Alle maulen über das Google Nexus 6. Ich nicht.

Mein Google Nexus 6 war letztes Jahr eine Art Verlegensheitskauf. Ich hatte als Nachfolger des Samsung Galaxy S4, mit dem ich nicht wirklich warm wurde, das LG G3 gekauft, was im Frühjahr 2015 als Auslaufmodell schön günstig wurde. Da ich sehr auf die Android-Alternative CyanogenMod stehe, war deren Lauffähigkeit Grundbedingung. Leider zeigte sich jedoch im Sommer, dass CyanogenMod auf dem G3 einige ärgerliche Fehler hatte, darunter merkwürdige und unmotivierte Reboots. So geht das natürlich nicht auf Dauer. Es gab dann im Sommer letzten Jahres kurzfristig ein Angebot zum Google Nexus 6 und ich griff zu. Nun ist das LG G3, auf dem CyanogenMod inzwischen zuverlässig läuft, sozusagen mein Ersatz-Smartphone, während das Nexus 6 mein täglicher Begleiter ist.

Das Nexus 6 ist mit seinem sechs Zoll großen Bildschirm eine echte Wuchtbrumme und damit ein Phablet, also eine Mischung aus Smartphone und Tablet. Damit hatte ich anfangs so meine Probleme, auch wenn ich jetzt zugeben muss, dass mir die Bildschirmdiagonale sehr gefällt. Man kann einfach richtig viel auf diesem Bildschirm sehen und selbst als Autonavi-Verlegenheitslösung macht es eine gute Figur. Das geht so weit, dass mein eigentliches Tablet, ein 10,1-Zoll Xperia-Tablet, immer häufiger im Regal bleibt, weil ich die meisten Aufgaben schon auf dem Nexus 6 erledigen kann. Und dank seiner Größe passt mit einem 3.220-mAh-Akku auch ein richtiger Klotz an Stromspeicher hinein, der das Teil sehr locker den ganzen Tag über ohne Zwischenladen betreibt.

Google mault, Motorola mault.

Bei der Auswahl der Nexus-Hersteller lässt Google die Zügel nicht (mehr) schlaff herunterhängen. Wer als Hersteller ein Nexus bauen darf, muss sich an die Wünsche von Google halten. Die sind teilweise löblich (zum Beispiel das reine Android ohne zusätzliche Hersteller-Apps), zum Teil aber auch ärgerlich (beispielsweise der konsequent fehlende MicroSD-Kartenslot). Dass Google auf den Nexus-Geräten eine Reihe von Spielereien nicht sehen will, mag ja noch durchgehen, aber teilweise ist Google schlicht ignorant.

So kann die Hardware des Nexus 6 einige Dinge, die das Nexus-Android nicht unterstützen mag. So hat das Nexus 6 eine LED zur Signalisierung, die aber vom Betriebssystem nicht angesprochen wird. Auch kann der Bildschirm hardware-seitig mit einem doppelten Tippser aufgeweckt werden, auch das unterstützt Google nicht. Und schließlich werden ähnliche Schwestermodelle des Nexus 6, die von Motorola direkt angeboten werden, auch mit MicroSD-Kartenslot angeboten, so dass man davon ausgehen kann, dass Google im Nexus 6 explizit darauf verzichten wollte.

Auch Motorola mault: Das Handy sei schlicht zu groß (naja, eben Geschmackssache), es sei zu billig verarbeitet, hat einen runden Rücken, mit dem es nicht plan auf dem Tisch liegen kann.

Stimmt ja alles. Aber: warum fällt Google und Motorola all das erst über einem Jahr nach Markteinführung ein? Und warum gefällt mir das Google Nexus 6 dennoch?

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