Zwei Jahre ICD.

Das zweijährige Jubiläum meiner ICD-Implantation habe ich großzügig vergessen. Das liegt vor allem daran, dass tatsächlich das eingetreten ist, was bei einer Implantation als Sekundärprävention (also quasi nicht superdringend, weil lebenserhaltend, sondern prophylaktisch weil eine Neigung zu Herzrhythmusstörungen) der Normalzustand wird: Man vergisst, dass man einen implantierten Defibrillator in der Schulter trägt. Es gibt immer mehr Tage, an denen mir der ICD nicht in den Sinn kommt, zudem spüre ich im Normalzustand absolut nichts und kämpfe an besonders wetterträchtigen Tagen lediglich mit einer juckenden Narbe.

Auch in Sachen Therapie, also einer erfolgten Abgabe von Impulsen oder Schocks, passierte in den letzten zwei Jahren nichts. Alle sechs Monate gibt es einen Besuch beim Kardiologen und bei der ICD-Kontrolle, die Herz und ICD prüfen, bei letzterem wird dann auch geschaut, ob es in den jeweils sechs Monaten eventuelle Therapien gab und wie der Geräte- und Elektrodenzustand ist. Ansonsten gebe ich alle vier Monate bei meinem Hausarzt ein paar Röhrchen Blut für ein großes Blutbild ab und das war es dann auch. In Sachen Medikamentation gibt es nur noch drei Tabletten am Tag: Einen Betablocker zur Prävention von Rhythmusstörungen, einen leichten Blutdrucksenker und eine niedrige Dosis ASS zur leichten Blutverdünnung. Nebenwirkungen: keine, außer dass ich mich gelegentlich etwas „ausgebremst“ fühle, wenn ich schlagartig den Kreislauf in Schwung bringen soll.

Einschränkungen im Alltag: Für mich keine. Eine Karriere als Berufskraft- oder Busfahrer, Lokführer, Pilot etc. kann ich mich auch weiterhin abschminken, ebenso als Berufstaucher, Boxer oder Seiltänzer. Ich werde diese Einschränkungen aushalten, denn bei allen „restlichen“ Berufen und Hobbies gibt es keine, wenn man berücksichtigt, dass ich bei besonders gefährlichen Aktivitäten eine zusätzliche Absicherung in Betracht ziehen sollte, aber das ist beim Tanz über ein Gerüst oder beim Bergsteigen generell keine schlechte Sache.

So richtig viel zu jammern gibt es demnach nicht. Wäre fein, wenn es so bliebe.

Ein Gedanke zu „Zwei Jahre ICD.

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