Ein Laptop-Wechsel von HP zu Lenovo.

Mein 2011 angeschafftes HP Elitebook 8440p erfreut sich auch nach sechs Jahren täglichem Einsatz bester Gesundheit. Eine extrem gute Verarbeitung, ein i7-Quadcore-Prozessor und ein Nvidia-Grafikchipsatz sorgen dafür, dass dieses Laptop auch heute noch absolut state-of-the-art ist. In den sechs Jahren bekam das Teil lediglich ein RAM-Upgrade auf 8 GB und eine 500-MB-SSD spendiert, was beides die Leistung des Laptops nochmal gewaltig nach oben schraubte. Technische Ausfälle? Nada. Nix.

Dennoch war jetzt ein neues Laptop angesagt. Etwas Geld ist da, was gut in eine Investition passen würde. Was nicht so gut passt, ist das derzeitige Laptop-Angebot von HP. Aus Verarbeitungsgründen muss es eigentlich wieder ein Business-Laptop sein, das ist bei HP immer noch die Elitebook-Reihe. Die ist aber in Sachen Performance und vor allem in Sachen Bildschirm nicht mehr das, was ich mir unter Elitebook vorstelle. Schon bei meinem Elitebook 8440p war das Display im besten Falle obere Mittelklasse. Die derzeit verbauten Elitebook-Display sind zwar viel besser, aber im Vergleich zur Konkurrenz einfach nicht superklasse, während der Preis es aber immer noch ist.

Auch andere Mütter haben schöne Töchter und so schaute ich einmal bei Lenovo und dere ThinkPads vorbei. Auch da gibt es verschiedene Serien und die T-Serie ist in etwa das, was HP unter Elitebook versteht. Mit dem Unterschied, dass die T-ThinkPads eine deutlich bessere Ausstattung mitbringen bei vergleichbaren Preisen. Mein Zielnotebook, ein T460p bringt wiederum einen Quadcore mit (alle HP Elitebooks kommen nur mit Dualcore-Prozessoren), Tastaturbeleuchtung, LTE-Karte, 8 GB RAM, Smart-Card-Reader und einen IPS-Bildschirm mit 2560×1440 Pixel.  Und dieser Bildschirm ist wirklich eine Wucht und spielt in der Liga, wo üblicherweise Macbooks spielen. Beim ersten Blick war ich hin und weg und das will wirklich etwas heißen. Die investierten knapp 1.900 Euro sind zwar nicht wenig, aber ich bin guter Dinge, dass die Verarbeitung auch das hält, was sie verspricht.

Ähnlich kompromißlos ging es bei der Installation weiter. Windows 10 lag zwar nicht bei, kann aber als Download bezogen werden. Dieser Download lässt sich auf einen USB-Stick packen und enthält praktischerweise auch die letzten Windows Updates, so dass nach der Installation des Windows keine zusätzliche Update-Orgie fällig ist.

Wer Windows 10 blank installiert, fährt ebenfalls sehr komfortabel, denn via Windows Store lässt sich der so genannte Lenovo Companion installieren, der das Gerät identifiziert und sogleich die passenden Treiber und Updates lädt. Das ist an Lässigkeit nicht mehr zu übertreffen und führt nach wenigen Minuten zu einem fertig installierten Laptop. Die Windows-10-Installation dauerte ganz knapp eine Stunde. Das hatte ich zuletzt bei Windows 2000. 😉

Was ebenfalls auffällt, sind die überschaubaren Kosten für das Zubehör. Ich bin Verfechter einer vernünftigen Dockingstation und die USB-3-fähige Dockingstation kostete 155 Euro brutto inklusive Netzteil. Das Ersatznetzteil war für 60 Euro zu haben und die funktionale Neopren-Tasche für schlappe 9,99 Euro. Da spielt HP schon lange nicht mehr mit.

Sechs Jahre muss das ThinkPad jetzt mindestens mitmachen. Eingefleischte ThinkPad-Besitzer lächeln müde, aber ich lasse da Tatsachen und eigene Erfahrungen sprechen. 🙂

Lesen E-Book-Leser weniger? Ein eigener Erfahrungsbericht.

Seit letzten Donnerstag bin ich stolzer Besitzer eines Amazon Kindle Paperwhite. Mein erster Kindle. Dafür, dass ich seit 2005 immer ein Smartphone besaß und seit 2010 immer ein Tablet, ist das schon erstaunlich spät, zumal ich mich für das Lesen von elektronischen Büchern am Mini-Bildschirm schon in meiner Palm-Zeit begeistern konnte.

Auf dem Kindle gibt es nun, im Gegensatz zu den Kindle-Apps für Smartphones/Tablets, eine Anzeigemöglichkeit für Bücher. Exakt 99 Bücher finden sich in meinem Account. Da ich alle gelesenen Bücher in eine eigene Leseliste packe, kann ich auch da mit Erstaunen feststelle, dass ich von den 99 Büchern 88 Stück gelesen habe, mutmaßlich in den vergangenen sechs Jahren. Das sind im Durchschnitt 14,6 E-Books im Jahr. Aus Papier gefertigte Bücher habe ich dieses Jahr übrigens auch gelesen – genau eines.

Nun will ich wirklich keine Diskussion darüber vom Zaune brechen, ob das Lesen von E-Books krank ist und nur Papier das einzig wahre Medium darstellt, sondern stelle schlicht und einfach fest: Ich lese viel, viel mehr, seit dem ich E-Books lese. Mit dem nun erworbenen Kindle für schlappe 119 Euro ist es seit Donnerstag eher noch mehr geworden.

Ein paar Erfahrungen und Thesen von mir:

  • E-Books sind superpraktisch
    Kurz vor dem Einschlafen noch ein paar Seiten lesen, ist keine Killerapplikation des E-Books, zumindest nicht, wenn man nicht am Bett alle noch zu lesenden Bücher gestapelt hat. Ansonsten ist via Kindle-App das nächste E-Book immer nur einen Griff weit entfernt. Zehn Minuten Wartezeit beim Arzt ist super, hier nochmal fünf Minuten dort, zwanzig Minuten in der Mittagspause. Perfekt. Ehemals tote Zeiträume sind nun immer gefüllt.
  • Die echten Kindles und auch die Konkurrenz-E-Reader sind charming
    Während der erste Kindle noch so ziemlich das hässlichste Gerät seiner Klasse war, erstaunt mich der Kindle Paperwhite, aber auch so Geräte wie der Tolino. Die liegen erstklassig in der Hand, weit besser als die allermeisten Tablets, was sicherlich auch daran liegt, dass die E-Reader deutlich leichter sind. Der monochrome E-Reader-Bildschirm ist erstklassig und kontrastreich und irgendwie sieht das Ding nach einem PADD aus und man kann es auch exakt so halten und bedienen, wie Jean-Luc Picard es mit den in der Serie völlig funktionslosen Brettchen imitierte.
  • Bücher kaufen zu jeder Zeit
    Bücher auf bisherige Weise in Papierform zu kaufen, leidet unter einem ähnlichen Problem wie das Kaufen von Musik im echten Laden oder die Suche nach einem Restaurant, wenn man wirklich Hunger hat und wenig Zeit: Es fällt einem nicht mehr ein, was man eigentlich mal lesen, hören oder essen wollte. Ich kenne nur wenige Menschen, die Einkaufslisten für solche Fälle führen, ich habe so etwas nie gehabt, obwohl ich beträchtlich viel dokumentiere und auf dem Smartphone festhalte. Aber z.B. im aktuellen „Spiegel“ eine Buchvorstellung zu lesen und dann mit Knopfdruck das Buch einfach kaufen zu können. Der Preis ist mir in diesem Kontext übrigens schnurz. Jedenfalls mehr schnurz als bei neuen Papierbücher, bei denen man immer im Hinterkopf den Denksplitter hat, dass man doch eigentlich auch warten kann, bis es als Taschenbuch herauskommt.
  • Es eröffnen sich mit E-Books gewaltige Indie-Galaxien
    Indie-Autoren und -Bücher, also Werke, die abseits von großen Verlagen erscheinen, ist nicht jedermanns Geschmackssache und sicher auch nicht in jedem Genre ohne größere Schmerzen zu ertragen. Da ich Science-Fiction mag und Amazon eine recht liberale Haltung zum Verlegen von Indie-Werken hat, ist der Kindle-Shop quasi ein Himmelreich.
  • Eine Leseliste sorgt für mehr Lesen
    Daran habe ich jetzt auch lange nicht geglaubt, aber bei mir funktioniert es: Eine Leseliste mit der „Pipeline“ aller zu lesenden Bücher sorgt auch dafür, dass man wirklich zum Lesen kommt. Die meisten Papierbücher nehmen immer den Weg des guten Vorsatzes, dann landen sie auf dem Tischchen mit den zu lesenden Büchern und irgendwann spazieren sie ungelesen ins Bücherregal. Da machen sie in der Masse sicher Eindruck für Besucher, aber ansonsten tun sie nichts.
  • Der Querverweis zu Wörterbüchern und Wikipedia sorgt für Wissensaufnahme
    So ein Wörterbuch darf man schon in den Kindle-Apps schätzen lernen, auf dem Kindle gibt es aber noch die Verweismöglichkeit zur Wikipedia. Keine Ahnung, wie ich je vorher darauf verzichten konnte. Pro Buch bin ich mindestens fünf Mal dabei, einem Wort in der Wikipedia nachzugehen.

Was übrigens weiterhin selbst für mich nicht geht, sind bestimmte Buchformate als E-Book, beispielsweise Atlanten (gut, wer im Zeitalter von Google Maps noch einen braucht), Bildbände oder Ratgeberbücher, die z.B. viel auf Skizzen und Vorlagen setzen und schon allein aufgrund fehlenden Farben auf den monochromen Kindles nicht gut aussehen können.

Wie Fernwartung EDV-Leute faul macht.

Heute war wieder ein klassischer Fall. Eine Kundin ganz weit draußen, 20 Kilometer Anfahrt ins weite Land. Schon allein die Entfernung eine Sache, die EDV-Leute abschreckt. Nichtsdestotrotz hat die Kundin ein Problem, denn der Internet-Zugang ihres Büros wackelt und fällt ständig aus. Nach kurzer Anamnese war klar, dass ich mir das vor Ort anschauen wollte.

Eine wackelige Verbindung kann viele Ursachen haben. Probleme auf der DSL-Leitung (war auszuschließen, da die Telekom schon geprüft hatte), Probleme mit dem Router (Überhitzung, Kabelprobleme, schlicht kaputt oder sonstwas) oder Probleme mit dahinterliegender Hardware. Eigentlich relativ einfach zu klären, im Ernstfall einfach mit der Installation eines Ersatzrouters.

Vor Ort sah es dann recht aufgeräumt aus. Der Router zeigt sich als ein Ethernet-Router von Lancom, der via einem billigen Telekom-Speedport-Plastikbomber – in reinem Modem-Modus geschaltet – ins Internet geht. Keine ungewöhnliche Konstellation.

Der jetzige Dienstleister, ein nicht ganz kleines Systemhaus, hatte das Problem auch bereits gemeldet bekommen, allerdings nicht lösen können. Eine Reihe von DSL-Splittern mit seltsamen Markierungen lagen schon herum. Auf den Ethernet-Router kam er zwar von der Ferne (hingefahren ist niemand), fand da aber keine Probleme, wollte da aber auch nichts umkonfigurieren und auch keine Updates aufspielen. Gut, kann man so machen, muss man aber nicht.

Vor allem hätte der Dienstleister einmal seinen Hintern aus seinem Büro bewegen sollen, um zumindest zu erkennen, dass der Router mit großer Sicherheit nicht das Problem ist, sondern das Modem. Zwar gab er an, dass das Modem angeblich von der Ferne aus geprüft worden sei, das aber ist eine glatte Lüge. Ein Modem ist netzwerktechnisch eine Bridge und wenn die nicht gesondert über Diagnoseschnittstellen verfügt (hat der Speedport nicht), lässt sich von der Ferne rein gar nichts prüfen, wenn man nicht auf die untere Netzwerkebene kommt. Das kann nur die Telekom selbst.

Stattdessen hat der Dienstleister ein Angebot für einen neuen Router geschickt. Teuer und wieder nur ein Ethernet-Router. Sprich: Die Kundin hat gutes Bauchgefühl bewiesen, denn mit der Anschaffung des neuen Routers wäre erst einmal nichts besser geworden, weil ja das Modem immer noch da wäre. Jetzt lassen wir einfach mal ein neues Modem kommen, was die Telekom im Rahmen eines DSL-Upgrades wahrscheinlich herschenken wird und dann läuft das Ding.

Fernwartung ist nett und vor allem im Bereich Windows- und Desktop-Support ein gehöriger Einsparfaktor gegenüber der früher üblichen „Turnschuhadministration“. Allerdings beobachte ich es immer häufiger, dass EDV-Leute den Kontakt zur Basis verlieren und entweder keine Ahnung mehr haben, dass man gerade bei kleineren Installationen nicht alles über eine Fernwartung herausbekommen oder schlicht lieber den Kunden anlügen und hinhalten, um ja nicht aus dem Haus zu müssen.

 

Die Multimediacard.

Meine erste Speicherkarte war eine Multimediacard von Sandisk mit der sagenhaften Speicherkapazität von 16 Megabyte, gekauft im Juni 2001 für den saftigen Preis von 51 Deutschen Mark. Diese Speicherkarte war damals mein so ständiger Begleiter, wie es heutzutage ein USB-Stick oder das Smartphone ist und so konnte ich Daten zwischen Heim und Firma austauschen und auf gemeinsame Datenbestände zugreifen.

Irgendwann wurde diese Karte logischerweise ersetzt, nämlich von einer SD-Karte und danach von vielen anderen Karten und USB-Sticks. Die Multimediacard war so zu nicht mehr viel zu gebrauchen, auch wenn sie voll funktionsfähig war. Ich speicherte darauf in sehr unregelmäßigen Abständen meine KeePass-Datenbank und einen TrueCrypt-Container.

Im März 2008 hatte ich dann die Schnapsidee, die Karte in den Garten einzubuddeln. Also nicht mit Verpackung oder Schutzfolie, sondern nackt. SanDisk-Speicherkarten sagt man eine besondere Robustheit nach und irgendwann wollte ich das testen. Nun ist die Karte seit sieben Jahren im Garten vergraben, ich hatte sie zwar noch geistig im Hinterkopf, ich kenne noch genau die Stelle und morgen werde ich sie ausgraben und nachschauen, wie es um die Daten auf der Karte steht. Wirklich geheimes oder unerwartetes erwarte ich nicht zu finden (außer es hat jemand nachträglich etwas darauf gespeichert), aber ich bin mal gespannt, was die Karte noch gespeichert hat und ob sie überhaupt noch eine Multimediacard ist. Und wenn ich sie tatsächlich ausgegraben bekomme und sie noch funktioniert, dann darf sie wieder in die alte Kartenbox hinein, in der sie geliefert wurde. Die liegt nämlich immer noch hier auf meinem Schreibtisch.

Mea culpa, Microsoft.

Tut mir leid, Microsoft, ich muss mich bei dir entschuldigen. Ich habe dich heute grundlos beschuldigt. Ich habe nämlich auf meinem Windows-Rechner ein komplettes Systemabbild als Backup erstellt und auf mein Netzlaufwerk gespeichert und mich eine Weile schwer darüber geärgert, wie ultralangsam das Windows-eigene Backup arbeitet und ich gut 3 Stunden darauf warten musste. Ihr seid aber gar nicht schuld gewesen, sondern mein Switch, an dem PC und NAS angeschlossen sind.

Denn der ist nur ein 100-Mbit/s-Ethernet-Switch. Das ist zwar im T-DSL-Zeitalter immer noch ganz flottig, aber wenn man mit Operationen zu tun hat, die man auf anderen Geräten gern auch mal mit USB macht, dann sind 100 Megabit pro Sekunde ziemlich wenig. Die rein rechnerischen 3 Stunden passten dann auch ganz gut ins Schema der 120 Gigabyte, die das Backup auf die NAS geschaufelt hat.

Morgen ist also ein Gigabit-Switch fällig, zumal alle Netzwerkanschlüsse im Homeoffice schon seit Jahren gigabit-fähig sind. Warum sich das noch nicht bis zu mir in Sachen Switch gesprochen hat, kann ich so gar nicht beantworten, ich bin selbst erstaunt darüber.

Mein 21ster in Sachen Hypertext.

Bevor ich in die Windows-Welt einfiel, besaß ich einen Commodore Amiga 500. Den haben mir meine Eltern 1989 gekauft bzw. damals in der Computerabteilung des Karstadt in Karlsruhe von einem älteren Verkäufer in Anzug und Krawatte zum Sparpreis mit Bildschirm und Softwarepaket andrehen lassen, da damals ein Release-Wechsel des Amiga-Betriebssystems anstand und ahnungslose Eltern graue Computerkisten umso lieber kaufen, wenn noch ein buntes Paket mit allerlei Zeug dazugelegt wird. Was ist schon ein „Release“? 1199 Deutsche Mark wechselten damals den Besitzer, da hält man sich nicht mit Details auf. Dass ich eine alte Workbench auf meinem Amiga hatte, merkte ich immerhin auch erst eineinhalb Jahre später. Anyway … das ist gar nicht mein Punkt heute.

Vor einiger Zeit musste ich mal einen EDV-Werdegang zusammenschreiben. Nun habe ich aufgehört, in „offiziellen“ Werdegängen hineinzuschreiben, dass ich 1989 mit einem Amiga 500 angefangen habe. Automechaniker haben ihre Karriere auch nicht mit ihrer Matchbox-Sammlung angefangen und bevor jetzt Amiga-Veteranen aufschreien – ja, auch ich habe durchaus sinnvolles mit meinem Amiga gemacht, aber ich will nicht vermitteln, wann ich das erste mal computert habe, sondern wann ich echte Meriten mit dem Computer gesammelt habe.

Hypertext, so dachte ich bis dato, kannte ich seit 1996. Aus dieser Zeit habe ich tatsächlich noch handgeschriebene HTML-Dateien zu einem seltsamen Web-Projekt, das nie auch nur die Nähe eines Webservers gesehen hat. Ich wollte damals wohl eine Art Stadtwiki machen, natürlich ohne echtes Wiki, sondern einfach nur zusammengebastelte HTML-Dateien. Deren Sinn auch nur darin bestand, dass ich HTML-Dateien geschrieben habe, mehr nicht. Es gab damals sogar ein spannendes Gespräch mit einem Mitarbeiter des Stadtmarketings, der so ziemlich von gar nichts eine Ahnung hatte, was am Bildschirm so passierte, ich damals allerdings auch nicht sonderlich viel darüber, wie man in der Frühzeit des Webs genau solche ahnungslose Amtsdrohnen krass über den Tisch zieht, wie es in vielen Städten passiert ist.

Irgendwann vor einigen Jahren ist mir dann der Amiga-Simulator WinUAE in die Hände gefallen, mit dem sich eine Amiga-Umgebung auf einem normalen Windows-Betriebssystem emulieren lässt. Mit so viel Speicher, wie man sie damals beim echten Amiga nicht im Traum hätte erdenken können und mit einer Auflösung jenseits von 640 mal 256 Pixel. Und in einer Installation fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen, wo ich tatsächlich das erste Mal mit Hypertext zu tun hatte: Mit AmigaGuide.

AmigaGuide ist, wenn man es mal ganz grob umfasst, eine Art Browser, der Textdateien anzeigen konnte. Enthielt die anzuzeigende Textdatei einige der wenigen AmigaGuide-Textmarkierungen, so wurden diese als Dokumentoptionen interpretiert. So gab es unter anderem „Nodes“ (Knoten), die an andere Stellen im Dokument verweisen konnten. Nichts anderes als das, was an anderer Stelle Hyperlink heißt. Das Erstellen so eines AmigaGuide-Dokuments war also nichts anderes als das Erstellen eines Hypertext-Dokuments, hier nun eben nicht in HTML.

Das älteste AmigaGuide-Dokument, das ich auf einer der Disketten, die ich aus der Amiga- in die PC-Welt einst übertrug, datiert nun eben vom 12. Februar 1993 und es war, ganz schnöde, ein Adressbuch. Im gleichen Jahr wurden in Deutschland die neuen, fünfstelligen Postleitzahlen eingeführt und ich wollte meine bislang in Notizbüchern geführten Adresslisten auf neue Postleitzahlen umstellen. AmigaGuide war da ein ganz nettes Werkzeug, weil es neben Hyperlinking auch eine Volltextsuche und einen manuell einbaubaren Index mitbrachte.

An die damalige Faszination für das Hyperlinking kann ich mich noch sehr gut erinnern und auch an den Willen, irgendetwas sinnvolles damit anzustellen. Aber was macht man alles eben nicht, wenn man noch kein Internet kennt. Aber immerhin kann ich nun in meiner Bio mit gutem Gewissen schreiben, dass ich seit 1993 Erfahrungen mit Hypertext habe, noch bevor der Netscape Navigator (bzw. dessen Vorläufer „Mosaic Netscape“) im Oktober 1994 das Licht der Online-Welt erblickte. 😉

Maschinenschreiben galore.

Eine der wirklich fundamentalen Dinge, die ich in der Berufsschule gelernt habe, ist das Maschinenschreiben, also das Tippen auf eine Tastatur im Zehnfingersystem. Das lernt man in fast allen kaufmännischen Berufen in den Berufsschulen und was da anfangs wirklich eine böse Qual ist, ist am Ende doch eine Sache, die einen vermutlich bis zum Lebensende begleitet.

Bis zum Lernen des Zehnfingersystems war ich geübter Zweifingertipper. „Geübt“ deshalb, weil ich mit zwei Fingern gar nicht so langsam tippen konnte. Dennoch ist das Zweifingersystem natürlich nicht ansatzweise mit dem Zehnfingersystem zu vergleichen. Man schafft nicht im Traum die Schreibgeschwindigkeit und muss vor allem ständig auf die Tastatur schauen, um die Tasten zu treffen.

Eine der zentralen Dinge des Maschinenschreibens ist nämlich, dass man eine Grundstellung der Hände hat (man beachte die fühlbaren Markierungen auf den allermeisten Tasten bei den Tasten „F“ und „J“) und von dieser Grundstellung alle Buchstabentasten und die obere Zahlenreihe erreichen kann. Und zwar mit dem jeweils genau dafür festgelegten Finger. Mit etwas Übung trifft man dann diese Tasten dann, ohne auf die Tastatur schauen zu müssen und kann sich so erheblich besser auf den zu schreibenden Text konzentrieren.

Ich bin mal so frei und sage, dass ich vermutlich eher nicht in der IT-Branche arbeiten würde, wenn ich das Maschinenschreiben nicht gelernt hätte. Von der Art der Texteingabe hängt zwar nicht unbedingt die intellektuelle Aufnahmefähigkeit ab, allerdings ist es schon ein großer Unterschied, ob man beim Entwickeln eines Programmes oder Textes auch noch ständig auf die Tastatur schauen muss oder sich eben besser auf das konzentrieren kann, was auf dem Bildschirm zu stehen hat. Ich merke das immer wieder dann, wenn ich mal absichtlich in den Zweifingermodus schalte und dazu dann auf die Tastatur schauen muss. Da geht das Schreibtempo so herunter, dass ich das Zweifingersystem sogar ab und an gern dazu nutze, einfach mal kurzfristig geistig „herunterzufahren“, weil ich dann bewusst nicht so viel Input tippen kann.

Um mal ein paar Zahlen zu nennen: Ein normaler Zweifingerschreiber schafft pro Minute zwischen 80 und 150 Tastenanschläge pro Minute. Geübtere Tipper können dies auch mal kurzfristig auf 200 Tastenanschläge pro Minute hinaufschrauben, das sind aber keinesfalls dauerhaft erreichbare Tippleistungen.

Im Zehnfingersystem sind 100 bis 300 Tastenanschläge pro Minute problemlos auch für Anfänger erreichbar. Mit viel Übung kann man das dann deutlich hochdrehen. Aktuell schaffe ich 450 Tastenanschläge pro Minute und kann damit sicherlich 80 % aller Maschinenschreiber locker in die Tasche stecken. Im Vergleich mit echten Profis sind aber auch meine 450 Tastenanschläge pro Minute eher nichts, denn echte Profis bringen es auf mindestens 800 Tastenanschläge und die echte Rekordzone beginnt erst jenseits der 1.200 (!) Tastenanschläge pro Minute. Da muss dann tatsächlich auch die Textverarbeitungssoftware mitspielen, wobei echte Rekordmessungen mit ganz eigenen Erfassungsprogrammen vorgenommen werden, bei denen der Eingabepuffer eben sehr zügig ausgewertet wird.

Lohnt es sich, Maschinenschreiben auch später noch zu lernen? Eindeutig ja. Das Schreiben wird flüssiger, weniger anstrengend und man hat an Tipparbeit deutlich mehr Spaß bzw. empfindet überhaupt erst Spaß. Und man schafft es, sich mit der Tippleistung deutlich näher an die Sprech- und Denkleistung des menschlichen Gehirnes anzunähern, wobei dieser Vergleich seeeehr dehnfähig ist. So langsam, wie selbst die schnellsten Maschinenschreiber tippen, denken nur wenige Menschen.

Kinder dürfen nicht auf die CeBIT. Und?

Ein Blogartikel von Systemadministrator Lars Reineke mit einem persönlichen Erfahrungsbericht zur CeBIT bzw. zu einem missglückten CeBIT-Besuch hat mir gestern eine Menge Amüsemang beschert. Reineke wollte am gestrigen Samstag auf die CeBIT und hatte die Familie im Gepäck, was an der Kasse offenbar zu einer Diskussion darüber führte, da er mit seinem Kleinkind aufgrund Messeregularien nicht auf die CeBIT durfte. Kinder unter acht Jahren haben keinen Zutritt auf die Messe. Das übrigens nicht erst seit diesem Jahr.

Und dabei will ich gar nicht mal die Frage beantworten, welchen Sinn es hat, an einem Wochenende einen Familienausflug mit Kleinkind ausgerechnet zur weltgrößten Computermesse nach Hannover zu machen, wo man doch als Systemadministrator sehr sicher wissen dürfte, dass eben gerade am Messewochenende dort nicht weniger als die Hölle los ist. Ich habe keine Kinder, mir fehlt die Entscheidungsgrundlage, auch wenn meine Tendenz zur Antwort in so einer Fragestellung sehr eindeutig gegen einen Messebesuch geht.

Zuerst einmal ist die CeBIT eine … Achtung, zentrale Argumentation … Fachmesse. Sprich: Da geht es weniger um Unterhaltung im Sinne des unbeschwerten Durchlüftens von Gehirnwindungen, sondern es geht um das Business. Und zwar ganz gehörig. Die CeBIT ist nun mal die weltgrößte Computermesse, sie ist brutal kurz, extrem weitläufig, Hannover ist eine schreckliche Stadt, das Wetter ist zur CeBIT in der Regel desolat, die Anfahrt zum Messegelände mit Auto, Bahn, Flugzeug und Viehtransport gleichermaßen beschwerlich, wenn man es mit den Horden tun muss, die eben an so einem Wochenende zur CeBIT wackeln. CeBIT ist nicht Expo, auch wenn die vor zwölf Jahren dort stattfand.

Was man bei so einer Fachmesse wirklich am „allerbesten“ gebrauchen kann, sind Sonntagsausflügler und Souvenirjäger. Die gibt es schon genügend in Form von gelangweilten Computerbesitzern, die sehr gern dem Fachpersonal von Geldautomatenherstellern die dollsten Geschichten von ihren Geldautomatenbenutzungen erzählen oder in Form von eben Souvenirjägern, die alles abgreifen, was nicht niet- und nagelfest ist. Die CeBIT ist all das, was die Computerwelt ausmacht und die ist in vielen Fällen nicht sehr schön. Die Messe kostet für alle Beteiligten ein Schweinegeld und zerrt an Gesundheit und Nerven.

Ich habe allerdings auch kein Verständnis für das inzwischen legendäre CeBIT-Gejammer von Leuten, die nicht ausdrücklich dort hin müssen, weil sie Standpersonal sind oder anderweitig für die CeBIT arbeiten müssen. CeBIT ist harte Arbeit und wird nur vom Marketing schöngeredet, weil man natürlich unmöglich damit werben kann, kilometerweit durch stickige Hallen wandern zu müssen, horrend viel Geld für Verpflegung zahlt und in den zweifelhaften Genuss von den seltsamsten Anzug-Hemd-Krawattenkombinationen kommt, die es auf dem Planeten gibt.

Und dass da keine Kleinkinder hineindürfen und Jugendliche unter 16 Jahren nur in Begleitung eines Erwachsenen, das ist kein böses Verbot, das ist tatsächlich praktizierter Jugendschutz. Es gibt schönere Plätze auf Erden, als das hannoversche Messegelände zur CeBIT-Zeit. Für Kinder und auch für Erwachsene. Manchmal muss man das Eltern auch mit Verboten erklären, so sehr ich auch Verfechter einer möglichst verbotsarmen Gesellschaft bin.

Warum haben Notebook-Akkus keinen Ladestecker?

Das ist wirklich mal so eine Frage, auf die ich keine Antwort finde, wie ich gerade in einem längeren Telefon festgestellt habe. Gut, bei Handy-Akkus könnte ich mich noch auf die Argumentation einlassen, dass für einen Stecker kein Platz ist und bei modernen Smartphones in der Regel der Akku-Ausbau – wenn überhaupt möglich – nur sehr umständlich möglich ist und zudem die wenigsten Menschen tatsächlich auch einen Ersatzakku dabeihätten. Aber bei Notebook-Akkus ist das nun wirklich so eine Frage. Zumal es bei vielen Notebooks inzwischen üblich ist, dass zwei Akkus mitgeliefert werden und mit einem Ladegerät logischerweise auch nur ein Notebook geladen werden kann. Mit zwei Ladegeräten übrigens dann eben auch nur, denn zum Laden brauche ich ja, mangels eigenem Ladestecker des Akkus, eben immer das Notebook dazwischen.

An der Ladeelektronik kann es kaum, die ist bei Lithium-Ion-Akkus entweder direkt im Akku mit verbaut oder extern im Notebook, kann aber nicht so teuer sein, dass man sie nicht auch in einem Netzteil, eben im Akku oder mindestens in einem dazwischenschaltbaren Adapter integrieren könnte.

No idea. Keine Ahnung, warum Notebook-Akkus keinen eigenen Ladestecker haben.

Mein erstes Zeitungsabo auf dem iPad.

Und es ist noch nicht einmal eine Zeitung, die ich lese, sondern die türkische Tageszeitung Hürriyet, die mein Vater täglich liest und auch immer noch täglich auf seinem iPad. Und da ist gestern die dreimonatige Probezeit zu Ende gegangen, was ich von meinem Vater auch nicht sofort mitgeteilt bekommen habe, da er dachte, da sei einfach irgendetwas mit der App oder dem Internet kaputt. Tja, das Probeabo ist halt kaputt und zwar planmäßig kaputt. 🙂

Der Kauf des Abos läuft über den iPadschen AppStore und kostet für das Jahresabo 25,99 Euro. Das ist, wie bereits schon einmal geschrieben, ein Spottpreis gegenüber den rund 360 Euro, die man hierzulande für ein Jahr Hürriyet auf Totholz bezahlt und dazu auch noch täglich zum Kiosk zu latschen hat. Sprich: Die fünf Monate, die er nun die Hürriyet auf dem iPad gelesen hat (2 Monate zunächst auf meinem und dann 3 Monate auf seinem) haben bis jetzt 150 Euro gespart und allein mit der Ersparnis ist sein gebrauchtes iPad schon zur Hälfte bezahlt. Amortisiert hat sich das Ding dann schon im April nächsten Jahres.

Eine kleine Fußfalle gibt es beim Abo-Kauf: Das Abo verlängert sich automatisch, wenn nicht 24 Stunden vor Ablauf des Abos gekündigt wird. Das lässt sich aber dankenswerterweise abschalten, wenn man sich die nach dem Abo-Kauf zugesendete Mail genau anschaut und dem Link zu iTunes folgt. Dort landet man nämlich dann auf der Abo-Seite und kann dort die automatische Verlängerung folgenlos deaktivieren. Dann gibt es nach Ablauf des Abos eben wieder eine entsprechende Meldung, dass eine Abo-Verlängerung wieder fällig wird. Ist mir so immer lieber, als irgendwelche Geldeinzugsautomatismen.

Und einen netten Nebeneffekt habe ich bei der Aktion dann auch noch gefunden: Schließt man anstatt eines Monats-Abos ein Jahres-Abo ab, gibt es als Zugabe noch einen Monat dazu. Effektiv kostet dieses Hürriyet-Jahres-Abo jetzt also tatsächlich 2 Euro im Monat, niemand muss mehr zeitig zum Kiosk laufen, mein Vater bekommt nun auch tatsächlich die türkische Ausgabe der Hürriyet und wir tragen ungefähr 3 kg weniger Altpapier monatlich vor die Türe.

Wie man allerdings mit einem Einzelverkaufspreis von gerade einmal 7 Cent auch für türkische Verhältnisse zukünftig ein überregionales und auch weltweit stationiertes Redaktions- und Korrespondentennetz und noch einen Verlag finanzieren will, das ist für mich ein Rätsel. Draufzahlen tut da vermutlich vor allem die deutsche Niederlassung der Dogan Mediengruppe, die in Deutschland eine durchaus ansehnliche Niederlassung mit eigenen Redaktionen und einem eigenen Druckhaus in Mörfelden-Walldorf unterhält. Aber das kann nicht mein Problem sein.

Aber, Steve Jobs, während ich dir ja nie so recht über den Weg traute, hast du mit meinem Vater einen großen Fan gewonnen. Das muss man auch erst einmal schaffen.