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Wo bist du, Flugzeug?

29. Mai 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Die Website radarvirtuel.com ist nicht erst, aber erst so richtig, durch die Aschewolke des isländischen Vulkanes Eyjafjallajökull bekannt geworden: Eine Website, die auf Basis von Google Maps eigene Layer mit offensichtlich genauen Positionen von Flugzeugen präsentiert. Wie funktioniert das aber?

Wir suchen dich nicht, sondern du sagst uns, wo du bist!

Die Überschrift sagt eigentlich schon fast alles. Jahrzehntelang war Flugüberwachung eine Geschichte, die ausschließlich per Funk und manueller Positionsangabe funktionierte. Der Pilot flog, schätzte in etwa, wo er war und gab das per Funk durch. Zur damaligen Zeit, als man noch nicht sonderlich hoch flog und im Himmel (und auf den Flugplätzen) nicht sehr viel passierte, war diese Methode recht brauchbar.

Die Erfindung des Radars verbesserte diese Situation dann schon gewaltig, denn nun konnten Flugsicherungen und Flughäfen tatsächlich schauen, was da oben im Himmel und unten auf dem Vorfeld tatsächlich passiert und das eben auch bei schlechtem Wetter oder nachts. Eine Radaranlage strahlte ein Radarsignal aus und anhand des Echos ließ sich dann alles beobachten, was sich oben im Himmel befand. Freilich brauchte man immer noch zwingend den Sprechfunk, um das fliegende Fluggerät zu identifizieren, aber das drohende Chaos im Himmel verbesserte sich deutlich.

Moderne Flugsicherung funktioniert immer noch per Radar und Sprechfunk, ist aber in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert worden. Selbst Kleinflugzeuge senden mit einem Transponder ihre Flugkennung aus, so dass auch die Identifizierung vollautomatisch passiert. Der Sprechfunk freilich ist immer noch die absolute Autorität.

Die Schwierigkeit dieses Verfahrens: Die Flugsicherungskapazitäten per Sprechfunk kommen an ihre Grenzen. Moderne Flughäfen wickeln Starts und Landungen im Minutentakt auf mehreren Bahnen gleichzeitig ab und die dazu erforderliche Koordinierung zwischen Flugsicherung und Flugzeug muss derzeit ausschließlich per Sprechfunk abgewickelt werden. Einfach jedes Flugzeug auf einem eigenen Kanal abzuwickeln, wäre zwar theoretisch denkbar, fällt aber schon deshalb aus, weil es ja nicht ganz unwichtig für parallel fliegende oder nachfolgende Flugzeuge ist, was da so nebenbei passiert. Der Trend führt also unweigerlich dazu, dass immer mehr Automatismen tatsächlich elektronisch kommuniziert werden müssen. Das muss nicht bedeuten, dass nur noch Maschinen untereinander kommunizieren, aber so Ansagen wie das Sinken einer Maschine auf eine niedrigere Höhe oder ein Kurswechsel lassen sich auch elektronisch mit Codes übermitteln und bestätigen.

Ein erster Schritt in diese zukünftige Entwicklung nennt sich Automatic Dependent Surveillance (ADS), mit dem die Positionsangabe des Flugzeuges automatisiert wird. Ein entsprechend ausgestattetes Flugzeug ermittelt dazu seine Position anhand eines GPS-Empfängers und stellt diese Information zusammen mit Fluginformationen bereit. Mit drei verschiedenen Übertragungsmodi wird dann sichergestellt, dass die Flugsicherung davon erfährt.

Ein Übertragungsmodus nennt sich ADS-B, wobei das “B” für Broadcast steht. Ein Flugzeug, dass einen ADS-B-Sender an Bord hat, strahlt sekündlich seine Position und seine Fluginformationen aus, die dann von Flugsicherungen empfangen und ausgewertet werden können – aber eben auch von Funkamateuren.

radarvirtuel.com macht nichts anderes als die Visualisierung der Positionsdaten, die Datenlieferanten in verschiedenen Regionen der Erde per ADS-B empfangen und an radarvirtuel.com übermitteln und das alles weitgehend in Echtzeit.

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Sat-Receiver TechniSat Digit HD8-S.

4. April 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Die regelmäßigen Blog-Leser werden sich ja daran erinnern, dass ich in Sachen Sat-Receiver eine halbe Odyssee hinter mir habe. In der Zwischenzeit zähle ich den fünften Sat-Receiver, den innerhalb von fünf Jahren besessen habe und irgendwann erreicht man als jemand, der zwar technisch nicht ganz unbegabt ist, der aber diesen ganzen Sat-Kauderwelsch für höchst unlogisch hält, an seine Belastungsgrenzen. Satellitenfernsehen ist ein technisches Mienenfeld, dass dadurch komplizierter gemacht wird, weil so viele Deppen Sat-Techniker sind und die Techniksprache deshalb vor Anachronismen und Unklarheiten nur so strotzt.

Dass mag noch alles gut sein, wenn man nur Astra empfängt, aber in unserem Fall soll bitteschön auch Türksat zu empfangen sein, weil mein Vater sehr an heimatlichen Programmen interessiert ist. Und da kommt dann noch das Chaos auf dem Türksat-Satelliten hinzu, wie es sich für eine mediterran geprägte Technikkultur eben gehört. Es muss also ein Sat-Receiver her, der zum einen HDTV nach dem DVB-S2-Standard versteht, damit einen HDMI-Ausgang mitbringt und der möglichst einfach zu konfigurieren und später auch einfach zu bedienen ist. Ein Ding der Unmöglichkeit.

Nach wirklich elend langer Recherche bin ich Ende Sommer 2009 (ja, so lange steht der Receiver schon bei mir und so lange habe ich darüber nicht gebloggt) auf den TechniSat Digit HD8-S gestoßen und habe das Ding sofort für 299 Euro gekauft.

Und schon beim Kauf beginnen die Abgrenzungen zum sonstigen Elektroschrott, der sich als HDTV-fähige Sat-Receiver in den Regalen breitmacht: Die höherwertigen Sat-Receiver, und dazu gehört der Digit HD8-S, gibt es nicht überall an jeder Ecke zu kaufen, sondern nur bei autorisierten TechniSat-Händlern. Das ist ein Grund dafür, dass es die hochwertigen TechniSat-Modelle in Online-Shops nur in homöopathischen Dosen gibt. Damit will man vermutlich den Einzelhandel stärken, allerdings bringt das auch ggf. den Verdacht mit, dass TechniSat-Modelle unverkäuflich sein. Das ist allerdings ein echter Trugschluss, denn der gekaufte Sat-Receiver ist bis zum heutigen Tage ein guter Kauf.

Auspacken und die Schnittstellen

Der Digit HD8-S bringt alle gängigen Schnittstellen mit, die ein Sat-Receiver heutzutage mitzubringen hat:

2 SCART-Ausgänge, 1 analoger Video-Ausgang (FBAS), 1 analoger Komponentenausgang (3 x Cinch) ein analoger Audio-Ausgang (2 x Cinch), jeweils ein optischer und elektrischer Audio-Digitalausgang, 2 USB-Anschlüsse (vorn und hinten), 1 SD-/MMS-Card-Slot, 1 Compact-Card-Slot, 1 HDMI-Ausgang, 1 Ethernet-Anschluss.

Der Ethernet-Anschluss verspricht übrigens mehr, als er wirklich kann, denn der Sat-Receiver lässt sich zwar problemlos in ein Heimnetzwerk einbinden, über den eingebauten Webserver lässt sich aber nur die Aufnahmeprogrammierung ansteuern und bedienen. Immerhin kann man so von der Ferne aus Sendungen aufnehmen. Zweifellos hätte man aus dem Ethernet-Anschluss aber viel mehr machen können.

Stichwort: Common Interface und (kein) CI+

In Sachen Common-Interface-Schnittstellen gibt es zwei Schächte, die beide nicht für CI+ vorbereitet sind. Und das ist auch gut so, denn das Plus-Zeichen besagt keinesfalls, dass CI+ besser als das normale Common Interface ist, denn CI+ kommt mit Restriktionsmöglichkeiten einher, die es Inhaltsanbietern ermöglicht, Sendungen mit Restriktionen zu belegen, beispielsweise Aufzeichnungsverbote oder fehlende Möglichkeiten zum Überspringen von Werbeblöcken. Merke: “CI+ ist Minus!”

Für Geräte mit normalem Common Interface bedeutet dies im Klartext, dass das Angebot von “HD Plus”, dem Astra-Paket, in dem die Programme von RTL und Sat1ProSieben ausgetrahlt werden, nur mit einem zusätzlichen CI-Modul entschlüsselt werden können und dieses Modul keinesfalls mit allen Sat-Receivern funktionieren wird. Der Digit HD8-S gehört aber zu den Geräten, für das im Laufe des Jahres ein entsprechendes Modul verfügbar sein wird und da der Digit HD8-S keinen CI+-Schacht hat, wird eben auch nicht alles verbotene nicht funktionieren. ;-)

Der Digit HD8-S ist also möglicherweise der letzte hochwertige Sat-Receiver von TechniSat ohne CI+, was ihn zweifellos noch interessanter macht, zumal es mit dem Digit HD8+ schon einen potentiellen Nachfolger mit CI+ gibt. Es kann also passieren, dass es den Digit HD8-S so möglicherweise nicht mehr lange gibt.

Installation

Die einmalige Einrichtung ist, man muss es so sagen, idiotensicher. Während wirklich praktisch jeder Sat-Receiver kryptisch einzurichten ist und manuelle Sendersuchläufe notwendig sind, hat TechniSat hier schon vor Jahren aufgeräumt und Maßstäbe gesetzt.

Nach dem erstmaligen Einschalten hat man nur einige wenige Parameter einzustellen: Normale Schüssel oder eine drehbare? Multiswitch? Und danach wird nur noch ausgewählt, an welchem Port des/der Multiswitch(e) welcher Satellit angepeilt wird. Fertig. Der Digit HD8-S prüft anhand hinterlegter Parameter, ob das auch so stimmt. Stimmen sie, ist kein Sendersuchlauf erforderlich, denn die TechniSat-Receiver holen sich über einen eigenen Feed die jeweils aktuellen Programmlisten, die TechniSat zentral pflegt. Das Ding ist also tatsächlich nach fünf Minuten nicht nur empfangsbereit, sondern auch programmaktuell am Start.

Und da TechniSat “made in Germany” ist und man in Deutschland nicht nur ein Drittes Programm hat, sondern mehrere, fragt der Receiver sogar, welches “Dritte Programm” denn das zuständige ist und sortiert das entsprechend. Feinheiten, die allerdings den Vorsprung machen.

Zum Vorsprung gehört auch, dass die Programmlisten regelmäßig aktualisiert werden (ca. 1 Mal im Monat) und auch die Software des Receivers gepflegt wird (ca. alle zwei, drei Monate, Update via Satellit und Internet/USB-Stick).

EPG versus “SiehFernInfo”

Auch in Sachen EPG, dem Elektronischen Programm Guide, setzt TechniSat seinen Stempel auf. Denn während bei normalen Sat-Receivern die Programmzeitschrift jeweils durch den Sender bereitgestellt wird und logischerweise auch nur dann in einer Übersicht erscheinen kann, wenn das jeweilige Programm einmal kurz eingeschaltet wurde, stellt TechniSat einen eigenen Programmguide namens “SiehFernInfo” oder kurz “SFI” zur Verfügung. Und das kostenlos.

Dazu sind die TechniSat-Receiver so eingestellt, dass sie sich jeden morgen um 4 Uhr einschalten und den hauseigenen Feed abhören. Dort werden dann die Programmguide-Inhalte der nächsten sieben Tage geladen und im Receiver hinterlegt, so dass der Benutzer dann jeden Tag eine frische “Programmzeitschrift” hat, die zudem die Programme auch noch thematisch sortiert anzeigen kann.

Aufnahmen

Der Digit HD8-S ist von Hause aus kein Recorder, hat also keine eingebaute Festplatte. Aufgezeichnet werden kann aber trotzdem, wenn ein Datenträger entweder über die SD-/MMC-/Memoystick-/Compact Flash-Card-Schnittstelle eingelegt ist oder per USB ein externes Laufwerk angeschlossen wird. Tut man das, kann auch aufgezeichnet werden und auch der EPG für Aufnahmen verwendet werden.

Ich finde das grundsätzlich praktischer, als eine Aufzeichnung auf eine eingebaute Festplatte, denn in den meisten Fällen will ich Aufzeichnungen am PC gern nochmal nachbearbeiten oder auf DVD brennen und mit einem externen Medium ist der Transport eben kinderleicht und flott. Die Aufzeichnungen erfolgen, wie allgemein üblich, als gekapselte MPEG-Streams, die mit entsprechenden Software-Werkzeugen (beispielsweise ProjectX) extrahiert werden können. Die exportierten MPEG-Streams entsprechen dann zu 100 % dem, was über den Sender gegangen ist.

Die Programmierung selbst ist kinderleicht, der EPG leistet zusammen mit dem SFI-Guide beste Arbeit. Ebenso einfach ist es, eine Aufzeichnung des laufenden Programmes zu starten (ein Tastendruck auf die Record-Taste) und die Aufzeichnung zeitgesteuert enden zu lassen, entweder zum Ende der Sendung oder nach einem einstellbaren Zeitraum. Und während einer Aufzeichnung die Sendung schon mal zeitversetzt anzuschauen, ist ebenfalls möglich.

Nur damit wir es mal angesprochen haben: Der Digit HD8-S ist kein Twin-Receiver, kann also nur ein Programm gleichzeitig empfangen. Wenn man ein Programm aufnehmen und gleichzeitig ein anderes Programm anschauen möchte, ist dieser Sat-Receiver nicht das richtige Gerät!

Energieverbrauch

In Sachen Energieverbrauch legt TechniSat eine Messlatte dafür vor, wie moderne Sat-Receiver mit endlichen Ressourcen umzugehen haben. Ich habe zwar gewusst, dass der Digit HD8-S in Sachen Stromverbrauch sehr sparsam ist, die eigenen Messwerte haben mich dann aber doch überrascht:

Im Betrieb zieht der HD8-S 19 Watt Strom aus der Leitung. Das ist erst mal nichts besonderes, mein vorheriger Homecast HS5101 CIUSB schluckte hier mit 20 Watt nicht sonderlich mehr.

Wo wirklich gespart wird, ist beim Standby-Betrieb, denn da gibt es insgesamt drei Varianten:

  • “Warmes” Standby (11 Watt), bei dem das Gerät innerhalb kürzester Zeit aufgeweckt werden kann.
  • “Kaltes” Standby mit Uhranzeige (1,2 Watt), bei dem der Receiver etwa 10 Sekunden braucht, bis er ein Bild liefert. Im Standby-Betrieb erscheint neben der obligatorischen Standby-Anzeige noch die aktuelle Uhrzeit auf dem Display,
  • “Kaltes” Standby ohne Uhranzeige – 0,1 Watt.

Keine Frage, dass mein Digit HD8-S im kalten Standby ohne Uhranzeige ruht, denn mit 0,1 Watt Stromverbrauch schluckt der Sat-Receiver im Standby-Betrieb schlappe 120 mal weniger Strom, als mein vorheriger Sat-Receiver, der sich im Standby-Betrieb inakzeptable 12 Watt genehmigte. Zum Vergleich: Unser Küchenradio verbraucht im Betrieb 1 Watt.

Fazit in wenigen Worten

Nichts für Bastler, dazu ist der Digit HD8-S zu wenig schlecht programmiert oder mit undokumentierten Schnittstellen ausgestattet. Wer einen gut einstell- und bedienbaren Sat-Receiver sucht, der ein brillantes Bild auf den Schirm zaubert, einem das übliche Sat-Gefummel abnehmen soll und im Standby-Betrieb äußerst sparsam ist, ist hier genau richtig. Die beiden Common-Interface-Schächte, die fehlende CI+-Unterstützung und das kommende CI+-Modul machen den Digit HD8-S darüber hinaus auch für diejenigen interessant, die sich für HD Plus interessieren und sich nicht ganz so auf der Nase herumtanzen lassen wollen.

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Digital Divide begreifbar gemacht.

13. März 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Vor einigen Jahren habe ich für meinen Camcorder ein Funkmikrofon-Set gekauft, also so ein Ding, das aus zwei Teilen besteht: Einem Mikrofon-Teil mit Sender und einem Empfänger. War einst im Angebot und auch ganz praktisch, wenngleich ich übertreiben würde, wenn ich schriebe, dass ich das Ding häufig gebraucht hätte.

Heute erreicht mich eine E-Mail des Hersteller mit dem Hinweis, dass ich bitte prüfen möge, ob mein Mikrofonset ab dem Jahr 2016 noch “straffrei” eingesetzt werden könne, weil möglicherweise da die Betriebserlaubnis erlöschen könnte. “Straffrei”? Äh.

Also mal kundig gemacht. Das Problem ist der “Digital Divide”, also der Plan, die Frequenzbereiche, die bisher zur terrestrischen Ausstrahlung des analogen Fernsehens genutzt wurde, für Anbieter von Breitband-Internet-Anschlüssen zur Verfügung zu stellen. Im Detail ist das der Frequenzbereich von 790 bis 862 Megahertz. In diesem Frequenzbereich senden traditionell auch Drahtlos-Übertragungsanlagen von Veranstaltern, Rundfunksendern etc. In der Fachsprache heißt das “nichtöffentlicher mobiler Landfunk”, was ich da mit so einem Funkmikrofon mache.

Okay, also nachgeschaut, was mein Mikroset so als Frequenzbereich nutzt: 863,1 Megahertz. Funkmikrofone gehören zur Hauptgruppe des so genannten “Durchsagefunks”, in denen Funkmikrofone “für die einseitige Übertragung von Tonsignalen” eingeordnet sind. Übrigens nicht für professionelle Nutzung, den Rundfunksender können für ihre Funkmikrofone ein eigenes – allerdings für jedes Gerät einzeln lizenzpflichtiges – Frequenzband nutzen.

Kurzum: Die allgemeine Betriebserlaubnis meines Funkmikrofones ist nach derzeitigem Stand der Bundesnetzagentur auch nach dem 31. Dezember 2015 sichergestellt. Gut, dass wir darüber gesprochen haben.

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Das Blitzgerät Nissin Speedlite Di622.

4. Juni 2009 | 10 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Meine Nikon D700 besitzt zwar einen eingebauten Blitz, der jedoch architektonisch bedingt eher als kleine Funzel zu bezeichnen ist, die zwar schön zum Aufhellen bei Portraitaufnahmen fungieren kann, aber schon bei der Ausleuchtung eines mittelgroßen Raumes an ihre Grenzen stößt. Wer also etwas mehr möchte, kommt um ein externes Blitzgerät nicht herum und da kann man richtig Geld loswerden.

Der erste Griff führt natürlich gern zu Systemblitzgeräten der jeweiligen Kamerahersteller. Keine Frage, diese Blitzgeräte sind gut und meist auch gut auf die Kamera abgestimmt. Man erkauft sich diesen Komfort, der sicherlich auch etwas mit Markenfetischismus zu tun hat, allerdings teuer. Beispiel bei Nikon: Das Systemblitzgerät SB-600, das in der semiprofessionellen Klasse angesiedelt ist, kostet zwischen 240 und 280 Euro. Das ist ein schöner Batzen Geld für ein Blitzgerät, dass man vielleicht gar nicht so häufig braucht. Es macht also Sinn, sich umzuschauen und vor allem mal einen Fachkundigen zu fragen. Ich kenne da nix, wobei das weniger mit Geiz zu tun hat, sondern eher damit, dass Systemzubehör nicht unbedingt das Beste ist und in vielen Fällen noch nicht mal von Nikon, Canon & Co. selbst gebaut wird.

Mein Fotohändler des Vertrauens empfahl mir hier den Hersteller Nissin und dessen Spitzengerät Speedlite Di622. Preis: 120 Euro. Und die 120 Euro sind sehr angemessen angelegt. Das Blitzgerät kommt angepasst für Canon- oder Nikon-Kameras, wobei deren Unterscheidung sich weitgehend auf die TTL-Blitzsteuerung beschränkt. Ansonsten sind beide Typen baugleich und mehr als simpel zu bedienen. Es gibt lediglich drei Knöpfe zum Ein- und Ausschalten, Modi-Wechsel, sowie zum Testblitzauslösen. Die LED-Anzeige ist ebenfalls simpel und gibt die Blitzbereitschaft und bei manueller Blitzsteuerung die Intensität des Blitzes an. Mehr nicht und mehr braucht keiner, der nicht Profi ist, denn moderne Kameras haben schon vor Jahren externe Blitzgeräte immer mehr zu teuren Lampen degradiert, in dem sie viele Aspekte der Blitzsteuerung selbst übernehmen.

So funktioniert das TTL-Blitzen (nennt sich bei Nikon-Digitalkameras “i-TTL”) einwandfrei. Zu bemängeln ist der eher magere Ausleuchtkegel, der für die Brennweite von 105 mm (bei 24 mal 36 mm Bildformat) ausgerichtet ist und die eingebaute Streuscheibe meines Erachtens nicht wirklich tolle Ergebnisse sichert. Ein eigener Diffusor ist deshalb sicherlich keine schlechte Investition, Profifotografeure verzichten eh kaum auf solche Statusobjekte. Ansonsten leuchtet der Speedlite Di622 sehr ordentlich aus, nicht zu viel und nicht zu knapp, wobei ich das Gefühl habe, dass in Grenzbereichen des Blitzens das Gerät eher etwas vorsichtiger ans Werk geht, als mein damaliges Systemblitzgerät SB-28 aus der analogen Welt. Das ist aber nicht wirklich gut vergleichbar, zudem ist so ein Eindruck höchst subjektiv.

Mitgeliefert wird eine kleiner (unkomfortabler) Schutzbeutel und ein Blitzschuh, mit dem das Blitzgerät auf den Tisch gestellt oder auf ein Stativ montiert werden kann. Das deshalb, weil der Speedlite Di622 noch ein Feature hat, wie die Großen, nämlich das “dumme” manuelle Blitzen: Stellt man es so auf, achtet eine eingebaute Fotozelle auf externe Blitzsignale und feuert einen Blitz ab. So kann man das Gerät ein paar Meter weiter weg von der Kamera aufstellen und indirekt blitzen, ohne dass man Kabel verlegen oder mit relativ teuren Funkauslösern arbeiten muss. Das Hübsche dabei ist, dass das Speedlite Di622 dabei auf die Hilfsblitze nicht reagiert, die die Kamera bei dunklen Motiven vor der eigentlichen Auslösung zur Belichtungssteuerung abfeuert. Zwar muss man beim “dummen” manuellen Blitzen die Blitzintensität am Blitzgerät manuell einstellen, dank Digitalfotografie kann man das aber sofort nach dem Fotografieren beurteilen.

Eindeutiger Kauftipp, man kann nicht viel falsch machen bei diesem Preis.

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Ärger mit Kingston CompactFlash-Speicherkarte.

2. Juni 2009 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Mal das Fazit als Einleitung: Wer eine vernünftige Kamera hat, mutig ist und eine hohe Stressresistenz gegenüber unangenehmen technischen Störungen hat, ist der ideale Kandidat, um Speicherkarten von Kingston auszuprobieren.

An sich habe ich von Kingston bis dato eine recht hohe Meinung – RAM von Kingston ist in Server-Umfeldern weit verbreitet und ich habe mit Kingston-RAM bis dato noch nie wirklich Probleme Probleme beobachtet. Das war eigentlich eine gute Basis dafür, als Speicherkarte für meine Nikon D700 auf eine CompactFlash-Karte von Kingston zu setzen, genau auf die Kingston Elite Pro 133X mit 32 GB Speicherkapazität und einer theoretischen Schreibgeschwindigkeit von bis zu 20 Megabyte pro Sekunde. Damit sollte man eigentlich etwas anfangen können. Okay, ich gebe zu, mit rund 35 Euro war die Karte auch so ziemlich die günstigste Speicherkarte mit bekanntem Namen.

Die Karte funktionierte ohne Probleme auch so lange, wie es nicht hektisch war. Letzte Woche verließ mich die Karte bei einer Wahlkampfaktion und die Kamera meldete, dass die Speicherkarte defekt sei. Solche Situationen sind natürlich super.  In meiner ersten Panikreaktion formatierte ich die Karte vor Ort und machte die paar Bilder, die da über den Jourdan gingen, eben nochmal, das führte aber nach wenigen Bildern wieder zum gleichen Fehler. Es half übrigens, die Kamera kurz aus- und wieder einzuschalten, aber eben nur für eine Handvoll Bilder, bis die Kamera wieder kapitulierte.

Ein Check der Karte mit diversen Schreib- und Prüfwerkzeugen verlief ohne besondere Vorkommnisse, dennoch scheint mit dieser Karte dann etwas nicht wirklich gut zu funktionieren, wenn die Kamera Bilder zwischenpuffert und diese schreibt.

Also mal spaßeshalber die Geschwindigkeit der Karte geprüft und die war dann wirklich unter aller Sau. Kingston verspricht Laborwerte von 20 Megabyte pro Sekunde, die man in der Praxis weitgehend einfach mal halbieren kann. Die Karte bringt als Schreibgeschwindigkeit noch nicht mal das hin, sondern eiert bei 7 Megabyte pro Sekunde herum – fast zwei Drittel weniger, als sie eigentlich verspricht. Ob das jetzt ursächlich mit den von der Kamera gemeldeten Problemen im Zusammenhang steht, ist für den Laien natürlich nicht ohne weiteres nachvollziehbar, allerdings schon ein Warnzeichen genug.

Die Karte geht nun erst mal als Garantiefall auf die Reise zurück zum Verkäufer. Allerdings habe ich jetzt reumütig eine Sandisk-Extreme-III-16-GB-Karte gekauft. Die ist ein wirklich deutliches Stück teurer, allerdings habe ich jetzt erst mal genug von Experimenten dieser Art.

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DVB-T versus DVB-S und DVB-C.

19. April 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Bei Timo in Berlin habe ich die Gelegenheit, mir DVB-T, also digitales Fernsehen per Hausantenne, live anzuschauen, da er mit seinem Fernseher eben via DVB-T Fernsehen empfängt. Um es mal in wenigen Sätzen einzuleiten: Zuerst dachte ich, dass sein angeschlossener Mac Probleme macht. Bis Timo einem erstaunten Besim erklärte, dass der Fernseher direkt DVB-T über den eingebauten Tuner empfängt. Und das hat mich dann doch etwas erschreckt, denn DVB-T ist grottenschlecht. Das Bild hat gerade bei bewegten Szenen deutliche Artefakte und bei besonders vielen Details ist die Klötzchenbildung so deutlich, dass es wirklich ein unästhetisches Erlebnis ist, fernzusehen.

Natürlich muss man bei DVB-T in Kauf nehmen, dass die genutzten Frequenzbereiche relativ niedrig sind und der Datenstrom entsprechend eingedampft werden muss, um sinnvoll und platzsparend übertragen werden zu können. Das geht nur mit einer fast schon gräßlich hohen MPEG-Komprimierung, die den DVB-Varianten DVB-S (Satellit) und DVB-C (Kabel) deutlich nachsteht.

Sprich: Inakzeptabel. Ich bin froh, dass ich zu Hause Astra anzapfe. Ich muss Timo dringend davon überzeugen, dass er sich einen Kabelanschluss zulegt.

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Empfangsprobleme.

11. Februar 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Der gestrige Sturm, der über halb Deutschland gezogen ist, ließ mich schon wieder Dunkles erahnen. Wir haben auf dem Dach zwei Satellitenschlüsseln stehen, eine 80-cm-Schüssel auf Astra und gar eine 100-cm-Schüssel auf 42° Ost, um damit den West-Beam des Türksat-Satelliten zu empfangen. Genau diese Schüssel steht natürlich buchstäblich gut im Westwind. Beim letzten Sturm im Januar haben wir danach einen Techniker kommen lassen, der die Dinger da oben wieder richtig ausgerichtet hat. Heute Abend war mir das dann schlicht zu blöd und ich habe mir das Elend da mal selbst angeschaut.

Was der Herr Techniker offensichtlich genau gewußt hat, dennoch aber ordentlich Zeit auf dem Dach vertrödelt hat, ist der problematische Umstand, dass zwar die Schüsseln gut am Mast verschraubt sind, dafür jedoch der Mast mit ordentlich Gewalt gedreht werden kann. Bei lauen Lüftchen ist das eher kein Problem, beim Sturm dann aber offensichtlich schon. Denn die erste Hilfsmaßnahme – den Mast innen mit einem ordentlichen Ruck durch einen Schraubenschlüssel in Richtung Uhrzeigersinn zu bewegen, führte auf einen Schlag zum Ergebnis, dass der Satelliten-Receiver wieder Empfang hatte – und zwar von beiden Satellitenpositionen. Das spricht dafür, dass nicht die Schüsseln einzeln gewandert sind, sondern der gesamte Mast.

Nach diesem Notfalleingriff (man glaubt ja gar nicht, wie einem ein Vater vorwurfsvoll und hilflos zugleich mit solchen Dingen auf den Ohren liegen kann) habe ich nun mit meinem unglaublichen™ Netzwerk telefoniert und jemand Kundigen gefragt, wie man denn das am besten befestigt. Ich staune: Mit einer Metallwanne, in der ein Metallkreuz einbetoniert ist (!) und auf dieses Metallkreuz wird dann für gewöhnlich der Mast montiert. Am Sonntag kommt nun jemand und schaut sich das mal an. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, was das wird.

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Warum selbst moderne Blitzgeräte bei Digitalkameras versagen.

10. Februar 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Ich hielt es ja lange Zeit für einen Marketinggag, dass selbst modernste Blitzgeräte, die ursprünglich für analoge Spiegelreflexkameras gebaut wurden, nicht gut mit Digitalkameras zusammenarbeiten und deshalb alle gängigen Hersteller für digitale Spiegelreflexkameras gleich eine eigene Kollektion an Blitzgeräten auf den Markt gebracht haben und nach wie vor pflegen. Inzwischen bin ich weiser und das Problem ist sogar herzlich einfach zu definieren.

Bessere Blitzgeräte arbeiten mit modernen Kameras im so genannten TTL-Modus. Die Abkürzung “TTL” steht hierbei für “Through the lens” und beschreibt damit weitgehend, wie es funktioniert: Dieser Blitzmodus ist relativ einfach: Kamera wird ausgelöst, Verschluss wird geöffnet, Blitz erzeugt Licht, strahlt das zu fotografierende Objekt an, dieses wirft Licht zurück, Licht fällt durch das Objektiv auf die Filmoberfläche und belichtet ihn, teilweise wird das Licht jedoch auch vom Film zurückgeworfen. Im Boden der Kamera sitzt nun ein Sensor, der dieses zurückgeworfene Licht misst und unter anderem damit das Blitzlicht steuert. Rein faktisch gesehen hört der Blitz einfach auf, weiter Licht zu machen, so bald der Sensor meldet, dass es nun genug ist.

Dieser TTL-Modus eines Blitzgerätes, das ursprünglich einmal für die analoge Fotografie entwickelt wurde, funktioniert nun deshalb nicht bei digitalen Spiegelreflexkameras – weil es keine Filmoberfläche mehr gibt, deren zurückwerfendes Licht man messen könnte. Digitale Kameras können zwar mit Blitzgeräten, die für digitale Kameras entwickelt sind, ebenfalls per TTL-Modus kommunizieren, allerdings aber eben nur mit diesen. Hat man ein Blitzgerät, das einen TTL-Modus für analoge Fotografie besitzt, fotografiert man mit diesem Blitzgerät im TTL-Modus gefährlich (weil daneben) oder auch gar nicht, wenn beispielsweise ein Systemblitzgerät, auf dem der TTL-Modus eingestellt ist, schlicht den Auslöser der Kamera sperrt. So macht es mein gutes, altes Systemblitzgerät Nikon SB-28 mit der D700.

Dann bleiben faktisch nur noch der manueller Modus, was einem modernen Blitzgerät nun gar nicht gerecht wird, oder der automatische Modus, bei dem das Blitzgerät mit einem eigenen Sensor die zurückgeworfene Lichtmenge ermittelt und den Blitz steuert. Auch das ist an sich einer Spiegelreflexkamera nicht wirklich würdig. Immerhin hat die D700 einen eingebauten Blitz, der zwar im Vergleich zu einem richtigen Blitzgerät mehr oder weniger ein Taschenlämpchen ist, aber lieber ein Taschenlämpchen, wenn gar kein Licht.

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Sie ist da.

5. Februar 2009 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Meine Traumfrau. Blond, groß, intelligend, anspruchsvoll, unterhaltsam, witzig. Meine Nikon D700. Ich habe leider erst am Wochenende wirklich Zeit am Stück, so dass es heute, morgen und übermorgen bedauerlicherweise immer nur häppchenweise zum Ausprobieren reicht und das dann auch immer nur dann, wenn draußen die Große Lampe ausgeschaltet ist.

Kurzum: Es ist erstaunlich viel (analoge) F100 an der D700. Keine Motivprogramme, sondern Bedienung für Handwerker. Und erstaunlicherweise ist an der D700 praktisch alles dort, wo es bei der legendären F100 aufgehört hat. Ich habe jetzt nach eineinhalb Stunden Herumspielen noch nicht ein einziges Mal das Bedürftnis gehabt, das Handbuch auszupacken. Die Menüführung ist selbsterklärend, wenn man mal mit einer Digiknipse jeglicher Bauart längere Zeit in einem Zimmer verbracht hat. Der Rest ist nackte Fotografie und Blenden Arithmetik.

Das Display… mein lieber Scholli, das Display! 3,1 Zoll, ich komme mir vor, als ob das ein Fernseher wäre. In der Infoansicht gibt es die Informationen aus dem Systemdisplay, die bei mir schon so das Herz höher schlagen lassen. Die Bilderansicht ist jedoch so umwerfend, dass ich vor Staunen weglaufen und in der Heide Polka tanzen könnte. Es fehlt eigentlich nur noch ein eingebauter DVB-T-Empfänger und die obligatorische Google-Suchbox.

Was wirklich erfreut, ist die Systemtreue. Meine bisherigen Nikkor-Objektive – dank F-Bajonett und Formattreue zum Kleinbildformat kein Problem. Mein bisheriges Systemblitzgerät – passt wie angegossen und kommuniziert mit der Kamera, als ob nichts gewesen wäre. Selbst so Kleinzeug wie mein liebgewonnener Fernauslöser – passt und funktioniert. Und an einer ganz sensiblen Geschichte raunt vermutlich die halbe Welt der Nikon-Gemeinschaft auf: Der Deckel für den Objektivanschluß. Der ist nämlich von Hause aus tatsächlich “der stabile Schwarze zum Einschrauben” und nicht mehr “der schlabberige Weiße zum Aufstülpen und leicht Verlieren”. Das war in der analogen Zeit immer der Gang nach Canossa für den Neubesitzer, denn “der Schwarze” hat immer nochmal 12,50 DM extra gekostet, egal ob da ein Besitzer einer F90 oder einer superteuren F5 daherkam. Nach langen Jahren habe ich dann auch gelernt, dass der Besitz des richtigen Objektivdeckels (und das konsequente Nicht-Jammern darüber) der ultimative Proletentest ist. Dieses Unterscheidungsmerkmal gibt es nun wohl nicht mehr. Einen hochwertigen Schulterriemen gibt es auch hier, allerdings keine CompactFlash-Karte. So ganz hat man den Traditionen von Zuckerbrot und Peitsche dann wohl doch noch nicht abgeschworen.

Allerdings, man sollte es durchaus sagen: Man sollte schon wissen, wie Fotografie funktioniert. Das beste Mittel zur Abwägung ist da immer, dass man als Anfänger bzw. Wenigpeiler, der sich bisher eher an Motivprogramme hielt, sich mal zeitweise eine Kamera ohne dergleichen ausleiht und testet – wenn man denn jemanden findet, der freiwillig seine Kamera verleiht.

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Nikon D700.

27. Januar 2009 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Auf Nikon war ja jahrelang in der Hinsicht Verlass, dass sie sich konsequent weigerten, in der Sparte der digitalen Spiegelreflexkameras bei der Größe des CMOS auf das Format 36 mal 24 Millimeter zu gehen, wie man es vom klassischen Kleinbildformat aus der Zeit des analogen Filmes noch kennt. Stattdessen wurde lange Zeit das DX-Format beworben, was deutlich kleiner ist und den unangenehmen Nebeneffekt hatte, dass sich bei vorhandenen Objektiven, die zwar über das F-Bajonett anschließbar waren, die Brennweite verlängerte. Mit der professionellen D3 und der semiprofessionellen D700 geht Nikon meiner Meinung nach wieder den korrekten Weg und nutzt für den CMOS das Kleinbildformat.

Ich gebe zu, es war wieder ein grober Fehler, die D700 getestet zu haben, denn sie ist eine überzeugende Kamera . Nikon-typisch gut durchdacht, einfach griffig, mit einem zusätzlichen Handgriff, der gleichzeitig als Akkupack dient, erweiterbar und da ist die D700 plötzlich dort, wo meine legendäre F100 ist: Nicht das allerschärfste Teil auf der Welt, allerdings mit nur wenigen Abstrichen auf einem hohen Level. Und meine F100 habe ich – obwohl ich aus Zeitgründen nicht sehr viel fotografieren konnte – in wirklich jede rotzige Pfütze reingehalten, die sich ergab: Keine Mucken. Ebenso die Nikkor-Objektive, die ja nun ein deutliches Stück teurer sind, als die Scherben der Dritthersteller, aber auch nach Jahren so funktionieren, wie am ersten Tag, ohne Wackeleien bei der Friktion.

Das wirklich Blöde an der Sache ist, dass ich als potentieller Käufer mit einer bestehenden Ausrüstung praktisch Null Verhandlungsbasis habe. Beim Kauf einer Kamerabodys und einem Markenobjektiv, das nicht gleich die letzte Scherbe ist, ist es üblich, dass man verhandeln kann. Beim Kauf meiner F100 waren damals zehn Prozent Rabatt drin, als ich den Body zusammen mit einem Nikkor 24-120 gekauft habe (einem übrigens wirklich universellen Zoom-Bereich).

Ich brauche aber weder ein Objektiv, noch brauche ich einen Blitz, noch brauche ich einen Trageriemen, noch brauche ich eine Tragetasche. Selbst mit dem allerletzten Notnagel, dem Schenken eines größeren Gutscheinpaketes für Film und Entwicklung, kommt man heutzutage im Zeitalter der digitalen Kameras nicht mehr sehr weit.

Mal abwarten und Tee trinken, es pressiert ja keinen Meter. :-)

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