Constanze Beyer (1970 – 2014).

Normalerweise fehlen mir selten Worte. Und auch das Verfassen von Nachrufen ist eine Sache, die mir sicherlich nicht ganz so leicht aus den Händen gleitet, aber entweder kann man es nicht oder man kann es. Beim Schreiben dieses Nachrufes habe ich aber tagelang nach dem richtigen Einstieg gesucht und als ich das erste Wort hier schrieb wusste ich schon, dass der Einstieg mit ziemlicher Sicherheit der schlechteste ist, den ich je geschrieben habe. Belassen wir es bei dieser Feststellung, denn es geht um einen Menschen, der auch dieses bescheidene Weblog gern gelesen hat.

Constanze kennengelernt habe ich irgendwann im Jahre 2005 bei einer SPD-Wahlveranstaltung. Ich glaube, es ging um irgendeine Wahlkampfvorbereitung. Und obwohl Constanze zum SPD-Kreisverband Enzkreis gehörte, wollte irgendjemand sie im Wahlkampfteam Pforzheim dabei haben, weil Constanze die Meisterin darin war, Wahlkampfmaterialien zu erstellen. Als technische Zeichnerin, die sich später zur Grafikdesignerin weitergebildet hatte, war sie in Sachen Desktop Publishing so firm, dass mit ziemlicher Sicherheit einer Reihe von Wahlkämpfen eine ganze Armee an Wahlkampfmaterialien gefehlt hätten, wenn Constanze nicht ihre Kreativität da hineingesteckt hätte. Selbstlos oder maximal zum Einstandspreis.

Und auch wenn Constanze für nicht viel mehr kandidierte als für Kommunalwahlen und dort 2011 mit einem überzeugenden Ergebnis für die SPD in den Ortschaftsrat einzog – eine Erfahrung hatte sie uns allen vorweg: Die Lebenserfahrung einer Frau, die den Krebs vor Jahren einmal überlebte und 2012 mit der Diagnose eines unheilbaren und nur noch halbwegs kontrollierbaren Rezidivs konfrontiert wurde.

Man musste Constanze niemals erklären, worauf es im Leben ankommt. Und was viel beeindruckender war: Constanze war ein Mensch, dem es in der Öffentlichkeit niemals eingefallen wäre, anderen Leuten zu erklären, worauf es in deren Leben ankommen sollte. Das Herab- und Heraufschauen gab es bei ihr nicht. Das Kunststück, wie sie über ihr Leben und ihre Krankheit reden konnte und dabei jederzeit immer noch das Wohl ihres Gegenübers im Blick hatte und auch in so einer Situation noch über Grafikprojekte reden konnte, haben mich immer wieder geerdet. Selbst im Sommer war sie noch im dortigen Kommunalwahlkampf für ihren Kreisverband aktiv und hat während des Kandidatenfotoshootings die Fotos bearbeitet und freigegeben – schon da war jedes ihrer Engagements immer von ihr entschuldigend eingeleitet, dass man sich doch bitte etwas sputen solle, denn sie wisse ja nicht, wie lange es ihr noch halbwegs gut gehen würde.

Ihre letzten Tage auf Erden waren eine unbeschreibliche Qual, die Details gehören hier nicht hin. Erwähnen muss man allerdings, dass Constanze auch diesen letzten Weg bemerkenswert gegangen ist und mit vielen Freunden per Messenger in Verbindung blieb. Auch jetzt war Jammern nicht ihr Ding. Wenn da jetzt jemand im Himmel angekommen ist, dann ist das mit Constanze jemand, der da oben gleich an die Arbeit geht und sich bestimmt auch gleich um das Corporate Design der Abteilung der Engel kümmert. Einordnend, gefühlvoll in der Gestaltung, mit besten Verbindungen zu allen Druckereien rundherum und pünktlich liefernd. Constanze macht das schon. Ganz sicher.

Ein Gedanke zu „Constanze Beyer (1970 – 2014).

  1. Der Kommentar trifft viele Seiten von Constanze sehr genau! Ich habe sie genau so kennengelernt und erlebt. Ich habe sie mit meinem Mann noch einen Tag vor ihrem Tod besucht. Sie war da schon so schwach, zeigte aber die Freude über den Besuch und erkundigte sich noch nach unseren Kindern. Das ist (war) Constanze! Ich werde sie, ihr unnachahmliches Lächeln, ihr großes Herz, ihre Kreativität…….und vieles mehr, nie vergessen und ich vermisse sie SEHR!!!!!!

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