Wenn Innenminister Thomas de Maizière die „Cyber-Feuerwehr“ ruft.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière gehört zweifellos zu den eher leichtgewichtigen Ministern. Das merkt man vor allem zu Wahlkampfzeiten, in denen ja so manch Politiker ziemlich viel Stuss vom Stapel lässt. Thomas de Maizière toppt alles nochmal.

Nun hat er offenkundig in einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Bremen, an der Ehrenamtliche von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk teilnahmen, versucht, irgendwie innovativ zu sein. Gut, als Innenminister muss man bei so Veranstaltungen nicht innovativ sein, sondern vor allem konservativ. Danken für die ehrenamtliche Arbeit, nochmal danken für die ehrenamtliche Arbeit und dann nochmal danken für die ehrenamtliche Arbeit.

Nein, dachte sich Thomas de Maizière, ich mache mir Gedanken um den Nachwuchs. Eigentlich eine gute Sache. Eine schlechte Sache, wenn man, so wie Thomas de Maizière, sich das Internet so vorstellt wie den Kneipenbereich von Total Recall. Dann kommt nämlich ziemlich viel Mist dabei heraus.

Cyber-Angriffe beschäftigen ihn sehr, „wer hilft denn da dem kleinen Tischler, dem Handwerker, dem mittelständischen Unternehmen? Wenn’s brennt, ruft er die Feuerwehr. Wen ruft der eigentlich an, wenn seine Cyber-Anlage [sic!] ausfällt?“

Gut, könnte man sagen, der Tischler, kleine Handwerker und der mittelständische Unternehmer haben da jemanden, der sich damit auskennt, denn es gibt ja EDV-Dienstleister. Von allein schaffen es ja die meisten Computer nicht auf die Bürotische dieser Welt.

Aber nein, Thomas de Maizière will Ehrenamt und „Cyber-Anlage“ in einer Rede haben. Also fordert er eine „Cyber-Feuerwehr“. Für junge Menschen. Die sich dann sagen könnten: „Ich hacek auch sonst gerne, dann hacke ich mal für die Guten.“ Und das könne man doch mit den Strukturen von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk nutzen, um das dann regional und dezentral als neue ehrenamtliche Tätigkeit aufzubauen.

Also alles ganz einfach:

Der kleine Handwerkerle, der z.B. eine Buchhaltung führen muss und spätestens da auf eine zuverlässige „Cyber-Anlage“ angewiesen ist, kann sich sein Geld zukünftig sparen und ruft einfach die „Cyber-Feuerwehr“, wenn sich jemand in seine Kiste hackt. Dann kommen die Script-Kiddies der „Cyber-Jugendfeuerwehr“ via Blaulicht, haben keine echte Reputation (warum auch, braucht man ja auch nicht für Spielekonsolen) und basteln dann mal „für die Guten“.

Geile Sache. Der Bundesinnenminister. Der Trottel. Der mit so einer Aussage vor allem zeigt, wie gräßlich inkompetent er in Sachen IT-Sicherheit ist und nebenbei das Ehrenamt von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und anderen Hilfskräften lächerlich macht. Hier redet niemand, der verantwortungsvoll ein Ministerium führt, sondern wie jemand, der verzweifelt danach ruft, in den Ruhestand versetzt zu werden.

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