellimbiss sollte eigentlich danach bei ihm zu Hause in der WG mit einem kühlen Bier zu einem versöhnlichen Abschluss des Tages führen. Allerdings ging es dann erst so richtig los.

Denn kurz vor Mitternacht merkte ich, wie mein Blutdruck einen gewaltigen Sturzflug machte. Ein kurzes Überprüfen mit einem Blutdruckgerät ergab irgendeinen recht niedrigen Wert, vor allem aber einen nicht mehr so richtig messbaren Puls. Das kam mir dann nach etwa 10 Minuten so merkwürdig vor, dass ich mich selbst in das nahegelegende Krankenhaus Waldfriede einlieferte. Und das war auch nicht sonderlich falsch, denn der Rettungsassistent diagnostizierte nach dem ersten EKG einen Puls von über 200 und die diensthabende Ärztin verfrachtete mich in der Notaufnahme auf eine Liege. Dort empfing ich in einer Stunde über zwei eiligst gelegte Zugänge erst einmal drei Spritzen Betablocker, die jedoch allesamt nicht halfen. Mein Herz flatterte munter vor sich hin und wollte sich nicht beruhigen lassen.

Das wurde dann der Ärztin zu bunt und sie empfahl mir, dass sie jetzt einen Notarzt ruft, der mich dann – und hier kommen wir zum Motto – in das Benjamin-Franklin-Klinikum der Charité in Steglitz transportieren würde, wo eine gut ausgestattete Kardiologie weitere Schritte unternehmen könne. Gesagt, getan, nach wenigen Minuten lag ich in einem Rettungswagen und wir fuhren mit Blaulicht und Tatütata nach Steglitz. Bzw. rumpelten dahin, die Erfahrung einer Rettungswagenfahrt muss man nicht machen. Geschüttel, Druck in der Brust, Martinshorn, besorgte Gesichter, Gepiepse und ein leichter Anflug von Panik sind eine ziemlich unangenehme Mischung.

Im Benjamin-Franklin-Klinikum landete ich in der Intensivstation der Kardiologie. Auch hier wurde nochmals Betablocker verabreicht und allerlei Flüssigkeiten, die jedoch ebenfalls alle nicht halfen. In der Zwischenzeit zeigte die Uhr 3 Uhr und der Notarzt kündigte mir in bemerkenswert ruhigen Worten an, dass er jetzt folgendes machen wolle: Eine Kurznarkose von ein paar Minuten und einen kleinen Elektroschock, um meine Pumpe mit einem externen Impuls wieder auf Takt zu bringen. Da mir die fast vier Stunden Flattern schon sichtlich zusetzten und ein Herzflattern gar nicht ganz so ungefährlich ist, weil es auch ganz zügig in gefährliches Kammerflimmern überwechseln kann, stimmte ich dem zu. Fünf Minuten später wachte ich auf und sowohl Puls, als auch Blutdruck waren wieder da, wo sie normalerweise sind. Ich sah als erstes den Notarzt, der auf den Überwachungsmonitor schaute und meinte: „Als ob nichts gewesen wäre.“

Doch, da war was. Und die nächsten 14 Tage bis einschließlich gestern verbrachte ich in Berlin im Benjamin-Franklin-Klinikum, abwechselnd in der Intensiv- und der Normalstation der Kardiologie. Drei Herzkatheter, unendlich viele Blutproben und EKG später bin ich nun seit letzten Donnerstag Besitzer eines so genannten Implantierbaren Kardioverter/Defibrillators (ICD), der nun in meiner Brust ständig und rund um die Uhr darauf aufpasst, ob mein Herz „richtig“ schlägt“ und im Falle des Falles mit entsprechenden Impulsen darauf zu reagieren und wieder den Normalstand einzustellen. Dieser kleine ICD sieht im Röntgenbild, das mir die Charité auf meine Nachfrage hin freundlich zur Verfügung stellte, so aus (Ansicht von vorn):

Wichtig sind die zwei abgehenden Elektroden, die führen nämlich per Vene zu meinem Herzen. Das andere Drahtgedöhns gehört primär nicht dazu, die gehören zu den vorübergehend während der OP aufgeklebten EKG-Pads auf meiner Brust. Die jetzt auf Schulterhöhe eine ca. 5 Zentimeter große, tatsächlich schöne Narbe hat (meine erste Narbe!) und dank diverser Unverträglichkeiten gegenüber EKG-Pads und Pflaster aussieht wie mitten in der Pubertät. Dafür war die ICD-Implantierung eine derart lässige Operation unter lokaler Anästhesie, dass ich sie fast schon in gechillter Atmosphäre in Erinnerung habe, inklusive nettem Plausch mit der Chirurgin.

Der ICD macht tatsächlich die meiste Zeit – nichts. Ich spüre ihn nicht und das aktuell noch vorhandene, leichte Druckgefühl kommt wohl davon, dass der kleine Kollege hinter dem Brustmuskel platziert ist. Wie es sich anfühlen wird, wenn es tatsächlich einmal zum Fall der Fälle kommt und der ICD stimulierend auf mein Herz einwirken muss, wird sich zeigen, wobei dieses hübsche Gerät eine ganze Reihe von Programmen intus hat und sehr individuell therapieren kann. Die Sorge darüber, wie sich das anfühlt, ersetzt jedoch die Sorge, dass ich so eine Show wie vor zwei Wochen nicht mehr wirklich haben möchte. Und schon gar nicht dann, wenn ich nicht zufällig in der Nähe von einer der besten Kliniken zu diesem Thema verweile.

Was war nun los?

Das ist eine spannende Frage, die sich die Charité noch stellt, denn eigentlich ist mein Herz soweit recht gesund. Es pumpt ordentlich, hat eine weitgehend normale Größe und ist in einem alterstypischen Zustand. Was genau die Rhythmusstörungen auslöst, wird nun in den nächsten Wochen anhand der Gewebeproben, die völlig schmerzlos per Katheter gezogen wurden, untersucht.

Zumindest ist es nichts akutes, so dass ich gestern, vier Tage nach Einsetzen des ICD, schon wieder entlassen wurde und inzwischen auch wieder in Pforzheim am Tisch sitze und blogge. Der Rest wird sich zeigen.

Privatsphäre? Warum so offen?

Das ist übrigens eine Frage, die mir ein Arzt stellte, als ich ihn um Röntgenbilder bat. Die habe ich ihm folgendermaßen beantwortet:

So ein Gerät kann ich zwar verheimlichen, seine Wirkung jedoch im Ernstfall nicht verstecken. Dazu kommt, dass ich meinem Freundeskreis an dieser Stelle nichts zu verheimlichen habe, so wie es beispielsweise viele Diabetiker ebenfalls tun. Meine Krankenversicherung weiß dank der gewaltigen Rechnung, die da kommen wird, ebenfalls Bescheid und allen anderen Versicherungen muss ich vor einem eventuellen Abschluss eines relevanten Vertrages sowieso Auskunft geben. So what?

Viele Menschen haben Herzstolpern und in den allermeisten Fällen ist dieses Stolpern auch ungefährlich und bleibt folgenlos. Es ist jedoch immer sehr sinnvoll, alle atypischen Herzrhythmusstörungen untersuchen zu lassen. Das ist oftmals komplett schmerzlos und selbst eine Herzkatheteruntersuchung ist kein großer Eingriff.

Aber: Geht zum Arzt, wenn euch irgendetwas an eurem Herz (oder natürlich auch sonstwo in eurem Körper) nicht gefällt. Ein EKG ist sehr schnell gemacht, aus Symptomen können Ärzte eingrenzen, ob man weiter untersuchen sollte und das Risiko, dass etwas passiert, ist schon deutlich kleiner. Und wenn euch danach ein Stein vom Herzen fällt, wisst ihr auch, warum die Redewendung genau so lautet.

Tischgebläse.

Kann man in so einem informationsschweren Weblog wie diesem eigentlich über so profane Dinge wie einen Tischventilator schreiben? Nein, sicherlich nicht und darum tun wir das hiermit auch. Sagen Sie hier mal brav „Guten Tag“ zu meinem Tischventilator, Marke Helios, Modell PT 16, Baujahr 1974, im Jahre 1989 aus dem Sperrmüll gerettet und seitdem an warmen Sommermonaten im Einsatz:

Das schicke Gerät bringt alles das mit, was in den 1970er Jahren angesagt war. Extrem spartanische Ausstattung, nämlich einfach gar nichts, außer Propeller, Kabel und Steckdose. Kein Schalter, kein Tasten für verschiedene Drehzahlen, keine Schwenkautomatik, kein Schutzgitter. Stattdessen gibt es einfach nur einen Plastikpropeller, in den man mit nur wenig Mut auch schon mal reinfassen kann, eine unbestechliche Laufleistung von nun eben 37 Jahren und ein Plaste-Aussehen, wie es eben einmal schick war. Mit dem Retro-Design und den scheußlichen Brauntönen erzeugt man bei echten Kennern des Sixties Design feuchte Augen. Passt wunderbar zu Zimmern mit gelbbraunen Wellentapeten, Flokati-Teppichen, orangefarbenen Kugelleuchten und weißen Klarlackmöbeln. Oder auch auf ein Terminal einer PDP-11.

Was der Tischventilator wirklich allen seinen modernen Freunden voraus hat, sind zwei Dinge. Er ist extrem pflegeleicht und muss nur alle paar Jahre auseinandergeschraubt werden, um die Lager für den Läufer des Elektromotors einzufetten, damit das Ding nicht anfängt zu quietschen. Und zum anderen ist er mit seinem Verbrauch von 24 Watt pro Stunde tatsächlich ein noch richtig sparsamer Tischventilator. Unter 50 Watt/Stunde bekommt man heute kaum noch etwas.

Telefongespräche mitschneiden mit der Fritzbox 7270.

Durch Zufall habe ich gerade beim Telefonieren mit meinem AVM Fritzfon MT-D eine Funktion gefunden, die ich bis dato gar nicht kannte und lange Zeit so vermisste, dass ich vor Monaten einmal einen Verbesserungsvorschlag dahingehend an AVM geschickt hatte und das nun offenbar in der Labor-Firmware für die Fritzbox 7270 integriert ist. Denn: Plötzlich ist die Funktion da (und die ist garantiert erst in der letzten Zeit hinzugekommen). Ich kann als Gesprächspartner nun ein Gespräch über den eingebauten Anrufbeantworter mitschneiden. Yeah!

Es ergibt sich immer wieder die Situation, dass ich in einem Telefongespräch Dinge mitgeteilt bekomme, die ich beispielsweise in einem Blog-Artikel weiterverarbeiten muss. Oft passiert es, dass ich nicht an meinem Tisch sitze und dann hektisch nach Papier und Stift suchen muss und dann trotz Mitschreibens immer noch Rückfragen bleiben. Ich mag diese Art von Ineffizienz überhaupt nicht, zumal ich es gewohnt bin, am Telefon direkt nachzufassen. Da dann gleichzeitig noch das erfahrene Wissen der letzten Sekunden mitzustenografieren, ist Käse, auch wenn an dieser Stelle jetzt vermutlich eine Menge Journalisten aufschreien würden.

Nun drücke ich während einem Telefongespräch mit dem Fritzfon MT-D (funktioniert mit anderen Fritzfonen auch) auf die Menü-Taste und das Fritzfon fragt brav, ob mitgeschnitten werden darf:

Wird dies bestätigt, muss man nur noch auswählen, auf welchem Anrufbeantworter man aufzeichnen möchte (es gibt in der Fritzbox ja die Möglichkeit, mehrere Anrufbeantworter mit unterschiedlichen Zielen einzurichten) und schon läuft der Mitschnitt. Wird das Gespräch beendet, meldet die Fritzbox eine eingehende Nachricht auf dem Anrufbeantworter und der Mitschnitt ist auf diese Weise abhörbar. Und wer seinen Anrufbeantworter so eingerichtet hat, dass eingehende Nachrichten per E-Mail zugestellt werden, hat den Mitschnitt wenige Sekunden später auch in seiner Mailbox, komplett auch mit dem eigenem Geschwafel. So perfekt gelöst, es geht gar nicht perfekter.

iPad-Odyssee, nächster Part.

Es war mal wieder Zeit für den quartalsweisen Anruf beim Apple-Support in Sachen iPad-Austausch. Der zweite Austauschversuch im vergangenen November schlug bekanntlicherweise fehl, weil auch das dritte Gerät das gleiche Staubproblem hatte, wie Gerät Nummer 1 und 2, so dass ich kurzerhand das Gerät Nr. 2 behielt, da Gerät Nr. 3 neben dem Staub auch noch einen Pixelfehler im Display mitbrachte. Entschuldigung, aber für ein 700 Euro teures Gerät sind diese zwei Fehler zwei Fehler zu viel.

Also, heute der x-te Anruf. Die geplante Ansage war dabei für mich klar, ich möchte einen weiteren Austausch, allerdings ausdrücklich keine Refurbish-Kiste, sondern ein originalverpacktes Neugerät. Dazu garniert mit der Ansage, dass zwei Austauschversuche aus meiner Sicht genug sind und ich eigentlich davor stehe, „das meinem Anwalt zu übergeben“. (So am Rande: Drängt man den First-Level-Support in die Enge, gibt es interessante Details. Ein solches Detail ist, dass Apple-intern ein Neugerät erst dann ausgeliefert wird, wenn drei Austauschversuche mit wiederaufbereiteten iPads fehlschlagen. Ich hatte immerhin schon zwei… nein, darauf bin ich erst gar nicht eingegangen, ich bin ja hier nicht das Prüfinstitut für die Apple-Werkstatt.)

Gut, ich bin wirklich kein Freund von roher Gewalt, allerdings weiß man nach jahrelanger Support-Erfahrung, dass bei bestimmten „Keywords“ bestimmte Glöckchen klingeln und der First-Level-Support den Ratschlag des Second-Level-Supports einholen muss und an dieser Stelle war es aus meiner Sicht angebracht. Die Ansage kam dann auch an, die Mitarbeiterin hielt Rücksprache und verband mich zu einem anderen Mitarbeiter. Das ist dann offenbar der Feuerwehrmann, der für die Supportfälle zuständig ist, die durch das Raster fallen.

Er nahm sich dem Thema an, nahm die Nummer des Kaufbeleges auf, erbat sich Zeit zur Abklärung und rief dann tatsächlich auch um 20 Uhr zurück. „Kulanterweise“ erkläre sich Apple bereit, das zu beanstandende iPad nun gegen ein Neugerät auszutauschen. Also gut, so soll es sein. Morgen werde ein anderer Mitarbeiter anrufen und dann TNT beauftragen, das Gerät mitsamt Originalverpackung abzuholen, das wird dann „geprüft“ und ein neues Gerät wird dann über den üblichen Versandweg per UPS ausgeliefert. Darüber schüttle ich schon gar nicht mehr den Kopf. Immerhin – es geschieht etwas, dem Support-Menschen gebührte dann auch ein Dank.

Witzigerweise scheint der gesamte Vorgang tatsächlich eine Art Stornierung des Kaufes und Neuanlage zu sein. Denn der Mitarbeiter informierte mich noch, dass morgen der Mitarbeiter fragen wird, wie das mit dem AppleCare-Supportpaket weitergehen solle. Das könne man zwar für das Neugerät übernehmen, dann würden mir aber die Tage seit dem Kauf fehlen. Die Lösung ist, dass man wohl mit dem Vorgang auch den AppleCare-Vertrag auflösen und sich den Restbetrag über die Zeit bis zum Vertragsende auszahlen lassen kann, um dann mit einem neuen Apple-Care-Vertrag ab dem Datum der Lieferung des Neugerätes frisch anfangen zu können. Keine Ahnung, wer sich diese Komplexität ausgedacht hat, letztendlich macht es die inzwischen tiefrote Apple-Verdienstbilanz für meine iPad-Odyssee noch ein Stückchen roter.

Die staubreiche iPad-Odyssee.

Das im Sommer gekaufte iPad hat inzwischen einen ungeahnten Spaßfaktor – ich kenne meinen für meinen Bezirk zuständigen UPS-Fahrer richtig gut. Denn in Sachen iPad kommt er morgen zum fünften Mal bei mir vorbei und allen Anschein nach können wir uns die Abschiedszenen dabei sparen, da wir uns noch mindestens zweimal sehen werden in den nächsten Tagen. Und das nette dabei ist: Die Zeche zahlt Apple.

Natürlich hat alles einen eher ernsten Hintergrund, nämlich die offensichtlich schlampige Art und Weise, wie Apple seine iPads zusammenschraubt. Gut, ein modernes Display ist eine Geschichte, die nicht ganz so unkomplex ist. Wollen wir mal hier angemerkt haben. Moderne Displays sind so aufgebaut, dass man als Benutzer nicht direkt darauf herumtippt, sondern auf einer Scheibe, die über dem eigentlichen Display liegt und dazwischen ein kleiner Spalt ist.

Staub ist bei allen solchen Display-Aufbauten ein Thema und es ist bei jedem Hersteller eine eigene Kunst, die Displayeinheiten so zu bauen, dass dieser Spalt möglichst so geschützt ist, dass kein Staub eindringen kann, da dieser logischerweise, wenn man eben auf das Display schaut, besonders gut erkennbar. Im einfachsten Fall dann, wenn das Display ausgeschaltet und schwarz ist, aber im schwereren Fall auch während dem Betrieb, wenn die Staubkörnchen so groß sind, dass man kleine Flecken sieht, wenn man auf das Display starrt.

Das erste iPad, das im Sommer aus China kam, hatte ein zunächst staubfreies Display, das sich allerdings im Laufe der Zeit änderte. Jede Woche kam ein Staubkörnchen hinzu, was vermutlich daran lag, dass der Dichtring zwischen Aluminiumgehäuse und Schutzscheibe von Anfang an nicht wirklich dicht war und unmittelbar nach dem Auspacken auch zur Hälfte heraushing. Gut, kann passieren, wobei ich zu diesem Zeitpunkt wusste, dass ich mir unbedingt einen „AppleCare Protection Plan“ kaufen muss, weil es in meinem Bauch rumorte. Das tut es immer, wenn ich merke, dass eine Geschichte mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so schnell ein glückliches Ende finden wird. Ja, Bauch hatte recht.

Das Austausch-iPad bestellte ich Anfang November und das hatte konsequenterweise direkt nach dem Auspacken schon ein Staubkorn hinter der Scheibe und dann auch gleich ein wunderbar weißes und quadratisches. Das beanstandete ich gestern, so dass auch gleich ein drittes iPad seinen Weg zu mir suchte, das heute kam. Und das, noch viel konsequenter, diesmal ein richtig hübsch verstaubtes Display hat. Wieder ein schönes, helles, quadratisches, ziemlich in der Mitte und dann noch zur Garnierung ein paar kleine, verteilt auf den Rest des Displays.

Das hebt die Stimmung. Und noch viel mehr, als ich vorhin mal auf die Idee gekommen bin, darüber nachzudenken, warum die beiden Staubkörnchen auf beiden iPads so ähnlich aussehen. In dem Austauschkarton, den Apple liefert, finden sich eine Reihe von weiteren Staubkörnchen, die alle genauso aussehen. Die Dinger liegen da alle in ihrem Dreck, mutmaßlich (da noch iOS 3.2) schon durchaus ein paar Wochen und den Rest erledigt dann vermutlich die unzureichende Dichtung. Wie man es auch immer dreht, es ist ziemlich unlustig.

Immerhin sind die Hotline-Mitarbeiter weitgehend freundlich und stimmen mir bei den Anrufen zu, dass man bei einem 700 Euro teuren Gerät durchaus erwarten kann, dass es ohne Staubeinschlüsse daherkommt und eine gewisse Dichtigkeit der Display-Einheit mitbringt. Zumal im Bekanntenkreis schon mit deren Erstgeräten kein Staub hinter deren Display zu erkennen ist, bei mir aber – wenn nichts dazwischenkommt – vier Anläufe dazu notwendig sind. Wobei ich ehrlich gesagt nicht glaube, dass auch beim vierten zu liefernden iPad die Display-Welt in Ordnung sein wird. Die Hotline-Drohnen werden vermutlich auch weiterhin sturzfreundlich bleiben und ich werde den UPS-Fahrer irgendwann zum Kaffee einladen müssen.

Frage: Was tun? Der nächste Apple Store ist in Frankfurt/Main, was mir ehrlich gesagt zu weit ist. Ich bin jetzt aber so weit, dass ich mir eigentlich kein Ersatz-iPad so lange mehr zuschicken lassen will, bis dann mal ein staubfreies darunter ist, sondern dass ich sehenden Auges ein iPad nach dem anderen ausgepackt haben möchte, bis ein staubfreies darunter ist, von wem auch immer.

Wie gesagt, ich bitte um Rat.

Wo bist du, Flugzeug?

Die Website radarvirtuel.com ist nicht erst, aber erst so richtig, durch die Aschewolke des isländischen Vulkanes Eyjafjallajökull bekannt geworden: Eine Website, die auf Basis von Google Maps eigene Layer mit offensichtlich genauen Positionen von Flugzeugen präsentiert. Wie funktioniert das aber?

Wir suchen dich nicht, sondern du sagst uns, wo du bist!

Die Überschrift sagt eigentlich schon fast alles. Jahrzehntelang war Flugüberwachung eine Geschichte, die ausschließlich per Funk und manueller Positionsangabe funktionierte. Der Pilot flog, schätzte in etwa, wo er war und gab das per Funk durch. Zur damaligen Zeit, als man noch nicht sonderlich hoch flog und im Himmel (und auf den Flugplätzen) nicht sehr viel passierte, war diese Methode recht brauchbar.

Die Erfindung des Radars verbesserte diese Situation dann schon gewaltig, denn nun konnten Flugsicherungen und Flughäfen tatsächlich schauen, was da oben im Himmel und unten auf dem Vorfeld tatsächlich passiert und das eben auch bei schlechtem Wetter oder nachts. Eine Radaranlage strahlte ein Radarsignal aus und anhand des Echos ließ sich dann alles beobachten, was sich oben im Himmel befand. Freilich brauchte man immer noch zwingend den Sprechfunk, um das fliegende Fluggerät zu identifizieren, aber das drohende Chaos im Himmel verbesserte sich deutlich.

Moderne Flugsicherung funktioniert immer noch per Radar und Sprechfunk, ist aber in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert worden. Selbst Kleinflugzeuge senden mit einem Transponder ihre Flugkennung aus, so dass auch die Identifizierung vollautomatisch passiert. Der Sprechfunk freilich ist immer noch die absolute Autorität.

Die Schwierigkeit dieses Verfahrens: Die Flugsicherungskapazitäten per Sprechfunk kommen an ihre Grenzen. Moderne Flughäfen wickeln Starts und Landungen im Minutentakt auf mehreren Bahnen gleichzeitig ab und die dazu erforderliche Koordinierung zwischen Flugsicherung und Flugzeug muss derzeit ausschließlich per Sprechfunk abgewickelt werden. Einfach jedes Flugzeug auf einem eigenen Kanal abzuwickeln, wäre zwar theoretisch denkbar, fällt aber schon deshalb aus, weil es ja nicht ganz unwichtig für parallel fliegende oder nachfolgende Flugzeuge ist, was da so nebenbei passiert. Der Trend führt also unweigerlich dazu, dass immer mehr Automatismen tatsächlich elektronisch kommuniziert werden müssen. Das muss nicht bedeuten, dass nur noch Maschinen untereinander kommunizieren, aber so Ansagen wie das Sinken einer Maschine auf eine niedrigere Höhe oder ein Kurswechsel lassen sich auch elektronisch mit Codes übermitteln und bestätigen.

Ein erster Schritt in diese zukünftige Entwicklung nennt sich Automatic Dependent Surveillance (ADS), mit dem die Positionsangabe des Flugzeuges automatisiert wird. Ein entsprechend ausgestattetes Flugzeug ermittelt dazu seine Position anhand eines GPS-Empfängers und stellt diese Information zusammen mit Fluginformationen bereit. Mit drei verschiedenen Übertragungsmodi wird dann sichergestellt, dass die Flugsicherung davon erfährt.

Ein Übertragungsmodus nennt sich ADS-B, wobei das „B“ für Broadcast steht. Ein Flugzeug, dass einen ADS-B-Sender an Bord hat, strahlt sekündlich seine Position und seine Fluginformationen aus, die dann von Flugsicherungen empfangen und ausgewertet werden können – aber eben auch von Funkamateuren.

radarvirtuel.com macht nichts anderes als die Visualisierung der Positionsdaten, die Datenlieferanten in verschiedenen Regionen der Erde per ADS-B empfangen und an radarvirtuel.com übermitteln und das alles weitgehend in Echtzeit.

Sat-Receiver TechniSat Digit HD8-S.

Die regelmäßigen Blog-Leser werden sich ja daran erinnern, dass ich in Sachen Sat-Receiver eine halbe Odyssee hinter mir habe. In der Zwischenzeit zähle ich den fünften Sat-Receiver, den innerhalb von fünf Jahren besessen habe und irgendwann erreicht man als jemand, der zwar technisch nicht ganz unbegabt ist, der aber diesen ganzen Sat-Kauderwelsch für höchst unlogisch hält, an seine Belastungsgrenzen. Satellitenfernsehen ist ein technisches Mienenfeld, dass dadurch komplizierter gemacht wird, weil so viele Deppen Sat-Techniker sind und die Techniksprache deshalb vor Anachronismen und Unklarheiten nur so strotzt.

Dass mag noch alles gut sein, wenn man nur Astra empfängt, aber in unserem Fall soll bitteschön auch Türksat zu empfangen sein, weil mein Vater sehr an heimatlichen Programmen interessiert ist. Und da kommt dann noch das Chaos auf dem Türksat-Satelliten hinzu, wie es sich für eine mediterran geprägte Technikkultur eben gehört. Es muss also ein Sat-Receiver her, der zum einen HDTV nach dem DVB-S2-Standard versteht, damit einen HDMI-Ausgang mitbringt und der möglichst einfach zu konfigurieren und später auch einfach zu bedienen ist. Ein Ding der Unmöglichkeit.

Nach wirklich elend langer Recherche bin ich Ende Sommer 2009 (ja, so lange steht der Receiver schon bei mir und so lange habe ich darüber nicht gebloggt) auf den TechniSat Digit HD8-S gestoßen und habe das Ding sofort für 299 Euro gekauft.

Und schon beim Kauf beginnen die Abgrenzungen zum sonstigen Elektroschrott, der sich als HDTV-fähige Sat-Receiver in den Regalen breitmacht: Die höherwertigen Sat-Receiver, und dazu gehört der Digit HD8-S, gibt es nicht überall an jeder Ecke zu kaufen, sondern nur bei autorisierten TechniSat-Händlern. Das ist ein Grund dafür, dass es die hochwertigen TechniSat-Modelle in Online-Shops nur in homöopathischen Dosen gibt. Damit will man vermutlich den Einzelhandel stärken, allerdings bringt das auch ggf. den Verdacht mit, dass TechniSat-Modelle unverkäuflich sein. Das ist allerdings ein echter Trugschluss, denn der gekaufte Sat-Receiver ist bis zum heutigen Tage ein guter Kauf.

Auspacken und die Schnittstellen

Der Digit HD8-S bringt alle gängigen Schnittstellen mit, die ein Sat-Receiver heutzutage mitzubringen hat:

2 SCART-Ausgänge, 1 analoger Video-Ausgang (FBAS), 1 analoger Komponentenausgang (3 x Cinch) ein analoger Audio-Ausgang (2 x Cinch), jeweils ein optischer und elektrischer Audio-Digitalausgang, 2 USB-Anschlüsse (vorn und hinten), 1 SD-/MMS-Card-Slot, 1 Compact-Card-Slot, 1 HDMI-Ausgang, 1 Ethernet-Anschluss.

Der Ethernet-Anschluss verspricht übrigens mehr, als er wirklich kann, denn der Sat-Receiver lässt sich zwar problemlos in ein Heimnetzwerk einbinden, über den eingebauten Webserver lässt sich aber nur die Aufnahmeprogrammierung ansteuern und bedienen. Immerhin kann man so von der Ferne aus Sendungen aufnehmen. Zweifellos hätte man aus dem Ethernet-Anschluss aber viel mehr machen können.

Stichwort: Common Interface und (kein) CI+

In Sachen Common-Interface-Schnittstellen gibt es zwei Schächte, die beide nicht für CI+ vorbereitet sind. Und das ist auch gut so, denn das Plus-Zeichen besagt keinesfalls, dass CI+ besser als das normale Common Interface ist, denn CI+ kommt mit Restriktionsmöglichkeiten einher, die es Inhaltsanbietern ermöglicht, Sendungen mit Restriktionen zu belegen, beispielsweise Aufzeichnungsverbote oder fehlende Möglichkeiten zum Überspringen von Werbeblöcken. Merke: “CI+ ist Minus!”

Für Geräte mit normalem Common Interface bedeutet dies im Klartext, dass das Angebot von “HD Plus”, dem Astra-Paket, in dem die Programme von RTL und Sat1ProSieben ausgetrahlt werden, nur mit einem zusätzlichen CI-Modul entschlüsselt werden können und dieses Modul keinesfalls mit allen Sat-Receivern funktionieren wird. Der Digit HD8-S gehört aber zu den Geräten, für das im Laufe des Jahres ein entsprechendes Modul verfügbar sein wird und da der Digit HD8-S keinen CI+-Schacht hat, wird eben auch nicht alles verbotene nicht funktionieren. 😉

Der Digit HD8-S ist also möglicherweise der letzte hochwertige Sat-Receiver von TechniSat ohne CI+, was ihn zweifellos noch interessanter macht, zumal es mit dem Digit HD8+ schon einen potentiellen Nachfolger mit CI+ gibt. Es kann also passieren, dass es den Digit HD8-S so möglicherweise nicht mehr lange gibt.

Installation

Die einmalige Einrichtung ist, man muss es so sagen, idiotensicher. Während wirklich praktisch jeder Sat-Receiver kryptisch einzurichten ist und manuelle Sendersuchläufe notwendig sind, hat TechniSat hier schon vor Jahren aufgeräumt und Maßstäbe gesetzt.

Nach dem erstmaligen Einschalten hat man nur einige wenige Parameter einzustellen: Normale Schüssel oder eine drehbare? Multiswitch? Und danach wird nur noch ausgewählt, an welchem Port des/der Multiswitch(e) welcher Satellit angepeilt wird. Fertig. Der Digit HD8-S prüft anhand hinterlegter Parameter, ob das auch so stimmt. Stimmen sie, ist kein Sendersuchlauf erforderlich, denn die TechniSat-Receiver holen sich über einen eigenen Feed die jeweils aktuellen Programmlisten, die TechniSat zentral pflegt. Das Ding ist also tatsächlich nach fünf Minuten nicht nur empfangsbereit, sondern auch programmaktuell am Start.

Und da TechniSat “made in Germany” ist und man in Deutschland nicht nur ein Drittes Programm hat, sondern mehrere, fragt der Receiver sogar, welches “Dritte Programm” denn das zuständige ist und sortiert das entsprechend. Feinheiten, die allerdings den Vorsprung machen.

Zum Vorsprung gehört auch, dass die Programmlisten regelmäßig aktualisiert werden (ca. 1 Mal im Monat) und auch die Software des Receivers gepflegt wird (ca. alle zwei, drei Monate, Update via Satellit und Internet/USB-Stick).

EPG versus “SiehFernInfo”

Auch in Sachen EPG, dem Elektronischen Programm Guide, setzt TechniSat seinen Stempel auf. Denn während bei normalen Sat-Receivern die Programmzeitschrift jeweils durch den Sender bereitgestellt wird und logischerweise auch nur dann in einer Übersicht erscheinen kann, wenn das jeweilige Programm einmal kurz eingeschaltet wurde, stellt TechniSat einen eigenen Programmguide namens “SiehFernInfo” oder kurz “SFI” zur Verfügung. Und das kostenlos.

Dazu sind die TechniSat-Receiver so eingestellt, dass sie sich jeden morgen um 4 Uhr einschalten und den hauseigenen Feed abhören. Dort werden dann die Programmguide-Inhalte der nächsten sieben Tage geladen und im Receiver hinterlegt, so dass der Benutzer dann jeden Tag eine frische “Programmzeitschrift” hat, die zudem die Programme auch noch thematisch sortiert anzeigen kann.

Aufnahmen

Der Digit HD8-S ist von Hause aus kein Recorder, hat also keine eingebaute Festplatte. Aufgezeichnet werden kann aber trotzdem, wenn ein Datenträger entweder über die SD-/MMC-/Memoystick-/Compact Flash-Card-Schnittstelle eingelegt ist oder per USB ein externes Laufwerk angeschlossen wird. Tut man das, kann auch aufgezeichnet werden und auch der EPG für Aufnahmen verwendet werden.

Ich finde das grundsätzlich praktischer, als eine Aufzeichnung auf eine eingebaute Festplatte, denn in den meisten Fällen will ich Aufzeichnungen am PC gern nochmal nachbearbeiten oder auf DVD brennen und mit einem externen Medium ist der Transport eben kinderleicht und flott. Die Aufzeichnungen erfolgen, wie allgemein üblich, als gekapselte MPEG-Streams, die mit entsprechenden Software-Werkzeugen (beispielsweise ProjectX) extrahiert werden können. Die exportierten MPEG-Streams entsprechen dann zu 100 % dem, was über den Sender gegangen ist.

Die Programmierung selbst ist kinderleicht, der EPG leistet zusammen mit dem SFI-Guide beste Arbeit. Ebenso einfach ist es, eine Aufzeichnung des laufenden Programmes zu starten (ein Tastendruck auf die Record-Taste) und die Aufzeichnung zeitgesteuert enden zu lassen, entweder zum Ende der Sendung oder nach einem einstellbaren Zeitraum. Und während einer Aufzeichnung die Sendung schon mal zeitversetzt anzuschauen, ist ebenfalls möglich.

Nur damit wir es mal angesprochen haben: Der Digit HD8-S ist kein Twin-Receiver, kann also nur ein Programm gleichzeitig empfangen. Wenn man ein Programm aufnehmen und gleichzeitig ein anderes Programm anschauen möchte, ist dieser Sat-Receiver nicht das richtige Gerät!

Energieverbrauch

In Sachen Energieverbrauch legt TechniSat eine Messlatte dafür vor, wie moderne Sat-Receiver mit endlichen Ressourcen umzugehen haben. Ich habe zwar gewusst, dass der Digit HD8-S in Sachen Stromverbrauch sehr sparsam ist, die eigenen Messwerte haben mich dann aber doch überrascht:

Im Betrieb zieht der HD8-S 19 Watt Strom aus der Leitung. Das ist erst mal nichts besonderes, mein vorheriger Homecast HS5101 CIUSB schluckte hier mit 20 Watt nicht sonderlich mehr.

Wo wirklich gespart wird, ist beim Standby-Betrieb, denn da gibt es insgesamt drei Varianten:

  • “Warmes” Standby (11 Watt), bei dem das Gerät innerhalb kürzester Zeit aufgeweckt werden kann.
  • “Kaltes” Standby mit Uhranzeige (1,2 Watt), bei dem der Receiver etwa 10 Sekunden braucht, bis er ein Bild liefert. Im Standby-Betrieb erscheint neben der obligatorischen Standby-Anzeige noch die aktuelle Uhrzeit auf dem Display,
  • “Kaltes” Standby ohne Uhranzeige – 0,1 Watt.

Keine Frage, dass mein Digit HD8-S im kalten Standby ohne Uhranzeige ruht, denn mit 0,1 Watt Stromverbrauch schluckt der Sat-Receiver im Standby-Betrieb schlappe 120 mal weniger Strom, als mein vorheriger Sat-Receiver, der sich im Standby-Betrieb inakzeptable 12 Watt genehmigte. Zum Vergleich: Unser Küchenradio verbraucht im Betrieb 1 Watt.

Fazit in wenigen Worten

Nichts für Bastler, dazu ist der Digit HD8-S zu wenig schlecht programmiert oder mit undokumentierten Schnittstellen ausgestattet. Wer einen gut einstell- und bedienbaren Sat-Receiver sucht, der ein brillantes Bild auf den Schirm zaubert, einem das übliche Sat-Gefummel abnehmen soll und im Standby-Betrieb äußerst sparsam ist, ist hier genau richtig. Die beiden Common-Interface-Schächte, die fehlende CI+-Unterstützung und das kommende CI+-Modul machen den Digit HD8-S darüber hinaus auch für diejenigen interessant, die sich für HD Plus interessieren und sich nicht ganz so auf der Nase herumtanzen lassen wollen.