Was man alles aus Google Tasks machen könnte.

Google Keep und Google Tasks sind bei mir die beide am häufigsten genutzten Google-Dienste, die ich in der Kombination PC, Notebook, Smartphone und Tablet einsetze. Viele Inputs, die ich irgendwann einmal vor allem in Blog-Artikel oder anderweitige Texte verarbeite, entstehen bei mir an den unmöglichsten Orten: Im Auto, in der Küche, beim Essen, beim Laufen, auf der Toilette und überall dort, wo ich nun mal bin. Ein Gedankenblitz und der muss sofort irgendwo festgehalten werden.

Google Keep ist das, was man in der echten Welt als Notizzettelsammlung (oder Papierwirtschaft) bezeichnen würde. In so einen Notizzettel lässt sich Text unterbringen, aber auch ein Bild oder auch eine Audiodatei. Letzteres ist besonders praktisch während der Autofahrt. Zwar versucht Google danach eine OCR-Texterkennung, die jedoch bei meinem stichwortartigen Diktat und nebenan laufendem Radio sehr obskure Ergebnisse liefert, aber immerhin.

Wenn es strukturiert laufen muss, ist Google Tasks mein Werkzeug der Wahl. Im Gegensatz zu so vielen ToDo-Werkzeugen ist Google Tasks brutalstmöglich einfach: Aufgabe und gut. Keine Möglichkeit zur Priorisierung, keine bunten Farben, Reiter oder Möglichkeiten zum Einbinden von Bildern. Nichts. Nur ein Datum lässt sich hinterlegen, wann die Aufgabe kritisch wird. Und das lässt sich dann netterweise im Google Kalender einblenden.

Und noch etwas kann Google Tasks hervorragend: Aufgaben verschachteln und gruppieren. Es lassen sich Aufgabengruppen anlegen, so zum Beispiel für alle meine Blog-Projekte. Einzelne Aufgaben können dann innerhalb einer Gruppe angelegt werden und praktischerweise weitere Aufgaben dann auch unterhalb einer übergeordneten Aufgabe. Eine Aufgabe lässt sich sehr leicht von A nach B schieben, hoch und runter, ähnlich wie ein Fluglotse an- und abfliegende Flugzeuge sehr einfach gruppieren kann. Und für Google Tasks gibt es für iOS und Android auch genügend nette Apps, wie zum Beispiel „GoTasks“, das es auf beiden Plattformen gibt, aber witzigerweise von zwei unterschiedlichen Programmierern, die jedoch beide in Sibirien leben.

Das Problem: Google Tasks wird von Google stiefmütterlich behandelt. Es ist nämlich kein eigenständiger Dienst, sondern ist in Google Mail integriert. Deshalb gibt es nur mit Tricks auch ein eigenständiges Web-Interface und Google Tasks kann so viele Dinge nicht, die es eigentlich können könnte, wenn man denn wollte. Zum Beispiel:

  • Multiuserfähigkeit
    Wie schön wäre es, wenn man Aufgaben an andere Google-Accounts, zum Beispiel innerhalb eines Unternehmens, delegieren könnte oder Aufgaben mit anderen Benutzern teilen könnte. Aufgabe XY braucht einen Input von Kollege A, also Delegation zu ihm mit Datum. Er macht das Ding fertig, erledigt die Aufgabe und sie kommt wieder zurück. Danach geht die Aufgabe zu Kollege B, der dann Abrechnung macht. Wie auch immer. Multiuserfähigkeit wäre superschön (um wahr zu sein, leider).
  • Verheiraten mit Google Keep
    Was ich immer noch nicht verstehe: Google Tasks ist nicht verheiratbar mit Google Keep oder wenigstens mit Google Drive. Und genau das wäre einfach nur schön, denn aus einem Notizzettel eine Google-Tasks-Aufgabe machen, eine Aufgabe erledigen und dann in Google Drive zur Entsorgung verklappen und archivieren … ein Traum wäre das. Ärgerlicherweise hat Google Keep für Notizen eine eigene Möglichkeit zur Anlage von ToDo-Listen, die leider komplett inkompatibel zu Google Tasks ist. Verstehe das mal einer.
  • Eine Schnittstelle zu ggf. IFTTT.com
    Einen Aufgaben-Workflow, der nach der Aufgabenanlage und beim Vorhandensein bestimmter Kriterien bestimmte Wege geht – das ist das Killerkriterium einer großen und teuren Groupware und das wäre mit Google Tasks doch auch so hübsch und schön. Immerhin: Dieser Mangel ließe ein Stückweit kompensieren mit der Teilen-Funktion von Android. Hier könnte man, wenn eine Aufgaben-App das unterstützen würde, einen Text per Teilen-Funktion auch zu einer Aufgaben-App übertragen, die dann daraus eine Aufgabe erstellt. Leider habe ich eine entsprechende App noch nicht gefunden.
  • (Passwort- und SSL-gesicherter) RSS-Feed
    Ein RSS-Feed der Aufgabenverwaltung und einzelner Aufgabengruppen wäre der Gipfel des Perfekten, zum Beispiel zum Einbinden eines Aufgabenstranges in das WordPress-Dashboard. Alle Aufgaben schön im Dashboard und vielleicht dann mit einem Klick zu einem Artikelentwurf.

Okay, suchen wir weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *